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Freitag, Juni 25, 2010

HIV in Taiwan (Updates)

Lange vernachlässigt: jetzt ein aufkommendes Problem? Neue Statistik bietet Grund zur Sorge.

 

Die Einstellung der meisten Taiwanesen scheint zu sein, dass HIV ein Ausländerding ist. Ich sage das, weil nach hiesiger Rechtslage Ausländer mit sexuell übertragbaren Krankheiten (und das deckt auch eine relativ harmlose Sache wie den sog. "Tripper" ab) sofort ausgewiesen werden. Jedenfalls war es so um 2005 herum und ich bezweifele, dass ich daran etwas geändert hat. Man kann jetzt also den Fall konstruieren, dass ein mit einer Einheimischen verheirateter Ausländer sofort ausgewiesen wird, wenn ihn der einheimische Ehepartner mit einer Geschlechtskrankheit ansteckt, weil sie fremd gegangen ist.
Vor ein paar Jahren brachten sie mal im TV eine Befragung von Studenten vor einem Plakat an der Uni, das vor HIV und AIDS warnte indem es Kondome anpries und die Studenten sagte alle "bujau-la" in die Kamera, also "brauche ich nicht".

Ein AIDS-Test gehört kurioserweise auch zur für ein Heiratsvisum wie ich es hatte notwendigen Prozedur. Ich musste mich auf Drogen, HIV und Lepra (!) untersuchen lassen in Deutschland, bevor ich den Lappen bekam.

http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2010/06/24/261968/HIV-on.htm

Nach Bluttestresultaten bei einer Blutspende sind jedoch in den ersten drei Monaten 2010 genau 22 HIV-Infektionen festgestellt worden, wobei sich "jung und Student" leider als typischer Fall erwiesen hat. Solange die jungen Taiwanesen ihren ersten festen Freund bzw. Freundin immer gleich geheiratet haben, wie das bei vielen über 30 noch der Fall ist, war HIV vielleicht wirklich ein Problem von lebenslustigen Englischlehrern aus den USA und Kanada und von illegal im Land befindlichen chinesischen Prostituierten. Da jedoch junge Taiwanesen mittlerweile vorehelichen Sex ebenso wie ihre Kollegen im Westen betreiben, sollte sich Taiwan mehr um AIDS-Prevention kümmern.
Nach Aussagen im Ausländerforum (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=89418)  sehen auch Ausländer Taiwan oft als AIDS-freies Paradies an und denken nicht an Safer Sex mit ihrer Freundin. Und letztere denkt bei Verhütung ehr an Schwangerschaft als an HIV.

Klarstellung: Taiwan ist kein Sextourismusland, abgesehen von ein paar Hostessen, die in den englischsprachigen Zeitungen annoncieren, richtet sich das Rotlichtmillieu hier maximal an japanische Geschäftsleute, aber nicht an westliche Ausländer. Wenn von Ausländern mit Freundin die Rede ist, wäre also ein typisches Paar Joe aus Oregon, der ein spannendes Jahr nach dem College in Taiwan erleben will und seine Freundin ist Vertriebsassistentin Lucy Chen, die 1000 Euro netto im Monat umgerechnet hat, bei den Eltern lebt und ihren letzten Urlaub in der Gruppe in Heidelberg oder Toronto verbracht hat. Mit Armutssextourismus hat das alles hier also nichts zu tun.

LINK:

Ähnlicher Artikel (über HIV und Kambodscha) im No-Have.net - Kambodschablog: http://www.no-have.net/2010/06/aufklaerung-ueber-hiv-und-aids-in-khmer-english-thai-vietnamesisch/

UPDATE:

Hier nochmal aufgezeigt, dass Taiwan kein HIV-freies Paradies ist. Böses Erwachen für Expat, als seine taiwanesische Freundin ihm sagt, dass sie HIV hat. Sie wusste es sogar schon vorher: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=29&t=88242&start=0. Wenn er sich angesteckt hat wird er ausgewiesen.

INFO:

http://en.wikipedia.org/wiki/HIV/AIDS_in_Taiwan

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

You asshole! What are you implying! This will have consequences!

Lucy Chen + Joe Turner


.... this comment was faked by Dr. Zyn. :-)

Stefan hat gesagt…

Echt, du hast medizinische Untersuchungen machen muessen? War das fuer das "Ehefaehigkeitszeugnis"? Ich hab keinerlei Untersuchugen machen muessen.

Anonym hat gesagt…

Zum Glueck wurden meine Leberwerte damals nicht untersucht. Sonst ware ich sofort des Landes verwiesen worden. Mein einziger Test war 'WO JAO' an der richtigen Stelle zu bruellen.
Lu Er Fu

"Ludigel" hat gesagt…

Ja, ich musste mich wirklich auf so viel Zeug testen lassen, dass die Ärztin im Gesundheitsamt sagte, sowas habe sie noch nie erlebt. Einen Lepratest hatten die in Darmstadt garnicht, ist ja auch nicht gerade ein typtisches Darmständer Leiden. Ärztin und ich waren uns einig, ich sei nicht leprös ;-)
Den Drogentest hat sie sich auch geschenkt, man könne Junkies auch per Sicht erkennen, sagte sie.

AIDS haben wir dann wirklich getesten, als Computer-Nerd hatte ich da natürlich keine Sorge, hihi.

Die Untersuchtung war Voraussetzung für das Ehezusammenführungs-Visum. Die ganzen Englischlehrer hier machen sowas auch für ihr Arbeitsvisum.

Wieso bist Du davon gekommen, Stefan???

"Ludigel" hat gesagt…

Grummel.... hätte mich vielleicht rasieren sollen beim Visumsantrag ...