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Sonntag, Februar 12, 2017

Rückkehr in den November?

Zurück nach Taiwan?

Große Konfusion im Hause Ludigel. Meine Frau hat ihren Traum, Restaurantchefin in Manila auf den Philippinen zu sein einstweilen aufgegeben und ist mit Junior (5) zurück nach Taipei gegangen und wird dem Ruf unseres letzten Arbeitgebers dort folgen, wieder im alten Cubical die Linux-Programmierung zu übernehmen. Das Restaurant ist an die Manilafamilie deligiert. Entweder die Firma oder auch meine Frau oder beide setzen mir immer wieder neue Fristen, bis wann ich meinen Ex-Expat-Hintern wieder in meinen Cubical schieben soll. Angeblich funkt noch die Personalabteilung dazwischen, die immer wieder neue Regeln aufstellt, wie mit vom System unfassbaren Leuten wie mir zu verfahren ist. Also halb oder dreiviertel rückgewanderten Expats mit Elternteil daheim im exotischen Europa, das Hilfe benötigt.
So hängt der Haussegen derzeit wiedermal sehr schief. Gerne würde ich dem Ruf von Frau und Firma folgen und wieder nach Taipei reisen, jedoch stellt sich das Problem, dass meine 86jährige Mutter schwerlich mit dem Haus zurecht kommt, in dem sie (wir) seit dem Tod meines Vaters im Dezember leben. Ein Umsiedeln meiner alten Mutter in das schwül-versmogte Taipei möchte ich nicht mal annähernd in Erwägung ziehen, auch nicht, weil sie nicht den "Treppentest" besteht. Der "Treppentest" für Flugreisen sieht so aus, dass man nur dann eine Flugreise machen soll, wenn man ohne Atemnot eine Treppe hoch gehen kann. Und das kann meine Mutter nicht besonders gut. Lieber mit dem Treppenlift. Man wird halt nich jünger.

Was würden Sie tun, lieber Leser? Zurück zu Taiwanjob, Junior und Frau und Mutter allein zurecht komme lassen? Oder lieber versuchen eine neue Existenz in Deutschland aufzubauen - auch wegen meiner letzten gesundheitlichen Probleme in Taiwan interessant?

Gerne würde ich hin und her beamen. Aber Physiker arbeiten ja alle als Softwareentwickler und erfinden nie etwas vernünftiges.

Freitag, Februar 10, 2017

Don Ludigel (ohne Esel und Lanze) und die Krankenkasse (Update)

Superschlau sind die Beratungsseiten-Autoren im Internet. Man ist aus vorher gesetzlich versicherter Auslandsrückkehrer sofort wieder in der gesetzlichen Krankenkasse. Wie es in der Praxis geht, sieht man unten (ich war im Feb. 2004 zu letzt gesetzl. krankenversicherter Angestellter in Deutschland).

1. Versuch: 08.02.: Da die Tage meine offizielle Beschäftigung in Taiwan abläuft, habe ich schon mal bei der AOK vorbei geschaut um mich anzumelden. Da bin ich allerdings in meiner Zeit in Deutschland zu Gunsten einer nicht mehr existierenden offenen BKK ausgetreten. Die freundliche Dame am Schalter der AOK Hannover am Bahnhofsplatz erklärt mir aber, ich könne so nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung. "Es sieht schlecht aus mit der gesetzlichen Krankenkasse für Sie." Ich müsse mich privat versichern. Sie wies auch auf die Krankeversicherungspflicht hin. Nun, ich denke, das würde 1000 Euro im Monat kosten mit meinen 50 jugendhaften Lenzen, die ich auf die Zeitwaage bringe. Und ich will natürlich auch in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Die Dame sagte noch, wenn ich mich arbeitslos melde, käme ich aber rein in die gesetzliche Krankenversicherung.


2. Versuch: 10.02 bei der Arbeitsagentur in meinem Heimatort. Die sehr nette Dame sagte mir, ich würde als Auslandsrückkehrer keine Leistungen der Arbeitsagentur bekommen. Das wusste ich soweit, denn wenn man 2 Jahre nicht in die deutsche Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, bekommt man kein Arbeitslosengeld I. Sie schlug mir Arbeitslosengeld II vor, aber wir waren uns beide einig, dass das wegen Privatvermögen aussichtslos ist. Was ich nicht wusste: Im Gegensatz zu den Infos auf den einschlägigen Auslandsrückkehrer-Beratungsseiten im Internet zahlt die Arbeitsagentur auch KEINE KRANKENKASSEN-BEITRÄGE für mich. Wieder der Hinweis auf private Versicherung (brrrrrr). Die Dame erklärte, sie sei natürlich keine Krankenkassenexpertin aber sie würde denken, ich könne mich freiwillig krankenversichern. Das stünde allerdings im Widerspruch zu meiner Kenntnis der Rechtslage, dass ich als vorher in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) befindlich eine Krankenversicherungspflicht habe. Kann man gleichzeitg eine Pflicht zur Versicherung haben und sich dann FREIWILLIG versichern? Ist eigentlich ein Widerspruch. So weit ich weiß kommt die freiwillige Versicherung nur für Freiberufler etc. in Frage. Oder gibt es so etwas: sich unfreiwillig (weil pflichtgemäß) freiwllig versichern zu müssen? Das wäre ein herrlicher Schildbürgerstreich, den sich der deutsche Gesetzgeber da erlaubt hat. Schmunzelnd vor Vergnügen mache ich mich jetzt gleich zur AOK Hannover auf und habe schon im Kopf, dass eine nette ehemalige Mitspielerin meiner alten Fantasy-Rollenspielgruppe mittlerweile ihr Jurastudium fertig hat und über eine eigene Anwaltspraxis auch für Sozialrecht verfügt.
Kampfwürfel wieder raus, diesmal heißt das Monster GKV und schlägt vielleicht sogar einen geflügelten Basiliken an Fürchterlichkeit.

Eigentlich gibt es die Regel, dass einen die letzte gesetzliche Krankenversicherung wieder nehmen muss bzw. deren Rechtsnachfolger. Aber das gilt nur bis zu 5 Jahre, sagte die Dame bei der Arbeitsagentur. Da bin ich auch drüber über die Frist. Noch schwieriger würde es -allerdings laut Internet- mit 55 Jahren Alter - da gibt es wieder irgendeine Grenze, dass einen die GKV da nicht  mehr nehmen muss. Fallstricke hat der Gesetzgeber da viele für usn Auslandsrückkehrer. Ein weiterer wenig bekannter Fallstrick ist, dass man, wenn man mit Vorerkrankung zurück in die GKV wollte, die Krankenkasse die Behandlung der Vorerkrankung verweigern kann. Weil das als "Missbrauch der GKV" gilt, weil man quasi nur zum Behandlungszweck in die deutsche GKV zurück wollte. Eine Krankheit liegt bei mir aber erfreulicherweise nicht vor.

Oder ich melde gleich, dass ich erfolgreich freiwillig pflichtversichert bin. Bis zum Update.

Ach, wie einfach war es da in Taiwan mit der National Health Insurance.

 3. Versuch 10.02. bei AOK Zentrale in Hannover. Wieder bin ich sehr freundlich über die Krankenversicherungspflicht belehrt worden, aber gleichzeitig wieder abgelehnt worden. Freundlich, aber bestimmt. Es ist wohl so wie bei Homer Simpson, wenn der ein riesiges Wohnmobil kaufen will. Auf dem Bildschirm geht die rote Warnlampe und Sirene an, so wie man "Auslandsrückkehrer" sagt. Die denken bestimmt, man hat Krätze, Lepra, Krebs und 100 Viren in sich. Dabei hat mich der Leprakranke in dem düsteren Fussgängerüberweg in Hyderabad nur einmal am Arm angefasst, ich schwöre es. Trotzdem war das Gespräch mit dem grünen Krankenversicherungswesen (gemeint ist die AOK mit Farbe Grün, nicht die nette Dame dort) sehr informativ, denn die Dame meinte, es gebe KEINE 5-Jahresregel, nach der ich als Auslandsrückkehrer abgelehnt werden könnte selbst von meiner letzten Krankenkasse. Und die letzte Krankenkasse bei mir war offenbar doch nicht die AOK wie ich dachte sondern die Sancura BKK aus Darmstadt und ergo muss ich mich an deren Rechtsnachfolgerin wenden. Das ist die DAK; die die Sancura über mehrere Zwischenschritte verschluckt hat. Und die darf sich wohl auf meine Mitgliedschaft freuen, sofern ich nicht doch zwischenzeitlich genervt wieder nach Taiwan abhaue. Aber Vorsicht, wenn ich einmal 55 bin, geht es wohl gar nicht mehr zurück in GKV Deutschlands, weil mich dann angeblich - laut Internetseiten - selbst meine letzte gesetzliche Kasse ablehnen kann.

Meine Mutter meinte scherzhaft, ich könne ja Asyl beantragen, um in die GKV zu kommen. Auch keine schlechte Idee. Alternativ muss ich mich vielleicht attraktiver machen. Etwa mit Schweißband joggend in die Geschäftsstelle der KV laufen, während des Gesprächs auf den Herzschrittzähler (nicht -macher) am Handgelenk gucken und laut ausrufen: "schon wieder Bestwerte: Wow!) und dann die Dame bitten etwas schneller zu machen, "weil mein Tennispartner schon wartet". Dann noch unschuldig fragen, ob sie die Webseitenadresse kennt um sich zum olympischen Zehnkampf anzumelden. Dann klappt es auch mit der AOK. Die ja angeblich jeden nimmt.

Komischer Effekt: Immer wieder über die deutsche Krankenverischerungspflicht belehrt zu werden, gleichzeitig aber die Ablehnung zu bekommen. "Es herrscht Trinkpflicht", sagte der Beduine zum Verdurstenden in der Wüste. Und stieg aufs Kamel und ritt fort.

Und langsam brauche ich die Ablehnungen mal schriftlich, diese mündlichen sind bequem für die AOK, aber wenig hilfreich für mich.

Also auf zur DAK. Hat die nicht Schwerter und Schild als Kassensymbol, jedenfalls früher mal? Da kommt man bestimmt nicht so einfach rein....

4. Versuch DAK: Die DAK scheint mich zu nehmen, sie müssen wohl, weil eben Rechtsnachfolger meiner letzten gesetzlichen KV in Deutschland.
Interessant: Es gibt wirklich eine Altersgrenze von 55 Jahren. Wer davor nicht in der gesetzlichen KV in Deutschland ist und dann zurück will, kommt nicht mehr zurück! Jedenfalls nicht wenn die Lücke hinreichend groß ist wie bei mir. Auslandsrückkehrer sollten sich also bis spätestens zum 54. Lebensjahr deutlich vor dem 55. Geburtstag wieder in Deutschland bei einer gesetzlichen KV anmelden (bei ihrer letzten bzw, dem Rechtsnachfolger), damit sie im GKV-System bleiben. Der nette Herr von der DAK hat sogar das Vorgehen abgenickt, sich in Deutschland wieder anzumelden und dann zu versichern, selbst wenn man dann weiter im Ausland arbeitet.
Wer mit 55 ohne entsprechende Vorversicherungszeit zurück kommt, dem bleibt nur die private KV.


Zusammenfassung
 
Folgende Firsten haben Auswanderer oder Rückkehrer zu beachten:

2 Jahre: Wer zwei Jahre keine Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, erhält bei Rückkehr keine finanziellen Leistungen vom Arbeitsamt. Weder Arbeitslosengeld noch Krankenversicherungsbeitrag. Und irgendwie "automatisch gesetzlich krankenversichert" ist man sowieso nicht (liest man immer wieder auf Ratgeberseiten).

55 Lebensjahre: Wer 55 ist und vorher in gesetzlich krankenversichert war (evtl. darf kurze Ausfallzeit sein?) kommt nicht wieder in die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland zurück.

Und goldene Regel: Die einzige GKV die einen arbeitslosen Auslandsrückkehrer aufnimmt ist die letzte GKV oder der Rechtsnachfolger.



Samstag, Februar 04, 2017

Und was geschah dann?

Fragt sich vielleicht der ein oder andere Leser. Kurz gesagt, das Chaos, das mit nicht funktionierender Autobatterie und kurz vor Abflug erkranktem Junior angefangen hatte, setzte sich weiter fort. Am Abflugtag nach Manila, wo meine Frau ein Geschäft aufmachen wollte, ging plötzlich die Tür zum Zimmer meiner Frau nicht mehr auf. Sie stand mit Koffern drin und kam nicht raus aus ihrem altem Jugendzimmer bei ihrer Mutter. Fast hätten wir den Flieger verpasst, der Schlosser musste kommen.

In Manila angekommen fand ich heraus, dass wir alle - also der Manila-Familienzweig und Junior, Frau und ich - in einem einzigen Zimmer schlafen mussten. Und dass ihre Familie dort als fleißige Geschäftsleute einen 3h-Schlafrythmus hatten, bei dem dann die Schwester meine Frau plötzlich mitten in den Nacht neben meinem Bett mit dem Bürostuhl herum ruckelte über die lauten Fliesen. So richtig kamen wir nicht miteinander klar und als ich schon Ausreden überlegte, weswegen ich fluchs ins Hotel oder nach Deutschland reisen müsste, da klingelte das Telefon. Mein Vater war - wie es schien nicht allzu schlimm - erkrankt. Prompt buchte ich den Rückflug nach Deutschland.

In Deutschland angekommen hatte mein Vater erfolgreich eine Operation hinter sich gebracht und sollte bald wieder entlassen werden. Äußerst widerwillig trat ich nach 11 Tagen den Rückflug an. Doch kaum wollte ich nach Manila zurück, da wurde ich von der Gattin nach Taipei umgeleitet. Grund war ein Arztbesuch in Taipei - siehe da, die Ärzte in Manila sollen entweder schlecht und kostenlos oder teuer und gut sein. Aber Taipei liegt ja gesetzlich krankenversichert in der Nähe. Also schlief ich wieder ein paar Tage auf dem harten Boden bei Schwiegermutter, als erneut das Telefon klingelte. Um 7 Uhr morgens Taiwanzeit, also Mitternacht deutscher Zeit. Das klang gar nicht gut und da ich schon eine Nacht voller Alpträume hinter mir hatte, schwante mir übles. Es kam wie ich es mir gedacht hatte, mein Vater war nach einem heftigen Rückfall verstorben. Diesmal reisten wir alle drei nach Deutschland. Frau und Junior wollten drei Wochen bleiben, ich jedoch länger. Auch weil ich mich um meine Mutter und das Haus und die Nachlassangelegenheiten kümmern musste.

Frau und Junior reisten wieder nach Manila, wo sie das neue Geschäft mit ihrer dortigen Familie betreibt. Ich bin immer noch in Deutschland und frage mich, wie wir drei nun wieder eine Familie werden können. Ein bisschen kleben wir alle fest wo wir sind. Ich in Deutschland und Frau in Manila auf den Philippinen. Die Rückkehr nach Taipei stand auch kurz auf dem Programm, weil die Firma wieder nach uns rief. Es fiel mir sehr schwer das abzulehnen, lockten doch gutes Gehalt und die Wiedervereinigung der Familie Ludigel. Aber eben auch die Neuanschaffung aller gerade weggeworfenen, verkauften und verschenkten Dinge und die Rückkehr in eine finanziell problematisch konstituierte Firma. Und hier in Deutschland hätte ich dann alles auflösen müssen, weil meine nicht gerade mehr in den Jugendjahren befindliche Mutter allein mit dem Haus nicht zurecht kommt.

Wie geht es also weiter? Na, da würde ich auch gerne im Blog vor-scrollen ;-)
 

Donnerstag, November 10, 2016

Ciao Bella

Die Insel Formosa, "die Schöne" wie es auf Portugiesisch hieß, verlasse ich nun. Symbolisch wirkt eine aus Versehen entstandene Szene im Büro:


 Keine bewusste Herabwürdigung der Republik China, sondern ich hatte nur den Taiwan-Aufkleber vom Zweit-Smartphone genommen, mit dem bislang immer mal Junior seine Games gespielt hat. Und die deutsche Simkarte eingesetzt. Und da hätte der "Taiwan"-Aufkleber (der die Flagge der Republik China zeigt) doch nur verwirrt. Denn im anderen Telefon ist ja die taiwanische Simkarte drin. Und das alte Motorola-Klapptelefon kriegt wahrscheinlich demnächst eine PrePaid - Karte aus dem nächsten Gastland.

Trotzdem irgendwie traurig symbolisch das Bild.


P.S.: Für Deutsche im Ausland kann ich den Blau.de - Provider empfehlen. Die Prepaid-Karte kann Datenpakete zubuchen und man muss nur ale 12 Monate (statt sonst 6 wie marktüblich) mind. 10 Euro drauf buchen, damit die Karte weiter aktiv bleibt. Es gibt KEIN Mindestvolumen bei den Gesprächen, von daher bleibt die Karte erhalten, auch wenn man mal länger nicht in Deutschland ist.
 

Mittwoch, November 09, 2016

Bin fast raus...

...Wenn diesmal nix schiefgeht jedenfalls.

 Tänzerin auf der Neujahrsfeier der Firma während eines ökonomischen Krisenjahres. Autsch.

Dann bleibt mir nur ein herzliches Dankeschön an die wunderbaren Jahre auf dieser herrlichen Insel.

Donnerstag, November 03, 2016

Wegen Weggang: Rentenversicherung in Taiwan abklären

Wenn man ein Land verlässt in dem man lokal-sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ist auch interessant, ob und wie man später mal einen Rentenanspruch realisieren kann. Sonst sind die Jahre in der Fremde eben eine große Rentenlücke eines fernen Tages. Das betrifft natürlich nur Ausländer, die bei einem taiwanischen Unternehmen als normale Angestellte beschäftigt waren. Es betrifft nicht Ausländer, die ihren taiwanischen "Arbeitgebern" Rechnungen als Berater mit Briefkopf aus Deutschland gestellt haben (nicht unüblich, weil taiwanisches Steuerrecht keine freien Mitarbeiter kennt) oder die eben bei einem deutschen Heimatunternehmen arbeiten*.

 Kicher, jetzt wollen die Laowai auch noch Rente!


Für uns wenige sozialversichungspflichtige normale Angestellte kommt dereinst das böse Erwachen, wenn wir den Rentenanspruch mit dem in der Heimat vergleichen. Wenn man nämlich in Taiwan weniger als 16 Jahre eingezahlt hat, erhält man nur eine Mini-Einmalzahlung.

Hier das aktuelle Update zur Rentenlage in Taiwan:  http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html

* Hier habe ich gelesen, dass deutsche Expats in den Arbeitsländern eigentlich auch in aller Regel sozialversicherungspflichtig sind, wenn KEIN Sozialversicherungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Arbeitsland besteht. In Taiwan gibt es keinen solchen Vertrag. Eigentlich müsste also Manager Thomas Großfuß, der Daimler Taiwan marketingmäßig leitet, auch hier in Taiwan Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Das wird aber meist vom Endsendeunternehmen ignoriert, das lieber eine private Absicherung anbietet oder den Arbeitnehmer offiziell mit Dienstort Deutschland führt. Hat der deutsche Arbeitgeber in Taiwan keine Rentenbeiträge abgeführt, kann man sicher auch keine Rente hier beziehen. 

Mittwoch, November 02, 2016

Manila: Australier wird fast Opfer des "War on Drugs"

Bislang hielt man sich als Ausländer abseits des Drogensumpfes auf den Philippinen für nicht mit dem Drogenkrieg involviert. Und Metro Manila und das "sichere" Viertel Makati galten als Sicherheitszonen für unsereinen

Wieder und wieder verschieben wir unsere Übersiedlung nach Manila, wo meine Frau das dortige Familienunternehmen vergrößern will und wo ich meinen Aufenthalt nur als temporär ansehe. Zwar tobt ein vom neu gewählten Präsidenten verordneter Drogenkrieg im Land, bei dem Todesschwandronen auf offener Straße Verdächtige niederschießen, aber man fühlt sich als Unbescholtener doch über solchen Dingen stehend. Wie schnell das anders gehen kann, kann man man am Fall des Damien Berg sehen. Der Australier hat in Makati gearbeitet (für ein großes Unternehmen) und seine Freundin erwartete ein Kind. Plötzlich kreuzt die Polizei auf, die offenbar einen anderen Ausländer schon am Wickel hatte und nimmt ihn wegen Drogenhandels fest. Der unbescholtene Mann dachte, er sei mitten in einem Raubüberfall. Die Polizei behauptete, er habe auf der Straße Drogen verkauft. Tatsächlich wurde er jedoch in einem Hotel festgenommen, in dem er gearbeitet hat. Das ließ sich durch das Hotelvideo belegen.

Gut, dass er seine Unschuld beweisen konnte. Gut, dass er mittlerweile das Land verlassen hat, bevor er noch auf irgendeiner Drogen-Verdächtigenliste stehend außergerichtlich erschossen wird.

Ich gebe offen zu, der Fall Berg könnte für mich der "Turnaround" sein, wegen dem ich beschließe, in Manila übernächsten Freitag nur meine dort schon hin geschickten Sachen zu packen und mit dem nächsten Flieger wieder nach Deutschland zu fliegen. Ich google gerade noch und grübele drüber. "Googelgrübeln" müsste eigentlich ein neues Wort sein. Seit Präsident Dutertes Todesschwadronen-Krieg gegen Verdächtige im Drogenmilieu so richtig am "fliegen" ist, ziehe ich meinen Plan mich dort ein paar Wochen oder gar länger aufzuhalten, mehr und mehr in Zweifel. Edit: Frau ist nach wie vor enthusiastisch, was nutzen da also meine Zweifel ;-)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3829763/Australian-man-Damian-Berg-accused-selling-cookie-monster-ecstasy-released-jail.html

http://philippinenmagazin.de/2016/10/11/australier-damian-berg-wieder-zu-hause/ 

Update: Offenbar hat die Polizei von Berg Geld verlangt nach seiner Festnahme. Und offenbar wurde er durch den "Bekannten eines Bekannten" da rein gezogen ohne selbst irgendetwas mit Drogen zu tun zu haben: http://www.sbs.com.au/news/article/2016/10/10/they-put-gun-my-head-aussie-man

Update2: Der "Bekannte eines Bekannten" hat genau so eine Geschichte, nur konnte er nicht seine Unschuld beweisen und ist mittlerweile zu lebenslanger Haft (!) verurteilt worden. Weil er angeblich auch Ecstasy verkauft haben soll wie Berg, der auch nichts verkauft hat.

http://ottawacitizen.com/news/local-news/canadian-jeremy-eaton-sentenced-to-life-in-jail-in-philippines-for-selling-ecstasy

Update3: Zusammengefasst hat die Polizei behauptet, Berg habe dem Kanadier Eaton Ecstasy auf der Straße verkauft und beide seien dabei verhaftet worden. Nun konnte sich Berg mit dem Video reinwaschen, das zeigt, dass erst die Polizei Eaton überhaupt zu Berg gebracht hat - nämlich ins Hotel. Daher wurden die Vorwürfe gegen Berg fallen gelassen. Eaton sitzt aber bereits zu Lebenslänglich verurteilt - auch als Drogendealer. Chaos und Unsinn. Leider wird die Polizei ermutigt, irgendwelche Anschuldigungen zu erfinden wegen des aktuellen "Kriegs gegen die Drogen" und steht natürlich mit solchen Ausländergeschichten im Rampenlicht.


Dienstag, November 01, 2016

Auswabbeln statt Auswandern (Update)

Für unser Auswanderverhalten braucht es ein neues Wort. "Auswabbeln" bietet sich da an.

Wir haben nämlich wieder verschoben. Weil Junior wieder eine Erkältung hat. Sicher übertreiben wir etwas, aber da Junior (5) kurz vor dem letzten Abflug eine veritable Hirnhautentzündung aus einem grippalen Infekt heraus bekommen hatte, bleiben wir noch 14 Tage in Taipei, um ihn erst auskurieren zu lassen. Derweil wohnen wir in einem netten Hotel in NeiHu. Ich freue mich, dass sich die Übergabe unseres Autos, einem Dez-2013er Volvo XC60 noch um ein paar Tage verschiebt. Ich gebe gerne zu, dass mir der Abschied von dem 245 PS-Ding schwer fällt, gerade wo wir in Manila erst einmal unmotorisiert sein werden. Außerdem gehe ich eh davon aus, dass der Aufbau einer Restaurantkette, den meine Frau mit ihrer Schwester in Manila mit mir als Qualitätskontrolleur und Marketingmensch betreiben will, doch eher länger zum Anlaufen braucht und ich zwischenzeitlich eben wieder in Deutschland als Softwareentwickler arbeiten werde. Dann sicher mit kleinerem als einem dicken schwarzen Volvo vor der Türe.

 Im engen Taipei lassen sich Mopeds natürlich besser parken als dicke Volvos

Merkwürdig die letzten Tage eine Persönlichkeitsveränderung der Schwiegermutter. Seit ihrem schwerem Unfall - sie wurde wie berichtet auf dem Lastenfahrrad von einem nicht Obacht gebenden Linksabbieger auf dem Fußgängerüberweg angefahren - ist Schwiegermutter verändert. Sie hat offensichtlich Gleichgewichtsprobleme resultierend aus der Hirnverletzung und wirkt um Jahrzehnte gealtert. Auch ihre Psyche ist anders. Plötzlich isst sie mit uns zusammen vergnügt Eisriegel, gerade solche mit Füllung und verzehrt alles, was wir aus Garküchen und Restaurants mitbringen. Früher war sie ganz Sachwalterin von 5000 Jahren (aus China geborgter) taiwanischer Kultur und hat Süßes nie angerührt, ja förmlich mit Verachtung gestraft. Und sie aß nur ihr selbst gekochtes, ein kaum gewürztes Gemüse- und Fisch-Potpourri. Ruhiger und freundlicher ist sie auch geworden - ich kenne sie ja noch als demonstrativ durch den Ausländer in der Familie "hindurch guckende" Schwiegermutter from Hell.

 Leerer Keller in der Ex-Wohnung. Wo ist bloß der verdammte Wasserzähler in diesem unbeleuchteten Loch (Antwort: auf der Dachterrasse)

So positiv die meisten der Veränderungen für mich als gewissermaßen Schwiegermutter-Endverbraucher auch wirken, so sehr gaben sie jedoch Anlass zur Sorge. Jetzt kam die Diagnose, sie hat Jacob-Creutzfeld, wenn auch noch ganz im Anfangsstatdium. Der Schlag auf den Kopf durch den Unfall hat da offensichtlich einen Ruck in der Krankheitsentwicklung ausgelöst. Frau plant schon Schweigermutters Zukunft mit uns in Manila, während ich mich frage, ob wir da selbst überhaupt irgendwann landen, bei den ganzen Verschiebungen.

Sorge bereitete der neu gewählte Präsident der Philippinen, der ja u.a. Todesschwadronen im Land gegen die Drogenszene arbeiten lässt und mit emotionalen Kommentaren Richtung USA und auch EU auffiel. Manch ein Bleichgesicht frage sich daher, ob alles was "Weiß" wirkt künftig im Lande noch wohl gelitten sein. Jetzt hat Präsident Duterte jedoch Besserung und diplomatischeren Umgang mit dem Ausland gelobt. In einer um die Welt gehenden Pressemeldung gab er an, während eines Fluges eine Stimme vom Himmel her gehört zu haben. Vielreisende denken ja bei Stimmen vom Kabinendach im Flieger eher an den Steward oder den Kapitän. Im Falle des Präsidenten soll es jedoch der Herrgott persönlich gewesen sein, der - wohl weil Duterte gewissermaßen in der Nähe war - die bessere Diplomatie ("sonst Flugzeugabsturz!") eingefordert hätte.

Der "Betonbau" ist schon da in Manila, der Ludigel fehlt noch

Als vielleicht künftiger Residenter in Manila bedanke ich mich beim weisen Präsidenten und dem (sicher christlichen) Herrgott oder (wohl auch christlichen) Kabinensteward für so viel Weitsicht. Vielleicht kann der Herrgott ja auch noch Plüschüberzüge für die herumfliegenden Gewehrkugeln verlangen, dann ist es auch wieder ein bisschen humaner im Lande.

 Nahverkehr in Manila: Abgasvergiftung ist im Fahrpreis enthalten

Mit neuen Fotos ist es bald vorbei; das Ladegerät der immer-dabei-Kamera ist schon in Manila.

 Nach 22 Uhr darf Junior dann nicht mehr auf die Straße in Manila. Neu angekündigte Maßnahme vom neuen Präsidenten, die hier aber schon 2 Jahre vorher an der Wand stand.


Hier ein Pro-Duterte - Artikel: https://off-guardian.org/2016/10/29/will-they-try-to-kill-duterte/ 

UPDATE: So schnell kann man als Unschuldiger eine Kugel einfangen:  Der lokale Dorfchef wird im Auto von der Todesschwadron (Schütze auf Moped) erschossen, eine ältere Dame auf dem Bürgersteig fängt sich auch eine Kugel ein. "Vorläufige Erschießung" wohl durch Feierabendpolizisten: http://philippinenmagazin.de/2016/10/07/unbeteiligte-frau-in-urdaneta-city-erschossen/

UPDATE2: Ein Australier wurde unlängst von der Polizei auf den Philippinen fälschlich des Drogenverkaufs bezichtigt und saß 3 Monate im Gefängnis, bis er nach Beweis seiner Unschuld entlassen wurde. Gut, dass man ihn nicht einfach erschossen hat, wie das ja neuerdings Brauch ist bei Drogenverdächtigen: http://philippinenmagazin.de/2016/10/11/australier-damian-berg-wieder-zu-hause/