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Dienstag, Januar 29, 2019

Fehler beim Selbstpublizieren bei Amazon

Ich bin seit Ende September ein "publizierter Autor". Im vergleichsweise kleinen Rahmen, aber immerhin. Über Amazon-KDP, den Selbstverlags-Service von Amazon. Und mir sind viele Fehler aufgefallen, die andere machen...

... und die ich hier aber nicht alle verraten will, aber doch manche. Mein eigenes Selbstpublizieren hat mich Monate der Vorbereitung gekostet. Damit ist nicht das Schreiben gemeint, sondern das Marketing. Da will ich nicht alles, was ich in vielen, vielen Stunden gelernt habe, hier für Lau ins Internet pusten in diesem 0-Euro-Blog, dessen Leser eher ein 2-Euro-Stück unter einen wackelnden Tisch legen würden, als für Online-Journallie, in welcher Form auch immer, zu bezahlen.

Vorbemerkung: Ich selbst nenne mich Extremautor, mein Roman hat eine ordentliche Brise Sex und Gewalt. Der nächste Gunther Grass zu sein, ist sicher nett, wenn man dann im Monat 3 selbstverlegte Romane verkauft und denkt, man sei ein unerkanntes Genie. Aber etwas gewürzt wird's eben auch gelesen. Mein Roman ist dieser: Die Kellerfrau. Was auch immer Sie selbst verlegen (wollen), die unten stehende Liste ist vielleicht eine Hilfe, denn einige extreme Versäumnisse sind mir bei unzähligen (i.d.R. nicht viel verkaufenden) Kollegen aufgefallen. Stellen Sie sich als selbstverlegender Autor, wenn Sie meinen im Absatz noch Luft nach oben zu haben, folgende Fragen:

1) Machen Sie Marketing?

Viele schreiben nur und wundern sich, dass sie nichts verkaufen. Ich mache mehr Marketing als dass ich schreibe und nur so verkauft man mehr als den gelegentlichen Roman im Monat. Wie genau das Marketing aussehen muss, das gibt es viele Wege. "Lovelybooks" ist einer davon, Google ist ihr Freund. Äh.. ich mache wenig bis nichts da.

ii) Haben Sie E-Books?

Ich verkaufe nur 1-2% meines Verkaufsvolumens als Taschenbücher, alles andere sind E-Books im Amazon-eigenen Format, die man entweder mit einem KINDLE-Lesegerät von Amazon lesen kann oder mit einer Kindle-App, die es sowohl für Handy (iPhone, Android/Google) als auch für Windows-Computer (PC, Notebook) gibt. Ich persönlich lese per Smartphone (Android) oder Android-Tablett. Geht wunderbar.
Taschenbücher kauft also fast keiner bei Amazon.de. Jedenfalls nicht im Selbstverlagsgeschäft aka unbekannte Autoren.

iii) Würden Sie Ihr Zeug selber kaufen?

Mal ehrlich, würden Sie einen 35-Seiten-Ratgeber mit Allgemeinplätzen wie "was man sich vornimmt, muss man auch einhalten" oder einen autobiographischen Roman einer völlig unbekannten Person auf 535 Seiten für 14.99 kaufen?

Wenn die ehrliche Antwort Nein ist, müssen Sie Ihr Marketing verändern. Tolles Titelbild, E-Book, reißerische Beschreibung. Und lassen Sie doch die Episode, als Tante Berta ihren Konsalik aus dem Wohnzimmerschrank gestohlen hat, zu einem blutigen Massaker werden. Kleiner Scherz. Eigentlich ist es kein Scherz, sondern spiegelt wieder, was der Markt will. Ach ja, 3.99 fürs E-Book sind dann realistischer.

So und nun weiter im Verlagsprogrom...

Rente in Taiwan - Beitrag wieder Online

Vielleicht der sinnvollste Artikel im Blog. Für altgewordene Expats, die sich fragen, ob ihre paar Jahre in Taiwan auch rentenwirksam sind. 
Nach der längeren DSGVO - Abschaltung nun wieder online: Renten-Überblick-Taiwan.

Sukzessive schalte ich ältere Artikel frei und lasse dabei nur weg, was sehr persönlich ist und nicht in die Google-Ewigkeit eingehen muss. Neue Artikel wird es relativ wenig geben, denn meine Zeit fließt zukünftig eher ins Romane-Schreiben als ins brotlose Blog.

"Ludigels Roman" namens "Die Kellerfrau" ist hier beschrieben: Link ins Blog.

Freitag, Januar 11, 2019

Notizen zum Selbstverlag (als Romanautor)

Meine Amazon KDP-Erfahrungen in Stichworten

Früher musste man Hermine Hottenplotz-Schmidtmeier, Lektorin beim XY-Verlag (gegr. 1754 bei Morgennebel) davon überzeugen, dass man der nächste Topseller war. Auf einem Markt, bei dem auch die Lektoren so geknutet werden, dass sie eher 1000 als 100 Manuskripte vorliegen haben.

* Heute lädt man eine Worddatei bei Amazon-KDP hoch (Googeln danach kann jeder selbst) und hat dann schnell ein Ebook oder auch ein Print-On-Demand - Buch bei Amazon.de. Geht wirklich problemlos.

 Wer sich langweilt, kann auch ein Buch schreiben. Foto von Joshua Rawson, Unsplash.com.


* Buchpreisbindung? Die meisten glauben das hieße, das eigene Buch müsse überall zum selben Preis angeboten werden. Was genau das heißt, weiß kein Selbstverleger. Ich werde künftig Preisänderungen nur noch über Zusatzeditionen machen, um juristische Probleme zu vermeiden.

* Was ist erlaubt? Wohl fast alles. Sex und Gewalt verkauft sich. Mit der Tendenz, Dinge desto eher nur anzudeuten, desto extremer sie sind. Das meiste an Selbstverlegtem sind allerdings sinnlose Ratgeber und Große-Romancier-WanneBe - Romane, die sich so gut wie nicht verkaufen, Scifi und Fantasy eingeschlossen. Den tausendsten - Auserwählter Bauernjunge wird als wiedergeborener Drachenreiter/Zauberer/Herrscher entlarvt - will nicht unbedingt jemand lesen. Obwohl das Zeug manchmal nicht schlechter ist als der große US-Fantasy-Bestseller, den die Verlage auch nach Deutschland mit riesigen Auflagen durchdrücken. Manchmal auch besser. Aber so ist es eben auch mit den Sängern, manch einer ist so gut wie Caruso oder Elvis Pressluft, wird aber halt sein ganzes Leben lang nur mit der Sparkassencombo singen.

* Was verkauft sich? Sex und Gewalt sagt man. Nicht so übertreiben bei Inhaltsbeschreibung und Cover, sonst meldet sich Amazon mit Beanstandung.

* Wird man reich? Nein. Die meisten verkaufen fast nichts, viele für um die 100 Euro im Monat, manche mehr. Topleute angeblich 2000 monatlich oder so. Ich persönlich bin irgendwo dazwischen.

* Alternativen zu Amazon.de? Nach meiner Recherche verkauft man bei Amazon.de leidlich gut, sonst überall nix.

* E-Book oder Taschenbuch bei Amazon? Man nehme meine E-Book-Verkäufe, nehme 2% oder weniger davon und hat die Taschenbuchverkäufe. Kurz vor Weihnachten werden es mal 4 statt 1 Taschenbuch im Monat.

* Was habe ich nun geschrieben? https://osttellerrand.blogspot.com/2018/12/ludigels-roman.html

* Wo bleibt das (vor Jahren schon mal von einem veritablen Verlag angefragte) Ludigel Taiwanbuch?
Das Blog als Buch hätte wahrscheinlich 10 Leser im ersten Monat, 5 in zweiten und dann 1 Verkauf alle drei Monate. Zu viel Arbeit für nix. Da halte ich in der Zeit lieber ein Nickerchen.

So und nun auf, die Leser der Welt warten auf IHREN Roman! Mit oder ohne Seehund auf der Oberlippe Marke Günter Grass.

Montag, Dezember 10, 2018

Verbrechen, 1x neu, 1x alt

Ein altes und ein neues Verbrechen touchiert uns die Tage

Blogleser, die ich durch die jüngste Blogabschaltung noch nicht vergrault habe erinnern sich vielleicht: Meine Schwiegermutter hier war einst Telefon-Trickbetrügern aufgesessen, die sich möglicherweise sogar echter Polizisten bedient hatten. Jedenfalls waren damals sich als Polizisten ausgebende Personen bei der Schwiegermutter aufgetaucht, die "Kontrollgänge" machten und sicherstellen wollten, dass Schwiegermutter nichts über die vorangegangene Erpressung verlauten ließ, bei der sie aus Angst - ohne irgendetwas angestellt zu haben - 800.000 Taiwandollar, also damals etwa 20.000 Euro (heute wäre das mehr) einem jungen Mann überließ, unter dessen Aufsicht sie diese am Geldautomaten abhob. Als Schwiegermutter schließlich doch zur Polizei ging, hatte der bearbeitende Beamte die Anzeige in die Rundablage geworfen. Erst durch Nachfassen meiner Frau wurde der Fall bearbeitet. Ein dann auftauchender Bescheid, Schwiegermutter habe sich in einem Gefängnis zum Haftantritt (ohne vorhergehendes Verfahren und ohne irgendeinen Tatbestand oder Tatvorwurf!) zu melden, versetzte sie endgültig in Schrecken und lässt mich bis heute vermuten, Gangster, Polizei und sogar das die "Einladung" verschickende Gericht hätten da zusammengearbeitet. Ein Anruf erledigte die Hafteinladung, sie war ein Irrläufer und an eine andere Person adressiert. Nur warum tauchte sie ausgerechnet in dieser Zeit auf? Die Kriminalpolizei hatte jedenfalls die Betrügerbande ermittelt, wenn auch ohne Verstrickungen in Polizei und Gericht.

Beim Gerichtsverfahren war ich selbst anwesend und nur als nicht aufgerufener Zeuge dabei. Mir ist noch in Erinnerung, wie die Richterin den in einen weißen Seiden-Trainingsanzug gekleideten jungen Haupttäter zusammengefaltet hat und wie dieser am Ende des Prozesses (ich ein paar Meter dahinter) die Reihe geparkter Autos ausspähte, wohl um ein unverschlossenes für die Heimfahrt zu finden.

Weitere Entwicklung: Unser Anwalt verbrachte die nächsten Jahre damit, u.a. von den Eltern der meist um die 20 Jahre alten Täter das ergaunerte Geld zurückzufordern. Ein Väterchen kündigte sofort seinen Bürojob, um kein Pfändbares Gehalt zu haben und drohte mit Selbstmord, wenn wir weiter insistieren würden.

Nun hat Schwiegermutter nach vielen Jahren und Dank unseres Anwalts und eines gut kooperierenden Richters etwa 3/4 des Geldes zurück. Der Rest kommt nicht mehr, denn in einer Täterfamilie gab es wirklich einen Selbstmord und der Richter bat uns, diese Familie nicht mehr zu verfolgen. Frau und Schwiegermutter stimmten zu und so hat die Taiwansippe X ihren Beuteanteil behalten können, durch Reduzierung ihrer Mannstärke. Nicht unsere Schuld, wenn sie das "Geld oder Leben" so wörtlich nehmen.

Und in unserem Wohnblock ist ein Zettel in roter Schrift angebracht, der laut meiner Frau aussagt, dass in der Anlage eine Frau vergewaltigt worden ist und in Lebensgefahr schwebt. Wir halten seither unsere Haustür immer gut verschlossen. Sie hat außen nur eine Türklinke und man muss sie entweder bewusst von außen abschließen oder von innen per Drehknauf verriegeln, sonst kann sie jeder öffnen.

Der unbekannten Mitbewohnerin sei alles Gute gewünscht. Dem Täter die Selbstentleibung anempfohlen.


Edit: Zu viel Tod und Verbrechen im Taiwanblog durch dieses Posting. Aber die Realität ist manchmal auch grausam, auch wenn Taiwan ein eher sicheres Land ist. Mir bleibt das merkwürdige Gefühl, als hätte mein rein fiktiver Roman nun plötzlich in die Realität abgefärbt. Was natürlich Unsinn ist.

Dienstag, Dezember 04, 2018

Ludigels Roman

*** WERBUNG ***

Hier ist er nun. Geboren aus dem Blog. Als E-Book und Taschenbuch. Aber nicht für jedermann. Der Roman hat aber weder mit Taiwan noch mit irgendwelchen Bloginhalten zu tun.

*** Nach einschlägigen gesetzl. Werberichtlinien als WERBUNG deklariert, um Probleme mit Abmahnvereinen zu vermeiden. ***

Am Anfang stand das Blog. So meine ich mich zu erinnern. Ich hatte ja vor Urzeiten hier mal diese Glosse auf einen Zombiefilm im Blog geschrieben, die recht nett Taipei karikiert hat. Verlinken geht gerade nicht, weil der alte Artikel noch nicht wieder freigeschaltet ist. Ich hatte dann vor eine andere Glosse auf irgendwelche grassierenden Soft-SM-Romane zu schreiben, von denen sich ein Übermaß bei Amazon fand. Die man also entweder auf ein Kindle-Lesegerät laden konnte oder eben auf eine Kindle-App auf Notebook, PC oder Smartphone. Es gab alles, beginnend mit 20-Seiten Fakes mit Fesselsex und Röckchen hoch, über psychologisch angehauchte 380-Seiten - Epen mit Fesselsex und Röckchen hoch bis hin zu kurzen, superschlecht geschriebenen Gewaltdingern. Um es auf den Punkt zu bringen, diese SM-Welle führte in der Regel zu Texten wie dem Folgenden:

Larissa kniet sich vor Sir Fuckingsburough, Herr von Dickmoore Castle, auf den flauschigen Teppich. Sir Fuckingsburough erhebt sich und kündigt der vor ihm knienden Frau an: Du wirst jetzt eine richtig harte Tracht Prügel bekommen.

Oder die idiotischen Super-Gewaltdinger in der folgenden Art:

Larissa wird festgebunden! Ist gefesselt! Tom macht ihr Klemmen an die ****! Das tut weh!

Kopfschüttelnd fing ich an eine Satire auf dieses Zeug zu schreiben, was auch etwa 10 Seiten lang gut funktionierte. War wirklich witzig. Etwa Zitate auf alte Sandalenfilme einzubauen, Marke "ergroift ihn". Oder sie. Aber es wird dann doch schnell langweilig. Und so überdauerte das Manuskript Jahre und Jahre, bis schließlich "50 Shades of Grey" eine ganz und gar neue Welle auslöste. Da ich fand, dass ich zumindest besser als 90% der Amateurautoren schreiben konnte, die auf der Welle ritten, fing ich an die Satire weiterzuschreiben und zu einem ernsthaften Popoklatsch-Ding umzubauen. Auch aus kommerziellen Interesse, ich gebe es ja zu.

Doch auf Seite 20 wurde mir wieder so schrecklich langweilig. Mal im Ernst, wie oft kann man beschreiben, dass A die Dame B festbindet und ihr den Hintern verhaut? Langweilig! Also kamen mir hyper-gelangweilt so Gedanken.

- Was wäre, wenn der Protagonist wahnsinnig würde?
- Was wäre wenn es mit dem devoten Opfer viel mehr auf sich hätte?

Und da entstand eine sehr komplexe Geschichte in meinem Kopf. Und ich fing an, den Roman weiterzuschreiben. Aber von Seite zu Seite veränderte sich der Roman. Die Charaktere der Personen, und der Erzählstil. Am Ende war ich selbst einerseits geschockt, andererseits aber auch fasziniert von meinem Roman. Weil das langsame Wahnsinnig-werden des Protagonisten in der Ich-Form erzählt wird und kombiniert mit sexueller Perversion - zu der es irgendwann wird - ziemlich starker Tobak ist. Also eher nicht für Jugendliche unter 18 Jahren und definitiv nicht für jedermann. Wer es wegen der Sex- und Gewaltanteile nicht ganz durchliest, wird es für einfach irgendeinen Sadoporno halten. "Krank und gewalttätig" höre ich manchmal als Reaktion - irgendwo im Netz wird der Roman diskutiert - teils von Leuten, die nur die Gratis-Vorschau gelesen haben.

Wie ist der Roman verlegt? Bei Amazon im Selbstverlag.
Lohnt sich das? Nun, bei mir ist es ein erquickliches Nebeneinkommen geworden.
Soll man es downloaden/kaufen?  Wer so fragt, kriegt ein klares NEIN ;-) Ist eben nicht für jedermann. Aber Katzenromane gibt es ja eigentlich schon genug, da wollte ich nicht noch den x-ten schreiben.

https://www.amazon.de/Die-Kellerfrau-Dark-Sexual-Horror-ebook/dp/B07KK567X7/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1543897427&sr=8-1&keywords=harry+eduard
Veröffentlicht unter Pseudonym

P.S.: Dies ist die präsentable Version des Romans, wie eigentlich von mir erdacht. Marketingtechnisch bedingt gibt es noch andere.

Donnerstag, November 29, 2018

It's back

Das Blog ist zurück. Na ja, teilweise. Vielleicht erst Mal die Gründe für die Auszeit:

1. Wegen der EU-Datenschutzverordnung habe ich das Blog am 25.05. abgeschaltet, damit sich die Abmahnvereine erst Mal bei anderen Bloggern austoben können. In der Praxis hat der deutsche Abmahnwahnsinn hier bislang nur kommerzielle Blogs betroffen, wie es scheint.
Nachdem die Rechtspraxis jetzt klar ist (vorher waren auch Anwälte mit Prognosen dazu überfordert), geht das Blog jetzt wieder online mit der ellenlangen EU-Fetisch-Datenschutzerklärung. Lang wie ein Epos von Homer oder die Nase von Longjohn Silver.

2. Die Auszeit war so lang, weil ich mich - lustigerweise ohne Blog - tatsächlich mit einem Abmahnverein herumschlagen musste. Aus der Luft gegriffene Vorwürfe auch nicht an mich selbst, sondern ein Familienmitglied. Aber da muss man sich halt erst Mal länger mit beschäftigen, gerade wegen der astronomischen Forderungen von mehreren Tausend Euro, die völlig aus der Luft gegriffen gefordert werden. Das Taiwanblog sollte da keine zweite Front eröffnen und blieb folglich abgeschaltet.

3. Auf Instagramm (war es glaube ich) griff der Abmahnwahnsinn um sich: offenbar wurde alles und jedes als Verstoß gegen eine EU-Werberichtlinie abgemahnt. Von wegen nicht gekennzeichnete Werbung. Etwa: Jemand schreibt, wie toll der Trip nach Barcelona war und sie oder er kriegt dann eine Abmahnung wegen ungekennzeichneter Werbung. Denn schließlich könnte ihn ja theoretisch das Fremdenverkehrsamt von Barcelona für seinen Reisebericht bezahlen. Das kann irgendwann auch Blogs betreffen, entsprechend werde ich alle alten Artikel erst durchsehen und dann ggf. freischalten.

4. Ich habe einen Roman geschrieben. Mir fiel auf, dass meine Schreibenergie und Kreativität vom Blog aufgesogen wurde. Will sagen, eine Seite Blog bedeutete 10 fehlende Seiten im Roman. Da ich seit 2009 an dem Ding gearbeitet hatte, wurde es nun langsam Zeit, das abzuschließen. Mehr zum Roman, der sich gut im Selbstverlag auf Amazon.de verkauft, später einmal.

Wie wird es nun weiter gehen mit dem Blog? Zur Zeit sind ja alle Blogpostings bis auf dieses unsichtbar (Update: die alten kommen langsam zurück), will sagen als Entwurf nur für mich sichtbar. Und 100 alte habe ich sogar versehentlich gelöscht, statt sie auf Entwurf zu setzen (wovon ich allerdings ein altes Backup habe).

Ich denke es wird so werden:

a) Es gibt kein Endloswiderkäuen meines Lebens im hässlichen Taipei mitsamt seiner stinkenden Mopeds, leckeren Plastiknudeln und hübschen Hotpants-Mädels zwischen kläffenden Straßenhunden und dem x-ten Hundehaufen am Hacken mehr. Energie für Sätze wie diesen eben soll lieber in Romane fließen. Also nur noch wenige neue Posts in Zukunft. Aber ein Paar wird es noch geben.

b) Die alten Artikel werden nur teilweise wieder freigeschaltet. Nämlich dann, wenn der Infocharakter überwiegt. Meine Meinung zum Hundehaufen Nr. 1245387 muss ja nicht in die Google-Ewigkeit einfließen. Und die Bearbeitung, auch um Abmahnanwälte abzuwehren, dauert.

c) Vermutlich gibt es das alte Blog (fast) komplett und editiert irgendwann als Ebook von mir bei Amazon. Wann, steht in den Sternen. Denn so ein x-tes Taiwanbuch wird sich nicht so gut verkaufen, wie ein spektakulärer Roman von Ludigel mit Sex, Gewalt und Wahnsinn. Räusper.

So und jetzt weiter im Progrom.

P.S.: "Blockabschaltung" ist langsam eines der am häufigsten benutzten Tags meiner Posts ;-)

2. P.S.: Vermutlich wird die Datenschutzleiste rechts irgendwann ins alte Impressum eingearbeitet.

Dienstag, Mai 22, 2018

Krebs-"Epidemie" in der Firma (Update)

Hat der Krebs schon dreimal in meinem Großraumbüro zugeschlagen?

Kurz vor der vermutlich nur einstweiligen Blogabschaltung wegen neuen EU-Recht noch ein großes Thema. Ein beängstigendes genauer gesagt. In meinem Großraumbüro in der Firma geht im Umkreis von etwa 30 Meter Luftlinie offenbar eine schwerwiegende Krebserkrankung um. Darmkrebs genau gesagt. Bösartig wie er nur sein kann. Vor Jahren schon (2012 etwa) erkrankte eine Kollegin vom Vertrieb, eine End-20igerin. Der bösartige Krebs hatte im Darm begonnen und in der Leber Metastasen gebildet. Meine Frau und ich waren in den tapferen Kampf der Kollegin oft involviert. Etwa als wir sie sich kaum noch auf den Beinen haltend mit dem Auto in den Süden Taiwans gefahren haben, wo sie in einem Tempel religiöse Erbauung erfuhr und danach eine so deutliche Verbesserung ihres Gesundheitszustandes hatte, dass man schon von einer Wunderheilung sprechen konnte. So wurde es mir damals erzählt. Bei näherer Betrachtung war dann aber wohl doch Chemotherapie involviert, die der Kollegin wenigestens noch einige Jahre erkauft hatte.

Als es wieder schlimmer wurde, ging die Kollegin eine Spezialklinik nach Japan. Frau und ich waren in die Beschaffung experimenteller Medizin beteidigt, die man in Taiwan nicht hätte kaufen können und die der Arzt allein nicht bestellen konnte oder wollte. Leider war am Ende alles umsonst, die Kollegin verstarb. Es gab einen Abschied bei ihr am Krankenbett, kurz vor ihrem Tode. Nie werde ich die pseudolockere Athmosphäre vergessen, mit denen wir Kollegin das Feeling von so vielen Business-Meetings vorher krampfhaft aufrecht erhalten wollten. Niemand wollte weinen, wer weiß wo das geendet hätte.

Die Artikel zu dem damaligen Fall:

http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/12/wichtige-mission-in-den-suden.html

http://osttellerrand.blogspot.tw/2017/03/machs-gut-p.html

Nun gibt es leider einen zweiten Fall. Eine Kollegin vom Produktmanagement hatte ähnliche Symptome bei sich festgestellt und begab sich zum Arzt. Dort erhielt sie eine ähnliche Diagnose. Die Frau ist eine Enddreißigerin mit zwei kleinen Kindern und hat jetzt laut Arzt noch 1 bis 2 Jahre zu leben.

Leider geht es noch weiter. Die Symptome treten auch noch bei einer dritten Kollegin auf. U.a. ist okkulter Stuhl da ein Symptom. Die Kollegin hat auch noch einen Strauß von weiteren Symptomen so dass sie bösartigen Darmkrebs mit Metastasen befürchtet. Zum Arzt will sie nicht, wie sie im Gespräch mit meiner Frau kundtat. Sie hat zu viel Angst vor dem Todesurteil durch den Arzt.

Alle sitzen wie gesagt in unmittelbarer Nähe. Leben fast nur von Gemüse und Fisch wie hier üblich bei den Damen. Kein Alkohol, kein Rauchen. Nur Opfer Nr. 1 hat etwas geraucht auf den Business-Meetings mit den quarzenden japanischen Geschäftsfreunden.

Ich selbst hatte in Taiwan ja nur ein guartiges Wachstum, da will ich mich nicht beschweren. Aber man muss sich klar machen dass ein Langzeitaufenthalt in einem Land, in dem die Luft versmogt ist (jedenfalls hier in der Stadt) und das Essen von einem Chemieskandal nach dem anderen heimgesucht wird, üble Langzeitfolgen haben kann. Ich drücke der dritten Kollegin die Daumen.

Vielleicht letzter Artikel vor der Blogabschaltung. Ich wünschte, es wäre etwas nettes.

Update: Die Kollegin verstarb etwa 2 Wochen nach dem Erscheinen dieses Artikels. Entschieden zu jung, die beiden Opfer und so nah beieinander räumlich und zeitlich in der Erkrankung.

Montag, Mai 21, 2018

Erinnerung: Einstweilige Blogabschaltung am 24.05. 2018 (korrigiert)

"Der Tag an dem die EU das Taiwanblog abschoss" steht bevor. Hier noch mal die Erinnerung an die bevorstehende hoffentlich nur vorübergehende Schließung dieses Blogs wegen des für mich intransparenten EU-Rechts:

http://osttellerrand.blogspot.tw/2018/05/vorlaufige-blogabschaltung-wegen-eu.html

Dienstag, Mai 08, 2018

EPostscan der Deutschen Post vs. Digitalkasten: HÄNDE WEG vom EPOSTSCAN

Zwei Scanservice der Schneckenpost. Von mir getestet

Für Leute wie mich, die die meiste Zeit vom Jahr nicht "daheim" sind, wäre es schön, wenn es einen Dienst gäbe, der die Post einscannt und mir per Email schickt. Soweit funktioniert das bei mir einwandfrei, aber leider nur für Faxe. Wer mir unter meiner privaten Faxnummer ein Fax schickt (die Nummer gebe ich nicht öffentlich heraus), der schickt sie eigentlich an den Dienst simple-fax.de, der mir wiederum das Fax als Email schickt. Klappt super und die eigene Faxnummer kostet mich nur eine einmalige Aufladung für 25 Euro. Offenbar auf unbegrenzte Zeit. Der Dienst kann auch konventionelle Briefe an deutsche Adressen und Faxe verschicken. Was ich als vom Rechner aus in Taiwan machen kann.
Auch das Einscannen der konventionellen Briefpost, die mich also an meine konventionelle Adresse

Ludigel Wasauchimmer
Triste Sackgasse 13
4711 Kleinkleckersdorf-Kötenbrunn

erreicht, funktioniert durch aus. Allerdings nicht über simple-fax.de sondern andere Unternehmen. Eines davon ist digitalkasten.de, ein anderes die Deutsche Post selbst, die auch den sogenannten EPOSTSCAN-Service anbietet. Ich habe beide ausprobiert und mittlerweile wieder gekündigt.  Hier meine Erfahrungen:

DIGITALKASTEN.de:

Der Anfang war holprig, sicher auch weil ich den Support von Digitalkasten dazu überredet hatte nicht eine einfache Personenadresse mit der Form "Vorname Nachname Straße HSN PLZ Ort" zu akzeptieren, sondern zusätzlich auch noch Sendungen an ein zweites und drittes Familienmitglied und an "Familie", "Eheleute" etc. Ich hatte einfach als Vorname einen ensprechend unhandlichen String im Anmeldeformular angegeben. Trotzdem ließ sich der nette Support darauf ein und am Ende funktionierte nach einer ca. 2-wöchigen Anfangsphase alles einwandfrei.



- Briefe erreichten mich in der Regel nach wenigen Tagen digital, ich konnte sie auf der Webseite lesen, lokal als PDF abspeichern und mir aussuchen, ob ich die Papieroriginale danach vernichtet haben wollte, oder ob sie zu einem von mir gewünschten Zeitpunkt per Pakestpost an meine deutsche Adresse kamen.

- Briefe mit heftartigen Beilagen oder eben Heftsendungen erreichten mit ebenso, allerdings wurde nur Vorderseite und Rückseite gescannt (gut!) und es lag ein Empfehlungssschildchen dabei, sich die Sendung per Paketpost zustellen zu lassen.

-Magazine wie der STERN kamen nach wie vor direkt an die deutsche Adresse an (gut!).

-Pakete kamen nach wie vor direkt an die deutsche Adresse an (gut!), es sei denn wenige briefartige kleine Warensendungen, die manchmal auch in der Digitalisierung landeten und die ich mir dann per Paket zuschicken ließ.

-Wahlkarten oder ähnliches kamen trotz meiner anfänglichen Sorge immer noch direkt an, weil sie einfach von der Stadt direkt in den Briefkasten geworfen worden waren (gut!)

 -Briefe, die über den lokalen hannoverschen Privatpostdienst CITIPOST kamen, kommen nach wie vor direkt an. Werden also nicht eingescannt. Das ist schlecht, lässt sich aber wohl nicht ändern, weil CITIPOST eben mit dem Nachsendeauftrag der deutschen Post -über den Digitalkasten lief-  nichts zu tun hat.

Sogen machten mir Sendungen wie Kreditkarten oder die Krankenkassenkarte etc. Das beträfe evtl. auch Strafmandate o.ä,. Diese haben nämlich manchmal den Aufdruck "NICHT NACHSENDEN" und dann gehen sie zurück an den Absender. Denn der Digitalscan von Digitalkasten.de funktionierte damals ausschließlich über einen Nachsendeauftrag, ganz so als sei man nur 2 Wochen in ein dänisches Ferienhaus verschwunden. Nur dass die Post nicht an den "Houdeflouden Wej 12" in "Söndervig" (mit durchgestrichenem o) sondern eben an die berliner Adresse von Digitalkasten.de geht.

In der Praxis gibt es solche Sendungen jedoch nur ganz selten und auch die AOK-Krankenkassenkarte meiner Mutter kam ohne einen solchen Zusatz problemlos an. Trotzdem war die theoretische Möglichkeit wichtige Sendungen zu verpassen schließlich der vielleicht vorschnelle Grund für meine Kündigung.

Toll bei Digitalkasten.de: Über die Webseite ist man immer voll im Bilde was neu angekommen ist, was man sich in der Vergangenheit geschickt hat, man hat fast sofortigen Draht zum extrem guten Support der Probleme wirklich lösen kann und sieht auch den Status des ganzen Accounts samt KÜNDIGEN-Button, der allerdings zum Senden einer (sofort bearbeiteten) Kündigungsemail auffordert.

Kosten: Um die 20 Euro im Monat, habe die genaue Summer vergessen. 19.95 waren es glaube ich.

Endnote also von mir ganz persönlich ein GUT. Wirklicher Kritikpunkt also nur die Sache mit dem "NICHT NACHSENDEN". Mittlerweile bietet Digitalkasten.de offenbar alternativ bzw. zusätzlich eine Postfachadresse an, bei der man dann keinen Nachsendeauftrag mehr braucht. Nur ist das dann eben eine andere Adresse als die normale Heimatadresse.

EPOSTSCAN der Deutschen Post:

Erstmal braucht man unter epost.de eine Epostadresse wie ludigel.wasauchimmer@epost.de, die man schnell beantragt hat. Den Aufwand mit Postident (also Vorzeigen des Persos auf dem Postamt) oder der alternativen Identifikation über die Webcam gegenüber einer netten Dame über die Epost-App auf dem Smartphone (die ich von Taiwan aus gemacht habe) ist optional und wird nur benötigt, wenn man auch in der Lage sein will, mit seiner deutschen Meldeadresse als Absender Papier-Briefe oder Faxe über die epost-Webseite zu verschicken. Braucht man eigentlich nicht, es gibt ja auch simple-fax.de wie oben angegeben.
Der Epostscan-Dienst muss nach Click auf das entsprechende Werbebanner auf der Epostseite getrennt beantragt werden.  Man bekommt zunächst einen Freischaltcode an die deutsche Meldeadresse, den man auf der Webseite später eingeben muss. Schon ist der Epostscan fertig und zukünftig soll man seine Post auf der persönlichen Epost.de-Seite (also eingeloggt als ludigel.wasauchimmer@epost.de) als Epost-Email sehen können. Hier kann man auch Emails verschicken, allerdings nur an Epost-Adressen und der Scherz kostet 70 Cent pro Brief.

Beim Epostscan habe ich mich streng an das Vorname-Nachname-Adresse - Prinzip bei der Anmeldung gehalten und für meine Mutter (deren Post ich bearbeite) und mich zwei Accounts aufgemacht. Jeder kostete 24.99 oder 24.95 im Monat - vergessen was von beiden.

Mit Nachsendeauftrag hat das ganze offiziell nichts zu tun. Obwohl ich gelesen habe, dass angeblich ein lokaler Briefsortierer am Heimatpostamt den Brief zum Scannen an eine zentrale Stelle umleitet. Also im Prinzip doch ein Nachsendeauftrag. Allerdings müssten hier auch NICHT-NACHSENDEN-Briefe zugestellt werden, denn es handelt sich ja nicht wirklich um einen Nachsendeauftrag (soweit meine Mutmaßung dazu).

Soweit so gut. Allerdings funktionierte das in der Praxis nicht. Während ich bei Digitalkasten pro Woche mehrere Sendungen pro Woche gescannt bekam (Werbung und normale Briefe), kam über den Epostsscan im Monat ein Brief auf der Webseite an, der manchmal ein Werbebrief und manchmal ein normaler war. Wir bekommen wöchentlich etwa 10 bis 15 Briefe und nur drei bis fünf sind über CITIPOST zugestellt. Auch eine von mir über simple-fax.de geschickte Testsendung an die Heimatadresse kam einfach zuhause direkt an und ging nicht über den Epostscan. Post aus fremden Städten und die Deutsche Post fand sich direkt im Briefkasten wie mir meine Mutter berichtete.

Einen wirklich Supportzugang gibt es nicht beim Epostscan der Deutschen Post. Man kann auf die Rechnungen, die man per Epost-EMail bekommt antworten und zahlt dafür 70 Cent. Dann erhält man das Versprechen, dass es in Zukunft besser klappen soll. Will man nicht für den Support zahlen, bleibt einem nur ein mühsam per Google gefundenes allgemeines Kontaktformular der Deutschen Post für den Support, das einen nichtdeterministisch mal auffordert, die telefonische Supportnummer der Deutschen Post zu wählen und mal eine Textbox präsentiert, in die man seine Sorgen sinnlos eintippen kann.

Gekündigt habe ich nach ein paar im Wesentlichen epostlosen Monaten den Epostscan der Deutschen Post über die besagte Supportnummer. Für den Account meiner Mutter ging das direkt mit der Telefonistin am Hörrohr, während ich bei meiner eigenen Adresse und einem zweiten Anruf aufgefordert wurde, einfach eine Email an e-post@deutschepost.de zu schicken. Beide Kündigungen wurden binnen weniger Tage bearbeitet und es wurde etwa zwei Wochen Kündigungsfrist gekündigt. Ich bin froh, den teuren und für mich nicht funktionierenden Epostscan los zu sein.

Für mich ganz persönlich gebe ich die Schulnote 6. Sechs wie Schlecht oder "(fast) nichts funktioniert". Andere Leute mögen andere Erfahrungen machen. Googeln Sie doch einfach mal.

Wie funktioniert meine Post-Digitalisierung heute? Meine Mutter hat ein schickes neues Faxgerät für 70 Euro von Philipps bekommen und schickt mir alles per Fax an meine simple-fax.de-Adresse. Lieber öfter mal ein neues Fax kaufen, damit der Papiereinzug auf für meine im Seniorenalter befindliche Mutter störungsfrei funktioniert, als sich dem Epostscan der Deutschen Post ausliefern. Wieder einmal gilt dieses Statement nicht zuletzt aus juristischen Gründen nur für mich selbst, denn Ihre eigenen Erfahrungen müssen Sie schon selber machen.

UPDATE: Beim Heimaturlaub fand ich viele Briefe mit dem Vermerk, dass "kein aktiver Epostscan-Auftrag vorliegt" und die direkt zugestellt worden ohne Scan. Dabei lag ein aktiver Auftrag vor! Der Dienst war bei mir reine Geldverschwendung und funkionierte nicht.