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Montag, Mai 15, 2017

Gelungener Abend

Wieder einmal ein Familiendinner. Ludigel amüsiert sich köstlich. Andere nicht so sehr.

Um Beckenbauer zu zitieren: "Ja gut äääääh.....". Es war halt nicht für alle ein guter Abend. Die heilige Familie meiner Frau, in ihrem 5000jährigen Chinesentum sowieso die Krone der Schöpfung, hatte sich mal wieder zum Festessen versammelt und ich musste wie immer mit. Mache ich ja gerne. Nur quälten mich wieder mal meine Nasennebenhölen. Offenbar führt in meinem halb unfreiwilligen 14. Jahr in Taiwan die Abgasluft Taipeis zu einer Dauerreizung verbunden mit Kopfschmerzen, wie ich sie zu letzt in den 70er Jahren hatte, als ich als Kind in Deutschland an einer Hauptstraße wohnte und es katalysatorfrei stark nach Abgasen roch. Ich war nicht unbedingt bester Laune und auch das leicht gegarte Huhn mit toter nackter Stoppelhaut drum herum trug nicht zur Anhebung meiner Stimmung bei. Ich verabschiedete mich auf einen "kleinen Spaziergang" und verbrachte die nächsten 90 Minuten mit dem Einnehmen einer Kopfschmerztablette, einem dicken Chickenburger bei Burger King nebst einer großen Kola und Pommes. Anschließend fand ich in dem schicken  neuen Einkaufszentrum in moderner Schiefarchitektur (Bilder folgen vielleicht noch) einen Seven-Eleven und gönnte mir wie die alten Taiwaner einfach auf der Brüstung sitzend ein Vanilleeis und zwei von diesen "Tizulu"-Schokoriegeln. "Tizulu" steht für Tirol, ist doch wohl klar. Ein anderer Laowai mit seiner einheimischen Frau ging vorbei und seine Tochter (5 oder so) umrundete mich ständig mit dem Dreidrad, einen gierigen Blick auf meine gefälschten Tiroler Riegel werfend. Man muss den Kindern das wirklich beibringen, mit den Süßigkeiten und fremden Männern. Deshalb konnte ich ihr natürlich auch nichts gegeben sondern musste es selber essen.
Nach 90 Minuten kam ich zu dem Schluss, dass gibbriger Seafood und Ekel-Riesenwürmer Schwarz jetzt alle verschlugen worden sind, sicher zu zahlreichen "hao chi"-Rufen und der reiche Schwager sicher den Dank aller Anwesenden zum Spendieren des leckeren Muttertagsessens angenommen hatte. Ich kehrte also pünktlich zum Obstnachtisch in den gemieteten Speisesaal zurück und erklärte laut, die Waschräume seinen so voll gewesen, dass ich bis eben hätte warten müssen. Ein ganz raffinierter Trick, den ich mir da ausgedacht hatte. Nur Junior (5) brauchte alles durcheinander, roch mir am Mund sagte seiner Mutter, ich hätte Schokolade gegessen. "Wieviel hast du ausgegeben?" fragte sie mich und ich fragte laut zurück "mit oder ohne Burger King?".

Da geschah das große Wunder. Die ihr Leben in teuren Boutiquen verbringende "Erste Tochter" der Familie, die mit dem reichen Schwager verheiratet ist, würdigte mich das erste Mal in den 14 Jahren meiner Anwesenheit in Taiwan eines Blickes! Hatte sie es doch bisher immer fertig gebracht, durch mich hindurch die Wand hinter mir zu fixieren - jedes Mal. Ein Schicksal, das angeblich der andere "Ausländermann" (der Filippino) in der Familie auch mit mir teilt. Erster Blickkontakt nach 14 Jahren! Das ist schon eine Leistung finde ich. Gut, es war die Art von Blick wo man oben anfängt und dann nach unten guckt. "Verachtung" soll das wohl sein. Aber lieber politisch korrekte Leser, sagen Sie es mir. Ist das nicht wenigstens ein Anfang einer intrakulturellen Kontaktaufnahme, aus der noch Großes werden kann?

Beim Rausgehen verabschiedete mich ihr Gatte etwas hilflos mit "Wir sehen uns dann zum .... äh ... zum ... äh...." und ich vervollständigte freundlich lächelnd "das nächste Mal McDonalds, nicht wieder Burgerking" und ging fröhlich meines Weges.

Also, mir hat der Abend Spaß gemacht. Wenn sich jetzt im Laufe der Woche auch der Haussegen wieder einrenkt, ist alles wunderbar.

Keine Sorge, dass mit McDonalds habe ich natürlich nicht ernst gemeint. Das Essen dort hat ja mit menschlicher Nahrung nicht wirklich viel zu tun. Kentucky Fried Chicken vielleicht. Oder Subway. Es sei denn ich werde aus der weiteren Anwesenheitspflicht beim sich selbst feiern dieser von sich selbst so überzeugten Menschen entbunden. Was eigentlich die Absicht des ganzen Manövers war.


Dienstag, April 25, 2017

Stolzer Besitzer des 2. Ex-Restaurants

Hurra! Nach "Jill's Happy Kitchen" (ein Schlicht-Italiener in Taipei) habe ich jetzt mit "Mix & Match" auch ein Ex-Restaurant in Manila auf den Philippinen. Auch eine Art Schlicht-Italiener.

Mit Gastronomie wollte ich ja nie viel zu tun haben. Weil Taiwaner aber geschäftstüchtig sind oder sein wollen, war die Eröffnung eines kleinen Geschäfts - nach dem Default eben ein Restaurant - wohl kaum zu vermeiden. Meine Frau wollte es unbedingt vor ein paar Jahren und ich war dann beim Management mit behilflich. Das Ergebnis war ein kontrolliertes Scheitern mit schwarzer Null, genau auf die von mir vorhergesagte Art und Weise im genau von mir vorher gesagten Zeitrahmen. Und das, obwohl ich als tumber Ausländer im Land der intelligenten und geschäftstüchtigen Taiwaner doch gar nichts vom Geldverdienen verstehe. Die ganze Geschichte ist hier zu lesen: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/11/der-familienbetrieb-die-schonungslose.html. Ich fand es damals lustig, es war bizarr-komisch und debil-widersinnig, wie Taiwan eben oft auf unsereinen wirkt. Und es war ja eine schwarze Null.

Braucht Rotwein zu den Nudeln unbedingt Hupfdohlen?

Das zweite Lokal - diesmal in Manila auf den Philippinen - wurde leider ohne meine Mitwirkung eröffnet. Diesmal waren es meine Frau und ihre Schwester Nummer 2, die ganz allein das Management in den zarten Händen hatten. Das Ergebnis war, kurz gesagt, ein Lokal mit dem Aussehen eines Waschsalons oder eines Versicherungsbüros, mit dem Namen einer Modeboutique ("Mix and Match", in Manila für Modeläden gebräuchlich) und der Karte eines Schlichtitalieners aus Taipei/Taiwan. Ein komplettes und gründliches Scheitern war die Folge, wie von der Familienkassandra (c'est moi) vorhergesagt.

Nicht ohne Belustigungseffekt das Ganze, nur etwas teuer diesmal. Interessant war, dass meine Frau und ihr Schwesterherz noch den Tipp von Konkurrenten in der Nähe erhielten, sie müssten zu den Nudeln auch Alkohol (Wein!) anbieten. Dieses Ansinnen stieß sowohl bei dem einheimischen - aber aus der chinesischen Subkultur entstammenden - Schwager als auch bei den beiden Taiwanerinnen (Schwester meiner Frau und meine Frau) auf große Befangenheit. Wein anzubieten zu den Nudeln wurde von allen Beteiligten mit Komasaufen, zerschlagener Bestuhlung und leichtgeschürzten Bedienungen und Prostitution assoziiert und deswegen abgelehnt. Ein typisch taiwanischer Standpunkt. Hier in Taiwan haben viele Lokale keinen Alkohol, weil man befürchtet, die männlichen Gästen könnten mit dem Zeug schnell die Kontrolle verlieren, das sie ja auf Ex gerne in die Kehle schütten.

So wurde das Lokal also zu gemacht. Ein einfacherer Nachfolger ist schon in der Diskussion, hier taucht eine lokale manilische Größe namens "Sung"*** auf (seineszeichens Taiwaner), der angibt, dort in Manila reich geworden zu sein. Ich habe den netten Herrn - der u.a. meine 90-Dollar-Uhr als zu teuer für Manila kritisierte - schon kennengelernt und finde ihn ja auch nett. Aber was das neue Geschäft angeht, ziehe ich meine Kummer gewohnte Stirn wieder in Sorgenfalten, während die lokale Verwandtschaft fröhlich kichernd kommende Gewinne schon verteilt, bevor sie überhaupt in Sichtweite sind.

Das Scheitern von Taiwanern am Rotwein wurde die Tage auch in den taiwanischen Medien kolportiert. Wie mir meine Frau erzählte, hatte ein original italienischer Gastwirt in Taiwan seine Gäste dabei erwischt, wie sie sich guten Rotwein auf Ex in die Kehle schütteten, wie man das in Taiwan nun mal immer macht. Desto besser der Wein, desto schneller kippt man ihn runter in der chinesischen Kultur taiwanischer Prägung. Es entstand ein Streit zwischen Gästen und Wirt, ob man denn als zahlender Gast das Recht habe, den guten Wein zum Runtergurgeln zu verwenden oder nicht. "Wir Taiwaner haben das Recht drauf, wenn wir ihn bezahlen!" bemerkte meine Frau und ich schließe mich als taiwanischer Steuerzahler hier voll und ganz an. Auch auf den oben offenen Kackpapiereimer haben sie ein Recht und bitte stehen Sie jetzt mit mir auf und singen die Nationalhymne. Wie geht die eigentlich? Gibt es überhaupt eine? Und welche wäre es, die von "Taiwan" oder die von China? Fragen über Fragen. Darauf einen Dujardin.

*** Name von der Redaktion geändert. Sind aber eh alles nur die englischen Kampfnamen der Leute

Donnerstag, März 31, 2016

Ganz schlimm: Mischehen (sagt da einer...)

Das Leben in der Fremde kann manchmal nerven. Siehe hier. Aber wie schlimm ist das eigentlich, was ich da gerade tue?

Ein Blog, in dem schon mal Hitlerbilder und auch die vom Göbbels auftauchen, versteigt sich heute zu einer kruden These: Mischehen seien etwas schlechtes, weil sie zur "Nivellierung auf niedrigstem Niveau" führen würden. Der Autor will auch darauf abheben, dass Kulturen bei der Vermischung hinten herunterfallen. Ich will nicht auf den Artikel verlinken, da der Autor selbst schreibt, dass er schon mal als "verfassungsfeindlich" eingestuft wurde per Briefpost. Nur kurz nachvollzogen, welches Modell der Autor - offenbar ein in Deutschland lebender Koreaner, wenn ich das richtig verstehe - aufstellt:

Ein Deutscher heiratet eine Chinesin, die nach Deutschland zieht. Das Kind spricht beide Sprachen in Wort und Schrift. Hier zieht der Autor schon in Zweifel, dass das geht.
Dann zieht das Kind nach Finnland und heiratet einen Finnen oder eine Finnin. Jetzt kommen drei Kulturen zusammen: China, Deutschland und Finnland. Auch wenn wir annehmen, dass das Kind der neuen Ehe China/Deutschland-Finnland jetzt alle drei Sprachen in Wort und Schrift erlernt, wird es spätestens schwierig, wenn das Kind dieser Ehe nach Indien zieht und eine Inderin oder einen Inder heiratet. Denn wer kann schon Deutsch, Chinesisch, Finnisch und Indisch in Wort und Schrift. Auf Feinheiten wie verschiedene "Chinesisch" und vielleicht auch "Indisch" wollen wir hier gar nicht eingehen.

Erstmal hat er natürlich Recht. Es würden bei diesem Modell Sprachen und Kulturaspekte verloren gegen. Was zu beweisen war. Also ist Multikulti schlecht und Mischehen also auch, folgert der Autor, der in einem anderen Artikel erklärt, Adolf Hitler sei ein netter Kerl gewesen, weil er Jesse Owens bei der Olympiade zugewunken habe.

Auch bei Familie Ludigel ist ja schon was hinten herunter gefallen. Junior (4) lernt nicht mehr Hoklo aka Taiwanisch, was seine Mutter noch kann. Er lernt Englisch, Deutsch und Mandarin (Chinesisch). Sind Leute wie Herr und Frau Ludigel nun böse Kulturvernichter und Junior der Beginn einer Degeneration?  Werden seine Urgroßkinder am Ende nur noch ein Mini-Esperanto sprechen? Und einen IQ von 33,33 haben? Oder gar von 18? Nun, wir wollen es nicht hoffen.

Über den Sinn und Unsinn des Happy-Peppi-Linksbegriffes "Multikulti" will ich nun wirklich nicht sprechen. Aber dieser Angriff auf "Mischehen" scheint mir doch reichlich primitiv. Anstatt davon auszugehen, dass die Kinder von Mischehen ihr Leben grundsätzlich mit dem Weiterziehen in andere Länder verbringen, sollte man sich lieber ein Land herauspicken und gucken, wie dort die Integration klappt. Theorie aka rechtsradikales Zerrbild von Mischehen und Wirklichkeit liegen doch reichlich auseinander.

Der Normalfall wäre sicherlich, dass eine nach Deutschland lebende einheiratende Chinesin beschließt, in Deutschland zu bleiben und dann würden die mit Deutsch und Chinesisch aufwachsenden Kinder (evtl. wachsen sie auch nur mit Deutsch auf) wieder Kinder und Kindeskinder haben, die irgendwann vermutlich nur noch Deutsch sprechen würden. Jedenfalls als Muttersprache. Am Ende hätten wir dann irgendeine deutsche Familie mit einer ausländischen Herkunft vor ein paar Generationen.

So wie der Autor dieses Artikels hier Deutscher ist und einen Vorfahren hat, der eine französische Köchin geheiratet hat. Und polnische Vorfahren hat neben diversen Deutschen. Und weil ich aus einer sich als Deutsch definierenden Familie (ohne tiefere politische Bedeutung) stamme, bin ich eben nur mit der Muttersprache Deutsch aufgewachsen, wie meine Vorfahren auch. Das Zielland hat also die Kultur definiert.

Und unser englischer Familienzweig? Der bewahrt das Deutsch nur bedingt, das mit in die Familie gebracht wurde und ist im Wesentlichen schon in der 2. Generation zu einer normalen englischen Familie geworden.

Sicher würde der Autor und Fan von Heini Hitler jetzt mit rassisch rein oder so etwas argumentieren. Da kann man als normaler Mensch nicht mehr folgen.

Noch komplizierter wird es bei der Familie Ludigel wenn wir tatsächlich nach Manila ziehen, wie meiner Frau das manchmal vorschwebt. Aber wirklich kompliziert ist es auch nicht. Als Angehörige einer mehrheitlich sino-philippinischen Familie würden die Kindeskinder und deren Kinder dann vermutlich nur Englisch, Tagalog und Mandarin sprechen. Deutsch wäre hinten runtergefallen nach einer oder zwei Generationen vermutlich. Weil die Familie dort nicht lebt. Entlockt mir keine Begeisterungstürme aber so ist das Leben.

Eigentlich ist es ganz einfach: Eine Familie die in Land X "hängen bleibt" wird vermutlich irgendwann aus Leuten bestehen, die die im Land X üblichen Muttersprachen hat. Punkt und Ende. Ganz einfach, kann eigentlich jeder verstehen. Die ursprüngliche Herkunft ist dann egal.
Manchmal bilden sich Subkulturen wie die Sino-Philippinische. Die bewahren dann das Erbe beider Länder. Auch ganz einfach. Oder es geht schief wie in Belgien. Aber "Mischehen" haben damit recht wenig zu tun. Hätten die islamistischen Araber in Belgien alle belgische Frauen, es sähe wohl anders aus als "Allah Akbar und kawumm" so wie es derzeit leider läuft.

Hmmm... mit wem lebt eigentlich der Koreaner zusammen? Einer Koreanerin? Einer Deutschen? Einer Stehlampe? Seine Sache, denke ich.

Nachtrag: Ich fürchte, dass die derzeitige Einwanderungsdebatte auch dazu führt, dass das erstarkende rechte Lager auch irgendwann auf Leute gemischter Herkunft oder eben "Mischehen" losgehen will. Auch gemäßigt-rechte Kräfte haben da sicher Vorurteile. Persönlich denke ich, dass ein großer qualitativer Unterschied zwischen einer Debatte um die millionenfache Zuwanderung von Kultur X -vermutet- in die Sozialkassen Deutschlands und der internationalen Wahl von Ehepartnern von Deutschen besteht. Aber der wird oft nicht gesehen. Und gegen Zuwanderung ohne Eheschließung bin ich auch nicht grundsätzlich. Aber die Politik Deutschlands will ich hier nicht mehr diskutieren - hier geht es mir auch mehr um binationale Ehen bzw. die Kritik an ihnen. Sonst halte ich es neuerdings mit einem Zitat das mir von einer in Deutschland lebenden Kasachin im Gedächtnis geblieben ist: "Natürlich lieben wir alle unseren Präsidenten (bei ihr in Kasachstan)". Und wir Deutschen die Kanzlerin. Klarer Fall.

Montag, Februar 22, 2016

Kanadier versucht Seven-Eleven-Raub in Taiwan

Unklar in welcher Stadt. Laut TVBS-Bericht hat ein Kanadier offenbar versucht einen Seven-Eleven auf merkwürdige Art auszurauben

Ein junger Kanadier, der möglicherweise nur mit einem Touristenvisum in Taiwan ist, hat offenbar einen Seven-Eleven 24h-Minisupermarkt besucht und dann festgestellt, dass es eine günstige Gelegenheit sei den Laden auszurauben, als der einzige anwesende Angestellte des Geschäfts gerade mal im Hinterzimmer verschwand. Wie es ausschaut, hat der Kanadier ein Seil oder dergleichen verwendet, um die Türklinke der Hinterzimmertür irgendwo festzubinden, um den Angestellten so auszusperren. Der Kanadier, der offenbar trotz seines Aufenthaltsstatus als Englischlehrer in Taiwan gearbeitet hat, soll dann versucht haben, an die Kasse zu gelangen. Der Angestellte konnte sich allerdings aus der kanadischen Falle befreien und soll mit dem Kanadier gerungen haben. Die alarmierte Polizei traf schnell ein und nahm den Englischlehrer auf Abwegen fest.
Dieser soll als Begründung für seine Tat angegeben haben, seine Freundin, die möglicherweise Dänin ist, habe ihn verlassen und er würde daher Geld für einen Besuch bei ihr brauchen. Oder auch für seine Rückkehr in das große schöne Kanada. Wo es ja auch Seven-Elevens gibt übrigens.

Was Däninnen mit jungen Kanadiern anstellen und ob die alte Weisheit "Dänen lügen nicht", die in den Siebzigern immer in der ZDF-Hitparade gesungen wurde, auch auf Däninnen übertragbar ist, all das werden wir wohl nie erfahren. Auch gut.

Freitag, Februar 19, 2016

Why Taiwan?

Und das war ein Schulfest :-)

Donnerstag, Dezember 10, 2015

Taiwan erleichtert Einstellung von ausländischen Angestellten (Edit)

Bislang durften nur bestimmte Branchen ausländische Angestellte einstellen - und es gab auch Vorgaben bzgl. der notwendigen Berufserfahrung, etwa 12 Jahre Praxis für Angestellte mit "Senior(engl.)"-Status.

Nun wurde die Einstellung von Expats erleichtert: http://focustaiwan.tw/news/aeco/201512030025.aspx
Damit will Taiwan offenbar auf die sinkende Geburtenrate und die daraus folgende zukünftige Ebbe für Büro-Arbeitsdrohnen mit ihrem allseits beliebten 12-16h-Arbeitstag inklusive öfter mal Wochenendarbeit reagieren. Apropos Arbeitszeit: Neuerdings kontrolliert das Arbeitsministerium offenbar, dass nicht zu viel Überstunden bei großen Firmen anfallen und zumindest meine Firma steuert etwas gegen bei den alten Marathon-Bürotagen.

Also auf als Expats nach Taipei, eine der "schönsten Städte der Erde" mit seinen höflichen, immer - und gerade im Straßenverkehr - ausgeglichenen und liebenswürdigen Menschen? Werden Sie, liebe Leserin und lieber Leser, schon morgen auf den kaum befahrenen breiten Alleen der Hauptstadt Taipei entspannt mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und abends ihre wunderschön renovierte Altbauwohnung im einem alten Arbeiterviertel in Taipei-Wushiwu ansteuern?

Vielleicht. Hier noch ein paar Links zur Arbeitswelt in Taiwan:



Jetzt mit Update 2015: Arbeitsweltinfo Taiwan:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/01/arbeitswelt-in-taiwan.html

Noch Stand 2009: Lebenshaltungskosten:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2009/04/fragen-zu-kosten-etc-in-taiwan.html
 

Artikel zur Rentenversicherung in Taiwan:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html 
Insbesondere beachten, dass Taiwan offenbar Ausländer um die ihnen eigentlich (ab 15 Beitragsjahren) zustehende monatliche Rente betrügt - um das Kind beim Namen zu nennen.

Essen muss man auch als Expat:

Lebensmittelsicherheit in Taiwan (Stand Ende 2014):
http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/11/info-taiwan-schlechte.html
Siehe insb. Punkt 10 der FAQ für eine Auflistung der Skandale.

Besser gleich hier gucken, wie "lecker und gesund" das Taiwanessen ist:
https://taiwanease.com/en/forums/a-history-of-taiwan-s-food-supply-decades-of-poisoning-adulteration-and-fraud-t13203.html
(Wie wäre es mit Reisnudeln vom Farmer-Kollektiv mit 0% Reis und viel Chemie?)

Montag, Oktober 12, 2015

Peinliches bei Mr. Donut

Da will man nur seine Donuts in Ruhe essen. Und schon ist man mitten drin im Apple-Daily-Taiwan. Wenn auch nicht ganz schuldlos.

 Am verlängerten Wochenende waren wir jeden Tag mit Junior in einem Spielparadies, wo er klettern kann und in den unvermeindlichen Bällen herumtauchen kann, die dort dne Boden pflastern. Sowohl Junior als auch sein Vater waren stolz, auf diesen mehrere Meter hohe Scheiben-Kletterpfosten geklettert zu sein. Auch die vielen dratigen Taiwaneltern wollen da den Kids nicht folgen, während ich Junior erst mal mit Schweiß auf der Stirn vormachen musste, dass das Klettern da gefahrlos ist. Ab dem dritten Mal ging es dann bei mir fast automatisch, offensichtlich hatte sich irgendein altes Primaten-Kletterprogramm aktiviert. Als die Tage dann ein Ziehen in allen vier Gliedmaßen einsetzte musste ich mich ermahnen, nichts davon gegenüber der Frau zu erwähnen. Die hätte mich sicher sofort zum Taiwanarzt geschickt, der die Amputation aller vier Gliedmaßen oder einen Herzschrittmachen empfohlen hätte, tolloperationswütig wie sie sind. Muskelkater nennt man das eigentlich.
Jedenfalls nach dem Spielaufenthalt dort will Junior immer seine Donuts bei Mr. Donut essen, wofür wir extra in ein zweites Einkaufszentrum fahren. Nach Hause mitnehmen will er sie nicht, sondern man muss zusammen sitzen, essen und gucken, wie er mit seinen 4 Jahren ausführt. Das Wort "Café" hat er schon fest im Wortschatz auf Englisch und Deutsch. Die Donuts nach US-Vorbild sind deutlich filigraner als die in den US-Polizeiserien, wo sie offenbar das Grundnahrungsmittel eines jeden schießwütigen Polizisten sind. Neulich haben die sogar einen Rollstuhlfahrer erschossen, weil er nicht die Hände hoch genommen hat, habe ich gelesen. Unglaublich. Schuld wird aber eher die nur wenigwöchige Ausbildung der Herren Polizisten sein und nicht der Donut. Die Donuts bei Mr. Donut sind auch viel filigraner, kleine Kugeln bilden einen Ring aus etwas, das man in Niedersachsen als "Krapfenteig" bezeichnen würde. Was nichts mit Fischen zu tun hat.

So warteten Junior und ich am Tisch auf Mama, die die US-Krapfenring bestellte und schließlich mit an den Tisch brachte. Zwei für Junior und einen je für uns nebst Tee. Junior schmiert sich wegen der Schokokuvertüre seiner bevorzugten Sorte Donuts schon immer ein so dass wir wie alle Elternteile einen dicken Stapel Papierservietten mitnehmen. Meine Frau brachte taiwantypisch sowieso wieder einen extradicken, aber auch ich bediene mich da durchaus. Nicht ganz koscher, musste ich selbstkritisch feststellen, legt man doch da dem Unternehmen im Prinzip einen finanziellen Anteil an der Aufzucht der eigenen Brut auf die Kasse. Nichtsdestotrotz verbraucht Junior aber auch immer 90% der von mir üblicherweise mitgenommen Servietten und etwa 50% der von Frau eingesteckten. Auch am Nebentisch fand es so statt, eine Familie mit 2 Kindern hatte einen noch dickeren Stapel und ließ mindestens die Hälfte davon gleich in der Tasche verschwinden. Taiwan-Sorglos-Gratiskultur. So machen wir es denn nun doch nicht.

Nächstes Bild: Plötzlich steht einer der uniformieren Leutchen vom Bedientresen bei uns am Tisch, guckt mich wütend mit rotem Kopf an und fummelt in den von Frau mitgebrachten Servietten herum, von denen er die Hälfte wieder mit nimmt. "Tai dou le" sagt er dabei die ganze Zeit mehrfach vor sich hin, was etwa mit "ziemlich viele" zu übersetzen wäre. Er sieht nur mich an, nicht meine Frau und ich bemühe mich nach besten Kräften, den Kerl zu ignorieren. Klar dass er mich ansieht, denke ich so. Er hat vermutlich Apple Daily gelesen, die Taiwan-Bildzeitung, die schreibt gerne von unverschämten Ausländern, die keine Steuern zahlen, Drogen nehmen und nur die Mädels flach legen wollen. Aber ich habe auf den ganzen Mist keine Lust und mache mit ihm das was ich fast immer mit mir auf die Nerven gehenden Leuten mache: Ich ignoriere sie. So verschwindet er mit seiner Beute und ich muss ihm ja auch zugestehen, dass er nicht ganz Unrecht hat. Und wer möchte auch schon Aufhebens davon machen, dass man gerade deswegen zum "Mr. Donut strikes back"-Ziel geworden ist, weil man irgendwie anders aussieht. Woran es vermutlich liegen wird. In Taiwan wird man mittlerweile so behandelt als "weißer" Ausländer, was ich "moderat unfreundlich" nenne. Meistens neutral, mit dem ein oder anderen bösen Blick auf der Straße, manchmal aber auch etwas freundlicher als der Normalo behandelt würde, manchmal aber auch etwas unfreundlicher, etwa von Service-Personal. Eigentlich kann es sich Personal im serviceorientierten Taiwan ganz und gar nicht leisten, Kunden unfreundlich zu behandeln. Aber unsereins Langnase erwischt es manchmal, wohl aus dem Gedanken heraus, dass wir uns ja nicht so einfach beim Vorgesetzten oder gar dem Firmen-HQ einer Kette beschweren können wegen der Sprachbarriere. Manche Taiwaner glauben auch, meine Frau spräche nur Englisch, wenn sie sie mit mir auf Englisch reden hören. Dann halten sie uns wohl für ein US-Paar, denke ich mal.

Na ja, es kam wie es kommen musste. Frau rief das Headquarter an, die schicken zweimal den Serviettenrücknehmer zu uns an den Tisch nebst anderem Personal zum Entschuldigen. Er hat wieder einen roten Kopf, diesmal aber nicht vor Wut sondern vor Angst um seine Karriere, wie man den stark geweiteten Pupillen und dem Kaninchenblick entnehmen kann. Beim 2. Mal wollten sie die Donuts auch noch aufs Haus gehen lassen, aber wir haben das abgelehnt. Alles in allem eine oberpeinliche Veranstaltung, aber auch grenzwertig lustig, wie Taiwan eben oft ist.

Trotz allem ist Taiwan im Jahre 2015 ein angenehmeres Pflaster als es 2004 war, als ich hier her gekommen bin. Damals wurde man oft wie ein Popstar glorifiziert, fast unglaublich ist das heute. Aber auch ständig gefragt ob oder warum man immer nur Cola trinkt und Burger frisst - beides tat ich damals eigentlich nur sehr selten wie auch heute -  und hatte schon mal "Ausländer! Ausländer!"-singende Kinder hinter sich her dackeln und die beiden Jungs im "Family"-24h-Supermarkt waren so unfreundlich, dass ich manchmal befürchtete, sie würden eine Prügelei mit mir anfangen wollen. Und das Kantinenpersonal tatschte an mir herum wie an einem frisch gelandeten Marschmenschen und die halbe Firma wieherte dazu ... mit rotem Kopf.

Heute gibt es weniger rote Köpfe und das Klima ist angenehm neutral. Fast immer jedenfalls. Wenn es Probleme gibt, dann mit Leuten mit niedrigem Bildungsgrad, die möglicherweise für Servietten zuständig sind oder mit manchmal mit Senioren. Oder es lag doch nur an den Servietten oder am Bossanova.


Freitag, September 18, 2015

Rentenlage in Taiwan: Ausländer kriegen offenbar weniger...

Ein für Renteneinzahler wie mich beunruhigendes Update zur Rentenlage in Taiwan:

Um es kurz zu machen, eigentlich erhält man in Taiwan mit 15 vollen Beitragsjahren nach der Labor Law-Regelung eine monatliche Rente, die nicht zu knapp ausfällt. Hat man weniger als 15 Beitragsjahre voll, kriegt man nur eine recht schmale Einmalzahlung. Offenbar drücken sich taiwanische Rentenbehörden aber jedenfalls bei der Gewährung der Rente für Staatsdiener um die monatl. Rentenzahlung und bieten (vmtl. gesetzwidrig) Ausländern nur die recht geringe Einmalzahlung an.

http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html

Die Frage ist, welchen Sinn solche Renteninfos wie meine obige haben, wenn Beamte in Taiwan doch einfach machen, was ihnen so in den Kopf kommt.

Mittwoch, September 16, 2015

Halluzinierender Amerikaner sicher wieder daheim (Update)

Ein junger US-Amerikaner hatte am helligten Nachmittag vor ein paar Wochen einen taiwanischen Polizeibeamten mit einer Flasche angegriffen. Psychische Probleme in Kombination mit Alkohol spielten wohl eine Rolle

Mal ausnahmsweise ein Lob an die sonst sehr auf Regenbogenpresse-Niveau befindlichen taiwanischen Medien. Diese Story (http://www.waow.com/story/30020833/2015/09/13/family-of-stevens-point-man-stuck-in-taiwan-speaks-out) hätte sich sehr für eine dieser "unverschämter Ausländer"-Stories geeignet, die die taiwanischen Medien sonst sehr gern bringen. Ein junger US-Amerikaner in den 20ern, der in Taiwan Mandarinchinesisch studiert hat, greift ohne erkennbaren Grund einen taiwanischen Polizisten mit einer Flasche an. Der junge Mann ist offensichtlich stark alkoholisiert. Er wird überwältigt und im Ausländerfotos gibt es Foto, wie er gefesselt am Boden liegt. Überraschenderweise hat sich die taiwanische Presse hier zurück gehalten. Und natürlich ist ein Lob an die taiwanische Polizei angebracht, die längst nicht so schießwütig wie die US-Polizei ist. Dort in den USA wäre die Wahrscheinlichkeit wohl hoch, so einen Angriff nicht zu überleben.
Die Familie des jungen Mannes gibt an, er habe psychische Probleme gehabt und er selbst gibt an, von Halluzinationen heimgesucht worden zu sein, bei denen er schließlich den Polizisten für einen Dämonen gehalten hätte und entsprechend kraftvoll angegriffen hätte. Die Familie hat dann eine Crowdfunding-Campagne gestartet und mittlerweile ist er wieder daheim und in medizinischer Behandlung. Das Taiwanblog wünscht gute Genesung. Alles noch nicht so peinlich wie der Bericht eines Deutschen der angab, auf seiner eigenen Hochzeit in Taiwan die Hochzeitsgäste unter unfreiwilligem Drogeneinfluss geschlagen und gebissen zu haben. Den Link hatten wir auch irgendwo mal. Vergessen wir ihn lieber.

UPDATE: Im Ausländerforum Forumosa.com heißt es nun, der junge Mann sei schon psychisch krank gewesen, bevor er nach Taiwan gekommen sei. Immer wieder ist dort zu lesen, dass US-Familien ihre Problemsprösslinge mit ein paar Dollar Handgeld und einer Klinikpackung Tabletten nach Taiwan schicken, weil sie dort einigermaßen gut zurecht kommen und leicht ein paar Dollar als Englischlehrer verdienen können. Dieser junge Mann hatte allerdings Mandarin studiert. Wie dem auch sei, unsereiner hier ist froh, wenn solche Problemfälle Taiwan schnell wieder verlassen. Denn hätte er einen sogar Polizisten getötet (offenbar hat er ihn mit der Bierflasche gravierend verletzt), dann würde das Klima gegen "weiße" Ausländer sicherlich ein paar Nuancen frostiger werden.

Donnerstag, Juni 25, 2015

Rückblick im Zorn (Update)

Man liest sie immer wieder, die zornigen Abschiede von Taiwan

Heute war ich geschockt. Einer der größten Verfechter der taiwanischen Kultur respektive der hiesigen chinesischen Kultur (da kann man sich schon streiten und haarspalterische Definitionen aufstellen), der einem sonst schon mal den genauen Unterschied in der Konnotation zwischen einem bestimmten Krähenfußschriftzeichen in moderner Dichtkunst und der der Qing-Dynastie erklärt und der Taiwan immer und überall verteidigt im Ausländerforum, gibt seinen Abschied bekannt. Er will mit seiner Familie in die Heimat USA und wirft einen Blick im Zorn zurück. Einen Link gibt es absichtlich nicht, auch um keine Onlinekriege anzufangen. Jedenfalls stellt er provokativ fest, Taiwan sei "kaputt" und er wolle nicht warten, bis es "repariert" sei. Für solch ein Posting hätte er früher die Leute selbst abgewatscht und sofort findet sich ein Taiwanverteidiger, der ihm für seine Schimpftriade den Kopf wäscht. Mir ist der Autor des zornigen Abschieds noch im Gedächtnis, als ich einmal erwähnte, dass es einen im Forum damals gezeigten Kulturvergleich China-Deutschland auch in einer Taiwan-Deutschland-Variante gäbe. Könne nicht sein, schrieb der Kulturverteidiger, ich hätte da gefälligst auf die Lang- oder Kurzzeichen achten sollen. Hatte ich in der Tat nicht, aber der Kulturvergleich war trotzdem der selbe. Ich hatte allerdings auf einen Streit keine Lust und schwieg stille, sind doch diese offenbar total von der hiesigen Kultur absorbierten Leute eine besondere Sorte Mäuse.

Beipackzettel zum Artikel: Oder vergessen Sie doch einfach das Genöle genervter Langzeitexpats und konzentrieren sich auf die Dinge die wirklich wichtig sind im Leben.

Hier ein Kulturvergleich Taiwan-Deutschland von mir, ganz ohne Krähenfüße, aber mit Computexmodellen: http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/12/kulturvergleich-deutschland-vs-taiwan.html

Doch nun schimpft er plötzlich selbst über Taiwan. Was ist also passiert?   

Man weiß es im Detail nicht, aber offenbar geht es um schlechten Wohnraum und schlechte Jobperspektiven. In der Tat gleichen sich solche Postings immer sehr, meist sind die Kritikpunkte wie folgt:

- Umweltverschmutzung
- Lebensmittelskandale
- Wilder Verkehr
- Schäbige Wohnungen
- Zu wenig Gehalt
- Wenig Jobperspektiven
- Man ist immer nur Ausländer, nie einfach nur Mensch

Davon hatte der erwähnte Posting-Autor nur einen Teil, ich will ihm hier nichts in den Mund legen. Es ist relativ klar, Englischlehrer mit 60.000 NT hört man oft, da lebt man schäbig wie ein kleiner taiwanischer Angestellter, insbesondere wenn noch Kinder da sind. Dann schleicht man durch bürgersteiglose Straßen, weicht heranrasenden hupenden Toyotas aus und ärgert sich über den schäbigen Wohnblock ohne Heizung und mit Riesenkäfern. Und welche Jobperspektiven soll einer der Kleinkinder-Englischlehrer hier schon haben. Oberenglischlehrer?

Auch bei mir ist es nicht viel anders. Zwar hat auch Dank Frau, die sich in der Firma um den wichtigen Flurfunk und das in fließendem Chinesisch stattfindende Beziehungsgeflecht kümmert, mein Job durchaus Perspektive und auch mehr Geld. Aber weil meine Frau in diesen slumartigen grauen Schlichtvierteln groß geworden ist und eigentlich nirgends anders leben kann, schleiche auch ich dort herum, wo die Englischlehrer frustriert knurren. In grauen Schlichtwohnvierteln eben.

Ich denke es liegt an einer Art Kulturmatrix, Taiwanern jedenfalls in den Großstädten bedeutet schönes Stadtbild und sicherer Straßenverkehr und Lebensmittelsicherheit sehr viel weniger als beispielsweise den Mitteleuropäern. Deswegen führt die ständige und jahrelange Verletzung von Grundwerten (wie Beispielsweise das Rücksichtnehmen auf schwächere Verkehrsteilnehmer) zu einem sich langsam aufstauenden Dauerfrust, der sich irgendwann entlädt. Auch das Lesen von chinesischer Poesie hilft da wohl nicht dagegen.

Auch ich könnte nach 11 Jahren genug vor mich hin schimpfen. Ich vermeide es meist, aber auch für mich muss langsam Schluss sein. Meine Frau ist ja auswanderungswillig und redet kaum noch von etwas anderem den ganzen Tag. Binnen eines Jahres soll es Manila sein, hat sie beschlossen. Und ich kann es kaum erwarten, meine Überdosis Taiwan ist hinreichend groß.

Schimpfen will ich nicht, das Land ist eben nicht wie Deutschland sondern ein überbevölkerter hektischer Betonklotz mit praktisch ausschließlich am Essen (bezogen auf Geschmack, nicht etwa Inhaltsstoffe) und Geschäft interessierten Menschen. Könnte man schimpfen, wenn man wollte. Ich sage es so, bei mir ist es halt eine persönliche Sache, eine Überdosis sondershausen.

Hier noch mal geschimpft, "I fucking hate Taiwan": http://ihatetaiwan.blogspot.tw/
[Edit: Natürlich ist der Blog unter dem Link NICHT von mir]

Newbies schreiben jetzt bitte ihre Empörung in die Kommentare, schließlich sind hier alle "unheimlich offen", "supernett", "das Essen ist super lecker", "die Menschen freundlich" und "die Tempel toll". Etc. pp. Ist ja auch alles lichtig.

Update: Gerade sind zwei lachende Vertrieblerinnen in Vertrieblerinnen-"Uniform" hereingeschwebt und haben mir Kuchen serviert. Alles was im Artikel steht ist für ledige Herren ergo völlig belanglos ;-)

Britisch/pakistanischer Todesfahrer wird sobald nicht ausgeliefert

Schottischer "High Court" will erst Zustände in taiwanischen Gefängnissen prüfen

Es ist ein unter Ausländern in Taiwan oft heiß diskutiertes Thema, der Fall des britisch/pakistanischen mutmaßl. Todesfahrers Z.D., der im Jahre 2011 (Korrektur: schon 2010) einen taiwanischen Motorrollerfahrer betrunken zu Tode gefahren haben soll mit seinem alten Mercedes. Das "mutmaßlich" im Satz könnte man eigentlich weglassen, weil Z.D. in Taiwan rechtskräftig zu einer mehrjährigen Haftstrafe deswegen und wegen Microsoft-Lizenzverletzungen verurteilt worden ist. Allerdings gab es im Ermittlungsverfahren und während des Gerichts durchaus Friktionen, wie etwa eine massive gehirnwäscheartige Vorverurteilungscampagne seitens der Massenmedien und einiger Lokalpolitiker in Taiwan (mit monatelang wiederholten Fernsehbildern in der Endlosschleife), so dass man die Fairness der Verfahrens durchaus anzweifeln kann. Auch der Umstand, dass das ermittelnde Polizeirevier vom selben Syndikat geschmiert worden ist, dem ein zweiter einheimischer Verdächtiger (der nachweislich den Wagen in der Todesnacht genau wie Z.D. gefahren ist) angehört, lässt Zweifel an der Fairness des Gesamtverfahrens aufkommen.

Wie dem auch sei, Z.D. wurde in zweiter Instanz zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt, wenn ich mich recht erinnere und floh dann nach Schottland. Hier wurde er wegen Fluchtgefahr inhaftiert während ein Auslieferungsverfahren gegen ihn läuft. In erster Instanz wurde Z.D.s Auslieferung nach Taiwan positiv entschieden. Doch in zweiter Instanz wird nun der schottische "High Court" wegen Einspruchs Z.D.s zunächst die Zustände in taiwanischen Gefängnissen prüfen, bevor er über die Auslieferung entscheidet. In diesem Verfahren geht es weniger um Schuld oder Unschuld sondern eher um die Rechtsgültigkeit taiwanischer Gerichtsentscheidungen für Schottland (das da recht autark ist nach britischem Recht) und neuerdings eben die Haftbedingungen. Wenn Z.D. immer noch in Abschiebehaft sitzt, wird er so am Ende mehr Zeit im Gefängnis zubringen, als wenn er die Zeit in Taiwan abgesessen hätte.

Die Marathonberichterstattung über den Fall hat meiner Ansicht nach die bis 2011 vorhandene große Popularität von "Weißen" in Taiwan deutlich abgekühlt. Daher sehe ich wie viele andere gebannt auf den Fall und frage mich immer, ob sich wieder neues Futter für eine Anti-Ausländercampagne der Medien in Taiwan ergibt.

Befremdlich für mich teilweise, als Deutscher mit einem Pakistani mit britischem Pass identifiziert zu werden. Aus taiwanischer Sicht sind offenbar Deutsche und Pakistani eine ähnliche Kulturfamilie. So wie mein kaiserlich erzogener Großvater wiederum eher Taiwaner und Pakistani in einen Topf geworfen und gegen Deutsche abgegrenzt hätte. Lustig irgendwie diese "wir und die"-Sichtweise.

Einer der Vorberichte zur Sache: http://osttellerrand.blogspot.de/2014/06/schottland-liefert-todesfahrer.html

Aktuelle News: http://focustaiwan.tw/news/asoc/201506240031.aspx

Ach ja, Zustände in taiwanischen Gefängnissen sieht man hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html

Dienstag, Mai 05, 2015

Ludigels Rentenüberblick Taiwan (Update Oktober 2019)

Zur Rentenversicherung in Taiwan
(Kleines Update Februar 2019 und 2x Oktober 2019)


Hinweis: Kommentare unten können sich auf ältere Versionen dieses Artikels beziehen!

Bitte beachten Sie das letzte Update vom Oktober 2019 ganz unten!

Natürlich sind IT-Leute wie ich immer jung und werden nie Alteisen. Und das Rentenalter ist ja noch weit weg. Aber schon beim Erhalt des Abizeugnisses hat uns die Schulleitung damals gleich einen Rentenbescheid über die Zeit mitgegeben. Wenn ich jetzt also mal gucke, wie das denn nun mit den Rentenjahren in Taiwan ist, ist das sicher nicht zu früh. Update: Wichtig: Es existiert KEIN Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Taiwan, daher kann man sich nicht an den deutschen Rentenversicherungsträger wenden was Beiträge und Leistungen angeht, sondern Taiwan aka die Republik China ist zuständig.

Immer wieder hört man von der "Labor Law"-Rente als auch der "National Pension"-Rente. Die Labor-Law-Rente ist dabei die Normalrente und Gegenstand dieses Artikels.  Die "National Pension" hingegen greift möglicherweise nur für Leute, die keine andere Rente in Taiwan haben - also auch keine Labor Law-Rente, wie sie unten gleich erklärt wird. Eigenartigerweise geht meine Frau trotzdem davon aus beide zu bekommen. Aber da bin ich mir nicht sicher. So wie es auf den englischsprachigen Infoseiten taiwanischer Regierungsinstitutionen steht kann man nur entweder Labor Law-Rente oder National Pension bekommen, nie beides. Die National Pension steht nur für Staatsbürger der R.O.C./Taiwan zur Verfügung und neuerdings (2013) für Ehegatten der selbigen. Stellt aber offenbar in der Praxis nur eine kleine Zusatzabgabe vom Gehalt dar von der man letztendlich nichts hat, wenn man ohnehin die normale "Labor Law"-Rente kriegt.

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Zur Labor Law-Rente:
Zu beachten ist, dass es ein altes und ein neues Labor-Law-Rentensystem gibt. Das alte galt bis 31.12.2004 (theoretisch seit 1953) und war firmengebunden. Das heißt das Modell ging davon aus, dass man sein ganzes Leben beim selben Arbeitgeber arbeitet. Der hatte dann ein Fondskonto bei der Nationalbank für einen aufgemacht und bei Eintritt des Rentenalters hätte man beim Arbeitgeber die Rente beantragt. Eigentümer des Rentenkontos ist der Arbeitgeber gewesen! Auch wenn das System seit 1953 theoretisch existierte (ganz theoretisch aber nicht anwendbar seit 1950) wurde es aber nicht "enforced" wie die Taiwaner auf den englischen Webseiten schreiben. Das heißt es hatte für den Arbeitgeber keine Konsequenzen wenn er die Rentenversicherung ignoriert hat. Und fast jeder Arbeitgeber hat sie ignoriert.
In der Praxis gab es Nutznießer erst ab den 90ern, oft sogar erst 2000er-Jahren. Vorteil des alten Systems der Labor-Law-Rente: Man kann zwischen Einmal- und monatlicher Zahlung wählen.

Phase II der Rentenversicherung kommt dann ab dem 01.01.2005. Wer jetzt neu ins Arbeitsleben eintritt oder den Arbeitgeber wechselt kommt automatisch in das neue System. Das neue System hat jetzt das Arbeitsministerium der R.O.C./Taiwan als Rentenversicherungsträger und wieder gibt es einen Fond für den Arbeitnehmer. Diesmal ist jedoch der Arbeitnehmer der Eigentümer des Fonds, auch wenn er ihn erst mit eingetretenem Rentenalter (oder mit etwas Abschlag 5 Jahre vorher) in Zugriff nehmen kann. Allerdings wurde das Rentensystem immer noch nicht "enforced", so dass wohl wieder nicht alle Arbeitnehmer eine Rentenversicherung in dieser Zeit hatten. Man kennt es ja von älteren Taiwanern, die haben nur dann eine Rente, wenn sie bei Vater Staat gearbeitet haben.

Ansprüche aus Phase I können in das neue System übernommen werden, aber das ist kein Automatismus. Wer die Ansprüche nicht beizeiten überführt hat eine unklare Situation, wie er später mal verfährt, wenn das Unternehmen nicht mehr existiert. Auflösung hier unklar.

Phase III kam dann ab 2009. Jetzt wurde die Rentenversicherung "forciert".  Also die Nichtteilnahme durch Unternehmen bestraft. Erst jetzt wurde die Labor-Law-Rente zur Rente für die breite Masse. Jedenfalls für alle, die ordentlich angestellt sind und nicht nur schwarz bei Oma am Nudelstand arbeiten.

Anspruch hat man derzeit noch mit Rentenalter 60 für Herren und 55 für Damen, jedoch steigt das Rentenalter laut den englischsprachigen Infoseiten ab 2019 (dem 10. Jahrestag der "Forcierung" der Rente, manchmal aber auch mit 2018 angegeben) alle zwei Jahre um 1 Jahr an. Leser dieses Blogs, sollten Sie in Taiwan an der Rentenversicherung teilnehmen, werden also wohl erst ab 60/65 (Damen/Herren) auf den Rentenfond Zugriff haben, denn das ist derzeit offenbar das Endalter der erwähnten Steigerung.
UPDATE: Nach dem Besuch bei einer "...Insurance Labor Union", also einer Art Sozialversicherungsnehmer-Gewerkschaft in Taipei (tatsächlich eine private Agentur, keine Gewerkschaft im deutschen Sinn) sieht es so aus, als ob ich (Jahrgang 66, seit 2004 Arbeitnehmer in Taiwan) jedenfalls die Rente schon mit 65 ohne Abzug beantragen könne. Für jedes Jahr der späteren Beantragung sollen 3% Zinsen gezahlt werden. Andere Quellen reden von einer weiteren Steigerung bis 67; ich hoffe derzeit aber auf die 65.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, auf den Rentenfond des neuen Systems zuzugreifen. Natürlich immer durch Antragsstellung beim Rententräger. Und es ist fast sicher davon auszugehen, dass nur auf ein taiwanisches Konto gezahlt wird, obwohl dazu Informationen fehlen.

Fall 1: Man hat weniger als 15 (in der Praxis ist die Grenze offenbar sogar 16) Beitragsjahre. Dann erhält man eine Einmalzahlung wie folgt:

a) Man nehme die 60 gehaltsstärksten Monate und bilde ihren Durchschnitt Dg.
b) Man multipliziere Dg mit den vollen Beitragsjahren, das müsste die Auszahlungssumme sein.
Als obere Berechnungsgrenze findet man zwar auf englischsprachigen Webseiten 150.000 NT für das monatliche Gehalt (darüber wird gekappt für die Rentenformel), aber die Beamten nehmen möglicheweise (lt. Info die meine Frau bekommen hat) den niedrigeren Kappungswert von 43.900 NT für die Formel.



Fall 2: Man hat 15 (lt. chinsischspr. Seiten: 16) Beitragsjahre voll

Dann erhält man eine monatliche Rente. Monatlich Auszahlungssumme ist der größere Wert von den beiden alternativen Formeln:

Dg x Ej x 0.00775 + 3000 NT
Dg x Ej x 0.0155 NT

Kürzel:
Dg: durchschnittlich versichertes Gehalt 
Ej: Einzahlungsjahre
NT: New Taiwandollar
Gehälter zählen möglicherweise nur bis zur oben angegeben Obergrenze von offenbar 43.900 NT, darüber Kappung.



Immer wieder hört man, man könne auch bei neuen System zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rente auswählen. Das ist laut der englischen Wiedergabe der Gesetzestexte falsch. Jedenfalls nach diesen englischen Seiten gibt es die monatl. Rente nur, wenn man 15 Jahre eingezahlt hat und die Einmalzahlung nur bei weniger als 15 Jahren. Aber: Die oben erwähnte Insurance Labor Union erklärte, ich würde bei Komplettierung von 15 (offenbar 16) Jahren Beiträgen zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rentenzahlung wählen können. Wieder scheint die Praxis nicht den auf Englisch wiedergegebenen Gesetzestexten zu folgen.

Unklar ist mir noch, wie nicht vollständige Rentenjahre zählen. Ich vermute, dass diese anteilig zählen, bin mir aber nicht sicher. Es wäre ja unfair jemanden, der nur 11 Monate in Taiwan rentenversichert war, wegen des fehlenden Monats seine Rente vorzuenthalten.

Unterschiedliche Rechtslage für in Taiwan verbeamtete Ausländer und normale Angestellte: Wie im Facebookforum "Germans in Taiwan" berichtet wird und wie mir der Betroffene selbst geschrieben hat, ist im Falle einer Public Service Pension (das ist die Rente für beamtete Staatsdiener, über die man wenig auf Englisch findet) einem Antragssteller mit der erforderlichen Anzahl von Jahren für die monatliche Rentenzahlung eben diese verweigert worden mit der Begründung, er habe keine Staatsbürgerschaft der Republik China/Taiwan. Update: Mittlerweile ist durch Auskunftseinholung beim taiwanischen Rentenversicherungsträger klar  dass es bei der Public Service Pension eine Sonderregelung für Ausländer gibt.  Diese erhalten offenbar nur dann eine monatliche Rente, wenn sie auch Staatsbürger der Republik China sind, ansonsten nur die Einmalzahlung.


UPDATE: Mir hat der Betroffene, ein in Taiwan beamteter Professor an einer taiwanischen Universität selbst seinen Fall erzählt. Achtzehn Jahre Dienst und während es anfangs hieß, die ausländischen Beamten würden wie Taiwaner behandelt heißt es nun, sie bekämen mangels hiesiger Staatsbürgerschaft nur die (recht geringe) Einmalzahlung!

Wichtig für Taiwan vor Erreichen der 16 Jahre Rentenbeiträge verlassende Ausländer:
Man kann -jedenfalls durch Mitgliedschaft bei der o.g. Organisation- weiter in der Krankenversicherung und der Rentenversicherung in Taiwan bleiben und die notwendigen Beiträge aus dem Ausland heraus zahlen!

a) Grundvorraussetzung dafür ist, die ARC zu behalten, wofür man jedes Jahr für ein paar Tage nach Taiwan kommen muss (Achtung: Das geht nicht für APRC-Inhaber, da diese 183 Tage im Jahr in TWN leben müssen!).

b) Parallel kann man auch in der gesetzlichen Krankenversicherung Taiwans, der NHI bleiben und die zugehörige Chipkarte behalten, wenn man weiter die Beiträge zahlt und sich einmal im Jahr in Taiwan bei irgendeinem Arzt für irgendetwas behandeln lässt (!).

c) Auch ohne Job in Taiwan und bei Wohnsitz im Ausland zahlt man dann freiwillig weiter die Rentenversicherungsbeiträge, um die 16 Beitragsjahre (oder mehr) zu komplettieren. Der Rentenanspruch kann dann in meinem Fall sogar noch deutlich gesteigert werden (von etwa 12.000 NT bei 16 Jahren -oder auch nur 10.500- auf 19.000 NT bei Weiterzahlung bis zum Rentenalter).

Meine Mitgliedschaft in der "Sozialversicherungsgewerkschaft" ist bereits akzeptiert worden. Offenbar musste die Org dazu eine Regierungsgenehmigung einholen. Ich werte das als Hinweis, dass ich dereinst wirklich eine monatliche Rentenzahlung bekommen werde.

Soweit mein Scrapbook zur Rentenlage. Wer mehr versteht davon möge in den Kommentaren Berichtigungen schreiben. Link zur Labor Law Rente von Regierungsseite: http://www.bli.gov.tw/en/sub.aspx?a=JpyLhdHXQNs%3D


Werden die Taiwaner nun garantiert zahlen, selbst wenn man bei Renteneintrittsalter schon längere Zeit nicht mehr in Taiwan wohnt? Das weiß ich natürlich auch nicht. Erfahrungsgemäß haben taiwanische Beamte sehr eigene Vorstellungen von der geltenden Rechtslage, die mit dieser längst nicht immer deckungsgleich sind. Es scheint eine Art eingefleischtes Prozedere in jeder Behörde zu geben, nach dem relativ unabhängig von der Rechtslage verfahren wird. Da kennen die Beamten dann kein Verhandeln und bleiben i.d.R. stur dabei. Ein Ausländer, der wie ich dann irgendwann Rente beantragt wird in dieser Hinsicht also Neuland betreten.

Ich denke, wenn man einen Schrieb mit seinem chinesischen Namen hat (etwa die letzte ARC) und idealerweise die Unternehmen mit ihren chinesischen Namen findet - etwa Gehaltszettel aufgehoben hat - wird es wohl kein Problem geben. Desto mehr man dem "Laowai" gleicht, der nach Jahrzehnten ankommt und sagt, ich heiße Hermann Meier und habe mal bei Gobbeltec in Wanli gearbeitet und lebe heute in Oberammergau in Deutschland, desto geringer sind wahrscheinlich die Chancen den Prozess ordentlich abzuschließen. Mit dem chinesischen Namen "He Ping Lee" oder was auch immer in chinesischen Schriftzeichen und dem wahren Namen von Gobbletec (in chinesischen Schriftzeichen: Millionen-Treue-Kunden-Hochtechnologie-Exzellenz-auf -goldener-Wiese-im-Mondschein Ltd.) wird es wohl gehen.

Persönlich bin ich nach dem Besuch der oben erwähnten Rentenagentur etwas optimistischer geworden, dass alles glatt über die Bühne gehen wird dereinst.


Ich selbst als Beispiel: Konkret ist meine Situation die folgende (freilich ohne Gehaltssummen):


2004 habe ich bei einem Unternehmen hier angefangen und bin wohl bis Anfang 2005 geblieben. Für diese Zeit ist in das alte Rentensystem eingezahlt worden. Der Inhalt des resultierenden Rentenfondskonto (bei der Nationalbank) bzw. die gezahlten Beiträge sind mittlerweile bereits in das neue System per Antrag überführt worden.

Als ich dann um 2005 den Arbeitgeber gewechselt habe, bin ich direkt in das neue Rentensystem gewechselt, weil meine Arbeitgeber netterweise von der Rentenversicherung Gebrauch gemacht haben, ob wohl diese vor 2009 nicht zwingend war. Das Unternehmen gibt es heute nicht mehr wirklich, aber das unerheblich, weil meine Beiträge ins neue Rentensystem "gerettet" worden sind.

Mein aktueller sehr großer Arbeitgeber hat dann (Wechsel 2007 denke ich) auch korrekt abgeführt.

Also habe ich im Jahre 2016 die Rentenformel Dg * 12 als Einmalzahlung in NT. Das müsste ich bei Eintritt des (65. oder) 67. Lebensjahres erhalten, wenn ich im Jahre 2016 aufgehört hätte zu arbeiten.

Die kohärenteste Info zur Rentenlage ist wohl der Link der Immigratiosbehörde: http://iff.immigration.gov.tw/ct.asp?xItem=1217233&ctNode=34333&mp=iff_en


Edit: Wissenschaftliches Papier zur Rente in Taiwan der Universität Kent: http://www.kent.ac.uk/scarr/events/beijingpapers/Funew2ppr.pdf 


Modellrechnung 1:

Thomas Meier hat vom 01.01.2010 bis zum 01.01.2020 in Taiwan als normaler Angestellter bei einem taiwanischen Unternehmen gearbeitet. Sein Gehalt ist in den Jahren von 80.000 NT auf 120.000 NT monatlich gestiegen. Angerechnet für das Durchschnittgsgehalt werden aber offenbar nur 43.900 NT monatlich, so dass er (wenn er dereinst 65 - oder 67 Jahre?) alt ist, in Taiwan folgende Rente beantragen kann:

10 x 43.900 NT = 439.000 NT als Einmalzahlung.

Entscheidet sich Thomas Meier nun für die Mitgliedschaft in der privaten Sozialversicherungsgewerkschaft dann kann er seine Beiträge freiwillig noch 6 Jahre weiter zahlen (das sind dann offenbar knapp 4400 NT monatlich) und erhält dann mit 65 oder 67eine monatliche Rente von 10.887 NT auf ein taiwanisches Konto.
Lebt er noch 10 Jahre nach Rentenerhalt, sind das immerhin 1.306.440 NT Rente.

Modellrechnung 2:

L. Udigel (Name von der Redaktion geändert) hat von Februar 2004 bis -sagen wir- Juni 2020 in Taiwan gearbeitet. Das macht dann 16 Jahre Beitragszahlung. Schon mit kompensiert sind vielleicht ein paar Monate zwischen den Jobs. Er hätte also auf jeden Fall 15 Jahre Rentenbeiträge voll, um die monatliche Rente zu bekommen.
Sein Gehalt war immer über dem (in Praxi) Kappungsbetrag von mtl. 43.900, damit ergibt sich die folgende Rechnung nach den beiden Formeln oben:

43900 x 16 x 0.00775 + 3000 = 8443.6 NT
43900 x 16 x 0.0155 = 10887.2 NT

(selber Betrag wie oben ;-)

Also würde der gute L. Udigel, wenn er dann im Juni 2020 in seine Heimat Teutschland entschwände, mit 65 (oder 67?) eine monatliche Rente von 10887 NT auf ein taiwanisches Konto erhalten. Nach dem gegenwärtigen Kurs wären das etwa 311 Euro. Da man gegenwärtig nicht per (ohnehin komplett auf Chinesisch vorhandenem) Computerbanking von Taiwan ins Ausland Geld transferieren kann, müsste der Gute dann einen Vertrauensmenschen in Taiwan haben oder alle paar Jahre rüberfahren, um sich nach viel Zungenbrecherei oder mit Dolmetscher das Geld nach Deutschland überweisen zu lassen, was wohl jeweils 100 Euro Gebühren verschlingt. Obige Rechnung geht davon aus, dass er nicht die Rentenbeiträge weiterzahlt.

UPDATE 10/2019: Bin die Tage informiert worden (über einen chinesischsprachigen Brief, den die werte Gattin gelesen hat), dass ich ab sofort meine 15 Beitragsjahre für die monatliche Rente voll habe. Hurra!

UPDATE 10/2019 das Zweite: Nach Kontaktierung des Rentenversicherungsträgers in Taiwan hat meine Frau nochmals bekräftigt, dass ich dereinst, wenn die Rentenzahlung (offenbar mit 65 Lebensjahren) ansteht, zwischen einer Einmalzahlung und einer monatlichen Rentenzahlung wählen kann. Das widerspricht den Informationen auf den englischsprachigen Webseiten, wie sie oben wiedergegeben sind. Denn dort gibt es eine Einmalzahlung (auf niedrigem Niveau) nur, wenn man weniger als 15 Beitragsjahre beisammen hat.
Achtung: Meine Frau sagte, es gäbe 2 Rentenlevel und meine derzeitige Firma hätte die ganzen Jahre auf dem HÖHEREN RENTENLEVEL für mich einbezahlt. Daher würde sich auch eine Einmalzahlung lohnen.
Auf den englischsprachigen taiwanischen Rentenwebseiten fand sich bislang KEINE INFORMATION über ein höheres Rentenlevel und nach den obigen Formeln wäre eine Einmalzahlung (die Pflicht ist bei unter 15 Beitragsjahren) viel zu gering, als dass man sie in Erwägung ziehen sollte. Allenfalls die beiden Kappungsgrenzen, die oben erwähnt sind, von einem anrechenbaren Gehalt von max. 43.900 NT monatlich und dann doch manchmal 150.000 NT, könnten einen zwei verschiedene Level der Rente vermuten lassen. Ich werde da noch mal nachforschen. Aber wenn die englischsprachigen Webseiten der taiwansichen Rente eben unklare oder falsche Informationen geben, wird das natürlich fruchtlos bleiben.
Einstweilen kann man obige Formeln und Erklärungen also zumindest als das MINDESTNIVEAU der Rente in Taiwan nehmen. Ob es wirklich ein höheres gibt, steht noch in den Sternen.

EDIT: Eine neue Webseite (https://www.bli.gov.tw/en/0010366.html)  hat viele neue Informationen. Manches davon ist widersprüchlich oder unklar. So ist hier die Rede davon, dass das neue Rentensystem nur Staatsbürger, deren Ehegatten oder PERMANENTE Residente erfassen würde. Das wären schlechte Nachrichten für alle, die einfach nur ein paar Jahre hier gearbeitet hätten ohne Ehe und ohne PARC (Permanente Aufenthaltskarte). Oder was sind die Kriterien für "permantente Residente"? I
Alle, die 15 Beitragsjahre voll haben, können demnach auch zwischen monatlicher und Einmalzahlung der Rente wählen.. Die Formeln für die nichtpermanenten Residenten sind jedenfalls die selben wie oben erwähnt. Allerdings habe ich auf die Schnelle nichts von der Kappungsgrenze gefunden. Na ja, so richtig werde ich es erst wissen, wenn ich es dereinst mit 65 ausprobiere...

Donnerstag, April 30, 2015

Spendenaktionen im Ausländerforum

Keine Sorge, ich fordere Sie nicht auf Geld zu geben. Ich gebe auch nix.

In Taiwan gibt es - immer noch - eine gut funktionierende gesetzliche Krankenversicherung die bei mir dem dem -wohl- Maximalsatz von 1000 NT im Monat (nach 1:40-Standardkurs vor der Euroabwertung waren das 25 Euro) mehr zahlt als die deutsche KV. Jedenfalls bekommt man hier auch Erkältungsmedikamente bezahlt. Alles schwerwiegende wird sowieso übernommen, auch wenn es ebenfalls Krankenhaustagegeld und eine Praxisgebür (200 NT, 150 NT für Kinder) gibt.

Trotzdem passiert es immer wieder, dass das alteingesessene Ausländerforum Taiwans bei verunfallten Ausländern zu Spendenaktionen aufruft. Die allgemeine KV wird dabei erst gar nicht diskutiert und ich wundere mich jedes Mal.

Jetzt war wieder eine tolle Geschichte. Da ist ein "Englischlehrer", der stets und ständig mit einem schweren Motorrad mit hoher Geschwindkeit durch den taiwanischen Verkehr rast, wohl teilweise mit einer Hand und sich dabei filmt. Auch die Taiwanpresse hatte ihn schon auf dem Kieker. Geld verdient er mit Motorradtourismus und wohl seinen Videos. Mir sind seine Hochgeschwindigkeitsfahrten im öffentlichen Verkehr immer unsympathisch gewesen, das gebe ich gerne zu.

Als er schließlich verunfallt ist - bei langsamer Fahrt wie er sagt - gab es wieder eine Spendenaktion, bei der diesmal wohl eine Million NT gesammelt wurden. Der Motorradkünstler offenbart dann Details über die Trennung von seiner Frau, lädt sich zwei Freunde nach Taiwan ein und bezahlt deren Flugtickets, um seine mittlerweile in seine neue Wohnstatt eingezogene Frau physisch ruhig zu stellen. Dann fliegt er nach Australien und lässt es sich gut gehen und die Leute schreiben im Forum "Oh Gott, wo ist nur mein Geld geblieben?"

Letztlich ist das mit der gesetzlichen Krankenversicherung eben keine schlechte Sache, da weiß man wer was wofür zahlt denke ich. Und ich gebe zu, ich bin wieder mal unsolidarisch. Und verblüfft, wofür die Leute spenden. Gibt es nicht wirklich Bedürftige? Levitenleser aus dem Forum nur zu, der olle Ebenezer Scrooge hat wieder mal keinen Kreuzer raus gerückt.... Das Taiwanblog freut sich, dass nichts schlimmeres passiert ist und gratuliert zur Genesung.

Andererseits, Leute dafür zu bezahlen, nicht mit dem Motorrad mit einer Hand durch den Verkehr zu rasen hat auch schon wieder eine gewisse Logik...

Montag, Dezember 15, 2014

Deutsch-Deutsch, Deutsch-Taiwanisch, Taiwanisch-Taiwanisch

oder: Völker mischet euch, oder eben auch nicht
Notizen zu einer Begegnung von taiwanischen, deutschen und gemischten Paaren auf einem Empfang

Ohne Ross und Reiter nennen zu wollen werden meine Notizen veranstaltungsanonym in den Raum gestellt. Es trafen sich am kalten Buffet diverse deutsche Expatpaare, ein paar wenige taiwanische Paare und auch zumindest zwei gemischte Paare, letztere natürlich in der vorherrschenden Form aus Deutschem und Taiwanerin, der Blogautor darunter.

Ich selbst kaute gerne den selbstgebackenen Kuchen der deutschen Expatfrauen, wann kriege ich so etwas schon mal. Zwischen all den leckeren Sachen fiel mir eine typische Dinner-Pappschachtel mit angebratenen taiwanischen Teigtaschen ins Auge. Superlecker diese länglichen Dinge, ich esse sie eigentlich für mein Leben gern, bin aber nicht beigegangen, meiner neuen ölkritischen Ernährungsmaxime halber. Denn Garküchenessen so per se vertrage ich nicht mehr - esse eben nur noch von ausgesuchten Garküchen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Man denke auch an die endlosen Lebensmittelskandale, von denen sich der letzte ums Öl drehte. Auch sonst ging niemand an die Garküchenbox. Die zweite Garküchenschachtel mit Ente a la Hong Kong oder was auch immer das war ging jedoch schnell weg. Eines der zwei (oder drei) rein taiwanischen Paare auf dem Empfang hatte offenbar ein glückliches Händchen bewiesen, das andere nicht. Der Deutsche scheut das Öl dieser Tage im taiwanischen Land.

Viele deutsche Expats im eleganten maßgeschneiderten Anzug, graumeliert oder schon ganz ergraut, markante Gesichter die das Entscheiden gewohnt sind und natürliche Autorität ausstrahlen. Auch beim Zugriff auf den Christstollen. "Nimm dir noch ein Stück und schick mir hinterher ein Memo über die Absatzprognose in Q1" ergänze ich mir den Ton zu den Bildern am anderen Ende der Tafel und ermahne mich gleich selbst zur Fairness, kaue ich doch auf dem köstlichen Bananenkuchen der Deutschengemeinde. Und mir fällt auf, wie sehr ich selbst aus dem Rahmen falle, anfangs mit sage und schreibe fünf Taschen behängt (wir hatten ja Junior mit) und auch am Buffett noch mit Tasche behängt und mit Junior(3)-Füttern beschäftigt. Andere Expats sind immer viel cooler als ich, das fällt mir sowieso immer auf. Alle saßen auch brav während den Ansprachen auf den Stühlen im abgedunkelten Raum, nur wir nicht, weil meine Frau unbedingt da hinten was bei Junior richten wollte, der irgendwo anders gerade war. "Sorry sorry schieb... schieb.....". Wir sind anders als die anderen Expats.

Meine Ohren hören das ein oder andere zynische, das können Expats immer gut. Dann die Taiwaner im Raum, brave Paare, bleiben für sich, so wie die Deutschen unter sich bleiben. Und zwei weitere getrennte Gruppen, das eine deutsch-taiwanische Paar, beide in den 30ern, sie mit Ultramini und modischer Kleidung.. Ganz anders aussehend als die Businessgattinnen der Deutschen. Und Ludigel und Frau und Junior wieder eine andere Gruppe für sich. "Expat im Endstadium mit Anhang", ergänzt die sarkastische Stimme in meinem Kopf das Bild von mir selbst und fügt noch "weit jenseits aller sozialen Konventionen" hinzu. "Rede du nur", antworte ich mir selbst. "Lass uns noch ein paar der Apfelkekse da nehmen, die finde ich sonst ´hier nirgends." Wir einigen uns auf lautloses Kauen.

Am Ende ist alles weg, bis auf die Teigtaschen, Junior will nach Hause und wir verschwinden in die Nacht. Ich suche jemanden zum Verabschieden und nicke den zwei verbliebenen Apfelkeksen zum Abschied freundlich zu.

Dienstag, Oktober 14, 2014

Philippinen - Wochentrip (jetzt mit Bildern)

Meine Eindrücke von der 7-tägigen Reise in die Philippinen. In Situationsberichten. Einstweilen ohne Bilder, die werden nachgereicht

Die Motivation meiner Frau ihre Schwester auf die Philippinen zu besuchen, die in Manila Metro lebt und mit einem philippinischen Staatsbürger aus der chinesischen Minderheit dort verheiratet ist, bestand im Wesentlichen darin, ernsthafte Schritte zur Auswanderung nach Manila zu unternehmen. Ich hingegen wollte nur einfach die seit Jahren im Raum schwebende Einladung von Schwager und seiner Frau annehmen. Bezüglich dem was uns erwarten würde geschweige denn einer Auswanderung nach Manila war ich extrem skeptisch.

 Die Bilder sind direkt in Manila City oder Paranque City von Metro Manila entstanden. Ich komme allerdings mit der mehrfachen Verwendung von "Manila" für Zentrum, Stadt und Umland doch noch ins Schleudern als Newbie



Due Dilligence: Was liest man von Manila? In deutschen Foren wird von Prostitution, Müll, unerträglicher Hitze, Ausländer hassenden raffgierigen Einheimischen und ekelhaftem Smog geredet, so dass man in Manila nur kurz einen Zwischenstopp machen sollte um sich dann auf eine der schönen Inseln der aus unzähligen kleinen Eilanden bestehenden Inselrepublik zu flüchten.
Die Presse berichtete zeitnah von Entführungen von Deutschen, das Auswärtige Amt warnt vor dem Bereisen der Ecke um "Saba" und warnt ebenfalls vor Entführungen - auch manchmal in Manila. Ich war alles andere als begeistert vor diesem Trip. Allerdings sah ich schon, dass sich die Entführungswarnungen auf die südwestliche Ecke der Philippinen konzentrieren, eben "Saba" wo Piraterie und islamistische Terrorgrüppchen nach Bleichgesichtern Ausschau halten. Die "Religion of Peace*" aka Islam auf Beutesuche.

 Auf dem Weg zu den Malls im Zentrum. An Taguig, was auf dem T-Shirt hier zu lesen ist, sind wir auch immer vorbei gekommen ;-)

Der Flug: Nur 2 Flugstunden direkt von Taipei mit Philippine Airlines (PAL). Eine Airline mit sehr durchwachsender Unfallstatistik, die bis 2013 gar nicht in der EU fliegen durfte. Trotzdem sah alles sauber und ordentlich aus. Rustikal nur ein Flugbegleiter, der mir lachend erklärte "I want to beat her" / "ich könnte ihr eine reinhauen" und sich damit auf einen weiblichen Fluggast auf der Toilette bezog, der die Tür nicht verriegelt hatte so dass Ludigel in eine höchst private Verrichtung hinein platzte.


Bei Paranque City im Gewerbegebiet

Die Ankunft: Ein bisschen Disorganisation bei der Einreise. Im Flieger hatten wir weiße Formulare bekommen für Zoll- und Gesundheitserklärung. Die Annahme eines der beiden wurde aber am Immigration-Schalter verweigert, denn da hatten sie ein gelbes neues Formular mit selbem Inhalt. Ludigel grummelt von Unsinn und Schlamperei, Frau erinnert ihn genervt daran, dass er mal wieder sehr deutsch agiert. Und Ludigel ermahnt sich, seinen Deutschmodus jetzt abzuschalten und auf das Latino-America - Programm zu schalten, denn von der Kultur und Geschichte her schienen die Philippinen Lateinamerika recht ähnlich zu sein, trotz Lage in Asien. Vgl. spanische Kolonialzeit und einschlägige Berichte im Internet zur Landeskultur.



Die Fahrt: Wir werden von unseren Gastgebern abgeholt. Frische sommerliche Regenluft vor dem Flughafen Manila. Das Terminal hat ein bisschen Provinzambiente, hatte mir den Flughafen Manila größer vorgestellt. Die Fahrt im Toyota Minivan meines Schwagers geht durch dichten Verkehr. Überall Baustellen, endloses Geschiebe quer über alle Fahrspuren, Dauerstau und dicke Abgaswolken jenseits der Fenster. Aber so klimatisiert riecht man nichts davon. Eigenartige Motorrad-Dreiräder, die offenbar Taxis sind, quälen sich knatternd mit durch den Verkehr. Dazu bunte Schlichtbusse fantasievoll verziert, aber ohne Fensterscheiben.. Der gesamte Verkehrsstrom drängt schließlich im Pulk auf den Parkplatz eines anderen Terminals, dazu noch drängt sich eine große Verkehrsader herein und will auch den Parkplatz ansteuern, mein Schwager manövriert den großen Toyota quer zum restlichen Verkehr durch eine winzige Schneise und wir entkommen in die Nacht. Die Straßen sehen sehr glatt und ordentlich aus, aber der hart gefederte Toyota schüttelt sich heftig und mein Schwager entschuldigt sich für die (nicht vorhandenen) Schlaglöcher.

 An manchen LKWs steht nur ein Pseudonummernschild "no plate available" : kein Kennzeichen verfügbar. Na dann gute Fahrt (Schild nicht im Bild)

Die Logis: Plötzlich sind wir von hell erleuchteten Woklenkratzern umgeben, doch mit viel Raum zwischen den einzelnen Wohntürmen. Alles sind sogenannte "Condos" (oder schreibt man das mit K?), will sagen Apartmentbauten. Streng kontrolliert Security den Wagen und wir fahren in das 5. Tiefgeschoss ein, durch ein klinisch reines Parkhaus mit viel teuren Autos drin und eigenartig verbaute Rampen mit einem aufgemauerten Mittelstreifen, so dass der Toyota kaum um die Kurven kommt. Der Bauingenieur war ein Idot oder Sadist, aber mein Schwager lenkt den großen Wagen gekonnt um die fast unpassierbaren Kurven, die manchmal fast im rechten Winkel abknicken. "Noch mal von vorne" würde ein Architekturprof im 1. Semester da wohl dem Studenten sagen, der so eine Bauzeichnung vorlegt. Drinnen eine hotelartige Atmosphäre, alle endlosen Flure und schicken Lobbis klimatisiert und holzgetäfelt, sich höflich verneigendes schwarz livriertes Personal überall. Das ist das reiche Manila! Entsprechend auch die Kondo, schlicht aber schick eingerichtet, eine Zweiraumwohnung mit Balkon und Blick auf eine schicke Skyline aus vielen neuen und teilweise im Bau befindlichen Apartmenttürmen und Einkaufszentrum. Mit Palmen dazu sieht es aus wie Miami im Fernsehen, nur dass vieles gerade erst gebaut wird. Swimmingpool und Fitnessräume haben sie auch. Nie werden wir Stromausfall haben, alles schick und neu, viele Ausländer im 50-stöckigen Condoturm.

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Private Security mit Segeway oder wie der Standroller heißt in Bonifacio Global City, Manila



Bei Schwager zu Hause: Am nächsten Tag geht die Fahrt durch die schicke Innenstadt. Hier sind wir im Botschaftsviertel von Manila, nur Einkaufszentren und die teuren Condo-Wohnalagen, viel private Security in Form von dunkelhäutigen kräftigen Männern mit Gewehren oder Pistolen am Hosenbund, dazu Schlagstöcke und Handschellen. Grimmig guckende Herren die sich auch von der Hautfarbe von den oft spanisch aussehenden Passanten abheben. Das reiche Manila holt sich die Jungs aus der Vorstadt und bewaffnet sie um Ruhe und Sicherheit zu haben. Die Fahrt geht weiter über Schnellstraßen, man sieht Slums aus halb verfallenden und von Amateurhand ausgebauten und augestockten Schlichthäusern und wilden Butzenvierteln vorbei, die teilweise diskret durch Sichtschutz verdeckt sind. Eine besonders wilde Slumecke am Flussufer sieht man nur einen Sekundenbruchteil, weil die Brücke einen großen metallenen Sichtschutz hat. Die "Armutsblende". Neue Toyotas, Mazdas und Mitsubishis neben ein paar BMW-SUV, Audis und Chevrolets rollen blitzend an der Armutswand vorbei, so dass man nur neue Karossen und neue Shoppingmalls (Einkaufzsentren) sieht. Und immer wieder grimmige Security. Die Sonne scheint, der Verkehr ist leicht, die Luft klar und frisch. Müll sieht man nur manchmal in Gewerbgebieten in irgendwelchen Einfahrten, nicht in den schicken Condo- und EInkaufsvierteln. Nach einem etwas angeschmuddelten Gewerbegebiet mit vielen Motorradtaxis, das mich an Kuba oder die Dominikanische Republik erinnert, rollen wir durch ein diesmal mit Sonnenschirm etwas rustikal wirkendes Security-Tor in ein leicht angeschmuddeltes Wohnviertel ein. Alte kleine Villen hinter schmiedeeisernen Toren, meist neue Toyotas überall, ein paar Dreckecken dazwischen mit Müll auf Abbruchgrundstücken und dreckig aussehenden Fressbuden und Minirestaurants. Einige zerlumpt aussehende Herren an Straßenecken und in den Gossen sitzend, die auf irgendetwas warten und wohl oft die Fahrer der wartenden Motorradtaxis sind. Wir passieren ein zweites Securitygate und ein dunkelhäutiger kräftiger Mann salutiert und lässt uns passieren. Er trägt ein leeres Pistolenhalfter am Gurt. Drinnen ein etwas besseres Viertel. Etwas in die Jahre gekommende Reihenhäuser, Kinder spielen auf den schmalen Straßen zwischen den oft neuen Mittelklassewagen, Menschen haben sich in lockerem Plausch vor dem kleinen Gemischtwarenladen versammelt und bieten sich gegenseitig dort gekauftes Knabberzeug an. Alles ist verblüffend leise. Wären wir in der Dominikanischen Rep. würde jetzt bestimmt irgendwo ein Radio oder TV lautes Geschrei oder Samba von sich geben. Hier nicht.

Untere Mittelklasse Viertel schon als "gated community"



Das Haus innen: Das dreistöckige Reihenhaus hat viele Kameras an der Tür und Warnhinweise. Uns macht eine alt aussehende Endvierzigerin auf, die einfache Klamotten trägt und immer höflich lächelt und praktisch nie redet in der Folgezeit. Es ist die "Yaya" der Familie, das Dienst"mädchen", die hier 24/7 wohnt und mit 5000 Pesos im Monat plus Kost und Logis plus Übernahme der Arztrechnungen entlohnt wird. Einheimische zahlen oft nur 1000 oder 2000 höre ich. Zwei Stockwerke sind die Werkstatt meines Schwagers, der hier Schilder und Aufkleber für Privat- und Firmenkunden drückt. Mehrere Herren und eine junge Frau arbeiten etwas grimmig guckend angestrengt an ihren Schildern. Kein Wunder, wir latschen da ja mitten durch und quer über ihre Werkstücke. Die männliche Wahrnehmung von mir kann nicht anders, als die außergewöhnliche Attraktivität der leicht gebräunten jungen Mitarbeiterin zu bemerken. Das Latinogegenstück einer taiwanischen "Xiaojie". Die Yaya räumt und lächelnd hinterher und kümmert sich dann herzlich um Junior. Mir ist so eine stille immer lächelnde Frau ziemlich unheimlich, so etwas bin ich nicht gewohnt. Die junge "Xiaojie" am Arbeitsplatz sieht uns skeptisch und mit hochgezogener Augenbraue hinterher. Insbesondere mir. Ich falle dort natürlich auch mehr auf als der Rest unserer Gruppe. Außerdem hätte ich nicht unbedingt dies Seidenhemd mit 40 verschiedenen Farben anziehen müssen. Immer wieder wundere ich mich, dass kein Mensch Spanisch spricht, wo doch alles wie in Lateinamerika aussieht, auch wenn manche Leute asiatischen Einschlag haben. Aber nur 10% der Philippinos sprechen noch Spanisch.
Innen alles so sauber, dass man vom Fußboden essen kann, die Yaya putzt oft. 12000 Pesos Miete im Montat. 1000 Pesos sind 750 NT oder so, 1000 NT wären 25 Euro, rechnen Sie es doch selber aus. Mein Schwager bezahlt immer und ist nicht davon abzubringen, da kenne ich kaum die Wechselkurse.

Weiß gekleideter Securityguard, hier allerdings im Bürohaus oder dergleichen

Die Shopping-Malls: Philippinos lieben Einkaufszentrum, in Metro Manila haben sie mamorgetäfelte Oberklassemalls mit Apple- und Sonystore und Gucci und was auch immer. Mittelklassige Malls sind ein bisschen düsterer mit vielen günstigeren Geschäften, Massagepraxis ohne Schweinkram mit schmutzigem Betonboden, kleine Elektronikstores, kleine Restaurants und Cafes mit mittelprächtiger Sauberkeit, hier hat auch mein Schwager einen adretten kleinen Outlet-Kiosk unter der Rolltreppe wo es Baby-in-Car - Sticker und Hanfplanzen-Sticker zu kaufen gibt. Und nachgemachte EU-Autoschilder, auf denen aber wirklich EU steht und nicht D oder F oder NL. Wenn ich den Blick schweifen lasse in die Runde, etwa wegen den hübschen Josef und Maria - Statuen nebst Heilige Drei Könige an einem karikativen Handwerkskunststand, passiert es mir oft, dass ich bemerke wie ich plötzlich langen Blickkontakt mit einer in der Regel sehr hübschen jüngeren Verkäuferin habe. Das wird sicher am Wohlstandsgefälle liegen und hat mich vage an Cuba erinnert, andererseits pfeifen einem die Damen hier nicht hinterher und wenn man den Blick abwendet passiert auch nicht mehr. Bin ja glücklich verheiratet. Oder es lag wieder am bunten Hemd. Schnell wieder auf die Jesusfiguren geguckt. Vorgestern ist ein 4.4 kg schweres Paket von einem teuren Schokoladenladen aus Deutschland bei meinem deutschen Paket-Forwarder eingetroffen, dass ich nicht bestellt habe. Abgebucht vom Konto ist auch nichts, sicher ist es von Jesus, zum Trost.



Das Essen: Typisches Philippinoessen ist irgendwie ein Zwischending zwischen Latinoküche und Asiatischem. Sehr taiwanisch wirkende Nudeln mit Scmorfleisch und Gemüse, etwas würziger. Meine Taiwanfamilie hält das leicht für versalzen, aber die Leute dort salzen europäisch. Schweinshaxe, die fast deutsch wirkte, wohl eine auf Spanien zurückgehende Spezialität. Pilze in viel Öl, lecker. Paprikalastiges Mischgemüse. Aber viel Erfahrung habe ich da nicht. Philippinos esses auch gerne japanisches, chinesisches und allerlei anderes - offenbar nicht so gern saftiges oder teilrohes Fleisch. Ein wohl nicht ganz durchgegartes Würstchen hat mir bis heute Montezumas Rache beschert, obwohl ich nur einen Zipfel gegessen habe und Junior die ganze Restwurst. Er hat keine Beschwerden; Magen nach der Mama geschlagen. Gerne essen sie Pasta und Pizza, das Qualitätsniveau ist da sehr gut. Ich hatte einmal spanisch inspirierte Chorizo-Pasata, also mit scharfer Wurst zwischengedreht. Lecker. Ein Jesusbild, das sehr nach dem jungen Errol Flinn aussah (nur mit langen Haaren) guckt mir beim Essen zu, mit blutendem Herzen in einem Restaurant der sehr guten Kette "Mary Grace". Preise wie in Taiwan, je nach Restaurantklasse ab 160 Pesos oder auch deutlich mehr, 450 oder wieviel auch immer mit Tischtuch. In Garküchen ist es billiger, aber da würde ich hinterher tot umfallen denke ich.

 Und Jesus schaut bei "Mary Grace" beim Essen zu...



Die Expats: Desto schicker die Gegend, desto Expat, etwa jüngere Männer mit Kind an der Hand die der hispanisch aussehenden schicken gleichaltrigen Frau im Einkaufszentrum hinterher dackeln. Oder alte Herren mit blutjungen dunkelhäutigen Frauen, hier scheint der Trend zur Extremoberweite zu gehen. Beides sind völlig unterschiedliche Beziehungswelten offensichtlich. Oder auch der allein umher gehende ältere Herr der entweder irgendwas in (s)einem Laden vom Personal umdekorieren lässt oder dessen junge Freundin vielleicht gerade allein neue Klamotten kauft. Ein älteres deutsches Paar "wohnt" in unserer Condo-Anlage.
Generell sagt man, dass es für Ausländer keine Arbeitsplätze auf den Philippinen gibt, es sei denn, sie schaffen sie selbst. Als Altersruhesitz sind die Philippinen beliebt, weil die Visaregelung recht großzügig ist, offenbar muss man 25.000 Euro (oder 50.000) als niedrig verzinstes Festgeld dort anlegen, was man bei Ausreise zurück erhalten soll, dann kann man bleiben. Von 1000 Euro soll man dort recht luxuriös leben können, etwa im einfachen Reihenhaus (10000 Pesos pro Monat Miete), mit Dienstmädchen (sagen wir 1500 bis 5000 P pro Monat), eventuell 24/7 Krankenschwester (umgerechnet wohl 400 Euro im Monat) und Fahrer (wie Krankenschwester entlohnt). Nageln Sie mich nicht auf Details fest, ich bin da noch Newbie.
Man kann US-Krankenversicherungen abschließen. Taiwaner nehmen einfach die taiwanische gesetzliche Krankenversicherung mit, die auch Arztrechnungen im Ausland bezahlt.

 Schlichtviertel, fast schon slumming, an der Shopping Mall

Prostitution / Sextouristen: Habe ich nichts mit zu tun und soll hier ausgeklammert werden, obwohl es sicherlich in den obigen Expatbetrachtungen teilweise enthalten ist. Mehr interessiert mich da wirklich nicht.

Das ist einfach nur eine Straßenszene, Fotos von Despektierlichem habe ich nicht zu bieten.

Die Polizei: Polizisten sind wohl selber Gangster und kommen daher in die feinen Viertel und den oben erwähnten schicken Stadtkern nicht rein, weil es da die beschriebene private Security gibt.

 Werden Sie nicht Sextourist, essen Sie lieber "Baku Pie", frischen Kokoskuchen aus den Highlands. Hmmm.... das ist das reinste Manna.

Schulen: Kostet Schulgeld, eine katholische Schule mit vielen Kindern von Reichen kostet wohl 120.000 P im Jahr, wenn ich das recht verstanden habe. Die deutsche Schule Manila ist auf dem Gelände der französischen Schule, es gibt strenge Security, die mich kaum herein gelassen hat (erst nach Abklärung mit Schulleitung). Kindergarten kostet wohl um die 360 Euro umgerechnet im Monat. In Taipei wären es 1000 Euro. Details muss ich noch klären.

 Gar nicht so teuer, jedenfalls nicht für Expats und die obere Mittelklasse: eine katholische Schule mit vielen Prominentenkindern und dem Junior vom Schwager.

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Arme Leute: Zwei Szenen sind mit im Gedächtnis geblieben, gesehen beim Blick aus dem Autofenster. Eine Frau mit orangebraun gefärbten Haaren, eine verhärmte Endvierzigerin, steht in einem wohl früher mal eleganten grauen langen Kleid mitten im Standzentrum und weint vor sich hin, eigenartig entrückt und steif, eine oben verschlossene kleine Plastiktüte mit einem Glas o.ä. in der Hand. Vermutlich Schusterleim der der ätherischen Dämpfe halber in Slums viel als Droge missbraucht wird.
Auf der Zufahrtsstraße zum Flughafen rufen ein paar kräftige junge Männer ein Taxi für eine Gruppe von jungen Mittelklasseleuten und halten zum Einsteigen die Tür auf. Die Mittelklasseleutchen wirken fast verschüchtert, vermeiden angestrengt den Blickkontakt und geben dem Türaufhalter ein paar Münzen. Daneben steht ein anderer junger Mann mitten auf der Straße, den Blick weit entrückt gen Himmel, auch mit so einer Tüte in der Hand.


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Sicherheitslage: Laut unserer Gastgeber dort kann man natürlich nicht nachts im falschen Viertel herum laufen, sonst sind Überfälle an der Tagesordnung. Slums meidet man zumindest nachts und am Besten auch am Tage. Moslemische Leutchen unterteilten sie in die gut situierten, die einfach nur Geschäfte machen wollen und in die "Kriegerkaste" aus wütenden jungen Männern, die einen außerhalb der guten Viertel gerne an den Kragen wollten. Ich gebe das einfach mal so weiter. Obwohl das letztere mir wie ein zu verallgemeinerte Mix aus Religion und Armutsproblematik klingt. Würden nicht katholische Arme auch einen Überfall durchführen? Wie oben gesagt, das Grenzgebiet der Philippinen hin zu Malaysia ist wegen islamistischer Gangsterbanden zu vermeiden.



Fazit: Am Ende sehe ich die Pläne meiner Frau zur eventuellen Übersiedlung in den nächsten Jahren sehr viel positiver, auch wenn noch verschiedene Aspekte zu klären wären. Als Einkommensquelle würden uns zwei verschiedene Unternehmungen mit Kooperation mit der Schwester meiner Frau dienen. Ich sehe das auch mit Skepsis, aber fundiert und gründlich analysiert ist das ganze schon. Wer ins Ausland geht, soll nie den Einheimischen oder anderen Expats trauen, die plötzlich hilfsbereit auftauchen und beim Geldanlegen behilflich sein wollen. Hier geht es allerdings um meine Taiwanfamilie, die sich eben teilweise auf die Philippinen ausgelagert ist und das ist sicher ein anderer Fall. Ich weiß, ich weiß, skeptisch bin ich selber.
Positiv an den Philippinen sicher das europäischere Raumgefühl, wenn man von engen Slums absieht, die ich aber nicht besuchen will.

 Können Sie dat zur Gänze lesen? Fast alle Schilder sind auf Englisch und fast überall spricht man zumindest einfaches Englisch, aber manchmal ist es mit Tagalog/Filipino gemixt.

Diskussion: Gerne Feedback in den Kommentaren, aber bitte sachlich ohne Herumtoben und Ausflippen, wie wir das im Blog alles schon zur Genüge hatten. Mir ist klar, dass es hier genug emotionale Stichworte gibt wie schlecht bezahlte Dienstmagd und Armut. Diesbezügliches Unwohlsein empfinde ich ja selbst.

Vemice Plaza Manila. Und wenn Sie sich bei einem US-Unternehmen über Abzocke beschweren (wie ich mal bei United Airlines), dann werden Sie im Callcenter rechts im Bild höflich von einer charmanten Philippina abgewimmelt.


* so lehren immer wieder islamische Prediger uns Ungläubigen gegenüber

Fortsetzung folgt, der Trip mit der Familia in die Highlands, wo die Mittelklasse von Manila gern das Wochenende verbringt, eine Gegenüberstellung der deutschen Schule in Manila und der in Taipei und vielleicht noch mehr...

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Fotos mit der Sony DSLR A850, soweit sie nicht durch herausgefallenen Spiegel lahmgelegt war (grummel) mit Minolta AF 3.5-4.5 / 28-105mm bzw. dem lichtstarken Minolta AF 1,7/50mm. Oft auch mit der CASIO Exilim Z1000, die Qualität nimmt sich weniger als man denkt.