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Mittwoch, April 27, 2022

Covid in Taiwan: Jetzt doch auf dem Vormarsch

Stand 27.04.2022 sind über 5000 Fälle (gestern) gemeldet worden. Wenig im globalen Vergleich, aber viel für Taiwan, das bislang schon über 500 tägliche Neufälle als dramatisch angesehen hat. Auch hat bislang Track and Trace alles wieder eingefangen. Ob es diesmal gelingt, steht in den Sternen. Bislang lebt man hier im Gegensatz zur VR-China ganz normal weiter. Mit leichter Nervosität, wenn etwa in der Firma eine Kollegin mit einem Covid-Positiv-Getesteten zu Abend gegessen hat. Sie wurde negativ getestet. Wäre es positiv gewesen, hätten Frau, Junior und ich zum Testen ins Krankenhaus gemusst und im Falle eines positiven Tests Quarantäne daheim gehabt, soweit ich das verstehe.

Und das Covid-Karussell dreht sich und dreht sich

Die Schulen sind auf, obwohl Covidfälle zu Remote-Learning führen kann, wie gerade in einigen britischen Schulklassen und dem deutschen Kindergarten an der Taipei European School. Impfmäßig steht Taiwan etwas besser da als Deutschland; allerdings fangen die Impfungen für die Gruppe 6-11 Jahre gerade erst an. Einreisen nach Taiwan sind immer noch eingeschränkt mit nur bestimmten Gruppen, die einreisen dürfen und mit "nur noch" 10 Tagen Quarantäne. Taiwan wird sich wohl trotz steigender Covidzahlen langsam öffnen, was einer Aufgabe der bisherigen Null-Covid-Strategie entspräche.

So... weiter zum Romanschreiben. Ich habe ja das Schreiben der "Tabu-brechenden" Literatur aufgegeben, auch wenn die sich bei Amazon gut verkauft hat. Derzeit schreibe ich einen Science-Fiction, der wohl "Das letzte Schiff der Föderation" heißen soll. Nicht die von Star Trek, eine andere. Es geht um einen... un ja... teilweise senilen Admiral, der noch einmal ein Kommando bekommt. Er wird noch einmal auf eine Mission geschickt; aber nur eine diplomatische. Prompt bricht natürlich das Chaos aus und unser alter Admiral muss zu alter Form finden, um die Galaxis zu retten. Was auch sonst. Im Gegensatz zum Schreiben der alten "Bösewicht schnappt sich junge Frau und erhält auf Seite 120 seine göttliche Strafe" ist das viel mehr Arbeit. Machen Sie sich bitte klar, wie viel Arbeit dahinter steckt, wenn sich im Hyperraum zwei Raumschiffe beschießen wollen. Wie schnell sind sie unterwegs? Wann treffen sie sich? Welche Waffen können überhaupt über große Distanzen benutzt werden? Wie schnell bewegt sich die Ortung? Lichtschnell geht ja nicht. Da kommt man dann dahin, dass ein Ortungsbild schon 50 Stunden alt ist, wenn es über große Distanzen wieder eintrifft. Und die Naturgesetze, was überlichtschnelle Reise angeht, muss man sich auch noch ausdenken.

So... zurück zur Raumschlacht...

 P.S.: Apropos Raumschlacht. Die Schwester meiner Frau kommt persönlich aus Canada angereist die Tage. Es handelt sich um die ehemals in den Philippinen lebende Dame; siehe letztes Blogpost. Sicher will sie persönlich Hand anlegen, um ihren "80.000 USD"-Vorschlag an meine Frau wiederzubeleben. Seit ihr Gatte verstorben ist, ist dieser mir permanent auf der Tasche liegende Familienzweig mit seinem verbleibenden Rest sowas von penetrant geworden. Die gute Frau will uns den letzten Cent aus der Tasche ziehen und bei meiner in finanziellen Dingen gelinde gesagt naiven Frau wird das wieder ein nerviger Abwehrkampf. 


Donnerstag, April 21, 2022

Das große Update im April 2022

 Die täglichen Postings gibt es hier nicht mehr, da muss ein summarisches Update für alte Leser, die sich noch hierher verirren, völlig reichen.

Anlagenbetrüger:

Der Geldanlagenbetrüger, den meine etwas (hust) leichtgläubige Gattin im Internet kennengelernt hat (da kriegt man viele Vorschläge, was man mit seinem Geld anfangen kann, ohne es je wieder zu sehen), hat uns schon länger alles zurückgegeben; nach diversen Drohungen von mir und Gattin, u.a. mit ausgebufftem Inkassoanwalt. Er hat ein Ponzi-Schema gehabt, also eine Schmalspurversion von dem, was dieser berüchtigte Herr Madhoff in den USA gemacht hat. Einfach gesagt: Die Neuen zahlen die Zinsen für die alten Anleger plus den Lebensunterhalt des Ponzi-Betreibers. Nun, einer seiner Gläubiger, der die 3% monatlichen Zinsen auch schon seit 2 Jahren oder so nicht mehr kriegt, hat dem Herrn mit einem Besuch seiner Kameraden gedroht. Denn er ist bei der hiesigen Armee. Und damit ist nicht die heilende gemeint. Jetzt wird der Ponzi-Betrieber nervös und will seine Wohnung verkaufen, um ihn auszahlen zu können. Insgesamt geht es um einen Schaden, den ich auf mehrere Millionen Euro umgerechnet schätze. Allerdings soll seine Wohnung schwer verkäuflich sein, weil neben dem Müllplatz, an der Zufahrt zum Flughafen, neben dem Güterbahnhof am Puff gelegen oder irgendetwas in der Art. Viel Vergnügen mit dem weiteren Ponzieren wünscht... Ludigel

 Ludigel, wie immer happy-peppi

Wohnungen in Manila:

Die von meiner Gattin entgegen meinen Wünschen vor 7 Jahren oder so erworbenen zwei Condos in Manila stehen nicht mehr leer. Jedenfalls eine nicht. Eine chinesische Telekommunikationsfirma hat die kleinere Wohnung von beiden als ständig verfügbares Managerquartier gemietet. Leider ist die Schwester meiner Frau (nennen wir sie Elonore)  dazwischengeschaltet. Die hat ja mit ihrem damiligen Gatten (Filippino) den ganzen Deal überhaupt eingefädelt gehabt. Nun hat der Kunde angeblich sehr teure Extrawünsche, bei denen sie helfend dazwischengeht. Was die zum Upgrade der Wohnung notwendigen Summen in große Höhen schraubt. "Verfluchte Familienbande" ist eine gute Zusammenfassung für die Lage. Zumindest für das Elonore-Dingsda wird sich die Vermietung lohnen.

Die Wohnungen schweben legal in einem Limbo, sagt jedenfalls die Elonore, weil sie ja noch auf den Namen ihres (mittlerweile an Covid verstorbenen) Mannes sind und nun angeblich der Steuerberater (der den Transfer auf unseren Namen durchführen sollte) mit den Unterlagen über alle Berge sein soll. Wenn "alle Berge" unter der Matratze von Elonore ist, wird es wohl stimmen. Einen erneuten Fluch werde ich mir sparen.

hiesige Familie:

Die obgengenannte Elonore lebt mittlerweile im Land, wo nichts ist (Ca nada, Kannada), seit ihr Gatte verstorben ist. Nun hat sie durch den Tod ihres Mannes ja ihr Co-Unternehmertum in der Druckerei ihres Gatten verloren, die seinerzeit mit durch meine Frau von uns abgeweigtem Geld gegründet worden ist. Seither hat Elonore immer teure Vorschläge und Rechnungen zu präsentieren. Kaum war ihr Gatte verstorben, wollte sie von uns die sage und schreibe 80.000 USD für seine Behandlung haben. So hoch sollte die Krankenhausrechnung sein. Ich habe das trotz großem Krach abgelehnt. Nun hat sie etwas neues, eine Agentin sollte dies und jenes für uns tun. Ich will wegen einschlägiger Bots die halbseidene Geschichte hier nicht beschreiben. Kostenpunkt: 80.000 USD, wer hätte das gedacht. Wieder Ehekrach, diesmal nur ein kleiner. Am Ende haben wir Elonore wieder abschlägig beschieden. Was wohl als nächstes kommt?

Umsiedeln:

Frau will gerne Taiwan verlassen, auch weil ihr der Ukrainekrieg klar gemacht hat, dass so etwas auch in Taiwan passieren kann. Auch deutsche Bekannte hier, die vor einem halben Jahr noch länger bleiben wollen, verlassen jetzt die Insel. Allerdings, immer wenn es konkret wird, funkt wieder Elonore dazwischen und dann ist meine Frau wieder umgepolt und wir diskutieren nur die Rechnungslegung der netten Schwester. Habe uns alle auf die Evakuierungsliste des Deutschen Instituts eingetragen.


Euer...

(s.o.)


Dienstag, Februar 08, 2022

Land der rothaarigen, fleckigen Trunkenbolde (Update)

Alle mögen Iren. Aber wenn man als Asiate da einwandern will, sollte man "Ire" doch besser mit Doppel-R schreiben. 

Ja gut, Frau und ich suchen ja immer nach einer Alternative zu Taiwan, gerade auch in Anbetracht der latenten Kriegsgefahr durch das VR-China genannte Irrsinnsreich gleich in der Nähe, das Taiwan ständig bedroht. Deutschland wäre zu einfach. Dass meine Frau immer wieder die Reisleine zieht, kurz bevor ich den Visaantrag für sie stellen will, liegt allerdings auch am Verhalten meiner deutschen Verwandtschaft. Das Mysterium, wieso sich meine Frau beim Aufenthalt in meinem Elternhaus immer oben in meinem alten Jugendzimmer eingeschlossen hat, ist auch gelöst. Grund ist eine Aktionsfront aus meiner Mutter und dem ostzonalen Flügel unserer Familie, die zusammen mit einer gelegentlich auftauchenden weiteren ... Dame einen regelrechten Zirkus veranstaltet haben. Mein Vater hatte mich schon immer gewarnt, dass meine Mutter so gut wie alle Freunde und Bekannte vertrieben hat und ich habe es immer eher schmunzelnd zur Kenntnis genommen, dass sie da einen merkwürdigen Charakterzug haben mag, der sich gegen nicht zur Familie gehörende richten kann, wenn sie aus irgendwelchen Gründen auf der No-Like-Liste meiner Mutter landen sozusagen. Aber nun sind Schwiegertochter und neuerdings auch ihr Enkel da auch drauf. 

Englischsprachige Einwanderungsländer sind schwierig zu finden, Kanada, Neuseeland und Australien schotten sich ab, neuerdings GB auch. Bleibt also Irland. Es erschient mir lange als ideales Einwanderungsland für uns, gerade weil die netten Iren weltoffen und gastfreundlich zu sein schienen, wie unzählige deutsche Einwanderungsblogs kund tun. Jedoch machte mich nun meine Frau auf Übergriffe gegen Asiaten aufmerksam und wenn man einmal googelt (https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ireland+attacks+on+asian)  entsteht schnell der Eindruck, dass es sich bei der Jagd auf Asiaten vor und insbesondere seit Covid um einen Volkssport der netten rothaarigen Trunkenbolde handelt. Also nichts für uns. Ständig besoffen zu sein ist vielleicht doch nicht so lustig, wie die irische PR immer glauben machen mag.

Gut, wir könnten nach Deutschland ziehen und Abstand zu meiner Familie halten, dem rassistischen ostzonalen Familienflügel und meiner Mutter. Besuchen würde ich sie dann nur ohne Frau und Sohn. Nichtsdestotrotz hat sich bei meiner Frau ein gewisser Deutschlandhorror breitgemacht.

Vermutlich bleiben wir in Taiwan, bis die Raketen aus der VR rüberkommen. In die Auslandsdeutschen-Notfallliste beim Auswärtigen Amt habe ich uns schon eingetragen ;-)                       

P.S.:Wie einfach Rassismus geht, haben wir jetzt oben in der Überschrift geübt.   

Update: Nun planen wir zweigleisig. Einmal ziehen wir weiter Irland in Betracht, aber wenn dann nur eine Privatschule, damit Junior mit seinem Kampfsport nicht am Ende eine ganze Klasse rothaariger Kobolde auf die Matte schicken muss, wenn sie etwas gegen Asiaten haben sollten. Zweitens ziehen wir tatsächlich wieder die Philippinen in Betracht, denn sollte es am Ende einen nuklearen Krieg in Europa geben und einen Überfall Chinas auf Taiwan, wären die Philippinen ein geeigneter Rückzugsort. Wo wir ja auch schon 2 Wohnung haben. Die stehen leer und der Steuerberater dort hat sich a) als seiner Lizenz verlustig entpuppt und b) die Papiere für unsere Wohnung sonst wo vergraben, wie man das eben in solchen Ländern so macht - aber drin wohnen könnten wir sicherlich. Auch wenn der Steuerberater (dem man dann wohl ein paar lokale Gauchos auf den Leib schicken müsste) derzeit die Abwicklung der steuerl. Handhabe nach dem Tode der Verwandten meiner Frau dort (auf dessen Namen die Wohnungen sind) hintertreibt. Wegen all solchen Chaos wollte ich ja die Wohnungen dort nie haben. Nun, Frau hat sie doch gekauft und mit der Krise in Europa erscheint das Immobilieneigentum dort in einem viel angenehmeren Licht.

Was ist gerade los: Putin schießt auf Atomkraftwerke in der Ukraine? Na, wenn sonst nix los ist...                                                                   

Montag, Februar 07, 2022

Ausländerdiskriminerung durch Steuern... nervt jungen Kollegen

Ein junger IT-Beschäftigter bekommt leider die taiwanische Steuerungerechtigkeit zu spüren, die seinerseits Taiwans DPP-Präsident Chen Shui-Bian, bekannt durch einen maßlosen Korruptionsskandal und anschließenden Gefängnisaufenthalt damals eingeführt hat.


Es nervt den jungen Kollegen in den 20ern, der in einer Firma, in der ich auch mal war, neu angefangen hat. Es ist eigentlich eine große Ungerechtigkeit. Es geht um die Strafsteuer, die aus dem Ausland zugezogene Arbeitskräfte hier haben. Während normale Taiwaner einen gestaffelten Steuersatz haben, wie auch in Deutschland, der oft auf 6% oder 10 oder 15% am Ende herauskommt, werden Ausländer in Taiwan grundsätzlich die ersten 6 Monate mit einem erhöhten Steuersatz von 18% bestraft. Dieser kann dann im Rahmen der Steuererklärung und des Jahressteuerausgleichs zurückerstattet werden, was auch problemlos klappen soll. Soweit sieht man es ein. Doch die böse Überraschung für den Kollegen kam jetzt am Jahresanfang: Auch im 2. Jahr wird er wieder auf 18% zurückgestuft und der 6-Monatszähler läuft wieder von vorn. DAS war die Änderung, die der korrupte Chen damals ins Gesetz gegossen hat. Die Regelung trat wegen Amtswechsel erst unter Präsident Ma (KMT) in Kraft, wenn ich mich recht erinnere. Na ja, da sind sich die "Taiwan-über-alles" und die "China-hip-hurray"-Lager der taiwanischen Politik einig, dass wir Langnasen im Zweifelsfall einen übergebraten bekommen sollen. Man kann sich fragen, wie das mit den immer mal wieder auftauchenden Aktionen zum Anwerben von ausländischen Fachkräften zusammenpassen soll. Aber diese Programme dienen wohl eh nur der Selbstbeweihräucherung der Politikerkaste. Aber immerhin kann man die zwei Banden hier in Taiwan alternierend wählen, statt gar keine Wahl wie in China zu haben, das Taiwan ja am liebsten einverleiben würde in seinen patriotisch aufgeblähten, imperialen Überwachungsstaat. Dann doch lieber die Chens und die Mas in Taiwan, das sei klargestellt.

Wo waren wir? Ach ja, die leidige Steuerregelung. In Ausnahmefällen kann drauf verzichtet werden, aber das Finanzamt hat einen bösen Kniff dabei. Hat die Firma des Ausländers großzügig der normalen Besteuerung statt der 18% zugestimmt (das kann sie!) und geht dann der Ausländer etwa in irgendeinem Aufenthaltsjahr im Mai wieder nach Hause ohne seine Steuererklärung abzugeben, dann verlangt das Finanzamt in Taiwan trotzdem 18% Steuern und zieht die Differenz (z.B. 8%, wenn der Ausländer 10% effektiven Steuersatz hatte) der Firma ab! Der Ausländer wird dabei kein schlechtes Gewissen haben. Aber Firmen vermeiden das natürlich gerne und führen vom Gehalt des Ausländers dann lieber die ersten 6 Monate 18% ab, um Zusatzkosten zu vermeiden.

Ist schon kurios, diese Strafbesteuerung. Man kann 10 Jahre im Land arbeiten und Steuern zahlen und geht man dann aber im 11. Jahr schon im Mai nach Hause, muss man für die letzten 5 Monate die Strafsteuer zahlen. Chen-Shui-Bian-idiotisch.

Also, Spezialisten der Welt, kommt ins Hochtechnologieland Taiwan!

Nur dass wegen Covidrestriktionen sowieso niemand mehr einreisen darf. 

Alles mit der Besteuerung für Ausländer ist schon seit Jahren in meinem Blog zu lesen, um es nebenbei zu bemerken: https://osttellerrand.blogspot.com/2010/01/arbeitswelt-in-taiwan.html Ups, seit 2010. Wie die Zeit vergeht.

P.S.: Klar, DPP-Präsidentin Tsai, die wir gerade haben, ist da Gold im Vergleich.


Donnerstag, Januar 06, 2022

Alte Schrauben mit runden Köpfen rausdrehen! Aber wie?

Hier ein Geheimtipp, der Ihr Leben verändern wird. Schrauben mit rundgedrehten Köpfen, wie hier bei einer günstig erworbenen Breil Quarzuhr (nicht von mir angerichtet, sondern von einem Vorbesitzer) lassen sich tatsächlich rausdrehen. Man nimmt am besten ein breites Einweckgummi, legt es zwischen Schraubenkopf und Schraubenzieher und los geht es. Evtl. nimmt man den Dreher eine Nummer kleiner.

Hier verwende ich eine tolle Bastelunterlage, die einem beim Suchen von Armbandstiften oder Schrauben in den Wahnsinn treibt, wegen der vielen schwarzen Muster drauf. Man will es ja nicht zu einfach haben und Junior hat meine alte Gummiunterlage geklaubt, der Bursche. 

Weil ich kein Einweckgummi hatte, habe ich es anfangs mit so einem schmalen Gummi wie im Bild versucht. Doch da rutscht man natürlich ab. Die Lösung war dann ein alter Klebestreifen eines selbstklebenden 3M-Haken, wie sie in Taiwan beliebt sind. Der hat sich wie Gummi verhalten. Der depperte Vorbsitzer hatte gleich zwei Rückenschrauben rundgedreht und eine Armbandschraube auch noch.

Demnächst erstrahlt die Uhr wieder im neuen Glanze... Und wird auch getragen, sowie die neuen Schrauben aus China kommen...

 
 

 

 

Nur die Uhrenstifte werde ich wohl von einer billigeren gesamtschwarzen Version stehlen, die ich noch erworben habe. Denn einstweilen ist der rundgedrehte Schraubstift nur lose eingesteckt. Breil liefert leider keine Ersatzteile mehr für diese MILANO-Serie.

Mittwoch, Dezember 15, 2021

Tag Heuer Monaco für Arme (Update 2)

 Billige aber hübsche Alternative zur "Steve McQueen" Racing-Uhr

Das Original von Tag Heuer, die schöne und meist blaue Monaco, ist wohl aus einschlägigen Filmen am Handgelenk von Steve McQueen berühmt geworden und ansonsten bei Uhrenfreunden heiß umstritten. Erst mal mögen die meist Tag Heuer sowieso nicht, während sie auf Rolex schwören und die ausladende quadratische Form mit auffälligem Blau, mit oder ohne Sportstreifen durchs Zifferblatt, scheidet auch die Geister.

Gerne hätte ich ein Original, aber da meine Gattin Spezialistin darin ist, unser Geld am Assturban der Weltkarte in höchst zweifelhaften Dingen anzulegen, spare ich eher am Handgelenk, als dass ich da viel Geld reinstecke. In Deutschland habe ich zwar gleich mehrere schöne Automatik-Chronographen, aber seit Corona komme ich da gar nicht mehr hin. Meinen Uhrenentzug bekämpfe ich hier in Taiwan, wo auch schnell mal die Feuchtigkeit in teure Uhrengehäuse kriecht, mit eher preiswertem.

Tag Heuer Monaco grau im Hintergrund und Guess Steel G16545G im Vordergrund

Es gibt einige 1:1-Nachbildungen von chinesischen Herstellern. Gar grauenhaftes und billiges von "Jargarar", wenn ich mich recht erinnere. Die so ähnlich wie "Jaguar" heißen wollen und von anderen Marken. Und eine nette Quarz 1:1-Hommage von einem Hersteller wie Quo... Qua..in oder wie auch immer. Ich kann mir das nicht merken. Mit 130 Euro bei Aliexpress nicht billig. Aber eine 1:1 - Hommage nur mit anderem Namen wollte ich nicht. Da kam mir die wohl nicht mehr zu habende Guess als Gebrauchtuhr gerade recht. Mit leichtem Kratzer auf dem Mineralglaus und auch nur eine Quarz und kein Automatik-Chronograph. Das Stahlband sah an der Uhr nicht aus, fand ich und war mir auch zu kurz. Mit 69 Euro war sie in Anbetracht des Neupreises und des kurzen Armbands im Vergleich zum Neupreis von wohl 120 Euro in Webshops (vergriffen) nicht gerade billig. Aber bald stellte ich sie mir mit einem braunen Ralley-Lederband vor und so war es bis zum Kaufklick nicht weit. Gut finde ich, dass sie ein eigenständiges Design hat, denn offensichtlich ahmt sie die Vorlage nicht direkt nach. Funktional hat sie neben dem Datum auf 4 Uhr eine weitere Zeiger-Datumsanzeige auf 6 Uhr, die natürlich kein Mensch braucht. Wer will schon das Datum (und nicht etwa den Wochentag zusätzlich) zweimal ablesen? Die obigen Chrono-Anzeigen sind für gestoppte Minuten links und die normalen Sekunden rechts. Die Stoppsekunden werden über den großen Sekundenzeiger angezeigt. 

Eine nette "Monaco für Arme", wie ich finde. Wo sollte man sie auch sonst dranmachen. Fährt sich der Nissan March gleich viel rasanter mit.

P.S.: Ohne Krone bescheidene 40mm Durchmesser, aber durch die quadratische Form deutlich größer wirkend. Lug-to-Lug (also Hornoberteil zu Hornoberteil, die Hörner sind die Zapfen, die das Armband halten) 47mm oder 48mm. Braucht daher eher dicke oder wenigstens flache Handgelenke.


Update nach ein paar Wochen: Ich hatte für die Uhr doch nur 20 Euro bezahlt, auch wenn das mit Import nach D zum Weiterleiter und dann Import nach Taiwan natürlich für mich teurer wird. Die Uhr ist alt und hat vermutlich deswegen kleine Wehwehchen. Die Stoppuhr stellt öfter nicht auf Null, was sich aber wie bei fast allen Quarzern sofort nachstellen lässt (die beiden Drücker zeitgleich drücken, mit dem oberen und unteren Drücker einstellen und dann beide wieder gleichzeitig drücken bei diesem Modell). Außerdem scheint das Benutzen der Stoppuhr eine Fehlfunktion des Kalenders zu bewirken, der dann mal um 16 Uhr und mal um 12 Uhr Mittags umspringt. Oft zusätzlich zum 24 Uhr-Datumssprung. Aber gut, für einen 20er geht das alles. Chinesische Werke sind halt auch nicht für die Ewigkeit gebaut. 

Außerdem ist die Uhr lieblos zusammengebaut. Das ganze Zifferblatt ist (wenigstens gerade) leicht nach links verschoben, so dass die unbedruckten/unbeklebten Ränder links und rechts verschieden breit sind und daher der Stoppuhr-Sekundenzeiger, selbst wenn er perfekt in der Mitte nullstellt, eben nicht ganz in der Mitte des Zifferblatts sitzt. Das ist kein Alterungsproblem sondern eben billige China-Montage. Man sagt Uhren von Designermarken nach, dass unter tollem Bling-Bling billigste Chinaware sitzt, die oft ihr Geld nicht wert ist. Wer so etwas neu kaufen will zahlt hier bei Guess allerdings mit 119 Euro oder so, wenn er sie noch neu sieht, einen gerade so akzeptablen, aber doch irgendwie zu hohen Preis.

Langfristig ist die Uhr wohl bei mir Schubladenware, denke ich. 

Update 2: Scheinbar läuft sich die Uhr ein. Datum und Stoppuhr machen keine Zicken mehr bzw. laufen besser. Vermutlich hat der Vorbesitzer die Sonderfunktionen kaum benutzt und sie hat daher gegen hartes Altöl im Innern zu kämpfen.

 

Montag, Dezember 06, 2021

Schreiberei. Sackgasse. Neue letzte Romane. Und dann...?

 Meine Reise als nebenberuflicher Autor von wirrem Fetisch-Zeug. Dieses Blog ist Schuld. Und nun bin ich in einer Sackgasse.


Es war vor Jahren, der Kinofilm "50 Shades of Grey" trat eine SM-Welle los und ich selbst surfte auf Selfpublisher- und Print-on-Demand - Webseiten, um zu schauen, ob ich wohl mein Taiwanblog als Buch veröffentliche. An diesem Gedanken ist wiederum ein Verlag Schuld, der sich offenbar öfter mal an Auswanderer mit entsprechenden Webseiten wendet. Allerdings schien mir das Thema finanziell wenig ergiebig. Anfänglich mögen Laienautoren wie ich da einen Hunderter verdienen, im zweiten Monat einen Zwanziger und dann eher nichts mehr. Oder der Verlag ist gar ein Zuschussverlag, der von seinen Autoren direkt lebt, die für das Veröffentlichen bezahlen müssen. Und verkauft wird dann meist auch nichts, außer den teuren Pflichtexemplaren, die man abnehmen muss.

Wie dem auch sei, bei Herumklicken landete ich auch bei Amazon und der dortigen Möglichkeit, über die "KDP-Webseite" eigene Bücher als Selbstverleger als E-Book und Taschenbuch zu veröffentlichen. Sollte ich da mühevoll mein Taiwanblock abtippen und umformatieren? Ich begann es zu erwägen, da ein befreundeter Journalist, der in Taiwan lebt, auch Print-On-Demand als Selbstverleger veröffentlichte. Doch es sollte anders kommen. Gelangweilt herumklickend stieß ich zunächst auf ausgesprochen schlecht geschriebene SM-Romane. Solche mit Tippfehlern im Titel. Romantitel wie "Die entf entführte Studentin" ohne gestaltetes Cover und mit 35 Seiten Umfang verhießen nichts gutes und lasen sich grottenschlecht; etwa mit einem Ausrufezeichen am Ende jedes einzelnen Satzes. Und schon klar, das "entführte" hatte nicht in die Zeile gepasst und wurde dann in der Titelzeile darunter noch einmal neu geschrieben.


Ich fand diese Titel so lustig, dass ich eine Satire auf die Popklatsch-Romantik Marke "Dienstmädchen hat die Vase umgeworfen..." anfing, die hier im Blog veröffentlicht werden sollte. Aber so richtig wollte es nicht passen. Und da kam mir ein Gedanke. Was, wenn ich aus den fünf Seiten (die eh kein richtig gutes Ende fanden) eben einen richtigen Roman machte? Um die Hundert etwa (120 wurden es dann), die schrägen Witze rausnahm und das Ganze auch bei Amazon einstellte. Gesagt, getan im September 2018 und zu meiner Verblüffung rollte der Rubel als achtbarer Nebenverdienst von Anfang an. Es war "Fundsache Sexsklavin" geboren, weil sich der Roman unter dem ursprünglichen Titel "Die Kellerfrau" nicht verkaufte. Schnell lernte ich, dass Amazon Erotiktitel manchmal willkürlich sperrte und aus dem Verkauf nahm. Gerade von Selbstverlegern wie mir. Verlage hatten "Snuff-Titel", wo die jungen Damen zum sexuellen Vergnügen verspeist wurden (pfui deibel), aber manchmen Selbstverleger-Kollegen wurde sein "frivoler Gedichtband" sofort zensiert und ggf. der Account gesperrt. Ende des Tantiemensegens. Doch mit einer ausgefeilten Heuristik und Mäßigung gelang es mir, immer sowohl Amazon als auch mich zufrieden zu stellen. Es folgten Leserzuschriften, die mehr Gewalt und mehr Sex verlangten. Und Fetische. Wie den merkwürdigen Amputationsfetisch, der ja auch durch "Boxing Helena" Einzug in das Hollywood-Kino gefunden hatte. Kopfschüttelnd schrieb ich daher eine Fortsetzung von der "Fundsache", das Böse damit noch auf die Spize treiebend und der bei meiner Leserschaft ziemlich beliebte Roman "Sklavin Null" war geboren. Der Titel ein Spiel mit dem bekannten SM-Klassiktitel "Story of O", der übrigens bis heute in Deutschland indiziert ist.

Die "Harte Edition" ist einem Kaffeekränzchen dreier netter Damen geschuldet, die den Roman rezensiert und als zu wenig aufregend empfunden haben. Untergeschoben bekommt der Leser eine veritable Scifi-Story einer Alienrasse, deren denaturierte Naniten den Wahnsinn der befallenen Menschen und den resultierenden Sadismus erklären. Der Erfolg ermutigte mich zu diversen Ablegern und Forsetzungen. "Der Neue Hexenhammer (E-Book-Link)(Taschenbuch-Link)" ist zu nennen, bei dem die erwähnten Naniten als alleinstehende Forsetzung dazu führen, dass sich manche befallene Menschen für Druiden oder Hexen halten und andere für Hexenjäger. Ich hatte durchaus meinen Spaß beim Schreiben dieses Romans. "Der Neue Hexenhammer" als Printausgabe lädt sicherlich zum Lesen in der Straßenbahn ein und schafft reichlich Gesprächsstoff. Etwa auch mit Frauenbewegten aus dem Freundeskreis.

(E-Book-Link)(Taschenbuch-Link)

Eine Fortsetzung schrieb ich auch noch. Erst eine Scifi-lastige und nachdem die sich nicht verkaufte eine umgestrickte, die sich eher auf die Hexen konzentrierte. Der Kunde ist König. Als "Der Zirkel der Hexe Lilith" verkaufte sie sich leidlich. Am Ende fand sich ein Rezensent, der sich beschwerte, der Roman sei viel zu lasch. Er wollte wohl literweise Blut fließen sehen oder das Geräusch platzender Brandblasen im Ofen beschrieben haben. Fragen Sie mich nicht. Als ich mich an das Verbessern von einigen von ihm gefundenen Fehlerchen machte (Korrektorat ist teuer), nahm Amazon den Roman aus dem Programm. Eben weil die Hexen im Roman natürlich auch jemanden rösten. Hergott noch einmal, das versucht die böse Hexe doch auch schon bei Hänsel und Gretel. Wie dem auch sei, der Roman wird dann wohl als E-Book im März bei Google-Play-Books erscheinen, das man ja auf dem Handy installieren kann und wird dann auch über Google-Books beziehbar sein. Nur, dass meine Verkäufe bei Google (und einem anderen Roman) bislang zwischen 1 und 1 schwanken, mit mir als einzigem Kunden. Ganz im Gegenteil zu den Amazon-Verkäufen. Zur Zeit hat allerdings die 4. Welle der Pandemie zu einer dünnen Personaldecke geführt und im Bereich von Gewalt und Sex wird wohl schnell abgelehnt, um nicht lange prüfen zu müssen, denke ich Mal.


Abschluss meiner bisherigen Romanwelt sollten dann zwei Werke werden. Einer ist bei Amazon erschienen, "Lustsklaven leben nicht lang"(Link E-Book)(Link Taschenbuch). Ein Abschluss, bei dem ein langsam dem Wahnsinn verfallender junger Mann durch eine apokalyptische Welt zieht in Form eines irren Roadmovies. Da ich mich innerlich von meinen eigenen Werken distanziere, macht sich langsam bei mir eine Art Schizophrenie breit und wenn ich den Roman lese, kommt es mir vor, als habe ihn jemand anderes geschrieben. Ein Seiteneffekt davon, wenn man dem Drängen der Leserschaft nach immer mehr Gewalt und Brutalität nachgibt und dem längst nicht mehr folgen kann. Auch den vielen Fetischen nicht, die die Leute offenbar so haben. Die "Lustsklaven" sind sehr abgedreht, aber auch ein Schlusspunkt der ganzen Serie, bei dem es den Protagonisten in den Wahnsinn treibt, weil er einerseits von seinen Eltern im Sinne der untergegangenen Zivilisation erzogen worden ist, andererseits ein psychologisches Trauma hat und an der brutalen Welt geistig zerbricht. Nicht, ohne selbst zu deren Brutalität beigetragen zu haben. Mich graut vor diesem eigenen Werke, das ein ausgelagerter Teil meines Verstandes geschrieben hat und von dem ein Rezensent schrieb, er sei eine "gute Bettlektüre". Na ja, je nachdem, welche Dämonen man Nachts so pflegen will.


Gut, weil ein Verlagsautor so viel Asche mit sogenannten "Snuff"-Romanen macht, habe ich mich auch versucht und sicherlich nach den Maßstäben des Genres Gutes produziert. Allerdings konnte der Titel wegen der erwähnten schwierigen Lage bei Amazon dort nicht erscheinen. Derzeit ist "Claudias letzter Dreh" nur bei Google Books (Link) und Google-Play-Books zu haben. Für letzteres muss man die Google PLAY BOOKS - App installieren und den Titel "Claudias letzter Dreh" eingeben. Das E-Book liest sich dann bequem auf dem Handy ähnlich wie bei Amazon Kindle und der entsprechenden Android-App. Ein Buch, auf das ich wenig stolz bin. Tage nach Neuerscheinung hat es, weil bei Google alles zwischen unzähligen englischen Titel versinkt, der Roman auf genau 1 Verkauf gebracht. Mein Probekauf. Außerhalb von Amazon als Selfpublisher zu verkaufen ist halt extrem schwierig. Ja ja, "Marlisa Linde" ist eine Stichwortgeberin und Muse, vertiefen wir das näher.

Wie geht es nun weiter? Nun, da ich von diesen Ü18-Romanen eh genug habe, wird es künftig einen apokalyptischen Roman geben, der sich mit den "Lustsklaven" das Romanuniversum teilt, aber storylastig ist und bei dem diesmal ein aus unserer Gegenwart in die Apokalypse hinenversetzer Held die "Damsel in Distress" retten wird, statt selbst zu ihrem Ungemach beizutragen. Ein Scifi-Roman steht auch noch in der Queue und ... ja ... ein Kinderbuch. Beim heiligen Bücherwurm, es muss ja nicht immer das Blut aus den Seiten laufen.

Ach so. Das Taiwanblog kommt dann vielleicht auch noch als Buch. Erscheint am Schluss dieser Artikel auch darin, ist es sogar Rekursion. Das freut den Informatiker in mir.


EDIT: Ernsthaft? Walmart hat den "Hexenzirkel" angeboten? Ist da aber auch vergriffen...

https://www.walmart.com/ip/Der-Zirkel-der-Hexe-Lilith-Dolcett-Wahnsinn-Folter-und-Verst-mmelung-f-r-den-Dunklen-Herrn-Paperback-9798563535657/340023851




Donnerstag, September 30, 2021

Wie wichtig sind tragende Wände? (Update 2)

 Unserem Miet-Bunker ist eine tragende Wand verlustig gegangen im Ergeschoss, weil da ein Seven-Eleven mehr Platz braucht. Ludigel ist in Sorge, ich kann es nicht leugnen.


Nun kann man im vorherigen Blogartikel sehen, dass ich mir göttlichen Beistand ins Haus geholt habe. Aber abgesehen davon bin ich schon ein Fan von der Erhaltung tragender Wände. Gerade in Mietshäusern mit 8 Stockwerken im Erdgeschoss. Aber die Taiwaner, die unten die sehr gute KFZ-Werkstatt rausgeekelt haben und parallel die daneben gelegene schon länger geschlossene Apotheke übernehmen wollen, bewerten tragende Wände wohl weniger gewichtig.


Oben sieht man ein simples italenisches Restaurant links in der Ecke und rechts daneben den Eingang zu unserem Mietbunker. Rechts die weißen Torpappen zeigen, wo vorher die Apotheke (Bildmitte) und die KFZ-Werkstatt waren. Letztere hat es endlich geschafft, unseren 2017er Nissan March/Micra von seinen Motorvibrationen und Rattern zu heilen und den Benzinverbrauch von 10-15 auf 8-9 Liter auf 100 km zu senken. Doch dann hat jemand Interesse bekundet, beide Ladengeschäfte durch einen der zahllosen Seven-Eleven Convenience-Stores zu ersetzen. Schließich ist der nächste hundert Meter entfernt. Eine weite Strecke für Taiwaner. Sorgenvoll musterten wir die Tage die Bauarbeiten und fragten die Bauarbeiter, ob sie denn vorhätten, die Wand zwischen beiden Geschäften herauszunehmen. Nein, sagte der ältere Herr auf der Leiter. Die sei eine tragende und müsse daher drin bleiben. Dann waren sie damit beschäftigt, sich zentimetertief in den Boden zu graben, obwohl direkt darunter das B1-Parkdeck ist und unser roter Nissan March genau dort parkt, wo früher die KFZ-Werkstatt drüber war. Dat hat die Gas- und Wasserrohre auf dem Parkdeck so in Vibration versetzt, dass sie mittlerweile lecken. 

Aber der Clou kam gestern, als wir sahen, dass die tragende Wand praktisch vollständig herausgenommen wurde. Die tief ins Gebäude führende Wand ist bis auf einen kleinen Rest oben und an den Seiten komplett entfernt, damit beide Geschäfte künftig eins sind. Wir haben einstweilen einen Aushang gemacht, der den Mieter-Vorsitzenden (so einen gibt es immer in Taiwan) freundlich auffordert, die Baustabilität zu prüfen. Gerade in Hinblick auf die zahlreichen Erdbeben. Der Aushang wurde sofort entfernt, aber wir haben auch noch sämliche anderen Mieter angeschrieben. Wir wissen leider nicht, wer der neue Chairman der Mieter ist, denn der letzte war der Apotheker, der jetzt nicht mehr als solcher tätig ist. 

Nun warten wir gespannt, was schneller ist. Die Reaktion oder das nächste Erdbeben. Gott sei Dank wohnen wir im anderen Flügel links, aber spannend wird es trotzdem. Mag natürlich sein, dass alles baupolizeilich abgesegnet ist. Oder eben nicht. Die Spannung bleibt...

UPDATE: Mittlerweile hat die Baufirma per Aushang nachgewiesen, dass sie eine behördliche Genehmigung haben und offenbar eine Verstärkung der Restwand durchgeführt haben. Es wirkt subjektiv nicht stabil, mit diesem riesigen Leerraum, wo vorher Wand war und auch im Parkdeck darunter entweder Wand oder Säule ist. Aber dann muss man das so akzeptieren.

Jetzt tropfen die beschädigten Wasserrohre gemütlich ins Fundament. Aber seufz. Don't think too much. Eistee und Teeeier zu verkaufen ist wichtiger.

UPDATE 2: Als man neulich wieder in die Baustelle hineinsehen konnte, fiel mir auf, dass da zwei neu aussehende, noch unverputzte Betonsäulen mitten im Geschäft standen. Die sind etwa da, wo unten drunter im Parkdeck Wand bzw. ebenfalls eine Säule ist. Haben wir das mit unserer Nachforschung ausgelöst? Mir scheint, die sind nachträglich eingebaut worden. Wenn ja, kann es nicht geschadet haben. Denn wie heißt es in dem alten Wikingerlied: "Und der Rollo dreht und dreht um den Stützbalken. Ja wo dreht er denn hin der Rollo? Der Stützbaaaaaaaaalken....". So jedenfalls hat es ein Kumpel in früheren Jugendzeiten in der Kneipe öfter mal gesungen. Ein Niveau, das in etwa dem taiwanischen Sicherheitsdenken entspricht, könnte ich naseweis und ausländerzynisch anfügen. Lassen wir das Thema Stützbalken damit hier abgearbeitet sein.

Ah, das mit Rollo scheint ein Torfrock-Song zu sein.

Freya. Altar.

 Ich habe endgültig genug von dieser Religions-Radianz, die die Taiwaner mit ihren ewigen Familienaltaren mit ihren Holzfiguren von falschen Göttern neben roten Leuchten ausstrahlen. Und denen regelmäßig geopfert wird. Nicht Lämmer oder der Ausländer in der Familie sondern Obst und gekochtes Huhn mit Haut. 

 


Es ist Zeit zurückzuschlagen. Hier also ist Ludigels eigener Altar in der Aufbauphase zu sehen, der gleich neben meinen Festplatten aufbewahrt wird. Freya, aka Gaia, die Große Urmutter, in Plaste made in China nebst einer massivsilbernen Replika der Venus von Willendorf an Silberkette.

Take that, bitches! Und wartet, bis noch das Füllhorn kommt. Und die (Freya untergeordnete) Cerununnos-Figur!

 


 Als Ultrakonservativer waren mir die neumodischen Religionen wie Christentum, Judentum, Buddhismus und *Islam* schon immer zuwider. Go for the Original!