Man liegt im Bett und schläft. Dann wecken einen diese Kratzgeräusche am Fenstergitter...
Taiwanische Wohnungen haben ja immer diese vergitterten Fenster, entweder ohne Schlüssel oder gleich ohne Schlüsselloch. Sonst sind Brände einfach viel zu langweilig. Auch das Spielzimmer von Junior, in dem ich in unserer Miniwohnung immer schlafe, weil ich harten Boden unter dem Rücken brauche statt das Bett. Vor dem Zu Bett gehen hatte ich noch etwas am Rechner gedaddelt. Das Spiel Skyrim, wo einem bisweilen Mischwesen zwischen hässlicher Frau und noch hässlicherem Vogel mit spitzen Krallen und Feuerkugeln attackieren.
Liege also nun im Bette - na ja auf dem Boden jedenfalls, da schrecke ich aus dem Schlaf. Werde wach von Kratzgeräuschem am Fenstergitter. In der Realität, nicht im Spiel. Irgendwas tackert und krabbelt da und das Geräusch wird immer lauter. In dem kurzen Moment zwischen Traum und Wachsein überlagern sich Computerspielerinnerung und Wirklichkeit. Ich werde wach und denke noch: "Where the f*ck is my sword". Definitiv ein Vorteil von Fantasywelten, dass man da immer ein Langschwert als Argumentationshilfe zur Hand hat. Ich raffe mich auf, gehe im Dunkeln zum Fenster, mache mich bereit den Vorhang zur Seite zu ziehen. Es kratzt immer noch. Was immer da rein will, müsste langsam da sein im Stockdunkeln am Fenster.
Taipei: Grund in virtuelle Umgebungen zu flüchten
Da bellt ein kleiner Hund mit seiner Fistelstimme in der Wohnung gegenüber. WAU WAU WAU WAU. Nur viermal. Die Kratz- und Trappelgeräusche (wohl auf dem Blechdach über dem Gitter und daher viel lauter als sie sein sollten) entfernen sich rasch. Hund bleibt ruhig. Wauwi und Ludigel schlafen wieder ein.
Mentale Notiz: Mit Straßenhund im Fantasyspiel anfreunden (mein Husky dort hat leider das letzte Dungeon nicht überlebt). Gibt es in Skyrim wie auch in Taipei.
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Freitag, April 13, 2018
Dienstag, April 12, 2016
Essen Taiwaner Hunde?
Na, besser als umgekehrt, oder?
Und im 12. Jahr dieses Blogs haben wir den Hundeverzehr der Taiwaner (auf dem Lande im Wesentlichen) endlich in einem akademischen Harvard-Papier verewigt gefunden:
https://dash.harvard.edu/handle/1/8889451
Dieser Link wird den Newbies eine Lehre sein, die immer sagen, die Taiwaner würden keinen Hund essen. Augenzwinker.
Und im 12. Jahr dieses Blogs haben wir den Hundeverzehr der Taiwaner (auf dem Lande im Wesentlichen) endlich in einem akademischen Harvard-Papier verewigt gefunden:
https://dash.harvard.edu/handle/1/8889451
Dieser Link wird den Newbies eine Lehre sein, die immer sagen, die Taiwaner würden keinen Hund essen. Augenzwinker.
Mittwoch, August 28, 2013
Australischer de-facto Botschafter will Bürohund töten
Kein gutes Beispiel für den Umgang mit Hunden
Frischer Wind im Taiwanblog: Dreimal "Langnasentrouble" hintereinander
Westler in Taiwan haben oft die Nase hoch im Wind, wenn sie die Einheimischen über besseren Umgang mit Tieren belehren wollen. Etwa: Es ist keine gute Sache, seinen Hund mit Autoantennen zu schlagen, bis er freiwillig zum Straßenhund wird. Oder: Nein, der Hund ist nicht glücklich sein Leben an einer kurzen Kette zu verbringen. Oder: Muss man Hunde zum Winter in kleinen Käfigen mästen?
Beruhigend zu wissen, dass sich der ständige Vertreter Australiens in Taiwan da positiv abhebt. Er scheint sich nämlich nichts aus Hunden zu machen. Sein Vorgänger im Amt hatte nämlich einen Straßenhund gerettet und als Bürohund gehalten. Sein Nachfolger Kevin Magee hat dann kurzerhand seine philippinische Dienstmagd beauftragt, den Bürohund beim Tierarzt einschläfern zu lassen.
Der Tierarzt weigerte sich zunächst, willigte dann ein, nahm das Geld und bewahrte den Hund aber in seinem Garten auf. Der entkam, wurde eingefangen und jetzt will Mr. Magee den Tierarzt verklagen. Und Taipei hat einen netten Gesprächsstoff. Der mir persönlich bekannte englische Tierschützer Sean McCormack, der in Taipei eine Tierschutzorg betreibt, ist erfreulicherweise an der Sache dran.
Der unsympathisch guckende Mr. Magee sollte sich vor der Rache der buddhistischen Götter fürchten; vielleicht wird er im nächsten Leben ja Bürohund.
http://www.smh.com.au/world/australias-reputation-goes-to-the-dogs-20130826-2smc4.html
Frischer Wind im Taiwanblog: Dreimal "Langnasentrouble" hintereinander
Westler in Taiwan haben oft die Nase hoch im Wind, wenn sie die Einheimischen über besseren Umgang mit Tieren belehren wollen. Etwa: Es ist keine gute Sache, seinen Hund mit Autoantennen zu schlagen, bis er freiwillig zum Straßenhund wird. Oder: Nein, der Hund ist nicht glücklich sein Leben an einer kurzen Kette zu verbringen. Oder: Muss man Hunde zum Winter in kleinen Käfigen mästen?
Beruhigend zu wissen, dass sich der ständige Vertreter Australiens in Taiwan da positiv abhebt. Er scheint sich nämlich nichts aus Hunden zu machen. Sein Vorgänger im Amt hatte nämlich einen Straßenhund gerettet und als Bürohund gehalten. Sein Nachfolger Kevin Magee hat dann kurzerhand seine philippinische Dienstmagd beauftragt, den Bürohund beim Tierarzt einschläfern zu lassen.
Der Tierarzt weigerte sich zunächst, willigte dann ein, nahm das Geld und bewahrte den Hund aber in seinem Garten auf. Der entkam, wurde eingefangen und jetzt will Mr. Magee den Tierarzt verklagen. Und Taipei hat einen netten Gesprächsstoff. Der mir persönlich bekannte englische Tierschützer Sean McCormack, der in Taipei eine Tierschutzorg betreibt, ist erfreulicherweise an der Sache dran.
Der unsympathisch guckende Mr. Magee sollte sich vor der Rache der buddhistischen Götter fürchten; vielleicht wird er im nächsten Leben ja Bürohund.
http://www.smh.com.au/world/australias-reputation-goes-to-the-dogs-20130826-2smc4.html
Donnerstag, Juli 25, 2013
Tollwut in Taiwan!
Erster Tollwurtfall bei Wildtieren nach 52 Jahren (Update)
Taiwan war lange Zeit einer der wenigen tollwutfreien Orte der Erde. Dieser Status ist nun vorbei, ein paar kleine Nagetiere wurden als tollwutkrank nachgewiesen und ein Mann ist in Taitung gebissen worden (http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2013/07/24/384578/Man-in.htm). Der Mann ist im Krankenhaus***, leider ist meines Wissens nach die Todesrate bei Auftreten von Symptomen bei 100%. Wichtig ist, dass man frühzeitig geimpft wird bei Tollwut. Lediglich das sog. "Milwaukee"-Protokoll (http://en.wikipedia.org/wiki/Milwaukee_protocol), ein künstliches Koma, verspricht eine geringe Überlebenschance und ist auch als Behandlung umstritten. Sind die Tiere durch aus China eingeschmuggelte Tierimporte infiziert worden, wie gerade spekuliert wird? Problematisch ist jedenfalls, dass die nicht in Tollwut gewohnten Tiere hier möglicherweise weniger Widerstandskraft gegen die Krankheit haben und eine sich wild ausbreitende Seuche durch die zahllosen Straßenhunde Taiwans sicher brandgefährlich werden könnte. Außerdem hat Taiwan kaum Impfstoff auf Lager, weil es nicht auf die Seuche vorbereitet ist, der langen Tollwutfreiheit wegen. Bereits im Mai erkrankte ein philippinischer Gastarbeiter an Tollwut und ist vermutlich verstorben, wie diesem Artikel zu entnehmen ist: http://www.theglobaldispatch.com/taiwan-reports-first-imported-case-of-rabies-of-2013-in-filipino-worker-99694/ . Der Mann hatte die Krankheit allerdings durch einen Hundebiss in seiner Heimat bekommen und hatte in Taiwan erst Symptome gezeigt, daher konnte Taiwan damals noch seinen tollwutfreien Status behalten.
Bin ich eigentlich gegen Tollwut geimpft? Ich denke ja. Muss da noch mal googeln wie das ist mit dem Impfschutz. Was ändert sich jetzt durch den Verlust der Tollwutfreiheit? Man kann Haustiere aus Taiwan nicht mehr problemlos in andere Länder verschicken, ohne dass sie dort in Quarantäne kommen und wenn es ganz schlimm kommt, können die Behörden sogar Haustiere einsammeln und vorsorglich töten lassen. Und Straßenhunde werden vermutlich bald in Massen getötet werden.
*** Update: Offenbar ist er symptomfrei und wird mit dem Impfstoff behandelt. Behandelt man frühzeitig ist das klein Problem. Gute Nachricht in diesem Fall.
Taiwan war lange Zeit einer der wenigen tollwutfreien Orte der Erde. Dieser Status ist nun vorbei, ein paar kleine Nagetiere wurden als tollwutkrank nachgewiesen und ein Mann ist in Taitung gebissen worden (http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2013/07/24/384578/Man-in.htm). Der Mann ist im Krankenhaus***, leider ist meines Wissens nach die Todesrate bei Auftreten von Symptomen bei 100%. Wichtig ist, dass man frühzeitig geimpft wird bei Tollwut. Lediglich das sog. "Milwaukee"-Protokoll (http://en.wikipedia.org/wiki/Milwaukee_protocol), ein künstliches Koma, verspricht eine geringe Überlebenschance und ist auch als Behandlung umstritten. Sind die Tiere durch aus China eingeschmuggelte Tierimporte infiziert worden, wie gerade spekuliert wird? Problematisch ist jedenfalls, dass die nicht in Tollwut gewohnten Tiere hier möglicherweise weniger Widerstandskraft gegen die Krankheit haben und eine sich wild ausbreitende Seuche durch die zahllosen Straßenhunde Taiwans sicher brandgefährlich werden könnte. Außerdem hat Taiwan kaum Impfstoff auf Lager, weil es nicht auf die Seuche vorbereitet ist, der langen Tollwutfreiheit wegen. Bereits im Mai erkrankte ein philippinischer Gastarbeiter an Tollwut und ist vermutlich verstorben, wie diesem Artikel zu entnehmen ist: http://www.theglobaldispatch.com/taiwan-reports-first-imported-case-of-rabies-of-2013-in-filipino-worker-99694/ . Der Mann hatte die Krankheit allerdings durch einen Hundebiss in seiner Heimat bekommen und hatte in Taiwan erst Symptome gezeigt, daher konnte Taiwan damals noch seinen tollwutfreien Status behalten.
Bin ich eigentlich gegen Tollwut geimpft? Ich denke ja. Muss da noch mal googeln wie das ist mit dem Impfschutz. Was ändert sich jetzt durch den Verlust der Tollwutfreiheit? Man kann Haustiere aus Taiwan nicht mehr problemlos in andere Länder verschicken, ohne dass sie dort in Quarantäne kommen und wenn es ganz schlimm kommt, können die Behörden sogar Haustiere einsammeln und vorsorglich töten lassen. Und Straßenhunde werden vermutlich bald in Massen getötet werden.
*** Update: Offenbar ist er symptomfrei und wird mit dem Impfstoff behandelt. Behandelt man frühzeitig ist das klein Problem. Gute Nachricht in diesem Fall.
Donnerstag, September 13, 2012
Das Landhaus der Verstoßenen
Spätabends um 10 auf dem Lande in Nordtaiwan, Landkreis Taoyuan, etwa 45 km von Taipei.
Ein Auto braus heran, hält auf stockdunkler Straße neben einem alten Bauernhof. Merkwürdiges Kennzeichen.
Nur die Straßenlaterne war Zeuge, als ein Ausländer aus dem Auto steigt und sich dem alten Bauerhaus nähert....
Er nähert sich einem vergitterten Fenster. Was wird dahinter in dieser dunklen Nacht zu finden sein?
Nun, ginge es nach den gängigen Asien-Vorstellungen deutscher Fernsehzuschauer, müssten da kleine Kinder darben, die billige Textilien herstellen oder dergleichen, aber hier findet man .....
.... siehe unten ...
.... man glaubt es kaum ...
... lauter Hunde in einem alten Bauernhaus. Wo früher einmal Bauer und Bäuerin Ling das hübsche Bild an der Wand bewunderten, sind heute 60 ehemalige Straßenhunde untergebracht.
Es handelt sich hier um eines der nirgends dokumentierten (inoffiziellen) privaten Tierasyle in Taiwan. Diese funktionieren so, das Privatleute einige der zahlreichen Straßenhunde Taiwans retten, diese dann beim Tierarzt auskurieren und dann gegen etwa 2000 NT monatlich (etwa 50 Euro) pro Hund in einem solchen Tierasyl meist dauerhaft unterbringen. Die Betreiber leben entweder davon oder schreiben mit dem Asyl eine schwarze Null oder bezuschussen die Anlage mit ihrem Privatvermögen. Dokumentiert und untersucht sind solche kleinen Hundeplätze nirgends, weil man bei Straßenhundrettung immer an große Organisationen denkt. Nirgends? Nun, in der MBA-Arbeit meiner Frau für eine Uni in England schon (eine sogenannte "Dissertation" zur Erlangung des Master of Business Administration). Dabei hat meine Frau recherchiert, dass die Hundefarmen Profit machen, die eine Fremdhundquote von 80% oder mehr haben (Fremdhunde werden halt mit den erwähnten 2000 NT gesponsort), während die Betriebe die drunter liegen eher ins Minus gehen. Viele Betreiber dieser Stationen retten so viele eigene Hunde, dass sie mit ihren Stationen nie ins Plus kommen können, was aber meist auch nicht das Ziel ist.
Diese Station hier hatte bislang eine schwarze Null, könnte aber langsam auch schon im Plus liegen, weil sie sich vergrößert hat. Manchmal erliegen die Betreiber dem Lockruf des Mammon und bringen die Hunde in kleinen Boxen unter, da kennen wir auch eine solche Station. Einst haben Frau und ich ja eine eigene Hundrettungsorganisation betrieben und mit dieses Stationen zuammengearbeitet, aber Sohn und Job erlauben das derzeit nicht mehr.
Hier ist alles OK, es gibt zwei Rudel auf der Station (Korrektur: wohl 3 mittlerweile), jedes hat die Hälfte des Landhauses zur freien Verfügung (Korrektur: das dritten eine Scheune), die Betreiberin schaut nur tagsüber mal ein paar Stündchen vorbei, nachts sind die Hunde allein im Landhaus. Von ausländischen nächtlichen Besuchern mit einem Sack voller Leckreien abgesehen.
Sie können auch jederzeit raus, jedes der beiden Rudel hat einen eigenen großen Garten. Erst wollten mich alle umbringen, als ich nächtlich am Fenster stand, knurren und Zähne. Doch dann hat mich das Leittier freundlich in Empfang genommen und sie haben alle einen Knochen mit Fleisch dran bekommen, schon war ich ihr bester Freund. Das Leittier ist der Husky in der Mitte, der nebenbei bemerkt mein Privathund ist, den wir hier vorerst untergebracht haben, seit wir vom Lande in die Stadt gezogen sind. Er fühlt sich hier sehr wohl, genau wie unsere Hündin, die Labradordame an der Kette (Betreiberin sagte sie hätte vergessen, sie abzumachen nach der Fütterung: Kontrolle ist immer gut!). Die Hündin war einst eine "Wurfmaschine", ihr Leben lang auch an der Kette gehalten zur Produktion von Rassehunden und war von ihrem Besitzer bei uns in der Straße damals ausgesetzt worden - ich hatte ihn noch mit dem Moped davonfahren sehen. Die Hündin war anfangs so stackelig, dass sie beim Gehen umgefallen ist. Als ein paar Wochen später der Mopedmann noch mal aufkreuzte und ich mit der Hündin gerade Gassi ging, wollte sie ihn zähnefletschend umbringen - da ist er schnell davongefahren, der nette Herr Hundezüchter.
Eigentlich kann die Hündin jetzt aber frei im Rudel laufen, ich kontrolliere das diese Woche noch mal. Wieder mit Knochen und Leckereien im Gepäck, irgendwo auf dem Lande am Tellerrand der Weltscheibe, wo ausgediente Schmusehunde in einem alten Landhaus leben.
Ein Auto braus heran, hält auf stockdunkler Straße neben einem alten Bauernhof. Merkwürdiges Kennzeichen.
Nur die Straßenlaterne war Zeuge, als ein Ausländer aus dem Auto steigt und sich dem alten Bauerhaus nähert....
Er nähert sich einem vergitterten Fenster. Was wird dahinter in dieser dunklen Nacht zu finden sein?
Nun, ginge es nach den gängigen Asien-Vorstellungen deutscher Fernsehzuschauer, müssten da kleine Kinder darben, die billige Textilien herstellen oder dergleichen, aber hier findet man .....
.... siehe unten ...
.... man glaubt es kaum ...
... lauter Hunde in einem alten Bauernhaus. Wo früher einmal Bauer und Bäuerin Ling das hübsche Bild an der Wand bewunderten, sind heute 60 ehemalige Straßenhunde untergebracht.
Es handelt sich hier um eines der nirgends dokumentierten (inoffiziellen) privaten Tierasyle in Taiwan. Diese funktionieren so, das Privatleute einige der zahlreichen Straßenhunde Taiwans retten, diese dann beim Tierarzt auskurieren und dann gegen etwa 2000 NT monatlich (etwa 50 Euro) pro Hund in einem solchen Tierasyl meist dauerhaft unterbringen. Die Betreiber leben entweder davon oder schreiben mit dem Asyl eine schwarze Null oder bezuschussen die Anlage mit ihrem Privatvermögen. Dokumentiert und untersucht sind solche kleinen Hundeplätze nirgends, weil man bei Straßenhundrettung immer an große Organisationen denkt. Nirgends? Nun, in der MBA-Arbeit meiner Frau für eine Uni in England schon (eine sogenannte "Dissertation" zur Erlangung des Master of Business Administration). Dabei hat meine Frau recherchiert, dass die Hundefarmen Profit machen, die eine Fremdhundquote von 80% oder mehr haben (Fremdhunde werden halt mit den erwähnten 2000 NT gesponsort), während die Betriebe die drunter liegen eher ins Minus gehen. Viele Betreiber dieser Stationen retten so viele eigene Hunde, dass sie mit ihren Stationen nie ins Plus kommen können, was aber meist auch nicht das Ziel ist.
Diese Station hier hatte bislang eine schwarze Null, könnte aber langsam auch schon im Plus liegen, weil sie sich vergrößert hat. Manchmal erliegen die Betreiber dem Lockruf des Mammon und bringen die Hunde in kleinen Boxen unter, da kennen wir auch eine solche Station. Einst haben Frau und ich ja eine eigene Hundrettungsorganisation betrieben und mit dieses Stationen zuammengearbeitet, aber Sohn und Job erlauben das derzeit nicht mehr.
Hier ist alles OK, es gibt zwei Rudel auf der Station (Korrektur: wohl 3 mittlerweile), jedes hat die Hälfte des Landhauses zur freien Verfügung (Korrektur: das dritten eine Scheune), die Betreiberin schaut nur tagsüber mal ein paar Stündchen vorbei, nachts sind die Hunde allein im Landhaus. Von ausländischen nächtlichen Besuchern mit einem Sack voller Leckreien abgesehen.
Sie können auch jederzeit raus, jedes der beiden Rudel hat einen eigenen großen Garten. Erst wollten mich alle umbringen, als ich nächtlich am Fenster stand, knurren und Zähne. Doch dann hat mich das Leittier freundlich in Empfang genommen und sie haben alle einen Knochen mit Fleisch dran bekommen, schon war ich ihr bester Freund. Das Leittier ist der Husky in der Mitte, der nebenbei bemerkt mein Privathund ist, den wir hier vorerst untergebracht haben, seit wir vom Lande in die Stadt gezogen sind. Er fühlt sich hier sehr wohl, genau wie unsere Hündin, die Labradordame an der Kette (Betreiberin sagte sie hätte vergessen, sie abzumachen nach der Fütterung: Kontrolle ist immer gut!). Die Hündin war einst eine "Wurfmaschine", ihr Leben lang auch an der Kette gehalten zur Produktion von Rassehunden und war von ihrem Besitzer bei uns in der Straße damals ausgesetzt worden - ich hatte ihn noch mit dem Moped davonfahren sehen. Die Hündin war anfangs so stackelig, dass sie beim Gehen umgefallen ist. Als ein paar Wochen später der Mopedmann noch mal aufkreuzte und ich mit der Hündin gerade Gassi ging, wollte sie ihn zähnefletschend umbringen - da ist er schnell davongefahren, der nette Herr Hundezüchter.
Eigentlich kann die Hündin jetzt aber frei im Rudel laufen, ich kontrolliere das diese Woche noch mal. Wieder mit Knochen und Leckereien im Gepäck, irgendwo auf dem Lande am Tellerrand der Weltscheibe, wo ausgediente Schmusehunde in einem alten Landhaus leben.
Montag, September 26, 2011
Straßen-Haifisch
Nun ich bin ich ja Hundefreund. Aber als ich gestern fröhlich am Mietshaus vorbei gehe, in dem Schwiegermutter und mein Junior wohnen, rast plötzlich ein großer Schlittenhund auf mich zu. Denke schon der will schmusen wie die anderen zwei Huskies im Wohnblock. Allerdings kenne ich das Verhalten von Hunden sehr genau und so fällt mir auf, dass irgendetwas nicht stimmt. Zu schnell, zu gerade und mit zu stierem Blick kommt er auf mich zu, direkt aus dem Gebüsch. Ohne Bellen, mit anderen Worten er will angreifen. Kaum habe ich das begriffen in einem Sekundenbruchteil ist er auch schon an mir dran. Steht wie eingefroren fast wie ein Vorstehhund an meiner Hand und hat seine kalte Nase direkt an meine linke Hand gepresst, die an meiner Hosennaht ruht, denn ich bewege mich instinktiv nicht und rede jetzt dem Tier beruhigend zu. Allerdings zeigt er die Zähne etwas und kurrt. Seine Augen sind kalt wie die eines Haifisches und fixieren meine Hand wie ein Kaninchen, dessen Genick es jeden Augenblick durchzubeißen gilt. Jetzt fällt mir auf, dass der "Schlittenhund" gar kein Schlittenhund ist sondern braun-weiß. Zwar gibt es auch braune Schlittenhunde, aber diese typische braun-weiße Färbung spricht für einen ... Aktia Ainu, einen japanischen Kampfhund, der als furchtloser, niemals loslassender (wenn er einmal zugebissen hat) Kampfgefährte der Samurai einst die Landschaft unsicher gemacht hat. Wie nett, dass ich einen davon steifgefroren an meiner Hand habe. Das angenehme Gefühl einer kalten feuchten Hundenase steht im krassen Gegensatz zur Gefährlichkeit der Situation. Was mich irgendwie amüsiert. Angst darf man den Biestern sowieso nie zeigen.
Da kommt eine chinesische alte Vettel auf mich zu (eine Japanerin wird es ja kaum sein), lächelt und sagt irgendetwas. Meine zwanzig Meter entfernt stehende Frau übersetzt rufend:
"Nicht anfassen, sagt sie, sonst beißt er."
Seelenruhig erkläre ich "Das muss sie ihrem Hund sagen, er fasst mich an, nicht ich ihn!".
Die alte ruft ihren Hund und verschwindet mit ihm in der Parterre-Wohnung. Nicht mal die kleinste Entschuldigung, die hässliche Alte scheint das sogar genossen zu haben. Die Familie dort hatte bislang einen kleine weißen aggressiven Kläffer, offensichtlich haben sie den gegen einen großen psychotischen Kampfhund eingetauscht, den sie ebenfalls ohne Leine und Maulkorb herumlaufen lassen.
Später stellte sich heraus, dass er auch schon Schwiegermutter fast gebissen hätte, eine falsche Bewegung und man ist fällig, denke ich mal. Das Tierchen ist eine echte Gefahr, das ist offensichtlich und als Hundeerfahrener (bis vor kurzem mit eigener Hunderettung hier in Taiwan, die derzeit wegen Desertation des Eingeborenenpersonals brach liegt) erkennt man das dominante Territorialverhalten, das hier wenigstens dem leider auch menschlichen Gegner noch die Möglichkeit zur Unterwerfung lässt. Das Stillstehen interpretiert er vielleicht als eine Art Demutshaltung. Auf den Boden legen wie ein Hundchen sollte man sich nicht, es sei denn man braucht seine Kehle nicht mehr. Und die spannende Frage ist, was er bei einem Kind machen würde. Wirkt bei ihm das Kindchenschema oder sieht er ein Kind eher als leichte Beute? Ein Kind würde sicher auch falsch reagieren, entweder wegrennen (Jagdtrieb wird ausgelöst) oder abwehren (Kampfmodus wird ausgelöst) oder große Angst zeigen (macht das Opfer noch interessanter weil es schwach wirkt). Eigentlich sollte ein normaler Hund in dicht besiedelter Gegend und einem Grundstück ohne Zaun ein solches Verhalten nur auf Hunde beziehen, nicht auf Menschen.
Mit dem Begriff Kampfhund habe ich so meine Probleme, weil es sicher immer auf das Individuum ankommt. Aber der alten Vettel ist es sicher gelungen, die angezüchtete Anlage zur Aggressivität voll zur Entfaltung kommen zu lassen. Und die Japaner können neben anderen kulturellen Errungenschaften wie Unterhöschenautomaten darauf stolz ein, die freundlichen Schlittenhunde "böse" gemacht zu haben. Denn der Akita gehört tatsäschlich zu dieser Familie. Auch wenn die Japaner ihn zweckentfremdet haben.
Zwei Minuten später kam ein richtiger Schlittenhund aus dem Haus, grau-weiß und freundlich, strahlte mich im Vorbeigehen gleich an, grinste und wedelte. Genauso groß aber superlieb.
Wie wir jetzt damit umgehen, dass ein Straßenhaifisch den Eingang zum Wohnhaus zu seinem Jagdrevier erklärt hat, ist die nächste Frage. Mit Wurscht mit dem Ding anfreunden? Hübsch sieht er ja aus so braun-weiß und gesund ist er, da konnte ich mich durch Nasenkontrolle von überzeugen*.
Vielleicht sagt die Alte ja beim nächsten Mal. "Er will doch nur spielen". Jo, mit meinen Knochen....
* Kalt und feucht heißt i.d.R. gesund bei der Hundenase.
Da kommt eine chinesische alte Vettel auf mich zu (eine Japanerin wird es ja kaum sein), lächelt und sagt irgendetwas. Meine zwanzig Meter entfernt stehende Frau übersetzt rufend:
"Nicht anfassen, sagt sie, sonst beißt er."
Seelenruhig erkläre ich "Das muss sie ihrem Hund sagen, er fasst mich an, nicht ich ihn!".
Die alte ruft ihren Hund und verschwindet mit ihm in der Parterre-Wohnung. Nicht mal die kleinste Entschuldigung, die hässliche Alte scheint das sogar genossen zu haben. Die Familie dort hatte bislang einen kleine weißen aggressiven Kläffer, offensichtlich haben sie den gegen einen großen psychotischen Kampfhund eingetauscht, den sie ebenfalls ohne Leine und Maulkorb herumlaufen lassen.
Später stellte sich heraus, dass er auch schon Schwiegermutter fast gebissen hätte, eine falsche Bewegung und man ist fällig, denke ich mal. Das Tierchen ist eine echte Gefahr, das ist offensichtlich und als Hundeerfahrener (bis vor kurzem mit eigener Hunderettung hier in Taiwan, die derzeit wegen Desertation des Eingeborenenpersonals brach liegt) erkennt man das dominante Territorialverhalten, das hier wenigstens dem leider auch menschlichen Gegner noch die Möglichkeit zur Unterwerfung lässt. Das Stillstehen interpretiert er vielleicht als eine Art Demutshaltung. Auf den Boden legen wie ein Hundchen sollte man sich nicht, es sei denn man braucht seine Kehle nicht mehr. Und die spannende Frage ist, was er bei einem Kind machen würde. Wirkt bei ihm das Kindchenschema oder sieht er ein Kind eher als leichte Beute? Ein Kind würde sicher auch falsch reagieren, entweder wegrennen (Jagdtrieb wird ausgelöst) oder abwehren (Kampfmodus wird ausgelöst) oder große Angst zeigen (macht das Opfer noch interessanter weil es schwach wirkt). Eigentlich sollte ein normaler Hund in dicht besiedelter Gegend und einem Grundstück ohne Zaun ein solches Verhalten nur auf Hunde beziehen, nicht auf Menschen.
Mit dem Begriff Kampfhund habe ich so meine Probleme, weil es sicher immer auf das Individuum ankommt. Aber der alten Vettel ist es sicher gelungen, die angezüchtete Anlage zur Aggressivität voll zur Entfaltung kommen zu lassen. Und die Japaner können neben anderen kulturellen Errungenschaften wie Unterhöschenautomaten darauf stolz ein, die freundlichen Schlittenhunde "böse" gemacht zu haben. Denn der Akita gehört tatsäschlich zu dieser Familie. Auch wenn die Japaner ihn zweckentfremdet haben.
Zwei Minuten später kam ein richtiger Schlittenhund aus dem Haus, grau-weiß und freundlich, strahlte mich im Vorbeigehen gleich an, grinste und wedelte. Genauso groß aber superlieb.
Wie wir jetzt damit umgehen, dass ein Straßenhaifisch den Eingang zum Wohnhaus zu seinem Jagdrevier erklärt hat, ist die nächste Frage. Mit Wurscht mit dem Ding anfreunden? Hübsch sieht er ja aus so braun-weiß und gesund ist er, da konnte ich mich durch Nasenkontrolle von überzeugen*.
Vielleicht sagt die Alte ja beim nächsten Mal. "Er will doch nur spielen". Jo, mit meinen Knochen....
* Kalt und feucht heißt i.d.R. gesund bei der Hundenase.
Dienstag, April 19, 2011
Flower-Power, Hausfrauen-Invasion etc.
Man kann schon einen Schreck bekommen, wenn man in die Kantine geht, nur seinen Reis mit saurem Gemüse essen will und dann eine Riege von Kolleginnen, inklusive der angeheuerten Vortänzerin für die Firmentanztruppe (die mit Herz auf der Schürze) mit massenweise Topfpflanzen herum laufen und einen zur Unterschrift irgendeines chinesischen Zettels drängen, ohne deutlich machen zu können oder zu wollen, wofür ich denn da unterschreiben soll neben dem sauren Gemüse, das ich auf die Plastikdecke gekleckert hatte. Dabei hätte mein Survival-Chinesisch dafür vielleicht sogar gereicht, wenn es einfach ausgedrückt worden wäre. So haben sie es erst gar nicht versucht, leider auch keine Pantomime vorgetanzt und ich verweigerte standhaft die Unterschrift. Hier im "chinesischen" Nordtaiwan hätte das ja alles sein können. "Ich bin für die schnelle Wiedervereinigung mit China" etwa, nach dem Motto "Topfpflanzen statt Freedom" oder hatte es mit der Reaktorkatastrophe in Japan zu tun, die gerade im Fernsehen flimmerte. "Verstrahlt gerne, aber ökologisch korrekt!". Auch die zur Hilfe herbei geholte Serviererin vom Café konnte mich nicht überreden, ich blieb standhaft. Als Mann muss man schließlich endlich mal lernen asiatischen Frauen mehr Widerstand entgegen... äh .... wo waren wir. Ach ja.
Hunderettungsstation bei uns in der Nähe, wo man für 2000 NT monatlich einen Straßenhund versorgen lassen kann. Wie man sieht, sind Golden Retriever immer in Mode in Taiwan
Das ganze entpuppte sich dann als eine Aktion die in meinem Suvivalchinesisch etwa "Go-Go tschü Shan" hätte klingen müssen, also "Hundchen geht auf den Berg", denn die geniale Aktion, für die man unterschreiben und spenden sollte, bestand darin, die überall in Taiwan herumlaufenden und ständig nachproduzierten Straßenhunde einfach mittels eines Kleinbusses in die Berge zu fahren und da unversorgt herumlaufen zu lassen. Super Idee, so wird die außerhalb der Ballungsgebiete noch halbwegs intakte Natur vollends ruiniert, denn in den Bergen gibt es schon genug von halb verhungerten Hunderudeln, die auf Beute aus sind - irgendwo in diesem oder dem Vorgängerblog war mal eine Geschichte vom "Werwolfalarm" zu lesen und einer panisch Taiwan verlassenden Philippina, die sich von "Tigern" verfolgt fühlte, aber wohl die großen hellbraunen und gestreiften Straßenhunde Taiwans in der Gegend meinte.
Die Hunderettung ist in Taiwan längst vor die Wand gefahren, entschuldigen Sie die Metapher.
Selbst hatte dieses Blog einst einen "operativen Arm", die Hundrettungsorganisation Stray-Dogs.Org, die allerdings brach liegt, weil sich die einheimischen Aktivisten mittlerweile in alle vier Winde verweht haben und wir erst wieder neu aufbauen müssen.
Sonst wird bei uns auf dem Dorfe Hund im Winter ganz gerne auch gegessen, gerade die Schwarzen. Depperte Ausländer, die nach Taiwan kommen glauben den Einheimischen immer, dass hier NIEMAND JEMALS auch nur IRGENDEINEN Hund isst. Aber ich sehe sie in der Nachbarschaft heranwachsen in Käfigen, manchmal als Welpen beim Käfigsaubermachen ausbrechen, mit der freundlichen Langnase in der Nachbarschaft spielen, dann wieder wochenlang im Käfig sitzen, mir beim Vorbeigehen frustriert aus dem Käfig hinterher heulen, bis sie dann plötzlich verschwunden sind. Rülps.
Also was immer die Einheimischen mit Hunden machen, ich werde den Unsinn gewiss nicht unterschreiben. Schürze hin oder her.
Knurr.
Freitag, August 06, 2010
Happy End für "Horrorhund"
In diesem Blog steht wenig über die Arbeit der Tierschutzorganisation stray-dogs.org, ein Netzwerk von taiwanesischen Hunderettern, die sich des extremen Straßenhundproblems in Taiwan anzunehmen versuchen und wenigstens ein paar Tiere aufpeppeln und wenn möglich vermitteln. Die kleine Org, der die Taiwanbehörden den Status als Tierschutzorganisation ohne Begründung verweigert haben (sie müssten uns sonst laut hiesigen Gesetzen Geldzuschüsse geben, daher wird kaum jemand anerkannt) ist aus diesem Blog heraus gegründet worden, deshalb nenne ich sie auch gern den "exekutiven Arm dieses Blogs". Sie finanziert sich im Übrigen durch Spenden von Taiwanesen, daher keine Angst, dies ist kein Spendenaufruf.
Hals offen durch eingewachsenes Halsband, konnte auch geheilt werden.

Hundehandel und Profit gibt es bei uns auch nicht, geboren ist Stray-Dogs.Org aus der Tatsache, dass vor meines Haustür kranke Tiere herumlaufen.
Ein anderes verletztes Tier, von uns aufgenommen und mittlerweile geheilt und vermittelt. Die Wunde am Hals erklärt sich dadurch, dass immer wieder Hunde mit Halsband ausgesetzt werden und dann noch wachsen. Das Halsband bleibt jedoch so groß wie es ist.
Ich will in nächster Zeit vorsichtig die Tendenz wieder aufnehmen, von unseren kleinen Erfolgen hier im Blog zu berichten, sollte das wieder hypernervöse Taiwanesen aus dem Ausland anlocken, die dann ihre Drohungen ablassen wollen (in taiwanesischen Foren, in denen wir vertreten waren geschehen), dann sollen sie halt kommen, ihren Unsinn reden und dann wieder in den Tofu-Sud verschwinden, aus dem sie hervor gekrochen sind.
So, ein Erfolg unserer Org zeit sich ganz plastisch an den folgenden Fotos. Diesen Hund...
... hatten wir im Jahre 2008 aufgelesen und nachdem sich mehrere Mitglieder respektive die von ihnen beauftragten Ärzte daran versucht hatten, waren meine Frau und ich an der Reihe und unser Arzt, mittlerweile der Standardtierarzt von unserer Org, war erfolgreich. Zwischenstadien der Behandlung dieses Hundes kann man hier im alten Artikel nachlesen: http://bobhonest.blogspot.com/2008/12/beauty-is-beast.html, heute (die Fotos sind ein paar Monate alt) lebt der Hund, den wir "Handsome" genannt haben, in Übersee und sieht so aus:
... er ist ein ganz lieber Kerl, kaum wieder zu erkennen äußerlich und wurde an eine Taiwanesin vermittelt, die im Ausland lebt und immer wieder Hunde aus ihrer Heimat adoptiert, weil sie weiß, wie vielen es hier schlecht geht. Privatvermittlungen machen wir nur, wenn jemand persönlich mit dem Adoptierer bekannt ist von uns, um empörte Zuschriften gleich auszuschließen ;-)
Hier ist er zusammen mit einem anderen Hund, den die Taiwanesin aus Taiwan (aber nicht von uns) adoptiert hat.
Hier ist Handsomes Spielzeug zu sehen. Er hat es selber so auf seiner Decke arrangiert, er ist sehr ordentlich mit seinen Sachen und legt sie immer wieder auf seiner Schlafdecke zurecht, meist mit etwas Abstand zu einander, wie sortiert. Vielleicht wird man ja zum Ordnungsfanatiker, wenn man vorher ein chaotisches Leben als Straßenhund hatte.
Freitag, September 18, 2009
Mach's gut, Schnippie
Taiwan got you, babe
Diese Zeilen sind Schnippie gewidmet. Schnippie war ein schwarzer Welpe mit hübschen braunen Augen (verdammt, wo sind meine Taschentücher?), der vor 2 Monaten oder so in userer Straße auftachte. Er konnte damals schon laufen, aber noch nicht für sich selbst sorgen. Verblüffend war, wie tatkräftig er sich selbst eine Bleibe suchte, denn die meisten von allen hundert Göttern und Taiwanesen verlassenen Welpen überleben in Taiwan nicht lange auf der Straße. Schnippie aber wollte Darwin ein Schnippchen schlagen und hat Intelligenz und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Ich sah ihn zum ersten Mal, als er ich an dem Parkplatz unseres lokalen "Großgrundbesitzers" vorbeiging und mich plötzlich nicht nur der große garstige Kettenhund des lokalen Laoban anbellte, sondern dazu noch ein Piepsstimmchen zu vernehmen war. Neben dem riesigen schwarzen Hund stand ohne Kette ein winzig kleiner, sprang synchron herum und kläffte mich ebenso engagiert an. Offensichtlich hatte sich der Kleine Hof und Vorbild gesucht. Wir fragten den Laoban, wo der Hund denn herkomme und er sagte, er habe keine Ahnung. Aber alle fanden es lustig, wie Schnippie sich selbst einen Arbeitsplatz und Mentor gesucht hatte. Keiner wusste, wo er herkam, aber der Laoban vom Toter-Schwan-Weg (so von mir getauft, weil ein toter Schwan auf dem See an der Straße bei unserem Einzug herumtrieb) fütterte den kleinen Kerl mit. Im Laufe der Zeit freundeten Schnippie und ich uns an. Er schlief am Schluss in der Mittagshitze unter einem geparkten Omnibus und wenn ich in unseren alten Opel stieg um Essen zu kaufen, warf er nur ein müdes Auge auf mich. Wenn ich aber wieder kam, rannte er mir freudestrahlend entgegen, spielte auch mit unseren Hunden, insbesondere mit unserer dicken Labradorhündin, seine Mama musste er ja sehr früh missen.
Schnippie und ich verstanden uns immer besser, die Sonne schien und alles war gut. Bleiben würde es so nicht, schließlich leben um uns herum überall Einheimische. Irgendwie haben die meisten Taiwanesen eine natürliche Witterung dafür, wenn es einem Tier zu gut geht und sie lassen sich etwas einfallen (von den Taiwanesen, die viel Geld und Zeit dafür ausgeben, die von ihrem Mitmenschen gequälten Hunde zu retten abgesehen, die gibt es u.a. bei uns, http://stray-dogs.org). Eines Abends kamen wir nach Hause, da hatten sich die Nachbarn versammelt und wir wurden sogleich angesprochen. Man bat mich, Schnippie einzufangen, da ich ihn ja gut kennen würde offenkundig, er solle an die Kette gelegt werden wie all die anderen Hunde vom Laoban auch, ein herrliches Leben an 2 Meter Kette im eigenen Kot, wie ich es überall auf den diversen Grundstücken des Laoban beobachten kann.
Auch meine Lieblingsnachbarin, die mit dem Wassertick, die uns mutmaßlich immer das Wasser im Urlaub abzapft (wer sonst, wenn nicht die mit dem Wassertick, die illegal Grundwasser abzapft und sich über den Wasserpreis beschwert), die wir auch mit den zahlreichen Klauereien auf unserem Hof in Verbindung bringen, sprang herum und tat kund, Schnippie würde sie beißen wollen. Also vereinbarten wir fluchse Aktion um den Hintern der netten Kleptomanin zu retten. Allerdings habe ich Schnippie nicht mehr gesehen und wenn ich ihn gesehen hätte, hätte ich ihn auch nicht selber fangen wollen, waren wir doch gewissermaßen Kumpels und er hatte so ja ein viel besseres Leben. Na ja, heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich ihn nicht gefangen und ausgeliefert habe, denn er ward nie wieder gesehen. Hat ihn die Nachbarin vergiftet? Hat ihn jemand anders eingefangen und irgendwo hin gebracht ohne das Kund zu tun? Sitzt er am Ende mittlerweile in einem Käfig und wird für den Winter gemästet (da ist Hundefleisch hier im Dorf bei machen beliebt).
Wir haben ihn nicht gerettet, hatte er doch einen Platz und Futter. Außerdem wollen wir Nachbarn sowieso nicht ihre Hunde wegfangen. Ein anderer Nachbar hat laufen kleine schwarze Hunde und irgendwann sitzen sie dann nur noch im Käfig, wenn der Winter naht. Auch die haben sich immer mit mir angefreundet und wenn dann die selbe Hündin, die letzte Woche noch mit mir und unseren Hunden spazieren gegangen ist, mir aus ihrem Käfig frustriert hinterher bellt (und dann irgendwann plötzlich nicht mehr da ist), dann ist das schon ziemlich grauenhaft. Aber so ist Taiwan.
Die Kreischerin aus dem Käfig wollte ich am Ende befreien, aber die Gitter des Zwingers in dem ihr Käfig stand, waren zu dick. Schnippie schien es ja gut zu haben, ganz im Gegensatz zu den anderen Hunden in der Gegend auf der Straße und unser privates Hundeasyl ist eh voll mit 27 Hunden. Und wie gesagt, nicht damit einverstandenen Nachbarn die Hunde zu entwenden ist immer ein Risiko, weil man ständig beobachtet wird.
Na ja, wir überlegen immer zu lange, Taiwan ist dann immer schneller...
Unseren kleinen brauen Hund, der weggelaufen ist, hat es ja auch schon erwischt.
Taiwan got you, babe
Diese Zeilen sind Schnippie gewidmet. Schnippie war ein schwarzer Welpe mit hübschen braunen Augen (verdammt, wo sind meine Taschentücher?), der vor 2 Monaten oder so in userer Straße auftachte. Er konnte damals schon laufen, aber noch nicht für sich selbst sorgen. Verblüffend war, wie tatkräftig er sich selbst eine Bleibe suchte, denn die meisten von allen hundert Göttern und Taiwanesen verlassenen Welpen überleben in Taiwan nicht lange auf der Straße. Schnippie aber wollte Darwin ein Schnippchen schlagen und hat Intelligenz und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Ich sah ihn zum ersten Mal, als er ich an dem Parkplatz unseres lokalen "Großgrundbesitzers" vorbeiging und mich plötzlich nicht nur der große garstige Kettenhund des lokalen Laoban anbellte, sondern dazu noch ein Piepsstimmchen zu vernehmen war. Neben dem riesigen schwarzen Hund stand ohne Kette ein winzig kleiner, sprang synchron herum und kläffte mich ebenso engagiert an. Offensichtlich hatte sich der Kleine Hof und Vorbild gesucht. Wir fragten den Laoban, wo der Hund denn herkomme und er sagte, er habe keine Ahnung. Aber alle fanden es lustig, wie Schnippie sich selbst einen Arbeitsplatz und Mentor gesucht hatte. Keiner wusste, wo er herkam, aber der Laoban vom Toter-Schwan-Weg (so von mir getauft, weil ein toter Schwan auf dem See an der Straße bei unserem Einzug herumtrieb) fütterte den kleinen Kerl mit. Im Laufe der Zeit freundeten Schnippie und ich uns an. Er schlief am Schluss in der Mittagshitze unter einem geparkten Omnibus und wenn ich in unseren alten Opel stieg um Essen zu kaufen, warf er nur ein müdes Auge auf mich. Wenn ich aber wieder kam, rannte er mir freudestrahlend entgegen, spielte auch mit unseren Hunden, insbesondere mit unserer dicken Labradorhündin, seine Mama musste er ja sehr früh missen.
Schnippie und ich verstanden uns immer besser, die Sonne schien und alles war gut. Bleiben würde es so nicht, schließlich leben um uns herum überall Einheimische. Irgendwie haben die meisten Taiwanesen eine natürliche Witterung dafür, wenn es einem Tier zu gut geht und sie lassen sich etwas einfallen (von den Taiwanesen, die viel Geld und Zeit dafür ausgeben, die von ihrem Mitmenschen gequälten Hunde zu retten abgesehen, die gibt es u.a. bei uns, http://stray-dogs.org). Eines Abends kamen wir nach Hause, da hatten sich die Nachbarn versammelt und wir wurden sogleich angesprochen. Man bat mich, Schnippie einzufangen, da ich ihn ja gut kennen würde offenkundig, er solle an die Kette gelegt werden wie all die anderen Hunde vom Laoban auch, ein herrliches Leben an 2 Meter Kette im eigenen Kot, wie ich es überall auf den diversen Grundstücken des Laoban beobachten kann.
Auch meine Lieblingsnachbarin, die mit dem Wassertick, die uns mutmaßlich immer das Wasser im Urlaub abzapft (wer sonst, wenn nicht die mit dem Wassertick, die illegal Grundwasser abzapft und sich über den Wasserpreis beschwert), die wir auch mit den zahlreichen Klauereien auf unserem Hof in Verbindung bringen, sprang herum und tat kund, Schnippie würde sie beißen wollen. Also vereinbarten wir fluchse Aktion um den Hintern der netten Kleptomanin zu retten. Allerdings habe ich Schnippie nicht mehr gesehen und wenn ich ihn gesehen hätte, hätte ich ihn auch nicht selber fangen wollen, waren wir doch gewissermaßen Kumpels und er hatte so ja ein viel besseres Leben. Na ja, heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich ihn nicht gefangen und ausgeliefert habe, denn er ward nie wieder gesehen. Hat ihn die Nachbarin vergiftet? Hat ihn jemand anders eingefangen und irgendwo hin gebracht ohne das Kund zu tun? Sitzt er am Ende mittlerweile in einem Käfig und wird für den Winter gemästet (da ist Hundefleisch hier im Dorf bei machen beliebt).
Wir haben ihn nicht gerettet, hatte er doch einen Platz und Futter. Außerdem wollen wir Nachbarn sowieso nicht ihre Hunde wegfangen. Ein anderer Nachbar hat laufen kleine schwarze Hunde und irgendwann sitzen sie dann nur noch im Käfig, wenn der Winter naht. Auch die haben sich immer mit mir angefreundet und wenn dann die selbe Hündin, die letzte Woche noch mit mir und unseren Hunden spazieren gegangen ist, mir aus ihrem Käfig frustriert hinterher bellt (und dann irgendwann plötzlich nicht mehr da ist), dann ist das schon ziemlich grauenhaft. Aber so ist Taiwan.
Die Kreischerin aus dem Käfig wollte ich am Ende befreien, aber die Gitter des Zwingers in dem ihr Käfig stand, waren zu dick. Schnippie schien es ja gut zu haben, ganz im Gegensatz zu den anderen Hunden in der Gegend auf der Straße und unser privates Hundeasyl ist eh voll mit 27 Hunden. Und wie gesagt, nicht damit einverstandenen Nachbarn die Hunde zu entwenden ist immer ein Risiko, weil man ständig beobachtet wird.
Na ja, wir überlegen immer zu lange, Taiwan ist dann immer schneller...
Unseren kleinen brauen Hund, der weggelaufen ist, hat es ja auch schon erwischt.
Taiwan got you, babe
Freitag, Februar 20, 2009
OK, OK, 5 Jahre in Taiwan
Viel interessanter als mein egozentrisches Posting, das gleich wieder folgen wird [hust].
Zitat aus dem Blog:
"Die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen fahren grosse, schwere Geländewagen und wohnen in Kolonial Villen. Es gibt dort Leute die haben Ländereien und betreiben florierende Geschäfte und niemand dort ist interessiert daran das sich daran irgendetwas ändert."
In Blogs liest man halt Dinge, die man sonst nirgens liest, schon garnicht in der Presse, die immer schön "spendet für die Armen in Asien" schreibt, denn mit "Spendet für den neuen V8-Toyota von ach_die_armen_Kinderlein.com" könnten sie auch nicht so hübsch tränenrührige Artikel schreiben.
Kunst-Taiwan: ein Park mit Eintritt, in dem deutsche Kühe als Sensation gezeigt werden...Taiwan ist natürlich kein armes Land, sondern ein reiches, auch wenn Deutsche es immer wieder mit Thailand verwechseln und für ein armes Chaosland halten.
Anstatt einem langen Text einfach der Verweis auf mein kures Resumee nach 4 Jahren Taiwan (HIER). Hat sich eigentlich nichts daran geändert.
Gut, ich will es kurz und sachlich versuchen: Der morgentliche idiotische Verkehr, die allgemeine Rücksichtslosigkeit der (Chin-Taiwa)Nesen die sich eben nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Wegschubsen von Fußgängern in vollen Gassen und beim Freilaufenlassen von scharf gemachten Riesenhunden zeigt (da habe ich schon zur Genüge drüber geschrieben), verdirbt mit hier ein postitives Lebensgefühl. Neben der Angewohnheit, alles hier in Nordtaiwan in eine ungepflegte Müllhalde zu verwandeln. Konfuzius soll da irgendwie Schuld sein, ist mir aber auch egal.
... im Vergleich zu der Kleinstadt Jhongli, wo ich logiere.... (meine Ecke ist hübscher)Schön ist am Land.... tja gut, das Essen kann mit einem schlechten Chinesen in Deutschland mithalten und die Nudelsuppe ist wirklich exzellent. Die Frauen sind schön wie Blumen, die Taiwanesen beiden Geschlechts himmeln auf der Straße (weiße!) Ausländer mit naiven Kinderaugen an und winken lieb "hellllllooooooooo" rüber und wundern sich, wenn man nicht aus Amerika kommt und sagt, dass die Leute zuhause kein Englisch sprechen. Aber das macht die Nesen hier irgendwie niedlich und dann mag ich das Land fast wieder.
Bis ich wieder im irrsinnigen Verkehr stecke oder mich mit dem kleinen Nachbarshund angefreundet habe, der dann plötzlich weg ist von einem Tag auf den anderen und durch einen fast identischen ersetzt wird. Was ist mit dem vorherigen geschehen? Warum war die Kleine am Ende so dick?
Ein geschätzter Blogleser, der in Taiwan weilte und mich im Zentrum treffen wollte, hat dieser Tage erlebt, wie schlecht ich in die überfüllte Städte zu locken bin, sorry (rot-anlaufenderweise).
Zuhause ist es schöner, 2 Hunde, der jeweilige fast-schon-Suppentopf-Welpe des Nachbarn und mein Notebook mit internationalem TV auf der Festplatte. Und mein Kampfcorsa, mit dem ich Hunde rette, durch die Gegend fahre und mich ans Meer verkrümele, 22 Autominuten weg über den Expressway, ganz ruhig und gelassen fahre ich, grüne Welle bei 75 km/h, während die Nesen mich fast von der Fahrbahn schieben und mit 120 vorbei düsen und dann immer wieder an der Ampel vor mir warten. Aber sie lernen es nicht, was bestimmt irgendwie mit Konfuzius zu tun hat.
EDIT: schlechtes Beispiel, da sind die Deutschen auch nicht viel lernfähiger...
Guten Abend.
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