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Donnerstag, September 30, 2021

Wie wichtig sind tragende Wände? (Update 2)

 Unserem Miet-Bunker ist eine tragende Wand verlustig gegangen im Ergeschoss, weil da ein Seven-Eleven mehr Platz braucht. Ludigel ist in Sorge, ich kann es nicht leugnen.


Nun kann man im vorherigen Blogartikel sehen, dass ich mir göttlichen Beistand ins Haus geholt habe. Aber abgesehen davon bin ich schon ein Fan von der Erhaltung tragender Wände. Gerade in Mietshäusern mit 8 Stockwerken im Erdgeschoss. Aber die Taiwaner, die unten die sehr gute KFZ-Werkstatt rausgeekelt haben und parallel die daneben gelegene schon länger geschlossene Apotheke übernehmen wollen, bewerten tragende Wände wohl weniger gewichtig.


Oben sieht man ein simples italenisches Restaurant links in der Ecke und rechts daneben den Eingang zu unserem Mietbunker. Rechts die weißen Torpappen zeigen, wo vorher die Apotheke (Bildmitte) und die KFZ-Werkstatt waren. Letztere hat es endlich geschafft, unseren 2017er Nissan March/Micra von seinen Motorvibrationen und Rattern zu heilen und den Benzinverbrauch von 10-15 auf 8-9 Liter auf 100 km zu senken. Doch dann hat jemand Interesse bekundet, beide Ladengeschäfte durch einen der zahllosen Seven-Eleven Convenience-Stores zu ersetzen. Schließich ist der nächste hundert Meter entfernt. Eine weite Strecke für Taiwaner. Sorgenvoll musterten wir die Tage die Bauarbeiten und fragten die Bauarbeiter, ob sie denn vorhätten, die Wand zwischen beiden Geschäften herauszunehmen. Nein, sagte der ältere Herr auf der Leiter. Die sei eine tragende und müsse daher drin bleiben. Dann waren sie damit beschäftigt, sich zentimetertief in den Boden zu graben, obwohl direkt darunter das B1-Parkdeck ist und unser roter Nissan March genau dort parkt, wo früher die KFZ-Werkstatt drüber war. Dat hat die Gas- und Wasserrohre auf dem Parkdeck so in Vibration versetzt, dass sie mittlerweile lecken. 

Aber der Clou kam gestern, als wir sahen, dass die tragende Wand praktisch vollständig herausgenommen wurde. Die tief ins Gebäude führende Wand ist bis auf einen kleinen Rest oben und an den Seiten komplett entfernt, damit beide Geschäfte künftig eins sind. Wir haben einstweilen einen Aushang gemacht, der den Mieter-Vorsitzenden (so einen gibt es immer in Taiwan) freundlich auffordert, die Baustabilität zu prüfen. Gerade in Hinblick auf die zahlreichen Erdbeben. Der Aushang wurde sofort entfernt, aber wir haben auch noch sämliche anderen Mieter angeschrieben. Wir wissen leider nicht, wer der neue Chairman der Mieter ist, denn der letzte war der Apotheker, der jetzt nicht mehr als solcher tätig ist. 

Nun warten wir gespannt, was schneller ist. Die Reaktion oder das nächste Erdbeben. Gott sei Dank wohnen wir im anderen Flügel links, aber spannend wird es trotzdem. Mag natürlich sein, dass alles baupolizeilich abgesegnet ist. Oder eben nicht. Die Spannung bleibt...

UPDATE: Mittlerweile hat die Baufirma per Aushang nachgewiesen, dass sie eine behördliche Genehmigung haben und offenbar eine Verstärkung der Restwand durchgeführt haben. Es wirkt subjektiv nicht stabil, mit diesem riesigen Leerraum, wo vorher Wand war und auch im Parkdeck darunter entweder Wand oder Säule ist. Aber dann muss man das so akzeptieren.

Jetzt tropfen die beschädigten Wasserrohre gemütlich ins Fundament. Aber seufz. Don't think too much. Eistee und Teeeier zu verkaufen ist wichtiger.

UPDATE 2: Als man neulich wieder in die Baustelle hineinsehen konnte, fiel mir auf, dass da zwei neu aussehende, noch unverputzte Betonsäulen mitten im Geschäft standen. Die sind etwa da, wo unten drunter im Parkdeck Wand bzw. ebenfalls eine Säule ist. Haben wir das mit unserer Nachforschung ausgelöst? Mir scheint, die sind nachträglich eingebaut worden. Wenn ja, kann es nicht geschadet haben. Denn wie heißt es in dem alten Wikingerlied: "Und der Rollo dreht und dreht um den Stützbalken. Ja wo dreht er denn hin der Rollo? Der Stützbaaaaaaaaalken....". So jedenfalls hat es ein Kumpel in früheren Jugendzeiten in der Kneipe öfter mal gesungen. Ein Niveau, das in etwa dem taiwanischen Sicherheitsdenken entspricht, könnte ich naseweis und ausländerzynisch anfügen. Lassen wir das Thema Stützbalken damit hier abgearbeitet sein.

Ah, das mit Rollo scheint ein Torfrock-Song zu sein.

Mittwoch, April 22, 2020

Langfristig mit Corona leben

Ein Prognoseversuch

Als Bullet-Points:

- Covid19 wird vielleicht bei uns bleiben. Und immer mal wieder auftreten, etwa zusammen mit der Grippewelle.

- 2020 oder eher 2021 wird es ein antivirales Medikament geben, so dass Covid19 behandelt werden kann. Evtl. ein schon existierendes. Das ist aber kein Impfstoff. Dieser wird vielleicht kommen, aber vielleicht wie eine Grippeimpfung auch keinen 100%igen Schutz bieten.

-2021 werden die meisten Länder zurück zur Normalität finden. Mit kaum noch Kreuzfahrten. Viele schöne Schrottschiffe in der 3. Welt zum Ausschlachten. Mit weniger Flugreisen. Denn die schwedischen Teenanger schreien jetzt nicht nur "How dare you... CO2" sondern auch noch "was wenn gerade eine Seuche ausbricht und du in Weitwegistan festsitzt".  Das Flugaufkommen wird  mit 75% oder so eine Stabilisierung mit weniger Fluggesellschaft und etwas höhren Preisen erreichen.

Es wird wohl normal werden, dass man mit Erkältung eher zu Hause bleibt, als das Büro zu verseuchen und bei Fieber einen Covid19/Sars-Cov2 - Schnelltest bekommt. Wie auch schon jetzt, werden die meisten Erkrankten keine oder leichte Symptome haben. Wer schwerere bekommt, wird in fast allen Fällen mit der Medikation geheilt werden, ohne das bleibende Schäden zurückbleiben.

-2022 wird Taiwan wohl erst die Reisebeschränkungen aufheben und Ludigel seinen ersten Deutschlandurlaub inklusive fahren mit dem alt gewordenen Auto dort unternehmen. Denn weitgehend "coronafrei" wie Taiwan ist, wäre ein freiwilliges Eintauchen in die schöne neue Corona-Welt wohl nicht so populär, wenn auch nicht weiter schlimm wegen vorhandener Medikation.

- Individualverkehr wird allen wütenden schwedischen Teenagern zum Trotz wieder normaler werden. Wenn auch vermehrt Elektro. Denn in überfüllten Zügen angehustet zu werden wird zumindest für diejenigen, die 2019-2021 über 20 waren, für lange Zeit oder immer ein Schreckensbild bleiben.

Oder liege ich falsch? Wieso hat eigentlich noch keiner irgendeinen unverständlichen Vierer-Vers von Nostradamus ausgegraben, wo er angeblich Covid19 vorhergesagt hat?

Und der große Mandarin pustet über die Welt,
Mars hinkt im Saturn bei vollen Monden,
Die Nachtigall hat Durchfall.
Der Prinz spricht Torheiten unterm Orangenbaum.

... oder irgendwie so lese ich da die Verse immer.

Dienstag, April 14, 2020

Haha, Taiwan gibt es nicht und Deutschland ist sicher vor Corona


Israel das sicherste Land in Sachen Corona, Deutschland auf Platz zwei. Eine offizielle Statistik, die WHO-Material verwendet. Wenn man im weitgehend Corona-freien Taiwan sitzt wie ich, kann man da Lachkrämpfe kriegen. Bei 22 Millionen Leuten dicht an China dran haben wir unter 400 in Fälle, die meisten Auslandsrückkehrer in Quarantäne. Wegen schneller Isolation von China (Flüge, Reisende).
Taiwan taucht da nicht mal auf, weil die WHO Taiwan auf Geheiß der VR-China boykottiert.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/im-laender-vergleich-liegt-deutschland-sehr-weit-vorn-a-ebae15df-eca1-4daf-ae5b-8efcad11ee28

Andere Länder sollen sich von Deutschland was abschneiden, heißt es beim SPIEGEL. Klar, hat man die Sehenden aus der Statistik genommen, sind die Einäugigen die Scharfseher.

Donnerstag, März 19, 2020

Visa/Autenthalt in Taiwan läuft ab, was nun

Schlimme Zeiten für alle, deren Aufenthaltstitel abläuft auf der Insel Formosa

Leider hat dies Blog auch keine Antworten zu bieten und ich will es Leuten ersparen, meine Interpretation von Sekundärquellen zu lesen, die nach dem Stille-Post-Prinzip vermutlich Fehler enthält. Der Originallink zu einer Diskussion ist dieser: LINK.

Zusammenfassung: Taiwan akzeptiert die Corona-Epidemie nicht als Höhere Gewalt, daher muss man generell ausreisen, bevor der Aufenthaltstitel abläuft. Sogar wenn das zur Zeit wegen täglich wechselnder Reisebarrieren kaum möglich ist und man am Ende länger zum "Tom Hanks" wird, der auf irgendwelchen Flughäfen schläft. Oder im Quarantänebereich. Leider schlechte Nachrichten hier.

Positives:
Wer ein Visum hat, kann dies offenbar verlängern, auch wenn "nicht verlängerbar/non extentable" drauf steht. Wer aber sein Visum schon x-Mal vorher verlängert hat, kann das offenbar nicht.
Wer als Deutscher normal ohne Visum da ist (also als Tourist eingereist ist), kann offenbar auch keine "Verlängerung" bekommen. Evtl. kann er aber ein Visum beantragen, das dann auch wieder verlängerbar ist. Siehe Link oben.
Wer wie ich eine ARC hat, müsste diese normal verlängert bekommen, wenn die tournusmäßige Verlängerung ansteht. Es ist absolut nichts bekannt, was auf Hindernisse deuten würde.

Wer in der Vergangenheit einen Visa-Run gemacht hat, um als Tourist neu einzureisen und wieder im Lande zu arbeiten, kann jetzt natürlich nicht oder schlecht den Visa-Run machen.

Viel Glück kann ich nur wünschen. Das ist diesmal nicht sarkastisch gemeint.

Wie sieht die Welt in 2 Jahren aus? Immer noch geschlossene Grenzen und internationale Reisende werden von den Einheimischen hinter Gardinen kritisch beäugt, wenn sie mit dem Rollkoffer aussteigen? 

Zur Ein- und Ausreise in TWN und D Infos hier: https://taipei.diplo.de/tw-de/-/2302636 (Deutsche Vertretung).

Soll man sich für den Fall einer Evakuierung bei ELEFAND, dem elektronischen Register für Deutsche im Ausland eintragen lassen?
Ich habe mich, Frau und Junior eingetragen. Derzeit kann ich mir nur sehr theoretische Fälle vorstellen, wie das notwendig sein sollte. Etwa wenn durch wirtschaftliche Krise eine KMT-Radikalinski-Regierung an die Macht käme, die Ausländer ausweisen will. Oder wenn wir einen ausländischen Super-Spreader haben, der die Quarantäne umgehen würde und es dann für Langnasengesichter auf der Straße unangenehm würde. Zur Zeit ist das alles blanke Fantasie. Aber in so chaotischen Zeiten ist man besser immer vorbereitet.
Bis dahin ist man in Taiwan besser aufgehoben.

Donnerstag, März 12, 2020

Corona, Taiwan, Deutschland

Berlin tut nix, Taipei dämmt ein...

Bloggen in Kurzform. Taiwan hat zu Beginn des Wuhan- aka Corona-Virus sofort Reisende aus China (die betroffende Provinz) erfasst und in die Heimisolation gezwungen. Angeblich mit einer fiesen Handy-App, die Alarm schlagen kann wie eine Fußfessel. Kenne so etwas von meiner Firma und dem Heimarbeits-Angebot. Dann wurden präventiv die Schulen geschlossen für 2 Wochen.

Heute den 12.03.2020 hat Taiwan nur 50 Fälle und es wächst nur einstellig. Bei 23 Mio. Einwohnern. Deutschland mit 80 Mio (wie viel genau weiß ich nicht) hat heute Morgen 1966 Fälle gemeldet. Es wächst dreistellig mittlerweile.

Deutschland wartet, bis sich die Krankheit durch die Bevölkerung gebrannt hat. Spart Rente. Mache mir Sorgen um chronisch kranke Bekannte und meine Mutter, die auf die 90 zugeht.

Over and out, was soll man sonst noch sagen dazu.
Außer, dass der nächste Virus, den Peking schon vorbereitet, SOL heißen sollte. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Freitag, März 06, 2020

Corona! Wir fahrn nach Lodz

Es hätte ja viel zu berichten gegeben, aber der nächste Roman will auch geschrieben werden

In meiner Romanwelt hat ja eine Alien-Naniten - Technologie die Menschheit schon seit der Steinzeit infiziert. Ein abgestürzter Raumfahrer hat unwillentlich die Menschheit infiziert. Die nanotechnologischen Gerätchen sollen eigentlich nur eine Hirn- zu Hirn-Kommunikation ermöglichen. Aufgespalten in verschiedene Dienste wie Bild-, Ton- und Emotions-Kommunikation. Inklusive kommt auch ein ganzes Jenseits, das auf der Hardware der Gehirne läuft, normalerweise auf deren Heimatplaneten noch ein Server drin hatte und so ein Mittagspausen-Pläuschchen mit verstorbenen Verwandten ermöglicht hat, die in einer Fantasyumgebung glücklich in Wunschumgebungen existieren. Bei mir wäre das vermutlich eine Humphrey-Bogart - artige Hotelbar mit flappendem Ventilator und endlosen Mojitos und Daiquiries. Und den wunderschönen Asphaltschwalben in durchsichtigen Fummeln, die ich wieder wegscheuche wie damals im Hotel Commodoro, Havanna und die mir dann in perfektem Deutsch erkären, dass sie in Halle Elektrotechnik unter Erich studiert haben und ich gefälligst ein bisschen freundlicher sein soll.
Nur weil die Technik mit menschlichen Hirnen nicht so ganz funktioniert und längst mutiert ist, verwandelt sie gerade die Herren in sadistische Serientäter, die die Fähigkeit zur Verbindung mit fremden Hirnen in einen Machtrausch versetzt. In meinen Romanen, nicht in Havanna.

 Ein Update war doch echt mal nötig, oder?

Das alles fing recht unschuldig mit dem vergleichsweise harmlosen Roman "Die Kellerfrau" an, wo ein Journalist ein überlebendes Opfer eines solchen Täters findet und dann ganz technologiefrei in einen Strudel aus SM und Mord verstrickt wird. Gekauft hat das fast niemand und ich hätte mich in die Legion der Selbstverleger einreihen können, die 1-5 Exemplare im Monat verkaufen. Aber unter dem Titel FUNDSACHE SEXSKLAVIN ging das Ding anfangs weg wie warme Semmel und bescherte mir meine ersten monatlichen Hunderte als freier Autor. Heute verkauft sich das Ding kaum noch, abgesehen von der AMAZON-E-Book - Flatrate. Sicher weil die Nachfolgebände wesentlich härter sind. Denn das habe ich gemerkt, desto brutaler die Handlung, desto höher die Verkaufszahlen. Tabubruch-Literatur nenne ich das und sie verkauft sich auf Amazon so gut, dass bestimmt auch irgendeine Alien-Nanite in den Hirnen der Menschen sitzt und sie nach Sadismus dürsten lässt. Die Konkkurenz schreibt meist mit Exkrementen und Schleim und Behinderungen. Oder deutet nur an, bis man vor Langeweile mit dem Kopf auf die Tischplatte schlägt oder schreibt jeden Satz mit Ausrufezeichen.

Er fesselt Sie! Sie schreit! Sie kann es nicht glauben!

Ich hingegen habe die gute alte Kellerfrau (s.o.) dann ins Extreme extrapoliert und heute schneiden und sägen meine Täter, bis die Schwarte kracht und der Rubel rollt ein bisschen mehr. Zahlt die Miete, aber mehr auch nicht. Mit SKLAVIN NULL (ursprünglich "Engelstränen des Wahnsinns" heißend) wird es schon deutlich rabiater, aber hier macht auch die Alien-Technologie ihr Debut. Fortgesetzt wird das ganze in DER NEUE HEXENHAMMER, ein Roman über eine durchgeknallte Familie in meiner niedersächsischen Heimatstadt, die längst völlig wahnsinnig geworden die Tradition eines Vorfahren fortsetzen will, der mit Alien-Artefakten und Nanitendetektoren Jagd auf Frauen gemacht hat, bei denen die Geräte halt ausschlagen. Und die entsprechend selbst nanitengestützte Manipulationsfähigkeiten hatten. Es kommt nach unnötig detailliert geschilderten Folterungen auf über 300 Seiten zum Showdown mit einem Druidenorden, der die Naniten mit Magie verwechselt und wiederum die Hexenjäger verfolgt. Ich musste mich in den Mega-brutalen Roman "Der Neue Hexenhammer" selbst in einer jüngeren Version hineinschreiben und am Schluss die Bösewichte umlegen lassen, sonst hätte ich das brutale Zeug psychisch nicht verdauen können.
Die Geschichte setzt sich fort, mit einem Roman namens "DER HEXENZIRKEL DER SADO-CHIRURGIN", einem abgedrehten Titel, der dem Prinzip folgt, wie die BILD-Zeitung früher Schlagzeilen generiert hat laut Günter Wallraff. "Deutscher Schäferhund leckt Blondine Brustkrebs weg" war da angeblich ein Schlagzeilen-Muster und nach dem Prinzip ist eben auch der Hexenzirkel zu seinem Namen gekommen. Hier gibt es einen Showdown zwischen Druiden, Hexen und Hexenjägern und diesmal geht es sogar raus in All. Aber wie gesagt, das Machwerk schreibe ich gerade. Meine Leser mögen die Handlungsteile eher weniger und verlangen schon mal mehr Sex und mehr Gewalt per Leserbrief, so dass ich bisweilen die Romane in den Harten Editionen nachgewürzt habe. Ein paar Rohrstockhiebe mehr und noch ein Nanitenzombie als Zugabe im Epilog sind ja so eine Mühe nicht.
Viren. Ach so, Corona. Ja, einen passenden Roman habe ich auch, abseites des oben genannten Naniten-Universums. In "DAS HAUS DER TAUSEND QUALEN"  wird eine Frau wieder mal über 200 Seiten gefoltert, bis sich alles in einem Endzeit-Szenario auflöst. Ein grausamer, klaustophobischer Horrortrip, den ich unter Kopfschmerzen und einer Nasennebenhöhlenentzündung geschrieben habe. Sogar ich hatte beim Schreiben Alpträume. In "DER HUCOW-VIRUS" verwandelt ein unbekannter Virus die Damenwelt in ... Sie können es sich vielleicht denken. Der Roman ist unter einem anderen Pseudonym erschienen, denn die Naniten haben halt auch mein Hirn längst zerrüttet und so habe ich mich in multiple Autoren aufgespalten. Die erste Version des Romans war ein satirischer Take auf die Tendenz der Männerwelt, die Damen immer nur auf die Oberweite zu reduzieren. Aber vor der Veröffentichung musste ich noch mal reichlich nachwürzen, so dass das Endprodukt die übliche Menge an Sex und sinnloser fetischistischer Gewalt enthält. Für Fetische ist das Internet immer eine denkbar gute Fundgrube. Man wundert sich ja schon, was es alles an Fetischen gibt. Mit Gummi muss ich auch mal was schreiben, vielleicht eine Persiflage auf die gängigen Katzenromane, bei denen die Detektivkatze in wirklichkeit eine gummifetischistische Catwoman ist oder so etwas. Ich weiß, klingt verrückt, aber so etwas lesen die Leute nun mal. Bei Gummi denke ich immer an Taucheranzug, aber gut, warum nicht. Sie merken also, all die Fetische in meinen Romanen sind nicht meine und entstanden ist das ganze Zeug aus einer ursprünglich mal für dieses Blog geplanten Satire auf diese schrecklichen "50 Shades of Grey"-Romane und Filme. Aber irrgendwie wurde mir beim Schreiben damals langweilig. Sir Fuckingsburough aus Intercourseshire wurde dann zu einem Serienmörder und so nahm das ganze Elend seinen Durchlauf.
Das bestverkaufende Buch ist freilich eine Storysammlung, die ich nach den verschiedenen Graden der Verrücktheit in verschiedene Autoren-Pseudonyme unterteilt habe. Hier tritt die Handlung hinter blanker, sinnloser sexueller Gewalt noch mehr in den Hintergrund, stets mit einem Psycho-Dreher Ende. Ich bin froh, dass ich diesen Blumenstrauß der Blüten des Wahnsinns längst fertig habe, damals waren die Alpträume doch etwas heftig.
So... ach so... Sie wollten meine Kommentare zu Corona hören. Nun, eigentlich sollte mein nächster Roman einer werden, wo eine grippeähnliche Pandemie die Welt so entvölkert, dass am Schluss nur die Nasenduscher übrig bleiben. Eine Welt, nur von Nasenduschern bevölkert, herrlich. Da ich die Tage aber immer hektisch am Nasenduschen bin, um nur keine erkältungsähnlichen Symptome zu haben, ist mir das Ganze mittlerweile viel zu realistisch geworden.
Ach so... Corona. Ja, bleiben Sie am Besten in Deutschland daheim und lesen Sie viel. Aber nicht von mir, das ist wirklich nicht für jedermann, ich füge hier ja nicht mal Links ein. Meine Selbstverlegerkolleginnen und Kollegen schreiben viel Besseres. Die Mädels immer Romane von Kurtisanen, die in Fantasywelten ihren Prinzen finden müssen oder ihr Wolkenschloss, die Männer irgendwas von Drachen auf denen man reitet. Keine Ahnung, ob das eine Metapher für ihre Ehefrauen ist. Oder einer schreibt Segelbücher. Die sind bestimmt auch toll, ob man nun die Ohren dafür hat oder nicht. Lesen Sie bitte das, nicht mein Zeug. Ach ja, einer beschreibt, wie er ein TINY HOUSE selbst baut. Das klingt doch spannend. Finde ich wirklich und würde es in einer anderen Welt bestimmt sogar lesen. Einer, in der ich anderes als zwei linke Hände habe.
So... halten Sie die Ohren steiff, aber nicht zu nah an andere Leute und wenn nächste Woche wirklich Aliens landen, würde es mich auch nicht wundern. Ich meine, bei all dem Schwachsinn, den wir in den letzten Jahren etragen müssten, würde das ins Bild passen. Brexit, Trump, Pandemie, Menno. Aber andererseits, wenn das Ufo aufgeht und das grüne Alien seinen Spruch "Resistance is futile, you will be assimilated into the Great Galactic Zhul Empire" aufsagt, fällt er sicher fünf Minuten später tot um. Wegen Corona.

Guten Abend.

Dienstag, Januar 07, 2020

Menschen, die auf Wasserpumpen zeigen

Ich hasse Wasserpumpen

Nein nicht wirklich. In Deutschland kriegt man von den Dingern eigentlich so gut wie nie etwas mit. Das elterliche Einfamilienhaus, das immer noch mein Zweitwohnsitz ist, hat davon zwei, wie ich neulich mitbekommen habe. Aber man hört sie praktisch nie und auch nur, wenn man im Keller ist. Dort hört man dann ein leises, angenehmes Surren. Denn die Dinger sind richtig an massiven Steinwänden befestigt, was Vibrationen vorbeugt. Und die Steinwände schwingen auch nicht so leicht mit.

Unsere Wasserpumpe auf dem Dach über Ludigels Wohnung links im Bild und die neuerdings installierte von der Partei unter uns, rechts im Bild. Unsere recht fest auf Steinen gelagert, die vom Nachbarn lose und wackelig und tief vibrierend

Anders in Taiwan. Hier installiert man deutlich billiger wirkende Wasserpumpen gerne an den Wänden der Häuser, für jede Partei eine. Außen an der Fassade sitzen die Teile und in billigen Häusern in Plattenbauweise hat man so scheussliche Pumpen, die nicht auf niedrige Geschwindigkeit schalten können, sondern bei nicht ganz aufgedrehtem Wasserhahn auf einen "Hämmermodus" schalten, der mir schon viele schlaflose Nächte beschert hat, wenn die Plattenbauwand komplett mitvibriert hat. Da hilft auch kein Oropax.

Unser gegenwärtiges, viel besseres Apartment in einem massiver gebauten Wohnhaus war bis vor ein paar Wochen angenehm ruhig. Die Wasserpumpen der Nachbarn ratterten an deren Wänden, aber die massivere Außenwand schwang nicht mit. Also hatte man maximal ein leises Surren, wenn der Nachbar um 2 Uhr morgens noch taiwantypisch eine halbe Stunde lang duschen oder Baden wollte.
Auch sind die Pumpen etwas besser, ohne den gefürchteten Hammermodus.

Doch nun hat die Partei unter uns die Wohnung komplett rennoviert und hat eine Wasserpumpe bei uns auf dem Dach installiert, gleich neben unserer. Clever. So stört es die Leute da unten weniger. Und uns um so mehr. Ist die Pumpe auch keine mit Hämmerei, so ist sie jedoch nur lose auf ein paar Backsteinen gelagert - hält sich nur an ihren Wasserrohren, wie auch unsere - und rattert und vibriert bei Betrieb derart tieftönig, dass es einem in unserer Wohnung richtig unangenehm wird.
Einstweilen haben wir unserer Vermieterin das obige "Da ist die Übeltäterin!"-Foto geschickt, das sich in die große Tradition der Fingerzeig-Fotos einreiht. Vielleicht probiere ich mal, das Ding auf Gummi oder dergleichen zu lagern, wenn keine Abhilfe geschaffen wird.

Für Leute, die Taiwan nicht kennen, ist das ganze Thema vielleicht surrealistisch. Aber tieffrequente Störenfriede stören einen halt erst dann,wenn sie dilletantisch auf Resonanzkörpern in der Nähe von einem selbst vor sich hinwerkeln.

Wasserpumpen in den Keller! Wir haben ja nicht mal die üblichen Wassertanks auf dem Dach, daher gibt es eigentlich keinen Grund für diese idiotische Befestigung der Pumpen.

So...jetzt sehen sie Wasserpumpen bestimmt mit anderen Augen ;-)

P.S.: Man achte auf die handverdrillten Kabel...

Mittwoch, Oktober 30, 2019

Saga um geflüchteten Unfallfahrer Zain D. kommt zum Ende

Das Ende einer langen Saga

Die Geschichte um die Auslieferung des Unfallfahrers Zain D., einem Briten pakistanischer oder indischer Herkunft, hat nun offensichtlich ein Ende erreicht, wie diesem Artikel (Link Focustaiwan) zu entnehmen ist.

Um es kurz zu rekapitulieren, D. hatte im Jahre 2010 in Taipei offenbar einen Motorrollerfahrer getötet, als er stark betrunken den Roller von hinten mit seinem alten Mercedes angefahren hat. Der Fahrer des Rollers, der offenbar der einzige Brotverdiener einer hiesigen Familie war, wurde dadurch getötet. Zain wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt nach einem Prozess, der viele Fragezeichen über die faire Behandlung von Ausländern hier und über die Verbindungen der Polizei hin zum organisierten Verbrechen aufgeworfen hat. Mein letzter Artikel dazu ist hier: https://osttellerrand.blogspot.com/2018/03/ist-er-immer-noch-im-knast.html

Zain D. entzog sich der Haft durch Flucht und war längere Zeit in der Schweiz und in Schottland untergetaucht, ohne dass irgendjemand sein Fehlen bemerkt hatte in Taiwan. Kurze Zeit, nachdem dieses Blog hier damals die Frage gestellt hatte, was aus Zain D. geworden sei (damals wurde das Blog ja noch gelesen), ging dann eine große Suche nach ihm los und am Ende wurde versucht, ihn von Schottland nach Taiwan ausliefern zu lassen, was nun endgültig gescheitert ist. Nichtsdestotrotz hat Zain D. 2 Jahre und 10 Monate in Haft gesessen, wenn auch in Auslieferungshaft in Schottland.

Ich denke, der Fall Zain ist interessant für Ausländer in Taiwan, denn er offenbart meiner Meinung nach folgendes:

1. Ausländer stehen bei Vergehen oder gar Verbrechen sehr viel stärker im Fokus der Inselaufmerksamkeit, bis hin zum nationalen Spektakel.

2. Hat man wie Zain D. in diesem Fall Interdependenzen zum organisierten Verbrechen, kann das über die Verbindungen des selbigen zur Polizei Nachteile bedeuten. So wurde das ermittelnde Polizeirevier von den Banden geschmiert, die auch den zweiten Verdächtigen in diesem Fall als Parkwächter o.ä. angestellt hatten.

3.Ausländer werden in der Regel über Entschädigungszahlungen weit mehr zur Kasse gebeten als Einheimische.

4. Die Öffentlichkeit in Taiwan reagiert sehr stark auf Berichterstattung von Vergehen von "Weißen" in Taiwan. Sonst wäre der Fall damals nicht monatelang fast in der Endlosschleife in den Nachrichten gekommen. Und die anfängliche Herzlichkeit der Taiwaner uns "Bignoses" gegenüber ist spätestens nach diesem Fall einer gewissen Skepsis gewichen.

5. Einzelne Ausländer können etwas verändern in Taiwan! Zain D. verdanken wir immerhin die biometrische Erfassung von uns Bignoses bei der Einreise und Ausreise, damit niemand wieder mit einem geborgten Pass die Insel verlässt - wie damals Zain D.


++++++++Eigenwerbung+++++++++++++++
Ludigel blogt wieder, als Gegenpol zum
Romaneschreiben, das ihm oft Alpträume
beschert. Die Leute wollen's halt verrückt und
brutal. Co-Produktion mit anderem Autor.
Weird stuff. Holy shreck.

https://www.amazon.de/irre-Chirurg-Wahnsinnigen-Geschichten-Versklavung-ebook/dp/B07YMPG9VH/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=der+irre+chirurg&qid=1572409796&sr=8-1

Donnerstag, Februar 08, 2018

Taiwa(h)n wackelt, alle hypernervös wegen Chinese Fucking New Year

Okay, ich bin erst einen Monat wieder in Taiwan, aber es nervt.

Erstens, ich habe mich verhoben, als ich in Deutschland für meine Mutter 150 kg Vogelfutter transportiert habe. Die alte Dame ist ein dermaßener Vogelfütter-Fanatiker geworden, dass ich sehr viel von ihr verlangtes Futter per Post kommen ließ, nur um beim Paketeverarbeiten prompt einen Hexenschuss zu bekommen. Okay, ein rein deutsches Problem.

Aber kaum wieder zurück im zentralheizungslosen Taiwan transportierte ich 32 kg Kerosinkanister für unseren Kerosinofen in der Wohnung. Und der Hexenschuss verlagerte sich gewissermaßen nach vorne, wo er auf die Disassimilationsorgane geschlagen ist. Stichwort "00, WC, Pottologie". Nach Einnahme einer ganzen Apotheke geht es wieder recht gut.

Kaum wird das besser fängt die verdammte Insel an zu wackeln, dass man kaum irgendeine Sache erledigen kann ohne sich zu fragen, was nun diesmal passiert. Die Schäden in Taipei sind allerdings sehr gering, während es im Osten bei Hualien richtig gerumst hat; siehe Bild.

Das Foto stammt aus taiwanischen Onlinemedien und irgendein Witzbold hat die beiden braunen Streben im Bild eingezeichnet vermute ich. In anderen Bildern sieht man das selbe Haus genau so, nur ohne die gezeichnet wirkenden Stützen, etwa hier: https://weather.com/de-DE/wetter/ausland/news/2018-02-07-tote-und-verletzte-nach-heftigem-erdbeben-in-taiwa/

Auch sonst sind die Taiwaner hypernvervös, wie immer üblich im Chinese New Year, das jetzt vor der Tür steht. Wieso? Nun, viele sind alkoholisiert unterwegs, auch mit dem Auto natürlich und der Verkehr und alles Gedränge ist deutlich dichter als sonst. Und das in einem Land, in dem man sich sowieso schon immer gegenseitig auf den Füßen rumsteht.

Prompt hatten wir auch mal wieder eine Begegnung mit einem aggressiven Fahrer. Beim Rausfahren aus dem Parkhaus blockierte er die einzige Ausfahrt. Warum, wissen also Götter allein. Als wir hinter ihm hupten, machte er auch nichts, außer wie ein Irrer aus dem Fenster meine Frau anzuschreien. Als ich um ihn herum fahren wollte - was gerade noch möglich gewesen wäre - fuhr er mit dem Wagen vor, um uns am Passieren zu hindern. In den folgenden Diskussion ist mir sicher einmal ein "fucking drive your car!" entfleucht. Weswegen er mit der Polizei drohte, die wir (!) dann prompt gerufen haben. Wir wollten ja auch das Parkdeck irgendwann mal wieder verlassen. Sonst hätte uns der wilde Herr schon zu irgendwas einladen müssen, wenn er uns dort festhalten wollte. Vielleicht eine Sarsaprilla-Taiwancola. Stattdessen fuchtelte er mit Pfefferspray herum, der gute Mann. Ausländer werden allerdings immer wieder von wilden Taiwanern verklagt, wenn sie irgendwann genervt das Wörtchen Fuck benutzen. Das haben sich die Taiwanis toll überlegt. Sie können auf Chinesisch herumschreien und provozieren und nötigen, aber wehe es entfleucht dem Ausländern ein kleiner Fluch. Nun, wir haben seine Nötigung wie immer auf der Dashcam und sollte ich wegen eines Fluches bei der Beanstandung einer Nötigung wirklich verurteilt werden, dann sitzt das Taiwanblog in der ersten Reihe und in sozialen Netzwerken und natürlich hier wird alles in epischer Breite nachzulesen sein. Typisch auch, dass der Polizist weder Fahrerlaubnisse noch Alkoholisierung kontrolliert hat.

Während ich diese Zeilen schrieb, hat es wieder dreimal gewackelt, das nervöse Inselchen. Nervös auch meine Gattin, die nun an den Finanzmärkten tätig ist, mitten im "Flash-Crash" der Börse. Für Aufregung ist da immer gesorgt.

Ich wünsche also allen Leserinnen und Lesern und sogar den sicher nicht zum Lesen dieses Artikels in einer unbekannten Sprache die Ruhe habenden Taiwanis ein Fucking Happy Chinese Fucking New Year und verbleibe mit korpolierenden Grüßen,

Ludigel

Freitag, Januar 12, 2018

Taiwan Lebensmittelstatus 2017: krebserregender Stoff legalisiert!

Seit ein paar Tagen bin ich wieder in Taiwan. Und habe merkwürdige und sehr störende Symptome, die ich als allergisch einstufe

Abgesehen von einem Hexenschuss beim 150 kg-Pakete-Stemmen war ich während der 5 Wochen meines vergangenen Deutschlandaufenthalts die reine Gesundheit. Doch kaum seit ein paar Tagen in Taiwan (seit dem 03.01.) bin ich ein gesundheitliches Wrack. Eine Vorgeschichte habe ich ja: Seit meinem Kommen 2004 hatte ich in Taiwan ständig allergische Symptome (eine Miniversion von dem was ich jetzt habe), die bei Aufenthalten außerhalb Taiwans am dritten Tage völlig verschwanden. Ich dachte immer, was kippen die Taiwaner bloß ins Essen? Die Antwort war u.a. DEHP, ein industrieller Schmierstoff, der wohl seit den 90er-Jahren Palmöl in Taiwan ersetzt hat und in fast allen Lebensmitteln war.

Siehe hier: 
https://en.wikipedia.org/wiki/2011_Taiwan_food_scandal
und auch hier bzgl. anderer problematischer Stoffe:
https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Taiwan_food_scandal
und hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/2014_Taiwan_food_scandal

2011 verschwanden dann die Symptome. Im Jahre 2015 hatte ich dann allerdings ein gutartiges Wachstum, das zu einer Art Organversagen führte und operativ behandelt werden musste, laut Tierversuchen lässt es sich auf DEHP zurückführen (auch wenn das gutartige Wachstum auch andere Gründen haben kann, wie immer bei solchen Dingen).

 Wo ist mehr Plastik drin? Im Essen oder im Löffel?

2016 hatte ich dann keine Symptome mehr, aber nun nach der Rückkehr nach Taiwan bin ich wieder voll dabei. Lassen wir meine persönlichen Symptome und fragen wir uns stattdessen, wie es im Jahre 2017 mit der Lebensmittelsicherheit in Taiwan ausgesehen hat. Aufgefallen ist mir, dass man von Lebensmittelskandalen rein gar nichts mehr hört. Ganz im Gegensatz zu früher. Soll das nun heißen, dass die Taiwaner ihre Lebensmittelindustrie komplett umgekrempelt haben? Oder - so dachte ich sogleich - hat die neue Präsidentin Tsai Ingwen  (DPP, seit 2016 im Amt) eventuell die Regularien aufgeweicht?

Ich weiß es natürlich auch nicht, aber folgender Link stimmt wenig optimistisch:
http://courageworld.ch/TaiwanFood.htm

Dort heißt es, berufend auf einen Universitätsprofessor, dass Taiwan 2017 mehr "relaxed" bei der Lebensmittelsicherheit sei, im Gegensatz zu anderen Ländern. Und dass - eine 2017er Meldung) der erlaubte Pestizidgehalt der Nahrung 1000 mal so hoch sei wie in Europa. Außerdem sei das Dioxin-Kontrollsystem zusammengekracht. Näheres wird nicht angegeben sondern auf einen TV-Bericht verwiesen.
Außerdem haben die pfiffigen Taiwaner einen Kustgriff gemacht. Der toxische Flüssigkunstoff DEHP ist laut dem Link 2017 nicht mehr als "toxic chemical material" sondern nur noch als "concerned chemical material" eingestuft.

Weil also das krebserregende, leibesfruchtschädigende und Diabetes auslösende DEHP in Taiwan als illegaler Palmölersatz so beliebt ist, hat die Regierung die Konsequenzen gezogen und den Stoff offenbar legal gemacht! Das würde meine derzeitigen Symptome erklären, die wie eine Maximalversion dessen sind, was ich bis 2011 hatte (offenbar: China-Times, April-21-2017).

Ich gebe meinen Symptomen (die ich meiner einer gewaltigen Apotheke bekämpfe) noch 2 Wochen. Wenn sich dann nichts ändert, muss ich die Zelte im Chemiewunderland Taiwan abbrechen, dem Gejammere von Frau und Junior zum Trotze.


Donnerstag, Mai 25, 2017

Gleichgeschlechtliche Ehe im modernen Taiwan: Pressemeldung

Kurz erwähnt: 

Die Taiwan-Berichterstattung deutscher Medien begeistert den Taiwan-Expat oft eher weniger. Selbst wenn man selber über Straßenverkehr, Smog und hektisch essende Taiwaner bloggt, nimmt man es übel, wenn Taiwan in Deutschland nur mit bizarren Geschichten in der Presse ist. Einmal etwa stand auf Spiegel.de die Story eines pfiffigen Priesters, der einem Gläubigen aus Gründen der magischen Kraftlinien zum Abholzen seines Wäldchens geraten hatte. Der Priester hatte schlichtweg Brennholz benötigt. Was immer zu kurz kommt in der Berichterstattung ist, dass Taiwan natürlich ein modernes demokratisches Land mit entwickelter Zivilgesellschaft ist. Positiv daher der heutige Spiegel.de-Artikel über die Same-Sex-Heirat, die Taiwan bald erlauben will. Auch sonst schneidet Taiwan gut in dem Bericht ab. Durchaus berechtigterweise, allem Exapt-Gemaule über Verkehr und Smog und Chemie im Essen zum Trotz. Gemaule, wovon dieses Blog hier sicher überreichlich hat. Ich gebe es ja zu.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/taiwan-oberstes-gericht-spricht-sich-fuer-homo-ehe-aus-a-1149200.html


Ob Sie lieber Damen oder Herren wählen, bleibt natürlich Ihre Sache

Dienstag, April 12, 2016

Essen Taiwaner Hunde?

Na, besser als umgekehrt, oder?

Und im 12. Jahr dieses Blogs haben wir den Hundeverzehr der Taiwaner (auf dem Lande im Wesentlichen) endlich in einem akademischen Harvard-Papier verewigt gefunden:

https://dash.harvard.edu/handle/1/8889451

Dieser Link wird den Newbies eine Lehre sein, die immer sagen, die Taiwaner würden keinen Hund essen. Augenzwinker.





Freitag, Februar 19, 2016

Why Taiwan?

Und das war ein Schulfest :-)

Donnerstag, August 27, 2015

Kennen Sie Thaiwan?

Taiwan und Thailand werden gerne verwechselt, hier zwei Links aus dem Forum Forumosa.com:

In "Thaiwan" bei McDonalds gibt es eine niedliche Bedienung, der dieser US-Artikel gewidmet ist: http://www.bostonnewstime.com/regional/116089-mcdonald-s-goddess-hsu-wei-han-in-thaiwan-is-their-most-attractive-worker.html

Und die familiäre Herkunft aus "Thaiwan" spielt hier bei einem US-Politiker irgendeine Rolle: http://www.theblaze.com/stories/2013/02/26/progressive-group-mounts-racist-attack-against-mitch-mcconnells-wife/
Habe mir nicht die Mühe gemacht, das alles zu lesen. Die Fotos der Bedienung habe ich natürlich eingehend studiert, um Hinweise auf ihre Herkunft zu bekommen. Gemeint ist offensichtlich immer Taiwan, nicht Thailand.

 Taiwan (bei Yilan), nicht Thailand, kapische?


Selbst bin ich einst vor der Eheschließung mit meiner taiwanischen Frau gewarnt worden, weil die "Thailänderinnen" eben angeblich ihren deutschen Ehegatten immer das Geld abnehmen und es, wie die Erfahrung lehrt, an ihre Familie überweisen. Nun, nachdem ich jahrelang immer allen erklärt habe, dass die Dinge in Taiwan ganz anders als in Thailand sind, ist mein Geld komplett bei der Familie meiner Frau angekommen, allerdings investiert und nicht einfach weg. Lustigerweise in Manila, Philippinen, wovor man auch gern warnt. Ein bisschen komme ich mir vor wie ein Arzt, der jahrelang vor der Krebsgefahr des Rauchens warnt und die Inhalation von frischer Bergluft in Dosen empfiehlt. Und dann Krebs von den Konservierungsstoffen der Bergluftdosen bekommt. Wenn sie den Vergleich verstehen.

Äh.... Viele Grüße aus Thaiwan wünscht...

Ludigel

Mittwoch, Februar 25, 2015

Kurzmeldung: Taipei will Kontrolle über "abtrünnige Provinzen" auf dem Festland

Es steht in der Verfassung der Republik China, die der Volksmund auch gern ungenau "Taiwan" nennt. Das chinesische Festland gehört zur Republik China und die Hauptstadt Chinas ist Nanjing. Und wir sitzen hier entsprechend nur temporär in Taipei, bis das Festland zurück erobert ist. Zum Chinese New Year darf man das mal sagen.

http://focustaiwan.tw/news/aipl/201502040039.aspx

Auch regierungsseitig und etwas diplomatischer wie im obigen Link.

Donnerstag, Oktober 23, 2014

Philippinen oder Taiwan

Wat is denn nu besser?

Der Vergleich von Taiwan und den Philippinen ist sicher so sinnvoll wie ein Vergleich von Äpfeln und Birnen und erinnert mich an die Frage "Was ist besser, ein Diesel oder ein Automatik?", die in den 90er-Jahren an einem hannöverschen Feuerwehrstammtisch gefallen sein soll. Beide Länder sind völlig unterschiedlich und was man bevorzugt, wird an der eigenen Motivation liegen. Etwa wird ein Sextourist die Philippinen aus allerlei Gründen bevorzugen und wäre in Taiwan allein und verloren (nett, sich das bildlich vorzustellen). Jemand, der als Arbeitnehmer eine interessante Auslandstätigkeit sucht, hätte hingegen in Taiwan Chancen einen Job zu finden, auf den Philippinen hingegen keine.

Daher schreibe ich es für mich und daher rein aus meinem Blickwinkel auf, die Liste mag für den geneigten Leser völlig anders ausfallen.

Wichtig: Ich vergleiche mein Lebensumfeld in Taipei (TPE) mit dem angestrebten in Manila (MAN)

"Ja watt denn nu?"

PLUS-Taipei bzw. Taiwan (TWN)

TWN: Sehr sichere Straßen/man kann überall hin
TWN: Mittelprächtige äußere Sicherheitslage (ziemlich sicher, solange die KMT regiert)
TWN: Starke, wenn auch stagnierende Wirtschaft
TPE: Jobs in der Computerindustrie (und für mich eben relativ zu den Lebenshaltungskosten ein gut bezahlter)
TPE/TWN: Chaotischer, aber einigermaßen beherrschbarer Verkehr (das ist nicht wirklich ein Plus)

Sichere nächtliche Straßen in Taipei-NeiHu

MINUS-Taipei bzw. Taiwan

TPE: Immer noch siffige Umgebung zwischen schicken Neubauten
TPE: Immer noch recht viel Smogluft durch PKWs und Mopeds
TPE: Überfülltes Raumgefühl: Ständig Moped oder Ping Chens Hüfte unmittelbar am Körper
TWN: Totale Überdosis meinerseits nach 10+ Jahren
TWN: Mein Nichttalent für Mandarin und die Tatsache, dass man nur mit Englisch oft nicht weiter kommt

Taipei kann auch noch etwas slummig: Blick aus Ludigels Hinterfenster auf den verrottenden Essensmüll (inklusive Getränkedosen und -tüten) eines Nachbarn, der den selbigen einfach aus dem Fenster wirft


PLUS-Manila bzw. Philippinen (PHI)

MAN: Europäisches Raumgefühl in guten Vierteln / Gated Communities
MAN: Europäische oder mittelprächtige Sauberkeit in guten Vierteln / Gated Communities)
PHI: Stark expandierende Wirtschaft mit Investitionsmöglichkeiten
PHI: Billige Haushaltshilfe 24/7 und Fahrer, daher vmtl. mehr Freizeit
PHI: Billige Miete, relativ billiger Kaufpreis für Apartments (Kondos)
PHI: Businessseitig billige Arbeitskräfte
MAN: Deutsche Schule Manila viel günstiger als die in Taipei

Taal-See auf der Hauptinsel Luzon

MINUS-Manila bzw. Philippinen

PHI: "Gerade ausreichende" nationale Sicherheitslage mit islamistischer Bedrohung
PHI: Gefahr von Überfällen/Entführung außerhalb Sicherheitszonen
PHI: Islamistische Terrorgefahr mit Entführungen im Südwesten des Inselstaates (ausweitend?)
PHI: Fahrer erforderlich
PHI: Islamische Bevölkerungsschicht als Nährboden für islamistischen Terror
PHI: Breite verarmte Unterklasse als potentielle Destablisierung
PHI: Depri-Effekt durch den Kontrast der Wohlstandsburgen vs. Slums

Freitag, Mai 16, 2014

Angriffe auf taiwanische Unternehmen in Vietnam (Update)

Taiwanischen Fabriken in Vietnam wird die Hölle heiß gemacht durch den Mob. Wegen der VR-China

Im Ausländerforum wurde es schon gemeldet, jetzt hat die Story auch die NZZ, die ich nach Erinnerung in den Kommentaren jetzt wirklich morgendlich lese: In Vietnam greift ein gewalttätiger Straßenmob vorwiegend taiwanische Fabriken an, obwohl auch andere nichtvietnamesische asiatische Fabriken und auch entsprechende Leute auf den Straßen gerade gefährlich leben. Grund sind die Angriffe von "zivilen" chinesischen Schiffen auf vietnamesische  Küstenwachschiffe in umstrittenen Seegebieten. Die Vietnamesen setzten dabei offenbar Chinesen und Taiwaner gleich, selbst die NZZ schreibt von "Chinesen" die in einer taiwanischen Fabrik angegriffen worden wären. Sind damit wirklich Chinesen gemeint oder eben Taiwaner?
http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/alles-unter-kontrolle-1.18303269

Andererseits ist natürlich Taiwans offizieller Staatsname "Republik China" und unser prochinesischer Präsident hier in Taiwan betont immer, Taiwan sei eine Region Chinas (wie auch das "Festland" Chinas), womit er freilich China eher als Nation und nicht als volksrepublikanischen Staat meint.
Warum werden gerade taiwanische Unternehmen angegriffen? Vielleicht ist es ein staatlich gesteuertes Ventil, irgendwas antichinesisches zu machen ohne China selbst zu treffen?

UPDATE: Offenbar beschäftigen manche taiwanische Fabriken in Vietnam auch chinesische Angestellte, die sie von in China stillgelegten Fabriken mitgebracht haben. Die chinesischen Arbeiter und Angestellte sind billiger als die taiwanischen. So verschwimmen natürlich die Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes (Info freilich nur Hörensagen aus dem Ausländerforum).

Donnerstag, Februar 27, 2014

Deutschland, Taiwan, Gewalt auf der Straße

Manchmal bin ich nicht unfroh, dass unser Junior in Taiwan aufwächst

Wenn man Deutschland und Taiwan vergleicht, kommt man jedenfalls als Deutscher oft zu wenig Schmeichelhaftem für Taiwan. Straßen zu voll, Verkehr zu chaotisch, man meckert vielleicht über zu legeren Arbeitsstil den eigenen Maßstäben nach und schüttelt den Kopf über Tierquälerei oder dergleichen. In anderen Fällen schneidet allerdings Taiwan deutlich besser oder gar besser als Deutschland ab, sogar gemäß meinen sicher deutsch geprägten Kriterien. Die sicheren Straßen Taiwans sind da ein ganz großer Punkt. Zwar schneidet Taiwan in Sachen Mordrate (Mord und Totschlag war wohl in der letzten Statistik gezählt, die ich gesehen hatte) üblicherweise schlechter ab als Deutschland, aber den höheren taiwanischen Wert erklärt man sich im Allgemeinen mit Gangsterbanden-Auseinandersetzungen, von denen normale Bürger wenig mitbekommen. Offenbar hat hier öfter mal ein die Rotlichtbars (die wenige sind und sich an einheimisches Publikum richten!) kontrollierender Angestellter aus dem Mittelmanagement einer Runde "ehrenwerter Herren" eine Auseinandersetzung mit einem anderen Teamleiter oder der Konkurrenz, die dann manchmal zum Gebell der Straßenhunde unter fahlem Mondlicht auf einem Wellblechfabrik-Hinterhof ausgetragen wird, mit Pistolen und Messern.
Taiwans Straßen sind jedenfalls friedlich, auch in Barackenvierteln (deren Anwohner oft neue silberne Toyotas fahren) herrscht nächtlicher Friede, niemand überfällt einen oder dergleichen.

Ludigels Nachbarschaft, über allen Dächern ist Ruh

Was müsste Taiwan passieren um das zu ändern? Etwa könnte sich Taiwan um weniger Steuerung der Einwanderung bemühen oder etwa eingeladenen Fabrikarbeitern aus fremden Kulturen wie Indonesien oder den Philippinen, die Langzeitperspektive eines Langzeitaufenthaltes in Taiwan bieten. Das würde dann sicher die eben beschriebene Situation ändern. Denn Menschen aus ärmeren Ländern, die vielleicht auch strenger religiös sind - und eine andere Religion haben - haben oft eine größere Anzahl von Hühnchen, die sie mit irgendjemanden rupfen wollen. Aus Frust oder weil die Einheimischen sowieso Fremde sind, die mehr haben oder weil man das daheim auch so regelt. Schon wären dunkle Ecken oder gar Bahnhöfe und Discobesuche nicht mehr so friedlich, wie sie sind.
Tut Taiwan aber nicht, Taiwan kaserniert seine "fremden" Fabrikarbeiter, worüber sich eben dieses Blog auch schon aufgeregt hat, schau her wie widersprüchlich ich bin.

In Deutschland ist das alles anders, Deutschland hat sich längst entschieden ein relativ offenes Einwanderungsland zu sein. Bei jedem Besuch erlebe ich die Bevölkerung meiner Heimatstadt diversifizierter, warum auch nicht. Nein halt, Deutschland ist kein Einwanderungsland, sagt immer die CDU und lehnt mit diesem Argument die Steuerung der Einwanderung ab.
Die aufgenommenen Einwanderer stimmen freilich mit den in Richtung Deutschland gehenden Füßen ab und es kommen nicht nur Facharbeiter, gesuchte Pflegekräfte, Ärzte oder Ingenieure, sondern natürlich auch viele Glücksritter, die ja eh immer leichter ihre Umhängetasche packen. Und die haben Kinder, die in der Fremde großwerden und nach den elterlichen Maßstäben erzogen werden.

So ist Taiwan eher eine Monokultur, Deutschland hingegen ein Einwanderungsland, was besser ist weiß ich auch nicht. Während ich darüber nachdenke genieße ich die Sicherheit von Taiwan. Und klar, ein Herr Cihan A, der im Bus mit offen bekannter Tötungsabsicht seine bewaffneten Freunde zusammenruft irgendwo in Deutschland, dann einen Schlichter (der also Streit schlichten will) von hinten angreift, bewusstlos tritt und dann weiter auf ihn eintritt und seine Freunde den Bewusstlosen dann töten, der ist in Deutschland nicht richtig verantwortlich für seine Tat. Wie sollte er auch? Man weiß ja nicht, wer von seiner bewaffneten Truppe das Opfer (der deutsche Vorname des Opfers ist sicher reiner Zufall) letztendlich getötet hat.

Ich weiß es auch nicht. Und schüttele hier beim Frühstück den Kopf und mir zieht mal wieder das Wort "Blödland" durch den Kopf, das in meinen Gedanken immer öfter das alte Wort "Taiwahn" ersetzt hat, sich aber auf die alte und nicht die neue Heimat bezieht. Die üblichen Kommentare die man zu solchen Gedanken aus Deutschland bekommt, würden einen als Rechtsradikalen verleumden. Worüber ich wieder nur den Kopf schütteln könnte.
Ist aber nur nachrichtenlesendes Kopfschütteln meinerseits, das macht ja eigentlich jeder Mal beim Frühstück und der Zug zum Ändern wäre sowieso längst abgefahren.
  

Mittwoch, Oktober 30, 2013

China-Deutschland-Taiwan: Die Spielzeugconnection

Was Leute wie ich immer wieder tun, ist "deutsches Spielzeug" von Deutschland nach Taiwan zu reimportieren (im Sinne von zwei drei Spielzeuge für Kollegen und Bekannte mitbringen). "Reimportieren" könnte man fast sagen, schließlich ist Taiwan nicht die...


... wie dieses Straßenschild im Landkreis Taoyuan suggerieren will, das wohl auf ein Schokoladenmuseum verweist, sondern vom formalen Staatsnamen her die "Republic of China", was suggeriert, dass die Inhaber des Museums einen hier seltenen Sinn für Ironie haben.

Immer wieder geben Kollegen hier Bestellungen für aus Deutschland bestelltes Spielzeug auf, weil sie das als gesünder ansehen, bezüglich der Schadstoffausdünstungen, als Spielzeug aus Taiwan oder China. Sogar eine hier in Taipei arbeitende Kollegin aus China hat bei mir solches "deutsche" Kunststoffspielzeug (Holzspielzeug ist auch beliebt) bestellt und bekommen.

Doch bei JEDER dieser Spielwaren zeigt einem ein Blick auf die Box Verblüffendes. Hier etwa ein hübscher "deutscher" Holzzug...


Und drehen wir die Packung dieses Produktes etwas....


Natürlich "Made in China". Ist also dieser Reimport sinnfrei? Man könnte es meinen, allerdings könnte man auch mutmaßen, dass die deutschen Unternehmen eine strengere Qualitäts- und damit auch Giftkontrolle ausüben als chinesische Unternehmen, die auf sich allein gestellt sind. So haben etwa in Deutschland georderte USB-Festplatten eine viel längere Lebendauer als die in Taiwan bestellten, auch wenn beides "made in China" sind. Meine Taiwanchina-Festplatten in USB-Gehäusen sterben fast schneller als man den darauf abgespeicherten Spielfilm gucken kann, die deutschen halten ewiglich. Auch der Beluga-Zug oben wirkt geschmacks und geruchsneutral. Somit ist es vielleicht doch nicht so widersinning, wie es erst scheint.

Ach so, soll ich jetzt den taiwanischen Zoll fürchten, wenn ich sage, dass ich ein Spielzeug für 20 Euro aus Deutschland nach Taiwan für einen Bekannten mitbringe? Ich hoffe der hat Wichtigeres zu tun ;-)

Montag, September 30, 2013

Zeitreise

Eine Fotoserie, die ich schon länger im Blogeditor habe und endlich einmal posten will. War schon lange angekündigt der Beitrag, schon vor dem Deutschlandurlaub. Trotz meiner Taiwanrückkehrdepression muss das Bloggen weitergehen. The Blog must go on.



Auf in die Vergangenheit ins Taiwan Times Village:
No.1039, Zhongzheng Rd., Caotun Township, Nantou County 542, Taiwan R.O.C.


Neulich schon kündigte ich einen Bericht über eine versehentliche Zeitreise meinerseits an. Theorien und Praxis zu Zeitreisen gibt es schon lange (ersteres) oder erst seit kurzem (letzteres). Ein Physiker bastelt veritabel irgendwo an einer Tonne, in der das Raumzeitgefüge so sehr gebogen werden soll, dass es ringförmig an der Tonnenwand verläuft (jedenfalls die Zeit, die ja auch nur eine Dimension ist wie Länge, Breite und Höhe). Das Ergebnis wäre dann freilich kein Tunnel in vergangene Zeiten, sondern eher eine Stasekammer, in der keine Zeit verginge (http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1581717/Per-Ringlaser-in-die-Vergangenheit/), wie es mal in einem anderen Artikel dazu hieß (der Linkartikel hingegen redet plakativer von einer Reise in die Vergangenheit). Wäre das etwas, sich sagen wir 10 Jahre lang eindosen zu lassen um dann ein Jahrzehnt später fröhlich die Rendite der vorher gemachten Geldanlage zu kassieren (ohne Ausgaben in der Zwischenzeit!)? Wohl nicht. Vermutlich hätten sechs Terrorattentate und vier Wirtschaftskrisen das gesamte Geld vernichtet und es verginge einem die Lust am ausdosen.


Und wenn man in die Vergangenheit reisen könnte, in welche würde man reisen? Für mich ist das einfach zu beantworten. In die späten 70er, um mir ein paar LPs aus der Motown-Phase von Sammy Davis Jr. zu kaufen, schnelle Funk-Swing-Rythmen, die heute einfach nicht mehr zu kriegen sind und nur noch in Form einer Musikkassette im Schrank meiner Eltern (und einer von mir angefertigten verrauschten CD-Kopie) existieren. Aber vorher noch in die 80er, um einen großen Fehler in der Vergangenheit zu korrigieren, aber dann gäbe es jetzt dieses Blog nicht.
Allzu großen Aufwand muss man aber nicht treiben, unter der oben angegebenen Adresse landet man dann vor einer zum Ausflugsort umgebauten Fabrikhalle, die einem 60er-Jahresflair aus Taiwan präsentiert.

Für mitreisende Taiwaner in unserer Gruppe (es war ein Betriebsauflug) war es eine fast magische Zeitreise, denn alles sah etwa so aus, wie sie Taiwan aus ihrer Kindheit der frühen 70er in Erinnerung hatten.

Immer wieder erinnerten sie Werbeplakate oder auch nachgemachte alte Haushaltsutensilien, die neben allerlei modernen in den Geschäften angeboten wurden, an ihre Kindheit.

...

Infokästen und alte Reklame waren mit großer Detailliebe rekonstruiert worden. Den Taiwanern jedenfalls kam das alles authentisch vor.

...
Leicht konnten wir uns in den Gassen verlieren, wenn ich von einem Motiv gefangen war und wartete, bis Passanten mit modernen Digitalkameras oder zu moderner Kleidung aus dem Bild gegangen waren.

...

Die Illusion einer alten Stadt war manchmal fast perfekt, nur das Halogenlicht in den Obergeschossen und Geschäften war zu hell.

Hier ein altes Plakat einer häufig aus rassistisch bezeichneten Zahncreme aus Taiwan, die ursprünglich mit englischem Namen tatsächlich "Darkie" hieß, wobei Darkie eine abwertende englischsprachige Bezeichnung für einen dunkelhäutigen Menschen darstellt. Die Zahncreme hatte in ihrer Werbung auf die offenbar im Kontrast zur schwarzen Haut weißer wirkenden Zähne abheben wollen. Mittlerweile nennt sich die Zahncreme "Darlie" und die Wandlung der Packungen sieht man hier: http://creoleindc.typepad.com/rantings_of_a_creole_prin/2009/08/darkie-darlie-toothpaste.html

Manchmal war es schon erschreckend authentisch.


Wie man damals wohl als Weißer in Taiwan aufgefallen wäre? Noch heute wird man ja öfter mal angestarrt wie ein veritabler Marschmensch.

Was auch immer es hier gibt...

Hier kann man telefonieren, suggeriert das alte Schild an einem Kioskladen.

Modern gekleidete Leute ruinierten allerdings immer wieder schnell das alte Flair.

Wandmalerei

Taiwans unerschrockene Damen damals in Cinemascope, heute in den Büros überall zu finden.

Ein Prosit der Gemütlichkeit ... im Kinderzimmer? sieht eigentlich wie eine Bierflasche aus.

Der Pappzug fährt freilich nirgends hin, auch nicht in den falschen Papptunnel auf der anderen Seite. Und auch nicht über die Gleisattrappe.

... Lottobude altertümlich...

Stars von gestern. Damals noch ohne Latexmini.Oder höchstens beim Gartenumgraben bei Regenwetter.

Leckerli zu allen Zeiten...


...

Düstere Passage in die Vergangenheit.


...

Alte Werbung überall dran gepflastert. Man verzeihe mir die Auswahl.

... gell? ...
Und zum Abschied noch eine Szene auf den Gleisen, die junge Frau, die ihrem Freund entgegenlief wie in einer Wiedersehszene vor einem Eisenbahntunnel in einem der alten Kinofilme, deren Plakate überall herum hingen, schien fast so, als würde hier ein Film live ablaufen. Hätte nur noch das ausklingende Geräusch einer sich entfernenden Dampflok gefehlt, dann wäre der "und sie kriegen sich doch"-Abschluss des Films perfekt gewesen.