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Mittwoch, November 02, 2016

Manila: Australier wird fast Opfer des "War on Drugs"

Bislang hielt man sich als Ausländer abseits des Drogensumpfes auf den Philippinen für nicht mit dem Drogenkrieg involviert. Und Metro Manila und das "sichere" Viertel Makati galten als Sicherheitszonen für unsereinen

Wieder und wieder verschieben wir unsere Übersiedlung nach Manila, wo meine Frau das dortige Familienunternehmen vergrößern will und wo ich meinen Aufenthalt nur als temporär ansehe. Zwar tobt ein vom neu gewählten Präsidenten verordneter Drogenkrieg im Land, bei dem Todesschwandronen auf offener Straße Verdächtige niederschießen, aber man fühlt sich als Unbescholtener doch über solchen Dingen stehend. Wie schnell das anders gehen kann, kann man man am Fall des Damien Berg sehen. Der Australier hat in Makati gearbeitet (für ein großes Unternehmen) und seine Freundin erwartete ein Kind. Plötzlich kreuzt die Polizei auf, die offenbar einen anderen Ausländer schon am Wickel hatte und nimmt ihn wegen Drogenhandels fest. Der unbescholtene Mann dachte, er sei mitten in einem Raubüberfall. Die Polizei behauptete, er habe auf der Straße Drogen verkauft. Tatsächlich wurde er jedoch in einem Hotel festgenommen, in dem er gearbeitet hat. Das ließ sich durch das Hotelvideo belegen.

Gut, dass er seine Unschuld beweisen konnte. Gut, dass er mittlerweile das Land verlassen hat, bevor er noch auf irgendeiner Drogen-Verdächtigenliste stehend außergerichtlich erschossen wird.

Ich gebe offen zu, der Fall Berg könnte für mich der "Turnaround" sein, wegen dem ich beschließe, in Manila übernächsten Freitag nur meine dort schon hin geschickten Sachen zu packen und mit dem nächsten Flieger wieder nach Deutschland zu fliegen. Ich google gerade noch und grübele drüber. "Googelgrübeln" müsste eigentlich ein neues Wort sein. Seit Präsident Dutertes Todesschwadronen-Krieg gegen Verdächtige im Drogenmilieu so richtig am "fliegen" ist, ziehe ich meinen Plan mich dort ein paar Wochen oder gar länger aufzuhalten, mehr und mehr in Zweifel. Edit: Frau ist nach wie vor enthusiastisch, was nutzen da also meine Zweifel ;-)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3829763/Australian-man-Damian-Berg-accused-selling-cookie-monster-ecstasy-released-jail.html

http://philippinenmagazin.de/2016/10/11/australier-damian-berg-wieder-zu-hause/ 

Update: Offenbar hat die Polizei von Berg Geld verlangt nach seiner Festnahme. Und offenbar wurde er durch den "Bekannten eines Bekannten" da rein gezogen ohne selbst irgendetwas mit Drogen zu tun zu haben: http://www.sbs.com.au/news/article/2016/10/10/they-put-gun-my-head-aussie-man

Update2: Der "Bekannte eines Bekannten" hat genau so eine Geschichte, nur konnte er nicht seine Unschuld beweisen und ist mittlerweile zu lebenslanger Haft (!) verurteilt worden. Weil er angeblich auch Ecstasy verkauft haben soll wie Berg, der auch nichts verkauft hat.

http://ottawacitizen.com/news/local-news/canadian-jeremy-eaton-sentenced-to-life-in-jail-in-philippines-for-selling-ecstasy

Update3: Zusammengefasst hat die Polizei behauptet, Berg habe dem Kanadier Eaton Ecstasy auf der Straße verkauft und beide seien dabei verhaftet worden. Nun konnte sich Berg mit dem Video reinwaschen, das zeigt, dass erst die Polizei Eaton überhaupt zu Berg gebracht hat - nämlich ins Hotel. Daher wurden die Vorwürfe gegen Berg fallen gelassen. Eaton sitzt aber bereits zu Lebenslänglich verurteilt - auch als Drogendealer. Chaos und Unsinn. Leider wird die Polizei ermutigt, irgendwelche Anschuldigungen zu erfinden wegen des aktuellen "Kriegs gegen die Drogen" und steht natürlich mit solchen Ausländergeschichten im Rampenlicht.


Montag, Juni 20, 2016

Taiwan: Amerikaner begeht Selbstmord vor Gerichtstür

Offenbar direkt vor der Tür zum Gerichtssaal hat ein US-Amerikaner mit einer Schere Selbstmord begangen, nachdem er wegen dem (lt. eigener Angabe privaten) Anbau von Kannabis zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Der Mann (41) hinterlässt zwei Kinder und seine Frau (Taiwanerin). Er war vormals Englischlehrer, jedoch arbeitslos seit der Festnahme wegen Drogenanbaus.

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201606160014.aspx

Edit: Offenbar hat er sich direkt nach Urteilsverkündung noch im Gerichtssaal mit einer Schere die Kehle geöffnet als er über das Urteil (die Haftdauer) schockiert war.

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/06/16/american-kills-himself-in-taiwan-courtroom-after-pot-conviction/

Freitag, April 22, 2016

Festgenommen wegen Drogenschmuggels in Taiwan: Angehörigen-Info (Update)

Hier das 2016er - Update zum Thema. Im Wesentlichen nur eine aufgeräumte Version des letzten Artikels zum Thema.

Motivation: Immer mal wieder finden Angehörige oder Bekannte von in Taiwan wegen Drogenschmuggels einsitzenden Deutschen oder Deutschen nahestehenden Häftlingen dieses Blog über Google und benötigen Infos. Ich verweise dann immer wieder auf den letzten Blogartikel zum Thema, da mein letzter Besuch bei einem Häftling schon länger zurückliegt und mich mein Gedächtnis zum Thema im Stich lässt. Und beim Durchsehen des Artikels denke ich dann immer "den könntet du mal wieder aufräumen". So auch dieses Mal. Unten die im April 2016 aktualisierte Fassung der Angehörigen-Info.

Vorbemerkung: Ich bin ein in Taiwan lebender deutscher Informatiker und habe mit Drogen oder der Drogenszene rein gar nichts zu tun. Zweimal habe ich auf Anregung einer Blogleserin einen Häftling in Taiwan im Gefängnis besucht. Daraus entstand der erste Artikel zum Thema. Weder heiße ich Drogenschmuggel gut noch stehe ich dem Thema oder den Leuten nahe. Aber Angehörige, die sich Sorgen wegen der Todesstrafe machen benötigen natürlich Info.


Taiwan: besser draußen als drinnen**


Zur Zeit sind mehrere Deutsche in Taiwan in Haft wegen Drogenschmuggels. Die Zahl von Sieben findet sich u.a. hier; seither gab es zwei Rückführungen nach Deutschland und wohl weitere Festnahmen in der Sache.

*

Zunächst schwebt für Angehörige immer die drohende Todesstrafe im Raum, die in Taiwan auf Drogenschmuggel steht. Die Presse spricht immer von drohender Hinrichtung, wenn sie sich mit dem Fall befasst und in einem Auswandererforum gibt es sogar eine Falschmeldung über die Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan in den letzten Jahren - ich widerspreche dort energisch.

Grundsätzlich sind in Taiwan jedenfalls in einem irgendwie absehbaren Zeitraum in den letzten Jahrzehnten noch KEINE "Westler" wegen Drogenbesitzes in Taiwan zum Tode verurteilt oder gar hingerichtet worden. So merkwürdig das klingt, nur Taiwaner oder Angehörige diverser asiatischer Nationen sind davon betroffen, Taiwan nimmt Europäer und Nordamerikaner davon offensichtlich aus, sicher um sich in Abgrenzung zur VR-China zivilisiert zu geben - was ja auch zutreffend ist. Die Todesstrafe wird vielleicht vom Staatsanwalt gefordert, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (und ich denke hier eher an 100%) nicht ausgesprochen werden. Mitlesende evtl. involvierte taiwanische Juristen mögen mir diese kecke Einschätzung verzeihen, natürlich sind die Gerichte unabhängig. Trotzdem denke ich, muss sich niemand über die Todesstrafe Sorgen machen.

 Nicht der Gefängnishof, sondern Parkanlage in Taipei-NeiHu

Die Standardverurteilung in Taiwan wegen Schmuggels von großen Mengen Heroin beträgt Lebenslänglich und auch bei weichen Drogen sähe es wohl nicht anders aus, der strengen Gesetzgebung in Taiwan halber. So weit mir die Fälle bekannt sind, ist der Standardfall eines in Zusammenhang mit dem Drogenimport festgenommenen Deutschen ein Thailand-Residenter (Achtung: Thailand ist NICHT mit Taiwan identisch!), der dort in finanzielle Probleme geraten ist und sich dann vom organisierten Verbrechen überreden ließ, mindestens ein Kilo Heroin nach Taiwan zu schmuggeln. in Taiwan ist der Insellage und hervorragender Kontrollen halber kaum Heroin auf dem Markt zu finden, deshalb ist der Marktpreis hoch und es wird immer wieder versucht etwas hinein zu schmuggeln.

Fast immer werden Drogenkuriere gefasst, angeblich soll es täglich einschlägige Festnahmen geben, allerdings sind nur recht selten Deutsche oder Nordamerikaner darunter.

Es erwarten den Festgenommenen 1-2 Jahre Untersuchungshaft, die in Taiwan allerdings nicht auf die spätere Haftzeit angerechnet werden, am Ende steht also eine Verurteilung zu Lebenslänglich oder eine langjährige Haftstrafe, letzteres nur, wenn hart nachweisbare Fakten zur Milde vorliegen, etwa die erfolgreiche und vor Gericht belegbare Zusammenarbeit mit Interpol (Beweis schwierig, weil Taiwan keine offizielle Zusammenarbeit mit Interpol hat soweit ich weiß, weil Taiwan von den meisten Staaten der Welt nicht diplomatisch anerkannt wird) oder ein ärztliches Attest über einen verwirrten Geisteszustand, wie in einem Fall offenbar geschehen. Man kann Atteste o.ä. in Taiwan ausdrücklich NICHT kaufen gegen Bares; die taiwanische Justiz schaut hier sowieso genau hin beim sensiblen Thema Drogenimport.

Die Haftbedingungen sind zunächst recht gut, da während der Untersuchungshaft und der Prozessdauer eine 2-Mann-Zelle o.ä. zur Verfügung steht statt einer überbelegten Massenzelle. Das Deutsche Institut (DI), die inoffizielle Vertretung Deutschlands in Taipei  (http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/Startseite.html), das  wegen diplomatischer Nichtanerkennung Taiwans seitens Deutschlands  die Rolle einer Botschaft (teilweise) übernimmt, sorgt für die Übergabe einer Adressenliste mit Anwälten und besucht den Verurteilten regelmäßig. Hier im Blog erweckte ich einst den Eindruck, diese Betreuung sei unvollkommen. Da möchte ich mich beim DI für entschuldigen, ich wollte damals nur dem Eindruck vorbeugen, das DI könne in Taiwan wesentlichen Einfluss auf den Prozess nehmen der dergleichen, wie das manchmal von Laien vermutet wird.

Die anschließende Haftstrafe wird dann jedenfalls im "Taipei Prison" angetreten, das im Landkreis Taoyuan liegt. Link zum Taipei Prison, englische Webseite: http://www.tpp.moj.gov.tw/mp138.html. Nach 2/3 der Haftstrafe kann der Häftling entlassen werden, bei Lebenslänglich heißt das in Taiwan mindestens 20 Jahre. Seit neuestem gibt es ein Auslieferungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik China (so lautet der formelle Staatsname von Taiwan), nach dem der Häftling zum Absitzen der Reststrafe nach Deutschland überstellt werden kann: http://www.china-observer.de/index.php/2013/11/07/auslieferungsabkommen-zwischen-taiwan-und-deutschland-unterzeichnet/
Offenbar gibt es jetzt ein festgeschriebenes Verfahren zur Überstellung von deutschen Häftlingen. Die ersten zwei der Verurteilten, ein wg. mildernder Umstände nur zu 14 Jahren Haft verurteilter Deutscher und ein anderer mit 16 Jahren Haft-Urteil, sind schon wieder in Deutschland angekommen. Erster schon abgeschlossener Fall http://www.taiwanembassy.org/de/ct.asp?xItem=591566&ctNode=12779&mp=112.
Zweiter Fall: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2016/03/26/2003642482 (Hinweis vom "Taiwanreporter" über Facebook: https://www.facebook.com/taiwanreporter/posts/10153604479733295?fref=nf).

Ich selbst habe einen deutschen Häftling zweimal im Taipei Prison besucht, mein Bericht dazu hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html. Ein Foto aus dem taiwanischen NEXT-Magazin mit Blick in eine der überbelegten normalen Vollzugszellen kann man hier sehen: http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html

Zu den Haftbedingungen ist zu sagen, dass die Häftlinge die meiste Zeit und auch die Wochenenden in den engen Zellen verbringen, wochentags in der "Fabrik" arbeiten können, was als angenehme Abwechselung empfunden wird und sonst keinen Freigang im Hof oder dergleichen haben. Das Essen kann man salopp als schlank machende asiatische Kost bezeichnen, unterernährt sind die Häftlinge nicht, aber eben schlank. Belastend ist, dass das in großen Kesseln lange gegarte Essen recht geschmacklos ist, Festtagsessen oder die Teigtaschen ausgenommen, wie mir berichtet worden ist.

Ansonsten sei noch dieses Blog (https://andreasintaiwan.wordpress.com/) eines konfessionellen Gefängnisbesuchers in Taiwan empfohlen, dessen Blog auch Enblicke in die Situation der Gefangenen bietet. Klaus Bardenhagen, deutscher Journalist in Taipei, hat auch gute Infos über die Deutschen und die Todesstrafe in Taiwan: http://www.intaiwan.de/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Zurück zur Haft in Taiwan: Psychisch belastend ist für die ausländischen Insassen, dass sie fern der Heimat sind, es keine sprachliche Anpassung des Gefängnisbetriebes für sie gibt (sie sollen Chinesisch lernen), sie im Gegensatz zu den Einheimischen keinen Verwandtenbesuch bekommen (jedenfalls keinen regelmäßigen) und auch die Essensmitbringsel der Verwandten (die manchmal Essen mitbringen und manchmal im Gefängnisladen für die Gefangenen einkaufen) vermissen, die die einheimischen Gefangenen zur Streckung der Gefängniskost gerne nehmen. Durch das oft feuchtheiße Klima und die Überbelegung kommen noch diverse Hautkrankheiten dazu, in Taiwan ist die Bakterien- und Pilzflora sowieso aktiver als in Europa. Offenbar findet nach einiger Zeit eine Anpassung des Häftlings an die Umgebung statt.

Im Gegensatz zu Asienklischees finden offenbar keine Übergriffe von Wärtern oder anderen Gefangenen auf die ausländischen Häftlinge statt, die Wärter verlangen aber Disziplin von den Gefangenen und bestrafen etwa "Ausflippen" aufgrund des psychischen Stresses mit Isolation. Auch beim Empfangen von Besuch wird vom Häftling eine ordentliche gerade Sitzhaltung verlangt, wie ich selbst sehen konnte.

Was kann man nun tun? Als Nichtverwandter kann man erst mal gar nichts tun, außer sich an die Familie zu wenden und diese wiederum kann vom Deutschen Institut Hilfe und Infos bekommen, Link siehe oben. Um beispielsweise Bücher oder Briefe ins Gefängnis zu schicken, braucht man die Haftnummer des Häftlings, sein Gefangenenkürzel, sein Geburtsdatum etc., Infos die man so nicht hat. Einfach ein Paket schnüren und losschicken geht also nicht, auch weil der Häftling eine Sendung erst beantragen muss.

Wer einen Gefangenen besuchen will, muss wieder die Kontaktinfo haben. Ich musste damals als Nichtverwandter auch erst (über meine Frau) Kontakt mit dem Gefängnis aufnehmen. Wer einen Besuch machen will und die Erlaubnis hat (Verwandte bekommen die immer denke ich, jedenfalls nach der Untersuchungshaft) den kann ich dazu durchaus ermutigen, Taiwan ist ein ordentlich verwaltetes Land mit niedriger Kriminalität, man muss sich da also keine Sorgen machen und das Gefängnispersonal ist hilfreich. Allerdings kann man wohl einen Gefangenen nicht allzu oft besuchen, evtl. nur einmal die Woche, siehe auch meinen Artikel vom damaligen Besuch.
Zu weiteren Besuchen im Gefängnis habe ich leider keine Möglichkeit, da ich aus der Gegend weggezogen bin und durch kleinen Sohn und mehr Verantwortung im Beruf mittlerweile einfach keine Zeit mehr ist.


ANWÄLTE:
Link zu einer mit den Häftlingen befassten Anwaltsseite: http://www.stcoll.de/Rechtsgebiete/Strafrecht/Internationales-Strafrecht/Reisebericht-Taiwan/index.html

GEFÄNGNIS:
Diese Slideshow erlaubt einen Einblick in das Taipei Prison, u.a. auch in eine der überfüllten Zellen: http://www.examiner.com/slideshow/inside-a-chinese-taipei-prison#slide=1

KONSULARISCHE* HILFE:
Bei deutschen Staatsbürgern ist das Deutsche Institut Taipei zuständig:
http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/Startseite.html

KEINE HINRICHTUNGEN VON DEUTSCHEN:
Hier nur noch mal der Beleg, dass in den letzten 20 Jahren jedenfalls keine Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan stattgefunden hat - andere Westeuropäer werden ebenso behandelt, genauso wie Nordamerikaner. Ich reiche das nach, weil Google immer wieder in einem Forum die Falschmeldung einer Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan "vor 4 Jahren" (Stand 2013) auflistet, die von einem anderen Taiwanexpakt in die Welt gesetzt wurde, wohl um ein Abschreckungsszenario zu erzeugen. Die Hinrichtung fand nicht statt, ich zitiere mich selbst auf dem Forum:
Die "Initiative gegen Todesstrafe" nennt (Stand August 2010) in den letzten 20 Jahren nur*** 2 Hinrichtungen an Deutschen, beide in den USA: http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/nc/aktuelles/nachrichten/details/article/zum-tode-verurteilte-deutsche-staatsangehoerige.html?cHash=4ef67d1b60&print=1
Es handelt sich um das folgende Dokument, Zitat: (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Tom Koenigs, Marieluise Beck (Bremen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/2761 –, 26.08.2010)


WAS KÖNNEN NICHTVERWANDTE TUN:
Info von einer Betroffenen: Wenn kein Verwandtschaftsverhältnis vorliegt, müssen offenbar zunächst 1-2 Jahre Untersuchungshaft abgewartet werden, dann kann über die deutsche diplomatische Vertretung in Taipei ein Kontakt zum Häftling hergestellt werden, den dieser initiieren muss (zuerst schreiben).

ÜBERSTELLUNG NACH DEUTSCHLAND:
Taiwan besteht auf im Wesentlichen den selben Bedingungen wie in Taiwan, wenn die Haft in Deutschland abgesessen wird. Eine beliebige Verkürzung ist also nicht möglich. Im Falle des zu 16 Jahren verurteilten hat Taiwan zugestimmt, dass die Haftstrafe auf die in Deutschland für diese Straftat max. möglichen 15 Jahre reduziert wird. Ich vermute, dass Entlassung nach 2/3 weiterhin möglich ist, weil sowohl in Taiwan wie auch in Deutschland möglich. Mir ist unklar, was im Falle der Standardverurteilung von Lebenslänglich (in Taiwan üblich bei Drogenschmuggel ohne mildernde Umstände) möglich ist. Kann da auch überstellt werden? Das wird die Zukunft zeigen.

*auch wenn das Deutsche Institut wegen Nichtexistenter dipl. Anerkennung von Taiwan/Republik China seitens Deutschlands keine offizielle Botschaft ist

** Eine ähnlich Weisheit wie der an der Eingangstür (zum Anmelderaum für Besucher) des Taipei Prison angebrachte Slogan: "You choose: Love or Punishment" / "Sie haben die Wahl: Liebe oder Strafe".

Update: Kürzliche Festnahmen:

Neuseeländer, 02.03.2016, 2.7 kg Heroin: http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603020012.aspx

Zwei Taiwaner, Januar 2016, 800g und 200g Heroin: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2016/01/14/456044/Ring-members.htm

Däne, März(?) 2015, 1.5 kg Heroin: http://cphpost.dk/news/dane-faces-death-penalty-for-heroin-smuggling-in-taiwan.html

Zwei Franzosen, eine Schwedin, Januar 2015, zusammen 5kg Heroin: http://www.etaiwannews.com/etn/news_content.php?id=2676224

Insbesondere der Artikel über den Dänen versucht den Eindruck zu erwecken, als stünde eine Hinrichtung bevor. Als Blogger kann man auf solchen Qualitätsjournalismus nur neidvoll blicken. Aber andererseits: Wer $$$ mit Nachrichten machen muss, will halt Leser anlocken.



Dienstag, März 29, 2016

Bei mir in der Nähe: Kleinkind enthauptet (Update 4)

Taipei als Hort der Wahnsinnigen***. Einen Kilometer von meiner Wohnung entfernt: Kleinem Mädchen (3 oder 4) wurde der Kopf abgeschnitten.

Ein offenbar Drogensüchtiger mit psychischen Problemen (Edit: 33 Jahre) hat in Taipei-NeiHu, ganz in der Nähe der Porsche-Vertretung und der Bentley-Vertretung, in einer belebten Wohn- und Geschäftsstraße gestern um 11.00 Vormittags, einem kleinen Mädchen den Kopf abgeschnitten. Die Mutter war nur einen Meter dahinter, das Kind fuhr auf einem Dreirad. Unprovoziert trat der Mann blitzschnell an das Mädchen heran und schnitt ihm derart heftig die Kehle durch, dass der Kopf abgetrennt wurde - laut Presseberichten.

http://www.mirror.co.uk/news/world-news/taipei-child-beheading-three-year-7641972
Auch: http://metro.co.uk/2016/03/28/girl-3-beheaded-in-random-attack-outside-train-station-5780315/

An der entfernteren Kreuzung im obigen Link, Bild über der Karte, mit einem rundlichen Gebäude, habe ich erst neulich gestanden und auf einer frischen Laugenbrezel vom neu eröffneten deutschen Bäcker dort gekaut. Jetzt ist dort hundert Meter weiter eine Blutlache von einem Kleinkind.

Passanten haben den Attentäter überwältigt und festgehalten, bis die Polizei eingetroffen ist. Die Großmutter des Kindes sagte: "Die Gesellschaft ist krank". Mir fehlt die Energie zu anderen Kommentaren.

 Abb.: "737-lane" bei uns in der Nähe. Frau und ich sind und uneinig, ob der Mord in dieser Straße oder einer Parallelstraße in der Nähe stattfand, aber die Straßen ähneln sich dort alle. Friedliche Straßen wo die größte Gefahr eigentlich vollgestellte Bürgersteige und heranrasende Autos und Mopeds sind und keine "Messerstecher".

Ähnlicher Fall 2015: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2015/05/30/437248/8-year-old-girl.htm
(Mann dringt in Schule ein und schneidet 8jähriger die Kehle durch)

Grob ähnlich 2014: Jugendlicher tötet Schlafende in der U-Bahn Taipeis mit Fleischermesser: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/05/22/2003590929

Ähnlicher Fall vor ein paar Jahren (unter der Grafik): http://www.intaiwan.de/2012/12/22/todesstrafe-in-taiwan-neue-hinrichtungen/ im Blog von Klaus Bardenhagen erwähnt (Mann tötet 10jährigen durch Kehle-durchschneiden um sich Gefängniszelle zu sichern).

Offensichtlich haben die psychischen Kranken und Abseitigen in Taipei gelernt, dass man durch Kehle-durchschneiden schnell und effektiv töten kann. Leider.

UPDATE2: Offenbar zeitgleich wurden ein Polizist in einer Metrostation und ein Insektengift versprühender Arbeiter irgendwo im Freien in Taipei mit Messern verletzt.

UPDATE3: Hier ein Link zu einem Artikel mit einem Foto der Eltern mit Kind, das mit Erlaubnis der Eltern publiziert worden ist. Die Eltern bitten offenbar um Mäßigung bei der Todesstrafendebatte. Ich habe mir nicht alles durchgelesen, weil das emotional nicht einfach zu verarbeiten ist, als Anwohner und Vater eines eigenen Kleinen.
http://focustaiwan.tw/news/asoc/201603290025.aspx

UPDATE4: Tatwort war die Xihu-Elementery-School, die Straße davor. Damit ist es noch mal ein paar Querstraßen weiter weg als ich dachte und oben angegeben habe. Aber ein paar hundert Meter ändern auch nichts. 


*** Will sagen die offenbare Tabuisierung von psychischen Krankheiten und das graue enge Taipei mit seinen oft kaninchenstall- oder hühnerkäfigartigen Wohnungen führen vielleicht etwas überproportional zu geistigen Problemfällen. Ohne Statistik ist das aber vielleicht auch nur ein Vorurteil.

Dienstag, Juli 01, 2014

Von Taiwan per Paddelboot auf die Philippinen: US-Amerikaner auf der Drogenflucht

Wirre Geschichte

Ein US-Amerikaner, sicher einer der "English Teacher" auf Taiwan, hat daheim in Taipei Drogen und flüchtet vor der Drogenpolizei per Paddelboot (mit mobilem GPS) auf die Philippinen. Will offenbar nach Manila, um dort in der US-Botschaft um Hilfe zu bitten. Wird bewusstlos in einer Inselgruppe aufgefunden, wo er jetzt auf der Polizeiwache gefüttert und gewässert wird, bis sich die Polizei mit den Taiwanern respektive übergeordneten Behörden kurzschließen kann. Er verlangt Pizza von der Philippinen-Polente.

http://newsinfo.inquirer.net/606087/american-who-fled-taiwan-ends-up-in-batanes-town

 Hat die Drogen in Taipei als Beweismittel offenbar zurückgelassen. Toilettenspülung muss kaputt gewesen sein. Gut, dass er sie nicht bei sich hatte bei der "Einreise" in die Philippinen ;-)

EDIT:  Das Ausländerforum meldet seinen Tod auf der Krankenstation eines Gefängnisses oder der Einwanderungsbehörde. Erfahrungsgemäß braucht man in Dritte-Welt-Ländern ein paar Dollars um etwa Infusionen zu bezahlen. Ob er die (noch) hatte?
Wirre Geschichte und ein bizarres Ende eines offenbar verwirrten jungen Mannes in Taiwan.


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Andere Taiwan-Nachrichten:  Taiwan, Iran, Nordkorea, Syrien sind auf einer Liste "unerwünschter Länder" für Nationalfeiern in Kanada:  http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/07/01/2003594067

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Neues Lieblingszitat für die seltenen Phasen einer Taiwanüberdosis, was ja unter Langzeitexpats vorkommen soll: 

Qing official Lee Hongzhang (李鴻章) told Chinese Empress Dowager Cixi (慈禧太后) that Taiwan was a “backward territory where flowers do not bloom, the birds do not sing, the men are heartless and the women without love.”
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2014/07/01/2003594068

Donnerstag, Juni 12, 2014

Botanisch interessierter Englischlehrer

Cannabis-Gewächshaus in Privathaus angelegt

Es ist ein bisschen ein running Gag, dass Englischlehrer in Taiwan, in den meisten Fällen junge Männer aus der angelsächsischen Welt, in Taiwan ein plötzliches Interesse an Botanik entwickeln. Zwölf Hanf-Samenkörner waren dann der Grundstock zur Haschfarm zunächst auf dem Balkon und dann in einem Privathaus. Der verhaftete Ausländer gibt ab, diese aus medizinischen Gründen gegen Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen konsumiert zu haben, während die Polizei die Möglichkeit des gewerbsmäßigen Handels prüft. Auf den Anbau/die Produktion oder Verkauf von solchen weichen Drogen, die in Taiwan der Klasse II zusammen mit Amphetaminen etc. zugerechnet werden, stehen zwischen 7 Jahren Gefängnis und Lebenslänglich. Wer nur geringe Mengen weicher Drogen besitzt, kann evtl. mit ein paar Wochen "Rehab" im Gefängnis davonkommen und sogar anschließend im Lande bleiben ohne Strafeintrag. Aber nur bei einem Gramm oder dergleichen.
Persönlich kenne ich mich mit dem Zeug gar nicht aus, aber wenn man immer in den Ausländerforen hier liest, wird man fast zum Experten, denn ein Teil der jungen Amerikaner und Kanadier brauchen offenbar immer mal ein Joinderl.

http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2014/06/09/2003592342


Donnerstag, April 17, 2014

Festgenommen wegen Drogenschmuggels: was passiert? (editiert 27.08.2015, Update April 2016)

WICHTIG: neue Version dieses Artikels ist HIER!



Aus gegebenem Anlass eine Zusammenfassung der bisherigen Infos hier im Blog mit Updates als Info für Angehörige etc. 
Das Taiwanblog ist Google-halber da immer wieder Anlaufpunkt für Anfragen auch wenn ich mit der Drogenszene rein gar nichts zu tun habe. Infos trotzdem hier im Artikel.


Zur Zeit sind 7 Deutsche in Taiwan in Haft wegen Drogenschmuggels. Die Zahl findet sich u.a. hier.
Zunächst schwebt immer die drohende Todesstrafe im Raum, die in Taiwan auf Drogenschmuggel steht. Die Presse spricht immer von drohender Hinrichtung, wenn sie sich mit dem Fall befasst und ein Auswandererforum hat eine Falschmeldung über die Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan in den letzten Jahren zu bieten - ich widerspreche dort energisch***.

Grundsätzlich sind in Taiwan jedenfalls in einem irgendwie absehbaren Zeitraum (ich verfolge das seit 2004) noch KEINE "Westler" wegen Drogenbesitzes in Taiwan zum Tode verurteilt oder gar hingerichtet worden. So merkwürdig das klingt, nur Taiwaner oder Angehörige diverser asiatischer Nationen sind davon betroffen, Taiwan nimmt Europäer und Nordamerikaner davon offensichtlich aus, sicher um sich in Abgrenzung zur VR-China zivilisiert zu geben - was ja auch zutreffend ist. Die Todesstrafe wird vielleicht vom Staatsanwalt gefordert, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (und ich denke hier eher an 100%) nicht ausgesprochen werden. Mitlesende evtl. involvierte taiwanische Juristen mögen mir diese kecke Einschätzung verzeihen, natürlich sind die Gerichte unabhängig. Trotzdem denke ich, muss sich niemand über die Todesstrafe Sorgen machen.

Die Standardverurteilung in Taiwan wegen Schmuggels von großen Mengen Heroin beträgt Lebenslänglich und auch bei weichen Drogen sähe es wohl nicht anders aus, der strengen Gesetzgebung in Taiwan halber. So weit mir die Fälle bekannt sind, ist der Standardfall eines in Zusammenhang mit dem Drogenimport festgenommenen Deutschen ein Thailand-Residenter (Achtung: Thailand ist NICHT mit Taiwan identisch!), der dort in finanzielle Probleme geraten ist und sich dann vom organisierten Verbrechen überreden ließ, mindestens ein Kilo Heroin nach Taiwan zu schmuggeln (Edit: auch der jüngste Fall betrifft einen Thailand-Residenten). in Taiwan ist der Insellage und hervorragender Kontrollen halber kaum Heroin auf dem Markt zu finden, deshalb ist der Marktpreis hoch und es wird immer wieder versucht etwas hinein zu schmuggeln. Dass der involvierte Flughafen Taoyuan (TPE) als internationaler Drogenumschlagsplatz gilt spielt hierbei keine Rolle, weil wer immer dort auch in Containern oder ähnlichem Drogen umschlägt, bringt diese offenbar so gut wie nie nach Taiwan selbst. Das lässt einen schon erahnen, wer da was macht, aber da will ich hier im Blog nicht spekulieren.

Fast immer werden Drogenkuriere gefasst, angeblich soll es täglich einschlägige Festnahmen geben, allerdings sind nur recht selten Deutsche oder Nordamerikaner darunter. Jetzt erwarten den Festgenommenen 1-2 Jahre Untersuchungshaft, die in Taiwan allerdings nicht auf die spätere Haftzeit angerechnet werden, am Ende steht also eine Verurteilung zu Lebenslänglich oder eine langjährige Haftstrafe, letzteres nur, wenn hart nachweisbare Fakten zur Milde vorliegen, etwa die erfolgreiche und vor Gericht belegbare Zusammenarbeit mit Interpol (Beweis schwierig, weil Taiwan keine offizielle Zusammenarbeit mit Interpol hat soweit ich weiß, weil Taiwan von den meisten Staaten der Welt nicht diplomatisch anerkannt wird) oder ein ärztliches Attest über einen verwirrten Geisteszustand, wie in einem Fall offenbar geschehen. Man kann Atteste o.ä. in Taiwan ausdrücklich NICHT kaufen gegen Bares; die taiwanische Justiz schaut hier sowieso genau hin beim sensiblen Thema Drogenimport.

Die Haftbedingungen sind zunächst recht gut, da während der Untersuchungshaft und der Prozessdauer eine 2-Mann-Zelle o.ä. zur Verfügung steht statt einer überbelegten Massenzelle. Das Deutsche Institut (DI), die inoffizielle Vertretung Deutschlands in Taipei  (http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/Startseite.html), das  wegen diplomatischer Nichtanerkennung Taiwans seitens Deutschlands  die Rolle einer Botschaft (teilweise) übernimmt, sorgt für die Übergabe einer Adressenliste mit Anwälten und besucht den Verurteilten regelmäßig. Hier im Blog erweckte ich einst den Eindruck, diese Betreuung sei unvollkommen. Da möchte ich mich beim DI für entschuldigen, ich wollte damals nur dem Eindruck vorbeugen, das DI könne in Taiwan wesentlichen Einfluss auf den Prozess nehmen der dergleichen, wie das manchmal von Laien vermutet wird.

Die anschließende Haftstrafe wird dann jedenfalls im "Taipei Prison" angetreten, das im Landkreis Taoyuan liegt. Link zum Taipei Prison, englische Webseite: http://www.tpp.moj.gov.tw/mp138.html. Nach 2/3 der Haftstrafe kann der Häftling entlassen werden, bei Lebenslänglich heißt das in Taiwan mindestens 20 Jahre. Seit neuestem gibt es ein Auslieferungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik China (so lautet der formelle Staatsname von Taiwan), nach dem nach ein paar Jahren (?) offenbar der Häftling zum Absitzen der Reststrafe nach Deutschland überstellt werden könnte: http://www.china-observer.de/index.php/2013/11/07/auslieferungsabkommen-zwischen-taiwan-und-deutschland-unterzeichnet/
Es handelt sich hier ausdrücklich um Neuland und ich kann wirklich keine Prognose über die Praxis der Regelung abgeben. UPDATE 2015: Offenbar gibt es jetzt ein festgeschriebenes Verfahren zur Überstellung von deutschen Häftlingen, das aber immer noch Neuland ist. Möglicherweise wird das ganze in Form eines Häftlingsaustausches ablaufen. Der erste der Verurteilten, ein wg. mildernder Umstände nur zu 14 Jahren Haft verurteilter Deutscher, ist wohl schon wieder in Deutschland angekommen: http://www.taiwanembassy.org/de/ct.asp?xItem=591566&ctNode=12779&mp=112

Ich habe einen deutschen Häftling zweimal im Taipei Prison besucht, mein Bericht dazu hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html. Ein Foto aus dem taiwanischen NEXT-Magazin mit Blick in eine der überbelegten normalen Vollzugszellen kann man hier sehen: http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html

Zu den Haftbedingungen ist zu sagen, dass die Häftlinge die meiste Zeit und auch die Wochenenden in den engen Zellen verbringen, wochentags in der "Fabrik" arbeiten können, was als angenehme Abwechselung empfunden wird und sonst keinen Freigang im Hof oder dergleichen haben. Das Essen kann man salopp als schlank machende asiatische Kost bezeichnen, unterernährt sind die Häftlinge nicht, aber eben schlank. Belastend ist, dass das in großen Kesseln lange gegarte Essen recht geschmacklos ist, Festtagsessen oder die Teigtaschen ausgenommen, wie mir berichtet worden ist.

Ein Update zu den deutschen Gefangenen aus dem Jahre 2013 findet sich übrigens hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/deutsche-im-gefangnis-in-taiwan-2013.html. Ansonsten sei noch dieses Blog (https://andreasintaiwan.wordpress.com/) eines konfessionellen Gefängnisbesuchers in Taiwan empfohlen, dessen Blog auch Enblicke in die Situation der Gefangenen bietet. Klaus Bardenhagen, deutscher Journalist in Taipei, hat auch gute Infos über die Deutschen und die Todesstrafe in Taiwan: http://www.intaiwan.de/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Zurück zur Haft in Taiwan: Psychisch belastend ist für die ausländischen Insassen, dass sie fern der Heimat sind, es keine sprachliche Anpassung des Gefängnisbetriebes für sie gibt (sie sollen Chinesisch lernen), sie im Gegensatz zu den Einheimischen keinen Verwandtenbesuch bekommen (jedenfalls keinen regelmäßigen) und auch die Essensmitbringsel der Verwandten (die manchmal Essen mitbringen und manchmal im Gefängnisladen für die Gefangenen einkaufen) vermissen, die die einheimischen Gefangenen zur Streckung der Gefängniskost gerne nehmen. Durch das oft feuchtheiße Klima und die Überbelegung kommen noch diverse Hautkrankheiten dazu, in Taiwan ist die Bakterien- und Pilzflora sowieso aktiver als in Europa.

Im Gegensatz zu Asienklischees finden offenbar keine Übergriffe von Wärtern oder anderen Gefangenen auf die ausländischen Häftlinge statt, die Wärter verlangen aber Disziplin von den Gefangenen und bestrafen etwa "Ausflippen" aufgrund des psychischen Stresses mit Isolation. Auch beim Empfangen von Besuch wird vom Häftling eine ordentliche gerade Sitzhaltung verlangt, wie ich selbst sehen konnte.

Was kann man nun tun? Als Nichtverwandter kann man wohl erst mal gar nichts tun, außer sich an die Familie zu wenden und diese wiederum kann vom Deutschen Institut Hilfe und Infos bekommen, Link siehe oben. Um beispielsweise Bücher oder Briefe ins Gefängnis zu schicken, braucht man die Haftnummer des Häftlings, sein Gefangenenkürzel, sein Geburtsdatum etc., Infos die man so nicht hat. Einfach ein Paket schnüren und losschicken geht also nicht, auch weil der Häftling eine Sendung erst beantragen muss.

Wer einen Gefangenen besuchen will, muss wieder die Kontaktinfo haben. Ich musste damals als Nichtverwandter auch erst (über meine Frau) Kontakt mit dem Gefängnis aufnehmen. Wer einen Besuch machen will und die Erlaubnis hat (Verwandte bekommen die immer denke ich, jedenfalls nach der Untersuchungshaft) den kann ich dazu durchaus ermutigen, Taiwan ist ein ordentlich verwaltetes Land mit niedriger Kriminalität, man muss sich da also keine Sorgen machen und das Gefängnispersonal ist hilfreich. Allerdings kann man wohl einen Gefangenen nicht allzu oft besuchen, evtl. nur einmal die Woche, siehe auch meinen Artikel vom damaligen Besuch.

Soweit die Info hier, ich denke die Liste ist jetzt ziemlich komplett.

EDIT: Zu weiteren Besuchen im Gefängnis habe ich leider keine Möglichkeit, da ich aus der Gegend weggezogen bin und durch kleinen Sohn und mehr Verantwortung im Beruf mittlerweile einfach keine Zeit mehr ist.

UPDATE: Link zu einer mit den Häftlingen befassten Anwaltsseite: http://www.stcoll.de/Rechtsgebiete/Strafrecht/Internationales-Strafrecht/Reisebericht-Taiwan/index.html

UPDATE2: Diese Slideshow erlaubt einen Einblick in das Taipei Prison, u.a. auch in eine der überfüllten Zellen: http://www.examiner.com/slideshow/inside-a-chinese-taipei-prison#slide=1

UPDATE3: Offenbar handelt es sich bei der jüngsten Festname um einen französischen Staatsbürger mit jedenfalls deutsch klingendem Namen: http://www.wantchinatimes.com/news-subclass-cnt.aspx?cid=1103&MainCatID=11&id=20140415000086
Auch wenn der Artikel den Namen nennt, bleibe ich hier bei der Keine-Namen-Politik.

UPDATE4: Der Festgenommene hat aber (offenbar ausschließlich) eine private Bindung nach Deutschland, um die entsprechende Info an mich hier zu subsumieren.

UPDATE5: Der Betroffene wurde im Bahnhof verhaftet, zusammen mit einem Taiwaner, möglicherweise also bei der Übergabe: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2014/04/16/2003588168 

 UPDATE6: Als letztes Update erstmal für heute Morgen die Adresse der franz. Vertretung in Taiwan, die da wohl ein guter Ansprechpartner wäre: http://www.france-taipei.org/
Ohne Gewähr von Google, sieht richtig aus. Diese ist zuständig, weil der Verhaftete Franzose ist. Bei deutschen Staatsbürgern ist das Deutsche Institut Taipei zuständig: http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/Startseite.html

UPDATE7: Hier nur noch mal der Beleg, dass in den letzten 20 Jahren jedenfalls keine Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan stattgefunden hat - andere Westeuropäer werden ebenso behandelt, genauso wie Nordamerikaner. Ich reiche das nach, weil Google immer wieder in einem Forum die Falschmeldung einer Hinrichtung eines Deutschen in Taiwan "vor 4 Jahren" (Stand 2013) auflistet, die von einem anderen Taiwanexpakt in die Welt gesetzt wurde, wohl um ein Abschreckungsszenario zu erzeugen. Die Hinrichtung fand nicht statt, ich zitiere mich selbst auf dem Forum:

Die "Initiative gegen Todesstrafe" nennt (Stand August 2010) in den letzten 20 Jahren nur*** 2 Hinrichtungen an Deutschen, beide in den USA: http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/nc/aktuelles/nachrichten/details/article/zum-tode-verurteilte-deutsche-staatsangehoerige.html?cHash=4ef67d1b60&print=1
Es handelt sich um das folgende Dokument, Zitat: (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten VolkerBeck (Köln), TomKoenigs, Marieluise Beck (Bremen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/2761 –, 26.08.2010)


UPDATE 8:  Info von der den Kontakt herstellenden wollenden Kommentatorin: Wenn kein Verwandtschaftsverhältnis vorliegt, müssen (lt. franz. Botschaft in Thailand) zunächst 1-2 Jahre Untersuchungshaft abgewartet werden, dann kann über die deutsche (im Falle des letzten -französischen- Verhafteten natürlich die französische) diplomatische Vertretung in Taipei ein Kontakt zum Häftling hergestellt werden, den dieser initiieren muss (zuerst schreiben). Ich gebe das hier so wieder als Info für zukünftige Anfragen. Danke für die Info.

Abschließende Worte: Es ist klar, dass das Taiwanblog keine Drogenimporte nach Taiwan in irgendeiner Form gutheißt, hier ging es nur um Info für Angehörige eines Festgenommenen, die natürlich in einer sehr schwierigen Situation sind und erst einmal nach Infos suchen. Weil dies die dritte diesbezügliche Anfrage hier im Blog war erscheint es sinnvoll, alle Info einmal upgedated zu haben.

Update April 2016 zu Rückführungen von Strafgefangenen nach Deutschland: Offenbar hat es bereits zwei Überführungen von deutschen Drogenschmugglern nach Deutschland gegeben: http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2016/03/26/2003642482

Donnerstag, Februar 13, 2014

Verstörende Artikel/Postings über Taiwan

Ein Hollywoodschinken über eine Drogenkurierin in Taiwan und was alles auf Hochzeitsfeiern passieren kann

Ob dieser Film dem Taiwanbild in der Welt förderlich ist weiß ich nicht, jedenfalls wird laut FOCUS derzeit ein Hollywoodstreifen gedreht (teilweise im Oktober in Taiwan geschossen), bei dem Scarlett Johansson eine unfreiwillige Dorgenkurierin spielt, der die geschluckten Drogen in den Körperkreislauf gelangen und die darauf hin nicht etwa krank wird oder tot umfällt, sondern übersinnliche Fähigkeiten entwickelt (http://www.focus.de/kultur/vermischtes/scarlett-johansson-scarlett-johansson-paparazzi-stoeren-dreharbeiten_aid_1137887.html). Was die Dame dann mit den neu gewonnen übersinnlichen Fähigkeiten anstellt, verrät der Artikel nicht. Vielleicht Englischlehrerin werden? Wir wissen es nicht. In der Praxis erhalten Drogenkuriere in Taiwan i.d.R. Lebenslänglich wegen strenger Kontrollen, statt übersinnlicher Fähigkeiten gibt es dann überfüllte Zellen, siehe etwa hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html
Noch verstörender der Bericht eines Deutschen (?) der angibt auf einer taiwanischen Hochzeitsfeier*** seine eigene Familie und Gäste und Passanten angegriffen und teilweise gebissen zu haben - mutmaßlich unter Drogeneinwirkung (http://forum.suchtmittel.de/viewtopic.php?t=11115). Dabei seien die Drogen ihm möglicherweise von einem psychisch kranken Englischlehrer appliziert worden. Ich habe trotz aller Versuchung keine Lust, beide Artikel/Postings zu einem rhetorischen Ganzen zu vermengen, manchmal will man einfach nichts genaueres mehr wissen.

UPDATE: Der Film hießt "Lucy" und wird dieses Jahr erscheinen: http://en.wikipedia.org/wiki/Lucy_%282014_film%29.
Die Drogenkurierin im Film lebt in Taipei (also schon eine Englischlehrerin!) und kann dank Drogen Wissen sofort aufnehmen (statt wie sonst eher üblich den Mageninhalt sofort ausleeren), Objekte bewegen (nicht durch desorientiertes Gegenlaufen sondern per Telekinese) und empfindet weder Schmerz noch Unwohlsein (anders als eventuelle taiwankundige Zuschauer des Films denke ich mal).

UPDATE2: Frau Johansson trägt dabei knappe Klamotten mit hervorlukendem BH und wird von Morgan Freeman gejagt (kling wie ein Argument für Pfefferspray): http://www.fansshare.com/news/scarlett-johansson-plays-drug-mule-in-new-role/ 
http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-2472331/Scarlett-Johansson-plays-drug-mule-superpowers-Lucy.html 



Verwandte Artikel

2013 Update zu Gefangenen aus Deutschland in Taiwan in Sachen Drogen, bitte auch die Kommentare beachten!
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/deutsche-im-gefangnis-in-taiwan-2013.html

***Meine Methode: Zu Hochzeitsfeiern einfach einen Burger mitbringen.

Montag, November 04, 2013

Update zu den deutschen Gefangenen in Taiwan

Nicht von mir, sondern von einem Kommentator. Siehe also die Kommentarspalte in dem verlinkten Blogleintrag vom mir im Mai:

http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/deutsche-im-gefangnis-in-taiwan-2013.html

Donnerstag, Mai 23, 2013

Deutsche im Gefängnis in Taiwan, 2013 Update 2

Die deutschen Gefangenen in Taiwan, wohl alles Heroin-Drogenkuriere, bislang vier an der Zahl, waren ja auch schon öfter Thema hier im Blog, etwa in diesem Artikel (http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html), in dem man auch in eine taiwanische Zelle blicken kann und der auch meinen in der Vergangenheit liegenden Besuch bei einem deutschen Gefangenen verlinkt hat. Wie unlängst berichtet (http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/01/deutsch-franzose-mit-heroin-in-taiwan.html), wurde evtl. ein weiterer Deutscher verhaftet, der Drogen nach Taiwan gebracht hat, hier waren sich die Pressequellen uneinig, ob er ein Deutsch-Franzose oder ein Italiener ist. Ich kann dazu auch weiter nichts beitragen, denn ich habe seit unserem Umzug nach Taipei (das Gefängnis, in dem die Ausländer sitzen ist das sog. "Taipei Prison" in Taoyuan, recht weit entfernt) keinen weiteren Kontakt mehr.

 Vorm dem Landen besser noch mal nachdenken. Hier landet der Flieger allerdings auf dem Inlandsflughafen Taipei, nicht auf dem Internationalen in Taoyuan*

Interessant fand ich diesen Artikel einer Anwaltskanzlei (http://www.stcoll.de/Rechtsgebiete/Strafrecht/Internationales-Strafrecht/Reisebericht-Taiwan/index.html), der ihren Besuch und die Lage der Strafgefangenen Anno 2013 subsummiert, auch wenn Leser des Taiwanblogs wohl nichts neues entdecken werden dort. Trotzdem ist so ein komprimierter Artikel von Fachseite immer eine gute Sache, etwa als (auch akademisch verwendbare ;-) Referenz. Im Unterschied zu einem Blog wie diesem hier. Das von mir einst beim Frisör auf dem Dorfe aus einem Magazin abfotografierte Bild einer Zelle in Taiwan, wohl eines der wenigen Fotodokumente, die man so finden kann im Netz aus einer Zelle in Taiwan, hat es bis hin zu der Rechtsanwaltsseite geschafft. Gute Fotos aus den Zellen sind sicher schwer aufzutreiben. Mein unscharfes Motorola K1 hat hier gerade so eben ein ansehbares Bild produziert.

Als "junger Vater" muss ich natürlich feststellen, dass sich meine Meinung über den Drogenschmuggel nach Taiwan verschärft hat: elterliche Instinkte halt. Taiwan ist weitgehend frei von harten Drogen, der Insellage und strenger Kontrollen halber (es droht die Todesstrafe bei Drogenschmuggel, auch wenn diese bislang nicht vollstreckt wird an westlichen Ausländern, mit Lebenslang muss jedoch gerechnet werden!) und ich muss noch deutlicher als früher sagen: Wer hier mit einem Köfferchen voll Heroin landet, der hat natürlich eine kapitale Straftat begangen, die in Taiwan noch deutlich strenger gesehen wird als etwa in Deutschland. In Deutschland ist ein Zusatzkoffer Heroin nur ein bisschen mehr Gift (Drogenfahnder mögen mir die laxe Ausdrucksweise vergeben), in Taiwan könnte man halt direkt dem Drogenkurier ein paar Tote zuordnen, denke ich - weil diese ohne den Import sonst womöglich nichts bekommen hätten.

Um es klar zu stellen, die Deutschen mit Drogenkoffer sind keine Taiwan-Residenten, sondern sind über Thailand/Bangkok gekommen und dort wohl heimisch gewesen, haben also mit der Expatszene in Taiwan nichts zu tun.


* Früher konnte man solche Fotos noch machen, weil analoge Kameras erlaubt waren im Flieger. Zückt man heute eine analoge, kommt trotzdem die Stewardess angelaufen, weil sie an eine digitale denkt.

Update: Siehe auch die Kommentare unten, insbesondere den vom "Gefägnisbesucher"!

Mittwoch, Januar 02, 2013

Deutsch-Franzose mit Heroin in Taiwan festgenommen

Offenbar ist ein Mann mit deutscher und französischer Nationalität am Internationalen Flughafen Taoyuan (früher "CSK Airport Taipei" genannt) festgenommen worden, weil er knapp 800 Gramm Heroin bei sich hatte, die in Golfbällen versteckt waren. Die Festnahme fand schon im Oktober statt und war mir bislang entgangen (http://www.taiwannews.com.tw/etn/news_content.php?id=2056544).

Um anders lautenden Pressemeldungen entgegen zu wirken, die ich in der Vergangenheit immer wieder in solchen Fällen gelesen habe: Dem Mann droht keine Todesstrafe - oder nur theoretisch. In Taiwan sind bislang keine westlichen Ausländer wegen Drogenschmuggels hingerichtet worden, ein übliches Strafmaß ist allerdings Lebenslänglich, was in der Praxis 20 oder mehr Jahre im Gefängnis in überfüllten Zellen bedeutet, bis der Verurteilte schließlich nach Deutschland abgeschoben wird. In Haft sind die Ausländer im "Taipei Prison", das im Taoyuan County liegt, etwa 45km südlich von Taipei, also in relativer Nähe zum Internationalen Flughafen, den sie mit ihrem Importversuch frequentiert haben. Die Untersuchungshaft, die ein Jahr oder länger dauern kann, wird nicht auf die Haftstrafe angerechnet und wird in zwei-Mann-Zellen verbracht, das Deutsche Institut in Taipei leistet Besuche in größeren Abständen und übergibt eine Anwaltsliste. Ein Auslieferungsabkommen mit Deutschland besteht mangels offizieller diplomatischer Beziehungen nicht; Deutschland scheint auch kein gesteigertes Interesse an der Heimholung von entsprechend Verurteilten zu haben und lehnt auch Gefangenenaustausch mit Taiwan ab, wie sich aus vergangenen Fällen ableiten lässt.

Hier ein ausführlicher Artikel zu dem Thema in meinem Blog: http://bobhonest.blogspot.tw/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html Damals konnte ich noch auf Bitten von Angehörigen in einem Fall Besuche machen, weil wir im Landkreis Taoyuan gewohnt haben, heute ginge das wegen Junior und knapper Zeit und meinem neuen Wohnsitz in Taipei leider nicht mehr.

Damit müssten zur Zeit 5 Deutsche in Taiwan wegen Heroinschmuggels einsitzen, wenn mir kein weiterer entgangen ist. Keiner der Betroffenen stammt aus der deutschen Expat-Gemeinde in Taiwan, alles sind nur Besucher gewesen, i.d.F. über Hong-Kong eingereist.



Freitag, Juni 10, 2011

Welcome to Taiwan Taipei Prison

Na, das nenne ich mal eine freundliche Einladung ins Gefängnis:



So tatsächlich zu finden auf einer taiwanischen Regierungsseite: http://www.tpp.moj.gov.tw/mp138.html.

Nicht vergessen sollte man bei allem Spaß, den man in Taiwan haben kann (sei es im Straßenverkehr mit wahnsinnigen "Serienkiller"-Fahrern, die mit 160 Slalom zwischen langsam fahrenden Autos fahren oder auf der Computex wie in den Vorbeiträgen abgebildet), dass Taiwan eines trotz aller Lockerheit sehr ernst nimmt: nämlich Drogenschmuggel. Vier (oder sind es fünf?) Deutsche sitzen wegen Drogenschmuggels in Taiwan im Gefängnis, das Taiwanblog hatte über einen Besuch bei einem Deutschen dort berichtet: http://bobhonest.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html .

Willkommen geheißen wird man als Drogenkurier schnell im Taipei Prison und das auf sehr lange Zeit, näheres im Blogbericht wie verlinkt. Standardmethode ist für Drogenringe, einen in Thailand (nicht etwa Taiwan!) lebenden Deutschen, der dort in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, zu einem Kurierdienst mit Heroin im Gepäck auf die Insel Formosa / Taiwan zu überreden. Entweder bleibt die Ware im Land, denn in Taiwan ist Heroin teurer und rarer als anderswo, oder Taiwan ist nur der Umschlagspunkt. Denn Taiwan ist ja international nicht anerkannt und daher klappt auch die Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden nicht so besonders gut.

Blinkt das Schild oben beim Lesen im Browser auch mit so einem Feuerwerk wie im Original? Witzig anzuschauen. Drinnen ist es dann nicht ganz so witzig mit bis zu 20 Mann auf 16qm.

Donnerstag, November 11, 2010

Falschinformation über Taiwan: (K)Ein Deutscher hingerichtet (Update)

Erstaunlich, welchen Unsinn man über Taiwan immer findet, vielleicht hat ja mal wieder jemand Thailand und Taiwan verwechselt (Update: auch nicht, da gab es auch keine "passende" Hinrichtung, siehe BELEG unten):

http://www.auswandererforum.de/showthread.php?t=691

Laut dem Spezialisten in dem Forum wurde 2005 ein Deutscher in Taiwan hingerichtet, der angeblich 18kg Drogen dabei gehabt hatte. Das ist falsch. Richtig ist, dass in Taiwan die Todesstrafe für Drogenschmuggel existiert und in der Praxis bei Schmuggel von harten Drogen (und vermutlich auch großer Mengen weicher Drogen) lebenslängliche Haft droht, was i.d.R. heißt, dass man mehr als 20 Jahre in völlig überfüllten Taiwangefängnissen im Duft der zahllosen Mitgefangenen ausharren muss, bis man endlich nach Deutschland überstellt wird.

Hier mein letzter Artikel zu dem Thema, der auch auf frühere verweist: LINK

Eine Hinrichtung an einem Deutschen im Jahre 2005 o.ä. wäre weder mir noch den Angehörigen eines Deutschen, den ich hier im Gefängnis besucht habe (LINK) entgangen, das ist blanke Erfindung. Auch kein anderer westlicher Ausländer wurde seit ich hier bin hingerichtet, wie in dem Forum oben behauptet.

Trotzdem soll man sich an den Ratschlag halten von Drogen hier die Finger zu lassen, auch Jointraucher haben sich schnell für mehrere Jahre in einem Gefängnis hier wiedergefunden und auch längst vergessene Minimaldosen an weichen Drogen, die von der Polizei in einer längst vergessenen Schachtel gefunden wurden, haben schon für ein paar Monate Rehab-Gefängnis gereicht.

Jetzt klinge ich wie ein verdammter Drogenexperte, ich habe allerdings mit Computern zu tun und weder Zeit noch Lust mich mit Betäubungsmitteln zu beschäftigen.



BELEG: Die "Initiative gegen Todesstrafe" nennt (Stand August 2010) in den letzten 20 Jahren nur*** 2 Hinrichtungen an Deutschen, beide in den USA: http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/nc/aktuelles/nachrichten/details/article/zum-tode-verurteilte-deutsche-staatsangehoerige.html?cHash=4ef67d1b60&print=1

Es handelt sich um das folgende Dokument, Zitat: (Antwort der Bundesregierung   auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten VolkerBeck (Köln), TomKoenigs, Marieluise Beck (Bremen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN   – Drucksache 17/2761 –, 26.08.2010)

*** "nur" in dem Sinne, dass keine außerhalb der USA dabei sind


No Germans were harmed during the making of this blog.


Update: Dank an die Klarstellung in den Kommentaren, wie das Strafmaß bei geringen Mengen von im Lande besessenen weichen Drogen aussieht: "für <= 10g Haschisch: 4...6 Monate. Je nach Richter."

Dienstag, Juni 29, 2010

Drogenspinner, Drogenspitzel

Angelsächsiches Englischlehrermillieu in Taiwan


Die vielen Kinder Taiwans, die allerdings wegen einer Geburtenrate von 1,0 pro Paar zu den ehr selten werdenen Gattungen in Taiwan gehören, werden noch von einer recht großen Zahl von englischen Muttersprachlern aus England, USA, Kanada, Südafrika unterrichtet, wobei weißhäutige "Bignoses" bevorzugt werden, dunkelhäutigen wird unterstellt nicht richtig Englisch zu sprechen. Wie dem auch sei, es kommen also viele "Langnasen" hier rüber, frisch vom College in Kanada vom Lande, wo sie neben Omas Maiskolben aufgewachsen sind und den geistigen Horizont einer Heufliege haben; die Jungs aus Oregon vom Heuschuber 19 sind da sicher auch nicht viel anders. Wie im College gewohnt, will man dann weiter an seinen weichen Drogen nuckeln, auch wenn man sich entschließt, ein spannendes Jahr in Taiwan zu verbringen, wo als Englischlehrer schnelles Geld und noch dazu hübsche junge asiatische Frauen winken. "Winken" nicht im Sinne von käuflich sondern ehr im Sinne von interessiert an einem Übersee-Boyfriend und das auch nur manche, aber immerhin.

Dann doch lieber mit Einheimischen anfreunden? Im Bild vergrößert und in Bronze mit Rückenschleife.

Dann hat man Diskussionen im Ausländerforum wie hier (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=21&t=84914), hallo, ich bin Ken und rauche gerne Canabis, sonst bin ich depressiv und sehe rosa Elefanten, was kostet das Zeug in Taiwan und wie viel gibt es? Ob ein Drogenhändler in Spe oder ehrliche Konsumentenanfrage, ich weiß es nicht, aber Taiwan mit seinen Extremgesetzen gegen Drogen bis hin zur Todesstrafe bei Import ist sicherlich ein schlechtes Pflaster für derlei Anwandlungen.

Dann gibt es Ausländer, die in den Diskussionen im Forum "unser Recht Drogen zu nehmen" verteidigen, weil es "unsere Kultur" im Westen sei. Ich sage dann manchmal, "rede nur von dir selber", denn was ich für eine Kultur mit angelsächsischen Collegeboys gemein habe weiß ich nicht. Vielleicht mögen wir ja alle Schnitzel, das verbindet schon mal.

Interessant: einer unserer bekanntesten Schreiber auf Forumosa.com war ein Polizeispitzel, der scheinbar sein Brot verdient, indem er koksende oder anderweitig das Gesetz brechende Mitlangnasen ausspioniert und ans Messer liefert (im anderen Forum erwähnt: [Edit: Link entfernt, man sollte alte Geschichten vielleicht einfach ruhen lassen]). Da kann man sich fragen, ob bei solchen "Ermittlungen" immer alles mit rechten Dingen zugeht, denn wenn der Herr Expolizist aus England ähnlich abgebrannt ist wie viele Ausländer hier, dann möchte ich nicht zwischen ihm und dem nächsten Sixpack stehen, wer weiß wie am Ende welches weiße Pulver in welche Tasche findet, könnte man paranoid mutmaßen.

 Wer einsam ist, kann auch einen Hund adoptieren (Suchbild mit Taipeis Wolkenkratzer 101)


Alles ein Milieu mit dem ich als Computermensch in Taiwan nichts zu tun habe, ich vergebe meine Audienzen ähnlich spärlich wie der Papst.

Also Obacht vor Ausländern oder auch Landsleuten in Übersee, da sind viele Geier darunter. Die deutschsprachige Gemeinde in Taiwan ist anders gestrickt, allerdings gibt es hier auch Pleitegeier mit windigen Geschäftsvorschlägen darunter.

Wer eine Bande von abgehalfterten Betrügern aus Deutschland treffen will, muss sich in die Dominikanische Republik in die Strandbars begeben. Da sind freundliche dicke deutsche Männer mit Vorstrafenregistern, die Deutschen gerne behilflich sind, schon beim ersten Bier bieten sie das mit gierigen Schweinsäuglein an.

Expats zeichnen gerne das Bild des weltgewandten Kosmopoliten von sich, doch Vorsicht ist angebracht, wenn man unter fremdem Himmel wandelt. Da sind mir meine zwei taiwanesischen Freunde lieber, der eine gibt mir Filme und beide reden nicht mit mir, um nicht wegen Akzent das Gesicht zu verlieren, aber die Filme sind auf Englisch, was will man mehr.

Montag, November 23, 2009

Deutsche im Horrorknast (Update)

German below, Deutsch unten!

English:
There are quite a few websites about foreign prisoners in other countries, like this one: http://www.usp.com.au/fpss/prisoners.html, but Taiwan is missing in such lists usually and no, the China section does not cover it either. Previously I thought the conditions in Taiwan jails would not be too bad, as I once read in a blog, which is seemingly dis-functional right now, the conditions would be better than in Western jails, without the major bullying, but the bad thing would be you had to eat the same food all over again and again. However the German blog http://gefangene.blog.de/ indicates the German prisoners, being in "Taipei Prison" (which is actually in Taoyuan county) would be in massively overcrowded cells with a toilet hole in the corner. And the guys with less privilege, the newcomers, get to sleep next to the toilet hole. It must be poor hell if you imagine you have to do this for at least 14 years, more like 20 or maybe life-long. I know, people in there are guilty of smuggling drugs, to my knowledge the Germans all brought Heroine to Taiwan, but in my opinion the prisoners still deserve a more humane jail and not such a place. Unfortunately the Taipei Prison is cramped with people and there is no hope for the Germans to be extradited during their jail time, because Taiwan (actually called the Republic of China by formal name) is not diplomatically accepted by Germany or most other countries. People are forgotten and the German government does not want to make a treaty with Taiwan on their behalf, not to get into trouble with China. China is claiming Taiwan and thus blocks Germany and other countries from taking up diplomatic relations with it. "To block" means to threaten economic non-cooperation, to be exact.
To remember their are also prisoners in Taiwan, who made a big mistake, but who are still humans beings, is all I ask. I hope they can get more public awareness. Yes, even if they are guilty of smuggling a substance.


German, Deutsch:


2. Update: Frau und ich waren zu Besuch im Taipei Prison bei deutschem Gefangenen, siehe HIER (http://bobhonest.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html)

Man entschuldige die "Bild"-ähnliche Überschrift, aber erfahrungsgemäß lesen es so einfach sehr viel mehr Leute und die Überschrift ist zutreffend. Ich wurde (danke für den Link) auf dieses Blog hier aufmerksam gemacht: http://gefangene.blog.de/, dieses wohl von Angehörigen und Nahestehenden von in Taiwan inhaftierten Deutschen gemachte Blog schildert aus dem Alltag von den (meiner Kenntnis nach ausschließlich wegen Heroinschmuggels verurteilten) Gefangenen. Unter anderem ist dort von einer winzigen Zelle die Rede, die hoffnungslos überbelegt ist und die in der Ecke ein Toilettenloch hat. Schon unsere Bürotoilette hier ist ein asiatischer Horrortrip, wie erst der Zustand einer vernachlässigten Gefägnistoilette in Taiwan aussieht möchte ich mir wirlich nicht vorstellen. "Desto geringer die Privilegien, desto näher am Toilettenloch" ist das Prinzip im Gefängnis, dem TAIPEI PRISON der taiwanesischen Hauptstadt Taipei.
Ich hatte auch schon einmal über in Taiwan inhaftierte Deutsche geschrieben (http://bobhonest.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html), die Überschrift "Heroin-Counter, Heroinzähler) spiegelt meine Fustration wieder, immer wieder von Heroin bringenden Deutschen zu lesen, die dann hier die Drakonischen Strafen zu ertragen haben. Der Artikel verwies auf ein englischsprachiges Blog, in dem die Haftbedingungen in Taiwan in sehr viel positiverem Licht geschildert worden (Blog funktioniert scheinbar nicht mehr), allerdings ist dort vom Gefängnis in Taoyuan (der Flughafenstadt Taipeis 45 km weiter südlich) die Rede, wo scheinbar amerikanische und kanadische Gefange sitzen.


Ist in Taiwan auch vieles locker, so ist mit der Polizei nicht zu scherzen (hier alledings bei einer Demo gegen Tierquälerei in staatlichen Tierheimen)


In Taiwan gilt die Faustregel, dass Täter um so größeren Rabatt kriegen, desto nützlicher sie Taiwan auf politischer Ebene sind, man beachte, dass Taiwan international nicht anerkannt wird als Staat. So gibt es theoretisch die Todesstrafe bei Drogendelikten, sie wird aber bei westlichen Ausländern nicht angewandt. Sortiert man die Gefangenen auch bezüglich der Unterbringung nach Nützlichkeit? Das amerikanische AIT, die inoffizielle Vertretung der USA in Taiwan, lässt Taiwans Regierung oft zittern, wann immer ihr Wort erschallt. Hingegen ist die deutsche Vertretung ein zahmer Papiertiger. Müssen deshalb die Deutschen menschenunwürdige Unterbringung ertragen?

Taiwan will ein demokratischer Rechtsstaat sein, der die Menschenrechte respektiert. Gefangene in so schlechten Verhältnissen unterzubringen, entspricht dem keinesfalls. Man halte sich außerdem vor Augen, dass wir hier von Haftstragen von mindestens 14 Jahren, oft von Lebenslänglich reden. Auch wer Drogen geschmuggelt hat bleibt ein Mensch und hat das Recht auf menschenwürdige Behandlung. Scheinbar verletzt dies Taiwan krass.

Weil China Taiwan beansprucht, hat kaum ein Land diplomatische Beziehungen zu Taiwan, deshalb gibt es kein Auslieferungsabkommen und keine Chance, dass die Verurteilten ihre Strafe unter menschenwürdigen Bedigungen in der Heimat absitzen können.

Dieser Artikel wird von mir noch auf Englisch übersetzt. Wer weiteres Material hat, kann es mir gerne schicken. Hoffentlich ergibt sich in der Sache noch mehr, denn die Inhaftierten sollten stärker in das Bewusstsein der Menschen in Deutschland gerückt werden. In einschlägigenen Internetseiten über "foreign prisoners" fehlt Taiwan fast immer, weil es eben nicht als Staat anerkannt ist. So sitzen da Deutsche im südostasiatischen Kerker ohne jedwede Unterstützung.

LINKS:

Die schlechte Versorgung im Gefängnis in Taiwan:
http://gefangene.blog.de/2009/11/03/taiwan-taipei-prison-7366177/

Sehr guter Artikel eines Journalisten in seinem Blog:
http://taipeh.wordpress.com/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Mein alter Artikel (die Zahl 3 ist zu niedrig gegriffen, mindestens sind es 4):
http://bobhonest.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html

Update: Der wohl ungewöhnlichste Fall: Deutscher bringt 5.1 kg Heroin für ein Taschengeld, kann dann aber zur Aufklärung der Hintermänner beitragen: www.ra-neiss.de/sec-files/inter_05_07.pdf
Im Dokument sind noch andere Kriminalfälle enthalten ohne Bezug zu Taiwan und ein weiterer Drogenkurierfall bzgl. Taiwan

Freitag, November 20, 2009

Another Candadian "Englishy Teachur" busted with drugs

English:

Can't you Canadians just buy the Fishermen's Friends at 7/11 and stop this weed-growing thingy? In one month, 3 English teachers had been arrested by Taiwan police in relation to drugs. See at the end of the thread here:
http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=83469&p=1074945#p1074945

On a far more serious note I will write about the Germans in Taiwanese jails soon, they are (at least to my knowledge) all in there for Heroin-smuggling. And articles will be English and German again in the future, I was overworked for a while and had neglected the English version.


Taiwan police logo

German, Deutsch:

Innerhalb eines Monats sind drei Englischlehrer in Taiwan wegen Drogenbesitzes festgenommen worden, zwei davon Kanadier. Oder waren es drei Kanadier und ein Südafrikaner? Ich verliere den Überblick.

Im sehr viel ernsteren Rahmen will ich demnächst noch einmal über die Deutschen schreiben, die in Taiwans Gefägnissen wegen Heroinschmuggels sitzen. Mein Blog pendelt verrwirrenderweise thematisch zwischen Straßenhunden, Drogen und sarkastischen Kommentaren, wem das nicht reicht: das Techblog (http://friedandonastick.blogspot.com/) gibt es ja auch noch.

Freitag, Oktober 30, 2009

Drogensüchtige Langnase hat 136kg Kokain im Safe

Ein Kanadier (es sind immer die, die hier auffallen) wurde angeblich mit 136kg Kokain im Safe verhaftet. Muss ein verdammt großer Safe gewesen sein! LINK: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2009/10/30/230698/English-teacher.htm


Von den Maschenschaften der "Englishy Teachur" kann man sich nur mit Grauen abwenden! Im Sinne von "den Rücken kehren", äh never mind


Herrlich finde ich, dass der Artikel "English-teacher.htm" heißt. Womit der Ruf der Englischlehrer mal wieder herrlich demontiert ist. Ich bringe morgen Puderzucker mit in die Firma und werfe damit rum. Als damals ein paar Kanadier verhaftet wurden, die sich Koks in Paketen zusenden ließen und auf Schickeriaparties verkauft haben, habe ich glatt böse Blicke auf der Straße geerntet, weil der Apple Daily, ein Revolverblatt, damals geschrieben hatte, Ausländer verkaufen Drogen an unsere Kinder! Die beiden Kanadier waren natürlich auch Englischlehrer.

Wo3 bu2shi4 lao3shi1 ! Ich bin kein Englischlehrer! Keine Ahnung, ob ich jetzt die Tonzeichen (als Zahlen geschreiben) richtig habe, diese aus der VR China stammende lateinische Umschrift kann hier sowieso keiner lesen in Taiwan.

Apropos Zahlen, die westlichen Maße wirft man in Taiwan gerne durcheinander, es sind wohl nur 136 Gramm, so sollen sie jedenfalls im Originalartikel stehen (http://news.chinatimes.com/2007Cti/2007Cti-News/2007Cti-News-Content/0,4521,110503+112009103000156,00.html).

Im Voraus eine weiße Weihnacht,
Ludigel

EDIT: Scheinbar hatte der intelligente junge Mann vom Lande Leuten, die wie Junkies aussahen, eine Einladung zu einer seiner Feten in die Hand gedrückt, wo sie dann diskret Drogen von ihm kaufen konnten.

"He da, Sie, ja Sie, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Sie sehen aus wie ein Junkie! Ich bin Drogenhändler, hier ist meine Karte, aber wehe Sie arbeiten für die Polizei"

Na, Darwin lässt grüßen. Und wieder ein Genie, das auf meine Kosten (wo3 shi4 Steuerzahler!) hier x Jahre lang Reis essen will!

Quelle: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=83275&start=60

EDIT2: Die Ausländergemeinde streitet gerade, ob im Chinesischen nun Gramm oder Kilogramm steht. Nun, ich sage es mal so. Ab dem sechsten Jahr sind es Kilogramm....

EDIT3: Derzeit tendiert die Diskussion zu 1.36 Gramm statt Kilo. Ich berichte wieder, wenn wir im Milligrammbereich sind. Wir sind hier einer großen Sache auf der Spur.
Euer Inspektor Flemming, Scotland Yard.

Dienstag, Juni 02, 2009

heroin counter: 3 Germans in Taiwan jail

English: I missed the last one; there are now 3 German citizens in Taiwan jails for bringing drugs onto the island; if I remember correctly it was heroin in all 3 cases. The last German brought this February 2.4 kg heroin (Link to Chinese page with photo).

---- information about jails in Taiwan:
Information über Gefängnisse in Taiwan (nur Englisch): LINK

German, Deutsch:
3 Deutsche in Taiwan wegen Heroinschmuggels im Gefängnis
Letzter Fall im Februar:LINK, Deutscher mit 2.4 kg Heroin am Flughafen Taoyuan (Taipei) festgenommen.
Nach bisherigen Erfahrungen sind 10 Jahre Gefängnis bis leider Lebenslang realistisch, die Todesstrafe wird in Taiwan an westlichen Ausländern nicht vollstreckt und auch nur selten ausgesprochen. Bei Kooperation wird das Strafmaß wohl ehr auf die 10 tendieren, andernfalls ehr auf die 20 oder länger.

Der vorletzte Fall ist aus dem Jahre 2005 (LINK), hier war das Urteil 14 Jahre (bei 6.1 kg Heroin und sehr guter Kooperation, die zu Festnahmen führte).

Der erste mir bekannte Fall ist hier referenziert (LINK, pdf) und ist aus dem Jahre 2002. Der Täter hatte 2.1 kg Heroin gebracht, war offenbar nicht kooperativ und hat Lebenslang erhalten. Er wird in Deutschland verdächtigt, an der tödlich ausgegangenen Entführung eines Mädchens mitgewirkt zu haben (der Fall, wo das Mädchen in Bayern in einer Kiste vergraben wurde und erstickt ist - 1981).

Taiwan und Deutschland haben keine diplomatischen Beziehungen und kein Auslieferungsabkommen. Im Fall aus dem Jahre 2002 hat die taiwanesische Regierung erklärt, der Täter könne nach Absitzen von 20 Jahren evtl. nach Deutschland abgeschoben werden.

Vorzeitige Haftentlassung: In Taiwan evtl.(!) nach Absitzen von 2/3 der Strafe.

Taiwanischer Strafvollzug gilt als recht human, ohne die folterähnlichen Schickanen, wie sie Japan hat und ohne die gruseligen Umstände anderer südostasiatischer Länder.

Muss trotzdem grauenhaft sein, solange in einem fremden Land in der Zelle zu sitzen.