Es soll nicht enden mit dem schottischen Todesfahrer...
Immer wenn ich wieder mal keine Lust habe, in dieser weitesgehend bloglosen Welt weiterzubloggen, dann sehe ich das letzte Blogposting über den aus Taiwan geflüchteten Todesfahrer und denke, das soll nicht das letzte Blogposting hier sein. Wenn denn dieses Blog - wieder Mal - zum Ende kommt. Oder für lange Zeit so stehen bleibt, bis ich wieder Mal so tue, als ob dieses Blog noch Leser habe, Bloggen noch in wäre und ich Zeit und Muße dafür hätte. Vielleicht geht es ja irgendwann weiter, aber einstweilen wollen wir eine Hommage an mein Gastland hier stehen lassen.
A. Taiwan ist eine vitale Demokratie. Das merkt man in diesen Tagen gerade im Vergleich zu Hongkong, das so gerne ein moderner, demokratischer Stadtstaat internationaler Ausrichtung wäre und sich stattdessen in der Achselhöhle dieses despektierlichen Gebildes wiederfindet, das sich Kommunistische Partei Chinas nennt. Taiwan hat eine entwickelte Zivilgesellschaft und freie Meinungsäußerung neben freien Wahlen. Gibt es auch viel, das einen Kleinstadt-Menschen wie mich hier in Taipei ärgert, von Smog über rüde Fahrer bis hin zum strengen Geruch von Müll und anderem (der Müll auf dem Rpckzug seit etwa 2010 oder so), so muss man das doch würdigen. Ein bisschen schade, dass dies Blog oft mit Gemecker über Smog und Verkehrschaos gefüllt war. Aber das war halt ein großer Teil meines Lebens hier, mit allen auch gesundheitlichen Konsequenzen.
B. Taiwaner nehmen einen freundlich auf. Anfangs waren sich überfreundlich, kicherten viel und machten sich dabei über die lustigen Bignoses lustig, dass es manchmal in Bully-haftes Verhalten überging. Aber man bekam in der Firma ständig Kekse geschenkt und junge Frauen liefen rot an, kicherten und warfen ihre Ultraminiröcke, das man die Höschen sehen konnte und den Love-Aufdruck der bald oder schon verheirateten und bald Mütter werdenden jungen Frauen mit Mikey-Mouse auf dem anderen Slip vergleichen konnte. Heute bin ich fast nur ein anderer Kollege. Wenn auch einer, mit dem man wenig redet. Weil man ja das Gesicht verlieren könnte, beim nicht perfekt Englisch reden. Auch egal. Mit der netten Vertrieblerin namens (? Name vergessen, ihre Schuld, hat ja kaum mit mir geredet) habe ich erst geredet, als sie tot im Papiersarg lag auf ihrer Beerdigung zwischen Toilettenhaus und Fahrstuhl (so war es in der Tat, pietätlos nach unseren Maßstäben) und nicht mehr wegrennen konnte. Aber so hat man seine Ruhe. Auch nicht schlecht.
C. Das Essen ist lecker. Aber meist mit Chemie vergiftet, was mit auch interessante Krankheiten bescheert hat. Aber das hiesige Essen ist ein Feinschmeckertip für Reisende. Die essen es ja nicht so lange.
D. Die Frauen sind schön und kichern viel und hat man sie geheiratet, schmeißen sie den Wasserkocher, schreien viel und die Schwiegermutter ist der neue Gott im Leben und sieht durch einen durch, als sei man unsichtbar. Bis sie mit dem Dreirad unterwegs vom Toyota Family-Van angefahren wird und seither senil und freundlich ist. So war es bei mir. Ein klares Argutment gegen Helme auf Zwei- und Dreirädern. Heute essen wir Pizza zusammen! Früher wäre sie da schreiend weggerannt, bei so unchinesischem Zeug.
E. Straßenhunde sind freundlich bis okay, nur die Privathunde oft bissig. Taiwaner schlagen und quälen sie mit Leidenschaft, produzieren laufend niedliche junge Hunde und setzen sie dann aus. Bis man so dumm ist, eine Hunderettungsgesellschaft zu gründen wie Frau und ich und dann irgendwann frustriert hinschmeißt und alle Hundepostings aus dem Blog löscht. Aber halt, da gibt es eine Arbeit drüber. https://www.amazon.de/new-Business-Model-private-shelters-ebook/dp/B07K9KX5M9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=yi+chuan+sun&qid=1573797826&sr=8-1
Auch im Gratis-Preview steht am Schluss alles drin über die privaten Hunde-Asyle, um die Frau und ich geflattert sind wie die Motten um den wimmernden und bellenden Honigtopf.
F. Will man raus, klappt es oft nicht. Aus Taiwan meine ich, nicht aus dem Tierasyl. Wir wollten auf die Philippinen auswandern (jedenfalls meine Frau), dann nach Deutschland (jedenfalls ich), jetzt nach England. Aber wir werden wohl hier abnippeln. Oder solange bleiben, bis unser Unternehmen mit dem schönen Doppelgehalt pleite ist. Hoffentlich eher früh als spät.
G. Und nun ist (erstmal?) Schluss. Ich schreibe ja neuerdings für Geld. Seit vor Jahren ein Verlag an mich rangetreten ist und dies Blog als Buch verlegen wollte. Habe ich nie gemacht, sondern schreibe heute anderes und verlege es selbst. Und wenn das Blog jemals erscheint, dann sicher auch von mir verlegt.
Und nun aber alle raus hier. Ach so, eh keiner mehr da. Aber mal ehrlich, dass dies Blog vorläufig endet, während GB aus der EU austritt, Merkel wie eine Hippie-Kanzlerin die Grenzen geöffnet (und nur ein Achtel wieder zu gemacht hat), (deswegen) die Scheiß-Nazis zurückgekommen sind und Donald Trump (!) Präsident ist. Das hätte ich nie gedacht, als ich 2004 mal angefangen habe. Schreibe ich noch mal weiter, ist am Ende Sarah Palin noch Päsidentin. Oder wäre das am Ende besser als Trump? Ophra. Die bestimmt auch noch mal.
Nun ist Ende. Erstmal. Oder für immer? Die Klasse von meinem Vorbild, dem englischsprachigen Ur-Taiwanblog, habe ich jedenfalls nie erreicht. Insbesondere nicht die des letzten Blogpostings dort. Hut ab.
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Freitag, November 15, 2019
Donnerstag, November 29, 2018
It's back
Das Blog ist zurück. Na ja, teilweise. Vielleicht erst Mal die Gründe für die Auszeit:
1. Wegen der EU-Datenschutzverordnung habe ich das Blog am 25.05. abgeschaltet, damit sich die Abmahnvereine erst Mal bei anderen Bloggern austoben können. In der Praxis hat der deutsche Abmahnwahnsinn hier bislang nur kommerzielle Blogs betroffen, wie es scheint.
Nachdem die Rechtspraxis jetzt klar ist (vorher waren auch Anwälte mit Prognosen dazu überfordert), geht das Blog jetzt wieder online mit der ellenlangen EU-Fetisch-Datenschutzerklärung. Lang wie ein Epos von Homer oder die Nase von Longjohn Silver.
2. Die Auszeit war so lang, weil ich mich - lustigerweise ohne Blog - tatsächlich mit einem Abmahnverein herumschlagen musste. Aus der Luft gegriffene Vorwürfe auch nicht an mich selbst, sondern ein Familienmitglied. Aber da muss man sich halt erst Mal länger mit beschäftigen, gerade wegen der astronomischen Forderungen von mehreren Tausend Euro, die völlig aus der Luft gegriffen gefordert werden. Das Taiwanblog sollte da keine zweite Front eröffnen und blieb folglich abgeschaltet.
3. Auf Instagramm (war es glaube ich) griff der Abmahnwahnsinn um sich: offenbar wurde alles und jedes als Verstoß gegen eine EU-Werberichtlinie abgemahnt. Von wegen nicht gekennzeichnete Werbung. Etwa: Jemand schreibt, wie toll der Trip nach Barcelona war und sie oder er kriegt dann eine Abmahnung wegen ungekennzeichneter Werbung. Denn schließlich könnte ihn ja theoretisch das Fremdenverkehrsamt von Barcelona für seinen Reisebericht bezahlen. Das kann irgendwann auch Blogs betreffen, entsprechend werde ich alle alten Artikel erst durchsehen und dann ggf. freischalten.
4. Ich habe einen Roman geschrieben. Mir fiel auf, dass meine Schreibenergie und Kreativität vom Blog aufgesogen wurde. Will sagen, eine Seite Blog bedeutete 10 fehlende Seiten im Roman. Da ich seit 2009 an dem Ding gearbeitet hatte, wurde es nun langsam Zeit, das abzuschließen. Mehr zum Roman, der sich gut im Selbstverlag auf Amazon.de verkauft, später einmal.
Wie wird es nun weiter gehen mit dem Blog? Zur Zeit sind ja alle Blogpostings bis auf dieses unsichtbar (Update: die alten kommen langsam zurück), will sagen als Entwurf nur für mich sichtbar. Und 100 alte habe ich sogar versehentlich gelöscht, statt sie auf Entwurf zu setzen (wovon ich allerdings ein altes Backup habe).
Ich denke es wird so werden:
a) Es gibt kein Endloswiderkäuen meines Lebens im hässlichen Taipei mitsamt seiner stinkenden Mopeds, leckeren Plastiknudeln und hübschen Hotpants-Mädels zwischen kläffenden Straßenhunden und dem x-ten Hundehaufen am Hacken mehr. Energie für Sätze wie diesen eben soll lieber in Romane fließen. Also nur noch wenige neue Posts in Zukunft. Aber ein Paar wird es noch geben.
b) Die alten Artikel werden nur teilweise wieder freigeschaltet. Nämlich dann, wenn der Infocharakter überwiegt. Meine Meinung zum Hundehaufen Nr. 1245387 muss ja nicht in die Google-Ewigkeit einfließen. Und die Bearbeitung, auch um Abmahnanwälte abzuwehren, dauert.
c) Vermutlich gibt es das alte Blog (fast) komplett und editiert irgendwann als Ebook von mir bei Amazon. Wann, steht in den Sternen. Denn so ein x-tes Taiwanbuch wird sich nicht so gut verkaufen, wie ein spektakulärer Roman von Ludigel mit Sex, Gewalt und Wahnsinn. Räusper.
So und jetzt weiter im Progrom.
P.S.: "Blockabschaltung" ist langsam eines der am häufigsten benutzten Tags meiner Posts ;-)
2. P.S.: Vermutlich wird die Datenschutzleiste rechts irgendwann ins alte Impressum eingearbeitet.
1. Wegen der EU-Datenschutzverordnung habe ich das Blog am 25.05. abgeschaltet, damit sich die Abmahnvereine erst Mal bei anderen Bloggern austoben können. In der Praxis hat der deutsche Abmahnwahnsinn hier bislang nur kommerzielle Blogs betroffen, wie es scheint.
Nachdem die Rechtspraxis jetzt klar ist (vorher waren auch Anwälte mit Prognosen dazu überfordert), geht das Blog jetzt wieder online mit der ellenlangen EU-Fetisch-Datenschutzerklärung. Lang wie ein Epos von Homer oder die Nase von Longjohn Silver.
2. Die Auszeit war so lang, weil ich mich - lustigerweise ohne Blog - tatsächlich mit einem Abmahnverein herumschlagen musste. Aus der Luft gegriffene Vorwürfe auch nicht an mich selbst, sondern ein Familienmitglied. Aber da muss man sich halt erst Mal länger mit beschäftigen, gerade wegen der astronomischen Forderungen von mehreren Tausend Euro, die völlig aus der Luft gegriffen gefordert werden. Das Taiwanblog sollte da keine zweite Front eröffnen und blieb folglich abgeschaltet.
3. Auf Instagramm (war es glaube ich) griff der Abmahnwahnsinn um sich: offenbar wurde alles und jedes als Verstoß gegen eine EU-Werberichtlinie abgemahnt. Von wegen nicht gekennzeichnete Werbung. Etwa: Jemand schreibt, wie toll der Trip nach Barcelona war und sie oder er kriegt dann eine Abmahnung wegen ungekennzeichneter Werbung. Denn schließlich könnte ihn ja theoretisch das Fremdenverkehrsamt von Barcelona für seinen Reisebericht bezahlen. Das kann irgendwann auch Blogs betreffen, entsprechend werde ich alle alten Artikel erst durchsehen und dann ggf. freischalten.
4. Ich habe einen Roman geschrieben. Mir fiel auf, dass meine Schreibenergie und Kreativität vom Blog aufgesogen wurde. Will sagen, eine Seite Blog bedeutete 10 fehlende Seiten im Roman. Da ich seit 2009 an dem Ding gearbeitet hatte, wurde es nun langsam Zeit, das abzuschließen. Mehr zum Roman, der sich gut im Selbstverlag auf Amazon.de verkauft, später einmal.
Wie wird es nun weiter gehen mit dem Blog? Zur Zeit sind ja alle Blogpostings bis auf dieses unsichtbar (Update: die alten kommen langsam zurück), will sagen als Entwurf nur für mich sichtbar. Und 100 alte habe ich sogar versehentlich gelöscht, statt sie auf Entwurf zu setzen (wovon ich allerdings ein altes Backup habe).
Ich denke es wird so werden:
a) Es gibt kein Endloswiderkäuen meines Lebens im hässlichen Taipei mitsamt seiner stinkenden Mopeds, leckeren Plastiknudeln und hübschen Hotpants-Mädels zwischen kläffenden Straßenhunden und dem x-ten Hundehaufen am Hacken mehr. Energie für Sätze wie diesen eben soll lieber in Romane fließen. Also nur noch wenige neue Posts in Zukunft. Aber ein Paar wird es noch geben.
b) Die alten Artikel werden nur teilweise wieder freigeschaltet. Nämlich dann, wenn der Infocharakter überwiegt. Meine Meinung zum Hundehaufen Nr. 1245387 muss ja nicht in die Google-Ewigkeit einfließen. Und die Bearbeitung, auch um Abmahnanwälte abzuwehren, dauert.
c) Vermutlich gibt es das alte Blog (fast) komplett und editiert irgendwann als Ebook von mir bei Amazon. Wann, steht in den Sternen. Denn so ein x-tes Taiwanbuch wird sich nicht so gut verkaufen, wie ein spektakulärer Roman von Ludigel mit Sex, Gewalt und Wahnsinn. Räusper.
So und jetzt weiter im Progrom.
P.S.: "Blockabschaltung" ist langsam eines der am häufigsten benutzten Tags meiner Posts ;-)
2. P.S.: Vermutlich wird die Datenschutzleiste rechts irgendwann ins alte Impressum eingearbeitet.
Montag, Mai 21, 2018
Erinnerung: Einstweilige Blogabschaltung am 24.05. 2018 (korrigiert)
"Der Tag an dem die EU das Taiwanblog abschoss" steht bevor. Hier noch mal die Erinnerung an die bevorstehende hoffentlich nur vorübergehende Schließung dieses Blogs wegen des für mich intransparenten EU-Rechts:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2018/05/vorlaufige-blogabschaltung-wegen-eu.html
http://osttellerrand.blogspot.tw/2018/05/vorlaufige-blogabschaltung-wegen-eu.html
Montag, Mai 07, 2018
Vorläufige Blogabschaltung wegen EU-Recht zum 25.05. (Update)
Soweit ich das derzeit recherchiert habe treten am 25.05.2018 neue EU-Datenschutzrichtlinien für Webseiten jeder Art und eben auch Blogs in Kraft. Für mich ist das derzeit ein undurchdringlicher Dschungel. Man findet wenig hilfreiche Übersichten, dass man "schriftliche Erklärungen vom Provider" einholen müsse und sontiges. Befürchtet wird eine große Abmahnwelle an Blogautoren.
Da dies ein Projekt ist, in das unendgeltlich viel Zeit fließt, will ich natürlich nicht noch Ablass an irgendwelche Anwaltskanzleien zahlen, nur weil ein Popup fehlt mit irgendwelchen EU-Fetisch-Disclaimern. Ergo wird das Blog solange ab dem 24.05. abgeschaltet, bis die Situation klar ist und ich ggf. Disclaimer und Impressumszusätze von anderen Blogs entnehmen kann.
Das Blog wird während der Abschaltung nur eine Login-Seite präsentieren, über die nur ich mich einloggen kann oder einfach eine Abschaltnotiz. Größere Begründungen kann man da leider nicht uploaden. Und bei Vorhandensein solcher Texte wäre das Ergebnis ja auch wieder eine Webseite und die Regeln würden wieder greifen.
Sollten bis dahin noch andere Blogartikel erscheinen, verlinke ich vorher noch mal auf diese Notiz.
Wie lange die Abschaltung dauern wird hängt also von der Praxis ab, die sich nach Inkrafttreten der neuen Bürokratenregeln einspielen wird. Viel Zeit werde ich in ein Umstricken des Blogs sicher nicht investieren. Bestensfalls ist es nach ein paar Tagen noch im Mai mit einem neuen Disclaimer wieder online. Schlimmstenfalls bleibt es Wochen offline, bis sich der Abmahnwahnsinn gelegt und die Maßnahmen zwecks Vermeidungen von Abmahnungen transparent geworden sind.
Sicher ist auch ein Worst-Case denkbar, bei dem Abmahnwellen noch Monate und Jahre weitergehen und ich das Blog dann einfach abgeschaltet lasse. Oder als Mini-Version ohne Bilder, Plugins und Kommentare nur mit 2-3 Infoartikeln bringe. Wie dem zur Rentenlage in Taiwan etc.
Da dies ein Projekt ist, in das unendgeltlich viel Zeit fließt, will ich natürlich nicht noch Ablass an irgendwelche Anwaltskanzleien zahlen, nur weil ein Popup fehlt mit irgendwelchen EU-Fetisch-Disclaimern. Ergo wird das Blog solange ab dem 24.05. abgeschaltet, bis die Situation klar ist und ich ggf. Disclaimer und Impressumszusätze von anderen Blogs entnehmen kann.
Das Blog wird während der Abschaltung nur eine Login-Seite präsentieren, über die nur ich mich einloggen kann oder einfach eine Abschaltnotiz. Größere Begründungen kann man da leider nicht uploaden. Und bei Vorhandensein solcher Texte wäre das Ergebnis ja auch wieder eine Webseite und die Regeln würden wieder greifen.
Sollten bis dahin noch andere Blogartikel erscheinen, verlinke ich vorher noch mal auf diese Notiz.
Wie lange die Abschaltung dauern wird hängt also von der Praxis ab, die sich nach Inkrafttreten der neuen Bürokratenregeln einspielen wird. Viel Zeit werde ich in ein Umstricken des Blogs sicher nicht investieren. Bestensfalls ist es nach ein paar Tagen noch im Mai mit einem neuen Disclaimer wieder online. Schlimmstenfalls bleibt es Wochen offline, bis sich der Abmahnwahnsinn gelegt und die Maßnahmen zwecks Vermeidungen von Abmahnungen transparent geworden sind.
Sicher ist auch ein Worst-Case denkbar, bei dem Abmahnwellen noch Monate und Jahre weitergehen und ich das Blog dann einfach abgeschaltet lasse. Oder als Mini-Version ohne Bilder, Plugins und Kommentare nur mit 2-3 Infoartikeln bringe. Wie dem zur Rentenlage in Taiwan etc.
Donnerstag, Mai 25, 2017
Gleichgeschlechtliche Ehe im modernen Taiwan: Pressemeldung
Kurz erwähnt:
Die Taiwan-Berichterstattung deutscher Medien begeistert den Taiwan-Expat oft eher weniger. Selbst wenn man selber über Straßenverkehr, Smog und hektisch essende Taiwaner bloggt, nimmt man es übel, wenn Taiwan in Deutschland nur mit bizarren Geschichten in der Presse ist. Einmal etwa stand auf Spiegel.de die Story eines pfiffigen Priesters, der einem Gläubigen aus Gründen der magischen Kraftlinien zum Abholzen seines Wäldchens geraten hatte. Der Priester hatte schlichtweg Brennholz benötigt. Was immer zu kurz kommt in der Berichterstattung ist, dass Taiwan natürlich ein modernes demokratisches Land mit entwickelter Zivilgesellschaft ist. Positiv daher der heutige Spiegel.de-Artikel über die Same-Sex-Heirat, die Taiwan bald erlauben will. Auch sonst schneidet Taiwan gut in dem Bericht ab. Durchaus berechtigterweise, allem Exapt-Gemaule über Verkehr und Smog und Chemie im Essen zum Trotz. Gemaule, wovon dieses Blog hier sicher überreichlich hat. Ich gebe es ja zu.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/taiwan-oberstes-gericht-spricht-sich-fuer-homo-ehe-aus-a-1149200.html
Die Taiwan-Berichterstattung deutscher Medien begeistert den Taiwan-Expat oft eher weniger. Selbst wenn man selber über Straßenverkehr, Smog und hektisch essende Taiwaner bloggt, nimmt man es übel, wenn Taiwan in Deutschland nur mit bizarren Geschichten in der Presse ist. Einmal etwa stand auf Spiegel.de die Story eines pfiffigen Priesters, der einem Gläubigen aus Gründen der magischen Kraftlinien zum Abholzen seines Wäldchens geraten hatte. Der Priester hatte schlichtweg Brennholz benötigt. Was immer zu kurz kommt in der Berichterstattung ist, dass Taiwan natürlich ein modernes demokratisches Land mit entwickelter Zivilgesellschaft ist. Positiv daher der heutige Spiegel.de-Artikel über die Same-Sex-Heirat, die Taiwan bald erlauben will. Auch sonst schneidet Taiwan gut in dem Bericht ab. Durchaus berechtigterweise, allem Exapt-Gemaule über Verkehr und Smog und Chemie im Essen zum Trotz. Gemaule, wovon dieses Blog hier sicher überreichlich hat. Ich gebe es ja zu.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/taiwan-oberstes-gericht-spricht-sich-fuer-homo-ehe-aus-a-1149200.html
Ob Sie lieber Damen oder Herren wählen, bleibt natürlich Ihre Sache
Donnerstag, Juli 30, 2015
Connecting-Cultures.org
Kurzmeldung: Dieses Blog ist jetzt teil des Connecting-Cultures - Blogrings. Wenn man auf den Link geht, erhält man eine Übersicht der teilnehmenden Blogs und ihrer Posts. Alles natürlich zum Thema Kulturen-Verbinden. In der Praxis sind es also Expatblogs und dergleichen. Viel Vergnügen beim Lesen.
http://connecting-cultures.org/
http://connecting-cultures.org/
Dienstag, Juni 30, 2015
Update von Ludi Latlos (Republikflucht Teil 3)
Und immer ist noch nicht klar, ob ich in ein paar Wochen in einer kleinen Wohnung einstweilen solomio in Deutschland sitze und eine Softwareschmiede suche oder nicht...
Neulich schon geschildert: http://osttellerrand.blogspot.de/2015/06/endzeitstimmung-im-taiwanblog-wieder-mal.html. An dieser Stelle will ich den langjährigen Lesern halber noch einmal die Warnung absetzen: Meine Frau sitzt de facto auf gepackten Koffern und ich halte sie mühevoll von der Abreise ab in einem täglichen Kampf. Sie will zu ihrer Schwester auf die Philippinen und dort an der Geschäftsgründung mitarbeiten.
In der Zwischenzeit werde ich zurück nach Deutschland und dort wieder nach einer Softwareschmiede Ausschau halten. Und in diesem Fall würde dann das Taiwanblog abgeschaltet, damit kein Personalchef ein satirisches Expatblog unter meinem Namen findet und mich im Vorstellungsgespräch fragt, was ich mit X und Y gemeint habe hier. Die Social Network - Analyse gehört ja heute zum Vorspiel eines Vorstellungsgesprächs dazu und da hält man das ja eigentlich nur private Material am Besten in Grenzen.
Mir ist klar, dass die Abschaltungsdrohnung im Blog mittlerweile zu einem Running Gag geworden ist, aber jedenfalls räume ich dieser Tage meinen Cubical schon mal aus und mache alle Daten (Pix u.a.) schon mal versandfertig. Ob es nun zum Exodus kommt hängt letztlich von der Entwicklung in Manila ab.
Zwei Prognosen gibt es für den Zustand in einem Jahr und einem Monat. Ich nenne nur den meiner immer optimistischeren Frau:
Die Printshopkette in Manila floriert, ich ziehe hinterher und Familie Ludgel lebt fröhlich bis ans Ende aller Tage in Manila. Arbeitsruhestand, wo wir nur noch ein bisschen die Verkaufskioske kontrollieren müssen.
Und in dem "ein bisschen kontrollieren" liegt wohl auch ein Problemchen versteckt.
Na gucken wir in die Zukunft. Meine Junggesellenbude inklusiver fahrbarer und mit Fernsteuerung bewegbarer Bar ist schon geplant. Wer mich kennt weiß, dass das kein Witz ist ;-) Oder doch ein Witz, aber ein rollender.
Kurzfassung: Also nicht wundern, wenn das Blog demnächst plötzlich zu hat...
Neulich schon geschildert: http://osttellerrand.blogspot.de/2015/06/endzeitstimmung-im-taiwanblog-wieder-mal.html. An dieser Stelle will ich den langjährigen Lesern halber noch einmal die Warnung absetzen: Meine Frau sitzt de facto auf gepackten Koffern und ich halte sie mühevoll von der Abreise ab in einem täglichen Kampf. Sie will zu ihrer Schwester auf die Philippinen und dort an der Geschäftsgründung mitarbeiten.
In der Zwischenzeit werde ich zurück nach Deutschland und dort wieder nach einer Softwareschmiede Ausschau halten. Und in diesem Fall würde dann das Taiwanblog abgeschaltet, damit kein Personalchef ein satirisches Expatblog unter meinem Namen findet und mich im Vorstellungsgespräch fragt, was ich mit X und Y gemeint habe hier. Die Social Network - Analyse gehört ja heute zum Vorspiel eines Vorstellungsgesprächs dazu und da hält man das ja eigentlich nur private Material am Besten in Grenzen.
Mir ist klar, dass die Abschaltungsdrohnung im Blog mittlerweile zu einem Running Gag geworden ist, aber jedenfalls räume ich dieser Tage meinen Cubical schon mal aus und mache alle Daten (Pix u.a.) schon mal versandfertig. Ob es nun zum Exodus kommt hängt letztlich von der Entwicklung in Manila ab.
Zwei Prognosen gibt es für den Zustand in einem Jahr und einem Monat. Ich nenne nur den meiner immer optimistischeren Frau:
Die Printshopkette in Manila floriert, ich ziehe hinterher und Familie Ludgel lebt fröhlich bis ans Ende aller Tage in Manila. Arbeitsruhestand, wo wir nur noch ein bisschen die Verkaufskioske kontrollieren müssen.
Und in dem "ein bisschen kontrollieren" liegt wohl auch ein Problemchen versteckt.
Na gucken wir in die Zukunft. Meine Junggesellenbude inklusiver fahrbarer und mit Fernsteuerung bewegbarer Bar ist schon geplant. Wer mich kennt weiß, dass das kein Witz ist ;-) Oder doch ein Witz, aber ein rollender.
Kurzfassung: Also nicht wundern, wenn das Blog demnächst plötzlich zu hat...
Montag, Juni 15, 2015
Endzeitstimmung im Taiwanblog, dann doch nicht (Edit)
Von Taiwanern, Thermik und Temperament
oder
Republikflucht Teil 2
Der hier vorgestern erschienende Artikel muss doch noch einmal umeditiert werden, auch damit wirklich drin steht, worum es eigentlich geht.
Wie schon vorher angesprochen, macht sich die taiwantypische Arbeitsüberlastung bei meiner Frau stark gesundheitlich bemerkbar und führt bei ihr zum Auswanderungswillen. Allerdings nicht in das bei ihr völlig ungeliebte Deutschland, nach Möglichkeit auch nicht nach Europa sondern wenn es irgend geht nach Manila auf den Philippinen, wo ihre Schwester Mann und Kind hat und diese "Manilafamilie" dabei ist ihr Unternehmen zu vergrößern, siehe auch hier:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/06/wohin-des-weges.html
Der Unterschied in der Herangehensweise zwischen Teutonen wie mir und meiner taiwanischen Gattin andererseits führt immer wieder zu plötzlich herauf ziehenden Tornados. So hat sie die Tendenz manchmal sofort die Sachen packen zu wollen und nach Manila ziehen zu wollen, obwohl da noch gar nichts vorbereitet ist. Dagegen will ich immer erst ein gemachtes Nest dort sehen oder genauer gesagt ein generiertes Einkommen durch das Unternehmen, das die beiden Schwesterherzen aufbauen wollen und bin ohnehin skeptischer, was die Gewinnerwartungen betrifft. Mein Vorschlag war ja, dass ich mir etwa einen Job in meiner Informatikbranche in Europa suche und meine Frau das arbeiten aufgibt und auch noch mal einen europäischen Augenarzt ihr nachlassendes Augenlicht untersuchen lässt. Die Taiwanärzte hier zucken einfach die Schultern wenn neue Symptome wie z.B. sekundenhafte Totalblindheit auftreten. Dr. med Google findet dann schnell etwas von Durchblutungsstörungen und Therapieansätzen aber der Taiwanaugenarzt sagt nur, das sei normal. Klar, alles "total normal". So haben wir was das Vertrauen zu taiwanischen und europäischen Ärzten angeht eben wieder mal diametral entgegengesetzte Standpunkte.
Ich denke, mit Manila wird definitiv etwas passieren, die erste der geplanten Verkaufsstellen soll im nächsten Monat aufmachen, dort gibt es dann Jesusaufkleber fürs Auto und auch auf Wunsch Industrie- oder Handelsschilder. Meine Lust in eine mir fremde Branche zu investieren in einem exotischen Land ist eigentlich too low for zero, aber auch hier haben Frau und ich mal wieder diametral entgegengesetzte Standpunkte. Aber da sie hofft, in Manila mit nachlassendem Augenlicht bald eine ständig verfügbare, dort sehr günstige Hausmagd zu haben, will ich da ihren Plänen nicht im Wege stehen.
Im Unternehmen hier in Taiwan derweil ist meine Frau im Mittelmanagement die einzige Frau. Die Herrenriege hier hat es sich so angewöhnt alle Arbeit ihr zuzuschieben, so dass meine Frau nicht nur ihr eigenes 40-Leute-Team leitet sondern auch noch große Teile von anderen Teams übernommen hat. Das ging nicht mehr gut und ihr Arbeitstag gipfelte an die 20h, wenn man die vielen Stunden Emails und Planungen daheim auf dem Sofa mit dem Notebook mit zählt. Die Kündigung war schon unterzeichnet, meine Frau war geistig schon in Manila und trug mir auf für die Übergangszeit vielleicht in Deutschland allein zu leben aus finanziellen Gründen bis ich nachkommen kann in die neue Heimat Manila so wie das Geschäft läuft. So trug ich schon den eigenen kleinen Bürokühlschrank ins Auto und da schallte es aus dem Zimmer des Abteilungsleiter, meine Frau möge noch mal zum Gespräch kommen. Jetzt wird eine Umbesetzung bei den Herren vorgenommen und künftig sollen auch die Y-Chromosomenträger im Mittelmanagement etwas arbeiten. Na schauen wir mal. Denn so wie es jetzt organisiert ist stellt es nicht nur eine gesundheitsgefährdende Überlastung für meine Frau dar, sondern auch die Qualität der Arbeit und der Produkte droht drunter zu leiden.
Ich sehe da patriarchalische Strukturen am Werke, denn noch vor Jahren hat die selbe Runde Herren von meiner (gleichgestellten!) Frau verlangt, dass sie ihnen bei Meetings Kaffee serviert. Na, da haben sie sich aber etwas anhören müssen. Und Kaffee gab es dann natürlich auch keinen.
Richtige Männer arbeiten aber eben auch und trinken nicht nur Kaffee. Schauen wir mal wie das jetzt wird. Eine kleine Verbesserung wäre ja auch schon mal was.
Nachwort:
Eigentlich viel zu viele Unternehmensinterna, aber die Zustände, die bei meiner Frau aufgeschlagen sind - nicht bei mir - haben mittlerweile zu gravierende Auswirkungen auf das Familienleben, als dass ich sie zukleistern möchte. Und sind eben auch kulturell bedingt, eben die patriarchalische Verhaltensweise, die sicher hier noch verbreiteter ist als in vielen Teilen Westeuropas denke ich. Außerdem die Tendenz Angestellten im Zweifelsfall wirklich alles zuzumuten. Deshalb gehört es hier doch ins Blog.
oder
Republikflucht Teil 2
Der hier vorgestern erschienende Artikel muss doch noch einmal umeditiert werden, auch damit wirklich drin steht, worum es eigentlich geht.
Wie schon vorher angesprochen, macht sich die taiwantypische Arbeitsüberlastung bei meiner Frau stark gesundheitlich bemerkbar und führt bei ihr zum Auswanderungswillen. Allerdings nicht in das bei ihr völlig ungeliebte Deutschland, nach Möglichkeit auch nicht nach Europa sondern wenn es irgend geht nach Manila auf den Philippinen, wo ihre Schwester Mann und Kind hat und diese "Manilafamilie" dabei ist ihr Unternehmen zu vergrößern, siehe auch hier:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/06/wohin-des-weges.html
Der Unterschied in der Herangehensweise zwischen Teutonen wie mir und meiner taiwanischen Gattin andererseits führt immer wieder zu plötzlich herauf ziehenden Tornados. So hat sie die Tendenz manchmal sofort die Sachen packen zu wollen und nach Manila ziehen zu wollen, obwohl da noch gar nichts vorbereitet ist. Dagegen will ich immer erst ein gemachtes Nest dort sehen oder genauer gesagt ein generiertes Einkommen durch das Unternehmen, das die beiden Schwesterherzen aufbauen wollen und bin ohnehin skeptischer, was die Gewinnerwartungen betrifft. Mein Vorschlag war ja, dass ich mir etwa einen Job in meiner Informatikbranche in Europa suche und meine Frau das arbeiten aufgibt und auch noch mal einen europäischen Augenarzt ihr nachlassendes Augenlicht untersuchen lässt. Die Taiwanärzte hier zucken einfach die Schultern wenn neue Symptome wie z.B. sekundenhafte Totalblindheit auftreten. Dr. med Google findet dann schnell etwas von Durchblutungsstörungen und Therapieansätzen aber der Taiwanaugenarzt sagt nur, das sei normal. Klar, alles "total normal". So haben wir was das Vertrauen zu taiwanischen und europäischen Ärzten angeht eben wieder mal diametral entgegengesetzte Standpunkte.
Ich denke, mit Manila wird definitiv etwas passieren, die erste der geplanten Verkaufsstellen soll im nächsten Monat aufmachen, dort gibt es dann Jesusaufkleber fürs Auto und auch auf Wunsch Industrie- oder Handelsschilder. Meine Lust in eine mir fremde Branche zu investieren in einem exotischen Land ist eigentlich too low for zero, aber auch hier haben Frau und ich mal wieder diametral entgegengesetzte Standpunkte. Aber da sie hofft, in Manila mit nachlassendem Augenlicht bald eine ständig verfügbare, dort sehr günstige Hausmagd zu haben, will ich da ihren Plänen nicht im Wege stehen.
Im Unternehmen hier in Taiwan derweil ist meine Frau im Mittelmanagement die einzige Frau. Die Herrenriege hier hat es sich so angewöhnt alle Arbeit ihr zuzuschieben, so dass meine Frau nicht nur ihr eigenes 40-Leute-Team leitet sondern auch noch große Teile von anderen Teams übernommen hat. Das ging nicht mehr gut und ihr Arbeitstag gipfelte an die 20h, wenn man die vielen Stunden Emails und Planungen daheim auf dem Sofa mit dem Notebook mit zählt. Die Kündigung war schon unterzeichnet, meine Frau war geistig schon in Manila und trug mir auf für die Übergangszeit vielleicht in Deutschland allein zu leben aus finanziellen Gründen bis ich nachkommen kann in die neue Heimat Manila so wie das Geschäft läuft. So trug ich schon den eigenen kleinen Bürokühlschrank ins Auto und da schallte es aus dem Zimmer des Abteilungsleiter, meine Frau möge noch mal zum Gespräch kommen. Jetzt wird eine Umbesetzung bei den Herren vorgenommen und künftig sollen auch die Y-Chromosomenträger im Mittelmanagement etwas arbeiten. Na schauen wir mal. Denn so wie es jetzt organisiert ist stellt es nicht nur eine gesundheitsgefährdende Überlastung für meine Frau dar, sondern auch die Qualität der Arbeit und der Produkte droht drunter zu leiden.
Ich sehe da patriarchalische Strukturen am Werke, denn noch vor Jahren hat die selbe Runde Herren von meiner (gleichgestellten!) Frau verlangt, dass sie ihnen bei Meetings Kaffee serviert. Na, da haben sie sich aber etwas anhören müssen. Und Kaffee gab es dann natürlich auch keinen.
Richtige Männer arbeiten aber eben auch und trinken nicht nur Kaffee. Schauen wir mal wie das jetzt wird. Eine kleine Verbesserung wäre ja auch schon mal was.
Nachwort:
Eigentlich viel zu viele Unternehmensinterna, aber die Zustände, die bei meiner Frau aufgeschlagen sind - nicht bei mir - haben mittlerweile zu gravierende Auswirkungen auf das Familienleben, als dass ich sie zukleistern möchte. Und sind eben auch kulturell bedingt, eben die patriarchalische Verhaltensweise, die sicher hier noch verbreiteter ist als in vielen Teilen Westeuropas denke ich. Außerdem die Tendenz Angestellten im Zweifelsfall wirklich alles zuzumuten. Deshalb gehört es hier doch ins Blog.
Montag, Dezember 23, 2013
Kurzzeitige Blogabschaltung / Special Interest - Blog
Liebe Leserinnen und Leser,
für kurze Zeit war das Blog mal wieder Offline. Grund waren teils recht heftige Reaktionen um den Beitrag um den Kinderzahnarzt (http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/12/kinderzahnarzt-revisited.html), Das Abschalten diente letztlich auch dazu, Ruhe einkehren zu lassen, da mir die Lust fehlte, die Stimmung so weiter eskalieren zu lassen. Merkwürdigerweise schienen auch die negativen Kommentare nicht unbedingt mit den Beiträgen in Zusammenhang zu stehen. Zu-viel-Zeit-an-den-Feiertagen - Syndrom, denke ich mal ;-)
Nicht alles ist mehr in den Kommentaren zu lesen; eher negative Beiträge von einem Poster (mit weihnachtlichem User-Handle) sind erst gar nicht erschienen. Leider wurde ich auch gebeten die sehr konstruktiven und netten Postings eines anderen Users zu entfernen, die ein Verlust für das Blog sind. Daher lesen sich die Kommentare jetzt vielleicht etwas zusammenhanglos - das nur als Hinweis, wenn sich jemand wundert, wieso Kommentar-Postings fehlen.
Ein Grund für die bisweilen komische Stimmung dürfte auch das Erreichen der 400-Leser - Marke für einen Beitrag an einem einzigen Tag gewesen sein. Wenn dieses auftritt, kommt Mainstream-Publikum ins Blog, das einen politisch korrekten Reiseblog oder desgleichen hier erwartet. Bei diesem Blog hier handelt es sich allerdings um einen Special-Interest - Blog, der sicher nicht die Erwartungen von jedermann erfüllen kann. Hier berichte ich aus einer persönlichen Sichtweise heraus in einem bisweilen satirischen Stil. Wer anderes erwartet kann hier auch gerne kurz seinen Unmut in Kommentaren veröffentlichen. Wenn aber jemand merkt, dass ihm dieses Blog ganz und gar nicht zusagt dann kann ich nur empfehlen, woanders weiter zu lesen. Ein Special-Interest - Blog ist nun mal nicht für Jedermann.
Heraus gekommen in der Diskussion ist auch, dass meine Erfahrungen als Langzeit-Expat in einer fremden Kultur, nunmal nicht übereinstimmen mit den Ansichten von Taiwan-Neulingen oder Leuten, die etwas von Taiwan gehört haben, es aber noch nicht selbst besucht haben. Das ist ein ganz natürlicher Blickwinkelunterschied, der so auch nicht auflösbar ist. Ich weise hier nochmals auf den Umstand des Kulturschocks hin, der sich erfahrungsgemäß in mehreren Phasen äußert, die im Ausländerforum (dessen URL ich hier aus Google-Transitätsgründen nicht posten will) so formuliert worden sind:
1.) Glorifizierung: Urlauberblick, rosarote Brille. Alles ist toll, neu und interessant. Dauert bis zu 3 Monate Aufenthalt. Taiwan ist ja auch wirklich ein tolles Gastland!
2.) Hassphase: Übertriebene Ablehnung des Fremden, meist ausgelöst durch schlechte Unterbringung (Stichwort Hauptverkehrsstraße) und höheren Geräuschpegel und wilderen Straßenverkehrs Taiwans neben anderen Phänomenen wie mangelnde Arbeitnehmerrechte/lange Arbeitszeiten oder was auch immer. Die Hassphase trifft nicht alle, aber die meisten und passiert nur, wenn man mindestens 2 oder eher 3 Monate am Stück in Taiwan war. Sicher ist diese Phase für Taiwan "unfair", denn es ist nun mal anders, aber nicht besser oder schlechter als das eigene Heimatland.
3.) Arrangementphase: Über 2 Jahre oder auch später: Man vermeidet Dinge, die einem nicht gefallen, sucht die, die einem gefallen. Rationelles Verhältnis zum kulturell doch sehr fremden Gastland.
4.) Assimilierungsphase: Von manchen auch geistiges Nirwana genannt. Die vorher als negativ empfundenen Dinge wie Straßenverkehr oder Geräuschpegel stören nicht mehr, man denkt eher wie ein Einheimischer. Ab 10 Jahre Aufenthalt.
Unterschiedliche Phasen finden sich sicher auch hier im Blog, man vergebe mir, wenn ich das jetzt nicht klassifizieren will.
Ich verstehe, dass dieses Kulturschockphänomen für nicht langzeitauslandsferfahrene Leser vielleicht unbegreiflich ist und kann dann nur um ein bisschen Toleranz für den Umstand erbitten, dass ein 10-Jahres-Expat eben andere Erfahrungen macht und andere Alltagsprobleme hat als ein Leser, die nur mal kurz im Ausland war. Diese Erklärungen auch bitte nicht wieder persönlich nehmen ;-)
Und jetzt viel Spaß beim Lesen. Oder wenn der ausbleibt.... es gibt ja genug andere Webseiten.
Und jetzt hier bitte keine Neudiskussion des Zahnarztartikels, wenn dann beim Artikel kommentieren und vielleicht den Artikel wirklich lesen, bevor man schreibt. Und lieber kurz und sachlich. Danke!
"Ludigel"
Nun allen ein Gutes Neues Jahr und ein Frohes Fest!
für kurze Zeit war das Blog mal wieder Offline. Grund waren teils recht heftige Reaktionen um den Beitrag um den Kinderzahnarzt (http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/12/kinderzahnarzt-revisited.html), Das Abschalten diente letztlich auch dazu, Ruhe einkehren zu lassen, da mir die Lust fehlte, die Stimmung so weiter eskalieren zu lassen. Merkwürdigerweise schienen auch die negativen Kommentare nicht unbedingt mit den Beiträgen in Zusammenhang zu stehen. Zu-viel-Zeit-an-den-Feiertagen - Syndrom, denke ich mal ;-)
Nicht alles ist mehr in den Kommentaren zu lesen; eher negative Beiträge von einem Poster (mit weihnachtlichem User-Handle) sind erst gar nicht erschienen. Leider wurde ich auch gebeten die sehr konstruktiven und netten Postings eines anderen Users zu entfernen, die ein Verlust für das Blog sind. Daher lesen sich die Kommentare jetzt vielleicht etwas zusammenhanglos - das nur als Hinweis, wenn sich jemand wundert, wieso Kommentar-Postings fehlen.
Ein Grund für die bisweilen komische Stimmung dürfte auch das Erreichen der 400-Leser - Marke für einen Beitrag an einem einzigen Tag gewesen sein. Wenn dieses auftritt, kommt Mainstream-Publikum ins Blog, das einen politisch korrekten Reiseblog oder desgleichen hier erwartet. Bei diesem Blog hier handelt es sich allerdings um einen Special-Interest - Blog, der sicher nicht die Erwartungen von jedermann erfüllen kann. Hier berichte ich aus einer persönlichen Sichtweise heraus in einem bisweilen satirischen Stil. Wer anderes erwartet kann hier auch gerne kurz seinen Unmut in Kommentaren veröffentlichen. Wenn aber jemand merkt, dass ihm dieses Blog ganz und gar nicht zusagt dann kann ich nur empfehlen, woanders weiter zu lesen. Ein Special-Interest - Blog ist nun mal nicht für Jedermann.
Heraus gekommen in der Diskussion ist auch, dass meine Erfahrungen als Langzeit-Expat in einer fremden Kultur, nunmal nicht übereinstimmen mit den Ansichten von Taiwan-Neulingen oder Leuten, die etwas von Taiwan gehört haben, es aber noch nicht selbst besucht haben. Das ist ein ganz natürlicher Blickwinkelunterschied, der so auch nicht auflösbar ist. Ich weise hier nochmals auf den Umstand des Kulturschocks hin, der sich erfahrungsgemäß in mehreren Phasen äußert, die im Ausländerforum (dessen URL ich hier aus Google-Transitätsgründen nicht posten will) so formuliert worden sind:
1.) Glorifizierung: Urlauberblick, rosarote Brille. Alles ist toll, neu und interessant. Dauert bis zu 3 Monate Aufenthalt. Taiwan ist ja auch wirklich ein tolles Gastland!
2.) Hassphase: Übertriebene Ablehnung des Fremden, meist ausgelöst durch schlechte Unterbringung (Stichwort Hauptverkehrsstraße) und höheren Geräuschpegel und wilderen Straßenverkehrs Taiwans neben anderen Phänomenen wie mangelnde Arbeitnehmerrechte/lange Arbeitszeiten oder was auch immer. Die Hassphase trifft nicht alle, aber die meisten und passiert nur, wenn man mindestens 2 oder eher 3 Monate am Stück in Taiwan war. Sicher ist diese Phase für Taiwan "unfair", denn es ist nun mal anders, aber nicht besser oder schlechter als das eigene Heimatland.
3.) Arrangementphase: Über 2 Jahre oder auch später: Man vermeidet Dinge, die einem nicht gefallen, sucht die, die einem gefallen. Rationelles Verhältnis zum kulturell doch sehr fremden Gastland.
4.) Assimilierungsphase: Von manchen auch geistiges Nirwana genannt. Die vorher als negativ empfundenen Dinge wie Straßenverkehr oder Geräuschpegel stören nicht mehr, man denkt eher wie ein Einheimischer. Ab 10 Jahre Aufenthalt.
Unterschiedliche Phasen finden sich sicher auch hier im Blog, man vergebe mir, wenn ich das jetzt nicht klassifizieren will.
Ich verstehe, dass dieses Kulturschockphänomen für nicht langzeitauslandsferfahrene Leser vielleicht unbegreiflich ist und kann dann nur um ein bisschen Toleranz für den Umstand erbitten, dass ein 10-Jahres-Expat eben andere Erfahrungen macht und andere Alltagsprobleme hat als ein Leser, die nur mal kurz im Ausland war. Diese Erklärungen auch bitte nicht wieder persönlich nehmen ;-)
Und jetzt viel Spaß beim Lesen. Oder wenn der ausbleibt.... es gibt ja genug andere Webseiten.
Und jetzt hier bitte keine Neudiskussion des Zahnarztartikels, wenn dann beim Artikel kommentieren und vielleicht den Artikel wirklich lesen, bevor man schreibt. Und lieber kurz und sachlich. Danke!
"Ludigel"
Nun allen ein Gutes Neues Jahr und ein Frohes Fest!
Weihnachtsbaum vor einer Kirche in NeiHu, vom letzten Jahr (ich brauche manchmal etwas länger für die Fotosichtung)
Montag, Dezember 16, 2013
Neue Kommentarregeln (Update)
Ein Service Ihrer Kommentarfee
Kettenpostings (also mehr als 2 Kommentare hintereinander ohne eine Antwort von einem anderen Kommentator oder dem Blogautor dazwischen erhalten zu haben): werden i.d.R. auf 2 Postings max. gekürzt um eine Diskussion zu ermöglichen.
Kommentare mit zu vielen persönlichen Bezügen zu mir, ob real oder fiktiv, werden nicht freigeschaltet, ich bitte um Verständnis dem Google-Cache halber.
Edit: Kommentare, die den Anschein erwecken, andere Kommentatoren zu karikieren (im Sinne einer böswilligen Imitation), werden nicht freigeschaltet.
Die neuen Regeln zielen auf niemanden direkt ab, das sei nochmals versichert. Oder eigentlich schon, nämlich auf mich als Blogautor, weil ich ja das alles lesen und moderieren muss ;-)
UPDATE: Und das Wichtigste: "No lollygagging!"
Kettenpostings (also mehr als 2 Kommentare hintereinander ohne eine Antwort von einem anderen Kommentator oder dem Blogautor dazwischen erhalten zu haben): werden i.d.R. auf 2 Postings max. gekürzt um eine Diskussion zu ermöglichen.
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Edit: Kommentare, die den Anschein erwecken, andere Kommentatoren zu karikieren (im Sinne einer böswilligen Imitation), werden nicht freigeschaltet.
Die neuen Regeln zielen auf niemanden direkt ab, das sei nochmals versichert. Oder eigentlich schon, nämlich auf mich als Blogautor, weil ich ja das alles lesen und moderieren muss ;-)
UPDATE: Und das Wichtigste: "No lollygagging!"
Dienstag, August 20, 2013
Demnächst: Ludigel und der Zeitstrudel
Große Ereignisse im Taiwanblog. Eines Abends, nach einer hektischen Lampenmontage, lasse ich mich kurz aufs Sofa fallen und ... werde ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit katapultiert. Alles kein Problem, wenn eine Kamera dabei hat. Freunde der Physik wissen, dass zu schnelle Bewegungen das Raumzeitkontinuum destabilisieren können. Ehrlich, lesen sie das mal nach, es wird einem Angst und Bang vor jedem Handschlag.
Mehr demnächst auf dieser Welle. Und sitzen Sie still bis dahin.
Taipei vor ein paar Jahrzehnten: Keine Mopeds und der einzige Toyota weit und breit ist ein US-Schlitten und gehört dem Diktator. Meine eigenen Fotos dann natürlich in Farbe, keine Frage.
So ähnlich vor Jahren schon mal passiert: "Ludigel und das Drogencamp" einer vergessenen Armee irgendwo im Dschungel Thailands: http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/11/ludigel-und-das-drogencamp.html
Man muss schon aufpassen, wo man überall hin läuft.
Mehr demnächst auf dieser Welle. Und sitzen Sie still bis dahin.
Taipei vor ein paar Jahrzehnten: Keine Mopeds und der einzige Toyota weit und breit ist ein US-Schlitten und gehört dem Diktator. Meine eigenen Fotos dann natürlich in Farbe, keine Frage.
***
So ähnlich vor Jahren schon mal passiert: "Ludigel und das Drogencamp" einer vergessenen Armee irgendwo im Dschungel Thailands: http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/11/ludigel-und-das-drogencamp.html
Man muss schon aufpassen, wo man überall hin läuft.
Dienstag, August 13, 2013
Demnächst: Besuch im Zoo Taipei
Meine Frau war entsetzt wie teuer das geworden ist, seit sie das letzte Mal vor 20 Jahren oder so da war. Ich war verblüfft wie billig und was es da zu sehen gab, demnächst auf dieser Welle.
Ludigels Taiwanblog, seit 2007 auf Deutsch im Bit-Äther, das Blog wo die Robotisierung des Haushalts längst angefangen hat und schon wieder vorbei ist, das Blog das einst eine eigene Straßenhundrettung hatte und diese auch schon wieder abgeschafft hat und binnen ein paar Wochen eine eigene Firma besaß und diese mit einer Tankfüllung Gewinn auch wieder los geworden ist. Immer noch für Sie da (mittlerweile diskutiert man das sogar im Ausländerforum), ein Ende ist nicht abzusehen.
Ludigels Taiwanblog, seit 2007 auf Deutsch im Bit-Äther, das Blog wo die Robotisierung des Haushalts längst angefangen hat und schon wieder vorbei ist, das Blog das einst eine eigene Straßenhundrettung hatte und diese auch schon wieder abgeschafft hat und binnen ein paar Wochen eine eigene Firma besaß und diese mit einer Tankfüllung Gewinn auch wieder los geworden ist. Immer noch für Sie da (mittlerweile diskutiert man das sogar im Ausländerforum), ein Ende ist nicht abzusehen.
Ein farblich abgestimmtes Handy hilft freilich auch nix, wenn sich die Viecher nicht sehen lassen. Aber Grün ist ja auch schön im Zoo-Report.
Freitag, Mai 31, 2013
Ruhe im Taiwanblog
Noch bis vor kurzem gingen die Pageviews hier täglich bis 500 bei "Spitzenbeiträgen", was nicht unbedingt inhaltlich gewertet ist sondern nur von den Seitenklicks abgeleitet ist. Die Verminderung der Hits in diesem Blog ist ein bewusst in Kauf genommener Seiteneffekt meines Online-Ausfegens, insbesondere des Änderns der Blogspot-Sub-URL. Das Blog hier wird umgebaut, ältere Beiträge glattgeschliffen und auch langfristig bin ich über weniger Hits glücklich. Denn mit 500 Hits war das Blog eher schon ein Taiwanportal für Deutsche und für diese Funktion, u.a. mit straßenverkehrsbedingten Schlechtelaune-Postings viel zu subjektiv. Taiwan ist auch die letzten Jahre ein Land geworden, in dem die Presse immer wieder Kampagnen gegen einzelne Ausländer gefahren hat, die bisweilen Hexenjagdcharakter angenommen hatten, da muss man sich überlegen, ob man mit so vielen Hits, wenn auch auf Deutsch, so exponiert sein will. Schreibt man "schöne Tempel, gutes Essen, nette Leute" und fügt das ein oder andere Bild einer "Xiaojie" ein, entspricht das dem taiwanischen Selbstverständnis und man hat dahingehend nichts zu befürchten. Über den Verkehr darf man sich noch moderat beschweren, das ist klar. Alles andere, Sarkasmus, Satire und dergleichen kommt bei den Taiwanern ohnehin nicht an, Grund ist hier schlichtweg Konfuzius, der mit seiner Gesichtwahren-Maxime weitschweifige und umschreibende Formulierungen als Standardkonversation etabliert hat - da geht Wortwitz schlichtweg unter.
Montag, Mai 27, 2013
Taiwanblog wird privater
Ab sofort gibt es meine alte Blogger.com-Subdomain (also den Text vor dem .blogger.com bzw. .blogger.de oder .blogger.tw) nicht mehr. Damit will sich das Taiwanblog jeder Menge alter Links bei Google entledigen. Ich nehme bewusst in Kauf, dass Links auf das Taiwanblog ins Leere führen und auch die Zahl der Leser kleiner wird. Konzeptuell war dieses Blog einmal mit seiner subjektiven, nicht immer ernst gemeinten Berichterstattung auf eine sehr kleine Leserzahl ausgelegt. Heute aber hat mir die Blogger-Statistik 500 Leser für einen Spitzentag der vergangenen Woche angezeigt. So hat dieses Blog in der Vergangenheit einen sicher zu wenig ausbalancieren Eindruck von Taiwan vermittelt. Und am Ende war es die einzige Infoquelle über das Land für manchen Leser?
Mein Gastland sollte fairer behandelt werden, als ich oft war, wenn ich mal genervt von Riesenkäfern oder dem Großstadtverkehr war. Oder auch nicht? Ich will mir nicht mehr so viel Gedanken darüber machen müssen, will kein Onlinepublizist sein, schließlich ist das alles hier eine brotlose Kunst neben meinem eigentlichen Beruf.
Nach wie vor ist es über Globalforeigner.com zu erreichen. Nachteil der Umstellung ist, dass auch interne Links nicht mehr funktionieren. Aber gut, ich räume das vielleicht nach und nach auf.
Schön, wer den Weg (wieder) hierher gefunden hat. Und für alle anderen gilt:
Take your free time and run!
;-)
Mein Gastland sollte fairer behandelt werden, als ich oft war, wenn ich mal genervt von Riesenkäfern oder dem Großstadtverkehr war. Oder auch nicht? Ich will mir nicht mehr so viel Gedanken darüber machen müssen, will kein Onlinepublizist sein, schließlich ist das alles hier eine brotlose Kunst neben meinem eigentlichen Beruf.
Nach wie vor ist es über Globalforeigner.com zu erreichen. Nachteil der Umstellung ist, dass auch interne Links nicht mehr funktionieren. Aber gut, ich räume das vielleicht nach und nach auf.
Schön, wer den Weg (wieder) hierher gefunden hat. Und für alle anderen gilt:
Take your free time and run!
;-)
Neues Hobby
Dieser Tage gucke ich mal, wie es nun mit meiner Identitätsaufräumerei geklappt hat. Mit dem angekündigten Tod dieses Blogs um den nächsten Ersten herum ist es natürlich ein bisschen so wie mit der alten Erbtante, die immer über mangelnden Appetit klagt und alle haben schon den schwarzen Anzug respektive das schwarze Kleid raus gelegt und dann klagt sie doch immer weiter und weiter...
Meine eigene eben solche Erbtante mochte ich wahnsinnig gern allerdings und war wirklich schockiert, als es dann soweit war. Sie war so herrlich großbürgerlich mit altmodischem Sarkasmus, der im Alter immer stärker hervor trat - und ich sie immer mehr mochte.
Ups... wo waren wir.... ach ja, eigentlich wollte ich über mein neues Hobby schreiben, abends mit dem nassen Wischmob Riesenkäfter (mausgroß) in meiner Wohnung zu jagen. Praktisches Ding, wenn die noch beinzuckenden Kadaver da drin hängen bleiben und man sie bequem im Klo entsorgen kann. Meiner Frau habe ich dieser Tage erklärt, dass das doch ein Vorteil von dem von ihr verhassten Europa ist. Wir haben Mäuse. Mäuse sind niedlich (wenn nicht gerade Mittelalter ist). Deswegen hat Disney ja auch mit Mickey Mouse Erfolg gehabt und nicht mit "Biggey Bug" oder so.
Aber dann dachte ich, dann regst Du Dich wieder so auf beim Schreiben, erwähnst dann den Essensmüll, den ein Nachbar einfach aus dem Fenster kippt, so dass er auf dem Wellblechvordach gegenüber hängen bleibt, stellst dann noch eine rhetorische Brücke zwischen den unangenehmen Begegnungen mit den Käfern und den mit Leuten in der letzten Zeit her, wie es meine sarkastische Erbtante nicht besser gekonnt hätte und dann sind wieder Taiwaner, die in Deutschland in der postmodernen klinisch reinen Loft im zehnten Stock wohnen beleidigt. Also lasse ich es lieber.
Um es, sollte es wirklich eines der letzten Postings werden, noch einmal klarzustellen, ich mag Taiwan wirklich, bin aber manchmal halt von irgendwas genervt. Meine Erbtante hatte auch immer irgendwas zu meckern. Restaurantbesuche mit ihr waren herrlich. Göttlich. Da hätte Loriot was lernen können.
So wo waren wir... die Käfer.... igitt... never mind, lassen wir das doch einfach.
Allen Lesern, insbesondere den tapferen Taiwanern, die es hier im Blog aushalten, wünsche ich eine gute Woche, egal ob sie im miniberockten Taiwan oder im feinstaubhysterischen Deutschland logieren. Egal wo man lebt und was einem passiert, man muss halt immer das Beste draus machen*.
Euer
Ludigel
* So wie mein Onkel, der "an der Ostfront" im WK-2 viele irgendwie sarkastisch wirkende Fotos gemacht hat, die Kriegsgefangenschaft im Matrosendress (er war nicht bei der Marine) bei einer Familie Renault in Frankreich zu brachte statt im Osten und sich aus dem selbigen keine Erfrierungen, sondern eben die erwähnte Tante Olga mitbrachte.Was ist nicht als Relativierung des WK-2 verstanden haben will. Die Leute verstehen ja immer alles falsch.
Meine eigene eben solche Erbtante mochte ich wahnsinnig gern allerdings und war wirklich schockiert, als es dann soweit war. Sie war so herrlich großbürgerlich mit altmodischem Sarkasmus, der im Alter immer stärker hervor trat - und ich sie immer mehr mochte.
Ups... wo waren wir.... ach ja, eigentlich wollte ich über mein neues Hobby schreiben, abends mit dem nassen Wischmob Riesenkäfter (mausgroß) in meiner Wohnung zu jagen. Praktisches Ding, wenn die noch beinzuckenden Kadaver da drin hängen bleiben und man sie bequem im Klo entsorgen kann. Meiner Frau habe ich dieser Tage erklärt, dass das doch ein Vorteil von dem von ihr verhassten Europa ist. Wir haben Mäuse. Mäuse sind niedlich (wenn nicht gerade Mittelalter ist). Deswegen hat Disney ja auch mit Mickey Mouse Erfolg gehabt und nicht mit "Biggey Bug" oder so.
Aber dann dachte ich, dann regst Du Dich wieder so auf beim Schreiben, erwähnst dann den Essensmüll, den ein Nachbar einfach aus dem Fenster kippt, so dass er auf dem Wellblechvordach gegenüber hängen bleibt, stellst dann noch eine rhetorische Brücke zwischen den unangenehmen Begegnungen mit den Käfern und den mit Leuten in der letzten Zeit her, wie es meine sarkastische Erbtante nicht besser gekonnt hätte und dann sind wieder Taiwaner, die in Deutschland in der postmodernen klinisch reinen Loft im zehnten Stock wohnen beleidigt. Also lasse ich es lieber.
Um es, sollte es wirklich eines der letzten Postings werden, noch einmal klarzustellen, ich mag Taiwan wirklich, bin aber manchmal halt von irgendwas genervt. Meine Erbtante hatte auch immer irgendwas zu meckern. Restaurantbesuche mit ihr waren herrlich. Göttlich. Da hätte Loriot was lernen können.
So wo waren wir... die Käfer.... igitt... never mind, lassen wir das doch einfach.
Allen Lesern, insbesondere den tapferen Taiwanern, die es hier im Blog aushalten, wünsche ich eine gute Woche, egal ob sie im miniberockten Taiwan oder im feinstaubhysterischen Deutschland logieren. Egal wo man lebt und was einem passiert, man muss halt immer das Beste draus machen*.
Euer
Ludigel
* So wie mein Onkel, der "an der Ostfront" im WK-2 viele irgendwie sarkastisch wirkende Fotos gemacht hat, die Kriegsgefangenschaft im Matrosendress (er war nicht bei der Marine) bei einer Familie Renault in Frankreich zu brachte statt im Osten und sich aus dem selbigen keine Erfrierungen, sondern eben die erwähnte Tante Olga mitbrachte.Was ist nicht als Relativierung des WK-2 verstanden haben will. Die Leute verstehen ja immer alles falsch.
Donnerstag, Mai 23, 2013
Warum hassen Ausländer Taiwan? (editiert anno 2015)
Genervte Langnasen, gekränkte Taiwaner
Aus gebendem Anlass noch mal eine Wiederholung eines Themas, das wir schon mal hatten. Wieso meckern Ausländer, die in Taiwan leben, so gerne über das Land? Warum leben sie trotzdem dort? Hassen sie es?
Nun, sicher fällt vielen mein tournusmäßiges Gemeckere auf. Auch meinem Neffen fiel vor ein paar Jahren auf, wie der amerikanische Betreiber eines Restaurants in Taiwan missmutig drein blickte, so als würde er die Umgebung hassen. Und die Leute, die sich erst dem Lokal näherten, dann aber abdrehten. Ältere Taiwaner. Und damit Leute, denen das Essen nie schmeckt, die ergo daran herum meckern oder eh nichts bestellen außer Eistee. Problemkunden für ihn, will sagen sie verbrauchen Zeit und Ressourcen ohne ihm dafür etwas zurück zu geben. "Warum hassen Ausländer Taiwan?", fragte mich da mein Neffe.
Jau, "Hass" ist ein starkes Wort. Viel eher würde ich fragen: "Warum sind Ausländer immer wieder genervt, wenn sie in Taiwan leben?". Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Sie leben in einer völlig anderen Kultur, in der alle Werte "verstellt" sind im Vergleich zu ihrer Heimat. Ich rede da immer von einer "Kulturmatrix" und jeder Mensch hat wohl seine eigene Version, die irgendwie auf der seiner Heimat basiert. Die deutsche sähe wohl u.a. so aus:
(die Prozentzahlen geben an, wie wichtig das Thema genommen wird)
D=
[
Sicherer Verkehr...............75%
Mobilität...........................60%
...
Sicherheit vor Überfällen...35%
Solidarität mit Landsleuten..5%
...
Gesunde Umwelt..............80%
Schöne Umwelt................65%
...
Business/Erfolg.................40%
Familie.............................40%
...
]
Die taiwanische, oder vielleicht auch nur die von Taipei, würde ich etwa so konstruieren:
TWN_TPE=
[
Sicherer Verkehr.................25%
Mobilität.............................90%
...
Sicherheit vor Überfällen......85%
Solidarität mit Landsleuten...30%
...
Gesunde Umwelt.................30% (Tendenz steigend)
Schöne Umwelt...................20% (Tendenz steigend)
...
Business/Erfolg....................90%
Familie...............................100%
...
]
So kann man in dem fremden Land in dem man lebt (der Taiwaner in Deutschland oder der Deutsche in Taiwan) immer Dinge finden, die besser sind als daheim. Oder die in der konkreten Lebenssituation in der man ist, Vorteile bringen. Mir gefallen etwa in Taipei die in Hinsicht Kriminalität sicheren Straßen, die dynamische Wirtschaft und der Familiensinn der Leute.
Am meisten bemerkt man aber die Verletzung der persönlich wichtig genommenen Werte. Mir ist etwa eine ansprechende Umgebung sehr wichtig, aber die Unwichtigkeit, die die Bewohner Taipeis ihr beimessen, sieht völlig anders aus. Daher lebe ich eben in grauen simplen Bauten, auch aus der Familiensituation heraus, die bei mir durch ihre Hässlichkeit durchaus leichte Depression verursachen. Und meckere dann darüber. Leute, die mich mit ihrem Auto einfach zur Seite schieben wollen, wenn ich Fußgänger bin, denn diese verletzen meine Wertvorstellungen sogar noch mehr. Deshalb meckert der westliche Ausländer in Taiwan gern und oft und das kann sich, etwa in einem gewissen Ausländerforum, bis hin zu Hasstriaden steigern.
Warum haut er dann nicht ab, der Ausländer? Nun, da hat jeder seine eigenen Gründe. Wir suchen im leben Vorteile, müssen dafür Nachteile in Kauf nehmen und da muss jeder seine persönliche Abwägung treffen, auch was familiäre Restriktionen angeht.
Verwirkt man das Recht, sich über empfundene Nachteile zu beschweren, wenn man die Vorteile akzeptiert hat? Nein warum? Ich kann mir ja auch einen BMW für 100.000 Euro kaufen, wenn ich das Geld habe - und trotzdem hinterher über den Preis jammern. Auch wenn die Zuhörer dann meist nur mit den Achseln zucken ;-)
Und das empfehle ich auch Taiwanern, die hier mitlesen und von der Kritik genervt sind, wie in dem Feedback heute morgen. Oder einfach nicht mehr lesen, es ist nicht bös gemeint, sondern ein Ratschlag für das Wohlbefinden.
Persönlich werde ich, wenn alles glatt läuft, bald im kleinen Rahmen ein Produkt in Taiwan repräsentieren. Da passt dies Blog ergo schlecht rein, weil es eben Taiwaner immer mal wieder verärgert, die ihre taiwanische Matrix im Kopf haben und nicht verstehen können, was mir nicht passt. Ich versuche gerade, meine Onlineperson von der realen und der Geschäftsperson zu trennen. Das wird wohl nicht so völlig gehen und daher ist die Abschaltung dieses Blogs eine realistische Option irgendwann um den nächsten Ersten herum. Ups... der ist ja bald. (Edit 2015: Das Projekt, ein kleines Restaurant, ist wieder eingestellt, mit kleinem Gewinn veräußert in der Zwischenzeit ;-)
Mache ich den Taiwaner etwas vor, wenn ich ihnen etwas verkaufen will und trotzdem manchmal über Taiwan meckere?
Nein, wieso. Ein gutes Produkt, aus meinem bis auf mich taiwanischen Familienkreis produziert, von mir mit gestaltet und von hoher Qualitätsnorm den Leuten zu verkaufen, die ich (wenn man überhaupt 23 Millionen Leute pauschal und nicht individuell bewerten kann) schließlich mag und deren Land ich mag, ist meiner Ansicht nach kein Widerspruch zum gelegentlichen privaten Schimpfen über hässliche Bauten und idiotischen Verkehr. Ich mag halt Taiwan, nur in Taipei zu leben geht mir dann und wann auf die Nerven.
Gucken wir was passiert, wenn dieses Blog nicht in den neuen Lebensabschnitt passt, dann kommt es halt weg. Und genervte Taiwaner atmen auf...... (Edit 2015: Und es ist immer noch da...)
Nicht aufregen liebe Taiwaner, es ist ja vielleicht bald vorbei ;-)
Und wenn jeder mein Blog gemocht hätte, dann wäre es so ein langweiliges Happy-Peppy-guck-mal-der-Tempel-ist-so-toll - Ding geworden. Und da gibt es doch schon genug von, oder?
*** Der betreffende Kommentator möge über die lange Antwort nicht erschrecken, ich nehme halt Kritik durchaus ernst ;-) Habe mit Sozialversicherung in Deutschland nichts zu tun und habe die Aussage darüber nicht so recht verstanden, da bin ich nicht die geeignete Anlaufstelle ;-) ***
Aus gebendem Anlass noch mal eine Wiederholung eines Themas, das wir schon mal hatten. Wieso meckern Ausländer, die in Taiwan leben, so gerne über das Land? Warum leben sie trotzdem dort? Hassen sie es?
Nun, sicher fällt vielen mein tournusmäßiges Gemeckere auf. Auch meinem Neffen fiel vor ein paar Jahren auf, wie der amerikanische Betreiber eines Restaurants in Taiwan missmutig drein blickte, so als würde er die Umgebung hassen. Und die Leute, die sich erst dem Lokal näherten, dann aber abdrehten. Ältere Taiwaner. Und damit Leute, denen das Essen nie schmeckt, die ergo daran herum meckern oder eh nichts bestellen außer Eistee. Problemkunden für ihn, will sagen sie verbrauchen Zeit und Ressourcen ohne ihm dafür etwas zurück zu geben. "Warum hassen Ausländer Taiwan?", fragte mich da mein Neffe.
Hübsch ist es auf dem Lande... (altes Foto Nähe Taroko-Schlucht)
Jau, "Hass" ist ein starkes Wort. Viel eher würde ich fragen: "Warum sind Ausländer immer wieder genervt, wenn sie in Taiwan leben?". Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Sie leben in einer völlig anderen Kultur, in der alle Werte "verstellt" sind im Vergleich zu ihrer Heimat. Ich rede da immer von einer "Kulturmatrix" und jeder Mensch hat wohl seine eigene Version, die irgendwie auf der seiner Heimat basiert. Die deutsche sähe wohl u.a. so aus:
(die Prozentzahlen geben an, wie wichtig das Thema genommen wird)
D=
[
Sicherer Verkehr...............75%
Mobilität...........................60%
...
Sicherheit vor Überfällen...35%
Solidarität mit Landsleuten..5%
...
Gesunde Umwelt..............80%
Schöne Umwelt................65%
...
Business/Erfolg.................40%
Familie.............................40%
...
]
Die taiwanische, oder vielleicht auch nur die von Taipei, würde ich etwa so konstruieren:
TWN_TPE=
[
Sicherer Verkehr.................25%
Mobilität.............................90%
...
Sicherheit vor Überfällen......85%
Solidarität mit Landsleuten...30%
...
Gesunde Umwelt.................30% (Tendenz steigend)
Schöne Umwelt...................20% (Tendenz steigend)
...
Business/Erfolg....................90%
Familie...............................100%
...
]
So kann man in dem fremden Land in dem man lebt (der Taiwaner in Deutschland oder der Deutsche in Taiwan) immer Dinge finden, die besser sind als daheim. Oder die in der konkreten Lebenssituation in der man ist, Vorteile bringen. Mir gefallen etwa in Taipei die in Hinsicht Kriminalität sicheren Straßen, die dynamische Wirtschaft und der Familiensinn der Leute.
Am meisten bemerkt man aber die Verletzung der persönlich wichtig genommenen Werte. Mir ist etwa eine ansprechende Umgebung sehr wichtig, aber die Unwichtigkeit, die die Bewohner Taipeis ihr beimessen, sieht völlig anders aus. Daher lebe ich eben in grauen simplen Bauten, auch aus der Familiensituation heraus, die bei mir durch ihre Hässlichkeit durchaus leichte Depression verursachen. Und meckere dann darüber. Leute, die mich mit ihrem Auto einfach zur Seite schieben wollen, wenn ich Fußgänger bin, denn diese verletzen meine Wertvorstellungen sogar noch mehr. Deshalb meckert der westliche Ausländer in Taiwan gern und oft und das kann sich, etwa in einem gewissen Ausländerforum, bis hin zu Hasstriaden steigern.
Warum haut er dann nicht ab, der Ausländer? Nun, da hat jeder seine eigenen Gründe. Wir suchen im leben Vorteile, müssen dafür Nachteile in Kauf nehmen und da muss jeder seine persönliche Abwägung treffen, auch was familiäre Restriktionen angeht.
Verwirkt man das Recht, sich über empfundene Nachteile zu beschweren, wenn man die Vorteile akzeptiert hat? Nein warum? Ich kann mir ja auch einen BMW für 100.000 Euro kaufen, wenn ich das Geld habe - und trotzdem hinterher über den Preis jammern. Auch wenn die Zuhörer dann meist nur mit den Achseln zucken ;-)
Und das empfehle ich auch Taiwanern, die hier mitlesen und von der Kritik genervt sind, wie in dem Feedback heute morgen. Oder einfach nicht mehr lesen, es ist nicht bös gemeint, sondern ein Ratschlag für das Wohlbefinden.
Persönlich werde ich, wenn alles glatt läuft, bald im kleinen Rahmen ein Produkt in Taiwan repräsentieren. Da passt dies Blog ergo schlecht rein, weil es eben Taiwaner immer mal wieder verärgert, die ihre taiwanische Matrix im Kopf haben und nicht verstehen können, was mir nicht passt. Ich versuche gerade, meine Onlineperson von der realen und der Geschäftsperson zu trennen. Das wird wohl nicht so völlig gehen und daher ist die Abschaltung dieses Blogs eine realistische Option irgendwann um den nächsten Ersten herum. Ups... der ist ja bald. (Edit 2015: Das Projekt, ein kleines Restaurant, ist wieder eingestellt, mit kleinem Gewinn veräußert in der Zwischenzeit ;-)
Mache ich den Taiwaner etwas vor, wenn ich ihnen etwas verkaufen will und trotzdem manchmal über Taiwan meckere?
Nein, wieso. Ein gutes Produkt, aus meinem bis auf mich taiwanischen Familienkreis produziert, von mir mit gestaltet und von hoher Qualitätsnorm den Leuten zu verkaufen, die ich (wenn man überhaupt 23 Millionen Leute pauschal und nicht individuell bewerten kann) schließlich mag und deren Land ich mag, ist meiner Ansicht nach kein Widerspruch zum gelegentlichen privaten Schimpfen über hässliche Bauten und idiotischen Verkehr. Ich mag halt Taiwan, nur in Taipei zu leben geht mir dann und wann auf die Nerven.
Gucken wir was passiert, wenn dieses Blog nicht in den neuen Lebensabschnitt passt, dann kommt es halt weg. Und genervte Taiwaner atmen auf...... (Edit 2015: Und es ist immer noch da...)
Nicht aufregen liebe Taiwaner, es ist ja vielleicht bald vorbei ;-)
Und wenn jeder mein Blog gemocht hätte, dann wäre es so ein langweiliges Happy-Peppy-guck-mal-der-Tempel-ist-so-toll - Ding geworden. Und da gibt es doch schon genug von, oder?
*** Der betreffende Kommentator möge über die lange Antwort nicht erschrecken, ich nehme halt Kritik durchaus ernst ;-) Habe mit Sozialversicherung in Deutschland nichts zu tun und habe die Aussage darüber nicht so recht verstanden, da bin ich nicht die geeignete Anlaufstelle ;-) ***
Donnerstag, Mai 16, 2013
Rechtliches, Kontakt
Hausmitteilung,
Betr. Wegfall des Impressums
Alles wieder anders: Danke noch mal für den Hinweis mit dem "Telemediengesetz", schließlich will ich auch hier am Rand der Weltscheibe das deutsche Recht erfüllen, an dem die Welt sicher irgendwann genesen wird, grins. Die Herausgeberin unserer Straßenrettungsorg-Webseite ist auch Herausgeberin dieses Blogs, damit dürfte das Problem gelöst sein.
Mein Dank noch mal an alle Kommentatoren, die mir durch wertvolle Tipps derzeit beim Aufräumen meiner "Onlineperson" behilflich sind.
Betr. Wegfall des Impressums
Alles wieder anders: Danke noch mal für den Hinweis mit dem "Telemediengesetz", schließlich will ich auch hier am Rand der Weltscheibe das deutsche Recht erfüllen, an dem die Welt sicher irgendwann genesen wird, grins. Die Herausgeberin unserer Straßenrettungsorg-Webseite ist auch Herausgeberin dieses Blogs, damit dürfte das Problem gelöst sein.
Mein Dank noch mal an alle Kommentatoren, die mir durch wertvolle Tipps derzeit beim Aufräumen meiner "Onlineperson" behilflich sind.
"Kontakt", ein Foto aus dem Stadtpark in NeiHu by Ludigel
Montag, Mai 06, 2013
Blog, Quo vadis?
Dieses Blog ist ja ein nettes Ding, erlaubt es mir doch mein deutsches Kommunikationsbedürfnis zu stillen und gibt dem ein oder anderen Special-Interest-Leser einen recht ungeschminkten Einblick in mein Leben, hier am Tellerrand der Weltscheibe. Es ist eine brotlose Kunst, die mir die Zeit vor der Arbeit und die Mittagspause füllt und manchmal mehr, aber eben doch ein Vergnügen für mich.
Doch schwant mir dieser Tage, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann. Schließlich werde ich am 01. Juni im Familienkreis gleichsam zum Werbeträger für ein Produkt werden, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Hier in Taiwan natürlich.
Gestern Abend hatten sie bei einer dieser Klingel- und Bimmel-Happy-Peppy - Essensshows im Fernsehen eine junge Deutsche, wenn ich das richtig verstanden habe (namens Michele), die typisch taiwanische heiße Küchlein anbot mit ihrem kleinen Verkaufswagen. Es handelte sich bei der im Studio kichernd verzehrten Speise sicher um irgendetwas europäisch inspiriertes, man sieht sie oft an den Straßenecken und auf den Nightmarkets: dicke Scheiben aus vanillig süßem Teig, innen mit Schoko- oder Vanillepudding oder mit den typisch taiwanischen roten Bohnen gefüllt (letztere etwa wie nicht scharfe Chilibohnen). Die Show schien die Kuchen der netten jungen Frau als deutsch zu verkaufen. Und ich musste daran denken: Was wäre jetzt, wenn die Dame noch ein Blog hätte, wo sie sich über den Fahrstil der Einheimischen aufregen würde? Wäre sicher nicht so gut. So ein Blog hat sie sicher nicht, sondern wenn sie eins hat, dann berichtet es sicher über leckere Törtchen.
Auch bei mir muss es dann wohl so sein, möge mir die Landsmännin verzeihen, sie hier als Beispiel zu nehmen. Es wäre der Supgergau, würde es das Familienprodukt mit mir als Gesicht in die Presse schaffen (sogar die ewig meinen Parktplatz blockierende Fressbude bei uns in der Straße hat öfter mal das Fernsehen da!) und würde dann ein wütender Taiwaner die Verbindung zu meinem Blog herstellen. "Der soll doch abhauen, wenn es ihm hier nicht passt") wäre sicher eine übliche Reaktion. Insbesondere muss man sich vergegenwärtigen, wie sehr die Taiwanpresse Ausländerstories immer wieder zum nationalen Skandal aufbläst. Am 01. Juni geht es los, bis dahin schweige ich still über die eigentlich ganz unspektakuläre Tätigkeit und vielleicht auch noch danach. Aber dieses Blog muss wohl den Vorstellungen eines Taiwaners entsprechen an diesem Stichtage. Und da haben sich Ausländer gefälligst nur über zu hübsche Tempel, zu gutes Essen, zu hübsche Mädchen und die ach so netten Taiwaner zu "beschweren". Jedenfalls habe ich manchmal in Diskussionen mit Taiwanern diese Punkte als meine Antwort vorgefertigt bekommen.
Eigentlich sehe ich darin keinen Widerspruch, einerseits die Insel als solche zu mögen, den Leuten ein von mir beeinflusstes gutes Produkt zu "verkaufen" und andererseits an mir missfallenden Details herum zu meckern. Doch biete ich so eben viel Angriffsfläche, was sicherlich für einen Schmalspur-Werbeträger wie mein zukünftiges Ich nicht besonders gut ist.
Also läuft wohl der Countdown für dieses Blog in seiner jetzigen Form, es sei denn, es kommt alles noch anders oder mir fällt noch etwas dazu ein. Also lege ich bis dahin noch mal richtig los mit der ungeschminkten Kritik ;-)
Doch schwant mir dieser Tage, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann. Schließlich werde ich am 01. Juni im Familienkreis gleichsam zum Werbeträger für ein Produkt werden, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Hier in Taiwan natürlich.
Gestern Abend hatten sie bei einer dieser Klingel- und Bimmel-Happy-Peppy - Essensshows im Fernsehen eine junge Deutsche, wenn ich das richtig verstanden habe (namens Michele), die typisch taiwanische heiße Küchlein anbot mit ihrem kleinen Verkaufswagen. Es handelte sich bei der im Studio kichernd verzehrten Speise sicher um irgendetwas europäisch inspiriertes, man sieht sie oft an den Straßenecken und auf den Nightmarkets: dicke Scheiben aus vanillig süßem Teig, innen mit Schoko- oder Vanillepudding oder mit den typisch taiwanischen roten Bohnen gefüllt (letztere etwa wie nicht scharfe Chilibohnen). Die Show schien die Kuchen der netten jungen Frau als deutsch zu verkaufen. Und ich musste daran denken: Was wäre jetzt, wenn die Dame noch ein Blog hätte, wo sie sich über den Fahrstil der Einheimischen aufregen würde? Wäre sicher nicht so gut. So ein Blog hat sie sicher nicht, sondern wenn sie eins hat, dann berichtet es sicher über leckere Törtchen.
Auch bei mir muss es dann wohl so sein, möge mir die Landsmännin verzeihen, sie hier als Beispiel zu nehmen. Es wäre der Supgergau, würde es das Familienprodukt mit mir als Gesicht in die Presse schaffen (sogar die ewig meinen Parktplatz blockierende Fressbude bei uns in der Straße hat öfter mal das Fernsehen da!) und würde dann ein wütender Taiwaner die Verbindung zu meinem Blog herstellen. "Der soll doch abhauen, wenn es ihm hier nicht passt") wäre sicher eine übliche Reaktion. Insbesondere muss man sich vergegenwärtigen, wie sehr die Taiwanpresse Ausländerstories immer wieder zum nationalen Skandal aufbläst. Am 01. Juni geht es los, bis dahin schweige ich still über die eigentlich ganz unspektakuläre Tätigkeit und vielleicht auch noch danach. Aber dieses Blog muss wohl den Vorstellungen eines Taiwaners entsprechen an diesem Stichtage. Und da haben sich Ausländer gefälligst nur über zu hübsche Tempel, zu gutes Essen, zu hübsche Mädchen und die ach so netten Taiwaner zu "beschweren". Jedenfalls habe ich manchmal in Diskussionen mit Taiwanern diese Punkte als meine Antwort vorgefertigt bekommen.
Eigentlich sehe ich darin keinen Widerspruch, einerseits die Insel als solche zu mögen, den Leuten ein von mir beeinflusstes gutes Produkt zu "verkaufen" und andererseits an mir missfallenden Details herum zu meckern. Doch biete ich so eben viel Angriffsfläche, was sicherlich für einen Schmalspur-Werbeträger wie mein zukünftiges Ich nicht besonders gut ist.
Also läuft wohl der Countdown für dieses Blog in seiner jetzigen Form, es sei denn, es kommt alles noch anders oder mir fällt noch etwas dazu ein. Also lege ich bis dahin noch mal richtig los mit der ungeschminkten Kritik ;-)
Freitag, April 12, 2013
Google: Prüfcode auf Taiwan-Handy geschickt (super!)
Als ich neulich mit meiner deutschen Kreditkarte auf einer deutschen Webseite bezahlen wollte (Studiengebühren für Frau) ging das nicht, weil die Seite das international Tätige VERIED BY VISA oder wie immer das genau hieß hatte, ein zusätzliches Prüfverfahren für die Kreditkartenzahlung. Dabei kriegt man eine Sicherheitsnummer auf sein Handy geschickt und muss diese eingeben, auch für Mastercard funktioniert das System. Nur dass eine deutsche Kreditkarte eine deutsche Handynummer verlangt. Also sind Expats wie ich ohne deutsches Handy aufgeschmissen, insbesondere wenn einem der PrePaid-Anbieter einfach die PrePaid-Karte sperrt wegen monatelanger Nichtbenutzung und meiner Meinung nach betrügerisch das Guthaben beschlagnahmt. "Tchibo" war es, aber bei anderen wird es nicht anders sein.
Wieso kann Visa nicht auch eine SMS auf ein Taiwanhandy senden? Ist das technisch unmöglich?
Google hat es gerade getan. Zur Absicherung des Bloggerkontos hier gab es ein Feld, wo ich unter den Ländern Taiwan auswählen konnte und dann konnte ich meine lokale Handynummer eintippen. Binnen 3 Sekunden hatte ich die SMS - auf Deutsch verblüffenderweise.
Bloggen kann man international, Kreditkarten benutzen nicht unbedingt.
Wieso kann Visa nicht auch eine SMS auf ein Taiwanhandy senden? Ist das technisch unmöglich?
Google hat es gerade getan. Zur Absicherung des Bloggerkontos hier gab es ein Feld, wo ich unter den Ländern Taiwan auswählen konnte und dann konnte ich meine lokale Handynummer eintippen. Binnen 3 Sekunden hatte ich die SMS - auf Deutsch verblüffenderweise.
Bloggen kann man international, Kreditkarten benutzen nicht unbedingt.
Dienstag, Februar 26, 2013
Blog-Tipp: Taipeis MRT Hochbahn
Ein Blog-Tipp, das Taiwanblog Dunkelangst.org wirft einen Blick in Taipeis Metro: http://www.dunkelangst.org/2013/u-bahn/.
Wie sieht es dort aus? Mancher deutsche Leser würde sich sicher dunkle Gestalten, Drogenhändler etc. in dunklen Ecken vorstellen. Nun, das beschreibt recht gut die U-Bahn aus meiner Heimatstadt Hannover, wie ich sie noch in Erinnerung habe, mit der in Taipei hat das freilich NICHTS zu tun.
Wie sieht es dort aus? Mancher deutsche Leser würde sich sicher dunkle Gestalten, Drogenhändler etc. in dunklen Ecken vorstellen. Nun, das beschreibt recht gut die U-Bahn aus meiner Heimatstadt Hannover, wie ich sie noch in Erinnerung habe, mit der in Taipei hat das freilich NICHTS zu tun.
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