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Freitag, September 04, 2026

Gwai, Gwai

 Gwai Gwai sagen die Taiwaner, wenn ein Kind oder ein Hund aufgeregt herumspringt. Heißt soviel wie "ganz ruhig". Gwai Gwai brauche ich auch, wenn ich an den Visumantrag meiner Frau denke, weil wir langsam dabei sind nach Deutschland rüberzupendeln und im Ruhestand bald ganz überzusiedeln. So war des geplant.

Wer das "2nd Floor Cafe" in Taipei-Neihu besucht, kann beim Toilettengang ein Modell des Hauses mit angelehnter "Gwai-Gwai"-Snacktüte bewundern. Der süße Maissnack heißt eben wie die beruhigenden Worte an Kinder und Hunde, nämlich "Gwai-Gwai". So soll das Haus womöglich vor Erdbeben oder Fehlfunktionen wie nicht funktionierende Fahrstühle geschützt werden.
Bei uns in der Firma liegt so eine Packung auf einem Server (-Computer).

 

Allerdings sagte uns eine taiwanische Angestellte des hiesigen Deutschen Instituts, der Quasi-Botschaft Deutschlands in Taiwan, dass der Antrag womöglich Jahre (!) liegenbleiben würde oder ohne Begründung abgelehnt werden könne. Sie führte dazu Begründungen an, die nichts mit uns zu tun haben, sondern die man eher im politischen Verschwörungstheorien-Bereich vermuten würde und die ich hier nicht wiederholen will. Da ich das von Frau nacherzählt bekam, weiß ich nicht wie die genaue Wortwahl war. Aber ich habe es damals als "Kaffeekränzchen"-Gerede abgetan, nur ohne Getränk und Kuchen. Aber da nun die Monate fortschreiten, komme ich so ins Grübeln. Seit Februar läuft der Antrag und ein Ende ist nicht abzusehen.

Ich denke, die deutschen Behörden sind eher überarbeitet, als dass man auf abstruse Begründungen der politischen Großwetterlage in Sachen Immigration in Deutschland zurückgreifen muss, aber das Ergebnis könnte für uns dasselbe sein. Anwalt nehmen? Umsehen nach anderen Ländern? Das scheinen die nächsten Schritte zu sein.

Bin gespannt, wie es weitergeht. Oder, wie die Dame vom Amt sagen würde: "Ne, gar nicht." Oder, um es anders zu sagen: Die Behörden haben entschieden zu viel "gwai-gwai".

 

Mittwoch, März 11, 2026

Abschied von Taiwan wird real

Ludigels Ausreisepläne werden konkret

Nein, der Firma, wo ich jetzt laaaange angestellt war, seit 2007 glaube ich, geht es gut, aber die Business Unit ist nicht so aufgestellt, wie sie sein sollte. Das ist ein ganz guter Zeitpunkt, um dem Unternehmen Lebewohl zu sagen, der schlechter werdenden Klimaverträglichkeit (schwüler Sommer) in nicht mehr völlig jungen Jahren und bei turbulenter Weltlage insbesondere in Bezug auf Taiwan halber.

Wenn Unternehmen oder in diesem Fall die Business Unit in schwieriger Lage sind, machen sie alle dasselbe. Sie stellen massenhaft sehr teure "Manager" ein, die nichts wirklich managen und die produktiven Leute im Unternehmen werden in einer solchen Phase immer eher überladen oder gar gequält. Der Markt korrigiert so ein Spielchen dann irgendwann. Aber man muss es ja nicht mehr erneut mitmachen und geht lieber mit einem Lächeln. Schließlich hat man grade eben noch Lob für die neue tolle Software bekommen und dann geht man, solange es noch schön ist und behält den Laden in guter Erinnerung. Die stürmische Neuausrichtung wird hoffentlich klappen und ich wünsche den vielen Managern und den netten langjährigen Kolleginnen und Kollegen dabei alles Gute.

Gut, taiwantypisch haben die meisten nie mit mir geredet. Wenn man von 2 Ausnahmen absieht. Damit sie nicht das Gesicht verlieren sind sie sehr scheu auf Englisch zu reden in Taiwan und mein Chinesisch war immer nur Notfall-geeignet und hat sie zu heiterem Gelächter inspiriert. Aber ich habe gern meine Ruhe und Arbeit gab es immer genug. 

Im vorherigen Blogposting sah es noch so aus, als ob meine Frau mit Junior in Taiwan zurückbleibt. Doch jetzt nach langen Verhandlungen will sie doch mit ins merkwürdige Teutonien und so sind wir so verblieben, dass sie und Junior mitkommen und man/frau dann weitersieht.  

Eventuell wird Junior etwas vorzeitig schon im nahen europäischen Ausland studieren. Dann muss ich doch noch mal in ein anderes Land ziehen. Dass die Niederlande im Mix sind, erschreckt mich richtig. Denn der letzte Niederländer, mit dem ich täglich zu tun hatte, hat mir täglich das Entwenden von Fahrrädern während der deutschen Besatzung vorgeworfen. Halbernst. Aber mit merkwürdiger Konstanz. Vielleicht ist die Lösung eine Abreißrolle mit 5-Euro-Gutscheinen eines Fahradhändlers? Ich denke ernsthaft darüber nach. 

Also... mehr demnächst von Ludigels Taiwanblog vom östlichen Tellerrand der Weltscheibe. Sicher gibt es irgendwann noch ein Bildchen dazu. Fliegender Holländer mit Fahrrad über Taipei vielleicht. 

 


 Und viel wichtiger: Was macht man mit so viel Ahorn-Sirup? Räume grade den Schrank im Büro aus. Was man da alles findet. Ganze, nie benutzte Kaffeemaschinen ganz unten. Was tun mit dem Syrup? Eine habe ich offen und quäle mich seit einem Jahr damit rum. An Donald Trump schicken? Aus reiner Böswilligkeit? Wenn das Porto nicht wäre...
Ich darf sowas schreiben. Habe ja grade eine Geschäftsreise in die USA abgelehnt, zu winzigen Unternehmen namens Ebay, X und Space X. Wegen dem Trumpschen Einreise-Blödsinn.