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Montag, Januar 06, 2014

Straßenkonzert

Beim Suppenkaufen schnell geschossen auf der 737-Lane bei uns in NeiHu, Taipei.

Hier sieht man die Hütchen, wo die 737-Lane im vorderen Teil Sonntags für Autos (allerdings nicht Motorroller) gesperrt ist, so dass sich eine ganz gemütliche Fußgängerzone ergibt. Schnell haben junge Sängerinnen und Sänger das im Hintergrund erkennbare Keine-Einfahrt-Holzschild als Rückwand für eine Privatbühne entdeckt und dort kann man Geld in eine Spendendose tun oder gar CDs oder Autogrammkärtchen kaufen. Ich hatte nur ein 10 NT-Stück und habe mich damit sparsam für das Foto erkenntlich gezeigt. Schottentarif. Und das Ganze ist ein gutes Beispiel für asiatische Raumausnutzung. Die junge Frau sang netten Mandopop, ganz wie ihre Kolleginnen im Fersehfunk.

Die gekaufte Suppe war in diesem Fall eine heiße Shabu-Shabu-Style - Brühe japanischen Vorbilds, zu der Reis gereicht wird, also NICHT die Nudeln im Bild. An unzähligen Essbuden kann man aber auch so ein Nudelgericht wie im Foto kaufen. Zu weichen Nudeln chinesischer Art gibt es hier eine wohl mit etwas Fleischsoße (?) abgeschmeckte Tofu-Nudelsauce, wirklich ein Genuss. Solche Nudeln kosten dann nur 80 NT oder so, etwa 2 Euro umgerechnet. Ich persönlich finde, nicht im Festessen Taiwans liegt hier der kulinarische Genuss, sondern im billigen Garküchenessen wie im Foto. Bei Taiwans billigen aber superleckeren Nudelgerichten kriege ich immer wieder Euphoriezustände.

Keine Rede kann also davon sein, dass ich das taiwanische Essen grundsätzlich nicht mögen würde, wie ich neulich offenbar missverstanden worden bin.


Donnerstag, Januar 02, 2014

"Buchstöckchen"

Gerne nehme ich das mir vom auch Taiwan-bezogenen Blogger Dunkelangst zugeworfene Buchstöckchen auf. Auch wenn ich noch nicht weiß, wem ich es als nächstes zuwerfen soll.
[Edit: Zur Minimalversion umeditiert - Google halber etc.]

Welches Buch liest Du momentan?
Kindle Ebook-Reader anklicken, nach vorne scrollen. Richard Phillips, The Second Ship. Ein bei Amazon.de gekauftes E-Book in englischer Sprache.

Anlässlich dieses Postings habe ich dann mal Resümee gezogen unter meinen Buchkonsum seit der Umstellung auf Ebooks und festgestellt, dass ich bei Amazon auf diese Art und Weise meist amateurhaft geschriebene SciFi oder Armageddon-Romane geringer Qualität gekauft und meist auch gelesen habe. Ich bin vor zwei Jahren oder so vom deutsche-Bücher-nach-Deutschland-bestellen und kiloweise-nach-Taiwan-tragen-und-dann-wieder-retour, damit sie nicht im Schrank verschimmeln (haben damals in Zhongli näher am Meer gewohnt) irgendwann auf die bequemen Ebooks umgestiegen. Aber in der Tat, die Qualität meines Lesestoffs hat sich rasant nach unten bewegt. Wohl weil Amazon Amateurpublikationen für teilweise unter 1 Euro bis max. 5 Euro puscht, die einem dann gleich als Vorschlag in den (bei mir) Software-Ebook-Reader geladen werden (per Coverbild). Oft ist das Zeug wirklich nicht mal die zwei oder drei Euro wert. Das gegenwärtige Ebook von Richard Phillips scheint eine Ausnahme zu sein: die ersten Seiten, die ich bislang gelesen habe sind nett geschrieben, der Autor scheint überraschende Ideen einfließen lassen zu können, statt im tranigen Trott einer Grundidee zu bleiben wie andere Autoren (etwa: ein Endzeitromanautor lässt seine Helden DIE GANZE ZEIT über von Invasoren/was-auch-immer auf die selbe Art und Weise verfolgen). Trivialliteratur, aber nett geschreiben zur Abwechselung mal.
[...]

Warum liest Du das Buch? Was magst Du daran?
Es klang so nett Space-Opera mäßig. Auch wenn ich wieder mal nur irgendein niedrigpreisiges und von den Lesern/Kunden hochgelobtes Ebook ohne viel Auswahl herunter geklickt habe.
Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?
Ja und Ja. "Urmel aus dem Eis" in mehreren Bänden von Max Kruse. Wohl erst vorgelesen und dann selbst gelesen, Und Bücher über eine Wildsau namens Wutz. Oder gehören beide in einen Roman? Verstört nehme ich zur Kenntnis, dass es mittlerweile eine 3D-Hardplastik-Computeranimation als Spielfilm gibt mit Urmel und Wutz, die so viel mit der Bilderwelt meiner Kindheit zu tun hat wie ein Plastiksaurier aus dem Kaugummiautomaten mit einem lebendigen Saurier. Nämlich nix.
Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den /die Du mal regelrecht verliebt warst?
Verliebt nicht, aber vielleicht in dem Sinne, dass ich das von Leidenschaft geprägte Streben und Leiden zweier Romanhelden in Michael Coneys "Der Sommer geht" hautnah miterlebt habe, wie ich es wohl später nie wieder in dieser Intensität hatte. Gefühlsidentifikation sozusagen. Auch wenn ich die Details vergessen habe.
In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?
[...] Ich denke ich würde mir eine Welt aus einer billigen "Groschenheft"-Serie aussuchen. Nämlich aus Perry Rhodan SciFi-Romanen, die ich einst als Jugendlicher gelesen habe. In den am Fließband geschrieben Wochenheften gibt es eine Vielzahl bewohnbarer Welten, viele Aliens und gute Reisemöglichkeiten. Da ich auch Star Trek-Romane gelesen habe, käme das Star Trek-Universum sicherlich ebenso in Frage. Nur hätte ich dann den Horror, in der Kantine eines Langstrecken"fliegers" einen naseweisen Jugendlichen vom Schlage Wesley Crushers zu treffen. Vor lauter elitärer Superhirne im NextGeneration-Universum würde man sich morgens ja gar nicht aus dem Bett trauen.
Ein Lieblingssatz aus einem Buch?
Das ist für mich so eine Frage wie: "Was war ihr Lieblingsmilliliter Wein, den sie je getrunken haben". Ein Satz für sich ist keine Geschichte, hat allein kaum Bedeutung. Günter Wallraff hat irgendwo in einem seiner von mir allerdings nicht selbst gelesenen Bücher (man hat mir seinerzeit daraus vorgetragen) den Satz "Deutscher Schäferhund leckt Blondine Brustkrebs weg" geprägt, als Prototyp einer gelungenen BILD-Schlagzeile. Weil er Patriotismus, deutsche Werte und Sex in einem Satz zusammenfasst. Es ist sicher ein besonderer Satz in einer instantartigen Komprimiertheit.[...]

Das Buchstöckchen war also eine gute Anregung nicht mehr aus Bequemlichkeit einfach auf die Amazon-Vorschläge zu klicken. Wenn ich auch immer noch nicht weiß, wer es jetzt als nächstes kriegt.