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Montag, Januar 04, 2010

Arbeitswelt in Taiwan (Update: August 2015 und März 2017, sowie Feb. 2022)

English: Worklife in Taiwan. So far only in German. I do not think I will get around translating it into English, especially as it is a bit from a German viewpoint. If you have questions regarding working and taxation in Taiwan, our expat forum Forumosa.com would be the place to go for an English speaker, especially the sub-forums about legal issues at work and taxes:
http://forumosa.com/taiwan/viewforum.php?f=70
http://forumosa.com/taiwan/viewforum.php?f=69



German, Deutsch:

Arbeiten in Taiwan bringt viel Unterschiede im Vergleich zu Deutschland

Ursprünglicher Stand 2010. Änderungen bis April 2015 in Klammern dazu geschrieben
Ditto Änderungen März 2017

Arbeitszeit:
40 Wochenstunden stehen irgendwo in irgendeiner bedeutungslosen Regelung, 30 Anstandsminuten extra tägl. werden mind. erwartet, ehr öfter mal eine Anstandsstunde. Reale Arbeitszeit ehr bei 45 bis 55, manchmal sogar 60 Wochenstunden, oft ohne Gehalts- oder Freizeitausgleich. Insbesondere Ingenieure arbeiten länger. Regelarbeitszeit Montags bis Freitags, öfter mal am Samstag und gelegentlich mal am Sonntag, meist ohne Ausgleich. Extraveranstaltungen gerne an den Wochenenden (Messevorbereitung, Seminare). Wenn in der Firma manche viel zu tun haben und länger bleiben, bleiben oft auch die Kollegen länger, um ihren Einsatz zu zeigen. Wer lange bleibt ist fleißig, Produktivität ist egal.
(März 2017: Seit 2015 kontrolliert das Arbeitsministerium zumindest in großen Firmen die Arbeitszeit mehr etwa über elektronische Zugangskarten des Unternehmens und die obig angesprochene Überstundenlastigkeit wird weniger)


Die Damen haben immer die schönsten Cubicals...

Produktivität: Geringer als in Deutschand. Privates darf halboffen (wenn Webseiten im Spiel sind) oder offen (Telefon, Email) erledigt werden. Privates Surfen oder Chatten erfolgt meist verdeckt, kann zu Kritik durch Vorgesetzten führen. Die langen Überstundenabende streckt man aber recht offen mit Surfen oder Marathonchatten, viele greifen zu Manga-Comics oder sehen Filme. Während der Arbeitszeit schwatzt man ganz offen und wandert mit Leckereien herum, die man verteilt und sich von anderen bedient. Ein Schwätzchen über die letzte Mode oder die neuste Grafikkarte ist immer angesagt. Wer keine Wohnung hat, sondern nur ein überfülltes Zimmer bei den Eltern fühlt sich im Cubical mit Bildschirmschoner von Filmstar im Bikini sowieo erst richtig wohl, wenn er sich den Arbeitsrechner zur virenverseuchten Dattelkiste aufgebrezelt hat und dort die Abende verbringt und so zeigt, dass er "Einsatz für die Firma" hat. Trotz sonst geringer Produktivität und Privatem: Wer allerdings einen Notfall hat, arbeitet oft lang und hart und schnell, das muss man auch wissen.

Gehalt: Im Dienstleistungssektor, von Frühstücksrestaurantbedienung und Sicherheitsmensch bis hin zu Haareschneider (Friseur will ich hier die wenigsten nennen) verdient man oft nur 20 000 bis 35 000 NT monatlich (etwa durch 40 teilen für Euro, auch wenn die Kaufkraft höher ist). Zeitarbeiter sogar im Ingenieurbereich unter 20 000 NT.
Im Ingenieurbereich 25 000 bis 35 000 NT für viele im Computersektor, hochgearbeitete auch 55 000 oder 65 000 NT oder mehr. Leitende Angestellte oder auch Softwareentwickler oder andere rare Qualifikationen haben 55 000 bis 80 000 NT oder auch mal mehr.
Ausländer erhalten i.d.R. mehr als Einheimische, teilweise die Hälfte mehr, werden aber auch leichter gekündigt.

Besteuerung: Nur bei Geringverdienern 6% Steuern, Krankenversicherung liegt bei 1000 NT monatlich, daher Brutto praktisch gleich Netto und man unterscheidet umgangssprachlich selten die beiden. Ausländer werden oft mit erst mal 20% Steuern [Update 2015: offenbar jetzt 18%] zur Kasse gebeten, neuerdings kann das grundsätzlich die ersten 180 Tage im Jahr geschehen, es sei denn die Firma vertraut darauf, dass der Ausländer bei Weggang aus Taiwan eine ordentliche Gehaltsabrechnung hinterlegt. Grund für die Regelung ist, dass Ausländer die im letzten Kalenderjahr weniger als 182Tage in Taiwan gearbeitet haben, diese Zeit mit 20% versteuern müssen. Das galt früher nur für die ersten 182 Tage im Gesamtaufenthalt des Ausländers seit 2009 aber auch für jedes neue Arbeitsjahr. Arbeitgeber wird seit 2009 für die fehlenden 14% (wenn wir vom Steuersatz von 6% ausgehen) haftbar gemacht, sollte der Ausländer nur mit 6% versteuert worden sein und vorzeitig abgereist sein.
Zahlt der Ausländer 20% für die ersten 182 Tage und arbeitet doch 183 Tage und mehr, kriegt er im NÄCHSTEN Steuerjahr eine Rückzahlung. Sicher großes Betrugspotential für kleine Firmen, insbesondere die Gauner-Englischschulen.
Ich weiß, niemand versteht die Steuerregel, auch die Finanzbeamten und viele HR-Abteilungen nicht.
Ludigel zahlt normalen Steuersatz, veranlage die Steuer zusammen mit Ehefrau, aber auch verheiratete kann die 20%-Regelung treffen. Zufall. Augenfarbe. Laune der Zuständigen.

Beispiel zur Steuerregelung:

Als Normalsteuersatz wird 6% angenommen für dieses Beispiel.

Anfangen am 01.01.2010, Steuersatz 20%.
Ditto für Februar, März, April, Mai, Juni.
Ab 183 Tagen dann 6% Steuern, Rückzahlung für die zu viel gezahlten 14% von Jan bis Juni in der nächsten Steuererklärung beantragen, die man bis nächsten Mai abgegeben haben muss.

Am nächsten 01.01.2011 geht das Spiel theoretisch von vorne los, der Aufenthaltszähler wird von 365 wieder auf NULL Tage gestellt. Manchmal aber auch nicht und man bleibt bei 6%, je nach Firma und Finanzbeamten.

Verlässt man Taiwan am 30.03.2018 muss man für Januar, Februar und März 2018 wieder 20% Steuern zahlen und erhält keine Nachzahlung. Hat der Arbeitgeber aber freundlicherweise nur 6% einbehalten muss man eine Steuererklärung machen und die 14% nachzahlen. Verschwindet man einfach, wird der Arbeitgeber für diese 14% Nachzahlung haftbar gemacht.

Ist man in irgendeinem Kalenderjahr weniger als 183 Tage in Taiwan, dann zahlt man wieder 20% Steuern.

UPDATE: Die richtigen Steuersätze sind unten im "Nachtrag zu Steuern" aus den Angaben eines freundlichen Kommentators aufgeführt, da kaum jemand die oft genannten 6% zahlen dürfte.
 

Haftung: Arbeitsgeräte, die verschwinden, weil sie der Kollege ausgeliehen und in der Schublade vergessen hat, werden spätestens bei Kündigung zum Neuwert vom Gehalt abgezogen. Regressklagen bei grobem Versagen hingegen gibt es eigentlich nicht.
Demogeräte, die in kleinen Firmen der Chef für die Kinder nach Hause mitgenommen hat, werden öfter mal Angestellten vom Gehalt abgezogen, wenn sie "verschwunden" sind. Siehe "Verhältnis zum Chef."

Verhältnis zum Vorgesetzten: Kritik ist undenkbar, auch unter 4 Augen. Auch fachliche konstruktive Kritik in technischen Detailfragen darf höchstens unter 4 Augen nach entsprechender weitschweifiger Einleitung "Liege ich da falsch, wenn ich denken würde, dass es so eventuell besser ginge..." geäußert werden und wird evtl. den Vorgesetzten vor eine ungewohnte Situation stellen. Auch in fachlichen offenen Diskussionen ist äußerste Vorsicht geboten, wenn die eigene Meinung mit der des Vorgesetzten nicht übereinstimmt. Leiber nichts sagen, ist eine gute Faustregel.
Der Vorgesetzte ist eine ultimate Respektsperson. Besonders in kleinen Unternehmen ist der Unternehmenschef oft ein kleiner Despot, der zwar oft hochqualifiziert ist, aber seinen Untergebenen auch jedwede Entscheidungsfreiheit nimmt (Micromanagement der Angestellten ist verbreitet).

Arbeitsstil: Ehr den Konsens suchen. Chefs, die nicht mikro-managen, lassen Untergebene machen und verkaufen die Gruppenleistung dann als ihre eigene. Abweichen von traditionellen Herangehensweisen schafft Unbehagen.
Arbeit wird schnell und hektisch erledigt, es wird sofort losgelegt und nicht geplant. Im Vergleich zu deutschen Arbeitsteams ist das Taiwanteam in der Hälfte oder einem Drittel der Manntage (ohne gezählte Überstunden) fertig, hat 80% der Qualität geliefert und nicht selten haben 2 Teammitglieder und ein Chef während des zwischenzeitlichen Chaoses gekündigt. Man gehorcht den Chefs und lässt sich auch jedwede Unverschämtheiten bieten.

Umgang mit Gleichgestellten: Meist wird Kritik höflich und oft in Umschweifen dargelegt, wenn überhaupt, um die Harmonie zu wahren. Anbrüller und direkte Konflikte gibt es aber auch, insbesondere wenn Stress und lange Arbeitszeit aufkommen.

Umgang mit Untergebenen: Recht viele Vorgesetzte kehren den Despoten heraus, andere sind höflich und kritisieren maßvoll, damit der Angestellte das Gesicht wahren kann.

Umgang von Taiwanesen mit ausländischen Kollegen: Man ist eine Attraktion, wird manchmal merkwürdig vorgeführt (guck mal, wir haben einen Ausländer. "Uiiii, toll! Wie niedlich!"), viel angelächelt und die ersten 5 Jahre redet keiner mit einem, allerdings schicken sie Emails auf Englisch. Sie haben Angst beim Englischreden einen Fehler zu machen und das Gesicht zu verlieren.

Arbeitnehmerrechte: Diejenigen, die der Chef einräumt.

Gewerkschaften: Nur wenige Unternehmen haben sich einer der kleinen unbedeutenden Gewerkschaften geöffnet durch konzertiertes Vorgehen der Belegschaft. Meist ist niemand Mitglied und niemand verschwendet einen Gedanken an Gewerkschaften. Gewerkschaftliche Arbeit wird mit sofortiger Kündigung und durchaus auch mit Körpereinsatz unterbunden, etwa Schläger, die gewerkschaftliche Prospekteverteiler verprügeln. Gibt es aber ohnehin praktisch nicht.
Update: Gemäß einem Posting auf dem Ausländerforum (Link entfernt) wo Englischlehrer eine Gewerkschaft gründen wollen oder dies jedenfalls diskutieren, dürfen Gewerkschaften in Taiwan nur mit EINEM Unternehmen arbeiten, aber nicht die Belegschaft von zwei oder mehr Unternehmen repräsentieren. Das ist lustig. Und garantiert schwache oder ehr nichtexistente Gewerkschaften.


Arbeitslosenversicherung: Keine.

Abfindung: Bei Kündigung erhält man pro volles Jahr Beschäftigungsdauer 40% des Gehalts als Abfindung. Es sei denn man geht bei kleinerer Firma im Streit (ich streite hier nie), dann gäbe es vielleicht nicht mal das ausstehende Gehalt.

Arbeitsgerichte: Geht man nicht hin. Gesichtsverlust und schlechter Ruf für den Arbeitnehmer und beide Parteien werden vermutlich vom Richter bestraft. Nicht nur in Arbeitsgerichten. Gerichte arbeiten hier eh langsamer und weniger effizient und unvorhersehbar.

Krankenversicherung: Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Krankenversicherung, der Staat bezuschusst sie noch. Fast alles ist versichert, Zahnersatz zahlt man selbst, bei Arztbesuch 100 NT (2015: 200 NT, 150 NT für Kinder) Gebühr, kleines Entgelt für Krankenhaus (pro Tag). Manchmal erhält man so wenig Medikamente vom Arzt, dass man entweder oft hingeht oder selbst zuzahlt, um mehr Medikamente zu erhalten. Fast jeder ist gesetzlich krankenversichert, der Träger ist die NHI, die National Health Insurance. Offiziell angestellten Ausländern steht die Krankenversicherung gesetzlich sofort zu, wird in der Regel aber erst nach 6 Monaten gewährt, was sich aus einer alten, aber mittlerweile ungültigen Regelung erklärt, die noch angewendet wird (2015: immer noch so).

Rente/Pension:
Zusammenfassung und aktueller Überblick 2015 hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html
Weitere Details und Modellrechnungen hier: 
http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/10/links-zur-rentenversicherung-in-taiwan.html)
 
Konkret gibt es zwar eine arbeitgebergebundene Rente seit 1953, die aber in der Praxis kaum jemanden zur Verfügung stand. Erst in den 2000ern wurde die Rente langsam üblich, ab 2005 kam das neue verbesserte Rentensystem und ab 2009 werden Arbeitgeber gezwungen, ihre Angestellten teilnehmen zu lassen. Siehe Links oben. Wer keine andere Rentenversicherung hat, kann freiwillig an der National Pension teilnehmen, einer Alternativrente. Letztere nur für Staatsbürger und deren ausl. Ehegatten. Die Labor Law-Rente hingegen ist für alle regulären Beschäftigten.

Kündigung: Der Arbeitgeber kündigt selten, i.d.R. nur bei groben Verstößen des Arbeitnehmers oder bei schweren Wirschaftskrisen (wie wir gerade eine hatten), weil sonst der Arbeitnehmer das Gesicht verliert. Ehr soll der schwächelnde Arbeitnehmer umerzogen oder auch durch Druck zur Selbstkündigung bewogen werden. In der Regel vereinbart man wenigestens ein paar Tage oder ca. 2 Wochen Kündigungsfrist, wenn man mit dem Arbeitgeber über den Zeitpunkt des Ausscheidens (frei) verhandelt. Wichtig: Arbeitnehmer geben als Kündigungsgrund immer "um die Familie kümmern" an, niemals darf ein objektiver Grund genannt werden, weil sonst der Chef das Gesicht verliert. Das gilt auch für "mir gefällt der neue Stadteil wegen der Verkehranbindung besser" oder "neue Herausforderung antreten". Alles Tabu!
Hinweis: Ausländer werden nach Projektabschluss oft leichter zur Kündigung gedrängt oder gekündigt, weil der Arbeitgeber oft nur ein einzelnes Projekt für sie im Kopf hat.

Arbeitsvertrag: Gibt es nicht. Nur ein "Opening letter" erhält man.

Arbeitszeugnis: Gibt es nicht. Nur einen chinesischen Beschäftigungsnachweis. Tipp: Um Unterzeichnung eines richtigen Zeugnisses auf Englisch bitten.

Urlaub: Erstes Jahr bei neuem Arbeitgeber KEIN bezahlter Urlaub, man kann mit viel Ausreden über Notfälle (bei mir natürlich alles immer wahr) ein paar isolierte Tage unbezahlten Urlaub bekommen. Zweites Jahr 3 Tage bezahlter Urlaub, drittes Jahr 7 Tage und alle folgenden Jahre 10 Tage bezahlten Jahresurlaub. Kleine Unternehmen bringen Arbeitnehmer gerne nach dem 1. Jahr zum freiwilligen Weggang, um den Urlaub zu sparen.
Es gibt einen Familientag und einen Ausflugstag, die der Arbeitgeber in Form von einem bezahlten freien Tag und einem weiteren (oder alternativ tatsächlich ein obernerviger Ausflug) gewährt. Nur mein Arbeitgeber gibt noch ein paar Tage dazu, mögen die hundert Götter Geld auf ihn regnen lassen.

Feiertage: Ein paar im Jahr, darunter 01. Januar, 01. Mai und irgendwann Mondfest und Drachenfest sowie Nationalfeiertag 11. Oktober und was auch immer, vergesse ich immer wieder. Chinesisches Neujahrsfest (meist liegt das im Februar) hat ca. 4 Feiertage, mit einem Brückentag*** und den Wochenenden hat man dann recht passabel freie Zeit. Weihnachten ist hier kein Feiertag. Meine Firma gibt uns 2010 tatsächlich den 24.12. frei, mögen leichtbekleidete Engel Goldregen auf die Chefs herunterrieseln lassen.

Visum und Arbeitserlaubnis: Die Vertretungen der Republik China/Taiwan in Deutschland helfen (Achtung: NICHT Botschaften der VR China, das ist nun mal ein anderer Staat). Wer auf ein Familienzusammenführungsvisum kommt erhält eine ARC (Alien Residence Card) auf den Namen des taiwan. Ehepartners und benötigt KEINE Arbeitserlaubnis. Wer nicht verheiratet ist, bekommt die ARC und die damit verbundene Arbeitserlaubnis an den ArbeitsORT (i.S.v. Adresse) gebunden, d.h. auch mal eben in einer anderen -in der selben Ortschaft gelegenen- Filliale des Arbeitgebers aushelfen bedeutet Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis und führt, wenn es festgestellt wird, zur Ausweisung.
Wer eine ortsgebundene Arbeitserlaubnis hat, darf auch keine ehrenamtlichen oder sonst wie unbezahlten Tätigkeiten an einem anderen Ort (i.S.v. Adresse) verrichten.
Branchen müssen von der Regierung explizit als "dürfen Ausländer beschäftigen" gelistet sein (wie Computerbranche). Ehegatten von Taiwanesen dürfen aber überall arbeiten.

Rechtssicherheit, Ausweisung: Es besteht keine Rechtssicherheit bzgl. der Aufenthaltserlaubnis, weil Ausländer ohne Angabe von Gründen ausgewiesen werden können (auch Taiwanesen mit ausländischen zweiten Pass oder ständigem Wohnsitz im Ausland!). Dies droht insbesondere Leuten mit Arbeitsvisum (im Gegensatz zur Aufenthaltsberechtigung durch Eheschließung) schon bei Lapalien.
Hat man ein Standard Arbeitsvisum, welches an den Arbeitgeber (die Adresse des Arbeitsortes!) gebunden ist, ist man leichte Beute für Erpressungen und Einbehaltung von rechtlich zustehenden Leistungen, denn bei Entlassung verliert die Aufenthaltsberechtigung ihre Gültigkeit.

Neues Visum wie? Taiwan toleriert den sog. "Visa Run", d.h. man besucht Hong-Kong eine Übernachtung lang und erhält ein neues Touristenvisum (müsste bei Landung automatisch ausgegeben werden, unklar ob es hier besser ist, eines vorher zu besorgen, wenn man vorher ein Arbeitsvisum hatte, da fehlen mir die Erfahrungen) und sucht dann mit diesem neue Arbeit. Ist aber eine rechtliche Grauzone die zur Ausweisung führen kann, wenn man ohne Arbeitsvisum arbeiten sollte.

Anerkennung deutscher Universitätsgrade: Ein festes Verfahren gibt es dafür nicht. Bei deutschen Graden wie dem Diplom sollte man erklären welchem US-Grad das in etwa entspricht, also "Diplom gleich Master" z.B. Bitte keine akademischen Haarspaltereien hier. Erklärt man es nicht richtig, wird ein Diplom wegen des englischen Begriffes "Diploma" (Zertifikat) nur für irgendeine Zertifizierung gehalten. Hat man es richtig erklärt, sind deutsche Universitätsgrade hoch angesehen.

Taiwanesen und ihre "akademischen Titel"
Taiwanesen bezeichnen sich oft als "Bachelor" oder "Master" ihres Faches und geben an, dieses im Ausland studiert zu haben (GB oder US). Nach taiwanesischer Sitte reicht es allerdings, ein paar Semester eingschrieben zu sein und eine Immatrukulationsbescheinigung über die Zeit zu haben, um den am Ende des Studiums zustehenden Grad zu beanspruchen. Viele Bachelor und Master etc. führen den Titel daher unberechtigt und oft fehlen ihnen selbst Grundkenntnisse des Faches. Allerdings gibt es auch echte Akademiker.
Neben den "nur eingeschrieben gewesen"-Titelträgern ohne Abschluss gibt es auch gedruckte/kopierte Fälschungen. Falsches Titelführen wird weniger ernst genommen, die Taipei Times erwähnte kürzlich, mehrere südtaiwan. Krankenhäuser hätten Personal (auch Ärzte) mit falschen Titeln wider besseres Wissen eingestellt, weil diese billiger seien.
Es gibt fachlich sehr gute Leute hier und völlige Nullen, leider führen auch die Nullen oft unberechtigte Titel. Vorsicht also auch beim Arztbesuch.


Cramschool/Buxiban/Bushiban/"Kindergarten": Die so bezeichneten privaten Englischschulen für Kinder (die z.T. auch Erwachsenenunterricht anbieten) sind notorisch für das Betrügen ihrer Angestellten durch Einbehalten von Fantasiesicherheitsleistungen, die nicht zurückbezahlt werden, Abzug von zu hoher Steuer etc. Hier wird i.d.R. auch schnell gekündigt.

Die meisten Ausländer, die in Taiwan arbeiten, sind englische Muttersprachler und arbeiten in den o.g. "Kindergärten".

Kurioserweise sind die Cramschools nicht als Branche gelistet, die Ausländer beschäftigen darf. Daher arbeiten die Englischlehrer hier meist als "Consultants", was wohl irgendwie legaler klingen soll.

Update: Streng genommen dürfen die Cram-Schools, also die Nachhilfeschulen, die für Kinder ab Schulalter offen sind per regulierendem Gesetz auch ausländische Englischlehrer anstellen. Allerdings sind fast alle privaten Englischschulen als Kindergarten gemeldet, damit sie auch die Jüngsten aufnehmen können, was ein großer Markt ist. Und Kindergärten dürfen keine Ausländer anstellen, so dass die Englischlehrer daher meist illegal arbeiten.

Private Beziehung und Beruf: Wenn man sich scheiden lässt, wird man oft auch vom Arbeitgeber entlassen, weil derjeinige, der sein Privatleben nicht managen kann, angeblich auch seinen Beruf nicht kontrollieren kann.
Ein Fall ist mir bekannt, in dem Kollege und Kollegin eine Beziehung hatten, einer der beiden aber verheiratet war. Beide wurden entlassen. Abgesehen davon ist Ehebruch strafbar in Taiwan (Gefägnisstrafe kann verhängt werden).


*** Dafür einen Samstag arbeiten. Mein Arbeitgeber erlässt uns das meist. Mögen Hosianna singende Engel die Chefs dafür segnen.

LINK: Gute, altmodische Taiwan-Infoseite ohne dieses neumodische Blogdesign: http://lidude.net/taiwanseiten/taiwan.html


Nachtrag zu Steuern:  

[Quelle: Kommentator Anonymous, Danke noch mal für die Info, reproduziert aus unten stehendem Kommentar]

"Wie Deutschland hat auch Taiwan einen progressiv gestaffelten Einkommensteuertarif mit sechs Brackets von 5% bis 45% (5%, 12%, 20%, 30%, 40%, 45%).
Der Eingangssteuersatz von 5% ist bereits fuer Jareseinkommen unter NT$520.000 zu zahlen, einen Grundfreibetrag wie in Deutschland gibt es nicht. Der Spitzensteuersatz von 45% ist gleich dem deutschen Spitzensteuersatz (mit Solidaritaetszuschlag 50.5%), allerdings wird er in Deutschland bereits ab einem Einkommen von Euro 250.731 faellig, in Taiwan erst oberhalb von NT$ 10.000.000.

Im Normalfall (heisst: keine ausserordentlich hohen steuermindernden Abzuege / Sonderausgaben - die in Taiwan eh sehr begrenzt sind) ist der von Dir angegebene Durchschnittsteuersatz von 6% folglich nur fuer Einkommensbezieher erzielbar auf die ein Spitzensteuersatz von 12% zutrifft (d.h. mit einem Jahreseinkommen zwischen NT$ 520.000 und 1.170.000).


Referenz: Taiwan Income Tax Act - http://www.dot.gov.tw/en/home.jsp

The tax brackets and rates of consolidated income tax are as follows:
1. If the annual total net consolidated income is less than or equal to NT$520,000, the tax rate shall be 5%.
2. If the annual total net consolidated income is above NT$520,000 to NT$1,170,000, the income tax payable shall be NT$26,000 plus 12% for the portion of income more than NT$520,000.
3. If the annual total net consolidated income is above NT$1,170,000 to NT$2,350,000, the income tax payable shall be NT$104,000 plus 20% for the portion of income more than NT$1,170,000.
4. If the annual total net consolidated income is above NT$2,350,000 to NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$340,000 plus 30% for the portion of income more than NT$2,350,000.
5. If the annual total net consolidated income is above NT$4,400,000, the income tax payable shall be NT$955,000 plus 40% for the portion of income more than NT$4,400,000.
6. If the annual total net consolidated income is above NT$10,000,000, the income tax payable shall be NT$3,195,000 plus 45% for the portion of income more than NT$10,000,000. " (Zitat Ende)

Freitag, Januar 01, 2010

We are already 2010, you are not (at least when I wrote this)

Hope you had some yummy food for the feast days like me. Not sure if I am so happy with that 80 NT haircut though, maybe go back to the 100 NT one.

BTW, the guy on the left is thinking: "Ups, he found my shoe lace in his soup." Or something like that.

Taipei is 7 hrs ahead of German time, very early going into 2010. So many people close to the building "101", Taiwan's World Trade Center, my wife was thinking how many Hot Dogs we could have been selling there if we were in Hot Dog business. 101 was formerly the world's highest building, but last year it said "Sony 2009" on New Year's eve. This year it says "2010 Taiwan up" and the fireworks is gigantic. Of course I just see it on TV in my house, too lazy to stand in the cold and eat Hot Dogs. Well, it's also cold in my house, we don't have heating. Damned, now I started the year complaining about Taiwan again. Happy New Year to all who stumble into this blog.

Donnerstag, Dezember 31, 2009

A Football Ghost

My dad is a big fan of football (call it soccer if you are American) and he has played for many years in local teams. Finally he played in the local town's "old gents league" (Altherren) and after that in the "old old gents league" (Alt-Altherren). Finally it was probably time to retire even from that one, and finally one guy from the team had to bring him the bad news he should leave the team. Wasn't necessary my dad says; of course he is right. I mean how can anybody be older than old-old [cough]. Anyway, that is many many years ago, an old-old story so to speak, and he practically had forgotten about it.
However shortly before Christmas, he suddendly had a dream. He was back in his old sports club, drinking a beer or two with the others, and talked to ... that guy again, who told him it would be time to quit. During the conversation he said to him (in his dream, most likely the real conversation was much different): "Let's see if I will live longer than you."

He woke up and had an eerie feeling about the dream and was wondering why he suddendly had dreamt about this old story. He went down to the breakfast table and opened the morning news paper. Germany's newspaper have a section with death announcements, people put a notice about their loved one's funeral in there. And there it was. This old football friend [or enemy, if you want to put it that way] had recently died and his funeral was announced.
Did his old football mate came for a final goodbye and kind of said: "OK you win, I kicked you out of the team for being too old, but now I am dying before you."? That sounds like something a good sportsman would do.

Mittwoch, Dezember 30, 2009

The digital gap

There is a big gap between the analog and the digital world. Imagine I would want to buy a copy of the DER SPIEGEL magazine in the outskirts of Taipei in Taiwan, where I work. It would be a long trip, 20 minutes or so into the city center, breathing in polluted air, being pushed around on busy sidewalks, if they even exist, and almost getting killed three times by maniac truck drivers and the gang of the Toyotaisti, average small men behind the wheels of big Japanese cars, out for a kill.

Or I could just type in the name DER SPIEGEL into a search engine and then have the magazine in perfect quality without advertisement on my hard drive within minutes. Comments in the file search engine make clear it is perfect and without ads, not that I ever would want to download it illegally, no.***

And there are no means to obtain a legal digital copy of that magazine to my knowledge, only other magazine like STERN are supported by an online download scheme, I have yet to find a legal way of downloading DER SPIEGEL.

The analog world clings to old-fashioned ways of distributing content, which rather fit into the 19th century, while the digital world has everything, everywhere. No wonder so many people get in conflict with the law. It is like there are shelves of free goods (computers, food, DVDs) everywhere in the street but it's actually illegal to take and you are supposed to buy them from a shopping mall which is 10 miles away.

Nonsense.

*** I did not download it, yet I was interested to see how available it is. Compare that to the hassle of getting it legally!

Montag, Dezember 28, 2009

The guy who shaped Taipei


The light gray represents the Ying while the dark gray represents Yang. Or something like that.


Knowing Taipei***, I would not want the headline being engraved on my Tombstone, if I were an architect. Taipei is, besides a few representational buildings and parks and the city center itself, a city of simple dirty out-of-the-box cement cubical buildings with bright neon advertisements attached to it, the houses are dirty, sidewalks hardly exists and everything smells from the rotten stink of old food wasting away in the drains. It is so butt-ugly sometimes I run around with my mouth open (for a second, then I close it because I taste too much Toyota) and say: "Wow! How did you manage to get that so ugly! It's amazing!" Yet, Taipei somewhat likes to keep up the lie it would be a somewhat attractive city, by focusing on the few parks and with articles like this one: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2009/12/28/2003462052


Typical backyard view in a residential area

Note how the architecture blends in with the spiritual harmony of the natural beauty of the island Formosa... [that means "the beautiful in Portuguese I was told]

Sheet iron walls and concrete. Feel the harmony. Mind the trucks and scooters speeding around you. Or through you.

*** Edit: It is Monday morning and I really do hate Taipei, where I work, but not live.

Donnerstag, Dezember 24, 2009

Frohe Weihnachten, Merry Christmas


The Taiwan blog wishes a merry Christmas!
Jawoll!

English: To all a Merry Christmas 2009.
The only Xmas photo I found on my harddrive was one from the 2nd worldwar, so never mind. We don't have Xmas here in Taiwan, I am having a usual office day. Still better than the Xmas in the photo. No wait, is that chocolate on the table?

German, Deutsch: Ein Frohes Fest 2009. Ach ja, das 2.-Weltkriegsalbum meines Onkels "Harry" wollte ich ja weiter posten, über eine einzige Folge (http://bobhonest.blogspot.com/2009/11/harrys-krieg-der-zweite-weltkrieg-neu.html)bin ich wegen der Schwere des Themas noch nicht herausgekommen, aber immerhin das Weihnachtsfoto kann Harry beisteuern.



Damned, I am so depressed I need something to cheer me up now.


Better!

Mittwoch, Dezember 23, 2009

Taiwan: Foreign employees have no rights, unless married

Women come "all in one" with civil rights for foreigners in Taiwan...


Taiwan has a lot of English teachers from English speaking countries, mainly US and Canada. They are in Taiwan on work-related "ARC"s, which means Alien Residence Permits. Foreigners basically have no rights in Taiwan, there is a law stating foreigners may not interfere with politics and they can be extradited from the country without a reason given. English teachers usually get royally screwed by their employers because their work permit/ARC depends on them. "Maoman", who runs Taiwan's expat forum Forumosa.com, had organized a meeting with government representatives (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=84289&start=0) and the whole affair was seemingly totally embarrassing. The government representatives refused to hand out their name cards, were absolutely uninterested in taking part in the proceedings and were rather insulting than helpful, see the link above.

There is light at the end of the tunnel, you are granted a bit of right if you are married to a local, and that is sure something. Otherwise your shady "bushiban" cram-school boss, if you are one of the countless English teachers here, can feel free to screw you whenever he wants and you do not have any possibilities to get him to do what he or she is required to do by law, is basically the outcome of the meeting.

Building up one's life here is dangerous as you can not enforce any kind of right to stay in the country even after an extended period of time. Well, I am not planning on staying that long [gosh, is it really 5 years already?]

Otherwise you are treated friendly and can usually feel welcomed in Taiwan, at least if you are a white guy, as this matches the image Taiwanese have of an "American" whom they see in a positive light. But still, you have no rights.

[glad not to be an English teacher]

The girl spike

I can't avoid noticing how high my blog score (number of views) is pivoting when I post some girlie stuff, like the article "female soldiers wear bras", a statement which should not be a sensation of its own. See the statistics above from http://www.blogoscoop.net/blog/3571. And how low the score goes when later I am posting this boring cultural stuff. Even trying to be funny. But no way, score goes to zero. Yes OK, I hope a merciful xiaojie will donate part of her body for my blog later on. OK OK... [don't women browse this blog also? Only men?]

Dienstag, Dezember 22, 2009

Und die ausgespuckte Betelnuss geht an...


German: Nur wenige Menschen können dem Blick des taiwanesischen Drogenbosses Kuo "Todeskralle" Lin standhalten, wenn er gezwungen wird, Großmutters gefürchteten selbstgebackenen Kuchen zu probieren. "Kuchen", Augenzwinker...
English: Drug lord Kuo "death claw" Lin. Mind his stare!


English below!

German
, Deutsch: Ab sofort möchte ich in diesem Blog Webseiten und andere Publikationen prämieren, die es schaffen, ein besonders verzerrtes Bild von Taiwan zu liefern. Gut, manchmal gebührt der Preis auch diesem Blog selbst, wenn ich grade wieder meinen turnusmäßigen Taiwankoller habe. Aber heute geht der Preis, der nur ideell verliehen wird, an den Autor einer Sozialpädagogik-Seminararbeit auf der Seite Hausarbeiten.de, die unter den Stichworten "Drogen Taiwan" einen herrlichen Artikel von 1998 kredenzt. Diese Seminararbeit, die Taiwan u.a. ein rechtes System und in einem Atemzug mit Thailand nennt, war und ist sicherlich nicht falsch, insbesondere weil Taiwan erst 1996 seine ersten freien Präsidentschaftswahlen hatte, liest sich aber aus heutiger Sicht für Taiwankenner etwas merkwürdig. Und auch 1998 hat es die genannten Drogenbanden, die die Stadt beherrschen, in Taiwan nicht gegeben. Hier wird ein bisschen zu viel in einen Topf gerührt, Taipei und Medelin sind doch zwei paar Schnürstiefel. Zitat (http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/105694.html) aus der sonst sicher gut und richtigen Arbeit:

"In einigen Dutzend Länder der Welt reicht der Einfluß der Drogensyndikate bis in die höchsten Ebenen der Regierung. Sie haben sich dort durch Gewalt und Korruption eingekauft, um in Ruhe produzieren und arbeiten zu können. Dazu gehören demokratische Länder wie Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Kenia, Indien und Pakistan, kommunistische Regime wie Kuba oder Laos, Diktaturen wie Paraguay, linke Regime wie Nicaragua, rechte wie Taiwan oder Thailand.85

Banden beherrschen ganze Städte, ohne deren Wort nichts möglich ist. Medelin oder Kali in Kolumbien, Santa Cruz in Bolivien, Guadalajara in Mexiko. Mit den Drogengeschäften finanzieren sich terroristische Vereinigungen wie die spanische Eta, Gruppen der PLO, schiitische Hisbollah, die PKK in der Türkei sowie die Contras in Nicaragua.86."

Nun ja, dann muss ich ja heute Abend vorsichtig nach Hause fahren, um nicht aus versehen einen Bandito einer unserer zahlreichen Drogenbanden zu überfahren, die mit wildem Schnurrbart, Sombrero und schussbereiter Kalaschnikow Taipeis Straßen beherrschen, gacker. Und die Eta, Hisbollah und die PLO finanzieren wir auch noch? Menno, wir kriegen aber auch ganz schön viel zustande, hier im wilden Taiwan. Nebenbei kommen wir sogar noch dazu, die führenden Computer-Hardware-Entwickler der Welt zu sein, hier in Taiwan. Vielleicht schraubt der geneigte Leser mal sein ACER-Notebook (ACER ist taiwan. Hersteller) auf, um darin nach Drogen zu suchen. Oder Patronenhülsen. Kicher.

Klarstellung: OK, sicher gibt es hier organisiertes Verbrechen, aber von Banden beherrschte Städte wie in Medelin oder Kali ist ein Bild, das nicht zu Taipei passt mit seinen braven Computerfirmenangestellten. Um "rechts" oder "links" geht es in der taiwanesischen Politik auch nicht***, sondern vielmehr um die Frage, ob die Parteien für oder gegen eine eventuelle Vereinigung mit China sind. Taiwan ist außerdem weitestgehend frei von harten Drogen und deshalb ein sehr hochpreisiger Markt dafür. Das liegt daran, dass die Flughafenkontrollen sehr gut sind und Taiwan eine Insel ist. Woraus sich auch die hier im Blog beschriebenen Schicksale von in Taiwan festgenommenen Drogenkurieren (auch aus Deutschland) ergeben. Harte Drogen produziert hier auch keiner, das ist eben Thailand etc., hier gibt es sehr wenig Armut und nur ein wenig normale Landwirtschaft im Industrieland Taiwan.

Mit Terrorismus in Spanien oder der arabischen Welt hat das friedlich-buddhistische Taiwan gleich garnix am Hut. Bitte nicht alles zur weltpolitischen Paella in einen Wok rühren!

Grüße von unterm Sombrero,

Commandante El Ludigelo

*** Im Jahre 1998 war aber die Formulierung "rechtes Regime" für Taiwan gerade noch tolerierbar, weil die vormals diktatorisch regierende KMT immerhin 1996 wiedergewählt worden ist, das will ich zugestehen.


English: From now on I want to give a virtual price to all websites or other publications which manage to give a totally distorted view of Taiwan. Like a German paper mentioned above for a social science (socio pedagogics or however you want to call it) basically giving the impression, Taiwan would be a drug-growing country (it is not) of the Third World (not really), ruled by drug gangs (no.....). Medelin, Kali, Taipei, the text mixes it all up. However, Taiwan is a country where people try to bring drugs to (hardly hard drugs on the market here, so price is high), not one where the stuff is actually growing and exported. Also, the text misses out Taiwan's major economic feature are computers, not drugs at all. The German paper even gives the impression Taiwan would somehow finance terrorism in Spain and the usual Arabian terrorism. Strange idea. All that happens, when you mix up countries and put too many problems and ideas into one paragraph without analyzing them.

Yours,

Commandate

El Ludigelo ............Caramba!!!


Yes, people are friendly

Did I mention people are friendly in Taiwan? It seems foreign females in Taiwan get a little too much attention though (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=84639). I mean a little old fashioned compliment would do, not just get to it right away. But getting to it has only one participant in this case. Thank you God for being a guy here. No, the ladies don't do that when they see me [how to switch off imagination now?].

Gefahr durch heißes Bad und heiße Dusche

Das Universum ist ein gefährlicher Ort. Auch ohne gefährliche Raubtiere bringt der Mensch es fertig, nicht nur ständig unter die Räder zu kommen, sondern ihm droht auch garstiger Tod, wenn er ganz auf sich allein gestellt ist. Darwin gluckst, doch sogar im heimischen Badezimmer bringen sich Menschen laufend vom Leben zum Tode. Zählt man alle Badezimmer der Welt zusammen, soll das entstehende Badezimmernesien weitaus gefährlicher als Afghanistan in der islamischen Rushhour sein, wenn Taliban an Taliban an der Ampel [Esel hat Schwanz unten=grün, Schwanz oben=rot] steht und gefährlich mit den Zähnen knirscht.


Bestattungsunternehmer? Rotes Kreuz? Sanitärbedarf?

Neben glatten Fliesen ist eine große Gefahr ein zu heißes Bade respektive eine zu heiße Dusche. Der Vater eines Arbeitskollegen ist so unter der heißen Dusche an Herzversagen verstorben, jetzt liest man einer Hollywoodschauspielerin sei das Gleiche passiert. Mag der übliche Hollywood-Medikamentencocktail (Darwin lässt wieder grüßen) auch den Tod beschleunigt haben, Duschen und Baden ist gefährlich. Auch ein vierzehnjähriger Spielkamerad unseres Lieblingsneffen wurde vorgestern bewusstlos aus der heißen Badewanne gehoben und musste erstmal wieder auf Betriebstemperatur gebracht werden, um zu sich zu kommen. Grund für die Gefahr ist der Umstand, dass zu heißes Duschen oder Baden den Temperaturhaushalt des Körpers durcheinander bringt. Durch Schweiß geben wir einen Großteil der Hitze unseres Körpers an die Umgebung ab, schließlich sind wir ja ein 37-Grad-Ofen. Setzt man sich in heißes Wasser oder heißen Wasserdampf, führt man den Körper nicht nur Hitze zu, sondern verhindert auch jedwedes Ableiten der eignene Körperhitze. Dann kann man den Hitzetod in der eigenen Wanne oder unter der Dusche sterben.

Gerade Taiwanesen fallen mir immer wieder durch 45-minütiges heißes Dauerduschen auf. Mögen die Götter ihnen beistehen.

Montag, Dezember 21, 2009

Jahresmotto

Es ist an der Zeit, dass ich einmal meine Jahresbilanzen poste (um elegant den Plural von "Motto" zu vermeiden), die ich immer zum Jahresende (seit ich in Taiwan bin) festlege:

2004: "Jahr der Schmerzen und Foltern" [Anm: mein erstes in Taiwan]
2005: "Ein Schmerz im ..." [Anm: Sie kennen die englische Redeweise, a pain in the....]
2006: "Leicht nervig"
2007: "Ja ganz OK. Können wir jetzt das Thema wechseln?"
2008: "Ganz OK"
2009: "Copy and Paste Error"

Also, das von 2009 verstehe ich selber noch nicht so ganz.


änd hier ar se resalz from se Tei-Wahn Dschürie...

Taiwan wackelt wieder mal

Die phillipinische Platte hatte mal wieder nichts besseres zu tun, als gegen die eurasische Platte zu schieben, während ich am Sonntagabend ein sündhaft teures Paprikawürstchen in einer Garküche mit Berühmtheitsstatus aß. 600 NT für eine Schinkenwurscht mit Knoblauch in Scheiben und weißem Reis, das sind umgerechnet 15 Euro und ein Vielfaches von dem, was man sonst zahlt, aber dafür ist die Garküche halt berühmt. Frau will hin und die Wurscht schmeckt etwas besser als sonst die normale für 80 NT; also gut. Dann war ich mittem beim Essen ärgerlich, dass die metallene Rampe, auf der ich in der vollen Garküche draußen in der Kälte saß, wie wild herumwippte. Ich dachte noch, verdammt, für das viele Geld sollen sie gefälligst stabile Bestuhlung gewährleisten und wollte mich schon fast beschweren, da viel mir auf, dass wieder das ganze Land herumwackelt.


Taiwan: wackelt (Szenenfoto ohne Wurst)

Wenn in Deutschland die Grillplatte gegen die Metaxaplatte beim Griechen schiebt, ist das nicht so dramatisch, wenn aber in Taiwan die besagte phillipnische gegen die eurasische schiebt schon ehr. Mein Reihenhaus hat schon überall Sprünge, die Treppe knirschte schon vorher beim Hochgehen, veldammte Wackelei.
Außerdem weiß ich hier nie, ob mir gerade vom Klima schwindelig ist oder das ganze Land wieder mal herumzappelt....

Farewell Noodlesoup


English: One of the few good things in Taiwan is the noodle soup. Male Taiwanese are dog-molesting people, insane drivers trying to compensate their Confucian submission complex (bow your head to mother in law, older brother and boss) by being wild in traffic, and, far worse, they have the habit of burping in other people's faces. What makes it worse, also in MY face.
I hope I don't start the week sounding like a racist***, but this is the impression I have. Again, one of the good things here is the noodle soup. Image my horror when my favorite noodle shop had closed. They painted their sign with black color. I stood there, looking at the gloomy dark sign of horror and was struck by shock and awe.... Bye bye my favorite beef noodle soup. I hope you are well in the culinary afterlife. Sniff.

BTW: Noodle soup is called "noodles soup" in Chinglish. I mean, it IS made of more than one...

***Please have mercy with my mood. It is a gray, cold December Monday morning in Asia without even the slightest X-Mas mood and I just fought my way through a gray, polluted, GothamCity-beginners-version inflated China town caricature they call Taipei...

German, Deutsch: Taiwan ist ein Land voller tierquälerischer Herren, die sich vor ihren Schwiegermüttern, älteren Brüdern und Chefs konfuzianisch-korrekt verneigen und ihre Aggressionen dann im Straßenverkehr austoben. Und sie rülpsen. Anderen ins Gesicht. Auch mir. Aber eine der wenigen schönen Dinge in Taiwan (eigentlich gibt es nur zwei wirklich gute Sachen in Taiwan...) ist die Nudelsuppe. Man stelle sich daher meinen Horror vor, als mein Lieblingsnudelsuppengeschäft im Ort zu gemacht hat, das Schild schwarz übermalt. Horror pur. Also zurückfahren durch den Ort, wilden kleinen Männern hinter dem Steuer ihrer Toyotas ausweichend. Purer Horror. RÜLPS macht einer im Vorbeigehen. Warte, war das nicht noch eine der letzten Nudelsuppen? Hallo Sie, würden Sie nochmal....?

Donnerstag, Dezember 17, 2009

Falschinformation über Gefängnis

Update zu meinem Artikel über meinem Besuch im Taipei Prison bei einem deutschen Gefangenen:

Hier ist ein taiwanesischer Artikel aus dem Webarchiv, der sich (absichtlich?) von den vorgelagerten Parkanlagen und Palmen (Parks dürfen allerdings NICHT von den Gefangenen betreten werden) blenden lässt und das Taipei Prison als idyllischen Ort mit gutem Essen darstellt. Offensichtlich sind das völlige Falschinformationen, die aber in taiwanesischen Medien gezielt verbreitet werden. Auch ich bin dem in früheren Artikeln aufgesessen. LINK: http://web.archive.org/web/20061210062725/en.pots.com.tw/

Im Vergleich dazu mein Artikel: http://bobhonest.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html

Es sei noch mal gesagt, dass Essen ist kein gutes chinesisches Essen, sondern scheinbar eine recht geschmacklose Extrem Low-Kost-Verpflegung, die den Umstand Rechnung trägt, dass man in Taiwan nur 6% Steuern zahlt und öffentliche Budgets daher sehr knapp ausfallen. Da kann die Gefängnisleitung auch nichts zu, aber sie kann so halt kein anständiges Essen servieren.

Und noch mal: Die Gefangenen dürfen nicht in den Parks spazieren gehen und haben auch keinen Hofgang, sondern pendeln nur zwischen überfüllten Zellen und der Fabrik. An der Überfüllung kann die Gefängnisleitung auch nichts, dass ist wieder die knappe öffentliche Hand.

So schön wie auf der Weihnachtsfeier, die der taiwanesische Artikel beschreibt, ist das Gefängnis im Alltag nicht. Das wollte der Autor übersehen. Oder hat taiwantypisch oberflächlich recherchiert.

LINK: Auch die Regierung stellt das Taipei Prison poppig-hübsch mit buten Seifenblasen dar. Merkwürdig diese Idee. http://www.tpp.moj.gov.tw/ct.asp?xItem=58802&CtNode=15385

Der POTS-Artikel ist scheinbar von Ausländern für Ausländer im Rahmen taiwanesischer redaktioneller Aufsicht geschrieben. Ich weiß von einem ausländischen Autor in Taiwan, dass sich bei englischsprachigen Artikeln die Sicht nach taiwanesischen Standpunkten richten muss. Das taiwanesiche POTS-(Web-)Magazin existiert noch, hat aber seinen englischsprachigen Teil eingestellt.


Taiwanese surveys


No chance in Taiwanese surveys to really complain about anything. Like butt-ugly towns, insane traffic or smelly unhealthy food stalls [chicken booth with chicken meat and living chickens right behind it, Jhongli, Taoyuan county].***


I came across many Taiwan government surveys made for foreigners while being here, all were steering you in the direction of saying:

* the food is good
* the people are friendly
* the temples are impressive
* the people are friendly, did I mention that?

And regarding not so good things:

* the traffic is a little too crowded
* maybe occasionally, in rush hours, when there is a full moon, a tiny wee bit of pollution, but it's not so bad, really!

This happens, because the selectable answers to the questions leave no other choice. The recent poll (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/17/2003461159) was a little different, it asked endless questions about "websites for foreigners" which I do not even know, and, also made you say people are friendly in Taiwan. Hope you got the point now.

And, being a big fetish in Taiwan, the result has to be the English ability of people would be good or average. Everything else is not aloud as it would make them lose face.


OK here is my own:

What about the Taiwan people [note: do never say TaiwanESE people, that would be an ethnic expression and is disputed in Taiwan]?

(a) very friendly
(b) friendly
(c) oh my god, they are friendly!

What do you like in Taiwan?

(a) food
(b) people [they are friendly you know!]
(c) temples

What is not so good?

(a) traffic
(b) sometimes the air, but I don't really care and the good people of Taiwan are improving a lot every day!!!!!!!

How good do the Taiwanese speak English?

(a) very good
(b) vely good
(c) good
(d) much better than we lognoses speak Chinese because they are more clever anyway

How do you characterize Taiwan [choose 3]?

(a) friendly people
(b) good food
(c) impressive temples

Thank you for taking part in our survey!

OK, a little more serious, the survey from the link above did not give me the opportunity to express the information on the website would be superficial and generalized and thus useless.

A realistic question from a survey about foreigners, which I have encountered many times in a similar fashion is:


Choose what you like best about Taiwan: ()temples ()friendly people ()good infrastructure ()career opportunities.

No wonder the survey will have as a result that most foreigners here are satisfied.


*** wife says I am complaining too much today :-)

Mittwoch, Dezember 16, 2009

Female soldiers wear bras

English: Well, you probably would have guessed. Taiwan newspapers had proofs of that though. They showed photos a female soldier from Taoyuan posted in her blog, opening her uniform and showing her bra, while two other "comrades in arms" where engaging in a french kiss. The military apologized for the transgression and dishonor to the nation.
I for one think women wearing bras is not really a dishonor to the nation. And I cannot really evaluate this without seeing a god-damned mirror of the blog. Where? Where? WHERE?

Ah... here is a photo at least: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/photo/2009/12/16/2008043012

Well, I do have seen worse scandals in my life. And Taiwan is not a nation anyway, says our president. So stop making fuzz about it.

German, Deutsch: Das Soldatinnen in Taiwan Büstenhalter tragen ist ein Umstand, der so allein sicherlich noch keinen Presseartikel auslösen sollte. Allerdings hatten einige Zeitungen in Taiwan große Fotos einer Soldatin, die ihren unter der Uniform vorzeigt, weswegen dieser Umstand es sogar wiederum in die englischsprachige Taipei Times geschafft hat, siehe den Link oben zum Online-Artikel. Die Heeresführung hat sich entschuldigt und spricht von einer Schande für die Nation. Ich andererseites habe schon viel schlimmere Skandale gesehen und die Sache mit der "Schande für die Nation" sollte man auch etwas kleiner hängen, wo doch sogar der Taiwanesische Präsident sagt, Taiwan sei garkeine Nation (sondern eine chinesische Provinz). Nein, der BH ist nicht olivgrün.

Montag, Dezember 14, 2009

Welcome to Sin Bay City


This side of the river is Sin Bei city or whatever. The stuff with the big bamboo shoot skyscraper is Tai bei. No, wait, Taipei.

Around Taipei City, Taiwan's defacto capital (actually Taiwan is called "Republic of China" and its capital is Nanking in China, but China was lost to the commies in 1949 and so Taipei is the de-facto capital, if you want to play it by the book) is Taipei County, who would have guessed. Taipei County will now become a municipaity of its own right and will also get a sexy new name.

Candidates are currently Xin Bei City, or as the Taipei Times write it "Sin Bei City" and "New Taipei City". Sure the latter will confuse everyone.
They wrote "Xin" or "Sin" in two ways because the Taiwanese just love different romanizations for their Chinese characters. Yeah, the girls wear high heels in Sin Bay City, you better beware, if you come to Sin Bay City. Stick some flowers in your hair, before you go to Sin Bay City... [OK, someone turn off the music].

Actually, Sin Bei City or Xin Bei City means "New North City". And no, Taiwan is not a sex tourist country. You were searching for Thailand. Wrong blog. Sorry. Off you go....

Sources: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/07/2003460364
http://en.wikipedia.org/wiki/Taipei_County

Freitag, Dezember 11, 2009

Taiwanese dying out


Romance without result. Taiwan

English: A German journalist living in Taipei quotes in his excellent Blog (Link) about Taiwan having now the lowest birth rate on earth (his article: http://taipeh.wordpress.com/2009/12/09/die-taiwaner-sterben-aus/). The article is in German, but a lot of quotes are in English. I can add some experience to this: Taiwanese women are overworked and sleep too less and have no exercise. A Taiwanese gynaecologist once told me, this would lead to totally wrong Insulin levels which cause infertiliy. Either the woman does not get pregnant or the fetus cannot mature. Sad story.

German/Deutsch: Taiwanesen sterben aus
Ein deutscher Journalist in Taiwan schreibt in seinem exzellenten Blog (Link) darüber, dass Taiwan die geringste Geburtsrate der Welt (http://taipeh.wordpress.com/2009/12/09/die-taiwaner-sterben-aus/) hat. Dazu kann ich selbst eine Erfahrung beisteuern. Eine Frauenärztin sagte mir hier einmal, die Taiwanesinnen würden zu lange im Büro sitzen, zu wenig Bewegung haben und wenig schlafen. Verbunden mit beruflichem Stress ergibt das verstellte Insulinwerte, die entweder die Schwangerschaft verhindern oder zum Absterben der Leibesfrucht führen. Traurige Geschichte.
...Außerdem ist hier alles voll, hektisch, verschmutzt und alle sitzen 10-12 Stunden im Büro. Wie sollen die da noch...

Und dann ist da noch der Englischlehrer

... in Taiwan, der sich beschwert, dass er schon fünfmal gewarnt worden ist, keine Drogen in seinem hydroponischen Garten anzubauen. Obwohl er, verdammt noch eins, den selbigen nur zum Gemüseanbau verwendet (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=83469&start=160). Grund sind wohl die zahlreichen drogenbezogenen Verhaftungen in der letzten Zeit in der angelsäxischen Englischlehrerszene.

Taiwan ist ... irgendwie ein merkwürdiger Ort. Ich jedenfalls trinke nur Rotwein. Na gut, Weißwein auch. Auch wenn der Rote hier auch wieder irgendwie komisch heißt... siehe unten.


AfriWine. Erinnert irgendwie an ...

Wir Deutschen hier sind viel langweiliger als die angelsächsischen Englischlehrer und haben uns nur der Suche nach Ritter Sport etc. verschworen. Gut, AfriCola wäre jetzt auch mal was.

Dienstag, Dezember 08, 2009

Besuch bei deutschem Gefangenen in Taiwan (Update 2)


DEUTSCHE im Taipei Prison.Taiwan (Republic of China)


Update: Foto aus den Zellen siehe HIER!
In Taiwan sitzen mehrere Deutsche im Gefängnis ein, meines Wissens nach alle wegen Heroinschmuggels. Oft hört man die Feststellung, dass die Leute "selber schuld" sind und doch hätten wissen müssen, dass es in Südostasien wenig angenehm im Gefängnis ist. Doch darum geht es hier nicht.
Der Gedanke, dass sich Deutsche wieder und wieder dies antun, ist frustrierend, erst im Februar kam wieder ein junger Mann. Man schiebt den Gedanken schnell weg und der Umstand, dass sie eben selber schuld sind, macht das leicht.



Hintergrund: Taipei Prison, Vordergrund Garküche


"Hier braucht es keinen Anwalt, hier braucht es einen Pfarrer", schreibt ein anderer Blogger irgendwo im Netz über den jüngsten Fall und sinniert extrovertiert, eine Kugel würde schon bald das Stammhirn des Deutschen durchschlagen. Es sei gleich gesagt, solche Vorstellungen sind in Bezug auf Taiwan falsch, auch wenn ein großes Schild am Flughafen vor der Todesstrafe bei Drogenschmuggel warnt.
Taiwan richtet nicht mehr oder so gut wie nicht mehr hin und schon gar nicht westliche Ausländer. Taiwan, das mit formalem Namen eigentlich "Republic of China" heißt, zeigt bei solchen Dingen gerne, dass es ein demokratischer Staat mit Respekt vor Menschenrechten ist und will nicht in einem Atemzug mit irgendwelchen anderen südostasiatischen Ländern genannt werden, wo immer wieder Ausländer exekutiert werden.


Behörde in der Nähe des Gefängnisses

Sicher ist der selber Schuld der drin sitzt, schnell verdammt man denjenigen und schiebt ihn weg. "Knasti" und Normalbürger sind durch Welten getrennt, was soll man sich damit beschäftigen.

Ein Gedanke zog mir hier allerdings schon oft durch den Kopf. Was ist, wenn ich mal einen Sekundenbruchteil im Straßenverkehr nicht aufmerksam bin und mir ein vor den Kühler rasendes Moped (in Taiwan völlig normal, da muss man bremsen) so vor den Kühler fährt, dass ich denjenigen überfahre. Das kann hier schnell passieren. Taiwan bestraft Verkehrsunfälle mit Todesfolge entweder gar nicht (da sollen sich die Familien mit Blutgeld einigen) oder eben kaum (wenn sich die Familien nicht einigen konnten), allerdings wird in userem Ausländerforum Forumosa.com an einer Stelle gewarnt, ein Ausländer säße wegen soetwas für 12 Jahre hinter Gittern (Ausländer sind eben keine Normalbürger hier). Was also, wenn ich in diesem hypothetischen Fall wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls "einfahren" würde in das Taipei Prison?
Grenzen sind immer willkürlich gezogen. Wer ist schlimmer, der im Straßenverkehr nicht aufpasst und jemanden tötet oder derjenige der weißes Pulver über die Grenze bringt?

Auf Bitten der Familie eines deutschen Häftlings in Taiwan machte ich mich also mit Frau auf den Weg ins TAIPEI PRISON.


Von der Straße sieht man nur Vorbauten unter Palmen. Das täuscht.


Im Fernsehen sieht man immer die hübsche Vorderfront des Gefängnisses mit einer gewaltigen Parkanlage, die so wirkt wie ein Versailles für Arme, ehr denkt man an ein Kurhotel als an ein Gefängnis. Hier wird dann der wegen Korruption in einem Schauprozess verurteilte ehemalige Präsident Chen Shui Bian herein- und herausgefahren, wenn er mal wieder eine Sonderbehandlung im richtigen Krankenhaus verlangt, die anderen Häftlingen natürlich nicht zusteht. Frau und ich sind jedoch durch den Besuchereingang auf der Rückseite hereingefahren. Auch hier tarnt sich das Gefängnis, das entgegen seinem Namen nicht in Taipei selbst, sondern in der kleinstädtischen Peripherie des nordtaiwanesischen Landkreises Taoyuan etwa 50 km entfernt von der Hauptstadt Taipei liegt, durch eine Palmenfront und die flachen Verwaltungsgebäude dahinter sehen aus wie eine Straßenmeisterei oder dergleichen. Die knappe Zeit am Sonntagmorgen und das Gegenlicht verhinderten eindrucksvolle Fotos, aber viel zu sehen gab es von außen wirklich nicht und innen ist Fotografieren sicher verboten.


Einfahrt unter Palmen. Innen herrscht Stein vor.

Man parkt sein Auto auf einem ungewohnt kleinen Parkplatz (beim Rangieren aufpassen, das Wärterhäuschen nicht umzufahren) und betritt dann durch das Tor einen wieder relativ hübsch aufgemachten Wartehof mit adrett geschnittenen Bäumchen unter der stacheldrahtbewehrten Mauer. Ein "Convenience Store", wörtlich ein "Bequemlichkeitsgeschäft", lädt zum Schoppen für die Gefangenen ein. Hier steht eine Schrankwand mit Mustern und man füllt ein chinesisch bedrucktes Formblatt aus, auf dem man die gewünschten Güter bestellt, denn man darf in der Regel keine Sachen ins Gefängnis mit herein nehmen. Es gibt taiwanesische Schokolade zu kaufen, bei Ausländern hier verhasst oder wenigstens gemieden, aber auch türkische Schokokugeln mit Nussfüllung von erträglicher Qualität, lecker aussehende Schokoküchlein mit Cremefüllung, all das gibt es auch draußen zu kaufen. Leckerer taiwanesischer Nussbruch (Nüsse in Zuckerfassung) und ein paar nett aussehende taiwanesische Kekse fallen uns noch ins Auge, es gibt 3-in-1 Instantkaffee, Tomatenketchup, Haferflocken und allerlei Teebeutel. Noch mehr, was ich wegen der Verpackung auf Chinesisch nicht entziffern kann und Socken, Zahnbürste etc. Auch die süßen, aber wässrigen taiwanesischen Säfte gibt es, aber die schmecken nicht schlecht, Aroma und Farbe sorgen tatsächlich für ein grelloranges erfrischendes Erlebnis, ich trinke das selber ganz gern, aber selten. Wir merken uns vor, was wir wollen, ein Wächter empfiehlt uns, erstmal den Gefangenen zu fragen. Guter Tipp! Die überaus freundlichen Leute scheinen kaum zu einem Gefängnis zu passen, aber wir sind ja auch im "Frontend", wie man in der Computerei sagt, nicht im "Backend", wo die Gefangenen sitzen.


Typisches Wohnhaus in der Nachbarschaft

Im Wartesaal selbst fühlt man sich wie in einem etwas schäbigen Bahnhof. Während taiwanesische Behörden Musik vom Band und überall Licht und Blumen und Polstermöbel haben, fiel mir schon auf, dass die Ausländerämter ein bisschen schmuddelig und knapp an Sitzgelegenheiten sind. Das Gefängnis ist noch eine Stufe darunter, in der grauen Steinhalle kriegt man trotz des freundlichen und hilfsbereiten Personals, das einen durch diverse Antragsschlangen (aha, wir stellen eine Art Antrag auf Erteilung des Eintrittsscheins und gehen dann mit dem zur Schlange für die Ausgabe der selbigen) und Infostände mit Geduld und Hingabe lenkt, einen ersten Eindruck der Beklemmung, die eine solche Institution im Backend sicher ständig in verschärfter Form bereit hält. Überall auf der Welt, nicht nur in Taiwan. Manchmal verlieren wir den Überblick, wo man wofür wartet und oft helfen uns Angehörige, die freundlich Lächeln und helfen und Taiwan von seiner besten Seite zeigen. "Wie kommen hier bloß die angereisten Angehörigen von Ausländern ohne Chinesisch durch?", frage ich mich kurz, denn ich habe ja meine Frau. Vermutlich nimmt sie ein Wärter bei der Hand. Sonst ist man da verloren.

Alsbald ging es durch eine schmale Tür hinein. Ausländerkarte bzw. taiwanesischen Perso vorzeigen und schon gingen Frau und ich in einen langen schmalen Gang, in dem eine grünlich gefärbte Glasscheibe mit weißen Gitter die Gefangenen von den Besuchern trennt. Die Besucher stürzen schnell auf einen freien Platz und nehmen das Telefon, um mit dem Gegangenen auf der anderen Seite reden zu können; Zeit ist knapp, das merke ich schnell.

Schon sehe ich einen Deutschen, der neugierig guckt, welcher Besucher denn für ihn sein könnte. Unser Besuch ist dem Gefangenen nicht angekündigt, seine Familie daheim in Deutschland wusste Bescheid, aber es war keine Zeit mehr ihm rechtzeitig zu schreiben. Was habe ich erwartet zu sehen? Jemanden, der verschlossen und misstrauisch ist vielleicht, einen traurigen vom Schicksal gezeichneten Menschen? Der Mann auf der anderen Seite der merkwürdig gefärbten Scheibe lächelt und setzt sich, hat schnell den Höhrer in der Hand.
"Da spricht jemand Deutsch", sagt er gleich, offensichtlich einen Deutschen erwartend. Der Mann auf der anderen Seite ist sehr schlank, denn er sitzt nun schon viele Jahre im Gefängnis ein, aber gut aussehend und versprüht förmlich Charme, als er uns begrüßt. Wir zeigen den Ausdruck einer Email seiner Familie, sozusagen als Ausweis. Die Email enthält klein gedruckte Fotos von der Familie und ihren Hunden, da sieht man, wie er sich beim Anblick der Fotos nach den Bildern förmlich verzehrt. Wir gucken daher gerade, wie wir ein paar Fotos, die uns seine Familie schicken kann per Mail, ins Gefängnis kriegen. Wir sind der erste Besuch seit vielen, vielen Jahren, sagt er uns. Die genaue Zahl will ich nicht nennen, sonst könnten findige Googler vielleicht die Person identifizieren. Wir bestellen Grüße von der Familie. Das Gespräch kommt auf die Möglichkeit einer Überstellung nach Deutschland und er fragt hoffnungsvoll, ob ich da irgendwas weiß. Leider weiß ich nichts, versichere ihm jedoch, dass seine Familie sich für ihn einsetzt, damit die Leute hier im taiwanesischen Gefängnis ins deutsche Bewusstsein rücken. Leider scheint Deutschland die Deutschen, die in Taiwan in Haft sind, vergessen zu haben. Es gibt derzeit auch keine Möglichkeit der Haftüberstellung, weil Taiwan immer auf bilateralen Verträgen bestanden hat, Deutschland aber Taiwan als Staat nicht anerkennen will und daher nur über Einzelfälle reden will.
Mein Gesprächspartner H. [Name geändert] hatte vor etlichen Jahren Drogen nach Taiwan gebracht und saß seither im Taipei Prison. Ich möchte grundsätzlich nicht über individuelle Urteile sprechen, aber der Strafrahmen bewegt sich in Taiwan bei Drogenschmuggel von Kilomengen, wie er laut Presse bei den inhaftierten Deutschen vorlag, im Bereich von Lebenslänglich. Nur ein Deutscher erhielt eine für Taiwan relativ geringe Strafe von 14 Jahren, weil er zur Aufklärung der Hintermänner beitragen konnte. Taiwan kennt die Möglichkeit einer Haftentlassung nach zwei Dritteln der Strafe; bei Lebenslänglich denkt man da in Taiwan ehr an mindestens 20 Jahre als an 15 wie in Deutschland.

Man muss sich klar machen, dass sich für die inhaftierten Deutschen noch keine Haftentlassung abzeichnet; viele können auch bei guter Führung nur darauf hoffen, dass sie -vermutlich- nach zwei Jahrzehnten Haft entlassen werden.

Von der Trostlosigkeit, die auch die Umgebung des aus nacktem Stein und Gittern bestehenden Besucherraums ausstrahlte, merkte man zunächst nichts beim Gespräch. H. plauderte bisweilen so charmant, dass ich dachte, einen netten Deutschen im deutschen Restaurant irgendwo in Taipei vor mir zu haben und wir beiden säßen da über Pils oder Eistee bei Braten und Knödeln. Die unheimliche, ja lebensfeindliche Umgebung um uns herum schien da fehl am Platze. Die Traurigkeit, die er versteckte, kam jedoch immer dann heraus, wenn das Thema auf Besuch oder Versorgung kommt. Er ist allein. Nur das deutsche Institut schaut alle drei Monate mal vorbei, sonst niemand.

Die Familie kann sich die hohen Flugkosten nach Taiwan nicht mehr leisten und weil man auch nur für dreißig Minuten mit dem Häftling einmal alle vier Wochen sprechen kann, stellt sich auch die Frage, ob das Sinn macht. Psychisch extrem belastend ist auch so ein Besuch, wie ich von Angehörigen erfuhr.
"Und die Taiwanesen erhalten jeden Monat Besuch und vor allen Dingen Essen mit rein gebracht!", erklärte uns H. mit Nachdruck. Ich begann die psychische Folter zu erahnen, Monat für Monat zu erleben, wie die Mithäftlinge von ihren Frauen und Müttern mit Keksen, Kaffee und Knabbereien eingedeckt werden, während ihm selbst nur die Gefängniskost bleibt. Meine Frau und ich stellten uns Anfangs vor, es gebe im Gefängnis wenigstens gutes Essen, ein Buffet wie bei uns in der Firma, denn solch ein Eindruck wird in den Medien in Taiwan erzeugt. Tatsächlich aber erhalten die Häftlinge vergleichsweise karge Einheitskost, wohl aus knappem Budget kalkuliert, schließlich zahlt man in Taiwan nur 6% Steuern.
H. machte im Gespräch sofort einen gebildeten und wortgewandten Eindruck, sprach auch Chinesisch und Englisch. Ausländische Häftlinge werden in Taiwan dazu ermutigt, Chinesisch zu lernen, denn sie werden in den normalen Vollzug integriert. An einer stelle aber stockte das Gespräch, als ich den Begriff "Blog" verwandte, weil ich erwähnte, dass ich in anonymisierter Form über die Situation der Häftlinge schreiben wollte. "Ein was?". Unverständnis zeigte sich auf dem Gesicht meines Gegenübers. Die Lösung des ganzen: Als H. ins Gefängnis gekommen ist, gab es noch keine Blogs, der Begriff war noch unbekannt. Internet gab es schon, so konnte ich es aufklären. Mehr als alles andere verdeutlichte mir das Fehlen dieses in meinem Alltag üblichen Begriffs, wie lange er schon im Gefängnis saß.

Wir sollten gleich wiederkommen zur Weihnachtsfeier, die ein paar Tage später stattfindet, von christlichen Gemeinden organisiert und dann könne man sich ohne Gitter richtig unterhalten. H. hatte sogar einen Kontakt diesbezüglich für uns. Und beim nächsten Mal reden wir über all die anderen Sachen, für die wir diesmal keine Zeit haben, sagte H. sinngemäß, denn die Glocke trennte uns alsbald; ein rasselndes Ding wie in der Schule. Draußen wartet schon der nächste Schwung Angehörige. Vorher erfuhr ich noch, dass er mit 20 Leuten auf 16 Quadratmetern schläft und von den Parks natürlich nie etwas sieht, sondern nur zwischen der "Fabrik" zum Arbeiten und der Zelle pendelt. Man merkte, wie sehr H. sich über den Besuch freute. "Das schönste Geschenk überhaupt für mich zu Weihnachten", sagte er. Und wie er mit Worten nicht mehr loslassen wollte, als die Besuchszeit dem Ende nahte. Wie einsam man als Ausländer im Gefängnis in Taiwan sein muss, kann man sich in Freiheit kaum vorstellen.

Zur Weihnachtsfeier konnten wir es zeitlich an dem Tag (Fr., 11.12.2009) nicht schaffen, denn an dem Tag sitzen wir immer lange im Büro während draußen das Verkehrschaos um tobt. Während ich durch die grauen, hässlichen Straßen fahre, die Klimaanlage auf Zirkulation, um nicht die abgestandene Smogluft riechen zu müssen und die Augen stur geradeaus auf den Toyota vor mir statt auf die depressiv-schmutzigen Fassaden mit ihrer grellen Neonreklame, da freue ich mich auf die positiven Dinge in Taiwan. Wie die wohlschmeckende Nudelsuppe und den ruhigen Abend zuhause den Rechner konfigurierend oder amerikanisches oder deutsches Fernsehen guckend. Um aus dem Taiwantrubel auszubrechen für ein Stündchen oder zwei. Und ich bewundere H., wie er trotz des Fehlens all dieser Ablenkungen in der grauen freudlosen Umgebung überlebt. Mit nur der Hoffnung, eines Tages wieder nach Hause zu kommen. Eines Tages.

*auch der Anfangsbuchstabe stimmt nicht mit dem Namen meines Gesprächspartners überein

Upgrade-Essen
Den Häftlingen kann man in der Vorhalle eine Packung Kekse kaufen, die das Gefängnispersonal diesen dann zukommen lässt. Die Kekse waren gesund, mit Vollkorn o.ä. und sahen durchaus lecker aus. Außerdem war in Glaskästen eine spezielle Menüauswahl zu sehen, die sicher auch gegen Bezahlung für die Häftlinge für den Besuchstag gekauft werden kann. Eines der Menüs fand ich appetitlich, die anderen beiden sind zu sehr auf taiwanesischen Geschmack ausgerichtet gewesen, alle drei verdienen wohl das Prädikat "gesund und fit durch Fettfrei". Mein Favorit war der Nudelteller, mittlere Portion (klein nach deutschen Resturantmaßstäben; aber hier isst man weniger), mit etwas Gemüse- und Kochfleischbeigaben. Und dabei bitte nicht an Mutterns Maßstäbe denken. Außerdem gab es zwei Süppchen dazu. Die anderen Essen bestanden aus großer Portion weißen Reises mit etwas Gemüse und in einer Variante einer Art fischhaltigem Mett und in der zweiten Variante stattdessen mit Leber versehenes dunkelrotes Tofu. Die Gerichte sind sehr viel kalorienärmer als das, was eine Garküche für 80 Taiwandollar (etwa 2 Euro) bietet in Taiwan, aber durchaus schmackhaft.

LINKS

Letzter Artikel:
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/11/deutsche-im-horrorknast.html


Über das Gefängnis in Taiwan:
http://gefangene.blog.de/2009/11/03/taiwan-taipei-prison-7366177/

Sehr guter Artikel eines Journalisten in seinem Blog:
http://taipeh.wordpress.com/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Mein alter Artikel (die Zahl 3 ist zu niedrig gegriffen, mindestens sind es 4):
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html

Update: Hier ist ein taiwanesischer Artikel aus dem Webarchiv, der sich (absichtlich?) von den Parkanlagen und Palmen blenden lässt und das Taipei Prison als idyllischen Ort mit gutem Essen darstellt. Offensichtlich sind das völlige Falschinformationen, die aber in taiwanesischen Medien gezielt verbreitet werden. Auch ich bin dem in früheren Artikeln aufgesessen. LINK: http://web.archive.org/web/20061210062725/en.pots.com.tw/

Montag, Dezember 07, 2009

Local Elections in Taiwan: pro-Chinese could defend their position

English: Good news for Beijing, the ruling pro-Chinese KMT-Party could basically defend their position in the local elections, even if the (pro-independence*) opposition DPP made some gains. The pro-DPP Taipei Times makes the gains of the DPP look bigger though (LINK). Obviously the DPP still has not recovered from the mega-corruption scandal of its last president Chen. The way to reunion with China is paved with votes.

*Note: Taiwan is already an independent democratic Nation.

Funny note: in one village, all three candidates were from the KMT, there were no other candidates there, and all three are in jail for vote-buying. Could be from a Star Trek Ferengi episode.... http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442

Deutsch: Die prochinesische regierende KMT konnte bei den Kummunalwahlen in Taiwan von diesem Wochenende ihre Position im Westentlichen verteidigen, wenn auch mit Verlusten. Einen massiven Rutsch nach Unten gab es nicht, womit klar ist, dass sich die oppositionelle DPP, die für die Beibehaltung der schon vorhandenen Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans eintritt, sich noch immer nicht von ihrem Mega-Korruptionsskandal vom letzten DPP-Präsidenten Chen erholt hat.

Weiterlesen: Ein deutscher Journalist empfiehlt in seinem Taiwan-Blog einen Spiegel-Artikel über Taiwan und die Beziehung zu China. Sehr interessant.

Lustig: In einem Dörfchen sind alle drei Kandidaten (dort traten nur drei KMT-Kandidaten gegeneinander an, sonst niemand!) wegen Verdacht auf Stimmenkauf in Haft genommen worden. Könnte aus einer Star Trek Ferengi-Episode sein ;-)
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442

Scheinegrippefall in der Familie? - Pig flu striking in the family? (Update)

English: My 12 y.o. nephew came down with high fever after two of his classmates have gotten H1N1 (pig flu). If you are diagnosed with it, you get the treatment and have a good chance of survival. My nephew however was not diagnosed with H1N1, as the test result was negative. But there had been cases of H1N1 which the test could not detect and in some cases the kids died. Praying to all available Gods he really does not have the pig flu.
UPDATE: Fever going down again. He had normal influenza while two classmates had H1N1. Tricky little guy ;-)

Deutsch: Mein 12 Jahre alter Neffe hat hohes Fieber nachdem in seiner Klasse zwei Mitschüler mit H1N1 (Schweinegrippe) diagnostiziert worden sind. Er selbst hatte aber ein negatives Resultat beim H1N1-Test. Wird man positiv getestet, bekommt man sofort die H1N1-Behandlung und hat eine gute Überlebenschance auch als Kind. Es gibt jedoch Fälle, wo der Test die Krankheit nicht erkennt und in manchen dieser Fälle sind die Kinder gestorben, weil die Behandlung zu spät kam. Hoffen wir, dass er wirklich nur eine normale Grippe hat.
UPDATE: Entwarnung: Das Fieber geht runter. Der Schlingel hatte normale Grippe, wärend zwei seiner Klassenkameraden H1N1 haben.

Freitag, Dezember 04, 2009

Wahre Vorurteile

Pauschal, aber doch meist wahr:

Wie sind die Taiwanesen, wenn man es auf den Punkt bringt?
Nervös. Immer irgendwie aufgedreht und hyperaktiv.


Was machen die Taiwanesen am liebsten?
Geldverdienen und ihren Eltern gehorchen. Und Essen. Ständig irgendwelche Kleinigkeiten.


Ihr liebstes Hobby?
Geldverdienen. Und im Verkehr wie ein Serienkiller herumrasen. Am liebsten mit deutschen Autos oder dilletantisch aufgrebrezelten Hondas und Mitsubishis, die man meist durch einen Tritt aufs Gas links oder rechts liegen lassen kann, während die Kisten langsam, aber unter mordsmäßigem Krach vorankommen.


Größter Wesensunterschied zu Deutschen?
Fast völlige Resistenz gegen Krach, Gestank und Chaos. Scheinen das Chaos zu mögen und erzeugen es wo immer es geht.
Und der Glaube an Magie. Wer nicht schwimmen kann und ertrinkt, ist von Geistern reingezogen worden.


Größter kultureller Unterschied?
Vielleicht das Familienprinzip. Hier in Taiwan ist die Familie die kleinste Einheit der Gesellschaft. Rechtlich und in sozialen Fragen dominiert die Familie. Als Beispiel kam neulich die drohende Entlassung von Berufssoldaten auf, wenn ein Familienmitglied straffällig wird.


Das Beste, was man hier als Ausländer tun kann?
Ohropax mitbringen und (als Mann) sich eine Freundin suchen. Frauen hingegen haben oft Schwierigkeiten, die Herren zu finden, weil diese schreiend wegrennen, wenn sich ihnen eine (oft kräftiger gebaute) westliche Ausländerin in romantischer Form nähert. "Heeeeelp! Oh my Gad!"(sic)


Die schönste Stadt Taiwans?
Gibt es nicht.


Die schönste Gegend Taiwans?

Überall da, wo keine Taiwanesen sind. Ernsthaft, die lassen von der Schönheit der Natur nichts übrig. Müllkippe und graue heruntergekommende Betonklötze als Stichworte.


Das Beste an Taiwan?
Extreme Gastfreundlichkeit, die Nudelsuppe und die Frauen.


Das Schlimmste an Taiwan?
Die Toilettenpapiereimer. Offen.


Beste Freizeitbetätigung in Taiwan?
Frau/Freundin. Fernsehen (ausländisches). Augen-Zumachen.






Mittwoch, Dezember 02, 2009

English teacher shot (no, no foreigners involved)

Crime is always strange when it gets close to you. Like that housewife who was shot by killers paid by her husband who was living a double life in the prostitution and gambling scene. In Laatzen, Germany, not Taiwan. Like the undertaker stabbing that millionaire's son to get the inheritance and burying him below the stair in his house. In Laatzen, Germany, not Taiwan.
Or now that guy shooting a (female) English teacher (Taiwanese, not foreign) in a NeiHu, Taipei cram school where I always park in front when I get a bread from "Subway". She wanted to separate, he didn't want, he shot her. This time obviously in Taipei, Taiwan.
Just a note.

About Taipei women


Women come in many brands in Taiwan, not only Hitachi

Someone found this on a forum and posted it on another forum, our Taiwan expat forum Forumosa.com. I swear I do not mention the word forum in the next sentence. I just have to post it here, it is great:

" Many Taiwanese women are a pain, and if you marry one, you are probably in for some serious trouble, especially if they come from Taipei, because Taipei is where they found their 'liberation' from their stuffy family who hated them from birth for being born a girl, and you'll never get them to leave. (You yourself might not ever want to leave Taipei). Even if you get her to your hometown, she'll always want to go back to Taipei."

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=92&t=82840

I would never say such thing of course. Any comments on that somebody? I can't comment. I really can't....

Dienstag, Dezember 01, 2009

Taiwan, well done (as in "steak served")

German below, Deutsch unten:!


English:
Taiwan is done. A new book by a renowned law professor (who escaped from China to Australia) has revealed China's strategy to control Taiwan in 2012. Why 2012? Because China's president Hu will step down in that year, Taiwan has presidential elections and ... well I guess 2012 sounds good for such a thing anyway with all that end of the world mumbo jumbo going on. However, it is no rocket science to conclude China wants to control Taiwan before the election of 2012. Because if the China-friendly president of Taiwan (Ma, KMT) does not get re-elected, Taiwan would have a pro-independence president again (from the DPP) and thus escape China's grasp.


what can we do? hihi

My blog here once predicted Taiwan would be basically linked to China by contracts and/or established procedures in 2012 which would make the 2012 election rather a local governor election. I fear I am right. I'll dig out the link to my old article eventually.



Ah yes, the author of the book says, the American secret service helped to gather proof for the money laundering of Taiwan's former (pro-independence, DPP) president Chen who is now in jail and whose scandal made the election of the now pro-Chinese president Ma (KMT) possible. Remember, the US needs China now (anti-Terror war, owing money to China).


Liebel lot als tot, hihi, das kennt doch auch ihl Doitsen!

And China has infiltrated the KMT to make the swing towards China-friendliness of 2008 possible, the author indicates.

http://en.secretchina.com/news/3575.html


German, Deutsch:

Laut einem neu erschienenden Buch, siehe http://en.secretchina.com/news/3575.html hat die kommunistische Partei aus China Taiwans regierende KMT-Partei unterwandert, was natürlich den Schwenk in 2008 von einer den Status-Quo bewahrenden Partei zu einer prochinesischen Partei erklären würde. Außerdem sollen amerikanische Geheimdienste dahinter stecken, dass die Geldschiebereien des letzten (Pro-Unabhängigkeits-)Präsidenten Chen (DPP) aufgedeckt wurden. Man erinnere sich, damals brauchten die USA China für den "War on Terror" und heute brauchen sie es als Schuldner. Chinas Geheimplan ist laut dem Buch, Taiwan bis 2012 zu kontrollieren, denn dann wäre ja auch die nächste Präsidentschaftswahl, wo der Kurs wieder in Richtung (der faktisch schon existierenden) Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans von China gestellt werden könnte.
In diesem Blog war auch schon mal zu lesen, dass Taiwan bis 2012 durch Verträge und Prozeduren de-facto zu einer chinesischen Provinz geworden sein wird... rechtzeitig vor der
nächsten Wahl...

Verletzte Mopedfahrer, wieder mal

English below!


German: Kurz vor dem Eingang der Firma, wo immer die Motorroller zusammenkrachen, wieder zwei zusammengekracht. Die zwei Motorroller am Boden, teils in Bruchstücken, zwei junge Damen mit blutigen Händen kriechen zwischen den Trümmern herum. Der Verkehr fließt um sie herum, Leute gehen auf dem Gehsteig und gucken gradeaus, Mopeds, LKWs und Autos preschen vorbei. Auch ich, allerdings tadelt mich meine Frau, ich würde zu langsam fahren.


Zu Fuß ist es sicherer, da kann nur die Modeauswahl schief gehen...

Warum nicht anhalten und helfen? Weil man dann oft von den Unfallparteien als Verursacher beschuldigt und verklagt wird, ist eine der Antworten. Weil man als Ausländer sowieso als Millionär gilt, bei dem man absahnen kann. Weil es in Taiwan völlig unüblich ist zu helfen und Helfern daher unlautere Motive unterstellt werden (Was tatscht der an dem verletzten Fräulein rum? Oder will er was klauen oder sie ihrerseits verklagen?). Wenn man in Rom ist, macht man's wie die Römer und so brause ich auch vorbei. Krankenwagen kam kurze Zeit später.

Wenn ein Taiwanese auf dem Motoroller sitzt, ist das Intelligenteste daran die Motorelektronik. Weil sie ihren Verstand völlig ausschalten, wenn sie auf den Dingern sitzen. Keine Regeln, nie gucken wo man hinfährt und am Besten einen LKW zum Bremsen zwingen.

Am Surrealistischsten fand ich einmal, als ein behelmter Mann den anderen (auch behelmten) mit dem Kopf immer wieder und wieder auf den Bordstein schlug, die kaputten Mopeds anbei und die ganze Straße voll von glotzenden Mopedfahrern, die im Stau stehen und bei der Misshandlung des regungslosen Verletzten zusehen. Und ein Ausländer im bunten Hemd, der vorbeigeht und fast noch "Guten Abend" gewünscht hätte. Sehen's, wenn ich eingegriffen hätte, wäre mein letztes Seidenhemd kaputt gegangen, ich hätte mich mit dem Täter geprügelt, dann wäre die Polizei gekommen mit dem Gummiknüppel und in der Zeitung hätte gestanden: "Ausländer greift zwei Mopedfahrer an.....".

So macht man zynische Kommentare und geht oder fährt dran vorbei. Im Taiwahnsinn.


English: Driving to work, in front of the company again two scooters in a crash, their remnants lying down on the pavement of the busy street. Condition of the bikes indicating a rather heavy crash. Two young Taiwanese ladies literally crawling on the floor, I can see their bloody fingers with which they try to get a grip on the slippery surface. People passing buy busily, nobody even looks, cars are driving by, a small blue truck tries to get around them, me too. Wife blames me for not going fast enough, we drive by like all the others. Like people do in Taiwan. Because you get blamed and sued often if you help in an accident here in this country. Because Confucius said you should care for your family and friends and people make "do not care for others" out of it. Me too, not being better. Driving by. People ride the scooters as if they are on drugs here, not looking left or right or even straight on. I don't want to dive further in this madness and even get accused if I help. Later the ambulance arrives. Another day in Taiwan like all the others. Blood and oil on a busy street.