Gwai Gwai sagen die Taiwaner, wenn ein Kind oder ein Hund aufgeregt herumspringt. Heißt soviel wie "ganz ruhig". Gwai Gwai brauche ich auch, wenn ich an den Visumantrag meiner Frau denke, weil wir langsam dabei sind nach Deutschland rüberzupendeln und im Ruhestand bald ganz überzusiedeln. So war des geplant.
Wer das "2nd Floor Cafe" in Taipei-Neihu besucht, kann beim Toilettengang ein Modell des Hauses mit angelehnter "Gwai-Gwai"-Snacktüte bewundern. Der süße Maissnack heißt eben wie die beruhigenden Worte an Kinder und Hunde, nämlich "Gwai-Gwai". So soll das Haus womöglich vor Erdbeben oder Fehlfunktionen wie nicht funktionierende Fahrstühle geschützt werden.Bei uns in der Firma liegt so eine Packung auf einem Server (-Computer).
Allerdings sagte uns eine taiwanische Angestellte des hiesigen Deutschen Instituts, der Quasi-Botschaft Deutschlands in Taiwan, dass der Antrag womöglich Jahre (!) liegenbleiben würde oder ohne Begründung abgelehnt werden könne. Sie führte dazu Begründungen an, die nichts mit uns zu tun haben, sondern die man eher im politischen Verschwörungstheorien-Bereich vermuten würde und die ich hier nicht wiederholen will. Da ich das von Frau nacherzählt bekam, weiß ich nicht wie die genaue Wortwahl war. Aber ich habe es damals als "Kaffeekränzchen"-Gerede abgetan, nur ohne Getränk und Kuchen. Aber da nun die Monate fortschreiten, komme ich so ins Grübeln. Seit Februar läuft der Antrag und ein Ende ist nicht abzusehen.
Ich denke, die deutschen Behörden sind eher überarbeitet, als dass man auf abstruse Begründungen der politischen Großwetterlage in Sachen Immigration in Deutschland zurückgreifen muss, aber das Ergebnis könnte für uns dasselbe sein. Anwalt nehmen? Umsehen nach anderen Ländern? Das scheinen die nächsten Schritte zu sein.
Bin gespannt, wie es weitergeht. Oder, wie die Dame vom Amt sagen würde: "Ne, gar nicht." Oder, um es anders zu sagen: Die Behörden haben entschieden zu viel "gwai-gwai".
