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Montag, Juni 12, 2017

Ludigel hinterrücks angegriffen in Taipei (Auflösung)

Angriff auf meinen Hinterkopf. Was steckt dahinter?

Gestern Nähe NeiHu, Taipei. Ich hatte gerade auf einem Schulhof ein bisschen Sport getrieben - sehr ungewöhnlich für mich - und meine Frau war prompt beleidigt mit Junior abgedampft (versuchend ein Taxi zu nehmen, aber später feststellend, dass sie kein Geld dabei hatte und vergebens eine Stunde mein versehentlich auf Nicht-Stören gestelltes Handy anrufend), da ging ich noch schnaufend eine ruhige Seitentraße Richtung Parkhaus lang. Ein Hof hatte dort viele schöne Bäume und die Baumkronen spendeten auch auf der bürgersteiglosen Fahrbahn angenehmen Schatten - da passierte es! Irgendetwas traf mich mit Schmackes am Hinterkopf! Hatte mich ein erzürnter Taiwaner (Frau? Jemand anders) von hinten mit irgendetwas über den Kopf gehauen? Fühlte sich etwa so an, als ob jemand einen Stapel gebürgelter Oberhemden vom 2. Stock auf einen wirft. Verblüffend, aber nicht wirklich unangenehm. Ich drehte mich um und sah den Angreifer. Wer war es?

A) Hatte meine Frau mich doch noch gefunden und ihre Handtasche geschleudert?

B) Hatte ein tätowierter LKW-Fahrer sein Anrecht auf seinen Stamm-Parkplatz gegenüber einem unverschämten Fussgänger mit dem Wurf der Aufputschmittel-Flasche (eingewickelt in die Morgenzeitung) verteidigt?

C) Etwas ganz anderes?

Update später, Mutmaßungen bitte in den Kommentaren.

Seid Vorsichtig. It's a Jungle out there.

Und die Auflösung: Als ich mich umdrehte sah ich ... gar nichts. Kein Wurfgeschoss am Boden, kein Mensch in der Nähe. Ich hatte anfangs tatsächlich gedacht, die im Straßenverkehr sehr leicht erregbaren Taiwaner hätten mich als Ziel einer Attacke ausgesucht, immerhin bewegt man sich in Taiwan als Fußgänger gegenüber PKW-Fahrern auf dünnem Eis. Einmal hatte mich eine Frau mit ihrem New Beetle regelrecht weggeschupst, als ich wie auch hier auf bürgersteigloser Straße unterwegs war. Ich musste zur Seite springen, als das am Fressstand anhaltende Auto einfach dort hin fuhr, wo eben noch meine Füße waren. Und einmal wollte mich ein mich ursprünglich zuparkender PKW-Fahrer einfach mit seinem Auto überfahren, als ich ihn wegscheuchte und selbst einparkte - kaum dass ich aus dem Auto ausgestiegen war. "Bist Du jetzt wieder einem Autofahrer im Weg?" fragte ich mich und dachte schon, er habe die Morgenzeitung geworfen oder etwas. Aber keine Zeitung war da und auch kein Auto weit und breit abgesehen von schon parkenden.
Meine Frau war es auch nicht, niemand war da ;-)

Dann dachte ich mich müsste jemand aus den Fenstern der Mietshäuser beworfen haben, aber ich war durch Baumkronen zu gut geschützt. Baumkronen! Da ging mein Blick nach oben. Da saß ein großer  Vogel mit grauem Federkleid mit weißen Sprenkeln, einem langen roten Schnabel und sah mich ziemlich wütend von hoch oben an! Das Tier war etwa katzengroß! Mir war sofort klar, dass Brutzeit sein musste und er wohl sein Nest verteidigte und mich als Bedrohung wahr genommen hatte. Ich war ihm gleich dankbar, dass er weder seine langen roten Krallen noch seinen langen roten Schnabel benutzt hatte, sondern mich nur fast sanft mit seiner weichen Unterseite weggedrückt hatte. Amüsiert zeigte ich ihm das "das war Spitze"-Symbol mit dem Daumen und gratulierte ihm zum gelungenen Überraschungsangriff. Dann ging ich meiner Wege - auch wenn ich mich vorsichtshalber noch mal umdrehte.

Vermutlich war es dieser Vogel (dessen blaues Ferkleid je nach Licht auch durchaus grau wirken kann): https://en.wikipedia.org/wiki/Taiwan_blue_magpie

Da kam mir der Gedanke, dass der vernunftbegabte Mensch in den Gassen Taipeis ein viel unangenehmerer Umgang ist als so ein Federvieh ;-)

Donnerstag, Juni 08, 2017

Neuer Böser-Weißer-Skandal

Dass die taiwanischen Medien sich "Weißbrote" in Taiwan herauspicken, um sie schlecht darzustellen, hat über die Jahre sicher das Bild von Weißen in Taiwan negativ verändert. Aber..

... ein junger Mann hat sich u.a. wohl beim Wegwerfen von Müll in der Öffentlichkeit gefilmt. Etwa bei der Entsorgung eines Getränkebechers auf einem Geländer o.ä., beim Kommentieren der Kleidung attraktiver junger Frauen und hat außerdem offenbar Fischbälle durch die Gegend geschossen in der Öffentlichkeit. Die man sicher auch nicht essen kann. Auch wenn meine Frau auch mal welche verkaufen wollte. Hust. Sicher kein optimales Benehmen und ohne sein Zeug selbst auf ZWITTER ... äh... TWITCH gesehen zu haben bin ich auch kein Fan von solchem Benehmen. Trinken in der Metro etwa ist hier verboten und die Metro ist wegen Ess- und Trinkverbots sehr sauber. Wenn er sich per Video selbst überführt muss er auch mit Strafen rechnen. Ob die offenbar (laut Twitter) verhängten 100 Stunden Sozialarbeit angemessen sind bezweifele ich eher. Aber er kann ja auch froh sein nicht in Singapur zu sein, da gebe es jetzt Senge auf den Allerwertesten. Was sicher noch weniger angemessen wäre.

Aber so richtig solidarisch kann ich nicht sein für das "Mitweißbrot".





Unerhört, junge Damen ablichten und kommentieren. Kopfschüttel.


Also bitte, das war ein fast ernsthafter Solidaritätsversuch für den Mit-Laowai. Was kann man sonst noch verlangen?

Ich kenne auch alles nur vom Hörensagen und übernehme für nichts eine Haftung. Möglicherweise gibt es ihn gar nicht und der Apple Daily oder das Next-Magazin hat ihn sich ausgedacht. Oder die Getränkedose hat ihn gezwungen sie wegzuwerfen. Oder hat nie existiert. Oder er hat sich mal eingeklemmt in einem der wenigen Mülleimer an den Bushaltestellen, die er nicht finden konnte und hat seither ein posttraumatisches Trauma gegen die Dinger. Oder... Ich weiß es wirklich nicht.

Montag, Juni 05, 2017

Shao Ren Guo, Taoyuan County

"Window on China" heißt der Shao-Ren-Guo - Park im Landkreis Taoyuan. "Kleine Menschen Land" auf Deutsch.

Idyllischer Eingang. Einfach mal hinsetzen für eine Stunde und die hektische Welt vergessen. Aber nein, ich bin durchgehastet mit der Kamera, meiner Frau hinterher...


Palästina ganz friedlich. Edit: Das Bauwerk daneben geht im Stil auf frühe mesopotanische Zeit, 2./3. Jahrhundert zurück, stellt aber wohl das Minarett einer Moschee in Samarra, Irak dar.

In Indien hatten Frau und ich nur Stress, etwa wegen den einen am Arm berührenden Leprakranken auf der Fußgängerbrücke. Im Halbdunkel doch nicht das Angenehmste, auch wenn es kaum ansteckend ist. Trotzdem viel stressfreier in Taiwan.


Das ist... na sie wissen schon.

Eine tolle Modelleisenbahn gibt es da auch, über das ganze Gelände...

Nur den Zug...

... habe ich trotz längerem Auf-die-Lauer-legen hier nie erwischt. Weil Frau mit Scheidung drohte zur Essenszeit.

Und wie klein alles ist, sieht man vielleicht erst auf den zweiten Blick.



Einige wiedergefundene Fotos

... irgendwo in Taipei City



June 2010.


Nicht wörtlich nehmen.

My favourite garbage tree.

Weiß noch dass es ein Geschäftsessen war vom Team, wo wir alle an einem langen Tisch saßen und alle unser Essen auf die Teller der Teamgenossen werfen mussten. Reihum und ich habe keine Ahnung was ich gegessen habe oder warum ich mir Würstchen bestelle und dann den verdammten Fisch von den ewig Fisch futternden Leuten auf dem Teller habe und vom Würstchen nur noch einen Endzipfel. Heute stehe ich bei sowas schon mal auf und setze mich in den nächsten Seven Eleven und esse in Ruhe ein Sandwich.

Nachtrag: Nach 7 Jahren ärgert es mich immer noch ;-)