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Freitag, Mai 15, 2015

Shoppingsenderuhr, 26 Euro

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Mal wieder Zeit für eine Uhrenvorstellung. Neuzugang "Nautec GMT" vom deutschen Ebay gebraucht und fast neuwertig erstanden. Alle hier vorgestellten Uhren sind Automatiken, laufen also durch die Bewegung am Arm per Schwungscheibe ohne Batterie

* Neuesten EU-Richtlinen entsprechend kennzeichne ich jedwede Produktbesprechung als Werbung, auch wenn ich das Produkt kritisch bespreche, um Abmahnungen von einschl. Vereinen zu vermeiden.

Die Marke Nautec, die sich mit dem Beinamen "No Limit"*** schmückt, soll von deutschen Shoppingsendern vertrieben werden. Während anfangs die Qualität laut diverser von mir im Netz aufgefundenen Kundenmeinungen sehr durchwachsen zu sein schien, wird den Uhren in der letzten Zeit durchaus vernünftige Qualität zugesprochen, wohl ausgelöst durch höhere Stückzahlen und eben die Partnerschaft von Nautec mit einschlägigen deutschen Shoppingsendern. Nautec ist offenbar eine der zahlreichen "deutschnesischen" Uhrenmarken. Will sagen ein Deutscher oder ein kleines deutsches Unternehmen bestellt massenhaft Uhren in China und lässt diese mit eigenem Markennamen versehen. Oder eben nach eigenen Wünschen anfertigen. Es gibt da viele Standardmodelle, die in horrend schlechter Qualität von chinesischen Fabriken ausgestoßen und dann in Deutschland meist bei Ebay und Amazon unter wechselnden Markennamen angeboten werden. Die besseren Marken, wie offenbar Nautec, können jedoch entweder über die Stückzahl eine bessere Qualität durchsetzen oder arbeiten die Uhren nach. So kann man durchaus gutes "deutschnesisches" erstehen, auch wenn meiner Meinung nach die besten dieser Uhren mit japanischen Uhrwerken wie dem Miyota 8215 versehen sind. Weil made-in-Japan - Uhrwerke eben um Klassen besser sind als einfache chinesische Uhrwerke.


Meine eigene Uhr erstand ich für nur 26 Euro leicht gebraucht vom deutschen Ebay. Auch wenn noch einmal das selbe an Versandkosten nach Taiwan dazu kam (u.a. weil der Verkäufer Uhrenbox und Uhr getrennt geschickt hatte), ist das sicher nicht viel Geld für eine Uhr. Herstellungskosten chinesischer Uhren belaufen sich oft nur auf 4 US-Dollar pro Uhr oder weniger, daher sollte man nicht zu viel anlegen für einen im Grund genommen volksrepublikanischen Ticker.
Zu richtigen Uhrenfotos bin ich nicht gekommen, ein paar schnelle Schüsse vom Handgelenk müssen reichen. Die Fraktion der Freunde haarloser Arme muss sich daher heute wieder ein neues Blog suchen, ich bitte um Nachsicht. Immerhin habe ich keine Tatoos auf dem Arm, könnte also auch schlimmer kommen.


Die Nautec GMT wie im Bild gibt es u.a. mit schwarzem und blauem Zifferblatt und gleichfarbigem Tauchring, außerdem mit rot-blau geteiltem Tauchring (die sog. Pepsi-Variante in Uhrenfreaksprache), wohl auch noch mit schwarz-rotem Tauchring (die sog. Coke-Variante). Und eben in Orangemetallik, eine Farbgebung, die der Omega Planet Ocean entlehnt ist. Das Gehäuse der Nautec GMT ist jedoch ähnlich dem großen Vorbild Rolex GMT (die quasi zu einem Industrie-Designstandard geworden ist), auch wenn das Gehäuse dank massiger Formgebung etwas Eigenständigkeit hat. Insbesondere in der ungewöhnlichen orangen Farbe wirkt sie eigenständig und weit vom Rolexdesign entfernt. Geliefert wird sie mit einem wertig wirkenden Metallband, das allerdings sog. Madenschrauben zur Gliederbefestigung verwendet (nicht an der Uhr selbst, sondern für die Bandglieder untereinander). Bei 27 Grad im Schatten wollten die Maden partout nicht aus ihren Löchern kommen und da ich sowieso hinreichend viele Uhren am Metallband habe (u.a. den Omega Planet Ocean-Klon von Alpha) entschied ich mich kurzerhand das Metallarmband tief in der Uhrenkiste verschwinden zu lassen und ein aus England geschicktes Lederband zu montieren, das im Bild zu sehen ist. Das wertige Band ist ähnlich teuer wie der von mir bezahlte Uhrenpreis und lässt den Glimmer des Tauchrings sehr viel poppiger hervortreten als das beim original Stahlband der Fall gewesen wäre.

Hier ist es 15.47 in Taiwan und 9.47 in Deutschland. Bei gerader Draufsicht auf das Zifferblatt statt schrägem Seitenblick sähe man, dass der 2.Zeitzonenzeiger kurz vor der 10 steht, wie es auch richtig ist. Die versetzte Einstellung des Tauchrings mit der 24h/GMT-Sala kompensiert ein leichtes Versetztsein des 24-Zeigers bei meiner Ablesung. Aber das kann sich jeder hindrehen wie er will.
Das Datum ist unter der Lupe gut ablesbar (hier nicht zu erkennen im Foto).


Technisch gesehen verspricht die Nautec GMT Saphirglas und 300 Meter Wasserdichte, will sagen sie soll zum Tauchen geeignet sein. Uhrenfreunde im Uhrforum sprachen zwar von zu dünnem Saphirglas um damit wirklich tauchen zu können (eine Preisfrage, denn das kratzfreie Saphir ist teuer), aber ich kann die Stärke des Glases nicht verifizieren und tauche ja auch nicht mit der Uhr. Ein spanischer Onlinehändler bei Ebay verkauft die Pepsivariante der Uhr oft für etwas über 50 Euro neu, sicher nicht zu viel für eine Saphirglas-GMT mit Edelstahlgehäuse. Übrigens ist die Uhr eine "unechte GMT" (GMT steht bei Uhren für eine zweite Zeitzone). Das heißt der 2.Zeitzonen-Zeiger ist eigentlich nur ein 24h-Zeiger, der der 24h-Beschriftung auf dem Tauchring folgt. Im Normalfall hat man den bei "24" angesiedelten Pfeil auf der 12 der Uhr und so kann man dann überflüssigerweise mittels des roten Zusatzzeigers (mit weißer Spitze) ablesen, ob es gerade 16 Uhr oder 4 Uhr morgens ist, wenn der normale Stundenzeiger auf der 4 steht. Will man nun eine zweite Zeitzone anzeigen, dann muss man den Tauchring verstellen, bis der 24h-Zeiger auf der gewünschten Uhrzeit der zweiten Zone steht. Hier im obigen Bild ist der Drehring so verstellt, dass der zweite Zeitzonenzeiger die deutsche Zeit GMT+1 anzeigt, während die Uhr sonst die taiwanischer Zeitzone GMT+8 anzeigt. Durch Sommerzeit in Deutschland ergibt sich derzeit aber nur eine Differenz von 6 Stunden, daher steht der Tauchring eben so wie er steht.
Der 24h-Zeiger folgt also bei Zeigerverstellen immer dem normalen Stundenzeiger und lässt sich nicht unabhängig einstellen. Im Gegensatz zu meiner Alpha GMT (siehe hier) läuft der "GMT-Zeiger" bei der Nautec übrigens konstant, will sagen weder zu schnell noch zu langsam im Vergleich zur Normalzeit. Das ist angenehm, weil ich dann nicht alle paar Tage die zweite Zeitzone nachregeln muss, wie das etwa bei der Alpha GMT der Fall ist. Vielleicht läuft der 2.-Zeitzonenzeiger der Nautec etwas versetzt zur Normalzeit (wie auch bei der Alpha GMT), aber das kann man durch ein leichtes Verstellen des Tauchrings kompensieren. Wichtig ist, dass die Anzeige konstant läuft, was ja auch der Fall ist bei der Nautec, während bei der Alpha die Zeitdifferenz zur Normalzeit zunimmt.

Alpha "P.O." zum Designvergleich. So etwa sieht eine echte Omega Planet Ocean auch aus.

Interessant ist es einmal, die drei Chinesinnen Alpha P.O. (oben, etwa 90 US-Dollar), Alpha GMT (unten, etwa 90 US-Dollar) und die Nautec GMT "unter der Haube" gegenüber zu stellen und im Praxistest zu vergleichen. Da ich kein Uhrenaufmacher bin muss sich der Vergleich freilich auf Worte beschränken.

Und noch eine Hongkong-Hommage, die Alpha GMT, extrem nah am Design der Rolex GMT, so nah wie es irgend geht

Die Alpha GMT mit ihrem echten GMT-Werk, bei dem der Nachteil ist, dass ein Verstellen des Stundenzeigers den eigentlich unabhängigen GMT-Zeiger mitverstellt, hat ein Werk des chin. Uhrenherstellers Shanghai unter der Haube, allerdings in B-Qualität. Das heißt, dass hier u.U. gebrauchte und schon mal reparierte Werke zum Einsatz kommen, die einem aufmachenden Uhrmacher schon mal leichte Verschmutzung inklusive Haare zeigten, wie ich im Netz gefunden habe. Und das bei einer fabrikneuen Uhr. Aber der Vorteil ist, dass solche Werke vielleicht schon mal durch die Finger eines Uhrmachers irgendwo in China gegangen sind und vielleicht gar nicht mal schlecht laufen. Meines läuft mit 15 Sekunden Vorlauf am Tag - normal für eine Unter-500-Euro - Automatikuhr. Gehäuse und Armband (sehr scharfkantig!) haben aber durch schelchte Verarbeitung genervt und Nacharbeitung u.a. mit Pattex erfordert - zur Wiederbefestigung der Pepsiskala.

Die Alpha P.O. in Orange hingegen hat wie die gleichfarbige Nautec ein Seagullwerk, möglicherweise das ST-6, wie man immer wieder liest. Das hat keine GMT-Funktion und läuft bei mir mit bis zu 55 Sekunden Vorlauf am Tag - hier müsste ein Uhrmacher mal eine Feineinstellung vornehmen. Bei der Alpha P.O. war das Armband eine Strafe, es ließ sich nur mit armbandbeschädigender Brachialgewalt verkürzen (Stifte saßen teilweise fest, auch der Armbandverkürzer hier in Taipei verzweifelte), sonst ist die "P.O." aber sehr gut verarbeitet. Beide Alphas haben aber nur Mineralglas und sind nur mit 30m bzw. 50m Wasserresistenz angegeben. 
Übrigens basieren sowohl das unechte GMT-Werk der Nautec (Seagull, Bezeichnung ist mir unbekannt) wie auch das echte GMT-Werk der Alpha auf einem älteren schweizer ETA Original-GMT-Werk, das natürlich um Klassen besser ist.

Nachteil der Nautec: Der Tauchring verstellt sich leicht, so dass die 2. Zeitzone dann evtl. verstellt wird.

Was die Nachtablesbarkeit angeht, so hat die Nautec die beste (grüne) Floureszierung, die beiden Alpha sind da eher leidlich, aber auch noch ablesbar. Wie genau die Nautec laufen wird ist noch nicht abzusehen, da sich Uhren immer erst einlaufen. Derzeit läuft sie auch mit etwa +15 Sek. pro Tag, man wird sehen. Verschraubte Kronen, wie sich das für echte oder Möchtegern-Taucheruhren gehört, haben übrigens alle der drei Uhren hier.

In Sachen Verarbeitung ist die Nautec gleichauf mit der Alpha P.O, kombiniert mit Ganggenauigkeit ist sie die beste der drei Chinesinnen. Als Referenz für die Preisklasse möchte ich die Gigandet Seaground 2 ins Feld führen. Da ist auch ein deutsches Unternehmen dahinter, das die Uhren in China mit dem erwähnten Miyotawerk bestücken lässt und im Netz zwischen 130 und bis zu über 500 Euro dafür verlangt - ich selbst habe 70 bei einer Auktion von einem anderen Anbieter bezahlt. Die Gigandet ist von der Verarbeitung her die hochwertigste (Band und Uhr problemlos) und hat eben ein japanisches Innenleben, wenn auch ohne GMT. 

 Gigandet Seaground 2 (hier im ungewöhnlichen Grün), eine der zahlreichen Rolex-Submariner Hommagen mit einer gewissen Eigenständigkeit im Auftritt

Die wohl beste Alternative unter den günstigen Uhren ist meiner Meinung nach die Orient Deep-Reihe aus dem Seiko-Konzern, unten in der Pepsivariante zu sehen. Für etwa 110-130 Euro hat sie ein gutes einfaches Automatikwerk (nicht schlechter als das Miyota) und eine solide Verarbeitung und ein eigenständiges, leicht retro-wirkendes Äußeres, Mineralglas und 200 Meter Wasserdichte nebst verschraubter Krone - Bild unten neben der Gigandet. Und alles Made in Japan bei Orient.

Rechts: Orient Deep "Pepsi" mit fremdem australischen Mesh/Milanaise-Armband

*** "No limits" hingegen (mit zusätzlichem S dran) ist ein Beiname des renommierten italienischen Uhrenherstellers Sector.

Update 2019: Die Nautec von oben hat bereits seit langer Zeit Feuchtigkeitsbeschlag im Inneren, obwohl sie immer zugeschraubt war über die Schraubkrone und wird wohl demnächst entsorgt. Oder kommt doch mal zum hiesigen Batteriewechsel zum Trockenlegen. Mal schauen. Die Gigandet ist einfach aus Gründen der Sammlungsverkleinerung verkauft. Die schicke Orient sollte das selbe Schicksal erleiden, allerdings hat ein entfernter Verwandter erboten, sie zu übernehmen. Und sie dann nie bezahlt, der nichtsnutzige $§§&%$§#. Never mind. Den beiden Alphas geht es immer noch gut, auch wenn ich das katastrophale Metallband der GMT gegen ein Lederband getauscht habe.

Dienstag, Mai 05, 2015

Ludigels Rentenüberblick Taiwan (Update Oktober 2019)

Zur Rentenversicherung in Taiwan
(Kleines Update Februar 2019 und 2x Oktober 2019)


Hinweis: Kommentare unten können sich auf ältere Versionen dieses Artikels beziehen!

Bitte beachten Sie das letzte Update vom Oktober 2019 ganz unten!

Natürlich sind IT-Leute wie ich immer jung und werden nie Alteisen. Und das Rentenalter ist ja noch weit weg. Aber schon beim Erhalt des Abizeugnisses hat uns die Schulleitung damals gleich einen Rentenbescheid über die Zeit mitgegeben. Wenn ich jetzt also mal gucke, wie das denn nun mit den Rentenjahren in Taiwan ist, ist das sicher nicht zu früh. Update: Wichtig: Es existiert KEIN Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Taiwan, daher kann man sich nicht an den deutschen Rentenversicherungsträger wenden was Beiträge und Leistungen angeht, sondern Taiwan aka die Republik China ist zuständig.

Immer wieder hört man von der "Labor Law"-Rente als auch der "National Pension"-Rente. Die Labor-Law-Rente ist dabei die Normalrente und Gegenstand dieses Artikels.  Die "National Pension" hingegen greift möglicherweise nur für Leute, die keine andere Rente in Taiwan haben - also auch keine Labor Law-Rente, wie sie unten gleich erklärt wird. Eigenartigerweise geht meine Frau trotzdem davon aus beide zu bekommen. Aber da bin ich mir nicht sicher. So wie es auf den englischsprachigen Infoseiten taiwanischer Regierungsinstitutionen steht kann man nur entweder Labor Law-Rente oder National Pension bekommen, nie beides. Die National Pension steht nur für Staatsbürger der R.O.C./Taiwan zur Verfügung und neuerdings (2013) für Ehegatten der selbigen. Stellt aber offenbar in der Praxis nur eine kleine Zusatzabgabe vom Gehalt dar von der man letztendlich nichts hat, wenn man ohnehin die normale "Labor Law"-Rente kriegt.

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Zur Labor Law-Rente:
Zu beachten ist, dass es ein altes und ein neues Labor-Law-Rentensystem gibt. Das alte galt bis 31.12.2004 (theoretisch seit 1953) und war firmengebunden. Das heißt das Modell ging davon aus, dass man sein ganzes Leben beim selben Arbeitgeber arbeitet. Der hatte dann ein Fondskonto bei der Nationalbank für einen aufgemacht und bei Eintritt des Rentenalters hätte man beim Arbeitgeber die Rente beantragt. Eigentümer des Rentenkontos ist der Arbeitgeber gewesen! Auch wenn das System seit 1953 theoretisch existierte (ganz theoretisch aber nicht anwendbar seit 1950) wurde es aber nicht "enforced" wie die Taiwaner auf den englischen Webseiten schreiben. Das heißt es hatte für den Arbeitgeber keine Konsequenzen wenn er die Rentenversicherung ignoriert hat. Und fast jeder Arbeitgeber hat sie ignoriert.
In der Praxis gab es Nutznießer erst ab den 90ern, oft sogar erst 2000er-Jahren. Vorteil des alten Systems der Labor-Law-Rente: Man kann zwischen Einmal- und monatlicher Zahlung wählen.

Phase II der Rentenversicherung kommt dann ab dem 01.01.2005. Wer jetzt neu ins Arbeitsleben eintritt oder den Arbeitgeber wechselt kommt automatisch in das neue System. Das neue System hat jetzt das Arbeitsministerium der R.O.C./Taiwan als Rentenversicherungsträger und wieder gibt es einen Fond für den Arbeitnehmer. Diesmal ist jedoch der Arbeitnehmer der Eigentümer des Fonds, auch wenn er ihn erst mit eingetretenem Rentenalter (oder mit etwas Abschlag 5 Jahre vorher) in Zugriff nehmen kann. Allerdings wurde das Rentensystem immer noch nicht "enforced", so dass wohl wieder nicht alle Arbeitnehmer eine Rentenversicherung in dieser Zeit hatten. Man kennt es ja von älteren Taiwanern, die haben nur dann eine Rente, wenn sie bei Vater Staat gearbeitet haben.

Ansprüche aus Phase I können in das neue System übernommen werden, aber das ist kein Automatismus. Wer die Ansprüche nicht beizeiten überführt hat eine unklare Situation, wie er später mal verfährt, wenn das Unternehmen nicht mehr existiert. Auflösung hier unklar.

Phase III kam dann ab 2009. Jetzt wurde die Rentenversicherung "forciert".  Also die Nichtteilnahme durch Unternehmen bestraft. Erst jetzt wurde die Labor-Law-Rente zur Rente für die breite Masse. Jedenfalls für alle, die ordentlich angestellt sind und nicht nur schwarz bei Oma am Nudelstand arbeiten.

Anspruch hat man derzeit noch mit Rentenalter 60 für Herren und 55 für Damen, jedoch steigt das Rentenalter laut den englischsprachigen Infoseiten ab 2019 (dem 10. Jahrestag der "Forcierung" der Rente, manchmal aber auch mit 2018 angegeben) alle zwei Jahre um 1 Jahr an. Leser dieses Blogs, sollten Sie in Taiwan an der Rentenversicherung teilnehmen, werden also wohl erst ab 60/65 (Damen/Herren) auf den Rentenfond Zugriff haben, denn das ist derzeit offenbar das Endalter der erwähnten Steigerung.
UPDATE: Nach dem Besuch bei einer "...Insurance Labor Union", also einer Art Sozialversicherungsnehmer-Gewerkschaft in Taipei (tatsächlich eine private Agentur, keine Gewerkschaft im deutschen Sinn) sieht es so aus, als ob ich (Jahrgang 66, seit 2004 Arbeitnehmer in Taiwan) jedenfalls die Rente schon mit 65 ohne Abzug beantragen könne. Für jedes Jahr der späteren Beantragung sollen 3% Zinsen gezahlt werden. Andere Quellen reden von einer weiteren Steigerung bis 67; ich hoffe derzeit aber auf die 65.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, auf den Rentenfond des neuen Systems zuzugreifen. Natürlich immer durch Antragsstellung beim Rententräger. Und es ist fast sicher davon auszugehen, dass nur auf ein taiwanisches Konto gezahlt wird, obwohl dazu Informationen fehlen.

Fall 1: Man hat weniger als 15 (in der Praxis ist die Grenze offenbar sogar 16) Beitragsjahre. Dann erhält man eine Einmalzahlung wie folgt:

a) Man nehme die 60 gehaltsstärksten Monate und bilde ihren Durchschnitt Dg.
b) Man multipliziere Dg mit den vollen Beitragsjahren, das müsste die Auszahlungssumme sein.
Als obere Berechnungsgrenze findet man zwar auf englischsprachigen Webseiten 150.000 NT für das monatliche Gehalt (darüber wird gekappt für die Rentenformel), aber die Beamten nehmen möglicheweise (lt. Info die meine Frau bekommen hat) den niedrigeren Kappungswert von 43.900 NT für die Formel.



Fall 2: Man hat 15 (lt. chinsischspr. Seiten: 16) Beitragsjahre voll

Dann erhält man eine monatliche Rente. Monatlich Auszahlungssumme ist der größere Wert von den beiden alternativen Formeln:

Dg x Ej x 0.00775 + 3000 NT
Dg x Ej x 0.0155 NT

Kürzel:
Dg: durchschnittlich versichertes Gehalt 
Ej: Einzahlungsjahre
NT: New Taiwandollar
Gehälter zählen möglicherweise nur bis zur oben angegeben Obergrenze von offenbar 43.900 NT, darüber Kappung.



Immer wieder hört man, man könne auch bei neuen System zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rente auswählen. Das ist laut der englischen Wiedergabe der Gesetzestexte falsch. Jedenfalls nach diesen englischen Seiten gibt es die monatl. Rente nur, wenn man 15 Jahre eingezahlt hat und die Einmalzahlung nur bei weniger als 15 Jahren. Aber: Die oben erwähnte Insurance Labor Union erklärte, ich würde bei Komplettierung von 15 (offenbar 16) Jahren Beiträgen zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rentenzahlung wählen können. Wieder scheint die Praxis nicht den auf Englisch wiedergegebenen Gesetzestexten zu folgen.

Unklar ist mir noch, wie nicht vollständige Rentenjahre zählen. Ich vermute, dass diese anteilig zählen, bin mir aber nicht sicher. Es wäre ja unfair jemanden, der nur 11 Monate in Taiwan rentenversichert war, wegen des fehlenden Monats seine Rente vorzuenthalten.

Unterschiedliche Rechtslage für in Taiwan verbeamtete Ausländer und normale Angestellte: Wie im Facebookforum "Germans in Taiwan" berichtet wird und wie mir der Betroffene selbst geschrieben hat, ist im Falle einer Public Service Pension (das ist die Rente für beamtete Staatsdiener, über die man wenig auf Englisch findet) einem Antragssteller mit der erforderlichen Anzahl von Jahren für die monatliche Rentenzahlung eben diese verweigert worden mit der Begründung, er habe keine Staatsbürgerschaft der Republik China/Taiwan. Update: Mittlerweile ist durch Auskunftseinholung beim taiwanischen Rentenversicherungsträger klar  dass es bei der Public Service Pension eine Sonderregelung für Ausländer gibt.  Diese erhalten offenbar nur dann eine monatliche Rente, wenn sie auch Staatsbürger der Republik China sind, ansonsten nur die Einmalzahlung.


UPDATE: Mir hat der Betroffene, ein in Taiwan beamteter Professor an einer taiwanischen Universität selbst seinen Fall erzählt. Achtzehn Jahre Dienst und während es anfangs hieß, die ausländischen Beamten würden wie Taiwaner behandelt heißt es nun, sie bekämen mangels hiesiger Staatsbürgerschaft nur die (recht geringe) Einmalzahlung!

Wichtig für Taiwan vor Erreichen der 16 Jahre Rentenbeiträge verlassende Ausländer:
Man kann -jedenfalls durch Mitgliedschaft bei der o.g. Organisation- weiter in der Krankenversicherung und der Rentenversicherung in Taiwan bleiben und die notwendigen Beiträge aus dem Ausland heraus zahlen!

a) Grundvorraussetzung dafür ist, die ARC zu behalten, wofür man jedes Jahr für ein paar Tage nach Taiwan kommen muss (Achtung: Das geht nicht für APRC-Inhaber, da diese 183 Tage im Jahr in TWN leben müssen!).

b) Parallel kann man auch in der gesetzlichen Krankenversicherung Taiwans, der NHI bleiben und die zugehörige Chipkarte behalten, wenn man weiter die Beiträge zahlt und sich einmal im Jahr in Taiwan bei irgendeinem Arzt für irgendetwas behandeln lässt (!).

c) Auch ohne Job in Taiwan und bei Wohnsitz im Ausland zahlt man dann freiwillig weiter die Rentenversicherungsbeiträge, um die 16 Beitragsjahre (oder mehr) zu komplettieren. Der Rentenanspruch kann dann in meinem Fall sogar noch deutlich gesteigert werden (von etwa 12.000 NT bei 16 Jahren -oder auch nur 10.500- auf 19.000 NT bei Weiterzahlung bis zum Rentenalter).

Meine Mitgliedschaft in der "Sozialversicherungsgewerkschaft" ist bereits akzeptiert worden. Offenbar musste die Org dazu eine Regierungsgenehmigung einholen. Ich werte das als Hinweis, dass ich dereinst wirklich eine monatliche Rentenzahlung bekommen werde.

Soweit mein Scrapbook zur Rentenlage. Wer mehr versteht davon möge in den Kommentaren Berichtigungen schreiben. Link zur Labor Law Rente von Regierungsseite: http://www.bli.gov.tw/en/sub.aspx?a=JpyLhdHXQNs%3D


Werden die Taiwaner nun garantiert zahlen, selbst wenn man bei Renteneintrittsalter schon längere Zeit nicht mehr in Taiwan wohnt? Das weiß ich natürlich auch nicht. Erfahrungsgemäß haben taiwanische Beamte sehr eigene Vorstellungen von der geltenden Rechtslage, die mit dieser längst nicht immer deckungsgleich sind. Es scheint eine Art eingefleischtes Prozedere in jeder Behörde zu geben, nach dem relativ unabhängig von der Rechtslage verfahren wird. Da kennen die Beamten dann kein Verhandeln und bleiben i.d.R. stur dabei. Ein Ausländer, der wie ich dann irgendwann Rente beantragt wird in dieser Hinsicht also Neuland betreten.

Ich denke, wenn man einen Schrieb mit seinem chinesischen Namen hat (etwa die letzte ARC) und idealerweise die Unternehmen mit ihren chinesischen Namen findet - etwa Gehaltszettel aufgehoben hat - wird es wohl kein Problem geben. Desto mehr man dem "Laowai" gleicht, der nach Jahrzehnten ankommt und sagt, ich heiße Hermann Meier und habe mal bei Gobbeltec in Wanli gearbeitet und lebe heute in Oberammergau in Deutschland, desto geringer sind wahrscheinlich die Chancen den Prozess ordentlich abzuschließen. Mit dem chinesischen Namen "He Ping Lee" oder was auch immer in chinesischen Schriftzeichen und dem wahren Namen von Gobbletec (in chinesischen Schriftzeichen: Millionen-Treue-Kunden-Hochtechnologie-Exzellenz-auf -goldener-Wiese-im-Mondschein Ltd.) wird es wohl gehen.

Persönlich bin ich nach dem Besuch der oben erwähnten Rentenagentur etwas optimistischer geworden, dass alles glatt über die Bühne gehen wird dereinst.


Ich selbst als Beispiel: Konkret ist meine Situation die folgende (freilich ohne Gehaltssummen):


2004 habe ich bei einem Unternehmen hier angefangen und bin wohl bis Anfang 2005 geblieben. Für diese Zeit ist in das alte Rentensystem eingezahlt worden. Der Inhalt des resultierenden Rentenfondskonto (bei der Nationalbank) bzw. die gezahlten Beiträge sind mittlerweile bereits in das neue System per Antrag überführt worden.

Als ich dann um 2005 den Arbeitgeber gewechselt habe, bin ich direkt in das neue Rentensystem gewechselt, weil meine Arbeitgeber netterweise von der Rentenversicherung Gebrauch gemacht haben, ob wohl diese vor 2009 nicht zwingend war. Das Unternehmen gibt es heute nicht mehr wirklich, aber das unerheblich, weil meine Beiträge ins neue Rentensystem "gerettet" worden sind.

Mein aktueller sehr großer Arbeitgeber hat dann (Wechsel 2007 denke ich) auch korrekt abgeführt.

Also habe ich im Jahre 2016 die Rentenformel Dg * 12 als Einmalzahlung in NT. Das müsste ich bei Eintritt des (65. oder) 67. Lebensjahres erhalten, wenn ich im Jahre 2016 aufgehört hätte zu arbeiten.

Die kohärenteste Info zur Rentenlage ist wohl der Link der Immigratiosbehörde: http://iff.immigration.gov.tw/ct.asp?xItem=1217233&ctNode=34333&mp=iff_en


Edit: Wissenschaftliches Papier zur Rente in Taiwan der Universität Kent: http://www.kent.ac.uk/scarr/events/beijingpapers/Funew2ppr.pdf 


Modellrechnung 1:

Thomas Meier hat vom 01.01.2010 bis zum 01.01.2020 in Taiwan als normaler Angestellter bei einem taiwanischen Unternehmen gearbeitet. Sein Gehalt ist in den Jahren von 80.000 NT auf 120.000 NT monatlich gestiegen. Angerechnet für das Durchschnittgsgehalt werden aber offenbar nur 43.900 NT monatlich, so dass er (wenn er dereinst 65 - oder 67 Jahre?) alt ist, in Taiwan folgende Rente beantragen kann:

10 x 43.900 NT = 439.000 NT als Einmalzahlung.

Entscheidet sich Thomas Meier nun für die Mitgliedschaft in der privaten Sozialversicherungsgewerkschaft dann kann er seine Beiträge freiwillig noch 6 Jahre weiter zahlen (das sind dann offenbar knapp 4400 NT monatlich) und erhält dann mit 65 oder 67eine monatliche Rente von 10.887 NT auf ein taiwanisches Konto.
Lebt er noch 10 Jahre nach Rentenerhalt, sind das immerhin 1.306.440 NT Rente.

Modellrechnung 2:

L. Udigel (Name von der Redaktion geändert) hat von Februar 2004 bis -sagen wir- Juni 2020 in Taiwan gearbeitet. Das macht dann 16 Jahre Beitragszahlung. Schon mit kompensiert sind vielleicht ein paar Monate zwischen den Jobs. Er hätte also auf jeden Fall 15 Jahre Rentenbeiträge voll, um die monatliche Rente zu bekommen.
Sein Gehalt war immer über dem (in Praxi) Kappungsbetrag von mtl. 43.900, damit ergibt sich die folgende Rechnung nach den beiden Formeln oben:

43900 x 16 x 0.00775 + 3000 = 8443.6 NT
43900 x 16 x 0.0155 = 10887.2 NT

(selber Betrag wie oben ;-)

Also würde der gute L. Udigel, wenn er dann im Juni 2020 in seine Heimat Teutschland entschwände, mit 65 (oder 67?) eine monatliche Rente von 10887 NT auf ein taiwanisches Konto erhalten. Nach dem gegenwärtigen Kurs wären das etwa 311 Euro. Da man gegenwärtig nicht per (ohnehin komplett auf Chinesisch vorhandenem) Computerbanking von Taiwan ins Ausland Geld transferieren kann, müsste der Gute dann einen Vertrauensmenschen in Taiwan haben oder alle paar Jahre rüberfahren, um sich nach viel Zungenbrecherei oder mit Dolmetscher das Geld nach Deutschland überweisen zu lassen, was wohl jeweils 100 Euro Gebühren verschlingt. Obige Rechnung geht davon aus, dass er nicht die Rentenbeiträge weiterzahlt.

UPDATE 10/2019: Bin die Tage informiert worden (über einen chinesischsprachigen Brief, den die werte Gattin gelesen hat), dass ich ab sofort meine 15 Beitragsjahre für die monatliche Rente voll habe. Hurra!

UPDATE 10/2019 das Zweite: Nach Kontaktierung des Rentenversicherungsträgers in Taiwan hat meine Frau nochmals bekräftigt, dass ich dereinst, wenn die Rentenzahlung (offenbar mit 65 Lebensjahren) ansteht, zwischen einer Einmalzahlung und einer monatlichen Rentenzahlung wählen kann. Das widerspricht den Informationen auf den englischsprachigen Webseiten, wie sie oben wiedergegeben sind. Denn dort gibt es eine Einmalzahlung (auf niedrigem Niveau) nur, wenn man weniger als 15 Beitragsjahre beisammen hat.
Achtung: Meine Frau sagte, es gäbe 2 Rentenlevel und meine derzeitige Firma hätte die ganzen Jahre auf dem HÖHEREN RENTENLEVEL für mich einbezahlt. Daher würde sich auch eine Einmalzahlung lohnen.
Auf den englischsprachigen taiwanischen Rentenwebseiten fand sich bislang KEINE INFORMATION über ein höheres Rentenlevel und nach den obigen Formeln wäre eine Einmalzahlung (die Pflicht ist bei unter 15 Beitragsjahren) viel zu gering, als dass man sie in Erwägung ziehen sollte. Allenfalls die beiden Kappungsgrenzen, die oben erwähnt sind, von einem anrechenbaren Gehalt von max. 43.900 NT monatlich und dann doch manchmal 150.000 NT, könnten einen zwei verschiedene Level der Rente vermuten lassen. Ich werde da noch mal nachforschen. Aber wenn die englischsprachigen Webseiten der taiwansichen Rente eben unklare oder falsche Informationen geben, wird das natürlich fruchtlos bleiben.
Einstweilen kann man obige Formeln und Erklärungen also zumindest als das MINDESTNIVEAU der Rente in Taiwan nehmen. Ob es wirklich ein höheres gibt, steht noch in den Sternen.

EDIT: Eine neue Webseite (https://www.bli.gov.tw/en/0010366.html)  hat viele neue Informationen. Manches davon ist widersprüchlich oder unklar. So ist hier die Rede davon, dass das neue Rentensystem nur Staatsbürger, deren Ehegatten oder PERMANENTE Residente erfassen würde. Das wären schlechte Nachrichten für alle, die einfach nur ein paar Jahre hier gearbeitet hätten ohne Ehe und ohne PARC (Permanente Aufenthaltskarte). Oder was sind die Kriterien für "permantente Residente"? I
Alle, die 15 Beitragsjahre voll haben, können demnach auch zwischen monatlicher und Einmalzahlung der Rente wählen.. Die Formeln für die nichtpermanenten Residenten sind jedenfalls die selben wie oben erwähnt. Allerdings habe ich auf die Schnelle nichts von der Kappungsgrenze gefunden. Na ja, so richtig werde ich es erst wissen, wenn ich es dereinst mit 65 ausprobiere...

Montag, Mai 04, 2015

Heiße Überraschung für Taipei

Vergangenes Wochenende: Ein riesiger Sonnenkollektor drohte abzustürzen und Taipei mit seinem gebündelten Laserstrahl gar zu kochen. Doch die Rettung kam in letzter Minute...

Kaum versucht am am Wochenende der Enge Taipeis zu entfliehen, steckt man schon wieder mitten drin. "Thunderbirds are go!" war eine meiner Lieblings-TV-Serien der Kindheit. Hier hatte man Puppen, die deutlich sichtbar an Fäden manövriert wurden und die die "Internationale Rettung" darstellten, die stets und ständig als eine Art UN-Katastrophenrettung über den Globus jetteten, um Menschenleben zu retten. Nun gibt es ein Remake dieser britischen Serie, mit Computergrafik und ohne Fäden. Toll ist das Gefühl der späten 60er oder 70er Jahre gerettet, in denen die Originalserie entstanden ist bzw. ich sie gesehen habe. Der Standort der "International Rescue" ist eine tropische Insel, die direkt wie aus einem James-Bond-Film mit Sean Connery oder dem frühen Roger Moore wirkt. Es gibt hochklappbare Palmenstrände und eine herrliche Retrovilla, die mit ihren schlichten Holztäfelungen und grünen Sofapolstern gleich Kindheitsgefühle bei mir aufkommen lies. Die neue Serie jedenfalls spielt im Jahre 2060, trotz der Hommagen an die Originalserie und ihrem Look and Feel. Und Crash Boom war ich zurück in Taipei. Denn dort drohte ein riesiger Sonnenkollektor sich vom Hang zu lösen, der die gebündelte Energie von zig Solarsatteliten bündeln sollte. Der Strahl hätte Taipei geröstet und so mussten unsere Jungs und Mädels von International Rescue ihr bestes geben um meine geliebte Stadt in der Zukunft zu retten.

Bali bei Taipei Anno 2015. Das wird noch dichter bebaut und höher und den Leuten wachsen mehr Bärte...


Wie sah Taipei in der Serie aus? Es lag zwischen wenig begrünten Felsen in einem Talkessel, der ziemlich realistisch aussah, nur etwas zu felsig war. Drinnen war mehr Hochhäuser als heute und Bauarbeiter waren gerade dabei ein riesiges Hochhaus zu bauen, das aus Segmenten bestand, die wie die vom realen "Taipei 101" - Hochhaus aussahen. Vergleiche das Bambussprossen-Design. Offenbar gab es im Jahre 2060 eine Neuauflage vom Taipei 101, bei der man diesmal die Segmente invers montiert hatte. So als würde die Bambusstange falsch herum wachsen. Na ja, kann mal passieren. Den tapferen Bauarbeitern wurde ein Kran weggesengt und knallte in die Straßen Taipeis (vgl. einen durch Erdbeben ausgelösten ähnlichen Unfall beim Bau des echten 101). Die Straßen Taipeis sahen so etwa aus wie Chinatown in Vancouver. Schöne alte Häuser, oben Wohnungen und unten Geschäfte drin. Keine Autos. Keine Mopeds, keine Garküchen. Viele Passanten hatten Bärte und alle konnten am Ende ihre Rettung bejubeln.

Wie wird Taipei im Jahre 2060 wirklich aussehen? Eifrige Leser schreiben es dann bitte unten in die Kommentarspalte in der internetmusealen Version dieses Blogs ("delivered directly to your brain"), wenn sie noch funktioniert. Wird die smogige Enge aus Mopeds und Autos und manchmal Unrat und immer Garküchen wirklich verschwunden sein? Ich melde Zweifel an. Werden die Menschen wirklich mehr Bärte haben? Kann schon sein, die jungen Taiwaner sind ja auch heute wesentlich größer im Schnitt als im Jahre 2004, als ich hierher gekommen bin. Noch mal 10 Jahre und die Herren haben Bartstoppeln, bin ich fast von überzeugt.

Wird Taiwan von Peking regiert werden, wie es der feuchte Traum unseres derzeitigen prochinesischen Präsidenten Ma Ying-Jeou ist? Das konnte auch die TV-Serie nicht verraten, immerhin kann die International Rescue einfach überall hin fliegen ohne irgendwelche Regierungen um Erlaubnis bitten zu müssen. Laowai-mäßig wie die International Rescue aussieht hätte Peking da bestimmt trotzdem irgendwas gegrummelt, aber so sehr geht die Serie nicht ins Detail...

P.S.: Die Leute, die in der Sattelitenschüssel am Berghang gearbeitet haben, sahen alle wie Johnny Weißbrot - Laowai aus. Anno 2012 jedenfalls hatte man nichts gegen dunkelhäutige Ausländer, nur etwas dagegen dass "Leute mit dunkler Hautfarbe im Gebäude ein und aus gehen" (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2012/09/20/2003543198), was "nichts mit Diskriminierung zu tun hat". Dank an Forumosa.com für den Link auf diese Perle eines lokalpolitischen Statements ;-)