Eine kleine stumme Mini-Demo der KMT-Jugend Taiwans gab es, als Rainer Eppelmann ein ehem. taiwanisches Gefängnis besuchte und sich auch mit einem politischen Gefangenen traf.
Weiterlesen im Blog von Klaus Bardenhagen, deutscher Journalist in Taipei.
http://www.intaiwan.de/2018/01/22/rainer-eppelmann-taiwan-reise-kriegsrecht/
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Mittwoch, Januar 24, 2018
Donnerstag, März 31, 2016
Hardlinerin Hung wird KMT-Vorsitzende
Schon am 28.03. wurde die im Oktober davongejagte Ex-Präsidentschaftskandidatin der KMT (Kuamintang-Partei) nun zur Parteivorsitzenden gewählt.
Es war letztes Jahr schon eine merkwürdige Geschichte, als sich die KMT entgegen dem demographischen Trend - sich in Taiwan als "Taiwanerin/Taiwaner" zu fühlen und nicht (mehr) als dem chinesischen Festland zugehörig - eine Hardlinerin als Präsidentschaftskandidatin nominierte. Eben Frau Hung Hsiu-Chu. Also eine Frau, die eine Vereinigung Taiwans mit der VR-China propagandiert hat. Im Oktober dann jagte die KMT ihre Kandidatin wieder davon und ersetzte sie durch den Bürgermeister von Taipei, Eric Chu. Der verlor dann die Wahl im Januar krachend und so hat Frau Hung derzeit ein Comeback. Wahlsiegerin Tsai Ingwen (DPP) wird demnächst als Präsidentin vereidigt, noch hat Ma Ying-Jeou von der KMT dieses Amt inne.
Stemmt sich die KMT gegen den "ich bin Taiwaner(in)"-Trend auf der Insel und bleibt stramm prochinesisch? Ich beobachte die hiesige Politszene zu wenig um das zu wissen.
http://thediplomat.com/2016/03/kmts-ousted-presidential-candidate-returns-as-party-chair/
Vorgeschichte: http://www.bbc.com/news/world-asia-34559238 (Hung verliert Präsidentschaftskandidatenstatus)
Es war letztes Jahr schon eine merkwürdige Geschichte, als sich die KMT entgegen dem demographischen Trend - sich in Taiwan als "Taiwanerin/Taiwaner" zu fühlen und nicht (mehr) als dem chinesischen Festland zugehörig - eine Hardlinerin als Präsidentschaftskandidatin nominierte. Eben Frau Hung Hsiu-Chu. Also eine Frau, die eine Vereinigung Taiwans mit der VR-China propagandiert hat. Im Oktober dann jagte die KMT ihre Kandidatin wieder davon und ersetzte sie durch den Bürgermeister von Taipei, Eric Chu. Der verlor dann die Wahl im Januar krachend und so hat Frau Hung derzeit ein Comeback. Wahlsiegerin Tsai Ingwen (DPP) wird demnächst als Präsidentin vereidigt, noch hat Ma Ying-Jeou von der KMT dieses Amt inne.
Stemmt sich die KMT gegen den "ich bin Taiwaner(in)"-Trend auf der Insel und bleibt stramm prochinesisch? Ich beobachte die hiesige Politszene zu wenig um das zu wissen.
http://thediplomat.com/2016/03/kmts-ousted-presidential-candidate-returns-as-party-chair/
Vorgeschichte: http://www.bbc.com/news/world-asia-34559238 (Hung verliert Präsidentschaftskandidatenstatus)
Freitag, Oktober 23, 2015
Fehlende Taiwanberichte
Deutsche Politik ist auf anarchistische Art so viel spannender. Und ich habe sowieso wenig Zeit, da ich ein Managementtool unter Windows mit Datenbankanbindung fertigstelle, mit dem mittlerweile das ganze 45-Leute-Team u.a. auch seine Urlaubsplanung macht und eigene Fähigkeiten zwecks Zuordnung zu den einzelnen Hardwaretest-Projekten hier im Testteam einhacken kann in das System. So groß ist das Programm, dass ich es mittlerweile "SAT / Software aus Taiwan" nenne statt SAP. Obwohl, so groß ist es nun auch wieder nicht.
Daher habe ich nicht darüber berichtet, dass die noch regierende KMT ihre Präsidentschaftskandidatin Hung gegen den moderateren Chu ausgetauscht hat, der Bürgermeister des Landkreises Taipei alias New Taipei City ist. In einer aktuellen Umfrage liegt jetzt Frau Tsai von der DPP mit um die 40% immer noch mit Abstand vorn, gefolgt von Herrn Chu aus der KMT mit 18% und dann Soong aus der PFP (KMT-nah eigentlich) mit 12%. Lustige Szenen gab es, als Hung-Anhänger vor der KMT-Zentrale demonstrierten und KMT-Honoratioren am Weiterfahren in ihren Limusinen hinderten. Aber Deutschland ist einfach so viel spannender und morgen geht es besuchsweise nach Manila, auch um die Permanent Residency abzuholen. Da tritt Taiwan und seine ewige "sind wir nun China oder nicht?"-Leier Gott sei Dank gnädig in den Hintergrund.
Bei mir gilt also jetzt das Motto: "Der Trend zum Drittland hält an". Selbst wenn Merkel eines von den dreien kaputt spielt, bleiben mir immer noch zwei andere.
Daher habe ich nicht darüber berichtet, dass die noch regierende KMT ihre Präsidentschaftskandidatin Hung gegen den moderateren Chu ausgetauscht hat, der Bürgermeister des Landkreises Taipei alias New Taipei City ist. In einer aktuellen Umfrage liegt jetzt Frau Tsai von der DPP mit um die 40% immer noch mit Abstand vorn, gefolgt von Herrn Chu aus der KMT mit 18% und dann Soong aus der PFP (KMT-nah eigentlich) mit 12%. Lustige Szenen gab es, als Hung-Anhänger vor der KMT-Zentrale demonstrierten und KMT-Honoratioren am Weiterfahren in ihren Limusinen hinderten. Aber Deutschland ist einfach so viel spannender und morgen geht es besuchsweise nach Manila, auch um die Permanent Residency abzuholen. Da tritt Taiwan und seine ewige "sind wir nun China oder nicht?"-Leier Gott sei Dank gnädig in den Hintergrund.
Bei mir gilt also jetzt das Motto: "Der Trend zum Drittland hält an". Selbst wenn Merkel eines von den dreien kaputt spielt, bleiben mir immer noch zwei andere.
Mittwoch, April 01, 2015
Erster Laowai als Abgeordneter?
Edit: Wohl KEIN Aprilscherz, weil der referenzierte Artikel vom 31.03.2015 ist!
Robin Winkler, 60, ein seit 1977 in Taiwan lebender ehemaliger US-Amerikaner, der seine Staatsbürgerschaft 2003 zu Gunsten der der Republik China/Taiwan abgegeben hat, kandidiert für den Legislativen Yuan...
...der Republik China, also sozusagen für das Parlament Taiwans, auch wenn das ein sehr unexakter Begriff ist. Naturalisierte Bürger können offenbar nach 10 Jahren für politische Ämter gewählt werden. Winkler ist Unweltaktivist und tritt für die allerdings bedeutungslose "Green Party Taiwan" (GPT) an, die eine echte Ökopartei ist. Sie ist in Taiwan etwa so einflussreich wie die Partei Bibeltreuer Christen in Deutschland oder die ÖDP, um es offen zu sagen.
http://focustaiwan.tw/news/aipl/201503310020.aspx
Die GPT ist nicht zu verwechseln mit der Partei DPP, die die größte taiwanische Oppositionspartei ist und die man gemeinhin wegen ihrer grünen Parteifarbe in Taiwan "Green Party" nennt - auch wenn sie mit Ökologie nichts bis wenig zu tun haben. Die DPP ist im Prinzip der Gegenpol zur "nationalchinesischen" KMT, die derzeit Taiwan regiert und oft eine staatliche Fusion der VR China mit Taiwan anstrebt.
Robin Winkler, 60, ein seit 1977 in Taiwan lebender ehemaliger US-Amerikaner, der seine Staatsbürgerschaft 2003 zu Gunsten der der Republik China/Taiwan abgegeben hat, kandidiert für den Legislativen Yuan...
...der Republik China, also sozusagen für das Parlament Taiwans, auch wenn das ein sehr unexakter Begriff ist. Naturalisierte Bürger können offenbar nach 10 Jahren für politische Ämter gewählt werden. Winkler ist Unweltaktivist und tritt für die allerdings bedeutungslose "Green Party Taiwan" (GPT) an, die eine echte Ökopartei ist. Sie ist in Taiwan etwa so einflussreich wie die Partei Bibeltreuer Christen in Deutschland oder die ÖDP, um es offen zu sagen.
http://focustaiwan.tw/news/aipl/201503310020.aspx
Die GPT ist nicht zu verwechseln mit der Partei DPP, die die größte taiwanische Oppositionspartei ist und die man gemeinhin wegen ihrer grünen Parteifarbe in Taiwan "Green Party" nennt - auch wenn sie mit Ökologie nichts bis wenig zu tun haben. Die DPP ist im Prinzip der Gegenpol zur "nationalchinesischen" KMT, die derzeit Taiwan regiert und oft eine staatliche Fusion der VR China mit Taiwan anstrebt.
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Mittwoch, März 11, 2015
DPP-Sieg doch nicht sicher: Die "Grünen" und die Korruption
Taiwans Expräsident Chen von der pro-Unabhängigkeitspartei DPP (Parteifarbe Grün) ist aus medizinischen Gründen aus der Haft auf Bewährung (oder mit einem ähnlichen Konstrukt) entlassen. Sofort zerfleischen sich die DPP-ler "in Sachen Korruption...
Im Allgemeinen geht man davon aus, dass sich die Regierungszeit der prochinesischen KMT dem Ende zuneigt. Wobei die KMT "prochinesisch" ist, weil sie bisweilen handfeste Schritte zum "Anschluss" des als eigener Staat existierenden Taiwans (formell eigentlich "Republik China" heißend) an die VR-China macht. Was sich wiederum aus ihrer Geschichte erklärt, schließlich hat sie einst in Chinas alter Hauptstadt Nanjing sitzend das große chinesische Reich regiert (etwa 1911-1949). Mit Frau Tsai Ingwen steht eine gemäßigt auftretende DPP-Kandidatin in-spe für die nächste Präsidentschaftswahl zur Verfügung und die jungen Taiwaner scheinen mehrheitlich nicht mehr prochinesisch zu empfinden. Sie haben sogar gegen die Annäherungspolitik des gegenwärtigen Präsidenten Ma (KMT) mit bis zu 300.000 Leuten demonstriert und sogar das Parlament besetzt (mein "Live-Bericht" damals). Auch hat bei der letzten Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Taipei der stoffelige KMT-Kandidat Sean Lien (Sohn des Parteigranden Lien Senior) eine harte Abfuhr vom Wähler erhalten. Und das, obwohl ihn sein Papa schon in Peking als neuen Kronprinz und wohl auch künftigen Präsidenten von "Taiwan" vorgestellt hatte. Man geht davon aus, dass der KMT die Wähler wegsterben - einfach weil die Leute, die noch selbst mit dem Familiensilber in der Hosentasche vor den Kommunisten aus China nach Taiwan geflohen sind, langsam in das Alter am Ende ihres Lebenszyklus gelangen. Gerade diese Leute haben die KMT gewählt, die irgendwie noch eine emotionale Brücke rüber nach China bot, beispielsweise mit dem Kredo, das KMT-"Taiwan" sei das wahre China und irgendwann würde man sich "wiedervereinigen" - oder gar das "Festland zurückholen".
Ist ein DPP-Sieg 2016 also schon eine ausgemachte Sache? Viele Kommentatoren im Internet erwecken den Eindruck, gerade eben weil Präsident Ma teilweise nur 9% Zustimmungsrate hatte (siehe Bild).
Ich musste damals einfach dabei sein bei der Demo, denn hier wurde Geschichte geschrieben, so schien es mir. Daheim warf meine Frau mit dem Stuhle, weil sie nicht wollte, dass ich wohl verbotenerweise als Ausländer an einer politischen Veranstaltung teilnehme, doch ich fing die heran fliegende Kameratasche aus der Luft und ging hin. Neue Möbel braucht man immer mal.
Aber als ich in diesen Wochen so viele Abgesänge auf die KMT-Ära lass bis hin zum Reden über eine hypothetische Auflösung der KMT, da kamen mir doch Zweifel. Weil die Kommentatoren vergessen haben, wie sehr sich die DPP mit Korruptionsaffairen beschmutzen kann und daher den Wähler vergraulen kann. Schließlich wurde der gegenwärtige Präsident Ma (KMT) auch von vielen nur gewählt, weil die alte DPP-Regierung unter Chen (von dem oben die Rede war) so korrupt war. Chen war so unglaublich korrupt, dass er aus dem Präsidentenpalast heraus den größten Kaufhauskonzern Taiwans (Sogo) erpresst hatte und zum Schluss hatten sich 50 Millionen US-Dollar auf schweizer Konten angesammelt. Wer im Industriegebiet in Hshinzu bauen wollte, der musste erst mal Geld auf das präsidiale Privatkonto überweisen.
Droht nun im Vorlauf zur Wahl oder danach eine neue endlose DPP-Korruptionsstory? Wer das verneint, der irrt wohl. Kaum ist der alte Präsident Chen einstweilen wegen Krankheit draußen, da zerfleischt sich die DPP schon wieder selbst. Die DPP-Parteisprecherin hat sofort eine neue Korruptionsstory parat gehabt und den Medien erzählt: Wie Chen einst viele Baulöwen in einem Raum versammelt hatte und von allen Bestechungsgelder verlangt hat. Und prompt greift die (wohl) künftige Präsidentschaftkandidatin Tsai (DPP) die Parteisprecherin an, die zurücktreten muss. Und Expräsident Chen droht wieder mal mit Selbstmord und auch damit, Frau Tsai und damit die Regierungschancen seiner alten Partei DPP zu demontieren: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2015/03/10/430712/DPPs-Hsu.htm
Der Expräsident Chen wird vielleicht der beste Wahlkämpfer der KMT werden, mit seiner Korruptionsaufwärmerei und Solidaritätsreflexen, die er in der damals sehr mit ihm verfilzten DPP auslöst. Und wer weiß, was eine neue DPP-Regierung alles so "anstellen" würde. Dann würde ihre "Ära" ja vielleicht gar nicht so lang währen.
Und wieder der obligatorische Hinweis: Auch die KMT ist korrupt, sie gilt als traditionell mit der nordtaiwanischen Triade Bambusgang verbandelt, vergleiche auch die Zusammenarbeit der KMT mit dem Ex-Obergangster "Weißer Wolf" bei den Demos damals. Nur diese Art von Korruption sieht man nicht so leicht.
Im Allgemeinen geht man davon aus, dass sich die Regierungszeit der prochinesischen KMT dem Ende zuneigt. Wobei die KMT "prochinesisch" ist, weil sie bisweilen handfeste Schritte zum "Anschluss" des als eigener Staat existierenden Taiwans (formell eigentlich "Republik China" heißend) an die VR-China macht. Was sich wiederum aus ihrer Geschichte erklärt, schließlich hat sie einst in Chinas alter Hauptstadt Nanjing sitzend das große chinesische Reich regiert (etwa 1911-1949). Mit Frau Tsai Ingwen steht eine gemäßigt auftretende DPP-Kandidatin in-spe für die nächste Präsidentschaftswahl zur Verfügung und die jungen Taiwaner scheinen mehrheitlich nicht mehr prochinesisch zu empfinden. Sie haben sogar gegen die Annäherungspolitik des gegenwärtigen Präsidenten Ma (KMT) mit bis zu 300.000 Leuten demonstriert und sogar das Parlament besetzt (mein "Live-Bericht" damals). Auch hat bei der letzten Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Taipei der stoffelige KMT-Kandidat Sean Lien (Sohn des Parteigranden Lien Senior) eine harte Abfuhr vom Wähler erhalten. Und das, obwohl ihn sein Papa schon in Peking als neuen Kronprinz und wohl auch künftigen Präsidenten von "Taiwan" vorgestellt hatte. Man geht davon aus, dass der KMT die Wähler wegsterben - einfach weil die Leute, die noch selbst mit dem Familiensilber in der Hosentasche vor den Kommunisten aus China nach Taiwan geflohen sind, langsam in das Alter am Ende ihres Lebenszyklus gelangen. Gerade diese Leute haben die KMT gewählt, die irgendwie noch eine emotionale Brücke rüber nach China bot, beispielsweise mit dem Kredo, das KMT-"Taiwan" sei das wahre China und irgendwann würde man sich "wiedervereinigen" - oder gar das "Festland zurückholen".
Ist ein DPP-Sieg 2016 also schon eine ausgemachte Sache? Viele Kommentatoren im Internet erwecken den Eindruck, gerade eben weil Präsident Ma teilweise nur 9% Zustimmungsrate hatte (siehe Bild).
Ich musste damals einfach dabei sein bei der Demo, denn hier wurde Geschichte geschrieben, so schien es mir. Daheim warf meine Frau mit dem Stuhle, weil sie nicht wollte, dass ich wohl verbotenerweise als Ausländer an einer politischen Veranstaltung teilnehme, doch ich fing die heran fliegende Kameratasche aus der Luft und ging hin. Neue Möbel braucht man immer mal.
Mit den Demonstranten mit ihrem Sonnenblumenlogo war man damals schnell solidarisch als Ausländer
Aber als ich in diesen Wochen so viele Abgesänge auf die KMT-Ära lass bis hin zum Reden über eine hypothetische Auflösung der KMT, da kamen mir doch Zweifel. Weil die Kommentatoren vergessen haben, wie sehr sich die DPP mit Korruptionsaffairen beschmutzen kann und daher den Wähler vergraulen kann. Schließlich wurde der gegenwärtige Präsident Ma (KMT) auch von vielen nur gewählt, weil die alte DPP-Regierung unter Chen (von dem oben die Rede war) so korrupt war. Chen war so unglaublich korrupt, dass er aus dem Präsidentenpalast heraus den größten Kaufhauskonzern Taiwans (Sogo) erpresst hatte und zum Schluss hatten sich 50 Millionen US-Dollar auf schweizer Konten angesammelt. Wer im Industriegebiet in Hshinzu bauen wollte, der musste erst mal Geld auf das präsidiale Privatkonto überweisen.
Droht nun im Vorlauf zur Wahl oder danach eine neue endlose DPP-Korruptionsstory? Wer das verneint, der irrt wohl. Kaum ist der alte Präsident Chen einstweilen wegen Krankheit draußen, da zerfleischt sich die DPP schon wieder selbst. Die DPP-Parteisprecherin hat sofort eine neue Korruptionsstory parat gehabt und den Medien erzählt: Wie Chen einst viele Baulöwen in einem Raum versammelt hatte und von allen Bestechungsgelder verlangt hat. Und prompt greift die (wohl) künftige Präsidentschaftkandidatin Tsai (DPP) die Parteisprecherin an, die zurücktreten muss. Und Expräsident Chen droht wieder mal mit Selbstmord und auch damit, Frau Tsai und damit die Regierungschancen seiner alten Partei DPP zu demontieren: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2015/03/10/430712/DPPs-Hsu.htm
Der Expräsident Chen wird vielleicht der beste Wahlkämpfer der KMT werden, mit seiner Korruptionsaufwärmerei und Solidaritätsreflexen, die er in der damals sehr mit ihm verfilzten DPP auslöst. Und wer weiß, was eine neue DPP-Regierung alles so "anstellen" würde. Dann würde ihre "Ära" ja vielleicht gar nicht so lang währen.
Und wieder der obligatorische Hinweis: Auch die KMT ist korrupt, sie gilt als traditionell mit der nordtaiwanischen Triade Bambusgang verbandelt, vergleiche auch die Zusammenarbeit der KMT mit dem Ex-Obergangster "Weißer Wolf" bei den Demos damals. Nur diese Art von Korruption sieht man nicht so leicht.
Ist die Zeit der KMT wirklich schon abgelaufen?
Fotos Ludigel, mit Sony DSLR A850 und Tamron 3,8-5,6/28-200mm
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Dienstag, Dezember 16, 2014
KMT-Urschrei am frühen Morgen
Wieder mal wunderliche Leute im heimatlichen Schlichtwohnviertel
Es ist ein leidiges Thema, "unser" Wohnhaus, ein Schlichtbau mit seiner 70er-Jahre - Bausubstanz und abblätternder Farbe und Siff im Treppenhaus versetzt mich nicht gerade in Begeisterung, ist aber billiger und erstaunlich ruhiger Wohnraum. Und verkörpert für meine Frau die vertraute Umgebung ihrer Kindheit, in die sie immer wieder zurück will. Meine Lust, neue Wohnraumexperimente in Taipei zu machen hält sich auch in Grenzen. Der bessere Wohnblock in einigermaßen schicker Allee im selben Viertel führte zu drastischer Anhebung des Lärmpegels. Nicht nur schrie die "Generalsgattin" nebenan bei offener Wohnungstür zusammen mit mehreren älteren Frauen in sturmumtosten Nächten immer wieder "Ämen, Ämen, Ämen" (die US-Version von Amen, es waren offensichtlich irgendwie Christen), die besseren Straßen zogen auch Taiwans Lautsprecher-Verkaufswagen magisch an. Die wollen nicht etwa etwas von Bose und Harman-Kardon verkaufen, sondern sie benutzen einen auf dem Lieferwagen angebrachten Lautsprecher, um ihre Waren anzupreisen. Und parkten gerne unter meinem Fenster. Ein in Jongli (Zhongli) gekauftes Reihenhaus in einer Hakka-Community hatte eine ständig lauthals Karaoke singende Nachbarin, die auch noch stahl wie eine Elster (sicher nicht Hakka-typisch, aber typisch für die stadtbekannte Nachbarin) und eine Verwandte eben der Nachbarin kippte hinter unserem Küchenfenster ihren Kot aus, den sie in Eimern sammelte. Als Dünger für ihr Gemüsebeet auf wildem Grundstück. Jetzt wieder wie in den ersten Jahren im Schlichtwohnviertel in einer Wohnung wohnend finde ich es erstaunlich ruhig - und vor dem Dreck im Treppenhaus muss man halt kurz die Augen verschließen.
Merkwürdig nur immer wieder ein alter Mann aus der Wohnung unter unserer, der mir schon mehrfach den Zugang zum Haus blockierte, die Türe vor der Nase zuschlug und mich im Treppenhaus anschrie. Völlig unprovoziert. Er mag offenbar keine Ausländer und schreit seine Aversion lauthals heraus. Da komme ich heute Morgen noch schlaftrunken aus dem Hauseingang und habe bepackt mit mehren Taschen nicht die Haustür zugemacht (bin aber auch zwei Minuten später wieder vor Ort, wenn ich meinen kleinen Sohn abhole und zu Schwiegermutter rüberbringe), da steht er im Halbdunkel vor mir, schreit mich mit hysterisch überschlagener Stimme an, dass er das halbe Viertel aufweckt und zeigt dabei mit seinem Spazierstock auf mich, als habe er den leibhaftigen Teufel gesehen. Habe mich etwas erschreckt, das gebe ich zu. Verstanden habe ich nur "Ni ren", den Rest nicht mehr. Also "Du Mensch...". Ich denke, so einen Ehrentitel würde er mir als Nichtmitglied der sinoiden Herrenrasse nicht zugestehen, daher kann man das wohl auch als Schimpfwort benutzen. Oder das "ren"/Mensch wurde durch ein nachstehendes Adjektiv abqualifiziert. Wieder mal denke ich, ich will gar nicht mehr Mandarin lernen, dann würde ich ja den gesamten Unsinn verstehen. Mit dem Krückstock zeigte er auf die Haustür, ich machte sie auch prompt zu, allein damit er aufhörte rumzuschreien. Der Vorfall ist um so blöder, als dass er ja selber gerade im Begriff war, durch die geöffnete Haustür zu gehen und sie dann wieder aufschließen musste. Aber bitte, wenn die Seligkeit dran hängt.
In Taipei hatte ich über die Jahre immer eigenartige Vorfälle mit älteren Leute, von denen manche wenige offenbar einen ziemlichen Ausländerhass aufgesogen haben und mich daher an die alten "Wehrmachts-Opas" erinnern, die ich noch aus meiner Jugend in den 70er-Jahren in Deutschland kenne und die mir und Spielkameraden damals oft ein "unter Hitler wäre das nicht passiert" (Ballspielen, Kreidemalen auf dem Pflaster) oder "euch sollte man ins KZ schicken" hinterher schrien.
Taiwan hat da seine abgemilderte Form mit der einst diktatorisch herrschenden Partei KMT und ihrer Rassenlehre-Light, die natürlich den sinoiden Menschen zum Herrenmenschenbild stilisiert hat. Ich nehme an, rechtsradikale Pygmäen haben sich den "Superpygmäen" als Herrenmenschenbild gebaut, das kann auch jeder machen wie er will. Unser Schlichtwohnviertel ist hier jedenfalls um meine Wohnung rum ein Militärveteranenviertel. Und auch der Schreiopa heute Morgen sah wie eine Verkörperung eines solchen aus. Graue Hose, dunkelblaue Jacke und eine dunkelblaue Schirmmütze mit dem Logo des taiwanischen Militärs dran (Kaktusblüte im Ährenkranz). Die Familien hier kommen alle ursprünglich vom chinesischen Festland und stehen fest zu ihrer ebenfalls ursprünglich mit Diktator Chiang-Kai-Shek nach Taiwan rüber gekommenen KMT, deren Parteifarbe dunkelblau ist.
Wenn mich mal jemand fragen würde, würde ich als Nationalsymbol ja nicht die chinesische Kaktusblüte, sondern - zumindest heute Morgen reichlich genervt - den "oben offenen Kackpapier-Eimer im Ährenkranz" vorschlagen. Denn der ist für mich das Wahrzeichen Taiwans - findet man ihn doch auf jeder Toilette hier.
Stramm die Hacken zusammenschlagend,
Ludigel*
* Bar jedweden militärischen Grades
Edit: Und Taiwan aka die Republik-China nannte man ja früher auch "Nationalchina". Da waren die älteren Herrn noch jünger und hatten das Sagen. Die jungen Taiwaner haben aber offenbar China mehr und mehr satt, sei es das alte Nationalchina oder das neue pseudorote VR-China. Siehe HIER.
Es ist ein leidiges Thema, "unser" Wohnhaus, ein Schlichtbau mit seiner 70er-Jahre - Bausubstanz und abblätternder Farbe und Siff im Treppenhaus versetzt mich nicht gerade in Begeisterung, ist aber billiger und erstaunlich ruhiger Wohnraum. Und verkörpert für meine Frau die vertraute Umgebung ihrer Kindheit, in die sie immer wieder zurück will. Meine Lust, neue Wohnraumexperimente in Taipei zu machen hält sich auch in Grenzen. Der bessere Wohnblock in einigermaßen schicker Allee im selben Viertel führte zu drastischer Anhebung des Lärmpegels. Nicht nur schrie die "Generalsgattin" nebenan bei offener Wohnungstür zusammen mit mehreren älteren Frauen in sturmumtosten Nächten immer wieder "Ämen, Ämen, Ämen" (die US-Version von Amen, es waren offensichtlich irgendwie Christen), die besseren Straßen zogen auch Taiwans Lautsprecher-Verkaufswagen magisch an. Die wollen nicht etwa etwas von Bose und Harman-Kardon verkaufen, sondern sie benutzen einen auf dem Lieferwagen angebrachten Lautsprecher, um ihre Waren anzupreisen. Und parkten gerne unter meinem Fenster. Ein in Jongli (Zhongli) gekauftes Reihenhaus in einer Hakka-Community hatte eine ständig lauthals Karaoke singende Nachbarin, die auch noch stahl wie eine Elster (sicher nicht Hakka-typisch, aber typisch für die stadtbekannte Nachbarin) und eine Verwandte eben der Nachbarin kippte hinter unserem Küchenfenster ihren Kot aus, den sie in Eimern sammelte. Als Dünger für ihr Gemüsebeet auf wildem Grundstück. Jetzt wieder wie in den ersten Jahren im Schlichtwohnviertel in einer Wohnung wohnend finde ich es erstaunlich ruhig - und vor dem Dreck im Treppenhaus muss man halt kurz die Augen verschließen.
Taiwans Präsidentenpalast, in dem heute der chinafreundliche Präsident Ma Ying-Jeou von der KMT (noch) sitzt und in dem einst der japanische Gouverneur saß. Als ich das Ding mal im Original von Vorne fotografiert habe, kam gleich ein Securitymensch angerannt. Hier konspirativ sogar von hinten fotografiert.
Merkwürdig nur immer wieder ein alter Mann aus der Wohnung unter unserer, der mir schon mehrfach den Zugang zum Haus blockierte, die Türe vor der Nase zuschlug und mich im Treppenhaus anschrie. Völlig unprovoziert. Er mag offenbar keine Ausländer und schreit seine Aversion lauthals heraus. Da komme ich heute Morgen noch schlaftrunken aus dem Hauseingang und habe bepackt mit mehren Taschen nicht die Haustür zugemacht (bin aber auch zwei Minuten später wieder vor Ort, wenn ich meinen kleinen Sohn abhole und zu Schwiegermutter rüberbringe), da steht er im Halbdunkel vor mir, schreit mich mit hysterisch überschlagener Stimme an, dass er das halbe Viertel aufweckt und zeigt dabei mit seinem Spazierstock auf mich, als habe er den leibhaftigen Teufel gesehen. Habe mich etwas erschreckt, das gebe ich zu. Verstanden habe ich nur "Ni ren", den Rest nicht mehr. Also "Du Mensch...". Ich denke, so einen Ehrentitel würde er mir als Nichtmitglied der sinoiden Herrenrasse nicht zugestehen, daher kann man das wohl auch als Schimpfwort benutzen. Oder das "ren"/Mensch wurde durch ein nachstehendes Adjektiv abqualifiziert. Wieder mal denke ich, ich will gar nicht mehr Mandarin lernen, dann würde ich ja den gesamten Unsinn verstehen. Mit dem Krückstock zeigte er auf die Haustür, ich machte sie auch prompt zu, allein damit er aufhörte rumzuschreien. Der Vorfall ist um so blöder, als dass er ja selber gerade im Begriff war, durch die geöffnete Haustür zu gehen und sie dann wieder aufschließen musste. Aber bitte, wenn die Seligkeit dran hängt.
Vieles in Taiwan hat "China" im Namen, wie eben auch die halbstaatliche Flugline "China Airlines" oder hier ein Schiffbauunternehmen. Dies ist freilich eine Miniatur aus dem "Shao Ren Guo"/Window-on-China - Park im Landkreis Taoyuan. Auch im Namen steckt schon wieder "China", obwohl es doch eher ein Fenster auf Taiwan ist.
In Taipei hatte ich über die Jahre immer eigenartige Vorfälle mit älteren Leute, von denen manche wenige offenbar einen ziemlichen Ausländerhass aufgesogen haben und mich daher an die alten "Wehrmachts-Opas" erinnern, die ich noch aus meiner Jugend in den 70er-Jahren in Deutschland kenne und die mir und Spielkameraden damals oft ein "unter Hitler wäre das nicht passiert" (Ballspielen, Kreidemalen auf dem Pflaster) oder "euch sollte man ins KZ schicken" hinterher schrien.
Taiwan hat da seine abgemilderte Form mit der einst diktatorisch herrschenden Partei KMT und ihrer Rassenlehre-Light, die natürlich den sinoiden Menschen zum Herrenmenschenbild stilisiert hat. Ich nehme an, rechtsradikale Pygmäen haben sich den "Superpygmäen" als Herrenmenschenbild gebaut, das kann auch jeder machen wie er will. Unser Schlichtwohnviertel ist hier jedenfalls um meine Wohnung rum ein Militärveteranenviertel. Und auch der Schreiopa heute Morgen sah wie eine Verkörperung eines solchen aus. Graue Hose, dunkelblaue Jacke und eine dunkelblaue Schirmmütze mit dem Logo des taiwanischen Militärs dran (Kaktusblüte im Ährenkranz). Die Familien hier kommen alle ursprünglich vom chinesischen Festland und stehen fest zu ihrer ebenfalls ursprünglich mit Diktator Chiang-Kai-Shek nach Taiwan rüber gekommenen KMT, deren Parteifarbe dunkelblau ist.
Wenn mich mal jemand fragen würde, würde ich als Nationalsymbol ja nicht die chinesische Kaktusblüte, sondern - zumindest heute Morgen reichlich genervt - den "oben offenen Kackpapier-Eimer im Ährenkranz" vorschlagen. Denn der ist für mich das Wahrzeichen Taiwans - findet man ihn doch auf jeder Toilette hier.
Stramm die Hacken zusammenschlagend,
Ludigel*
* Bar jedweden militärischen Grades
Edit: Und Taiwan aka die Republik-China nannte man ja früher auch "Nationalchina". Da waren die älteren Herrn noch jünger und hatten das Sagen. Die jungen Taiwaner haben aber offenbar China mehr und mehr satt, sei es das alte Nationalchina oder das neue pseudorote VR-China. Siehe HIER.
Donnerstag, August 07, 2014
Meet the president
Wer schon mal einen der nächsten Präsidenten "Taiwans" sehen will...
Sean Lien, Sprößling einer KMT-Adelsfamilie kandidiert als Bürgermeister von Taipei und ist sicher als einer der nächsten Präsidenten der Republik China aka Taiwan vorgesehen. Stämmiger Mann mit Boxernase von seinem Vater, der wirklich Boxer war. Offenbar kann man die Nase dann vererben. Da sollten mal Genetiker drüber gucken.
http://thinking-taiwan.com/sean-liens-bland-lunch-with-foreigners/
Im Link mit ratlosen Vorzeigeausländern zu sehen, alle 20+.
Sean Lien, Sprößling einer KMT-Adelsfamilie kandidiert als Bürgermeister von Taipei und ist sicher als einer der nächsten Präsidenten der Republik China aka Taiwan vorgesehen. Stämmiger Mann mit Boxernase von seinem Vater, der wirklich Boxer war. Offenbar kann man die Nase dann vererben. Da sollten mal Genetiker drüber gucken.
http://thinking-taiwan.com/sean-liens-bland-lunch-with-foreigners/
Im Link mit ratlosen Vorzeigeausländern zu sehen, alle 20+.
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