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Freitag, Februar 22, 2019

Ludigel im Darknet

Man muss sich wohl geschmeichelt fühlen, dass der eigene Content jetzt auch im "Darknet" zu finden ist...

Mein Erstlingsroman "Die Kellerfrau" ist bei Amazon als E-Book für 3.98 Euro zu bekommen und sogar noch etwas billiger in einer aggressiv und trivial vermarkteten Version - die so etwa das Hundertfache an Kunden findet. Um im Konzert der Konkurrenz gehört zu werden, muss man eben laut trompeten. Die Kellerfrau hat sich als E-Book seit Oktober gerade mal 9 mal als E-Book und 3 mal als Taschenbuch verkauft. Logisch, dass das Taschenbuch wegen der Druckkosten mit etwas über 10 Euro teurer ist.
Hingegen hat sich die trivialere Version mit dem Wörtchen Sex im Titel seit dem 27. September des vorigen Jahres in allen möglichen Version bislang genau 301 mal verkauft, als ich diese Zeilen schreibe. Ich will nicht leugnen, dass ich nette Tantiemeneinnahmen damit habe, nämlich ein paar hundert Euro, aber es steckt eben auch jahrelange Arbeit in dem Ding.
Es gibt zahlreiche Webseiten, die meinen Roman in der "gesexten" Version zum Gratisdownload anbieten, allerdings sind das alles Fake-Webseiten, bei denen nur von den Kreditkarten von Möchtegern-Usern abgebucht wird. Üblicherweise in Russland gehostet die Seiten.

 Hurra, ich bin im Darknet!

Jedoch gibt es noch einen Herrn namens Lars Zenow, der die sog. "Imperial Library of Trantor" betreibt, die im anonymen Tor-Netz zu finden ist, aber über ein Portal auch im normalen Netz zu finden ist. Die Ladezeiten sind gruselig lang, aber man kommt zum Download. Diese Library ist offenbar einem Isaac-Asimov-Roman nachempfunden und soll daher "das gesamte Wissen der Menschheit" enthalten. Nun, ich muss mich geschmeicht fühlen, dass ich nun in diesen Wissensschatz eingegangen bin. Her Zenow sagt übrigens, Copyright diene nur dazu "dass große Verlage viel Geld verdienen" (sinngemäß zitiert, Interview hier). "Große Verlage" also wie ich als Selbstverleger, die sich sonst einen Bentley von den etwa 2.70 Euro Tantiemen pro Buch kaufen könnten, schon klar, Herr Zenow.

Nun gut, ich fühle mich wirklich etwas geschmeichelt. Es handelt sich übrigens um die 1. Auflage, die ich mehr als Versuchsballon hochgeladen hatte bei Amazon und die noch voller Fehlerchen ist - einen Lektor kann man sich nicht leisten als Selbstverleger (sorry, als Riesen-Selbstverlagsimperium meine ich, Hjerr Ljars Zenow) und der Fehlerteufel ist auch beim zehnten Mal lesen immer noch drin. Ich empfehle jedem die 10. Auflage, die es je nach Edition zwischen 2.99 und 3.98 gibt.

Einen Kampf gegen Windmühlenflügel werde ich also nicht aufnehmen, sondern es stattdessen als Kompliment nehmen.

Na wartet, wenn ihr im Darknet erst mein neues Ding habt, mit dem amputationsfetischistischen Serientäter, da geht euch erst so richtig die Soljanka in der Hose auf...

P.S.:

Meinem "bärtigen Pseudoym" (oder auch dem "Harry Eduard" oben) fehlt jetzt noch folgendes:

1. Wikipedia-Eintrag
2. Straßenbenennung
3. Mädcheninternat-Benennung
4. Pseudonym wird deutschlands beliebtester Vor- und Mittelname
5. Der SPIEGEL widmet mir einen Verriss.



Mittwoch, Februar 20, 2019

Zweiter Roman von Amazon geblockt...

enthält WERBUNG in eigener Sache


Der zweite Teil zu Ludigels Roman "Die Kellerfrau" bleibt einstweilen in der Projekthölle...

Es trifft immer mal wieder Leute, die bei Amazon selbstpublizieren. Weil ein zartbesaiteter Student oder ein nach Keywords fischendes Tool bei Amazon Alarm schlägt. Und so traf es mich gleich zweimal, erst wurde eine XXL-Leseprobe für den ersten Teil und dann der ganze zweite Teil abgelehnt. Wie es nun weiter geht ist noch unklar, auch wenn ich unter anderen Autorennamen (selber Account) mit meinen "Auskopplungen" aus den Urnotizen zum Roman immer noch vortrefflich verkaufe. Jedenfalls im Vergleich zu vielen anderen.

Der erste Roman ist hier unten im Bild verlinkt. In dieser Version hat er bislang noch keine Alarmglocken läuten lassen. Vermutlich lag es an Keywords der aggressiver vermarkteten Parallelversion. Oder ein Sozialpädagogikstudent saß gerade am Drücker bei Amazon, der nur von Gänseblümchen und Karnickeln Lesestoff will.

Die E-Book - Ausgabe meines Erstlings hat mittlerweile ein neues Cover, das unbeanstandet durchging. Unten ist noch das alte Cover zu sehen, das auch weiterhin auf der Taschenbuchausgabe prangt. Ich will ja nicht auch noch Google verschrecken.

Gut, dann findet man wieder Bücher von anderen Autoren, wo aus sexuellen Gründen Leute geschlachtet werden (pfui deibel!) und blutrünstige Folterszenen auf den Covern, das sogar mir mulmig wird. Aber es liegt halt dran, wer gerade am Drücker saß bei Amazon.

https://www.amazon.de/Fundsache-Sexsklavin-Thriller-Rodrigo-Thalmann-ebook/dp/B07HRWR8G9/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1550646695&sr=8-1&keywords=rodrigo+thalmann
Obig das Bild führt zum E-Book, hier der Link aufs Taschenbuch!!!

Greifen Sie zu, solange Amazon Sie noch lässt. Ist aber sicher keine Literatur für jeden, sondern entstand als Satire auf die gängigen 50-Shades-of-Grey - Romane. Nur dass mir eben zwischendurch langweilig wurde und daher mein Protagonist in den Wahnsinn abgleitet und den Damen nicht nur ... sondern ....

Detailliertere Beschreibung hier!


Dienstag, Januar 29, 2019

Fehler beim Selbstpublizieren bei Amazon

Ich bin seit Ende September ein "publizierter Autor". Im vergleichsweise kleinen Rahmen, aber immerhin. Über Amazon-KDP, den Selbstverlags-Service von Amazon. Und mir sind viele Fehler aufgefallen, die andere machen...

... und die ich hier aber nicht alle verraten will, aber doch manche. Mein eigenes Selbstpublizieren hat mich Monate der Vorbereitung gekostet. Damit ist nicht das Schreiben gemeint, sondern das Marketing. Da will ich nicht alles, was ich in vielen, vielen Stunden gelernt habe, hier für Lau ins Internet pusten in diesem 0-Euro-Blog, dessen Leser eher ein 2-Euro-Stück unter einen wackelnden Tisch legen würden, als für Online-Journallie, in welcher Form auch immer, zu bezahlen.

Vorbemerkung: Ich selbst nenne mich Extremautor, mein Roman hat eine ordentliche Brise Sex und Gewalt. Der nächste Gunther Grass zu sein, ist sicher nett, wenn man dann im Monat 3 selbstverlegte Romane verkauft und denkt, man sei ein unerkanntes Genie. Aber etwas gewürzt wird's eben auch gelesen. Mein Roman ist dieser: Die Kellerfrau. Was auch immer Sie selbst verlegen (wollen), die unten stehende Liste ist vielleicht eine Hilfe, denn einige extreme Versäumnisse sind mir bei unzähligen (i.d.R. nicht viel verkaufenden) Kollegen aufgefallen. Stellen Sie sich als selbstverlegender Autor, wenn Sie meinen im Absatz noch Luft nach oben zu haben, folgende Fragen:

1) Machen Sie Marketing?

Viele schreiben nur und wundern sich, dass sie nichts verkaufen. Ich mache mehr Marketing als dass ich schreibe und nur so verkauft man mehr als den gelegentlichen Roman im Monat. Wie genau das Marketing aussehen muss, das gibt es viele Wege. "Lovelybooks" ist einer davon, Google ist ihr Freund. Äh.. ich mache wenig bis nichts da.

ii) Haben Sie E-Books?

Ich verkaufe nur 1-2% meines Verkaufsvolumens als Taschenbücher, alles andere sind E-Books im Amazon-eigenen Format, die man entweder mit einem KINDLE-Lesegerät von Amazon lesen kann oder mit einer Kindle-App, die es sowohl für Handy (iPhone, Android/Google) als auch für Windows-Computer (PC, Notebook) gibt. Ich persönlich lese per Smartphone (Android) oder Android-Tablett. Geht wunderbar.
Taschenbücher kauft also fast keiner bei Amazon.de. Jedenfalls nicht im Selbstverlagsgeschäft aka unbekannte Autoren.

iii) Würden Sie Ihr Zeug selber kaufen?

Mal ehrlich, würden Sie einen 35-Seiten-Ratgeber mit Allgemeinplätzen wie "was man sich vornimmt, muss man auch einhalten" oder einen autobiographischen Roman einer völlig unbekannten Person auf 535 Seiten für 14.99 kaufen?

Wenn die ehrliche Antwort Nein ist, müssen Sie Ihr Marketing verändern. Tolles Titelbild, E-Book, reißerische Beschreibung. Und lassen Sie doch die Episode, als Tante Berta ihren Konsalik aus dem Wohnzimmerschrank gestohlen hat, zu einem blutigen Massaker werden. Kleiner Scherz. Eigentlich ist es kein Scherz, sondern spiegelt wieder, was der Markt will. Ach ja, 3.99 fürs E-Book sind dann realistischer.

So und nun weiter im Verlagsprogrom...

Rente in Taiwan - Beitrag wieder Online

Vielleicht der sinnvollste Artikel im Blog. Für altgewordene Expats, die sich fragen, ob ihre paar Jahre in Taiwan auch rentenwirksam sind. 
Nach der längeren DSGVO - Abschaltung nun wieder online: Renten-Überblick-Taiwan.

Sukzessive schalte ich ältere Artikel frei und lasse dabei nur weg, was sehr persönlich ist und nicht in die Google-Ewigkeit eingehen muss. Neue Artikel wird es relativ wenig geben, denn meine Zeit fließt zukünftig eher ins Romane-Schreiben als ins brotlose Blog.

"Ludigels Roman" namens "Die Kellerfrau" ist hier beschrieben: Link ins Blog.

Freitag, Januar 11, 2019

Notizen zum Selbstverlag (als Romanautor)

Meine Amazon KDP-Erfahrungen in Stichworten

Früher musste man Hermine Hottenplotz-Schmidtmeier, Lektorin beim XY-Verlag (gegr. 1754 bei Morgennebel) davon überzeugen, dass man der nächste Topseller war. Auf einem Markt, bei dem auch die Lektoren so geknutet werden, dass sie eher 1000 als 100 Manuskripte vorliegen haben.

* Heute lädt man eine Worddatei bei Amazon-KDP hoch (Googeln danach kann jeder selbst) und hat dann schnell ein Ebook oder auch ein Print-On-Demand - Buch bei Amazon.de. Geht wirklich problemlos.

 Wer sich langweilt, kann auch ein Buch schreiben. Foto von Joshua Rawson, Unsplash.com.


* Buchpreisbindung? Die meisten glauben das hieße, das eigene Buch müsse überall zum selben Preis angeboten werden. Was genau das heißt, weiß kein Selbstverleger. Ich werde künftig Preisänderungen nur noch über Zusatzeditionen machen, um juristische Probleme zu vermeiden.

* Was ist erlaubt? Wohl fast alles. Sex und Gewalt verkauft sich. Mit der Tendenz, Dinge desto eher nur anzudeuten, desto extremer sie sind. Das meiste an Selbstverlegtem sind allerdings sinnlose Ratgeber und Große-Romancier-WanneBe - Romane, die sich so gut wie nicht verkaufen, Scifi und Fantasy eingeschlossen. Den tausendsten - Auserwählter Bauernjunge wird als wiedergeborener Drachenreiter/Zauberer/Herrscher entlarvt - will nicht unbedingt jemand lesen. Obwohl das Zeug manchmal nicht schlechter ist als der große US-Fantasy-Bestseller, den die Verlage auch nach Deutschland mit riesigen Auflagen durchdrücken. Manchmal auch besser. Aber so ist es eben auch mit den Sängern, manch einer ist so gut wie Caruso oder Elvis Pressluft, wird aber halt sein ganzes Leben lang nur mit der Sparkassencombo singen.

* Was verkauft sich? Sex und Gewalt sagt man. Nicht so übertreiben bei Inhaltsbeschreibung und Cover, sonst meldet sich Amazon mit Beanstandung.

* Wird man reich? Nein. Die meisten verkaufen fast nichts, viele für um die 100 Euro im Monat, manche mehr. Topleute angeblich 2000 monatlich oder so. Ich persönlich bin irgendwo dazwischen.

* Alternativen zu Amazon.de? Nach meiner Recherche verkauft man bei Amazon.de leidlich gut, sonst überall nix.

* E-Book oder Taschenbuch bei Amazon? Man nehme meine E-Book-Verkäufe, nehme 2% oder weniger davon und hat die Taschenbuchverkäufe. Kurz vor Weihnachten werden es mal 4 statt 1 Taschenbuch im Monat.

* Was habe ich nun geschrieben? https://osttellerrand.blogspot.com/2018/12/ludigels-roman.html

* Wo bleibt das (vor Jahren schon mal von einem veritablen Verlag angefragte) Ludigel Taiwanbuch?
Das Blog als Buch hätte wahrscheinlich 10 Leser im ersten Monat, 5 in zweiten und dann 1 Verkauf alle drei Monate. Zu viel Arbeit für nix. Da halte ich in der Zeit lieber ein Nickerchen.

So und nun auf, die Leser der Welt warten auf IHREN Roman! Mit oder ohne Seehund auf der Oberlippe Marke Günter Grass.

Montag, Dezember 10, 2018

Verbrechen, 1x neu, 1x alt

Ein altes und ein neues Verbrechen touchiert uns die Tage

Blogleser, die ich durch die jüngste Blogabschaltung noch nicht vergrault habe erinnern sich vielleicht: Meine Schwiegermutter hier war einst Telefon-Trickbetrügern aufgesessen, die sich möglicherweise sogar echter Polizisten bedient hatten. Jedenfalls waren damals sich als Polizisten ausgebende Personen bei der Schwiegermutter aufgetaucht, die "Kontrollgänge" machten und sicherstellen wollten, dass Schwiegermutter nichts über die vorangegangene Erpressung verlauten ließ, bei der sie aus Angst - ohne irgendetwas angestellt zu haben - 800.000 Taiwandollar, also damals etwa 20.000 Euro (heute wäre das mehr) einem jungen Mann überließ, unter dessen Aufsicht sie diese am Geldautomaten abhob. Als Schwiegermutter schließlich doch zur Polizei ging, hatte der bearbeitende Beamte die Anzeige in die Rundablage geworfen. Erst durch Nachfassen meiner Frau wurde der Fall bearbeitet. Ein dann auftauchender Bescheid, Schwiegermutter habe sich in einem Gefängnis zum Haftantritt (ohne vorhergehendes Verfahren und ohne irgendeinen Tatbestand oder Tatvorwurf!) zu melden, versetzte sie endgültig in Schrecken und lässt mich bis heute vermuten, Gangster, Polizei und sogar das die "Einladung" verschickende Gericht hätten da zusammengearbeitet. Ein Anruf erledigte die Hafteinladung, sie war ein Irrläufer und an eine andere Person adressiert. Nur warum tauchte sie ausgerechnet in dieser Zeit auf? Die Kriminalpolizei hatte jedenfalls die Betrügerbande ermittelt, wenn auch ohne Verstrickungen in Polizei und Gericht.

Beim Gerichtsverfahren war ich selbst anwesend und nur als nicht aufgerufener Zeuge dabei. Mir ist noch in Erinnerung, wie die Richterin den in einen weißen Seiden-Trainingsanzug gekleideten jungen Haupttäter zusammengefaltet hat und wie dieser am Ende des Prozesses (ich ein paar Meter dahinter) die Reihe geparkter Autos ausspähte, wohl um ein unverschlossenes für die Heimfahrt zu finden.

Weitere Entwicklung: Unser Anwalt verbrachte die nächsten Jahre damit, u.a. von den Eltern der meist um die 20 Jahre alten Täter das ergaunerte Geld zurückzufordern. Ein Väterchen kündigte sofort seinen Bürojob, um kein Pfändbares Gehalt zu haben und drohte mit Selbstmord, wenn wir weiter insistieren würden.

Nun hat Schwiegermutter nach vielen Jahren und Dank unseres Anwalts und eines gut kooperierenden Richters etwa 3/4 des Geldes zurück. Der Rest kommt nicht mehr, denn in einer Täterfamilie gab es wirklich einen Selbstmord und der Richter bat uns, diese Familie nicht mehr zu verfolgen. Frau und Schwiegermutter stimmten zu und so hat die Taiwansippe X ihren Beuteanteil behalten können, durch Reduzierung ihrer Mannstärke. Nicht unsere Schuld, wenn sie das "Geld oder Leben" so wörtlich nehmen.

Und in unserem Wohnblock ist ein Zettel in roter Schrift angebracht, der laut meiner Frau aussagt, dass in der Anlage eine Frau vergewaltigt worden ist und in Lebensgefahr schwebt. Wir halten seither unsere Haustür immer gut verschlossen. Sie hat außen nur eine Türklinke und man muss sie entweder bewusst von außen abschließen oder von innen per Drehknauf verriegeln, sonst kann sie jeder öffnen.

Der unbekannten Mitbewohnerin sei alles Gute gewünscht. Dem Täter die Selbstentleibung anempfohlen.


Edit: Zu viel Tod und Verbrechen im Taiwanblog durch dieses Posting. Aber die Realität ist manchmal auch grausam, auch wenn Taiwan ein eher sicheres Land ist. Mir bleibt das merkwürdige Gefühl, als hätte mein rein fiktiver Roman nun plötzlich in die Realität abgefärbt. Was natürlich Unsinn ist.

Dienstag, Dezember 04, 2018

Ludigels Roman

*** WERBUNG ***

Hier ist er nun. Geboren aus dem Blog. Als E-Book und Taschenbuch. Aber nicht für jedermann. Der Roman hat aber weder mit Taiwan noch mit irgendwelchen Bloginhalten zu tun.

*** Nach einschlägigen gesetzl. Werberichtlinien als WERBUNG deklariert, um Probleme mit Abmahnvereinen zu vermeiden. ***

Am Anfang stand das Blog. So meine ich mich zu erinnern. Ich hatte ja vor Urzeiten hier mal diese Glosse auf einen Zombiefilm im Blog geschrieben, die recht nett Taipei karikiert hat. Verlinken geht gerade nicht, weil der alte Artikel noch nicht wieder freigeschaltet ist. Ich hatte dann vor eine andere Glosse auf irgendwelche grassierenden Soft-SM-Romane zu schreiben, von denen sich ein Übermaß bei Amazon fand. Die man also entweder auf ein Kindle-Lesegerät laden konnte oder eben auf eine Kindle-App auf Notebook, PC oder Smartphone. Es gab alles, beginnend mit 20-Seiten Fakes mit Fesselsex und Röckchen hoch, über psychologisch angehauchte 380-Seiten - Epen mit Fesselsex und Röckchen hoch bis hin zu kurzen, superschlecht geschriebenen Gewaltdingern. Um es auf den Punkt zu bringen, diese SM-Welle führte in der Regel zu Texten wie dem Folgenden:

Larissa kniet sich vor Sir Fuckingsburough, Herr von Dickmoore Castle, auf den flauschigen Teppich. Sir Fuckingsburough erhebt sich und kündigt der vor ihm knienden Frau an: Du wirst jetzt eine richtig harte Tracht Prügel bekommen.

Oder die idiotischen Super-Gewaltdinger in der folgenden Art:

Larissa wird festgebunden! Ist gefesselt! Tom macht ihr Klemmen an die ****! Das tut weh!

Kopfschüttelnd fing ich an eine Satire auf dieses Zeug zu schreiben, was auch etwa 10 Seiten lang gut funktionierte. War wirklich witzig. Etwa Zitate auf alte Sandalenfilme einzubauen, Marke "ergroift ihn". Oder sie. Aber es wird dann doch schnell langweilig. Und so überdauerte das Manuskript Jahre und Jahre, bis schließlich "50 Shades of Grey" eine ganz und gar neue Welle auslöste. Da ich fand, dass ich zumindest besser als 90% der Amateurautoren schreiben konnte, die auf der Welle ritten, fing ich an die Satire weiterzuschreiben und zu einem ernsthaften Popoklatsch-Ding umzubauen. Auch aus kommerziellem Interesse, ich gebe es ja zu.

Doch auf Seite 20 wurde mir wieder so schrecklich langweilig. Mal im Ernst, wie oft kann man beschreiben, dass A die Dame B festbindet und ihr den Hintern verhaut? Langweilig! Also kamen mir hyper-gelangweilt so Gedanken.

- Was wäre, wenn der Protagonist wahnsinnig würde?
- Was wäre wenn es mit dem devoten Opfer viel mehr auf sich hätte?

Und da entstand eine sehr komplexe Geschichte in meinem Kopf. Und ich fing an, den Roman weiterzuschreiben. Aber von Seite zu Seite veränderte sich der Roman. Die Charaktere der Personen, und der Erzählstil. Am Ende war ich selbst einerseits geschockt, andererseits aber auch fasziniert von meinem Roman. Weil das langsame Wahnsinnig-werden des Protagonisten in der Ich-Form erzählt wird und kombiniert mit sexueller Perversion - zu der es irgendwann wird - ziemlich starker Tobak ist. Also eher nicht für Jugendliche unter 18 Jahren und definitiv nicht für jedermann. Wer es wegen der Sex- und Gewaltanteile nicht ganz durchliest, wird es für einfach irgendeinen Sadoporno halten. "Krank und gewalttätig" höre ich manchmal als Reaktion - irgendwo im Netz wird der Roman diskutiert - teils von Leuten, die nur die Gratis-Vorschau gelesen haben.

Wie ist der Roman verlegt? Bei Amazon im Selbstverlag.
Lohnt sich das? Nun, bei mir ist es ein erquickliches Nebeneinkommen geworden.
Soll man es downloaden/kaufen?  Wer so fragt, kriegt ein klares NEIN ;-) Ist eben nicht für jedermann. Aber Katzenromane gibt es ja eigentlich schon genug, da wollte ich nicht noch den x-ten schreiben.

https://www.amazon.de/Die-Kellerfrau-Dark-Sexual-Horror-ebook/dp/B07KK567X7/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1543897427&sr=8-1&keywords=harry+eduard
Veröffentlicht unter Pseudonym

P.S.: Dies ist die präsentable Version des Romans, wie eigentlich von mir erdacht. Marketingtechnisch bedingt gibt es noch andere.

Edit: Obiger Bildlink ging anfangs nur zum E-Book, hier der Link zur Autorenseite bei Amazon mit 99 Cent-Leseprobe und Taschenbuch: https://www.amazon.de/l/B07KLS6B9G...

Donnerstag, November 29, 2018

It's back

Das Blog ist zurück. Na ja, teilweise. Vielleicht erst Mal die Gründe für die Auszeit:

1. Wegen der EU-Datenschutzverordnung habe ich das Blog am 25.05. abgeschaltet, damit sich die Abmahnvereine erst Mal bei anderen Bloggern austoben können. In der Praxis hat der deutsche Abmahnwahnsinn hier bislang nur kommerzielle Blogs betroffen, wie es scheint.
Nachdem die Rechtspraxis jetzt klar ist (vorher waren auch Anwälte mit Prognosen dazu überfordert), geht das Blog jetzt wieder online mit der ellenlangen EU-Fetisch-Datenschutzerklärung. Lang wie ein Epos von Homer oder die Nase von Longjohn Silver.

2. Die Auszeit war so lang, weil ich mich - lustigerweise ohne Blog - tatsächlich mit einem Abmahnverein herumschlagen musste. Aus der Luft gegriffene Vorwürfe auch nicht an mich selbst, sondern ein Familienmitglied. Aber da muss man sich halt erst Mal länger mit beschäftigen, gerade wegen der astronomischen Forderungen von mehreren Tausend Euro, die völlig aus der Luft gegriffen gefordert werden. Das Taiwanblog sollte da keine zweite Front eröffnen und blieb folglich abgeschaltet.

3. Auf Instagramm (war es glaube ich) griff der Abmahnwahnsinn um sich: offenbar wurde alles und jedes als Verstoß gegen eine EU-Werberichtlinie abgemahnt. Von wegen nicht gekennzeichnete Werbung. Etwa: Jemand schreibt, wie toll der Trip nach Barcelona war und sie oder er kriegt dann eine Abmahnung wegen ungekennzeichneter Werbung. Denn schließlich könnte ihn ja theoretisch das Fremdenverkehrsamt von Barcelona für seinen Reisebericht bezahlen. Das kann irgendwann auch Blogs betreffen, entsprechend werde ich alle alten Artikel erst durchsehen und dann ggf. freischalten.

4. Ich habe einen Roman geschrieben. Mir fiel auf, dass meine Schreibenergie und Kreativität vom Blog aufgesogen wurde. Will sagen, eine Seite Blog bedeutete 10 fehlende Seiten im Roman. Da ich seit 2009 an dem Ding gearbeitet hatte, wurde es nun langsam Zeit, das abzuschließen. Mehr zum Roman, der sich gut im Selbstverlag auf Amazon.de verkauft, später einmal.

Wie wird es nun weiter gehen mit dem Blog? Zur Zeit sind ja alle Blogpostings bis auf dieses unsichtbar (Update: die alten kommen langsam zurück), will sagen als Entwurf nur für mich sichtbar. Und 100 alte habe ich sogar versehentlich gelöscht, statt sie auf Entwurf zu setzen (wovon ich allerdings ein altes Backup habe).

Ich denke es wird so werden:

a) Es gibt kein Endloswiderkäuen meines Lebens im hässlichen Taipei mitsamt seiner stinkenden Mopeds, leckeren Plastiknudeln und hübschen Hotpants-Mädels zwischen kläffenden Straßenhunden und dem x-ten Hundehaufen am Hacken mehr. Energie für Sätze wie diesen eben soll lieber in Romane fließen. Also nur noch wenige neue Posts in Zukunft. Aber ein Paar wird es noch geben.

b) Die alten Artikel werden nur teilweise wieder freigeschaltet. Nämlich dann, wenn der Infocharakter überwiegt. Meine Meinung zum Hundehaufen Nr. 1245387 muss ja nicht in die Google-Ewigkeit einfließen. Und die Bearbeitung, auch um Abmahnanwälte abzuwehren, dauert.

c) Vermutlich gibt es das alte Blog (fast) komplett und editiert irgendwann als Ebook von mir bei Amazon. Wann, steht in den Sternen. Denn so ein x-tes Taiwanbuch wird sich nicht so gut verkaufen, wie ein spektakulärer Roman von Ludigel mit Sex, Gewalt und Wahnsinn. Räusper.

So und jetzt weiter im Progrom.

P.S.: "Blockabschaltung" ist langsam eines der am häufigsten benutzten Tags meiner Posts ;-)

2. P.S.: Vermutlich wird die Datenschutzleiste rechts irgendwann ins alte Impressum eingearbeitet.

Dienstag, Mai 22, 2018

Krebs-"Epidemie" in der Firma (Update)

Hat der Krebs schon dreimal in meinem Großraumbüro zugeschlagen?

Kurz vor der vermutlich nur einstweiligen Blogabschaltung wegen neuen EU-Recht noch ein großes Thema. Ein beängstigendes genauer gesagt. In meinem Großraumbüro in der Firma geht im Umkreis von etwa 30 Meter Luftlinie offenbar eine schwerwiegende Krebserkrankung um. Darmkrebs genau gesagt. Bösartig wie er nur sein kann. Vor Jahren schon (2012 etwa) erkrankte eine Kollegin vom Vertrieb, eine End-20igerin. Der bösartige Krebs hatte im Darm begonnen und in der Leber Metastasen gebildet. Meine Frau und ich waren in den tapferen Kampf der Kollegin oft involviert. Etwa als wir sie sich kaum noch auf den Beinen haltend mit dem Auto in den Süden Taiwans gefahren haben, wo sie in einem Tempel religiöse Erbauung erfuhr und danach eine so deutliche Verbesserung ihres Gesundheitszustandes hatte, dass man schon von einer Wunderheilung sprechen konnte. So wurde es mir damals erzählt. Bei näherer Betrachtung war dann aber wohl doch Chemotherapie involviert, die der Kollegin wenigestens noch einige Jahre erkauft hatte.

Als es wieder schlimmer wurde, ging die Kollegin eine Spezialklinik nach Japan. Frau und ich waren in die Beschaffung experimenteller Medizin beteidigt, die man in Taiwan nicht hätte kaufen können und die der Arzt allein nicht bestellen konnte oder wollte. Leider war am Ende alles umsonst, die Kollegin verstarb. Es gab einen Abschied bei ihr am Krankenbett, kurz vor ihrem Tode. Nie werde ich die pseudolockere Athmosphäre vergessen, mit denen wir Kollegin das Feeling von so vielen Business-Meetings vorher krampfhaft aufrecht erhalten wollten. Niemand wollte weinen, wer weiß wo das geendet hätte.

Die Artikel zu dem damaligen Fall:

http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/12/wichtige-mission-in-den-suden.html

http://osttellerrand.blogspot.tw/2017/03/machs-gut-p.html

Nun gibt es leider einen zweiten Fall. Eine Kollegin vom Produktmanagement hatte ähnliche Symptome bei sich festgestellt und begab sich zum Arzt. Dort erhielt sie eine ähnliche Diagnose. Die Frau ist eine Enddreißigerin mit zwei kleinen Kindern und hat jetzt laut Arzt noch 1 bis 2 Jahre zu leben.

Leider geht es noch weiter. Die Symptome treten auch noch bei einer dritten Kollegin auf. U.a. ist okkulter Stuhl da ein Symptom. Die Kollegin hat auch noch einen Strauß von weiteren Symptomen so dass sie bösartigen Darmkrebs mit Metastasen befürchtet. Zum Arzt will sie nicht, wie sie im Gespräch mit meiner Frau kundtat. Sie hat zu viel Angst vor dem Todesurteil durch den Arzt.

Alle sitzen wie gesagt in unmittelbarer Nähe. Leben fast nur von Gemüse und Fisch wie hier üblich bei den Damen. Kein Alkohol, kein Rauchen. Nur Opfer Nr. 1 hat etwas geraucht auf den Business-Meetings mit den quarzenden japanischen Geschäftsfreunden.

Ich selbst hatte in Taiwan ja nur ein guartiges Wachstum, da will ich mich nicht beschweren. Aber man muss sich klar machen dass ein Langzeitaufenthalt in einem Land, in dem die Luft versmogt ist (jedenfalls hier in der Stadt) und das Essen von einem Chemieskandal nach dem anderen heimgesucht wird, üble Langzeitfolgen haben kann. Ich drücke der dritten Kollegin die Daumen.

Vielleicht letzter Artikel vor der Blogabschaltung. Ich wünschte, es wäre etwas nettes.

Update: Die Kollegin verstarb etwa 2 Wochen nach dem Erscheinen dieses Artikels. Entschieden zu jung, die beiden Opfer und so nah beieinander räumlich und zeitlich in der Erkrankung.