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Dienstag, Dezember 10, 2019

OK... geht ein bisschen weiter: Der Tod des Treppensteigers

Brexit dauert an, die BER-Eröffnung auch länger, dann kann das Blogschließen auch ein bisschen länger dauern

Und nun zur aktuellen Meldung aus dem taiwanischen Alltag:

Ein Kollege in den Dreißigern, den ich nicht kannte, aber der auch manchmal mit mir zusammen die Treppe in der Firma vom Erdgeschoss bis in den 6. Stock gerannt ist (oder der 5. bei ihm) ist gestorben. Ich habe ihn nur ein, zweimal gesehen, als der junge, schlanke Mann etwas schneller als ich die Treppensteigübung hinter sich gebracht hat.
Auf seinem fatalen Treppenaufstieg hat der herzgesunde, schlanke, drahtige junge Mann es noch geschafft, sich in den Flur und auf den Arbeitsplatz zu retten. Doch ich kenne es, nach der Übung pocht das Herz schneller als während. Leider hat er einen Herzinfarkt bekommen und ist verstorben. Mir tut das aufrichtig leid. Und ich muss wieder mal sagen, das Leben ist unfair.

Da ist der momentan 100-Kilo-Ausländer, der erstens per Definition dick ist und zweitens ja auch wirklich nicht der Schlankste. Der auch noch einen winzigen Herzrythmusfehler hat, vom Arzt attestiert. Der Schokolade und Fleisch isst. Dann ist da der drahtige Asiate, jung und dynamisch, der wahrscheinlich nur Fisch und Gemüse isst (sind nicht die Meere völlig verdreckt? Ob das so gesund ist?). Und der auch noch ein Stockwerk weniger hat. Und wer von beiden muss sich jetzt mit der jenseitigen Götterwelt beschäftigen? Er. Das Leben ist nicht fair.
Mein Problem: Jetzt hat die Firma das sportliche Treppensteigen verboten. Was natürlich nicht so ganz klar definiert ist und ich laufe Gefahr noch dicker zu werden und dann am Ende auch noch...

Dann noch der gesunde, superschlanke, adrette junge Gesundheits-Nudelsuppenverkäufer direkt neben Ludigels Wohnblock. Habe den x-mal gesehen und für meine Frau da diese säuerliche Nudelsuppe gekauft, die bei mir immer Würgereiz ausgelöst hat. Kein Wunder, dass der Kerl so schlank war, bei dem urinartigen Nudelsuppengeruch. Na, wie dem auch sei. Gestorben ist er nicht an Überforderung durch die hübsche Ehefrau oder die Urinade, sondern durch einen Motorroller-Unfall.
Also doch lieber Fleisch, Brot und Schokolade essen und Nissan fahren.

Den beiden Toten, außerdem den beiden unlängst am gesunden Fisch- und Grünessen verstorbenen Kolleginnen mein herzliches Beileid. Es is halt a Wahnsinn.

Freitag, November 15, 2019

Wenn dies das finale Blogposting ist...

Es soll nicht enden mit dem schottischen Todesfahrer...

Immer wenn ich wieder mal keine Lust habe, in dieser weitesgehend bloglosen Welt weiterzubloggen, dann sehe ich das letzte Blogposting über den aus Taiwan geflüchteten Todesfahrer und denke, das soll nicht das letzte Blogposting hier sein. Wenn denn dieses Blog - wieder Mal - zum Ende kommt. Oder für lange Zeit so stehen bleibt, bis ich wieder Mal so tue, als ob dieses Blog noch Leser habe, Bloggen noch in wäre und ich Zeit und Muße dafür hätte. Vielleicht geht es ja irgendwann weiter, aber einstweilen wollen wir eine Hommage an mein Gastland hier stehen lassen.


A. Taiwan ist eine vitale Demokratie. Das merkt man in diesen Tagen gerade im Vergleich zu Hongkong, das so gerne ein moderner, demokratischer Stadtstaat internationaler Ausrichtung wäre und sich stattdessen in der Achselhöhle dieses despektierlichen Gebildes wiederfindet, das sich Kommunistische Partei Chinas nennt. Taiwan hat eine entwickelte Zivilgesellschaft und freie Meinungsäußerung neben freien Wahlen. Gibt es auch viel, das einen Kleinstadt-Menschen wie mich hier in Taipei ärgert, von Smog über rüde Fahrer bis hin zum strengen Geruch von Müll und anderem (der Müll auf dem Rpckzug seit etwa 2010 oder so), so muss man das doch würdigen. Ein bisschen schade, dass dies Blog oft mit Gemecker über Smog und Verkehrschaos gefüllt war. Aber das war halt ein großer Teil meines Lebens hier, mit allen auch gesundheitlichen Konsequenzen.

B. Taiwaner nehmen einen freundlich auf. Anfangs waren sich überfreundlich, kicherten viel und machten sich dabei über die lustigen Bignoses lustig, dass es manchmal in Bully-haftes Verhalten überging. Aber man bekam in der Firma ständig Kekse geschenkt und junge Frauen liefen rot an, kicherten und warfen ihre Ultraminiröcke, das man die Höschen sehen konnte und den Love-Aufdruck der bald oder schon verheirateten und bald Mütter werdenden jungen Frauen mit Mikey-Mouse auf dem anderen Slip vergleichen konnte. Heute bin ich fast nur ein anderer Kollege. Wenn auch einer, mit dem man wenig redet. Weil man ja das Gesicht verlieren könnte, beim nicht perfekt Englisch reden. Auch egal. Mit der netten Vertrieblerin namens (? Name vergessen, ihre Schuld, hat ja kaum mit mir geredet) habe ich erst geredet, als sie tot im Papiersarg lag auf ihrer Beerdigung zwischen Toilettenhaus und Fahrstuhl (so war es in der Tat, pietätlos nach unseren Maßstäben) und nicht mehr wegrennen konnte. Aber so hat man seine Ruhe. Auch nicht schlecht.

C. Das Essen ist lecker. Aber meist mit Chemie vergiftet, was mit auch interessante Krankheiten bescheert hat. Aber das hiesige Essen ist ein Feinschmeckertip für Reisende. Die essen es ja nicht so lange.

D. Die Frauen sind schön und kichern viel und hat man sie geheiratet, schmeißen sie den Wasserkocher, schreien viel und die Schwiegermutter ist der neue Gott im Leben und sieht durch einen durch, als sei man unsichtbar. Bis sie mit dem Dreirad unterwegs vom Toyota Family-Van angefahren wird und seither senil und freundlich ist. So war es bei mir. Ein klares Argutment gegen Helme auf Zwei- und Dreirädern. Heute essen wir Pizza zusammen! Früher wäre sie da schreiend weggerannt, bei so unchinesischem Zeug.

E. Straßenhunde sind freundlich bis okay, nur die Privathunde oft bissig. Taiwaner schlagen und quälen sie mit Leidenschaft, produzieren laufend niedliche junge Hunde und setzen sie dann aus. Bis man so dumm ist, eine Hunderettungsgesellschaft zu gründen wie Frau und ich und dann irgendwann frustriert hinschmeißt und alle Hundepostings aus dem Blog löscht. Aber halt, da gibt es eine Arbeit drüber. https://www.amazon.de/new-Business-Model-private-shelters-ebook/dp/B07K9KX5M9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=yi+chuan+sun&qid=1573797826&sr=8-1
Auch im Gratis-Preview steht am Schluss alles drin über die privaten Hunde-Asyle, um die Frau und ich geflattert sind wie die Motten um den wimmernden und bellenden Honigtopf.

F. Will man raus, klappt es oft nicht. Aus Taiwan meine ich, nicht aus dem Tierasyl. Wir wollten auf die Philippinen auswandern (jedenfalls meine Frau), dann nach Deutschland (jedenfalls ich), jetzt nach England. Aber wir werden wohl hier abnippeln. Oder solange bleiben, bis unser Unternehmen mit dem schönen Doppelgehalt pleite ist. Hoffentlich eher früh als spät.

G. Und nun ist (erstmal?) Schluss. Ich schreibe ja neuerdings für Geld. Seit vor Jahren ein Verlag an mich rangetreten ist und dies Blog als Buch verlegen wollte. Habe ich nie gemacht, sondern schreibe heute anderes und verlege es selbst. Und wenn das Blog jemals erscheint, dann sicher auch von mir verlegt.

Und nun aber alle raus hier. Ach so, eh keiner mehr da. Aber mal ehrlich, dass dies Blog vorläufig endet, während GB aus der EU austritt, Merkel wie eine Hippie-Kanzlerin die Grenzen geöffnet (und nur ein Achtel wieder zu gemacht hat), (deswegen) die Scheiß-Nazis zurückgekommen sind und Donald Trump (!) Präsident ist. Das hätte ich nie gedacht, als ich 2004 mal angefangen habe. Schreibe ich noch mal weiter, ist am Ende Sarah Palin noch Päsidentin. Oder wäre das am Ende besser als Trump? Ophra. Die bestimmt auch noch mal.

Nun ist Ende. Erstmal. Oder für immer? Die Klasse von meinem Vorbild, dem englischsprachigen Ur-Taiwanblog, habe ich jedenfalls nie erreicht. Insbesondere nicht die des letzten Blogpostings dort. Hut ab.

Mittwoch, Oktober 30, 2019

Saga um geflüchteten Unfallfahrer Zain D. kommt zum Ende

Das Ende einer langen Saga

Die Geschichte um die Auslieferung des Unfallfahrers Zain D., einem Briten pakistanischer oder indischer Herkunft, hat nun offensichtlich ein Ende erreicht, wie diesem Artikel (Link Focustaiwan) zu entnehmen ist.

Um es kurz zu rekapitulieren, D. hatte im Jahre 2010 in Taipei offenbar einen Motorrollerfahrer getötet, als er stark betrunken den Roller von hinten mit seinem alten Mercedes angefahren hat. Der Fahrer des Rollers, der offenbar der einzige Brotverdiener einer hiesigen Familie war, wurde dadurch getötet. Zain wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt nach einem Prozess, der viele Fragezeichen über die faire Behandlung von Ausländern hier und über die Verbindungen der Polizei hin zum organisierten Verbrechen aufgeworfen hat. Mein letzter Artikel dazu ist hier: https://osttellerrand.blogspot.com/2018/03/ist-er-immer-noch-im-knast.html

Zain D. entzog sich der Haft durch Flucht und war längere Zeit in der Schweiz und in Schottland untergetaucht, ohne dass irgendjemand sein Fehlen bemerkt hatte in Taiwan. Kurze Zeit, nachdem dieses Blog hier damals die Frage gestellt hatte, was aus Zain D. geworden sei (damals wurde das Blog ja noch gelesen), ging dann eine große Suche nach ihm los und am Ende wurde versucht, ihn von Schottland nach Taiwan ausliefern zu lassen, was nun endgültig gescheitert ist. Nichtsdestotrotz hat Zain D. 2 Jahre und 10 Monate in Haft gesessen, wenn auch in Auslieferungshaft in Schottland.

Ich denke, der Fall Zain ist interessant für Ausländer in Taiwan, denn er offenbart meiner Meinung nach folgendes:

1. Ausländer stehen bei Vergehen oder gar Verbrechen sehr viel stärker im Fokus der Inselaufmerksamkeit, bis hin zum nationalen Spektakel.

2. Hat man wie Zain D. in diesem Fall Interdependenzen zum organisierten Verbrechen, kann das über die Verbindungen des selbigen zur Polizei Nachteile bedeuten. So wurde das ermittelnde Polizeirevier von den Banden geschmiert, die auch den zweiten Verdächtigen in diesem Fall als Parkwächter o.ä. angestellt hatten.

3.Ausländer werden in der Regel über Entschädigungszahlungen weit mehr zur Kasse gebeten als Einheimische.

4. Die Öffentlichkeit in Taiwan reagiert sehr stark auf Berichterstattung von Vergehen von "Weißen" in Taiwan. Sonst wäre der Fall damals nicht monatelang fast in der Endlosschleife in den Nachrichten gekommen. Und die anfängliche Herzlichkeit der Taiwaner uns "Bignoses" gegenüber ist spätestens nach diesem Fall einer gewissen Skepsis gewichen.

5. Einzelne Ausländer können etwas verändern in Taiwan! Zain D. verdanken wir immerhin die biometrische Erfassung von uns Bignoses bei der Einreise und Ausreise, damit niemand wieder mit einem geborgten Pass die Insel verlässt - wie damals Zain D.


++++++++Eigenwerbung+++++++++++++++
Ludigel blogt wieder, als Gegenpol zum
Romaneschreiben, das ihm oft Alpträume
beschert. Die Leute wollen's halt verrückt und
brutal. Co-Produktion mit anderem Autor.
Weird stuff. Holy shreck.

https://www.amazon.de/irre-Chirurg-Wahnsinnigen-Geschichten-Versklavung-ebook/dp/B07YMPG9VH/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=der+irre+chirurg&qid=1572409796&sr=8-1

Montag, Oktober 21, 2019

Briten verrückt?

Ludigel war selbst auf der Insel des Irrsinns, um sich den Wahnsinn aus erster Hand anzusehen

Dieser Tage schwebt einem natürlich die Frage im Gebeiß, wie verrückt sind die Briten? Großbritanien steht ja kurz vor dem Brexit, wo ich diese Zeilen schreibe. Denn der 31.10.2019 ist angepeilt, wird aber vielleicht schon wieder verschoben. Ich gebe zu, meinen Mitsubishi mit deutschem Kennzeichen habe ich vorne und hinten vorsorglich mit dem Union Jack, also der britischen Flagge versehen, um Wutausbrüche gegen meinen Wagen zu vermeiden.

Wie verrückt sind die Briten dieser Tage? Obelix wüsste eine Antwort, aber hier handelt es sich nur um eine Folkloregruppe aus Warwick, die ich hiermit für den Kontext um Entschuldigung bitte.

Ich hatte ja schon erwartet, dass man an den Straßenecken oder wenigstens in den Pubs lautstarke Brexit-Diskussionen hört oder man gar als erkennbarer EU-ler (wegen Autokennzeichen) auf die bösen Krauts angesprochen wird. 

Und wie war es nun?


Brexit mag eine Einbahnstraße in den Irrsinn sein (Foto wieder Warwick), aber davon zu merken war freilich garnichts. Nur ein einziges Mal sah ich jedemanden mit einem Bollocks-to-Brexit - Aufkleber am Körper aus einer Raststättentoilette kommen. Sonst waren die Engländer so wie ich sie kenne in den ländlichen Gegenden, weitab von London. Ruhig, gelassen und höflich.

Alte Hospiz in Warwick, nahe der Burg. Eintritt war uns immer zu teuer, meist 15 Pfund aufwärts, oft 35 pro Person. Na ja, die legen für den Brexit auf die hohe Kante.

Bei mir stellte sich ein ganz eigenartiges Gefühl ein. Nämlich das, nach Hause gekommen zu sein. Als wir Marks und Spencers besuchten, erinnerte ich mich daran, wie ich dort Teatime mit meiner mittlerweile verstorbenen Großmutter (Deutsche, nach 45 nach GB ausgewandert). Ich verstand alles, konnte alles lesen und war einfach irgendein mittelalter Typ auf der Straße. Nach Taiwan eie willkommene Abwechslung.
Ich gebe freilich zu, ich gehöre wohl zu dem Kreise der Anglophilen und wir Hannoveraner stehen ohnehin im Verdacht, anglophil zu sein. Schließlich ist die royale Gang in Buckingham (habe diesmal den Palast sogar von innen gesehen!) von unseren hannöverschen Welfen abstammend. Die Welfen sind Hannovers eigene Royal Family. 
Nichtsdestotrotz ist mir für Deutschland natürlich die Republik die liebste Staatsform, aber in England darf man eben auch der Vergangenheit zugewandt sein. Vielleicht verwechseln die Briten dieser Tage ja Folklore mit Zukunft, ich weiß es nicht.

Durch den Brexit wird Großbrittanien wohl eher kleiner werden, als dass das British Empire zurück kommt. Aber gut, hat man manche Wege erstmal eingeschlagen, ist es schwer zurückzukehren.

Meine Verwandten jedenfalls diskutierten den Brexit eher mit Amüsement und hochgezogener Augenbraue. Auch das sehr britisch. Aber keine Sorge, für einen Hanexit, den Exit des Königreichs Hannover aus der Bundesrepublik bin ich nicht, auch wenn ich ganz in der Nähe der Marienburg im hannöverschen Land wohne. Ist das Ö in "hannoversch..." eigentlich noch en Vogue? Aber das ist sicher ein anderes Thema.

Frau löchert mich nun, demnächst nach England zu ziehen und wir versuchen gerade, unser Taiwaneinkommen zu substituieren, um das wahr zu machen. Na, wenn es klappt (glaube ich ja selbst nicht), dann können wir mal ausprobieren, ob man wirklich noch bis 32.12.2020 dort rüberziehen kann als EU-Bürger.

In der Nähe von Stratford upon Avon. Englischer geht es nicht mehr.

Wie oben. Meine Verwandtschaft ist ganz in der Nähe in Alcester (gesprochen: Olster) oder Worcester (da wo die Sauce herkommt, gesprochen "Wuster") zu finden.

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Deprimiert?
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Taiwan in den deutschen News: Wegen Micro-Bikini

Das Taiwanblog findet: Die (weningen noch vorhandenen) Leser haben ein Recht auf Information über diesen weltbewegenden Fall. Die noch weniger vorhandenen Leserinnen vielleicht auch.

https://www.stern.de/panorama/video/ins-netz-gegangen/staunen/philippinen--touristin-geht-freizuegig-an-den-strand---doch-ihr-outfit-hat-ungeahnte-konsequenzen--8956992.html 

Der Bericht im Stern, mit Video. Einer von diesen japanischen Strick-Bikinis, bei der man besser was zusammenkneift, damit es nicht heraushängt oder so. Never mind.


WERBUNG:  Wem dieser Artikel noch nicht chauvinistisch genug ist, kann natürlich zu diesem von mir herausgegebenen Roman greifen: Der Hucow-Virus (E-Book, Taschenbuch)

Dienstag, Oktober 15, 2019

Der Ratter-Säufer

Erfahrungen mit einem 2017er Nissan March in Taiwan

Einfach mal wieder wie früher bloggen...

Unser Taiwan-Wagen ist seit Februar 2017 ein Nissan March. In Deutschland nennt man dieses Modell Micra und hat ihn, so wie wir ihn 2017 gekauft haben, nur bis 2013 angeboten. Das Modell K13 von Nissan ist es und es gab ihn in D in einer modellgepflegten Version später noch bis 2017. Seither ist er in Europa/Japan/anderswo durch den K14 ersetzt. In Taiwan jedoch gibt es immer noch den K13 wie hier abgebildet, in der alten -2013er-Version. Sogar jetzt noch im Jahre 2019.
In Taiwan wird also bis heute ein altes Modell als "New March" verkauft - das neue Modell wird einstweilen ignoriert. Der unten im Showroom stehende March wäre so in Deutschland allenfalls als Gebrauchtwagen zu erweben, aber in Taiwan kann man da halt eine kleine Zeitreise machen.


Unser neuer Nissan March noch im Verkaufsraum



Vorher hatten wir ja einen dicken Volvo XC60 mit sage und schreibe 245 PS. In ökobewegten Zeiten traut man sich das kaum noch zu schreiben. Sicher war unser Wechsel auf einen Kleinwagen in erster Linie durch unsere Unsicherheit, wo wir in Zukunft leben wollen motiviert. So waren meine Frau und Junior ja eine Weile nach Manila auf den Philippinen zur dortigen Verwandtschaft gezogen, während ich mich maulend wieder nach Deutschland verzogen hatte. Aber dieses Thema möchte ich nicht wieder aufwärmen. Das Leben geht eben manchmal unstete Wege.
Auch ökologisch motiviert war unser Wechsel auf was kleines, jedenfalls von meiner Seite. Obwohl das Benzin mit 28 NT (oder wieviel zahle ich pro Liter?) immer noch billig ist in Taiwan.

Der Nissan Micra hat jedenfalls keinen sparsamen 0.8-Liter Dreizylinder, wie ihn damals das deutsche Gegenstück hatte, sondern hat einen 1.5-Liter Vierzylinder mit 99 PS. Das ist sicherlich auch den taiwanischen Verkehrsvorschriften geschuldet, nachdem zur Benutzung der Autobahn hier mindestens 1.2-Liter Hubraum erforderlich sind. Ein blanker Irrsinn. Wie machen die das eigentlich beim TESLA. Muss man da eine Colaflasche in den Motorraum kleben? Sollte die Regelung mittlerweile verschwunden sein, will ich nichts gesagt haben.

 Unser Taiwanauto Nissan (New) March

Sparsam schien er zu sein. Die Verbrauchsanzeige fing jedenfalls mit 5.8 Liter auf 100 km an oder dergleichen, schraubte sich über die Monate dann aber immer höher. Mittlerweile steht sie auf 9.7 Liter. Selbst dieser Wert ist wohl unrealistisch, denn meiner Verbrauchsmessung nach hat der Wagen zwischen 9.7 und 15.3 Liter auf 100 km verbraucht, allerdings fast alles Stadtverkehr mit gelegentlich zähfließendem Verkehr, selten mal Stop and Go und an der Verbrauchsspitze viel Ultra-Kurzstrecke mit Motor-laufen-lassen während ich auf die Gattin warte. In Taiwan steht man nicht mit abgeschaltetem Motor irgendwo herum, jedenfalls nicht in Taipei. Es gibt halt keine Parkplätze, man ist immer bereit vor der Verkehrspolizei davon zu brausen und Smog oder Hitze machen sowieso wenig Lust, mit der Außenluft etwas zu tun zu haben.
Eine Glatte Lügengeschichte also, die Verbrauchsanzeige, denn anfangs war die Reichweite genauso wie heute. Egal, ob der Bordcomputer 5.8 oder 9.7 Liter Verbrauch angezeigt hat.

Der Verbrauch ist sicher außerordentlich für so ein kleines Auto. Zum Vergleich: Der Nissan X-Trail (kompakter SUV mit 2 Liter/150 PS), den wir 2006-2014 hatten, hat je nachVerkehrslage 10-12.5 Liter genommen. Und der dicke Volvo (2-Liter Turbo, 245 PS) 12.5-15 Liter.

Unser durstiger Nissan scheint einen Defekt zu haben, auf den unsere Nissan-Werkstattleute aber nur mit Achselzucken, Kichern oder sinnlosen Maßnahmen wie Ausbauen des Entertainment-Systems reagieren. Der Motor wirkt im Leerlauf schwergängig und brummt auf und abfallend vor sich hin mit recht tieffrequenten Virbrationen. Meiner Meinung nach ist es die Kopplung zur Klimaanlage, die da zu schwergängig ist. Aber "Hi hi hi" ist alles, was ich da den fähigen Nissanleuten entlocken konnte. Selbst meine Frau im hiesigen Kicher-Chinesisch dringt da nicht durch. Der Defekt trat schon bei etwa 10.000 km oder früher auf und hat sich bis heute (Km-Stand 21.000) gehalten.


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Manchmal hat der Nissan richtig laute Rattergeräusche, die von überall und nirgendwo kommen, aber nur höchst sporadisch auftreten.  Man kann diesen Artikel ruhig als Warnung vor dem Ding verstehen. Nissan soll seit der Übernahme durch Renault nichts mehr Gutes bieten und alle Modelle, die ab 2000 gefertigt sind, sollen eher französisch in der Qualität sein. Liest man manchmal. Ich kann die gesamte Produktion von Nissan nicht beurteilen, nur unseren kleinen Rattersäufer. Und gut, der kommt mir eher wie Louis Defunes mit dem Schlagzeug und der Weinflasche auf dem Tisch vor als ein japanischer Facharbeiter.

Nach wie vor gut und zuverlässig hingegen mein deutscher Mitsubishi ASX mit bescheidenem 1.6-Liter Motor und 117 PS (EZ 09/2016). Als Crossover ist er vielleicht ein bisschen SUV-mäßig, allerdings brennt er sicher kein so dickes Loch in die Ozonschicht wie jemand mit einer 200 PS-Limunsine. Und er verbraucht 8.3-10 Liter, allerdings im gemütlichen Niedersachsen. Der vom Vater übernommene Wagen wartet immer brav auf mich in der deutschen Garage - bis zu 6 Monate lang. Auf Schlüsseldrehung springt er dann sofort an.


Unser "Deutschlandauto" Mitsubishi ASX

Für mich ist der kompakte Crossover ein richtiger Kumpel gworden, auch wegen der Zuverlässigkeit trotz langem Stehen. Meine Frau hingegen hasst ihn abgrundtief. Grund ist, dass er bei höheren Geschwindigkeiten (mit Winterreifen ab 140 km/h, mit Sommerreifen ab 150 bis 160 km/h) eher das Fahrverhalten einer Windjammer hat. Manchmal merkt man richtig, wie die Luft sich unter dem Ding sammelt, dann hinten wegschwappt und dann die nächste Luftwelle kommt. Das bootähnliche Fahrverhalten bei Autobahngeschwindigkeiten macht Kilometerfressen auf deutschen Autobahnen etwas nervig. Ist jedoch die Autobahn eben und gerade und bläst kein Wind, kann auch meine japanische Gorch Fock zuverlässig und lange Strecken mit 160 km/h Dauergeschwindigkeit düsen. So neulich geschehen auf der Fahrt Richtung Niederlande auf leerer, ebener Autobahn.

Weil der Mitsubishi eben nicht besonders teuer ist (ab 15.000 Euro Basispreis im Angebot) ist er trotz mangelnder Raserei-Fähigkeit immer noch ein vernünftiges Angebot, denke ich. Gerade wegen umfangreicher Ausstattung. Trotzdem würde ich in Deutschland lieber etwas flacheres fahren, das nicht ganz so im Wind herumschwappt wie der Mitsubishi.

Automobilistisch gibt es bei uns sicher Verbesserungsbedarf. Aber Neuinvestitionen könnten erst stattfinden, wenn wir annähernd wissen, wo wir demnächst leben. Und bis dahin darf man in Deutschland vielleicht nur noch Holzfahrräder fahren, wenn bald Schwarz-Grün (aka Dunkelgrün-Grün) in Berlin am Drücker ist.


Der Mitsubishi kürzlich in England, wo man deutlich mehr von dem Auto oder Mitsubishi überhaupt sieht als in Deutschland

EDIT:
Ein paar Notizen:
Der Nissan March/Micra hat ein Automatikgetriebe der alten Art, wo man die Abstufungen deutlich merkt. Es ist be geringster Berührung vom Gas am Runterschalten, so dass der Wagen sportlich wirkt und in der Stadt und der langsamen Taiwanautobahn gut Kraft hat. Leider ist der March sehr windempfindlich, selbst im Stadtverkehr.
Der Mitsubishi ASX hat ein altmodisches 5-Gang-Getriebe, das sich im Gegensatz zu bisherigen Mitsubishi-Schaltungen gut schalten lässt. Da kenne ich von früherer hakeligeres aus den alten Space Wagon-Modellen. Der Motor muss bei Drehzahl gehalten werden, wenn man flott vorankommen will, denn 117 PS haben bei dem dicken Kompaktauto viel zu arbeiten.
Mit einem Ausstattungspaket für 5.000 Euro oder so kam der Mitsubishi auf 19.999 Euro und hat dafür Rückfahrtkamera, Bluetooth, eine ordentlich klingende Stereoanlage, die theoretisch aber nicht praktisch auch USB-Sticks nimmt und sogar 2 Sitzheizungen neben dem anderen Kram, der ja heute selbstverständlich ist.
Der Nissan hat etwa 580.000 NT gekostet und hat auf Nachfrage ein Entertainment-System eingebaut, das von Micro-SD-Karten Musik spielen kann und eine Rückfahrtkamera, die sich aber erst nach 5 Sekunden einschaltet und daher immer zu spät kommt.


Verarbeitung:
Der Mitsubishi wirkt solide wie man es früher von Benz gesagt hat.
Der Nissan fiel schon nach ein paar Wochen durch undichte Türgummis hinten auf (macht Krach) und wirkt billig durch hartes Plastik am Armaturenbrett. Sein Gerattere und die tiefen Vibrationen im Leerlauf lassen ihn älter wirken, als er ist nach 2 1/2 Jahren und 20.000km.

Der Mitsubishi hatte (ebenfalls 20.000 km) noch keine ungeplanten Werkstattaufenthalte.
Der Nissan hatte bereits 3 ungeplante Werkstattbesuche. 2x haben wir erfolglos versucht, das Rattern auf Garantie abzustellen, was aber nur selten auftritt und natürlich nie, wenn der Wagen in der Werkstatt ist. 1x fiel vor kurzem ein Blinker hinten sporadisch aus: Wackelkontakt. Der Unfähigkeit unserer Nissanwerkstatt halber haben wir der kleinen Werkstatt im Wohnblock unten lieber 200 NT bezahlt dafür, als Nissan zu behelligen.


Und der Score:


Nissan March: (Wertung bezogen auf Taiwan)


Verarbeitung (3/6):
===

Sprit-Ökonomie/Umwelt (1/6):  
=

Fahrleistungen (4/6):
====

Straßenlage (3/6):
===


Mistubishi ASX: (Wertung bezogen auf Deutschland):

Verarbeitung (5/6):
=====

Sprit-Ökonomie/Umwelt (4/6):
====

Fahrleistungen (3/6):
===

Straßenlage (2/6):
==

In tempolimitierten Ländern hätte der ASX eine wesentlich bessere Wertung bei der Straßenlage. In England mit 70 Milen/112 km/h oder dergleichen habe ich vom Schwammigen jenseits der 150 natürlich nichts gemerkt...





Montag, Oktober 07, 2019

Ludigel hat Pflichtjahre für monatliche Rentenzahlung voll!

Ein kleines Update meines Rentenartikels. Meiner Meinung nach soweit das einzige halbwegs verständliche Kompendium zur Rente für Ausländer in Taiwan (will sagen für Leute, die in Taiwan normale Angestellte waren).

https://osttellerrand.blogspot.com/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html

Will sagen, wenn ich dereinst im Rentenalter bin, erhalte ich eine monatliche Rentenzahlung und nicht nur die geringe Einmalzahlung, weil ich die 15 vollen Jahre Einzahlung voll habe.

Freitag, Oktober 04, 2019

Der irre Chirurg...

WERBUNG in eigener Sache.

Ein Kooperationsband, von mir editiert und mit eigenen Geschichten. Die Leute kaufen am liebsten das, was vor Gewalt und Sex überquellt. Handlung wird eher nicht so gern genommen. In diesem Band sind düstere Geschichten. Weit jenseits dessen, was normal veranlagte Menschen lesen. Ich hatte auch nur wenige Alpträume nach dem Editieren bzw. Verfassen dieser Geschichten. Aber was soll's, warum soll ich immer anderen überlassen, mit perversem, abartigen Zeug Kasse zu machen. Wenn ich das auch schreiben kann.

"Der irre Chirurg: Böse Geschichten um Versklavung, Amputation und Bodymod".

https://www.amazon.de/gp/product/B07YMPG9VH/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i71
Man muss den Tatsachen ins Auge schauen. Wir leben in Zeiten, in denen ein mafiöser Immobilienhai US-Präsident ist, ein gewissenloser Clown die Queen belügen und Premierminister sein kann. In denen es eines kranken Teenagers bedarf, um vernünftige Dinge herauszubrüllen. Vielleicht passt in diesen Wahnsinn ja ein Buch wie dieses.

Donnerstag, September 19, 2019

Bücher umorganisiert

WERBUNG in eigener Sache.

Meine Romane habe ich umorganisiert. Bislang habe ich ja gleich zwei Pseudonyme verwandt. "Harry Eduard" für die von mir geschriebenen Romane mit meinen Wunschtiteln, also...

1. Die Kellerfrau
und
2. Engelstränen des Wahnsinns.

Verkauft hat sich das aber so nicht. Die inhaltsgleichen, aber reißerisch als...

1. Fundsache Sexsklavin
und
2. Sklavin Null

... vermarktetn Versionen unter dem Pseudonym Rodrigo Thalmann hingegen haben sich hervorragend verkauft und tun es noch. Zu einem erquicklichen Nebeneinkommen ist das geworden, das momentan wenigstens die hohen Kosten der Aufrecherhaltung des elterlichen Reihenhauses in Deutschand deckt ;-) Oder fast deckt.

https://www.amazon.de/Sklavin-Null-Harte-Rodrigo-Thalmann-ebook/dp/B07W8J3XVK/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=sklavin+null&qid=1568883280&s=digital-text&sr=1-1


Hier die Links, lest für Ludigels Bleibe! Mann, was allein der Strom in Deutschland kostet, wenn meine Mutter wieder mal den Halogenbrenner anlässt zum Kreuzworträtsel machen...

Fundsache Sexsklavin, Taschenbuch und E-Book

Und die lose Forsetzung...

Sklavin Null, Taschenbuch und E-Book

Verlinkt ist die "Harte Edition" vom zweiten, denn eine Leserin hatte sich bei mir über zu wenig Sex und Gewalt in der Origalausgabe beschwert.

Bitte nur lesen, wenn man geistig stabil und am besten schon in ärztlicher Behandlung ist. Den Beipackzettel am Ende der Bücher wegen der Nebenwirkungen beachten. Danke.