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Dienstag, September 02, 2014

... Italo-Albanerin (UPDATE 3)

Der Uhrentick von Ludigel nimmt kein Ende, wo soll das noch hinführen... (zu einer vollen Uhrenschublade)

Während andere Ausländer jedenfalls laut Ausländerforum dafür bekannt sind, ihren gelegentlich auftretenden Taiwankoller mit Alkohol und Antidepressiva-Tabletten zu bekämpfen, mache ich das offenbar mit Armbanduhren. Meinem Vorsatz (http://osttellerrand.blogspot.de/2014/08/uhrenwahnsinn-teil-x-gigandet-sea.html) keine billigen Uhren mehr zu kaufen bin ich diesmal schon eher treu geblieben. Die neue ist eine aus dem italienischen Modehaus Breil, hergestellt in der Schweiz und mit einem schweizer ETA Valjoux 7750-Werk ausgestattet, also wieder mal ein Automatik-Chronograph. Will sagen mit nicht benötigter Stoppuhrfunktion.



 Neu wurde die Breil, die Firma in Deutschland bekannt durch den Slogan "Du kannst mir alles nehmen, aber nicht meine Breil!" immerhin zwischen 850 und offenbar 1500 Euro gehandelt, Internetmondpreise gehen bis 2000 Euro, aber meinen Wecker hier habe ich etwas mutig für 410 US-Dollar zuzüglich 50 Dollar DHL-Versand aus ... Albanien bekommen, wieder mal eine Ebay-Autkion. Groß (44 mm Durchmesser ohne Krone) und mit einer etwas mutig wirkenden Kombi aus Rotgoldauflage, Stahl und Braun liegt sie raumgreifend am Handgelenk am grenzwertigen, aber schicken alten Krokoband massiver Dicke.

Albanisches Gold am Handgelenk. Na ja, Industriegoldauflage ohne Karatangabe. Wehe, es sagt einer Messing. Jedenfalls ist die Breil mal was anderes als meine unzähligen ähnlichen und oft auch noch rot-blauen Taucheruhren.

Einen halben Infarkt bekam ich, als ich hier im firmeneigenen DHL-Büro die Uhr entgegennahm - der Verkäufer aus dem fernen Albanien hatte sie kaum verpackt, aber entweder geht DHL so sorgsam mit den Sachen um oder sie ist einfach robust. Funktioniert einwandfrei, nur beim Verstellen von Zeiger und Datum muss ich die herausgezogene (und vorher wegen Wasserdichtigkeit verschraubte) Krone wieder etwas in Richtung Uhr drücken beim Drehen. Das könnte auf eine mal notwendige Revision hindeuten, ansonsten läuft aber alles perfekt, in 15h hat die Uhr noch keine Sekunde gewonnen oder verloren. Auch die Stoppuhr läuft perfetto.



Junior hatte zu der Uhr gleich einen Kommentar: "That one too big" und hielt mir meine 75-Euro J.Springs-Taucheruhr (aus Polen gekauft) unter die Nase. "Take that one". Meiner Breil jedenfalls sieht man das Alter etwas an aber eigentlich nur hier im gnadenlosen Blitzfoto, sonst wirkt sie noch neuwertig am Arm.

Ein Thema für sich ist nur das Krokoband, alt und faltig ist die Unterseite . Gebrauchte Lederbänder sind so eine Sache und ich habe dieses erst mal mit Alkohol gereinigt . Beschaffen lässt sich das Originalband offenbar kaum, kaum ein Versender kennt die Nummer der Uhr (BW0474), kenne ich jetzt schon auswendig, so oft habe ich sie getippt. Also habe ich mir die rissig gewordene Unterseite des Genuine Crocodile - Bandes mittlerweile mit Kunstleder teilbeschichtet. Ist bei heißem Klima hygienischer und dürfte das Leben des doch sehr schön zur Uhr passenden Bandes verlängern. Einen Schreck kriegt man natürlich bei der scheinbaren Befestigung des 30mm-Anstoss-Bandes. Nicht nur ist es überbreit, wer verwendet denn 3 Hörner statt 2 um ein Band u befestigen? Da kriegt man ja kein Standardband dran, so scheint es. Doch weit gefehlt, das mittlere Metallhorn an der Uhr sitzt gar nicht an der Uhr, sondern ist nur in das Band eingearbeitet. Allerdings sähe ein mit geradem Anstoß nicht ganz passendes Standardband natürlich langweilig und provisorisch aus, deswegen werde ich das Alligatorfragment wohl noch länger leben lassen.

Was man nun mit der ... äh ... 12. oder 13. Armbanduhr will, ist sicherlich eine gute Frage. Aber ich wollte eben auch mal das bekannte ETA Valjoux 7750 Werk haben - meine Tissot Seastar 1000, auch Ergebnis einer verrinnenden Ebay-Auktion, ist mit 48mm noch viel größer und hat auch nur ein Swatch-Auto-Chrono-Werk eingebaut. Wo die klobige Tissot eine Betrachter im das Meer suchen lässt, wirkt die Breil mediterran elegant. Und so trage ich den Italo-Albaner-Krokoschick zu meinen braunen taiwanischen Entenschuhen der Marke ASO (heißt wirklich so).

Ob ich mich trauen würde die Breil hier vom Uhrmacher an der Ecke***, der taiwanische Uhren mit Fake-Brillis und eine mir gänzlich unbekannte (und daher wahrscheinlich in Wirklichkeit chinesische) andere italienische Uhrenmarke verkaufen will (alles mit Quarz), das bezweifele ich noch. Hier in Taiwan sind viele Unternehmen einfach so amateurhaft-dilletantisch, weil sich jeder eben mal in eine neue Branche reinfuchst, wenn er da Geld machen kann. Am Ende wäre dann unter dem hübschen Sichtfenster kein Valjoux 7750 mehr zu sehen, sondern der unlizensierte chinesische Nachbau namens 8850 oder einer seiner wackeligen Zwillinge. Vielleicht doch lieber in Deutschland zum Uhrmacher bringen, sollte es mal nötig sein.

Das funkelnde Industriegold im italienischen Schick jedefalls hilft gegen den turnusmäßigen Taiwankoller (letztens wohl durch die schmerzhafte Falschmedikation durch den Doc hier ausgelöst, das Taiwanblog berichtete). Und im Vergleich zu Prozac und Alkohol haben Uhren ihren Vorteile. Kalorienarm und zuckerfrei. Nur schwer verdaulich. Für meine Frau.

UPDATE: Nach ein paar Stunden Liegeruhe auf dem Schreibtisch hat sie auf die üblichen +15 Sek / 24h aufgeholt ;-)  Der Lauf einer mech. Uhr hängt eben auch vom Trageverhalten ab.

UPDATE2: Mit der Krone nach oben gelagert läuft sie mit 0-3 Sek. Vorlauf pro Tag. Nochmal gereinigt sieht das Armband hübscher aus. Leider ist das Originalarmband mit seinem vorgetäuschten Mittelhorn nirgends lieferbar, das ist vielleicht der Nachteil einer "Modeuhr". Mal auf italienischen Webseiten surfen ;-) Vergessen wurde vom italienischen Designer auch Leuchtfarbe für die Dunkelheit, aber man kann nicht alles haben.

UPDATE3: Hat sich, gelegentlich mal mit Krone nach oben (bremst) auf Schreibtisch abgelegt derzeit auf +/- 0 Sekunden eingependelt! Quarzgenaue Zeit bei einer Mechanikuhr, das hatte ich noch nicht. Hulla!

*** Laut einem Expat-Uhrenfreak kann man ruhig den Uhrenladen an der Ecke aufsuchen. Die sind mit Fortbildungskursen auf dem neusten Stand, sagte er ;-)

---- Notiz zum späteren Bandkauf: Das Kautschukarmband der Breil BW 0423 sollte passen, kostet ja auch nur 120 USD:  http://www.watchbands.com/ProductInfo.aspx,,productid,,BN-BW0423
Oder 60 Euro: http://www.horlogeband.com/en/Horlogeband-Breil-BW0423/

Freitag, August 29, 2014

Volvo, Volvo, Volvo

Bislang im Blog weitestgehend ausgespart, doch das große Thema für Junior

Eines der meist benutzen Wörter im Haushalt Ludigel lautet...

 
VOLVO. Weil Junior (3) wie wohl alle kleinen Jungs ein totaler Autonarr geworden ist. Nachdem er sich einst bei mir nach unserem Auto erkundigte, als ich ihn aus dem selbigen half ("Auto?") und ich den neuen Wagen als Volvo titulierte, ist bei ihm das Wort Volvo sehr dominierend im Wortschatz. "Papa kai Volvo", also "Papa fährt Volvo" kriegt fast jeder an den Kopf geworfen, der länger mit uns zu tun hat. Komme ich abends nach Hause und hole Junior von der Großmutter ab, fragt er "Volvo parkt?" und will dann manchmal näher wissen, wo genau. Das kleine orginalgetreue Automodell, das wir vom Vertragshändler bekommen haben, hat er längst beschlagnahmt und es mittlerweile trotz anderer Farbe als Volvo akzeptiert. Sieht er einen anderen Volvo der gleichen Modellreihe (XC60) ruft er aufgeregt "Volvo!", während er mich ungläubig mustert, wenn ich ein anderes Modell von Volvo als Volvo tituliere.

Meer im Navi, das sehe ich leider nur selten.

Ziehen wir uns die Schuhe an, ruft er freudig "go to Volvo!" aus, weil er sich dann auf die Ausfahrt freut. Und morgens, wenn ich schon den Wagen parat stehen habe und wir neben dem Vol... äh... Auto auf den Kindergartenbus für Junior warten, verabschiedet er sich nicht vons uns, sondern sagt "bye bye Volvo".

Bei mir selbst hatte ja der Gedanke in Taiwan einen Volvo zu fahren, auch zunächst Befremdung ausgelöst, lautet doch die Faustregel in Asien immer einen Toyota oder wenigstens einen anderen Japaner zu fahren, der Reparierbarkeit wegen. Nun, in Taipei bei uns um die Ecke gibt es eine riesige Volvo-Vertretung, da denke ich mal, wird es keine Probleme geben. Sonst rollt der von meiner Gattin (dem ADAC-Crashtest halber) unbedingt gewollte Schwede (entgegen aller Unkenrufe hat der Wagen mit China nichts zu tun, sondern wurde noch unter Ford-Regie bei Ford Köln von Ford, Mazda und Volvo-Ingenieuren entwickelt und in Belgien aus wohl schwedischen Teilen gebaut) ganz und gar unproblematisch von A nach B und sogar ausgesprochen komfortabel. Und auch mit beliebigen Kraftreserven, die freilich im dichten Taipeiverkehr nicht unbedingt notwendig sind. In Taiwan gab es ja die Basismotorisierung mit 160 PS oder so nicht, sondern erst den T5 mit 245 PS aus einem 2-Liter-Turbo. Ein toller, ruhig laufender Motor, der erst jetzt nach Deutschland kommen soll, wie ich gelesen habe und in der Presse als sparsam lanciert wird. Nun, ein Sparwunder ist der Motor nicht; meine Verbrauchsanzeige zeigt immer zwischen 11.5 und 11.8 Litern an, es sei denn ich fahre mal länger auf dem Lande, dann geht sie weiter runter, doch niedriger als 10.8 Liter Durchschnittsverbrauch geht sie selten.
Einzige Nachteile des Autos: Breite 1,89m, also glatt 10 cm breiter als mein alter Nissan X-Trail (2001er Modell / in TWN 2006er-Modell), was in Taipei schon grenzwertig ist und mich überrascht hat, hat der XC60 doch innen subjektiv weniger Platz als der eckigere X-Trail.
Und vielleicht noch die nach hinten schmal werdenden Seitenfenster, die die Sicht in den toten Winkel etwas stören. Aber dafür hat man noch eine elektr. Tote-Winkel-Hilfe...
Neu für mich waren die vielen Sensoren, die den Wagen dazu bringen, bei Spurlinienüberfahren zu surren, bei Annäherung von Mopeds vorne oder hinten oder seitlich empört zu piepen und eine Warngrafik mit dem Ort der Sensorwarnung einzublenden auf den Bildschirm. Oder eben das orange Blinken, wenn ein Auto im toten Winkel ist - was aber bei  Regen nicht immer perfekt funktioniert.

Am meisten müsste aber Junior von dem Volvo verstehen, denn auf Youtube will er immer wieder Volvo-Videos gucken. So sitzt er dann des abends neben mir am Schreibtisch und sieht auf Deutsch den Vergleich zwischen dem 2013er und dem 2014er-Modell und lauscht etwa einem spirreldünnen Testfahrer, der sich über mangelnden Seitenhalt in den (hervorragend Seitenhalt gebenden) Sitzen beschwert. "Messer nehmen und eine vertikale Ritze in den Sitz schneiden" wäre mein Tipp für ihn. Dann steckt er fest. Aber vielleicht ist der deutsche Wagen anders, meiner hat keine braunen schlangenlederartigen Lederbezüge "die zur Prada-Handtasche passen". Das wäre ja noch schöner.

Sonst habe ich das Thema Auto hier seit dem Neukauf ausgelassen, des Taiwanbildes der Deutschen halber und einschlägiger Kommentare vergangener Zeiten. Dass man mit Volvo in Asien sozusagen mit dem dicken Auto an hungernden Kindern vorbei fährt, ist sicher für viele Deutsche ein Bild, dass da in Kopf kommt. Das hat aber mit Taiwan nichts zu tun, schon eher vielleicht mit THaiLAND, aber das ist eben nicht mein Thema. Unser Auto steht mit Mitsubishi, Nissan, VW, Mercedes, BMW und x Toyotas in einer Reihe auf dem Siedlungsparkplatz - wie das in Deutschland auch der Fall wäre. Auch in Deutschland könnte man sicher auf den Volvo oder VW verzichten und das Geld an die Wohlfahrt spenden, aber das ist eine Diskussion, die ich ich ja nicht unbedingt führen muss, nur weil Taiwan wie Thailand klingt und manche Zufallsleser etwas durcheinander werfen manchmal ;-).

Den ganzen Tag höre ich jedenfalls "Volvo" und da musste er hier im Blog auch mal erwähnt werden. Auch um anzumerken, dass so ein Auto eben auch im schwülheißen Asien läuft - jedenfalls bei Kilometerstand 5.000 aktuell ;-)

Ach ja... neulich beim samstäglichen Kleinkinder-Turntreff. Eine Mutter und ihr Sohn neben uns reden andauernd "Volvo....Volvo....Volvo" und ich gucke hin... und richtig. Der kleine Junge hatte auch so ein silbernes XC60-Modell vom Autohändler in der Hand.

Donnerstag, August 28, 2014

Dienstag, August 26, 2014

Long Live Nazi Spagetthi

Alle schreiben drüber; also bitte, soll es hier auch nicht fehlen


Haben's kurz eine Aufregung für mich? Danke. Hier ist sie. Die Long-live-Nazi-Spagetthi, deren Geschmack hoffentlich besser ist als das Englisch des Restaurantbetreibers: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2014/08/19/2003597769

Über den historischen Aspekt will ich jetzt erst gar nicht reden. In Stichworten:


Taiwani not know anything Nazi history.
Taiwani like Hakenkreuz because like their Buddhist stuff.
Taiwani anyway not care what bignose do in past.
Taiwani like Germany from far and Nazi is German, is it not?***

Auch in verkürztem teils grammatikalisch falschem "Restaurant"-Englisch.

Zum Vergleich auch die Mutter aller diesbezüglichen bizarren Dinge: Hitler und die Heizung:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2007/11/cold-in-taiwan.html

Und wir wissen ja in der Regel auch nix von chinesischer Geschichte, dem Nanking-Massaker etc. Gut, ein deutscher Chinaimbiss-Betreiber nennt eine Frühlingsrolle auch nicht "Taiwanese comfort woman for Japanese Soldier", aber so sind die Stile eben verschieden.

*** for English readers: This is immitating Taiwanese "Restaurant-English"


Plattitüden

Wieder mal entdeckt im baulich dicht bepackten Taipei-NeiHu, ein Neubauviertel

Die großen Herausforderungen der nächsten Wochen für Ludigel lauten (a) die Muppet-Show-Folge aus der dritten Staffel zu gucken, die mit Raquel Welsh als Gast. Die Muppet-Show zählt zum bevorzugten TV-Material von Junior (3) und mir, sehr zum Verdruss meiner Frau, die bei der Szene, als Raquel Welsh tief dekolletiert Fossie-Bär ein Liebeslied ins Ohr säuselte, bislang zweimal den Fernseher abgeschaltet hat. Vielleicht lag es auch an meinem Mitsingen, muss ich mal gucken. Oder eben nicht. Frau fragte sich sowieso, wieso Junior und ich immer wieder "Taiwans" Präsidenten Ma Ying-Jeou diskutierten untereinander. Den spricht man nämlich etwa "Ma Ing-JOE" mit dem englischen Vornamen "JOE". Thema zwischen Junior und mir war aber nicht der prochinesische devote Präsident, sondern natürlich die phonetisch ähnliche Muppetshow.

Die Herausforderung (b) ist, mir den taiwanischen Arzt vom Leibe zu halten (vgl. letzter Bericht), der mir nach einer betriebsärztlichen Untersuchung mit meiner Ansicht nach wieder mal erfundenen Krankheitsbildern und völlig unpassenden krankmachenden Medikamenten und sicher bald einer sinnlosen Operation kommen wird, ganz wie Doctor Bob aus der Muppetshow, der dem schwedischen Koch schon mal eine eingewachsene Kaffeemaschine aus dem Kopf operieren will.

Doch nun zurück zu Taipei, das vor der Herausforderung (c) steht, sich von einer grauen hässlichen verdreckten Plattenbaumetropole in eine moderne Stadt zu verwandeln.

  Hier zunächst das alte Taipei, Blick aus Ludigels "Büro"-Fenster auf die Hausreihe dahinter, man achte auf den verrottenden Müll auf dem Vordach. Die braune Tüte ist voll mit einer verrottenden Teigtasche, das mögen auch die Riesenkäfer gern. Ich habe da auch mal mit dem Tele rangezoomt, will das jetzt aber hier unterlassen. Solchen Dreck gibt es immer weniger in Taipei. Als ich 2004 hier herzog, sammelte er sich auch auf dem Weg zwischen den Häusern an, vorne im Bild. Das wird jedoch mittlerweile sauber gemacht. Eines der vielen Zeichen des Wandels in Taipei. Meine "Hinterbarn" (Nachbarn) sind aber offensichtlich wertkonservative Taiwaner und schmeißen weiter den Müll einfach aus dem Fenster, wie in der guten alten Zeit.


Hier dann das neue Taipei in den Vorstädten. Neue Wohnscheiden, etwas Grün aber eben auch breite Bürgersteige, die die alten Viertel nicht haben.


Bisweilen etwas schwülstige Hauseingänge, aber eben alles pikobello sauber und vor allen Dingen eben die breiten Bürgersteige, die ich nochmal hervorheben will.



Grün und mit kleinen Parks und einem westlichen Supermarkt, der fast auch in Deutschland sein könnte. Nur dass es kein Brot und keinen richtigen Aufschnitt gibt außer gekochtem Schinken ;-)



Neu (oben) ist doch (noch) viel schöner als alt (unten).

Ein Umzug wäre natürlich auch mal für Familie Ludigel interessant, von alt und mittelgroß (oben) in neu und leider noch größer (unten).

Oder eben von der alten Platte in die neue Platte, könnte man auch sagen.


Das alte Taipei, hier als Gewerbegebiet in Taipei-Jonghe ist auf dem Rückzug. Wellblech und Platte im Vordergrund wird immer weniger, die beiden Türme im Bau stehen da wo vor kurzem noch ein Müllplatz war, mittlerweile sind sie fast fertig und werden eine teilweise schlossartige Edelwohnanlage werden. Taipei im Wandel.Ein Neubau der Ärztekammer wäre vielleicht auch mal was. Ohne die Ärzte vorher raus zu lassen.

Dienstag, August 19, 2014

Medizinwahnsinn Teil X: Einstweilen EDITIERT

Wie die hiesige Ärzteschaft sich gegenseitig zur Fehldiagnose hochschaukelt. Eine von vielen.

Habe mich entschlossenen, die näheren Details meines jüngsten Medizingenerves hier einstweilen heraus zu nehmen, damit nicht alles auf ewig im Google-Cache zu finden ist. Außerdem ist die Angelegenheit noch am Laufen, will sagen ich muss mich mit Ärzten, ihren so-scheint-es-wieder-mal falsche Diagnosen und schlechter Medikamentierung herum ängern. Ist das ganze abgeschlossen, kann es hier im Blog als neue Medizinglosse neu erscheinen, wie auch die anderen Krankheiten, die mir übereifrige Ärzte andichten wollten.

Einstweilen nur in Stichworten:

Jährliche Zwangsuntersuchung im Betrieb gehabt nach taiwanischem Arbeitsrecht
Doc bildet sich Symptome einer schweren Krankheit ein, obwohl ich keinerlei habe (kenne ich alles schon von vorherigen Fällen).
Doc gibt mir ein in den USA und GB verbotenes Medikamet, das die Symptome erst auslöste, die es bekämpfen soll. In der Tat würde ein Gesunder, der das Medikament nähme, erst dadurch krank werden, das lässt sich ergoogeln.
Frau natürlich taiwantypisch Feuer und Flamme für den Ratschluss des Arztes.

Ich habe das unnütze, ausgeprochen starke und gesundheitsschädliche Medikament wieder abgesetzt und werde jetzt die nächsten Wochen - wieder mal - damit zu tun haben Doc und Frau auf Distanz zu halten. Als das Medikament abgesetzt war, kam auch mein Wohlbefinden wieder zurück, wie vor der Einnahme. Gut, kann die staatliche taiwanische Krankenversicherung NHI Geld sparen.

Schon klar, irgendwann erwischen sie einen Mal mit ihren Dramadiagnosen. Ich hoffe aber, dass es wieder mal nur eine Fehldiagnose vorliegt, auch wenn dieser Zirkus natürlich verunsichert. In einem Hammermedikament, das Symptome überhaupt erst künstlich erzeugt wird aber sicher nicht die Lösung liegen. In Großbritannien darf man es nur im Einzelfall für lebensbedrohliche Zustände importieren - und das geben sie hier einem völlig symptomfreien  "Patienten". Taiwan-Medizinirrsinn in Vollendung.

Doch decken wir einstweilen das Leichentuch des Schweigens über den Fall und kehren zurück zum ganz normalen Taiwahnsinn - in anderen Artikeln hier im Blog.

Freitag, August 15, 2014

Uhrenwahnsinn Teil X: Gigandet "Sea Ground" in Formosagrün (UPDATE Aug 2015)

Ich wollte eigentlich keine billigen Uhren mehr kaufen, ich wollte eigentlich keine billigen Uhren mehr kaufen, ich wollte...

Nachdem ich neben einem Tissot Automatik-Chronographen mit schweizer ETA-Werk sonst nur jede Menge um-die-100-Euro Uhren habe und die Uhrenschublade nun langsam voll ist, wollte ich eigentlich die nächsten 5-10 Billiguhren auslassen und mir dafür noch mal eine teurere kaufen, hat man doch langfristig davon vermutlich mehr. Der Uhrentick ist bei mir erwacht, da gibt es wohl kein zurück. Doch richtig kanalisieren muss man es. Dann jedoch war ich mitten im Familienkrieg, wo Frau, Junior und meine Wenigkeit uns plötzlich eine Zeitlang auf der NoLike-Liste meiner Taipei-China-Familie wiederfanden, inklusive Telefonterror (als Rezepient). Nun ist alles gelöst und wir haben uns alle wieder lieb und lassen auch brav die ersttöchterlichen manikürten Fingerchen vom Telefonhöherer zu später Stunde. Geblieben ist mir aber der Depressionskompensationsversuch (tolles langes Wort!) in Form einer "Gigandet Sea Ground" in quittegrün. Und sofort kann ich eine neue Lebensregel aufstellen:

Grüne Uhren helfen nicht gegen Depression.

Schwarze: bedigt. Blaue: Ja! Rot-Blaue: Ja! Aber Grüne: Nein.

Schuld ist nur Ebay mit seinem Preis von 70 Euro, sonst hätte ich es sicher gelassen. Trotz allem ist die Gigandet heute bei mir oft am Arm und verströmt groß und grün einen angenehmen 70er-Vibe wie ich finde, ich bereue den Kauf eigentlich nicht wirklich.

http://rover.ebay.com/rover/1/707-53477-19255-0/1?icep_ff3=9&pub=5575159870&toolid=10001&campid=5337833709&customid=Gigandet&icep_uq=Gigandet&icep_sellerId=&icep_ex_kw=&icep_sortBy=12&icep_catId=31387&icep_minPrice=&icep_maxPrice=&ipn=psmain&icep_vectorid=229487&kwid=902099&mtid=824&kw=lg
Grundsätzlich ist erst mal anzumerken, dass man sagen könnte: Das schweizer Unternehmen Gigandet gibt es eigentlich seit den 90ern (oder sogar 70ern) nicht mehr. Eigentlich. So wie es eigentlich ja auch die Republik China seit 1949 nicht mehr gibt. Trotzdem zahle ich Steuern an die Republik China auf der grünen Insel Formosa und trage eine nagelneue grüne Gigandet quietschvergnügt am Arm herum. Wie geht das?

Nun es hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mit China zu tun. Die Marke Gigandet wurde in den 2000ern wie viele schweizer Marken, die der großen Quarzuhrenkrise in den 80ern und 90ern zum Opfer fielen, neu wiederbelebt. Das Massensterben hatte damals viele Traditionshersteller mit ihrem wunderbaren Wissen um die Herstellung von mechanischen Uhren in die Pleite getrieben, weil die Massen der Welt nur noch LCD-Quarzer von Casio und Seiko etc. am Arm tragen wollten. Disruptiven Innovationssprung nennt man so etwas in der Wirtschaftswissenschaft wohl - ich habe das ja auch irgendwann mal irgendwo und irgendwie studiert, lassen Sie mich mit den Details und Spitzfindigkeiten in Ruhe.

Kaufentscheidend war für mich nebst dem Miyota-Citizen Automatikwerk (also ein japanisches, wenn in China produziert, dann unter Führung von Miyota) und der günen Farbe (hatte ich noch nicht) das hübsche Segelschiff auf dem Rücken. Mit der schicken Gravur in alter schweizer Taucheruhrentradition (wer selbst keine Marine hat, graviert die Schiffe halt auf die Rücken der Uhren ;-) erinnert mich die Uhr rückseitig an die dicke Tissot T12 meines Vaters aus den 70er Jahren.

Nicht nur der Rücken, auch die hübsch gravierte Schließe des Armbandes (hier noch mit blauer Folie) und der mit einem verspielten G versehene Sekundenzeiger und auch der hübsch beschriftete Taucherring heben die Gigandet Sea Ground (die es auch in anderen Farben wie mit schwarzem oder blauen Zifferblatt und entsprechendem Tauchring gibt) wohltuend von der Masse der an der historischen und noch immer höchst gegenwärtigen Rolex Submariner (als Quasi-Industriestandard) orienterten Submariner-Klone ab. Die Gigandet ist der Typ groß und flach (44mm Durchmesser ohne Krone, unten an einem 18cm Umfang-Arm zu sehen, den ich mein eigen nenne), trägt sich angenehm und gut ausbalanciert am Arm und es gibt nichts auszusetzen. Sie ist laut Herstellerangabe bis 300 Meter wasserdicht, also für Tauchen mit Schnorchel geeignet und macht eigentlich einen sehr wertigen Eindruck, so dass man ihr auch fast die 320 Euro Preisempfehlung glauben könnte, die der Hersteller angibt. Handelspreis ist jedoch um die 160 Euro, praktisch nur bei Ebay und Amazon zu haben.

 Was hat es also mit der bei mir mit klassenüblichen 15 Sekunden Vorlauf pro Tag laufenden Gigandet (ist ja eine mechanische Uhr, keine Quarz!) nun auf sich? Nun, die Webseite gigandet.com hatte jedesmal, wenn ich nachsah, nur das Markenlogo zu bieten und sonst gar nichts. Einen direkten Ansprechpartner hätte ich also im Reparaturfall nicht, vom No-Name - Verkäufer bei Ebay abgesehen. Inhaber der Webseite ist eine M....-GmbH aus Würzburg, die auch bei Ebay selbst die Gigandet-Uhren vertreibt, wo ich allerdings nicht gekauft habe. Bei Standardgehäusen im Submariner-Stil kann man also stark vermuten, dass die Uhr in China ein Standardgehäuse erhält, auch wenn Gigandet hier die Details hübsch ausgestalten lässt. Ausdrücklich eine mit sehr viel Erfahrung untermauerte Vermutung, da näheres natürlich nur Gigandet selbst weiß. Oder eben eigentlich die M....-Gmbh. Rein in die Uhr kommt jedenfalls ein gutes, aber einfaches Miyota-Werk (ohne Sekundenstopp beim Verstellen), nichts dagegen zu sagen. Das machen viele Firmen so, die man in der Branche als "Einschäler" (von japanischen Uhrwerken) bezeichnet. Meine Devise ist, solche Uhren unter 100 Euro zu kaufen, damit ich mir um Reparaturen insbesondere nach Ablauf der Garantiezeit keine Gedanken mehr machen muss. Denn chinesische Uhrenfabriken haben eben keine Ersatzteile zur Hand und der Vertreiber G....t oder M.... vielleicht ja nach 2 Jahren auch nicht mehr. Oder doch, aber wie erreichen ohne Webseite?

Grundsätzlich sollte man vor dem Kauf einer Uhr immer mit Google erkunden was man da kauft und auch nicht auf Werbeblogs hereinfallen. Denn nicht alles ist Schweiz, was so tut. Aber auch unter den "billigen" Marken kann man gute Käufe machen - wenn der Preis stimmt! Der obige Karton sagt natürlich die Wahrheit: Die ursprüngliche Firma Gigandet wurde 1925 in der Schweiz gegründet, so wie die ursprüngliche Republik China ohne Formosagrün 1911 in Nanjing, China gegründet worden ist.

Als Referenz in dem Preissegment von um die 100 Euro sehe ich die ORIENT Deep-Serie (auch Mako genannt) an, von der die "Pepsi"-Version hier rechts im Bild ist, von mir an ein australisches Mesh-Taucherband für 23 Euro gelegt. Die Gigandet Sea Ground und Die Orient "Deep Pepsi" ;-) sind beides Taucheruhren, die Orient ist aus dem Hause Seiko und hat immerhin eine 200 Meter-Tiefenangebe. Beide Uhren sind mit gegen Wassereinbruch verschraubter Krone (respektive Kronen bei der Orient) versehen und haben auch einen verschraubten Boden, um nicht auf von Salz oder Schweiß zerrüttete Gummidichtungen angewiesen zu sein. Die Orient ist zu 100% japanisch und natürlich auch von jedem Uhrmacher reparierbar. Bei der Gigandet hingegen ist mir zur Zeit nur klar, dass natürlich das Miyota-Uhrwerk jederzeit repariert/getauscht werden könnte. Der Rest könnte aber den Uhrmacher vor Ersatzteilprobleme stellen, was etwa die Krone oder dergleichen angeht. Und viele Uhrmacher fassen Uhren, die nach China "riechen" -um ganz allgemein zu sprechen- erst gar nicht an, das muss man sich klarmachen. Klarer Punktsieg wegen Service-Sicherheit also für meine Orient, eine von Dreien, aber in Grün gab es sie eben nicht.

Und die grüne Gigandet macht sich einfach toll zum grünen japanischen Cider oder japanischen Grünteeeis, insgesamt also ein lohnender Kauf.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Schließe der Gigandet braucht etwas hingucken, damit man sie wirklich zu kriegt und nicht beim Schließen am Fixierpunkt vorbeibiegt. Das liegt am wohl etwas dünnen oder flexiblen Stahl, geht aber in Ordnung, denn die Uhr schließt mit Hingucken sicher und klapperfrei und hat einen Schutzbügel zur Sicherheit. Sonst macht sie schon Spaß, ich hätte sie fast ganz in Schwarz mit dunkelblauem Zifferblatt und dunkelblauem Tauchring noch mal gekauft, denn die Auktionen laufen weiter.

Letzter Teil: Auf großer Fahrt mit der chinesischen "Lolex GMT2": http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/02/das-alpha-experiment.html

Hier noch mal der Expat-Tipp für den Tauchring. Ist man in Taiwan und beträgt die Zeitdifferenz zu Deutschland -6 bzw. -7 Stunden (je nach Jahreszeit), dann dreht man den Pfeil des Tauchrings auf 6 bzw. 7. Dann kann man die deutsche Stunde so ablesen: Zahl (z.B. 40 bei 14 Uhr) durch 10 teilen und mal 2 nehmen, das ist die Uhrzeit in Deutschland!  Also 8 Uhr (morgens).
 Oben im Bild kann man also ablesen, dass es in Deutschland gerade (30*2/10 =) 6 Uhr (und natürlich 32 Minuten) morgens ist. Klar, das könnte man auch durch Zifferblattspiegelung tun (der Pfeil markert die 12-Uhr-Marke auf dem deutschen Zifferblatt), aber bei einer Verschiebung von 7 Stunden ist das schon interessanter.

UPDATE: Gigandet scheint sich bei Uhrenfreunden im Uhrforum als günstige Uhr doch wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Auch ich habe mit meinem Exemplar keine Klagen auch nach mehreren Wochen Nutzung.

UPDATE 06/2015: Die Gigandet Seaground 2 lief bei mir im Handgelenk-Sharing - Verfahren zusammen mit 12 anderen Uhren (ich weiß, etwas viel bei nur einem Handgelenk...) und hat jetzt wohl einige Wochen Dauerlauf hinter sich, wenn man das mal überschlägt. In der Ruhezeit lag sie einfach in der Schublade, einen Uhrenbeweger verwende ich nicht. Allerdings lasse ich die Uhren mehrere Tage am Arm und danach ruhen sie ein paar Wochen, was den Uhren ergo nicht schadet. Die Gigandet hat jetzt leider - wohl nachdem ihre Einlaufphase langsam vorbei ist - einen Vorlauf von einer Minute am Tag gewonnen, d.h. sie geht binnen 24h eine Minute vor. Das ist weit jenseits der normalen +- 25 Sek./Tag die Uhrenhersteller als Toleranz angeben und deutlich mehr als die eigentlich üblichen + (oder selten -) 15 Sek./Tag. Und man kann sich fragen, ob in der schnellen Uhr wirklich ein Miyota verbaut ist oder nicht ein chinesisches kompatibles Werk von Seagull (wie das ST6). Ohne rein zu gucken weiß man es nicht...

UPDATE 08/2015: Die Uhr hat sich doch zu meiner Lieblingsuhr entwickelt. An manchen Tagen geht sie nur die üblichen +15 Sek. oder dergleichen vor, an anderen eine Minute. Das Laufverhalten erinnert mit an das Seagull-Werk  meiner Alpha "P.O.", daher war meine Spekulation, ob der Internetverkäufer (nicht der Markeninhaber, der sonst auch handelt mit den Uhren, MTR24 oder dergleichen) das Miyota-Markenwerk evtl. ausgetauscht hat gegen ein Seagull. Laufverhalten kann aber auch andere Gründe haben. Jedenfalls ist das Gehäuse so schön und wertig, dass sich das Weiterpflegen der Uhr, ggf. mal mit Saphirglas und nachgestelltem oder neuen Werk lohnen würde. Wenn ich mal wieder in einem Land lebe, wo mich die Uhrmacher verstehen...

Aktuelle Blogartikel:  http://osttellerrand.blogspot.com

Gigandet auf Ebay

Ähnliche Artikel:
Detomaso Alento, Hommage an Breil Milano?:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/03/schock-mein-breil-unikat-als-massenuhr.html

Mittwoch, August 13, 2014

Junior, Scharmbolzen

Vater und Sohn denken offenbar manchmal in ähnlichen Bahnen

Ein neues Zitat bleibt mir dieser Tage von Junior im Kopf. Es lautet "I want Xiaojie, water, nass" in einem kreativen Mandarin-Englisch-Deutsch - Mix. Xiaojie ist dabei das taiwanische Wort für "junge Frau". "Das wollen wir alle", entgegnete ich ihm. Junior sprach aber nicht über T-Shirt-nass - Wettbewerbe an Strandmeilen, sondern wollte noch einmal ein Video von Kylie Minogue sehen, bei dem sie ihn einen Pool springt, was ihn ungeheuer fasziniert hat. Wir müssen mal mit ihm baden gehen - bislang war er nur in den Wellen an der Pazifikküste Taiwans und nur ein einziges Mal, was er nicht so toll fand. Jedenfalls fand er es interessanter Frau Minogue beim Gleiten in das Wasser zuzusehen.

Junior konzentriert hinterm Steuer

Verblüffung löste Junior neulich im Miramar Einkaufzentrum aus, hier in NeiHu. Das Ding wird abends zur Vergnügungsmeile mit seinem "Food Court" mit zig Essens-, Tee-, Eis- und Dessertständen und einem (nicht glücksspielhaften) Spielautomatensalon auf dem Dach nebst Riesenrad, Karussell und Livemusik. Als Junior (3) nun bei Mama auf dem Arm am Teestand an der Theke stand und wir zusammen mit zig anderen Leuten auf einen Becher in Klarsichtplastik eingeschweisten Kalttee warteten, da betrachtete sich Junior die junge "Xiaojie" links neben ihm, mit der er auf Kopfhöhe war, so auf Mamas Arm. Um die 20, Minirock, falsche Wimpern, geschminkt, wie ortsüblich eben im sommerlichen Vergnügungszentrum. "Ni3 shi4 piao4liang jie3jie" sagte er zu ihr auf Mandarin, zu Deutsch heißt das etwa: "Du bist sehr hübsch". Wörtlich übersetzt "Du bist (eine) hübsche ältere-Schwester", wobei der schwesterliche Term auch von jüngeren Kindern für Mädchen, die älter sind als sie, angewendet wird. Das ging der jungen Dame runter wie Öl und sie musterte danach Junior, Frau und mich verblüfft. Auch Juniors Eltern standen eine Weile verblüfft da.


Ich selbst nahm mir eine Weile später ein Beispiel an Junior und machte seiner Mutter auch ein Kompliment, sie war ja immerhin den Tag beim Friseur gewesen ;-)
Die Damenwelt unterteilte sich übrigens strikt in die HotPans oder Minirock - Fraktion, mit den Abspaltungen der Ultraminis und der Pobackenunterseite-vorzeigendenden Hotpansfraktion. Gott sei Dank nur bei den Damen. Auch meine Gattin hatte kurze Hosen an und als ich mich empirisch einmal umsah, ob ich nur eine einzige junge Frau in langen Hosen finden würde, gelang mir das nicht. Einmal dachte ich es schon, machte sogar ein Beweisfoto, aber die vermeintliche Hosenträgern entpuppte sich als junger Mann in Spandexhose. Wenn Junior in diesem Umfeld in folgenden Jahren weiter so Komplimente verteilt, man kann nur furchtsam der Dinge harren, die da kommen.

Fotos einfach mit einer CASIO-Kompaktkamera (digital, Z11) aus freier Hand gemacht.

Dienstag, August 12, 2014

Tranformerwehr, transformiertes Bier, Taxipolitik

Fotografische Kurznotizen

In einem Park in NeiHu, Taipei macht die Feuerwehr eine Schau. Der gezeigte LKW mit dem Transformer-Löschrobi ist freilich nur voll mit Automaten gewesen, die wohl Kindern irgendetwas über die Löscharbeit verdeutlichen sollen. Trotzdem toll gestaltet!

...

Und die Seven-Eleven "Concenience-Stores" (also 24-Supermärktchen) verblüffen schon eine ganze Weile mit dänischem Bier, das mit deutscher Nationalflagge versehen ist...

Den schönen Dannebrog, eine der ältesten Nationalstaatsflaggen überhaupt (insbesondere wenn man ununterbrochene Verwendungsdauer zählt), hätten sie dem dänischen Bier ruhig lassen können. Angeblich stammt der Dannebrog (rot mit weißen Kreuz) aus dem 13. Jahrhundert und war wohl eigentlich mal die Kreuzzungsflagge der Kreuzritter. Schwarz-Rot-Gold hingegen taucht wohl als Wartburgflagge erstmalig auf, auf dem Kopf stehend, war das 1825? Aus Burschenschaftlerkreisen halt und geht allerdings wohl auf die Farbauswahl der alten römischen Standarte zurück, die einen schwarzen Adler mit roter Zunge auf goldenem Grund zeigte. So habe ich es mal einem Neonazi erklärt, der mein altes Blog besucht hatte und Schwarz-Rot-Gold als neumodisches Zeug abgelehnt hatte. Römisches Reich, alt genug?

Und in einem Taxi in Taipei ist die Rückseite des Fahrersitzes mit Werbung für zwei Biographien tapeziert, Hillary Clinton und Bundeskanzlerin Merkel sind hier als mächtige Frauen der Gegenwart einträchtig vereint. Frau Clinton hat übrigens neulich schon mal ein bisschen Außenpolitik geübt am Thema Taiwan, kann ja nicht viel passieren dabei - so zum lernen halt. Und gewarnt, Taiwan solle sich vielleicht nicht so an China heranschmeißen. Was als Vorgeschmack auf eine eher konfrontative Chinapolitik der vielleicht künftigen US-Präsidentin verstanden werden könnte. Oder eben als Blabla.

Einen Spionageskandal mit einem CIA-Doppelagenten hatte der Geheimdienst "Taiwans" (will sagen der der Republik China) wohl noch nicht, oder? Agententätigkeit gibt es hier auf Formosa ja auch genug. Vielleicht sollte man mal gucken, wem dieser Balkon hier in NeiHu gehört und wer da seine heimliche Dienstflagge aufgehängt hat ;-) Gleich gegenüber liegt übrigens ein "festlandchinesisches" Restaurant, das Ludigel jetzt nicht mehr besuchen will, nachdem man ihn dort bei jedem Besuch mit Kopfschütteln, Gemeckere ohne Anlass und neuerdings dem Küchenbullen bedroht (als ich die unnötigerweise englische Nennung des Essenpreises nicht gleich verstanden habe und 50 NT zu wenig gereicht habe). Die unfreundlichen Festlandchinesen soll das Spionagehandtuch mal gut im Auge behalten...


Montag, August 11, 2014

Auf nach Dänemark!

Das Taiwan-TV hat zugeschlagen

Als meine Frau mit mir und meinen Eltern nebst Hund in Jütland, Dänemark war, hat es ihr eigentlich nicht so gefallen. Zu weitläufig, zu ruhig, kein Seven-Eleven. Aber als die Tage das Taiwan-TV einen großen Bericht über Kopenhagen brachte und die Leckereien und die freundlichen Menschen dort, sind bisherige Umzugspläne nach Manila, Philippinen oder El Sadr City, Bagdad (eines davon ist Gott sei Dank ein Witz) umgeworfen worden und ab sofort steht Dänemark oben an. Ich überlege gefrustet von all den Emigrationsplänen diesmal einfach Ernst zu machen und Dänisch zu lernen. Knallert Körsel heißt Motorrad, Öl ist Bier und Tak ist Danke, wenn ich mich recht erinnere. Kann also nicht so schwer sein. Um dann einfach veritabel zu verschwinden.

Wann sie mand und wann man sagen, muss ich noch lernen, damit geht es gleich los. Mennod. Also demnächst in Kopenhagen?

Sicher würde meine Frau da entsetzt nach ein paar Tagen wieder die Koffer packen gen Taipei, andererseits wäre durch Tuborg und Carlsberg ja notfalls meine Unterhaltung auch allein sichergestellt ;-)

Einen einleuchtenden Grund für die Bevorzugung von Dänemark gegenüber Deutschland hat meine Frau freilich: "Da kann dein Vater nicht so schnell zu einen unangemeldeten Überraschungsbesuch kommen." Gut, das käme eher auf die Verkehrslage im Elbtunnel an....


Mayonaise-Eis vom Family Mart

Der Gaumen wundert sich, der Magen noch mehr

Am Wochenende haben wir in einem der "Family (Mart)" 24-Stunden-Supermärkte in NeiHu ein Softeis erworben, die Variante mit Frucht für 49 NT. Frau und Junior aßen die obere Hälfte und überstanden es unbeschadet, mir blieb die untere Hälfte und ich hatte mich noch gewundert, dass die Pfirsichsauce einen Mayonaise-ähnlichen Abgang auf der Zunge hatte. In der folgenden Nacht konnte ich noch lange darüber nachdenken, was das wohl zu bedeuten hatte, denn wenn man hinreichend lange durch die Wohnung schleicht wie ein Geist die ganze Nacht mit Magendrücken findet man Riesenkäfer zum Jagen, weckt Junior auf und hat dann in den frühen Morgenstunden katerähnliche Kopfschmerzen, bis einen endlich der Wecker von der Nachtruhe -die keine ist- erlöst.  

Offensichtlich ist der untere Softeisteil im Becher derjenige, der oben zu erst die Zapfpistole verlässt. Und der ist natürlich der Raumtemperatur ausgesetzt die nur dann weniger als 30 Grad beträgt derzeit in Taiwan, wenn der Laden nicht an der Klimaanlage spart. Eigentlich schien es eher kühl zu sein im Geschäft, aber auch Raumtemperatur ist natürlich für Speiseeis höchst ungenügend. Ich werde daher in Zukunft von allem Family-Eis Abstand nehmen, denn das war schon das zweite Mal, dass mich verdorbenes Eis bei den Family-Märkten erwischt. Das letzte Mal war es ein Snickers-Eis, dem man ansah, dass es schon mal angetaut war. Was der Magen danach auch zu kommentieren wusste.

Und Softeis ist vielleicht generell keine gute Sache, mit dieser unhygienischen Zapfart, es sei denn, man würde den Eisverkäufer mit einer Schusswaffe zwingen, den ersten Zipfel selbst zu essen.

Pfui Deibel, Ekelzeug.

Donnerstag, August 07, 2014

Meet the president

Wer schon mal einen der nächsten Präsidenten "Taiwans" sehen will...


Sean Lien, Sprößling einer KMT-Adelsfamilie kandidiert als Bürgermeister von Taipei und ist sicher als einer der nächsten Präsidenten der Republik China aka Taiwan vorgesehen. Stämmiger Mann mit Boxernase von seinem Vater, der wirklich Boxer war. Offenbar kann man die Nase dann vererben. Da sollten mal Genetiker drüber gucken.

http://thinking-taiwan.com/sean-liens-bland-lunch-with-foreigners/

Im Link mit ratlosen Vorzeigeausländern zu sehen, alle 20+.

Geht mich nix an

Geht mich nix an. Deshalb will ich nicht drüber schreiben. Aber tue es dann doch

Trotz entspannter Zeit mit der Familie und allgemeiner Harmonie und schönen Ausflügen doch mal wieder die Rubrik "bizarres aus dem Alltag" im Blog: Ein kräftiger junger *eindeutig asiatisch aussehender* Mann mit US- und Taiwan (Republic of China-) Staatsangehörigkeit schreit in Taiwan einen Busfahrer an und bedroht ihn körperlich, ein Handyvideo und das Video der Buskamera findet sich in den Medien wieder. Was soll es da mich als Deutschen in Taiwan angehen, könnte ich mich fragen. Aber dann diskutiert meine Frau mit mir das Verhalten von Ausländern in Taiwan, das Ausländerforum hat eine Diskussion in der Amerikaner und andere westliche Ausländer schreiben, wie sehr sie sich für ihren "Genossen" schämen und auch Blogger ziehen sofort die Querverbindung zu "arroganten und aggressiven" Ausländern in Taiwan:

http://my-new-life-in-asia.blogspot.tw/2014/08/foreigner-goes-berserk-assaults.html

Und warum? Weil der US-Taiwaner perfektes Englisch gesprochen hat. 

Und ich muss auch kritisch feststellen, dass ich mich irgendwie betroffen fühle, wenn ein Pakistani mit britischem Pass hier einen Mopedfahrer totfährt im Suff (so wie es aussieht nach umstrittenem Prozess, oft genug hier im Blog diskutiert) oder (vor Jahren) ein junger Frankokanadier mit Drogen dealt und mich die Öffentlichkeit dann eben anders wahr nimmt.

Interessant, was mich so alles was angehen soll. Pakistani mit Trunkenheitsfahrten, US-Taiwaner mit schlechter Laune und wenn demnächst Winnie Mandela nach Taipei kommt und die Autoreifen an ihrem Leihwagen in Brand setzt, muss ich mich wohl auch dafür rechtfertigen. "She's a hot chick."


6%

Man zahlt wenig Steuern in Taiwan. Aber hat auch weniger Kontrolle von staatlicher Seite

Die Tage ist in Kaohsiung (man schreibt das immer grundsätzlich falsch) im Süden Taiwans ein ganzer Straßenzug in die Luft geflogen, 26 Tote (oder 24 laut dem SPON-Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/explosion-in-taiwan-dutzende-tote-nach-detonationen-in-kaohsiung-a-983974.html). Auslöser war ausgetretenes Gas, aber kein Gas aus Leitungen, die zur Haushaltsversorgung gedacht sind, sondern Gas aus industriellen Pipelines, die mitten durch die Wohngebiete führen - Stücker 3 gibt es da. Nach bisherigen Erkenntnissen hat man von Fabrik A Gas zu Fabrik B liefern wollen, es kam bei B aber nie an und später bemerkten Anwohner penetranten Gasgeruch. Die Fabrik selbst hat wohl nichts unternommen, aber die Feuerwehr schickte dann Löschzüge, die Wasser in die Kanalisation leiteten, bis die riesige Explosion kam. Im Jahre 1997 ist das schon mal passiert.
In Taiwan werden Bebauungspläne, die zwischen Handels-, Industrie- und Wohngebieten unterscheiden nicht aufgestellt oder nicht beachtet, man hat auch schnell mal eine Wellblechfabrik neben dem Häuschen auf dem Lande, die dann giftigen Müll neben dem eigenen Grundstück verbrennt, so wie es mir mit meinem eigenen Häuschen in Taiwan ergangen ist. Bei 6% Steuern für die meisten (jetzt möglicherweise auf 5% bzw. 10% für wenige geändert) kümmert sich die Stadt halt nicht so.
War die Katastrophe in Kaohsiung vorhersehbar? 


Auf der Ferieninsel Penghu ist an einem Tag, an dem weite Teile Taiwans wegen eines Taifuns arbeitsfrei hatten, ein Flugzeug (das Touristen am Taifunfreitag zur Ferieninsel bringen wollte) in den Taifun geraten und zerschellt, 48 Tote (http://www.bloomberg.com/news/2014-07-23/taiwan-s-transasia-air-crashes-unkown-fatalities.html). Vorhersehbar, dass ein Flieger, der am Taifuntag um den Taifun herum fliegt in den selbigen geraten kann, wenn andere Fluglinien die Insel lieber nicht anfliegen - wegen dem Ding namens Taifun?


Am Wochenende war ich im sehr schönen Freizeitpark namens "Window on China", ein eigentlich recht unsinniger Name, der chinesische "shao ren guo" (kleine-Menschen-Land) ist viel besser, geht es doch um eine Miniaturlandschaft mit winzigem Präsidentenpalast etc. Da war in der Wildwasserbahn Juniors Hose nass geworden und ein von Mutter angetriebener Ludigel rannte hektisch auf den Ausgang zu, um aus dem Auto eine neue trockene Hose zu holen. Ich folgte den EXIT-Schildern und landete wieder an dem Bahnhof der Kinderbahn, mit den wir in den Rummelplatzteil des Parks gefahren waren. Keine Exit-Schilder mehr. Wo ging es raus? Frau war hektisch am Telefon. Ich lief in der Richtung, aus der die Bahn gekommen war, stieg über "No Entry" - Schilder und stand schließlich vor riesigen verschlossenen Metalltoren. Genervt fand ich mich nach langem Herumsuchen wieder am Bahnsteig der Kinderbahn ein und wurde darauf hingewiesen, dass der einzige Exit aus dem Park die selbst an diesem Montagnachmittag schon fast überfüllte Kinderbahn war.


Doch was wenn ein Notfall passieren würde? Feuer? Gasexplosion oder was auch immer? Mein typisch teutsch-ordentlicher Verstand analysierte sofort, dass dann die Leute genau so rennen wie ich gelaufen bin, den EXIT-Schildern nach und dann an den riesigen Metalltoren stranden, wo sie sich aufstauen mit Kind und Kegel.
Wenn da jemals was passiert, ist es natürlich unvorhersehbar, schließlich weiß ja niemand, dass man Notausgänge braucht und Besucher nicht hermetisch einschließen sollte. Kann man nicht verlangen, dass die Betreiber sowas wissen oder eine zuständige Behörde sich um Sicherheit Gedanken macht.
Ist nämlich typisch deutsche Denkweise, dieses Sicherheitsdenken und führt in Taiwan nur zu Frust. Also soll man sich über die 6% Steuern freuen.
Pipelines mit industriellem Explosivgas nicht in Wohngebieten, nicht Leute im Taifun zur Ferieninsel ins Taifungebiet fliegen, Notausgänge oder überhaupt einen Ausgang statt der Kinderbahn in Freizeitparks*** bauen, alles Rocket Science.


Aber in Mitteleuropa passiert auch genug, schon wahr, vgl. etwa die krass dämlich organisierte Love-Parade - und das trotz 49% Steuern oder wie viel ich zuletzt bezahlt habe. Soooooo schlecht ist das mit den 5% oder 6% also gar nicht. Und damit genug Ausländermeckerei.


*** Der Miniaturteil des Parks hat einen Ausgang, der Rumelpatzteil aber nur eine Kinderbahn als einige Ausgangsmöglichkeit. Die schmale Gleistrasse ist fast zugewachsen und entsprechend eng.

EDIT: Sehr ähnlicher Artikel im Nachbarblog, mit differenzierterer Analyse - ich hatte ihn vorher nicht gelesen: http://luo2you1.blogspot.tw/2014/08/risiko.html

Donnerstag, Juli 31, 2014

Junior

Als Expat lebt man oft viel zu verkrampft. Vorbild sollte der eigene Junior sein

Grillfeier mit totem Ferkel am Spieß (oder eher einer Sau, das arme Ding war recht kapital) im Kollegenkreis. Im Bergumland von Taipei auf einer der kommerziellen Grillanlagen (alter Bericht mit Karte hier). Ich wollte Junior zum füttern und streicheln der freilaufenden Ziegen überreden, doch nichts zu machen. Junior (3) verzieht das Gesicht und will mit den wilden Tieren nichts zu tun haben.


Die Anlage nennt sich neuerdings "Queenstown", was natürlich ein frei erfundener Name vermutlich ohne Bezug zur Anlage ist.


Jedenfalls drehte ich mich um und sah, als ich wieder hinsah, Junior Hand in Hand mit der 5jährigen Nichte eines Kollegen, die ihn zum Ziegenfüttern brachte.


Und dann? Junior lächelt die ganze Zeit und füttert und streichelt die Ziegen, als habe er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht.

Neulich hatte er eine richtig filmreife Szene in einem Restaurant. Er hatte mit einem Mädchen dort auf den Sofas getobt, danach waren seine und ihre Familie beim Essen gewesen. Als sich ihre Familie dann zum Gehen anschickte, legten Junior und das Mädchen eine Szene wie im Hollywoodfilm hin, rannten queer durch das Lokal mit ausgestreckten Armen wie in Zeitlupe aufeinander zu (man hörte förmlich die Musik vom Band) und umarmten sich dann hollywoodreif.

Junior lebt sein "Expatleben" viel entspannter als sein Vater, fällt mir auf. Wahrscheinlich, weil es gar kein Expatleben für ihn ist ;-)


In der schönen Landschaft bei taiwanischem Sommerbier mit Fruchtaroma und schöner Landschaft...

...

... verzeiht man auch die oft vorherrschende Wellblech- und Schlichthausarchitektur.


Zitat von Junior:

"Kein Mädchen, Ziege!"

Gemeint war aber eine veritable Ziege.

Montag, Juli 28, 2014

Nihilistische Eisspezialität (Update)

Die Vergeblichkeit des Seins, im "Charmonix" in NeiHu, Taipei

Ein Nihilist ist jemand, der der Vergeblichkeit des Seins große Bedeutung beimisst. An der genauen Definition möchte ich mich nicht versuchen, aber ich stelle es mir so vor wie den chinesischen Denker Laozhi, der offenbar von der Vergeblichkeit der Anstrengung geredet hat und das man sich eher wie ein Blatt im Wind fügen soll. Als ob Laozhi einen Kater hätte, so etwa.


Als im Charmonix nach einem europäisch inspirierten Mehrgängemenü eine Schale Eis serviert wurde, die von weißer Schokolade mit schwarzen Äderchen durchdrungen war und dann heiße Erdbeersauce das Ganze Weiße-Schoko-Dach zum Einstürzen brachte, da musste ich an die Vergeblichkeit des Seins denken, als der Desert so zerstört und offenbar blutend vor mir lag. Besser ist es vermutlich, dass ich in meinem Leben nie einen Rohrschachtest machen musste - Sie wissen schon, den mit den Tintenkleksen.

Depression gehört natürlich zum Exaptleben fern der Heimat auch dazu und soll hier nicht verheimlicht werden. Am Besten genießt man sie mit einem langen Löffel.

Charmonix-Webseite:  http://www.chamonix.com.tw/en/store.aspx

EDIT: Nachtrag zum Lokal: Nach japanischer Tapernyaki-Art wird am Tisch zubereitet auf heißer Platte, man sitzt in einer langen Reihe mit anderen Leuten vor dem Koch. Wir bestellen meist fleischiges hier, so dass sich eine europaverwandte Küche ergibt aus diversen Gängen, Vorbestellung zu empfehlen oder gar erforderlich. Meist hat man 4er-Gruppen oder größere, mir ist unklar, ob man hier auch zu Zweit kommen kann.

Juniors Sprachentwicklung

Kurze Bestandsaufnahme der trilingualen Erziehung.

Mutter und Großmutter reden mit unserem Junior (3) Mandarin, Großmutter wohl nur selten auch mal ein paar Broken Taiwanisch aka Hoklo. Meine Frau und ich reden miteinander Englisch, auch wenn Junior dabei ist und dann oft in die Diskussion einbezogen wird. Ich selbst rede mit ihm Deutsch, meistens. Obwohl ich manchmal auf Englisch oder sogar etwas Chinesisch zurückfalle, wenn ich schnell einen wichtigen Punkt rüber kriegen will. Oder unwillkürlich auf Englisch antworte, wenn Junior mich auf Englisch anspricht.

Das Ergebnis ist jetzt, dass Junior wohl Mandarin-Chinesisch als Erstsprache hat und, wenn alles so weiter geht, da sicherlich Muttersprachler werden wird. Englisch ist seine Zweitsprache und er tendiert mir gegenüber dazu sie vergleichbar wie ein Muttersprachler zu benutzen, überrascht mich immer wieder mit neuen Forumlierungen. Deutsch ist nur wortweise vorhanden und wird oft zu einem Englisch-Deutschen Mix.

Zitate von Junior:

"No Mädchen, no ball":    "Ball" englisch gesprochen. Junior meinte hier tatsächlich einen Ball, aber mit dem englischen "to have a ball" (eine Fete haben/sich vergnügen) passt es natürlich auch gut.

"Fucke you":  Wegen dem e am "Fuck" muss er das im Kindergarten gelernt haben.

"Fuck!":  Er zeigte dabei allerdings auf "Kermit the frog" und der Muppetshow. Frog und Fuck ist noch das selbe bei Junior.

"Calm down!":   Ich war wohl sichtlich nervös, als ich das verdammte T-Shirt nicht über seinen Kopf gezogen kriegte. Schon witzig, wenn einen der kleine Sohn zum Ruhigbleiben auffordert.

"Mädchen! Tanzen!":  Gleich nach dem Aufwachen, als er sich auf die sonntägliche Spiel-, Musik- und Klettergruppe freute. Außer ihm waren da nur drei Mädchen in der Gruppe.  

"Beißen yes!":  Er hat manchmal Widerworte...

Nur ein kurzes Update zu der Mehrsprachlichkeit, sicher nur für andere Eltern in ähnlicher Situation interessant.


 

Montag, Juli 21, 2014

Gehen Sie nicht über Grün, nehmen Sie nicht ihr Geld mit, gehen Sie direkt ins...

... Gefängnis! In Taiwan ist man als ausländischer Autofahrer immer nur eine Schrecksekunde lang von Ruin und Inhaftierung entfernt. 

Eigentlich eine Nichtbegebenheit. Ich will an einer großen breiten Straße rechts abbiegen. Stehe bei Rot an der Ampel, hier in NeiHu, Taipei, Taiwan. Dann kriege ich den grünen Rechtsabbiegerpfeil. Ich fahre vorsichtig los. Denn vor mir linker Hand ist diese Moped-Wartefläche, wo die Mopeds eben einen Startvorteil bekommen sollen im hektischen Taiwanverkehr. Und da rangieren manche wild vor sich hin - durchaus notgedrungen manchmal, aber das zu erklären würde jetzt zu weit führen. Niemand da, alle Mopeds stehen still. Fahre nach rechts in die Kreuzung ein und AAAARRRRGG mit gefühlten 60 Sachen rast ein Moped an der weißen Haltelinie von links kommen entlang, die ich soeben überfahren habe, direkt vor mein Auto. Ich trete scharf auf die Bremse, Frau kreischt im Auto, ich hupe, das Moped nagelt quer über alle Fahrbahnen, weil er irgendwo weiter hinten links abbiegen will und winkt mit dem Arm zur Entschuldigung. "Reg Dich nicht auf", mahnt gleich meine Frau. Er hat sich doch entschuldigt.

Im Kopf läuft dann bei mir allerdings ein kleiner Film am, ein Paralleluniversum, was passieren würde, wenn ich nicht so aufmerksam gewesen wäre und den bei Rot und abseits der üblichen Fahrbahn (schon in der Einmündung der konkurrierenden Fahrbahn) dahin rasenden Motorrollerfahrer nicht gesehen hätte. Moped oder Motorroller, Scooter sagt man hier. Bis zu 85 km/h fahren sie schnell.

Nach einschlägigen Erfahrungen, siehe etwa die massive Vorverurteilungskampagne bzgl. des "britischen Todesfahrers", die einen fairen Prozess wohl unmöglich gemacht hat (letzte Meldung hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/06/schottland-liefert-todesfahrer.html) würde in diesem Fall alles davon abhängen, ob die ungezügelte Taiwanpresse einen theoretischen Todes- oder Invaliditätsfall für spannend genug hält, um ihn groß in den nationalen Medien an die große Glocke zu hängen. Shitstorms gegen einzelne Ausländer betreibt die Taiwanpresse eben immer wieder gerne. Dann würde man nicht, wie dieser taiwanische SUV-Pilot das Gesicht des Unfallopfers fotografieren um besser Regressansprüche zu stellen (http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/04/no-country-for-pedestrians.html), sondern sich eher Gedanken machen, wie man es vermeidet, ins Gefängnis einzufahren. Und wie man es vermeidet, das gesamte Vermögen und mehr an die Familie des Unfallgegners zu überweisen. Denn ist ein Unfallfahrer ein Ausländer, wird immer in US-Dollar um Entschädigung verhandelt. Ist er ein Taiwaner, wird in Taiwandollar verhandelt, was immerhin einen Unterschied von 1:30 ausmacht.

Wieder mal etwas negatives aus dem Leben in Taiwan, aber ich denke, der Gefahren im Straßenverkehr gerade als Ausländer sollte man sich bewusst sein. Denn eine Gleichbehandlung von Einheimischen und Ausländern findet hier eigentlich nicht statt.

Viele positive Erlebnisse in Taiwan und die passenden Fotos zu netten Reisen sind hier in der letzten Zeit nicht erschienen - bei mir ist wohl etwas Blogmüdigkeit ausgebrochen. Vielleicht holen wir das ja demnächst nach.

Edit: Ich habe ein Kamerasystem im Auto. Aber das zeichnet ja nur den unmittelbaren Unfallbereich auf und nicht unbedingt die lange Gerade und den Ursprungspunkt des Unfallgegners, was hier wichtig gewesen wäre. Und wer sagt, dass die SD-Karte zum Prozess noch zur Verfügung steht, wenn das Verfahren so emotional-partriotisch untermauert wird wie im Falle des Schotten? Verlieren kann man sowas leicht.

Sonntag, Juli 20, 2014

Heilige Russ...


Verstörend, in Europa "stürzt" ein Flugzeug ab. Auf einer gängingen Asienroute, die ich auch schon genommen habe. Die Leichen liegen ungeborgen herum, werden geplündert. Geldbörsen, Kameras und Telefone verschwinden. Die Menschen an Bord hätten nicht gedacht, in so kurzer Zeit auf ihren nackten Materialwert reduziert zu werden. Schließlich hatten sie gerade noch die Kopfhörer auf und haben den neusten Kinofilm im Entertainmentsystem gesehen.
"Heilige Russ", what the fuck is happening?

Montag, Juli 14, 2014

Dshem Annie Wong!

Ludigel wurde vom unruhig schlafenden Junior rechtzeitig zur 2. Halbzeit geweckt...

Nachtschlaf ist so eine Sache bei den Ludigels. Entweder ist die Klimaanlage aus und es sind 29 Grad nächtens derzeit, oder die Klimaanlage läuft und es ist kalt wie im Kühlschrank in der Zugluftvariante. So wälzte sich auch Junior unruhig hin und her und ich konnte mir einen Blick auf die Uhr nicht verkneifen, als ich um 3:45 geweckt wurde und bin schnell zum TV gelaufen, wo TVBS (Bullshit TV? Der  chinafreundliche Sender hier denke ich) tatsächlich das Endspiel Argentinien gegen Deutschland übertrug. Zum 0:0 in der Halbzeit der regulären Spielzeit stieg ich schlaftrunken ein, aber auch nicht ganz unfroh der stickigen dicken Luft als Alternative zum arktischen Wind entkommen zu sein. Bei offenem Schiebefenstertürdings zum Balkon hin war es auch bei 29 Grad und etwas Durchzug eigentlich ganz angenehm. Nur dass man da manchmal von Ping Fong, der um 3.00 Uhr morgens mit abgesägtem Auspuff zur Frühstücksbude Nr. 26795 in Taipei rattert, geweckt wird. Aber das war mir fußballguckenderweise egal. So feuerte ich dann schlaftrunken das deutsche Team an mit dem Gedanken, dass meine Frau dann am Morgen noch saurer sein würde als ohnehin schon nach dem 7:1-Sieg der deutschen Kicker gegen Brasilien. Wenn ich meine Frau so reden höre, dann hatte Brasilien ja wohl gewissermaßen ein verbrieftes Recht irgendeiner UN-Charta auf den Weltmeistertitel im eigenen Land. Vielleicht hätten sie dann halt eine Spezialeinheit abstellen müssen, die die Deutschen am Spielen gehindert hätte. Und dann hätten sie nach Verlängerung und Elfmeterschießen 2:0 gewonnen und könnten sich heute feiern. Gut, möchte ich nach all den langen Vorhaltungen der werten Gattin über den unfairen Sieg gegen das geliebte Brasilia hinzufügen: Wenn eine brasilianische Spezialeinheit ähnlich gut ist, wie die Kicker, dann wäre das aber wohl auch schief gegangen. Never mind. Werden wir nicht gehässig.

Natürlich schlug das Herz der werten Gattin, die eine schon epische Deutschlandaversion hat (kein Seven-Eleven, zu breite leere Bürgersteige, zu unfreundlich, zu viel Brot, Mücken, gefährliche Tiere im niedersächsischen Reihenhausgarten, zu grün und damit naturverkeimt) diesmal für Argentinien. Jetzt sitzt sie mit noch längerem Gesicht neben mir, obwohl sie zu früher Morgenstunde noch eine taiwanische Nachrichtenseite gefunden hatte, die den Argentinischen Sieg vermeldet hatte.

Frau murmelt Verwünschungen Richtung Teutonien, ich hingegen zitiere einen Kollegen, der mir 2010 zum Halbfinalsieg 2010 (glaube ich war das) gesagt hatte: "Dshem Annie Wong!", was ich erst eine geschlagene halbe Stunde später verstanden hatte, als meine kontextsensitiven Sprachanalyseroutinen nach dem Morgenkaffee endlich ihre Arbeit beendet hatten. Sie versteht es nicht, der werte Blogleser auch nicht und so bleibt eine weitere Eskalation erspart ;-)

Donnerstag, Juli 10, 2014

Bitte ein bisschen verrückt... Asien-Golf

Deutsche halten Asien nun mal für verrückt

Als in den späten 80er und frühen 90er Jahren die japanischen Autos in großer Zahl auf den deutschen Markt drängten, da gab es kaum eine Journaillie, die nicht den Teufel der totalen japanischen Dominanz der Weltwirtschaft an die Wand malte. Keine Zweifel, Grundig, Telefunken, Löwe-Opta, Nordmende und AEG würden bald pleite gehen (nanu, war da nicht was mit diesen Marken?), kein Mensch mehr mit Agfa- und Rollei-Kameras fotografieren (räusper) und selbst VWs, BMWs, Opels, Fords und Mercedes würde man zu Gunsten von Mazda, Mitsubishi und Toyota links liegen lassen.

Das führte wohl bei manchen Konsumenten zu halbherzigen Gegenreaktionen, ich erinnere mich an gar schreckliche Stereokomponenten und Viderekorder von Grundig, Nordmende, Telefunken und so ein Zeug, die nie richtig funktionierten und nach 6 Monaten meist schon wie 10 Jahre alte japanische Geräte wirkten. Nur die alten deutschen oder europäischen Geräte aus Vollmetall, etwa ein Saba VHS-Rekorder geerbt vom Onkel, der lief und lief und lief und knallte so wunderschön, wenn man seine Vollmetalltasten zur Aufnahme herunter drückte. Ab den mittigen 80ern war dann offenbar bei günstiger Unterhaltungselektronik die Luft raus und heute hat man halt Denon, Kenwood und sonstwas im Schrank, wenn das nicht schon wieder durch den iPod Hirn-Direktanschluss in der Verdrängung befindlich ist.

Gut, deutsche Autos haben sich ihre Prämiumliga gesucht und Mazda gehört heute zu Ford, war also alles halb so schlimm. Aber was sich auch immer gut verkaufte, waren diese Staats-TV-Reportagen im Dritten oder bei ARD und ZDF, die uns die bizarren und sicher irgendwie verrückten, wenn nicht sogar "perversen" Japaner vorführten. Ich erinnere mich an spannende im Familienkreis geguckte überlange Berichte, in denen Japaner Schulmädchenhöschen (gebrauchte) aus Automaten zogen und ... die Japaner so komische Dinge taten wie durch heiße Dampfbäder rennen, dabei unbekannte Götter anbeteten im Singsang und dann anschließend ganz bizarr Golf spielten, wobei sie sich bei der Fahrt zum Golfplatz in der U-Bahn Upskirts-Fotos machten und dann... ja dann... in einem Etagenbau standen und Golfbälle sinnlos im Fließbandbetrieb in ein abgesperrtes Käfiggehege droschen.

Der Deutsche Zuschauer sollte sich sicher überlegen und abendländisch-weise fühlen nach solchen Berichten, die natürlich ein völlig verqueres Asien- und insbesondere Japanbild vermittelten. So wie die deutsche Presse auch gerne nur hergesuchten bizarren Unsinn aus Taiwan berichtet, so hat sich jede Kanaille der Journaille auch bei Japan nur auf das Abseitige gestürzt.

Und noch beim ersten Taiwanblog, heute nur noch irgendwo im Webcache existent, wurde ich sofort nach den Unterhöschenautomaten gefragt. Weil Asien, Japan, China, Kambodscha sicher alles sowieso das selbe ist.

Gut, ich gebe es allerdings zu, was es gibt sind die asiatischen Golfcourts - Höschenautomaten gibt es hier nicht.

 In Taipei-NeiHu, ganz in der Nähe von mir, ich spiele hier aber natürlich nicht.

Wo ist da bloß...

.... der Sinn...

... bei der Verschmutzung der sicher hinterher aufgeräumten Graslandschaft...

.... mit Golfbällen?

Und wäre es vielleicht eine Geschäftsidee das auch mit Tennis zu machen? Bei meinem Sporttalent jedenfalls wäre es für mich das einfachste, die Tennisbälle einfach so wegzudreschen und mich dann nicht mehr drum kümmern zu müssen. Und zurück kämen sie ja auch nicht.

UPDATE: Hier sind Taiwan und Japan dicht beeinander: Japan ist das sicherste Land der Welt (um dort zu leben), Taiwan das zweitsicherste. Nummer 3 ist Hong Kong. Wenn das denn ein Land ist. Aber das bezweifeln ja manche auch bei Taiwan.http://lifestyle9.com/top-10-safest-countries-to-live-in-the-world/4/

Dienstag, Juli 08, 2014

Bizarres aus dem Taiwanverkehr

Bizarres Video:  Eine Frau blockiert an einem Fussgängerüberweg ein Auto, um sich dann mit Elan auf die Motorhaube zu werden. Sie will sicher vortäuschen, angefahren worden zu sein. Es handelt sich dabei wohl um die kommerzielle Variante eines Studentenulks, der vor einiger Zeit in Taipei grassierte. Da haben Studenten genau das selbe getan, offenbar ohne finanzielle Absicht. http://www.liveleak.com/view?i=d1b_1403976313

Eine schon länger bekanntere Variante des Unfalloper-sein Vortäuschens sind Motorrollerfahrer, die taiwantypisch sehr dicht rechts am Vorderrad eines PKWs an der Kreuzung zum Stehen kommen und dann, wenn der PKW zuerst losfährt, vorzutäuschen man sei ihnen über den Fuß gefahren. Auch hier finanzielles Interesse. Grundsätzlich ist es immer besser, Motorrollerfahrer zuerst anfahren zu lassen,  weil sein einem oft direkt vor die Motorhaube ziehen, wenn sie losfahren.

Und in Taipei-Banqiao soll ein Motorrollerfahrer Passanten mit dem Messer angreifen, meldet das Ausländerforum.

Alles natürlich nur Auswüchse. Taiwan ist ein friedliches Land, sofern man jedenfalls auf den Straßenverkehr achtet, bei dem man auf bürgersteiglosen Straßen oft genug zur Seite springen muss.

Mittwoch, Juli 02, 2014

Comicblog für Expats (Update)

Empfehlung:
http://laowaicomics.com/

Ich erkenne manchen Unsinn aus diesem Blog drin wieder. Auch wenn der Autor in China sitzt.

Gut, das mit den scharfen Nudeln nicht.

UPDATE:  Okay, desto mehr man liest, desto mehr merkt man auch die Unterschiede. Und so klicke ich am Ende weg und denke: "ach, China....."  ;-)
Nun, eigentlich hat der Satz sogar mit einem F angefangen und war auf Englisch.

Szenenapplaus für Junior

Vorsicht Kindergeschichte!

Junior wurde dieser Tage in einer sonntäglichen Spaß-Turngruppe in Taipei einquartiert, um besser auf Gerüste zu klettern, was sie im Kindergarten um die Ecke angemahnt haben. Gefühlt 17jährige Taiwanerin gibt tollen Animationsunterricht für Junior und ich habe schon wieder ein neues Stadtviertel mit Nobelwohnblocks gefunden, keine 10 Minuten von uns entfernt. Viel Beton, aber mit breiten Bürgersteigen und Brunnen etc. Das neue Taipei eben, das die alten Schlichtbauten (wo ich wohne) in Windeseile verdrängt.

Jedenfalls waren in der Gruppe sonst noch 3 Mädchen außer Junior, auch so 2-3 Jahre alt. Am Ende holt dann die Erzieherin eine große Puppe, so eine Art Pumuckl raus, die die Kinder zur Verabschiedung umarmen und abknutschen sollen. Alle anderen Kinder (immerhin 3) knutschen die Puppe ab. Als Junior an der Reihe ist, greift er sich einfach die neben ihm stehende Dreijährige und gibt der einen Kuss.

Spontaner Applaus für Junior von den anderen Eltern ;-)

Zu Hause hatten wir dann noch eine DVD von dem Turnladen mit der Puppe auf dem Cover. Ich frage Junior "Und... hast Du die Puppe geküsst?". Musste noch ein "Kiss Kiss that one?" nachschieben und auf die Puppe zeigen, denn Englisch klappt bei ihm meist besser.

"No.... kiss Mädchen!" antwortet er spontan.

Dienstag, Juli 01, 2014

Von Taiwan per Paddelboot auf die Philippinen: US-Amerikaner auf der Drogenflucht

Wirre Geschichte

Ein US-Amerikaner, sicher einer der "English Teacher" auf Taiwan, hat daheim in Taipei Drogen und flüchtet vor der Drogenpolizei per Paddelboot (mit mobilem GPS) auf die Philippinen. Will offenbar nach Manila, um dort in der US-Botschaft um Hilfe zu bitten. Wird bewusstlos in einer Inselgruppe aufgefunden, wo er jetzt auf der Polizeiwache gefüttert und gewässert wird, bis sich die Polizei mit den Taiwanern respektive übergeordneten Behörden kurzschließen kann. Er verlangt Pizza von der Philippinen-Polente.

http://newsinfo.inquirer.net/606087/american-who-fled-taiwan-ends-up-in-batanes-town

 Hat die Drogen in Taipei als Beweismittel offenbar zurückgelassen. Toilettenspülung muss kaputt gewesen sein. Gut, dass er sie nicht bei sich hatte bei der "Einreise" in die Philippinen ;-)

EDIT:  Das Ausländerforum meldet seinen Tod auf der Krankenstation eines Gefängnisses oder der Einwanderungsbehörde. Erfahrungsgemäß braucht man in Dritte-Welt-Ländern ein paar Dollars um etwa Infusionen zu bezahlen. Ob er die (noch) hatte?
Wirre Geschichte und ein bizarres Ende eines offenbar verwirrten jungen Mannes in Taiwan.


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Andere Taiwan-Nachrichten:  Taiwan, Iran, Nordkorea, Syrien sind auf einer Liste "unerwünschter Länder" für Nationalfeiern in Kanada:  http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/07/01/2003594067

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Neues Lieblingszitat für die seltenen Phasen einer Taiwanüberdosis, was ja unter Langzeitexpats vorkommen soll: 

Qing official Lee Hongzhang (李鴻章) told Chinese Empress Dowager Cixi (慈禧太后) that Taiwan was a “backward territory where flowers do not bloom, the birds do not sing, the men are heartless and the women without love.”
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/07/01/2003594068