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Mittwoch, Januar 14, 2015

Tödlicher Streit in Parkgarage in Taipei (Update 3)

Im friedlichen Taipei gibt es so etwas selten. Oder kommen derartige Dinge in Zukunft öfter vor?

Taipei erscheint vielen Ausländern wie auch mir als Großstadt fast ohne Straßenkriminalität. Trotz höherer Mord- und Totschlagszahlen in Taiwan geht man i.A. davon aus, dass die höhere Todesrate sich durch interne Auseinandersetzungen im Gangstermilieu und  durch Streit in taiwanischen Familien erklärt, wovon man als Ausländer, vom gelegentlich fliegenden Wasserkocher abgesehen, wenig bis nichts mitbekommt. Auch wenn wie neulich berichtet eine große Menschenmenge einen Polizisten erschlägt in einer Disco oder dergleichen, scheint es unter die Regel zu fallen, denn der Polizist arbeitete offenbar nebenher als Clubsecurity, was wohl ein anderes Wort für "Gang" ist.

Nur der Irre, der wie damals berichtet ein Messer in der U-bahn zog und vier Leute im Schlaf erstochen hat, der passte nicht ins Schema platt gesagt. Und jetzt sind zwei tote junge Männer auf der Rückbank eines Autos in einem Parkhaus in Taipei gefunden worden. Sie kamen aus dem Großraum Taichung und hatten sich den PKW von der Mutter des einen für einen Trip nach Taipei geliehen. Während einer im Parkhaus im Auto wartete, ging der andere schnell Getränke kaufen, wie man das auf einem Ausflug so macht. Das ganze am Nachmittag in Ximending, dem hübschen Stadtteil, in dem ich hier einst eine ganze Fotoserie geschossen habe (ein Posting hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/01/geschichten-aus-dem-ximen.html). Ich hätte die beiden jungen Leute auf dem Trip so sicher wie in Abrahams Schoß gewähnt und als einziges Risiko einen Verkehrsunfall genannt.

Doch was ist offenbar passiert? Der zurück gebliebene junge Mann, wie der andere ohne jedwedes Strafregister, geriet offenbar mit jemanden in Streit. Dieser hat ihn dann aus nächster Nähe dreimal in den Kopf geschossen wie bei einer Exekution und die Leiche dann einfach auf die Rückbank des Wagens gesetzt. Als der zweite junge Mann mit den Getränken zurück kam, wurde auch er auf gleiche Weise erschossen und ebenfalls so im Auto platziert. Gespenstisch. Die Polizei hat wohl durch die in Taiwan überall präsenten Kameras einen Verdächtigen und sucht nach ihm.

Es ist anzumerken, dass es in Taiwan sehr wenig Schusswaffen gibt. Normalerweise sagt man, diese seien nur in harten Gangsterkreisen verbreitet, abgesehen von den Waffen in Händen von Staatsdienern. Stimmt das Bild vom friedlichen  Taipei noch? Ich bin mir nicht mehr sicher. Straßenverkehr ist neben Nachtleben die zweite Problemzone, bei der Taiwaner oft schnell die Kontrolle über sich verlieren. Alkohol und Autos enthemmen wohl gleichermaßen die sonst ruhigen Taiwaner, die ihre Gefühle fast immer wie sozial (und konfuzianisch) vorgeschrieben unter Kontrolle haben. Ein extremes Beispiel für einen Straßenverkehrsstreit?

http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2015/01/14/426467/2-shot.htm

UPDATE: In der jüngsten Meldung treibt die Chinapost ein Verwirrspiel, sie nennt zunächst den angeblichen Schützen namentlich, nur um weiter unten im Artikel zu schreiben, der genannte sei doch nicht der Schütze offenbar. Die genannte Person ist der Onkel der Freundin eines der beiden Opfer. Die Opfer haben den gleichen Familiennamen, aber keine verwandtschaftliche Beziehung. Der Onkel spielt eine etwas undurchsichtige Rolle, weil er die Tour mit den beiden zusammen gemacht hat und sich dann offenbar abgesetzt hat (weil er die beiden nicht mehr finden konnte), ist aber offenbar gemäß den Tatvideo nicht der Schütze. Letztlich weiß man also wenig neues und es ist zu hoffen, dass die Verwirrung im Chinapost-Artikel nicht auf die Fahnder übergreift.
http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2015/01/15/426553/Chen-Fu-hsiang.htm
Taiwanstyle ist es, gleich mit vollen Namen um sich zu werfen, auch wenn man nicht mal weiß was man eigentlich sagen will.

UPDATE 2:
Wesentlich kohärenter als die KMT-freundliche Chinapost schreibt die DPP-freundliche Taipei Times über den Fall: Demnach waren die beiden Opfer doch nicht unbescholten, sondern hatten Drogenbesitz im Strafregister. Nach Informationen aus der Unterwelt, die die Taipei Times wiedergibt, soll es bei dem Vorfall um das Einfordern von Geld seitens der Opfer aus einem Drogengeschäft oder einer illegalen Wette gegangen sein und ein Gangsterboss soll einen professionellen Killer angeworben haben, der die beiden jungen Männer erschossen hat. Die Chinapost schreibt, der Killer habe nach der Tat in aller Ruhe seine Waffe in einem Fahrstuhl gesäubert, obwohl sich in diesem zwei Frauen befunden haben. Eine Szene wie aus einem Gangsterfilm. Desto mehr die Gangsterbanden in der Öffentlichkeit herum knallen und ihre Waffen zeigen, desto weniger macht sicher die alte Prämisse sind, Taiwans höhere Mord- und Totschlagsrate im Vergleich etwa zu Deutschland sei nicht sicherheitsrelevant, weil die Morde ja "nur" im Gangstermilieu (und in Familien bei Streitigkeiten) stattfänden.

Bizarr der Eindruck, dass die KMT-freundliche Chinapost hier die Taipei-Gangsterbanden aus der Meldung heraus halten will. Man beachte die Prämisse, dass die taiwanische Regierungspartei KMT traditionell auch mit der Taipei beherrschenden Mafia ("Bambusgang") verzahnt ist.

***
UPDATE3 (nicht zur Sache, sondern Straßenverkehr): Autofahrer mit Dashcam überfährt Passanten, begeht Fahrerflucht, touchiert Kleinlaster (dessen Fahrer es egal ist), überfährt einen Motorrollerfahrer, begeht wieder Fahrerflucht und kracht dann in einen PKW, was wohl das Ende der Fahrt ist (auch wenn der Schaden am Täter-PKW gering war). Kam hier in den TV-Nachrichten: http://www.liveleak.com/view?i=7be_1421205519
Mir ist nicht klar, in wieweit im die Dashcam helfen wird.

Songshan Cultural Park

Besuch bei Micky Maus und Konsorten in einer Kleinkunst und Ausstellungsanlagen mitten in Taipei

Mit Micky Maus ist das so eine Sache bei uns, die mehrere Zentimeter großen Lieblingsfiguren von meinem Junior (3) haben seit einiger Zeit einen beunruhigenden Schwund, zwei Minnies, ein Micky und ein Donald stehen auf der Vermisstenliste. Wo auch immer die Figuren sich offenbar von selbst hin bewegen, bald sind da mehr als bei Junior auf dem Tisch. Da bräuchten wir Miniie-Maus als Detekivin, wie die eine von Juniors DVDs heißt. Erfahrungen der Vergangenheit erheben freilich einen eindeutigen Verdacht. Ich werde die Verdachtsperson beim wöchentlichen "Treffen" bitten bei der Suche nach den Figuren zu helfen, vielleicht bessert sich dann ja die Lage. Spannende Hintergrundmusik: Die Verdächtige wurde mit einem Minniemaus-T-Shirt gesehen, das erregt den Amateurkriminalisten. Abschließbare Schubladen wären auch praktisch, in Ermangelung einer solchen muss ich den Figuren wohl beim nächsten Besuch der Verdächtigen Schutzhaft in meiner zahlenschlossgesicherten Bürotasche geben, damit Junior noch was zum Spielen hat.

 Erinnerte mich irgendwie an den BMW M235i, den mein Lieblingsneffe (19 oder so) als Fahranfängerauto hat ;-)

Disney hatte auch eine Verkaufsveranstaltung im SongShan Cultural Park, der mitten in Taipei liegt, also ging es flugs hin um Junior eine Disneyshow zu bieten. War allerdings trotz Eintritt wenig erbaulich. In Plastik gegossene überlebensgroße Figuren, teilweise aus der Disneyfrühzeit, machten sich nicht unbedingt sehr gut als Statuen. Im Wesentlichen war es eine Verkaufsveranstaltung, Junior ging natürlich auch mit diversen neuen Spielzeugen nach Hause. Praktisch ein Laden, den zu betreten man Eintritt zahlen muss, da hatte Disney eine glänzende Geschäftsidee. Neue Steuermodelle haben sie auch zu bieten, etwa nur 0,7% Steuern in Lichtenstein gezahlt für globale Einkünfte wie kürzlich zu lesen war. Schön, dass in einer egalitären Welt solche Steuersparmodelle nur den wirklich reichen Großkonzernen zur Verfügung stehen und nicht dem Rest der Welt, der es nicht nötig hat.

 Nicht alles was klein in Schwarzweiß auf alten Trickfilmen zu sehen ist, müsste man unbedingt in Plastik gegossen überlebensgroß in eine Halle stellen, denke ich. Aber gut...

Hübsch jedenfalls die Anlage, die wohl um eine alte Fabrik herum gebaut worden ist. Meine Frau merkt an, hier sei noch vor Jahren eine große wilde Mülldeponie mitten in der Stadt gewesen. Heute sieht man überall Baukräne, nebenan wird diese riesige Halle in Taipei (dem neuen Bahnhof zugehörig glaube ich) gebaut und es wird wieder mal offenkundig, dass das neue schicke Taipei das alte müllige und manchmal slummige Taipei wieder mal verdrängt.

 Songshan Cultural Park. Auch viele "Wessis" waren hier zu sehen.

Im Hintergrund die "Taipei Bowl" oder wie immer das im Bau befindliche Bauwerk genannt wird.

Springbrunnen statt Müll, neue Bürotürme (Hintergrund) statt alter Schlichtwohnungen, das wird das neue Taipei. 

Die Ästhetik erinnerte mich irgendwie an gängige SciFi-Filme. In solchen Anlangen aus alten Häusern, merkwürdigen Statuen und künstlichen Dächern rennen da oft stupide Leute in weißen Gewändern herum und kichern grundlos. Etwa Marke "Time Machine". Hier gab es aber keine alten Foilanten, deren Bedeutung den Einheimischen zu erklären gewesen wäre, sondern taiwantypisch guckten fast alle Anwesenden auf ihre Smartphones (und sogar ich fotografierte missmutig mit einem, weil ich statt der Kameratasche die Handtasche meiner Frau umgehängt hatte). Noch ein paar Jahre, dann bräuchten die Taiwaner wirklich eine Bedienungsanleitung für gedruckte Bücher.


http://www.songshanculturalpark.org/en/

Dienstag, Januar 13, 2015

DSLR für 100 Euro

Ein etwas gewagtes Experiment: Was taugt eine DSLR für 100 Euro?

Als ehemaliger Minolta-User hatte ich ein recht großes Kamerasystem mit einigen Wechselobjektiven, um zwei analoge SLRs herum. So lag es nahe eine kompatible Fullframe-Digital-SLR zu kaufen, damit die Objektive auch so weiter funktionierten wie bisher, ohne den "Crop-Effekt", den man erhält, wenn man die alten Kleinbildformat-Objektive an eine handelsübliche DSLR mit dem kleineren APS-C-Format - Sensor befestigt. Der Crop-Effekt äußert sich dabei so, als würde man einen 1,5-fachen Telekonverter vor alle Objektive schrauben; ein 28mm-Weitwinkel würde sich also in ein etwa 45mm-Normalobjektiv verwandeln. Damals schaffte ich also die Sony Alpha 850 an, deren Sensorgröße dem Kleinbildnegativ entsprach, denn Sony hatte die Fotosparte von Minolta bzw. Konika-Minolta übernommen. Als Profikamera vermarktet gab es die Kamera in Taiwan recht günstig. Bis letztes Jahr funktionierte auch alles einwandfrei, doch auf der Tour in Manila flog mir letztlich beim Fotografieren der Klappspiegel, der einer DSLR oder SLR den Namen gibt, einfach aus der Halterung und klapperte hinter dem Objektiv herum. Wollte ich noch fotografieren, musste ich die Kamera laden wie einen Vorderlader indem ich den Spiegel manuell wieder einsetzte und hatte dann genau einen Schuss frei.

Die Reparatur würde 320 Euro kosten, war Foren zu entnehmen und wehe wenn einem der Spiegel zerbrechen würde. Der sei nämlich nicht mehr lieferbar. Ein Leidensgenosse hatte ihn beim Spiegelweitwurf der Kamera zerbrechen lassen und war nun seit einem Jahr oder dergleichen auf der Suche nach einem neuen. Sony konnte nur mit den Schultern zucken, schrieb er. It's a Sony und zwar die noch teurere Zwillingsschwester Alpha 900 mit identischem Spiegelapparatus. Für satte 2700 Euro ging die Kamera einst über den Ladentisch und wurde von 2009-2012 gebaut. Doch schon 2014 war offenbar der Spiegel nicht mehr lieferbar.

Bei meiner Alpha 850 ist er seither mit kostengünstigem Sekundenkleber festgeklebt und mit der Kamera mache ich fast nur noch Einzelbilder, immer in Sorge bei einer Serienbildschaltung würde mir der zu heftig schwingende Spiegel davon fliegen. Was also tun? Leidensgenossen in Kameraforen empfahlen die Anschaffung einer billigen Einstiegssony als Backup für die spiegelwerfende Große. Eine fabrikneue Sony DSLR (oder DSLT wie die neue Generation sich nennt) wollte ich nun aber nicht mehr anschaffen. Schließlich gehört Ersatzteilversorgung ja auch zu den Aufgaben eines Herstellers und wenn der da jedenfalls laut Kameraforen spart ist das Geld für ein Neugerät ja eventuell schlecht angelegt. Unwillig viel Geld für eine neue Sony auszugeben landete ich schließlich bei Ebay und einer alten Alpha 230, die im Modelljahr 2009 erschienen war. Noch relativ neu konnte ich sie für nur 100 Euro bei einer Auktion erstehen. Würde man wirklich für 100 Euro eine funktionierende DSLR bekommen?

Die Alpha 230 ist eine leicht abgespeckte Version der vorherigen Alpha 200, die wiederum auf die Ur-DSLR von Sony, Die Alpha 100 zurück geht. Alle drei sind 10-Megapixelkameras (während die Alpha 850 eine 24-Megapixelkamera ist) und daher unterhalb der 14-MPixel-Grenze, ab der Gebrauchtkamerakäufer offenkundig erst bereit sind, etwas mehr Geld auszugeben. Die Alpha 100 stammt im übrigen noch direkt von der Konika-Minolta Dynax 7d ab, die noch eine 6-MPixel-Kamera war. Man kriegt sie schon fast nachgeschmissen, die niederpixeligen DSLRs. Wie gut würde das Ding also sein, das natürlich für den Preis ohne Objektiv kam?

Wie sehr oft bei Gebrauchtkameras kam die Alpha 230 praktisch neuwertig zu mir. Kein Kratzer am Gehäuse, der kratzempfindliche Bildschirm war auch makellos. Wie aus dem Laden, denn die meisten Leute nutzen eine Kamera nur sehr vorsichtig einmal im Jahresurlaub für 50 Fotos mit Onkel Hotte vor dem Taj Mahal.

Die Kamera ist klein und leicht und liegt mittelmäßig gut in der Hand und schont natürlich das Genick weitaus mehr als die metallene Alpha 850, die kiloschwer am Hals hängt. Ebenfalls mit einem 9-strahligen Autofokus (wenn auch ohne die 10 Hilfspunkte der 850 und mit mittigem Kreuzsensor statt Doppelkreuz) ist sie gut ausgestattet, auch wenn die Serienbildschaltung mit nur einem Bild pro Sekunde (850: 3) sehr lahm wirkt. Auch den Programmshift der 850 vermisse ich, der das variieren der Blenden/zeitkombination bei identischer Helligkeit erlaubt. Aber gut, sie soll ja auch nur ein Backup in der Fototasche sein. Im Gegensatz zur 850 hat sie einen Blitz eingebaut, wenn auch nur eine winzige Funzel (Leitzahl 9 glaube ich), teilt sich aber auch anstandslos die Systemblitze mit der 850. Bei Speicherkarten ist sie halb kompatibel, sie verwendet auch die sonytypischen "Memorystick Pro Duo", die leider teurer sind als die handelsüblicheren SD-Karten. Sie hat zwar wie die 850 einen zweiten Kartenslot, der tatsächlich SD-Karten schlucken soll (850: CF-Karten), was bei meinem Exemplar wohl wegen eines versteckten Defektes nicht funktioniert ("Karte gesperrt" meldet sie auch bei entsperrten Karten). Die 850 hingegen verwendet außer CF-Karten auch den Memorystick Pro Duo, da bin ich zumindest zur Hälfte kompatibel. Unangenehm naürlich der Crop-Effekt. Mein Standardobjektiv 28-105 verwandelt die 230 durch das kleinere Bildformat in ein effektives 45-158mm, von Normal bis schwachem Tele. Da kann man wenig mit anfangen ohne Weitwinkeleinstellung. Mein sperriges (weil für Fullframe gebautes) und etwas wackelig gebautes Superweitwinkel von Cosina (19-35mm) wird mit ihr allerdings zum gerade akzeptablem Standardobjektiv, effektiv etwa zum 29-50mm. Trotz aller Mankos finde ich es schon erstaunlich, dass man für einen Hunderter eine funktionierende DSLR bekommt und als Backup ist sie sicherlich genau das Richtige.

Wie lange das mit dem Cosina gut geht, ist allerdings die Frage. Das ist nämlich eigentlich ein Soligor, auch unter den Namen Voigtländer und Vivitar auf dem Markt gewesen und ich nenne es mein Unglücksobjektiv. Denn es ist schon das fünfte aus der Reihe das ich angeschafft habe über die Jahre. Die ursprünglich auf ein stablileres Tokina mit Metallgehäuse zurückgehende Konstruktion hat zwar eine gute Optik, aber es scheint ein Fluch auf dem Objektiv zu liegen. Zwei sind mir bislang gestohlen worden und zwei sind durch mechanische Defekte bei Nutzung an der Sony Alpha 850 frühzeitig ausgeschieden. Allerdings werden sie immer billiger, das letzte kam bei Ebay nur nur 28 Euro - ein verblüffend niedriger Preis für ein vollformattaugliches Superweitwinkel - sowas kostet sonst heute neu um die 1000 Euro.

Was beiden Kameras fehlt im Vergleich zum Nachfolger der Alpha 850/900 oder den teureren größeren Schwestern der Alpha 230 (Alpha 330, 380) sind Live-View (Anzeige des Sucherbilds auf Bildschirm) oder Videofunktion. Beide Kameras haben aber einen hervorragenden altmodischen Sucher. Auch sind die Monitore nicht klappbar. Beiden Kameras steht das reichhaltige Arsenal der zum Teil spottbillig gewordenen alten Minolta-Objektive zur Verfügung, auch wenn die APS-C-formatigen Alphas wie die 230 hier mit dem Crop-Effekt die Nutzbarkeit einschränken (Objektivanschluss ist das Minolta/Sony A-Bajonett).

Einstweilen geht also das Sonyfotografieren weiter mit billigen Ersatzstücken. Bei Canon soll der Spiegelweitwurf auch schon vorgekommen sein - angeblich war ein gemeinsamer Klebstoffzulieferer schuld. Aber die reparieren wohl sogar noch. Obwohl es glaube ich moderne Harvardökonomie ist, solange an Lagerhaltung und Support zu sparen, bis auch die letzten Kunden geflüchtet sind ;-)

***
Noch besser ist natürlich diese Kamera: http://www.imdb.com/title/tt2669336/

Montag, Januar 12, 2015

Südfrankreich um 1980, algerische Einwanderer, Diskriminierung

Wer viel herumreist erhält manchmal auch einen Blick hinter die Kulissen. Jedenfalls wenn er sich verläuft

Es war in den frühen 80ern oder den späten 70ern, da hatte ich eine Sprachreise mit einer Firma namens "EF" unternommen, die es wohl noch heute gibt und die Sprachtouren für Jugendliche anbot. Um mein desolates Schulfranzösisch aufzubessern weilte ich in Cannes an der südfranzösischen Küste, bei Privatleuten untergebracht. Das muss der Urlaub gewesen sein, wo ich damals am Bahnhof in Hannover bei der Abreise einen anderen jungen Mann kennenlernte, mit dem ich dann als Riesekumpan recht viel Zeit auf der Tour verbrachte. Zusammen teilten wir Schokoriegel und bewunderten die (oft Oben-ohne-) Strandschönheiten. Er ist heute Schauspieler und hat unter anderem in Serien wie Der Alte und Ein Fall für Zwei mitgewirkt. Aber damals waren wir einfach nur zwei Teenager. Mir ist bis heute im Gedächtnis, dass er mir anfangs sagte "Ich bin Jude...." und mich erwartungsvoll ansah. Ich weiß noch, dass ich damals erstaunt war, dass er das so bedeutungsschwer mittteilte und offenkundig auf eine Reaktion von mir wartete. Noch in Teenangerjahren war mir Judenverfolgung zwar gut bekannt, aber klebte noch sehr an den Seiten der Geschichtsbücher und hatte nichts mit der realen Welt von heute oder eben damals zu tun. "Ist mit doch einerlei die Religion" oder dergleichen war schließlich meine Antwort und er erklärte mir, er würde das immer gleich zu Anfang sagen, weil es Leute gäbe, die da ein Problem mit hätten.

Wir hingen viel zusammen herum, geteilte Fremde ist eben nur noch halb so fremd und für mich in jungen Jahren war eben selbst Frankreich ein Abenteuer. Wie dem auch sei, die Geschichte um die es hier gehen soll spielt an einem Tage, an dem mein Urlaubskollege keine Zeit hatte und ich allein die ca. 2 Kilometer an den Strand ging. Den Weg hatte ich schon mehrfach ohne Nachzudenken zurück gelegt, aber an diesem Tage beging ich den Fehler, über den Weg nachzudenken. Ob ich irgendwo rechts oder links lang muss, entschied mich falsch und wusste nicht mehr wo es lang ging. Da tauchte vor mir eine Polizeistation auf, hübsch mit der Trikolore geschmückt. Polizisten kannte ich damals aus Deutschland als freundliche Helfer, also nichts wie rein und nach dem Weg fragen. Dachte ich mir.

Doch sacre coeur, was war da drinnen bloß los? Da gab es einen großen Warteraum, der voll mit Menschen dunkler Hautfarbe war. Mir fiel auf, dass ein Großteil der Leute billig wirkende bunte Plastiksandalen an den Füßen trug. War ja auch recht heiß. Sollte ich mich auf den freien Stuhl da setzen, nur um nach dem Weg zu fragen? Bestimmt 50 Menschen, alle dunklerer Hautfarbe und wie ich vermutete algerische Einwanderer, saßen da auf den Stühlen in dem gar nicht so großen Zimmer und warteten in einer gedrückten Stimmung. Automatisch hatte ich mich hingesetzt und wenn man einmal sitzt, gibt es irgendwie so eine Art Gruppenerwartung, sich dem Prozedere zu unterwerfen, habe ich schon öfter festgestellt. Sollte ich also einfach wieder gehen? Stattdessen beobachtete ich mit dumpfer Faszination, was hier eigentlich vor sich ging. Immer mal wieder ging nämlich die Tür zur Amtsstube auf und ein (natürlich weißer) Polizist kam heraus, rief eine Nummer auf und sah dem sich nähernden dunkelhäutigen "Kunden", der sich schnell vom Platz erhob und dem Polizisten fast entgegen rannte, erwartungsvoll, aber auch etwas spöttisch entgegen. Und sehr oft änderte der Polizist seine Meinung, kaum dass der betreffende vor ihm stand. Oft war ein "non!" zu hören, nicht selten ein Wiehern dazu und auch die Kollegen kicherten durch die offene Tür, die sich schnell wieder mit dem Polizisten drin verschloss. Das passierte nicht einmal, sondern sehr sehr oft. Längst nicht immer wurden die Algerier, um solche handelte es sich wohl, auch vorgelassen. Mindestens eben so oft wurden sie nur aus Jux aufgerufen, um sich daran zu weiden, wenn sie umsonst aufgesprungen waren und sich wieder setzen mussten. Ein böses Spiel der weißen Polizisten mit den dunkleren Besuchern war hier zu besichtigen und ich war schockiert, dass sich offizielle Staatsvertreter so benehmen konnten. Was wäre da in Deutschland los gewesen, hätten sich Polizisten Ausländern gegenüber so aufgeführt. Abgesehen davon wurde mir natürlich auch bewusst, dass ich so nie drankommen würde. Sollte ich mich also als der einzige Weiße in dem Raum einfach vordrängeln? Mit welchem Recht eigentlich?

So verging wohl eine halbe Stunde, das demütigende Spektakel wiederholte sich immer wieder und wieder und die Algerier, wenn es denn solche waren, ertrugen es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schließlich drängelte ich mich vor, der Polizist war ganz erstaunt, dass ich da zwischen den Algeriern gesessen hatte und ich wurde natürlich sogleich dran genommen, bekam ein Glas Wasser und erfuhr eine viel viel freundlichere Behandlung. Im energischen Overdrive verständigten die Polizisten aber gleich meine Gastfamilie. EF-Gastfamilien waren Leute, die die Gastrolle wohl oft des Geldes wegen machten. Sie waren nicht erfreut über die Extrafahrt, dass merkte man ihnen an.  So hatte der Cannes-Besuch einen sehr durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Nicht wegen der Franzosen allgemein, sondern wegen der düsteren Geheimnisse, die das sonst so sonnige Cannes wohl in den Hinterzimmern verborgen hatte. Dort, wo ich das erste Mal und vielleicht auch einzige Mal im Leben einen Geschmack davon bekam, was es heißen kann, in Westeuropa ein dunkelhäutiger Mensch zu sein. Ob ich die falsche Türe genommen habe frage ich mich bis heute. Aber ein sehr interessanter Einblick in die Republik war es schon.

Warum schreibe ich das heute auf? Nun, ich musste in Anbetracht des Charlie Hebdo - Attentats an die Szene denken. Denn so ausgegrenzte Menschen, die am Ende viel chancenloser als die Weißen in irgendwelchen Vorstädten in Paris hocken, die sind sicher viel leichter Beute für radikale Islamisten, als es zufriedene Menschen wären.

Und mir selber hat die Erinnerung klar gemacht, dass ich einst in der Lage war, mich auf Französisch einigermaßen zu verständigen. Was mir über die Jahre abhanden gekommen ist. Dieser Tage lerne ich ja sowieso schon wieder Mandarinchinesisch, was ein recht mühsamer Prozess ist. Da habe ich einfach mal Französisch dazu genommen. Es lernt sich leicht und schnell, das verschüttete Sprachwissen dringt derzeit sehr schnell an die Oberfläche und im Mix ersetzt es mir das Erfolgserlebnis, das mir beim Solo-Mandarinlernen meist fehlt. Mal sehen, wie es weiter geht. Schuld gebe ich nur mir am mangelnden Französischlernen; niemandem sonst.


P.S.: Autogrammkarte irgendwo für 99 Cent von meinem alten Urlaubskumpel. Das beleidigt jetzt sogar mich ein bisschen. Wäre es eine Ebayauktion, würde ich jetzt den Preis hochtreiben.

Freitag, Januar 09, 2015

Zeitzonenjongleure (Update)

Ein reines Luxusproblem: Welche Uhr legt man an, wenn man sich zwischen Zeitzonen bewegt: Eine analoge mechanische oder einen analog-digital Zwitter?

Sicher gibt es wichtigere Fragen im Leben, aber trotzdem finde ich hat das Jonglieren mit bis zu drei verschiedenen Zeitzonen auf Flugreisen mit Zwischenlandung etwas Untriviales. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Man hat entweder eine Uhr, die nur konventionell eine Zeitzone anzeigt und stellt diese immer wieder um - oder man verwendet eine Uhr, die mehrere Zeitzonen beherrscht. Die erste Methode ist narrensicher, aber für den Uhrenfreund natürlich viel zu langweilig. Die zweite Methode birgt die Gefahr, "lost in time zones" zu sein, je nach dem wie gut oder schlecht die Ablesbarkeit der Multi-Zeitzonenuhr ist.

Hier sind zwei gebräuchliche Konzepte parralel am Arm zu sehen, auch wenn ich so nicht wirklich auf Reisen gehe. Obwohl Fidel Castro ja einst eine bis zu drei Zeitzonen anzeigende Rolex GMT (von der die linke Uhr oben im Foto eine Hommage ist) und noch eine zweite Rolex am selben Arm hatte. Kunststück, wenn man die Rolexfiliale in  Havanna unter dem Deckmantel der Revolution plündern konnte.
Links eine Alpha GMT der Uhrenmarke aus Hongkong, die eine sehr stark am Original angelehnte Hommage der Rolex GMT ist, wie sie wohl 1961 oder dergleichen (wenn auch etwas kleiner als hier mit 4 cm Durchmesser ohne Krone) für die PanAm-Fluggesellschaft entwickelt wurde. Lustigerweise im Stil einer Taucheruhr mit dem klassischen Drehring, aber eben für Airlinepiloten konzipiert. Während das Original in der aktuellen fast unveränderten Version wohl 14.500 Euro kostet, wie mal jemand im Uhrenforum geschrieben hat, kostet die chinesische Hommage oben etwa 90 US-Dollar, bewegt sich aber in Sachen Verarbeitung und auch Bedienung schon in einem anderen Universum (und nicht nur in einer anderen Klasse), das ist klar.
Rechts eine Citizen Promaster Skyhawk mit irgendeiner langen Modellbezeichnung (und dem Uhrwerk C652 von Citizen), hier eine eher in Großbritannien verkaufte Version. Der britische Verkäufer auf Ebay schrieb, er würde die Skyhawk verkaufen, weil er eine alte Rolex geschenkt bekommen hätte. Die Citizen kann um die 20 Zeitzonen anzeigen und nicht nur drei wie die mechanische Alpha rechts.

Nur nicht schief gucken oder falsch drücken beim Ablesen, sonst ist der Flieger weg.

Von der Technik her ist links in der Alpha ein Shanghai "B"-Uhrwerk verbaut, also eine B-Qualität oder in Praxi oft schon mal reparierte Version eines GMT-Uhrwerks des eigentlich renommierten chinesischen Herstellers der Uhrenmarke Shanghai, das also vielleicht schon mal viele Jahre am Handgelenk eines chinesischen Bürgers verbracht hat, dann repariert wurde und heute in einer neuen Alpha tickt. Das Uhrwerk ist letztlich ein Nachbau eines schweizer GMT-Werks mit Automatik (zieht sich also ohne Batterie selbst am Handgelenk durch Bewegung auf) vom (fast-) Monopolhersteller ETA (Swatch Group). Wie auch beim Original hat die Uhr einen zusätzlichen roten Zeiger, der die zweite Zeitzone anzeigt. Weil dieser frei einstellbar ist (wie die Datumsverstellung, nur dreht man die Krone einmal herausgezogen andersherum) spricht man hier von einer "echten" GMT-Uhr. Will sagen einer echten zwei oder mehr Zeitzonen anzeigenden Uhr. Verwirrend hier sicherlich das Kürzel GMT, denndas GMT steht eigentlich für die Greenwich Median Time, die Greenwich oder englische Zeit (mittlerweile auch als UTC-Zeit bezeichnet), wird aber in der Uhrenwelt generell als Kürzel für "mehrere Zeitzonen" verwendet. Hier im Bild ist es also 21:06 in der zweiten Zeitzone (taiwanische Zeit, der rote Zeiger läuft in 24h einmal um, also nach der 24h-Skala auf dem Tauchring) und 02:06 in der Normalzeitzone (deutsche Zeit, hier läuft die Uhr normal im 12h-Umlauf). Dass dann 02:06 eben 14:06 bedeutet, muss man sich freilich herleiten.

Bei einer "unechten" GMT wie es sie z.B. vom Hersteller Orient gibt, folgt der 2. Zeitzonenzeiger hingegen immer Stur der Hauptzeit, kann also bei 02:00 Uhr nur entweder auf die "2" oder die "14" auf der 24h-Skala zeigen und nur durch die Drehbarkeit des 24h-Ringes kann man eine zweite Zeitzone einstellen. Es gibt auch Uhren, bei denen der 24h-Ring fest ist, das sind dann natürlich keine GMT-Uhren (sondern nur Uhren mit zusätzlicher 24h-Anzeige), denn sie können ja gar keine zweite Zeitzone anzeigen, auch wenn sie gerne als solche angeboten werden in den Weiten des Internets.

Nicht nur eine gute Uhr, auch gutes Schuhwerk braucht der Weltreisende, denn Terminalgänge sind endlos lang. Schuld an diesem Foto ist aber nur der Dezember-Playboy, den ein Kollege unbedingt aus Deutschland mitgebracht haben wollte. Mal was anderes als Weingummi oder Vitaminpillen. Ob er es bis in den Koffer geschafft hat sei hier verschwiegen.


Hat man mit einer echten GMT wie der Alpha, die auch noch einen drehbaren 24h-Ring hat, dann eine Zwischenlandung etwa in Bangkok, wo es dann z.B. 20:06 Uhr ist, kann man durch Drehung des Tauchrings die dritte Zeitzone für die Zwischenlandung einstellen. Man dreht den Ring so, dass der unveränderte 2.-Zeitzonenzeiger auf (ganz kurz nach) 20 statt auf 21 zeigt. Hat man die Zwischenlandung hinter sich, dreht man einfach den Tauchring wieder in die Ursprungsposition (Keil auf der Skala nach oben). So kann die Alpha tatsächlich recht gut mit drei Zeitzonen umgehen.

Hingegen setzt die Citizen rechts auf Elektronik und High-Tech, um den Flugreisenden beim Zeitzonenjonglieren zu unterstützen. Die Uhr wird von einem Citizen-typischen Eco-Drive-Uhrwerk angetrieben. Im Prinzip einfach eine multifunktionelle Quarzuhr mit sowohl analoger wie digitaler Anzeige, läuft sie nicht mit Batterie sondern mit einem Kondensator (und einer Notfallbatterie für dunkle Zeiten), der über ein kleines Solarpanel geladen wird. Das kann nach meinen Recherchen bis zu 19 Jahre lang gutgehen, schlimmstenfalls aber nach etwa 7 Jahren aufhören zu funktionieren. Ein Austausch von Kondensator und Batterie würde dann um die 60 Euro in Deutschland kosten. Viele Citizen Eco-Drive - Nutzer müssen das aber offenbar das ganze Uhrenleben lang nie machen lassen. Die Citizen erreichte mich gebraucht für 109 Euro aus England, im fast neuwertigen Zustand, von ein paar Armbandkratzern abgesehen. Neben Schmankerln wie Stoppuhr, Timer, Datum (immer für Digitalanzeige) und zwei Alarmen hat die Citizen eben die zahllosen Zeitzonen, die man über Druck auf den oberen Knopf auf der Digitalanzeige einstellen kann und die durch Städtekürzel wie PAR oder ROM (wahlweise für die GMT+1 - Zeitzone in der Deutschland liegt), LON (GMT+0), BKK (Bangkok, GMT+6) und z.B. PKG oder HKG für die GMT+7 - Zone Taiwans angezeigt werden. Oben im Bild hat die Citizen die taiwanische (HKG) Zeit auf der Analoganzeige (wofür es keine Städtekennung gibt) und die "Pariser"/deutsche Zeit auf der Digitalanzeige (Kürzel PAR und 14:05 wird angezeigt). Durch Drücken von oberem und unterem Knopf lassen sich beide Zeitanzeigen austauschen. Auf diese Art kann man immer die Analoganzeige so programmieren, wie man sie haben will. Wenn man jetzt also die beiden Drücker gleichzeitig betätigen würde, würde sich die Analoganzeige auf die deutsche Zeit stellen (fünf-nach-zwei anzeigen) und die Digitalanzeige würde auf HKG/21:05 wechseln. Natürlich kann man auch die selbe Zeitzone in Analog- und Digitalanzeige einstellen. Frei programmierbar ist eine weitere Zeitzone, hier kann man etwa KKD für Kleinkleckersdorf einstellen und sonst auch die Zeitverschiebung gegenüber GMT/London-Zeit (in vollen Stunden) frei wählen. Hinweis für Indienreisende: Die wenigen "krummen" Zeitzonen mancher indischer Regionen, die etwa GMT+5h.30min sind, unterstützt die Citizen nicht.

Um die Beschreibung zu vollenden: Beide Uhren haben Edelstahlgehäuse, die Citizen hat einen recht sinnlosen Flugbenzin oder Flugzeitrechner über winzig kleine Gravuren auf dem ebenfalls drehbaren Außenring und sonst schönes wirklich kratzfestes Saphirglas und ist 10 ATM / 100 Meter wasserdicht, was zumindest für zufällige Wasserbegegnungen reicht. Die Alpha hat nur Mineralglas, zwar eine taucheruhrentypisch verschraubte Krone, aber nur eine 5 ATM / 50 Meter - Wasserdichtigkeit. Die sollte aber auch für zufällige Wasserbegegnungen reichen - leichten Regen hält sie jedenfalls aus. Der Tauchring der Alpha ist wie bei solchen Uhren üblich nur einseitig (nach links) drehbar und rastet dabei ein, ist aber gut drehbar.

Wie gut funktioniert nun das Ablesen bzw. Einstellen der zweiten und dritten Zeitzone mit der Alpha bzw. der Citizen?

Die Alpha hat eigentlich eine klare Ablesbarkeit und alles ist sofort intuitiv klar, wenn man einmal bedenkt, dass der zweite Zeitzonenzeiger eben auf einer 24h-Skala läuft und nicht wie sonst auf einer 12h-Skala. Wäre die Alpha eine Rolex oder auch eine ebenfalls an die Rolex recht angelehnte deutsch-schweizerische "Steinhart" mit original ETA-Werk, dann wäre sie sicher die einfacher zu handhabende Alternative der beiden. Nachteilig höchstens, dass sie keine Wochentagsanzeige hat und natürlich mechanotypisch das Datum stur 1-31 läuft und sich nicht an die Monatslänge anpasst. Aber das kennen Freunde mechanischer Uhren natürlich.
Allerdings hat die chinesische Alpha einige Nachteile: Die zweite Zeitzonenanzeige läuft manchmal etwas nach, steht also etwa bei 14:06 mit dem GMT-Zeiger noch kurz vor der 14 und nicht kurz nach der 14, was etwas verwirren kann. Außerdem verstellt das Einstellen der Hauptzeit den Zeiger für die zweite Zeitzone mit, was beim hektischen Vertauschen von Haupt und Zweitzone auf Flugreisen ganz schön nerven kann. Mein Exemplar hatte außerdem ein scharfkantiges "Jubilee"-Metallarmband, das überhaupt nicht zu gebrauchen war und daher oben von mir durch ein Lederband ersetzt worden ist (man kann die Alpha auch mit einem Textilband ordern). Auch die Gehäuseunterseiten waren so scharfkantig, dass Schnittgefahr beim Anfassen bestand und ich der Chinesin erst mal mit Schleifpapier zu Leibe rücken musste. Auch ist die Krone zu groß und gräbt sich manchmal schmerzhaft in den Handrücken, insbesondere beim Koffertragen. Auch hatte sich im letzten Jahr bei winterkalter Außenluft und warmer Heizungsluft die blaurote Farbskala (ein Stahlblechring) von der Uhr gelöst, ließ sich aber mit Pattex sicher wieder befestigen und blieb dieses Jahr brav am Platz. Ein im Orginalzustand mangelhaftes Ergebnis für die Alpha also, was chinesischer Leichtigkeit bei Konstruktion und Fertigung geschuldet ist. Aber ganz brauchbar, wenn man nachbessert und nachbastelt.

Die Citizen hingegen erfordert beim Einstellen etwas Lesen und herumprobieren und bringt mich immer wieder dazu, die falschen Zeitzonen anzuzeigen. Etwa kommt man machmal auf den oberen Druckknopf und hat dann etwa BKK statt HKG auf der zweiten Zeitzone, was man spätestens dann nicht mehr merkt, wenn man die Digital- und die Analoganzeige wie beschrieben umtauscht. Auch verlangt die Citizen manuelles Nachführen der Winter- und Sommerzeit. Das muss man bei der Alpha natürlich auch selbst einstellen, aber bei den ca. 20 Zeitzonen der Citizen ist das eine elende Arbeit. Sie bietet zwar eine SMT genannte Funktion dafür (Dailight Saving on oder off), aber diese zieht offenbar nur pauschal eine Stunde von der eingestellten Zeitzone ab, wenn SMT/Daylight Saving aktiviert wird, egal welches Datum gerade ist. Man kann allerdings nicht benötigte Zeitzonen totschalten und hat dann weniger Komplexität. Als gelegentlicher Lesebrillenträger kann ich die zweite Zeitzone auf der Citizen bzgl. der Uhrzeit ganz gut ohne Brille ablesen, das Städtekürzel hingegen kann ich bei Schummerlicht schon nicht mehr lesen ohne Brille. Auch die Einstellerei erfordert das Nasenfahrrad, um nicht mit tränenden Augen dazusitzen.

Die Citizen zeigt noch die englische/GMT - Zeit auf der kleinen Uhr rechts oben an (mit UTC beschriftet), aber im 24h-Modus und hat eine weitere 24h-Anzeige auf der kleinen Uhr links oben im Zifferblatt, die immer zur Analogzeit passt.

Beide Uhren haben also ihre Vor- und Nachteile in der Handhabung, auch wenn die Citizen durch erstklassige Verarbeitung natürlich den souveräneren Eindruck macht: sie hätte ja auch im Neupreis 200 britische Pfund und nicht 90 US-Dollar gekostet wie die Alpha.

Wo die Citizen manchmal etwas "fieselig" wirkt durch die diversen Funktionen und man manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr findet, ist die Alpha hingegen zu nachlässig konstruiert bzw. zusammengebaut.

Was von beiden ist also besser? Hmmm.....   vielleicht doch einfach das Neueinstellen der jeweiligen Zeitzone auf einer konventionellen Dreizeigeruhr?  ;-)

Oder eben eine bessere Rolex-GMT-artige Uhr wie eben die des deutschen Herstellers Steinhart, die dann aber auch 450 Euro kosten würde. Die waren leider gerade nicht lieferbar als ich kaufen wollte, weil ETA den Hersteller nicht rechtzeitig mit Uhrwerken beliefert hatte. Trotzdem ist die Citizen mit Eingewöhnung sicher eine fast optimale Sache auf Reisen.
 



Montag, Januar 05, 2015

Ludigels Eurotour beendet

Ach ja, wünsche Frohes Fest gehabt zu haben und noch ein gutes Neues Jahr. 



Der letzte Besuch mit meiner Frau in Deutschland (war das letzten Sommer?) war eine gelinde Katastrophe. Meine Frau bekam ihren regelmäßigen Deutschlandkoller, der sich an Dingen wie (a) kein Seven-Eleven Kioskmarkt, (b) zu unfreundliche Menschen, (c) zu breite Bürgersteige und (d) zu viel Grün ausrichtet. Und das gipfelte im dramatischen Auszug aus dem niedersächsischen Reihenhaus meiner Eltern ins Hotel - wie jedes Jahr. Vorzugsweise zu nächtlicher Stunde. Doch dieses Mal wollten wir es anders machen. Wieder wollten wir mit Junior in das Reihenhaus meiner Eltern in der verträumten niedersächsischen Kleinstadt im Grünen, aber diesmal wollten wir es Ludigel-ehefrauengerecht veranstalten. Also buchte ich erst mal ein Hotel in Amsterdam, wo der Flug ankam, direkt in der Innenstadt. Dann noch zwei Nächte in Gent in Belgien. Würde es meine Frau positiver stimmen als beim Europabesuch zuvor? Schließlich hatte sie da ungnädig Deutschland wieder mal mit "Irak und Afrika" verglichen.

Ankunft in Amsterdam: Ich trage Koffer durch die nächtliche Stadt, weil mich das Navi vom Leihwagen sonst wohin geführt hat und nicht ins Parkhaus drei Straßen weiter. Jetlag-geplagt hatte ich die Koffer im Wagen gelassen, anstatt sie einfach schon an der Rezeption abzugeben. Als nun der Wagen weiter und weiter fuhr mit der Meldung, den Kurs im Navi nicht berechnen zu können, hielt ich also am nächsten Parkhaus an. Das war dann doch 2 km weit weg und ich durfte Koffer endlos durch Amsterdam rollen. Ein Taxifahrer weigerte sich mich mitzunehmen: zu kurz die Strecke. Kofferschiebend ging es also an Koksern vorbei, die neben blinkenden Warntafeln (Attention: White Heroin sold as Cocaine: 4 tourists dead!) mit Strohhalmen Koks von Gerätehäuschen in die Nase saugten. Klar, dachte ich. Wenn man so als Erfrischung in der Altstadt mal eben Koks in die Nase zieht braucht man mehr Geld als eine 2-km-Fahrt bringen könnte. Da hätte ich wahrscheinlich "Einmal nach Ostende und dann da drüben ins Hotel" sagen müssen. Wie dem auch sei, ich freute mich über den Abendspaziergang und wunderte mich über klare Luft selbst an Hauptverkehrsstraßen: der Kat lässt grüßen. Denn in Taipei wäre an solchen Orten blanker Smog gewesen.

Frau und Junior blieben den Abend im netten Hotelzimmer. Weil uns Junior um 5.30 Uhr morgens weckte, streunte ich dann mit hungriger Frau und nöligem Kleinkind durch immer noch dunkle Grachten. Dem Schimpfen meiner Frau, hier gäbe es nix zu essen und eben auch keinen 24-h Supermarkt Marke Seven-Eleven konnte ich vor geschlossenen "Coffee-Shops" nur ein genervtes "ich weiß auch nicht wo hier was ist, ich bin doch nicht die Königin von Holland" entgegenhalten, was aber auch nichts half. Nebenbei bemerkt, wer ist jetzt eigentlich Queeen of Holland, wo doch Hape Kerkeling abgedankt hat unlängst? Am Ende konnte das teure optionale Hotelfrühstück, dessen Preis in Taiwandollar ausgedrückt fast für einen Kleinwagenkauf zu reichen scheint Frau und Juniors Laune bessern, gab es doch frischen Lachs (Frau) und Brötchen (Junior).

Etwas schlecht gelaunt kutschierten wir dann Richtung Gent und ich fürchtete schon, meine Frau würde vor dem Deutschlandkoller einen kombinierten Holland/Belgien-Koller bekommen.
Doch in Gent wurde dann alles anders. Das Hotel lag genau in der malerischen mittelalterlichen Altstadt, dessen Anblick meine Frau sofort in Verzückung versetzte. Bei den amsterdamer Grachten hingegen hatte sie noch "kennt man eine, kennt man alle" angemerkt, aber die schönen alten Häuser schienen eines zweiten und dritten Blickes würdig zu sein. Entzückt entdeckte sie den Weihnachtsmarkt, wo sie exotische Dinge wie Glühwein und Bratkartoffeln mit Speck und Spiegelei kostete ("sowas leckeres habt ihr in Deutschland nicht!"). Wir kauften dann bei Privatchocolatiers in der Altstadt Pralinenmischungen, die mich wieder an Kokainpreise denken ließen (zu meinem Entsetzen auch für taiwanische Verwandte und Kollegen, die "süßes" ja gar nicht mögen) und aßen bei der "Belga Queen" zu Abend, will sagen einem Restaurant in der Altstadt. Hier hatte ich Fleischklößchen in süßer Soße mit einem Pommes Frittes - Horn und meine Frau Lachs; es mundete allen sehr. Zwei ausgefragte junge Männer auf der Straße hatten uns vorher noch die belgische Küche erklären wollen und hatten sie als "viel Würstchen, viel Pommes Frittes" definiert. Beide sehr freundlich und für meine Frau als blondes bzw. afrikanischstämmiges Freundesduo auf nette Art das moderne freundliche Europa repräsentierend. Einen halben Kulturschock bekam diesmal nur ich. Als ich nämlich in der schicken Belga Queen, die mit Glas und Stahl in einem mittelalterlichen Hafenspeicher oder ähnlich "residierte" die Toilette aufsuchte stellte ich verblüffend fest, dass die Türen der Zellen (wo man also auf der Schüssel platznehmen würde) durchsichtige Glastüren waren! Wer würde sich freiwillig da drauf setzen? Eine der Zellen war sogar vom Waschbeckenbereich der Damen aus einsehbar. So mutig wäre ich nicht, die zu benutzen, das gebe ich gerne zu. Wenn man also in der Belga Queen in Gent auf Toilette geht, dann nur mit einem mitgebrachten Badetuch und Klebeband. Oder ist es eine High-Tech-Tür gewesen, die sich beim Schließen verdunkelt hätte? Aber so eine Technologie kenne ich bislang nur aus Scifi-Romanen.

Froh Gemut ging es dann weiter nach Niedersachsen. Auch hier hielt es meine Frau diesmal ohne Koller aus, u.a. achtete ich auf regelmäßigen Freigang im örtlichen Einkaufzentrum, wo sich meine Frau in international üblicher Glas-und Pseudomamorkulisse wohl fühlte. Wohl auch weil sage und schreibe drei asiatische Imbisse mittlerweile das Einkaufszentrum ausfüllten - da hatte sich etwas gewaltig geändert.

Junior brachte das Weihnachtsfest dann seine erste Bescherung unter dem Tannenbaum, mir bis zu 10 Enterbungsdrohungen meines Vaters, der über die von meiner Frau vorangetriebene Umzugsplanung nach Manila (statt nach Niedersachsen wie von ihm gewünscht) entsetzt war und zu Recht konstatierte, ich hätte da wieder mal der Energie meiner Frau nichts entgegenzusetzen. Eine Enterbungsdrohung sprach er dann noch aus, als wir Junior im schlafanzugähnlichen Outfit mit ins Restaurant zum Essen am 25. Dezember nahmen. Die Enterbungsdrohungen haben bei uns so auch schon eine gewissen Tradition.

Nach Deutschland umziehen will meine Frau immer noch nicht, obwohl sie es jetzt für erträglicher als früher hält, irgendwo von "Irak/Afrika" Richtung "Indien/Mittelamerika" gemausert, würde ich sagen. Aber nach Belgien zu ziehen könnte sie sich schon eher vorstellen. Und nächstes Jahr will sie nach Belgien und Frankreich. Ob da ein "Sept-Onze"*** in der Nähe des Eifelturms zu finden sein wird?


*** Seven-Eleven

Donnerstag, Dezember 18, 2014

Japan, Museum, in Reih und Glied

Ordnungswütige Ordner organisieren ein ... äh ... Trickfilmmuseum in Tokio bis zum Overkill. Und ebenso ordnungswütige Verkehrspolizisten, die ganz genaue Vorstellungen davon hatten in welchem Winkel und Abstand Ludigel zu einem Blumenbeet stehen sollte ließen den Verdachtaufkommen, die Ordner im Museum könnten möglicherweise mit ihrer Ordnungswut nicht ganz allein dastehen.

Die Reise nach  Japan im März dieses Jahres (hier letztes Posting aus der Reihe) eröffnete wieder den Einblick in eine ganz andere Kultur, auch wenn manches ähnlich mit Taiwan ist. Oder wie der Thailänder (und nicht der Taiwaner) salomonisch sagen würde: "same same but different".

Abgepackte Sandwich haben sie dort auch, nur vielseitiger als in Taiwan.

"Den Fischkopf willst du bestimmt für dein Blog fotografieren" sagte meine Frau. Recht hat sie, nur hatte ich gerade ein 28mm-Weitwinkel drauf mit Festbrennweite, da ist er etwas kleiner unten in der Mitte. Sähe aber sonst auch zu ekelig aus.

Hier in den Büro- und Einkaufsecken ähnelt Tokio sehr den entsprechenden neuen Vierteln in Taipei in Taiwan, nur dass Tokio wohl keine schmuddeligen grauen Plattenbausiedlungen hat, die eben das alte Taipei ausmachen.

Hier im Zentrum und den U-Bahnanlagen fielen mir schon die vielen Schülerinnen im Ultramini auf und ich dachte, als Vater einer hypothetischen Tochter würde ich da ziemlich genervt sein. Wieso müssen Schülerinnen (nicht im Bild natürlich) grundsätzlich Höschenblitzer sein, während ihre männlichen Gegenstücke lange Hosen tragen? Und als eine halbe Schulklasse von Abschlussschülerinnen (mit gefühlten 18-19) mit Ultraminis und auf das Pflaster knallenden College-Schuhen (und Strohhüten) an mir vorbei schritt dachte ich, Gymnasiallehrer muss hier ein harter Job sein. Das Frauenbild in Japan schein noch patriarchalischer zu sein, auch als ich mal einen Blick ins Backoffice des Hotels durch eine geöffnete Tür werfen konnte, sah ich da sich devot verborgene hübsche Frauen und Männer in dunklen Businessanzügen. Frauen nur zum Bedienen und Servieren offenbar. Oder hat da das Japan-Klischee im Kopf die eine beobachtete Szene zu sehr generalisiert? Wer weiß.

 Eintönige Viertel sind immer etwas weniger eintönig als in Taipei/Taiwan und vor allen Dingen nicht so schmuddelig. Auch wenn hier ein Sonnenstrahl und etwas Wärme wie auf dem Werbeschild nicht schaden könnte.

Unsere Reisegruppe wurde unnachgiebig in ein Museum in einer Vorstadt von Tokio gelotst. Da kann man große Augen machen, aber das ist trotzdem der Reisegruppenrythmus wo man mit mus, da hilft nichts.

Möglicherweise handelte es sich um das "Ghibli Museum Mitaka", aber mir ist das ehrlich gesagt halbwegs egal. Das Museum hatte in erster Linie sich selbst auszustellen und strahlte manchmal eine poppige Niedlichkeit aus, dann wieder im Inneren ein merkwürdig verbautes Sammelsurium aus schmiedeisernen Wendeltreppen und durch die große Halle gehenden schmiedeisernen Laufgängen und Balkonen. Erwartungsvoll kletterte ich viel zu kleine Gänge und Treppchen hoch, den Kopf einziehend, schob mich durch ein rundes Loch und erwartete irgendetwas besonderes. Und stand dann doch nur wieder vor den Toiletten, die auch durch die normalen Gänge und Treppen erreichbar waren. Okay, never mind. Was gab es also auszustellen? Nun, es gab einen merkwürdig oberlehrerhaften Trickfilm, bei dem ein Cartoon-Charakter und ein Hase sich um einen Krückstock stritten und ihn am Ende einer älteren Hasenfrau brachten, der er auch gehörte und die in einem superniedlichen Haus wohnte. Okay, Lesson learned. Respektiere die Älteren! Und es gab einen winzig kleinen Raum neben der übergroßen schmiedeeisernen Halle mit Notizen des Trickfilmmachers. Konnte ich wenig mit anfangen. Bestimmt hatte er auf Japanisch "Respektiere die Älteren!" notiert, der gute Mann. Aber so ist es mit kulturellen Ikonen (?), der Expat teilt sie nicht unbedingt.  Es gab noch einen engen Raum, wo man durch Ferngläser auf Regale voller irgendwie halbwegs niedlicher Miniaturhasen und Papphäuser gucken konnte, aber alles nicht wirklich interessant genug um einen zweiten Blick zu riskieren. Aber bestimmt ergoogelt gleich ein Leser den ikonischen Wert all dieser Dinge und es ist ja auch in Ordnung. Für Japaner ist das bestimmt toll und die taiwanische Reiseleitung kriegt nun mal Provision vom Museum.

Wirr aber die militärische Verwaltung des Museums, die uns dazu brachten hinter Absperrketten am Eingang in Reih und Glied zu stehen. Höfliche, adrette junge Männer und manchmal Frauen, aber granithart hinter höflicher Fassade und so schnell den entspannten Besuch in eine Disziplinübung verwandelnd. Aber es war auch wieder amüsant sie zu beobachteten, wie sie hin und her rasten, als gelte es einen Feldzug zu überwachen. Oder einen Gefangentransport. Hielt man einen Hauch zu viel Abstand zum Hinterteil des Vordermannes, raste ein junger Mann heran und deutete einem höflich-energisch an, man müsse bis auf Tuchfühlung ran. Hing links die Kameratasche nur einen Zentimeter über der Absperrleine, wo die jungen Männer hin und her rasten, dann kam sofort ein Ordner und beanstandete das. Hektisch höflich bekam man innen seinen Besucherpass und wollte man dann noch mal die Treppe wieder hoch, kamen sofort höflich lächelnde Ornderfrauen angerast, die einen daran hinderten, sich nach Frau und Junior zu erkundigen, die noch oben waren ein paar Meter hinter einem. Irgendwann ignorierte ich die Leute und ging einfach dahin wo ich wollte, geht auch.

Junior wollten wir schließlich in einer Kinderspielecke unterbringen. Da hatten sie einen riesigen Plüschbus aufgebaut, in dem die Kinder krabbeln konnten. Aber der Plüschbus hatte Spinnenbeine und vorne einen Katzenkopf. Wirkte auf mich abstoßend hässlich, fand aber bei den Kindern Anklang. Frau wollte Junior einfach in den abgesperrten "Busplatz" setzen, bekam es aber sofort mit Orderinnen zu tun. Es gab natürlich eine lange Schlange, die mit mehreren Absperrketten unterteilt war und so musste auch Junior anstehen. Als er, damals erst 2 Jahre alt, endlich an der Reihe war, bekam er exakt eine 2-minütige Zeitscheibe zugeteilt, in der er aber vor den omnipräsenten Ordnerinnen Angst hatte und zu Mama wollte und prompt kurzerhand aus der Spielecke raus flog. Da dachten wir, es wäre vielleicht auch Zeit uns einfach in den Entspannung von den überorgansierten Japanern versprechenden herbstlich aussehenden Park vor dem Museum zu begeben. Weite Bürgersteige mit reichlich Platz, sogar für eine Kleingruppe wie unsere. Wir standen also irgendwo rum, Passanten hatten immer noch reichlich Platz (es gab sowieso fast keine). Ich wollte gerade etwas durchatmen von der irgendwie ansteckenden Verkrampfung im Museum, da bemerkte ich eine schreiend gelb gekleidete Frau, die irgend etwas von mir wollte.

  Park? Irgendwie schon, aber jeder Quadratmeter wird energisch verwaltet (hier ein männlicher Verkehrspolizist oder dergleichen)

Sie machte Handzeichen, nach denen ich wohl näher an ein Blumenbeet heran treten sollte, damit der Platz hinter mir von 10 Metern auf 10,1 Meter wuchs oder so. Ich ignorierte die Dame einfach. Sind Uniformierte nicht bewaffnet, ist das meist eine erfolgreiche Strategie. Filmschnitt, nächstes Bild. Wir stehen alle aufgereiht in einem in Schlangenlinie durch das Blumenbeet verlaufenden Gang. Die gelbe Dame hatte sich an den Reiseleiter gewandt der uns in fast militärische Art antreten lassen musste. Das war alles weniger nervig als viel mehr amüsant, wie sehr die Japaner darauf bestanden, alles und jenes völlig tot zu organisieren. Ach ja, es gab eine Sitzbank an der Bushaltestelle. Die war auch abgesperrt und wurde auch von Verkehrspolizisten oder was auch immer die Leute waren verwaltet. Setzen nur auf Anordnung. Mir schwante, würde ich in Tokio leben würde es unmöglich sein, Junior auf eine japanische Schule zu schicken. Japan ist nach Geert Hofstede  eine maskuline Gruppenkultur. Das heißt grob paraphrasiert, dass sie gerne Gruppenaktivität mögen und aggressives (aber eben gruppenorganisiertes) Verhalten positiv angesehen wird. Im Gegensatz zu Taiwan, das eine feminine Gruppenkultur ist (Deutschland ist übrigens eine maskuline Individualkultur). Mir schwante, dass "maskuline Gruppenkultur" eben auch aggressives Management von Gruppen bedeutet. Und eine Schule ist ja per Definition ein Gruppenbetrieb.

Interessanter als das Museum selbst war also die Art und Weise, wie es verwaltet wurde. Aber die Überorganisation hat natürlich auch Vorteile. Wie auch Taipei ist Tokio ein extrem dicht besiedeltes Gebiet, was natürlich immer die Gefahr von Schmuddelecken mit sich bringt, weil so viele Leute schnell irgendwo ihr überzähliges Zeug herumstehen haben. Oder auch wild geparkte Mopeds und Autos auf engem Raum. Ganz anders aber Tokio. Mopeds haben sie sowieso nicht, eher richtige Motorräder und beim Parken herrscht Disziplin. Und die Straßen, mögen sie noch so beengt sein, sind blitzsauber. Ich konnte nicht anders als mir so ein winzig kleines Häuschen wie im Bild hier "taiwanifiziert" vorzustellen. Dann wäre das vorne eine schmutziggraue Mauer, die Tür hinge möglicherweise schief in den Angeln und zumindest auf dem Vorhof stünde allerlei Zeug rum. Etwa ein fahrbarer Garküchenwagen mit dem auf den Straßen Teigtaschen verkauft werden (unlizenziert herumstehende Garküchenwagen gibt es in Japan so kaum), vier Mopeds, die alten Kisten und Kasten und Eimer, die man halt so hat und die Fenster wären vergittert und schmutzig und vielleicht mit an das Fenster längst festgepappter Jalousie verschlossen. Nicht immer ist Taipei so, aber oft. Tokio ist aber immer blitzsauber.


Oder diese Straße! Wie sähe die in einer Vorstadt von Taipei aus? Exerzieren sie es mal durch.

WEG MÜSSTE:
* Die saubere Fensterscheibe
* Die "schweren" Motorräder
* Das Verbotsschild

HIN MUESSTE:
* Mehr Gammel an die Fassaden
* Links in der Mitte eine ältere Dame, die Abfall an der Straßenecke sammelt und diese teilweise blockiert und nicht benötigten Müll auf der Fahrbahn verteilt. Auch Windeln. Lecker.
* Lauter private und beim Motorradladen verkäufliche Motorroller, alle im rechten Winkel geparkt, damit es enger wird in der Gasse.
* Noch ein paar PKWs, die die Gasse ganz oder teilweise unpassierbar oder schwer passierbar machen.
* Ein paar Hundehaufen und ein paar Häufchen ausgespuckter Betelnusspriem.
* Die Halle rechts in der Mitte wäre bei uns in der Gegend eine offene Bäckerei (ohne Glasfront, nur mit Rolltor), vor der ein paar Ratten über den Asphalt huschen.

Ergo musste ich beim Anblick dieser Gasse die Japaner, eben noch wegen Ordnungswut gescholten, gleich wieder entlasten. Sie müssen bei der Bevölkerungsdichte wahrscheinlich so extrem organisiert sein, damit alles sauber bleibt.

Was ist nun besser, Japan oder Taiwan? Dat muss jeder selber wissen. Irgendwas in der Mitte mit weniger Leuten wäre nicht schlecht, denke ich.



Dienstag, Dezember 16, 2014

KMT-Urschrei am frühen Morgen

Wieder mal wunderliche Leute im heimatlichen Schlichtwohnviertel

Es ist ein leidiges Thema, "unser" Wohnhaus, ein  Schlichtbau mit seiner 70er-Jahre - Bausubstanz und abblätternder Farbe und Siff im Treppenhaus versetzt mich nicht gerade in Begeisterung, ist aber billiger und erstaunlich ruhiger Wohnraum. Und verkörpert für meine Frau die vertraute Umgebung ihrer Kindheit, in die sie immer wieder zurück will. Meine Lust, neue Wohnraumexperimente in Taipei zu machen hält sich auch in Grenzen. Der bessere Wohnblock in einigermaßen schicker Allee im selben Viertel führte zu drastischer Anhebung des Lärmpegels. Nicht nur schrie die "Generalsgattin" nebenan bei offener Wohnungstür zusammen mit mehreren älteren Frauen in sturmumtosten Nächten immer wieder "Ämen, Ämen, Ämen" (die US-Version von Amen, es waren offensichtlich irgendwie Christen), die besseren Straßen zogen auch Taiwans Lautsprecher-Verkaufswagen magisch an. Die wollen nicht etwa etwas von Bose und Harman-Kardon verkaufen, sondern sie benutzen einen auf dem Lieferwagen angebrachten Lautsprecher, um ihre Waren anzupreisen. Und parkten gerne unter meinem Fenster. Ein in Jongli (Zhongli) gekauftes Reihenhaus in einer Hakka-Community hatte eine ständig lauthals Karaoke singende Nachbarin, die auch noch stahl wie eine Elster (sicher nicht Hakka-typisch, aber typisch für die stadtbekannte Nachbarin) und eine Verwandte eben der Nachbarin kippte hinter unserem Küchenfenster ihren Kot aus, den sie in Eimern sammelte. Als Dünger für ihr Gemüsebeet auf wildem Grundstück. Jetzt wieder wie in den ersten Jahren im Schlichtwohnviertel in einer Wohnung wohnend finde ich es erstaunlich ruhig - und vor dem Dreck im Treppenhaus muss man halt kurz die Augen verschließen.

 Taiwans Präsidentenpalast, in dem heute der chinafreundliche Präsident Ma Ying-Jeou von der KMT (noch) sitzt und in dem einst der japanische Gouverneur saß. Als ich das Ding mal im Original von Vorne fotografiert habe, kam gleich ein Securitymensch angerannt. Hier konspirativ sogar von hinten fotografiert. 


Merkwürdig nur immer wieder ein alter Mann aus der Wohnung unter unserer, der mir schon mehrfach den Zugang zum Haus blockierte, die Türe vor der Nase zuschlug und mich im Treppenhaus anschrie. Völlig unprovoziert. Er mag offenbar keine Ausländer und schreit seine Aversion lauthals heraus. Da komme ich heute Morgen noch schlaftrunken aus dem Hauseingang und habe bepackt mit mehren Taschen nicht die Haustür zugemacht (bin aber auch zwei Minuten später wieder vor Ort, wenn ich meinen kleinen Sohn abhole und zu Schwiegermutter rüberbringe), da steht er im Halbdunkel vor mir, schreit mich mit hysterisch überschlagener Stimme an, dass er das halbe Viertel aufweckt und zeigt dabei mit seinem Spazierstock auf mich, als habe er den leibhaftigen Teufel gesehen. Habe mich etwas erschreckt, das gebe ich zu. Verstanden habe ich nur "Ni ren", den Rest nicht mehr. Also "Du Mensch...". Ich denke, so einen Ehrentitel würde er mir als Nichtmitglied der sinoiden Herrenrasse nicht zugestehen, daher kann man das wohl auch als Schimpfwort benutzen. Oder das "ren"/Mensch wurde durch ein nachstehendes Adjektiv abqualifiziert. Wieder mal denke ich, ich will gar nicht mehr Mandarin lernen, dann würde ich ja den gesamten Unsinn verstehen. Mit dem Krückstock zeigte er auf die Haustür, ich machte sie auch prompt zu, allein damit er aufhörte rumzuschreien. Der Vorfall ist um so blöder, als dass er ja selber gerade im Begriff war, durch die geöffnete Haustür zu gehen und sie dann wieder aufschließen musste. Aber bitte, wenn die Seligkeit dran hängt.

 Vieles in Taiwan hat "China" im Namen, wie eben auch die halbstaatliche Flugline "China Airlines" oder hier ein Schiffbauunternehmen. Dies ist freilich eine Miniatur aus dem "Shao Ren Guo"/Window-on-China - Park im Landkreis Taoyuan. Auch im Namen steckt schon wieder "China", obwohl es doch eher ein Fenster auf Taiwan ist.

In Taipei hatte ich über die Jahre immer eigenartige Vorfälle mit älteren Leute, von denen manche wenige offenbar einen ziemlichen Ausländerhass aufgesogen haben und mich daher an die alten "Wehrmachts-Opas" erinnern, die ich noch aus meiner Jugend in den 70er-Jahren in Deutschland kenne und die mir und Spielkameraden damals oft ein "unter Hitler wäre das nicht passiert" (Ballspielen, Kreidemalen auf dem Pflaster) oder "euch sollte man ins KZ schicken" hinterher schrien.
Taiwan hat da seine abgemilderte Form mit der einst diktatorisch herrschenden Partei KMT und ihrer Rassenlehre-Light, die natürlich den sinoiden Menschen zum Herrenmenschenbild stilisiert hat. Ich nehme an, rechtsradikale Pygmäen haben sich den "Superpygmäen" als Herrenmenschenbild gebaut, das kann auch jeder machen wie er will. Unser Schlichtwohnviertel ist hier jedenfalls um meine Wohnung rum ein Militärveteranenviertel. Und auch der Schreiopa heute Morgen sah wie eine Verkörperung eines solchen aus. Graue Hose, dunkelblaue Jacke und eine dunkelblaue Schirmmütze mit dem Logo des taiwanischen Militärs dran (Kaktusblüte im Ährenkranz). Die Familien hier kommen alle ursprünglich vom chinesischen Festland und stehen fest zu ihrer ebenfalls ursprünglich mit Diktator Chiang-Kai-Shek nach Taiwan rüber gekommenen KMT, deren Parteifarbe dunkelblau ist.

Wenn mich mal jemand fragen würde, würde ich als Nationalsymbol ja nicht die chinesische Kaktusblüte, sondern - zumindest heute Morgen reichlich genervt - den "oben offenen Kackpapier-Eimer im Ährenkranz" vorschlagen. Denn der ist für mich das Wahrzeichen Taiwans - findet man ihn doch auf jeder Toilette hier.

Stramm die Hacken zusammenschlagend,

Ludigel*

* Bar jedweden militärischen Grades

Edit: Und Taiwan aka die Republik-China nannte man ja früher auch "Nationalchina". Da waren die älteren Herrn noch jünger und hatten das Sagen. Die jungen Taiwaner haben aber offenbar China mehr und mehr satt, sei es das alte Nationalchina oder das neue pseudorote VR-China. Siehe HIER.

Montag, Dezember 15, 2014

Deutsch-Deutsch, Deutsch-Taiwanisch, Taiwanisch-Taiwanisch

oder: Völker mischet euch, oder eben auch nicht
Notizen zu einer Begegnung von taiwanischen, deutschen und gemischten Paaren auf einem Empfang

Ohne Ross und Reiter nennen zu wollen werden meine Notizen veranstaltungsanonym in den Raum gestellt. Es trafen sich am kalten Buffet diverse deutsche Expatpaare, ein paar wenige taiwanische Paare und auch zumindest zwei gemischte Paare, letztere natürlich in der vorherrschenden Form aus Deutschem und Taiwanerin, der Blogautor darunter.

Ich selbst kaute gerne den selbstgebackenen Kuchen der deutschen Expatfrauen, wann kriege ich so etwas schon mal. Zwischen all den leckeren Sachen fiel mir eine typische Dinner-Pappschachtel mit angebratenen taiwanischen Teigtaschen ins Auge. Superlecker diese länglichen Dinge, ich esse sie eigentlich für mein Leben gern, bin aber nicht beigegangen, meiner neuen ölkritischen Ernährungsmaxime halber. Denn Garküchenessen so per se vertrage ich nicht mehr - esse eben nur noch von ausgesuchten Garküchen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Man denke auch an die endlosen Lebensmittelskandale, von denen sich der letzte ums Öl drehte. Auch sonst ging niemand an die Garküchenbox. Die zweite Garküchenschachtel mit Ente a la Hong Kong oder was auch immer das war ging jedoch schnell weg. Eines der zwei (oder drei) rein taiwanischen Paare auf dem Empfang hatte offenbar ein glückliches Händchen bewiesen, das andere nicht. Der Deutsche scheut das Öl dieser Tage im taiwanischen Land.

Viele deutsche Expats im eleganten maßgeschneiderten Anzug, graumeliert oder schon ganz ergraut, markante Gesichter die das Entscheiden gewohnt sind und natürliche Autorität ausstrahlen. Auch beim Zugriff auf den Christstollen. "Nimm dir noch ein Stück und schick mir hinterher ein Memo über die Absatzprognose in Q1" ergänze ich mir den Ton zu den Bildern am anderen Ende der Tafel und ermahne mich gleich selbst zur Fairness, kaue ich doch auf dem köstlichen Bananenkuchen der Deutschengemeinde. Und mir fällt auf, wie sehr ich selbst aus dem Rahmen falle, anfangs mit sage und schreibe fünf Taschen behängt (wir hatten ja Junior mit) und auch am Buffett noch mit Tasche behängt und mit Junior(3)-Füttern beschäftigt. Andere Expats sind immer viel cooler als ich, das fällt mir sowieso immer auf. Alle saßen auch brav während den Ansprachen auf den Stühlen im abgedunkelten Raum, nur wir nicht, weil meine Frau unbedingt da hinten was bei Junior richten wollte, der irgendwo anders gerade war. "Sorry sorry schieb... schieb.....". Wir sind anders als die anderen Expats.

Meine Ohren hören das ein oder andere zynische, das können Expats immer gut. Dann die Taiwaner im Raum, brave Paare, bleiben für sich, so wie die Deutschen unter sich bleiben. Und zwei weitere getrennte Gruppen, das eine deutsch-taiwanische Paar, beide in den 30ern, sie mit Ultramini und modischer Kleidung.. Ganz anders aussehend als die Businessgattinnen der Deutschen. Und Ludigel und Frau und Junior wieder eine andere Gruppe für sich. "Expat im Endstadium mit Anhang", ergänzt die sarkastische Stimme in meinem Kopf das Bild von mir selbst und fügt noch "weit jenseits aller sozialen Konventionen" hinzu. "Rede du nur", antworte ich mir selbst. "Lass uns noch ein paar der Apfelkekse da nehmen, die finde ich sonst ´hier nirgends." Wir einigen uns auf lautloses Kauen.

Am Ende ist alles weg, bis auf die Teigtaschen, Junior will nach Hause und wir verschwinden in die Nacht. Ich suche jemanden zum Verabschieden und nicke den zwei verbliebenen Apfelkeksen zum Abschied freundlich zu.

Mittwoch, Dezember 10, 2014

Wieso sterben die Japaner aus?

Wichtige Fragen stellt man sich beim Disneybesuch....

 "Die Japaner sterben aus" lautet eine gängige Einschätzung, die man immer wieder liest. Hier im Disneyland Tokio besah ich mir daher prüfend die Jugend, die das ja mehr oder minder in der Hand hat. Bei den merkwürdigen Schuluniformen der Schülerinnen (anderes als Mini war offenbar verboten) und dem guten Wuchse der jungen Herrn müsste eigentlich alles in Ordnung sein. Hier gibt es jedenfalls keine Schwierigkeiten, siehe Hut.

Räusper, never mind...

Link

Raus aus Mickeys Garage und rechts abbiegen

Feenhaus

Das Blog springt in munterer Folge zwischen dem mörderischen Manila, dem garküchenöligen Taipei und dem blitzsauberen Japan hin und her. Warum auch nicht. Hier mal wieder Disneyland Tokio.



Link:

Ein paar Meter rechter Hand davon (auch Disneyland)
 

Dienstag, Dezember 09, 2014

Anatomie eines Todes... in Manila

Recherchen zum von Frau und ihrer Schwester diktie.... äh ... zum von uns geplanten Umzug nach Manila auf den Philippinen. Wenn denn der Planungshorizont der beiden taiwanischen Businessfrauen dann noch aktuell ist (oder wie auch immer man das umschreiben soll, dass sie bei taiwanischer Planung alle drei Minuten eh die Naturgesetze ändern)

"Von der Sowjetunion lernen heißt Siegen lernen", so stand es einst in der DDR auf diversen Straßenschildern zu lesen und ganz im Sinne dieses klugen Mottos habe auch ich mir angewöhnt von Fehlern und Tragödien, die anderen Expats passiert sind zu lernen, bevor ich irgendwo hingehe. Die Angehörigen bitte ich um Verzeihung, es geht hier rein um eine Fallstudie aus der ich für mich selbst lernen will, nicht um irgendetwas negatives.

 Das reiche Manila mit seinen Kondotürmen


Bei meinen Recherchen zu Toden von Ausländern in Manila stieß ich auf so viele Tote, dass man sich das alles kaum merken kann. Doch unter den offenbar von ihren eingeladenen einheimischen Damen, eingestellten Dienstmädchen und uneingeladenen Überfallrollkommandos unter anderem wegen Handy und Laptop zu Tode gebrachten Weißen (und einem Koreaner) fiel mir ein Fall ins Auge, der nicht ins Schema passte, aber versprach für mich als Auswanderer relevante Details über Manila zu offenbaren. Ich rede vom Fall von George Anikow, 41, seines Zeichens Major der US-Marines, entweder selbst für die US-Botschaft in Manila tätig oder mit einer Botschaftsangehörigen verheiratet (an der Stelle gab es unklare Infos). Herr Anikow wurde offenbar direkt vor dem Sicherheitstor seiner bewachten Wohnanlage in Manila von vier Einheimischen im November 2012 erstochen. Das ist schon mal ungewöhnlich, stehen doch immer 1 bis 2 bewaffnete grimmige Männer an diesen Toren. Und da machen arme Leute einen Überfall? Direkt vor der Security? Ist Manila also so gefährlich, dass die Leute wie die wilden Tiere Menschen auf der Straße anfallen ohne Rücksicht auf Verluste und eigene Sicherheit? Oder war Rassenhass im Spiel? Oder kannten die Täter den Mann? Ich wollte mehr wissen.



Bizarr sofort, dass die mit Messern aus einem Auto gesprungenen Täter (am frühen Sonntagmorgen) der Oberklasse angehören sollten wie in dem deutschsprachigen Artikel (Link habe ich nicht mehr, englischer Link siehe unten) angegeben. Was war da vorgefallen?

Bei näherer Recherche wurde der Fall immer merkwürdiger. Die Gegend wo der tödliche Angriff stattfand war Makati, offenbar eine gut bewachte Top-Gegend von Manila. Und deswegen war auch nur ein Sicherheitsmann vor Ort (in weniger guten Gegenden sind es mehr), der allerdings mit einer Faustfeuerwaffe bewaffnet war. Hier ist sofort wieder eine Lektion zu lernen: Die durch die stämmigen bewaffneten Herrn scheinbar gegebene Sicherheit ist nur vorgetäuscht: Der Security-Mensch hat schließlich bei der Tat nur zugesehen und nie seine Waffe gezogen! Er gab später beim Prozess an sie vor Wegnahme durch die Täter in Sicherheit gebracht zu haben - durch Nichthandeln / Raushalten. Die Securityleute sind also ähnlich wie die Eisverkäufer, die wir in Manila frequentiert hatten: Die wollten auch kein Eis verkaufen sondern lieber untereinander schwatzen. Hier geht es aber nicht ums Meckern, sondern ums Lernen, wie Manila funktioniert. Und das ist schon eine wertvolle Lektion***. 

Weiter im Text. Herr Anikow war ein kampferfahrener Mann in besten Jahren und vor kurzem noch in Afghanistan gewesen. Nun läuft er in eigentlich sicherer Umgebung auf einen noch sicheren Kontrollposten mit bewaffnetem Wächter zu. Hier hat offenbar ein silberner Oberklasse-Volvo gestanden, der gerade kontrolliert wurde. Wieso zum Teufel ist er dann erstochen worden?

In dem Volvo saßen vier junge Männer in den 20ern, drei "Geschäftsleute" (sind wir das nicht alle?) und ein Student. Sympathische junge Männer, wenn man sie mal ergoogelt, einer sogar mit Jackett. Sie hatten keine für die bewachte Siedlung gültige Zugangskarte, deswegen kam es zu einer harmlosen Diskussion mit dem Wachposten. Jetzt kommt Herr Anikow dazu, angetrunken. Er will sich in die Verhandlungen mit den Insassen des Volvos, den jungen Philippinos aus der Oberklasse einmischen, obwohl er dafür als Anwohner natürlich kein Mandat hat. Offenbar schiebt ihn der Wachposten mit sanfter Gewalt zur Seite, aber der Exsoldat lässt sich nicht beirren. Schließlich beschließt der Securitymensch, den Volvo passieren zu lassen und verlässt das Fahrerfenster des Volvos, dessen Insassen wegen des Eingreifens des Amerikaners leicht genervt sind ("Wer ist das?", fragt der Fahrer den Sicherheitsmann). Der Sicherheitsmann geht vor den Kühler des in Manila auffälligen und Oberklasse signalisierenden Wagens und räumt die Absperrhütchen zur Seite, damit das Fahrzeug passieren kann. Jetzt tritt der Amerikaner ungefragt an das Fenster und erklärt den Insassen "Ihr müsst den Wachmann respektieren. Sie überprüfen hier eure ID, das machen die so" (aus dem Gedächtnis aus den Zeitungsartikeln zitiert). Dann klopft er auf den Kotflügel des Autos.



Dieses wohl mittelstarke Klopfen auf den Wagen wird in jeder Quelle und in jedem Kommentar, den ich zu dem Fall bislang gefunden habe als aggressiver Akt des Amerikaners verstanden. Philippinische Kommentatoren geraten dabei sogar in Rage und sagen, der Amerikaner habe sich damit selbst zuzuschreiben, was dann passiert ist. Was dann passiert ist, ist schnell erzählt: Wie die Derwische springen die vier jungen Männer aus dem Auto, zücken in einem kurzen Handgemenge Messer, der Amerikaner versucht wegzulaufen, wird aber von den ihn 20 Meter verfolgenden und einholenden jungen Männern aus guten Hause dabei von hinten mehrfach mit dem Messer verletzt, einer der Männer (der Fall ist auf Video im Internet zu sehen) sticht ihn dabei von hinten in den Hals. Die jungen Männer brausen mit dem Volvo davon als der Amerikaner blutend am Boden liegt und fordern den Secuirtyguard auf, sich nicht ihre Nummer zu merken, denn der Amerikaner sei "nicht gut" gewesen. Der Wachposten ruft allerdings die Polizei. Der Amerikaner wird im Verlaufe der nächsten Dreiviertelstunde verbluten, denn der Krankenwagen wird sich so lange Zeit lassen.

Und was ist der Stand heute? Prognosen von Kommentatoren waren in zwei Lager geteilt. Die einen meinten, die Oberklassejungs könnten sich ihre Freiheit wie immer erkaufen, wobei eventuell das Mittel eines sich über 10 Jahre hinziehenden Prozesses mit auf Kaution freigelassenen Tätern und rechtzeitigem Absetzen der selbigen vor dem Urteil zum Tragen käme. Andere meinten, jetzt hätten sich die Jungs endlich mal verrechnet, weil die mächtige US-Botschaft für Gerechtigkeit sorgen würde. Und man liest, dass junge Philippinos immer Messer bei sich tragen (wieder was gelernt!).

Was ist der Stand heute im Dezember 2014, über zwei Jahre nach der Tat?
Nun, die sofort festgenommenen Täter sind mittlerweile (nach wohl 9 Monaten Untersuchungshaft oder so) gegen Kaution auf freiem Fuß, der Prozess läuft oder lief, die Anklage ist aber mittlerweile in Totschlag umgewandelt und ein Gerichtssprecher bezeichnete die Beweislage gegen die vier Verdächtigen als "schwach".


Wieder kann man viel lernen, wie die Philippinen funktionieren. Die Oberklasse (die teilweise noch Spanisch spricht im Gegensatz zur Tagalog sprechenden Bevölkerung  - zumindest etwas Englisch sprechen alle, gebildete Philippinos auch sehr gut) steht offenbar in der Tat über dem Gesetz. Das ist die selbe Gesellschaftsschicht, der die Schwester meiner Frau keine Wohnungen vermietet, weil sonst die Inneneinrichtung nur noch Sperrmüll ist. Und man sieht auch, dass die auf mich so ruhig wirkenden Leute in Manila offenbar einen lateinamerikanischen (vgl. spanische Kolonialzeit) Messer-Machismo nur vordergründig verborgen haben. Und wie auch in Taiwan ist der Straßenverkehr offenbar ein probates Mittel zum völligen Ausrasten sonst freundlicher und ruhiger Menschen. Nur auf den Philippinen eben mit Messern und oft auch Schusswaffen.

Ansonsten bin ich glaube ich der einzige Mensch auf der Welt der wirklich verstanden hat, was vorgefallen ist an jenem tragischen Sonntagmorgen. Wie Schuppen aus den Haaren fiel es mir, als ich die Ereignisse (Dialoge am Fahrerfenster, Zeitpunkt des Klopens auf den Wagen) richtig geordnet hatte, denn die Zeitungsartikel erzählten die Ereignisse oft durcheinander, aber mit mehreren Artikeln konnte man es rekonstruieren: Achten Sie mal auf die Filme mit den US-Soldaten in Afghanistan und Irak. Wenn die Autos am Kontrollposten kontrollieren, hauen sie vorne mittelschwer auf den Kotflügel, um dem Fahrer die Erlaubnis zum Passieren anzuzeigen. Der betrunkene Expat, der erst 100 Tage in Manila war, war geistig wieder in seinem Soldatenmodus. Deswegen zog ihn der aus Afghanistan bekannte Checkpoint magisch an. Und er klopfte auf den Kotflügel oder die Haube, als der Wachmann die Passage frei gab. Wie am Checkpoint in den Filmen.


*** Andere Deutung der Inaktivität des Sicherheitsmannes: Die Angreifen gehörten der Oberklasse an. Damit könnte er es gar nicht wagen, einen der ihrigen zu verletzen! Ein toter Oberklassejunge und ein Schütze aus der Unterklasse (wenn auch mit Uniform) klingt danach, als wenn der Schütze das nicht lange überlebt, oder?


Link
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2238585/U-S-diplomats-husband-stabbed-death-outside-exclusive-gated-development-Philippines.html

Montag, Dezember 08, 2014

Baumhaus

Mal was anderes, ein Foto von der Disneyland-Tokio - Tour im März dieses Jahres.

Während der Tagestour war es den ganzen Tag am Regnen und Nieseln. Zu meinem Schrecken stellte ich fest, dass meine Neopren (oder was immer das ist) Bereitschaftstasche keinesfalls wasserdicht ist und meine Sony DSLR nass wurde. Ständig waren Sucherbild und Objektiv beschlagen, grauslich. Zu meinem Erstaunen machte die Kamera das jedoch mit, weder Objektiv noch Kamera nahmen Schaden. Die von mir verwendete Sony Alpha 850 soll ja laut Hersteller auch spritzwassergeschützt sein und das war sie wohl auch. Die alten Minolta- oder Tokinaobjektive daran allerdings nicht - aber auch die vertrugen das Feuchtigkeitsbad. Alles made-in-Japan, nicht China, wie man heute so oft hat. Allerdings löste sich bei der nächsten Reise auf die Philippinen der verklebte Spiegel der DSLR - hatte ihn die Feuchtigkeit angelöst?

Zu meiner Verblüffung hielt auch meine 85-US-Dollar "Invicta"-Armbanduhr dem späteren Monsunregen stand, der mich bis auf die Haut durchweichte. Soll ja auch 200m "Tauchtiefe" haben und 200m waren wir bestimmt drin, im Disneyland....

Link: Mount Fuji, Japan

Kack- und Spucktaiwan (mit Chemieabfällen)*

Die Gegensätze vom Erleben von Taipei mit Familienanschluss und als alleinstehender Expat, beim morgentlichen Frühstücksholen

Heute morgen eröffnet mir meine Gattin, dass sie wieder für zwei wie seit Jahren an der einen Frühstücksbude in der Nähe der Firma bestellt hat. Mir bleibt fast das Herz stehen, bin ich doch gerade meine wochenlangen Magenschmerzen los, die etwa mit dem gerade vergangenen Speiseöl- und Talg-Skandal (siehe meine FAQ hier) eines im taiwanischen Besitz befindlichen Unternehmens mit Hauptsitz in China namens "Ting Hsin" (vertrauenserweckender Name, eh?) zeitlich in Deckung zu bringen sind. Abstinenz von den öligen Frühstücksbuden in dem graugrünen Wellblech-Industrieviertel wo ich arbeite trug da erheblich mit zur Gesundung bei. Da bereiten teilzahnlose ältere Frauen ölige und fettige labbrige Toastbrote immer wieder mit viel im Öl schwimmenden Ei zu und die schwarzölige alte Kochplatte, auf der sie werkeln erweckt gerade nicht viel Vertrauen. Früher habe ich das alles vertragen, mittlerweile nicht mehr, aber mir kann auch niemand erzählen, dass diese ein Frühstück für umgerechnet 1.25 Euro oder dergleichen verkaufenden Buden das Budget haben, ihr Altöl immer durch neues (und skandalfreies) zu ersetzen. Missmustig tapse ich durch die bürgersteiglosen Barackenviertel, im Nieselregen heranrasenden Blue-Trucks ausweichend, lasse mich beim normalen Überqueren der Straße vom einem Taxi anhupen, dem ich den Stinkefinger zeige (eine kluge Handlungsweise, wenn man sich mit einem oft bewaffneten Taxifahrer prügeln will oder seinen 20 herbei gerufenen Kumpels oder per Dashcam ins nationale Fernsehen von Toxiwan/Taiwan kommen will), ärgere mich über den quer über einem der wenigen Bürgersteigen stehenden LKW, der mich zum Ausweichen auf die vielbefahrene Fahrbahn zwingt und atme den Duft der Weltstadt Taipei ein. Irgendeine Mischung aus Kunststoff (bereiten sie in den Fabrikhallen Nahrungsmittel zu?), Mopedabgasen, Dieselschwaden, fauligem Kanalisationsgeruch und das ganze dekoriert mit Hundekot und ausgespucktem Betelnusspriem. Und denke mal wieder, wie viel angenehmer alles als alleinstehender Expat wäre, wenn man sich zu Hause einfach ein Brot (idealerweise ein deutsches Brötchen morgens geliefert vom deutschen Bäcker Wendel) selbst zubereiten würde und dieses ganze hässliche und müffelnde Industrietaipei nur durch die Scheiben des klimatisierten Autos sehen würde. Allein würde ich auch höchstens mein Frühstück da kaufen, wo sie die Barackenviertel schon weggerissen haben und im Zuge des Wandels von Taipei in eine moderne Großstadt durch Beton- und Stahltürme ersetzt haben, mit schicken Cafés und Restaurants drin. Und Parks und breiten Bürgersteigen. Gut, das schicke Restaurant der Kette "Tasty" gehört auch zum Unternehmen Ting Hsin und hat auch das Horroröl verwendet. Frau und ich haben da früher oft gegessen. Das Öl ist übrigens aus Tierkadavern (von kranken Tieren natürlich) und aus Restaurantabfällen gerpresst worden, versetzt (jedenfalls das Talgfett) noch mit Östrogen, Antibiotika und dem taiwanischen Dauerbrenner DEHP, ein Flüssigkunststoff, der karzinogen ist und schon seit den frühen 2000ern im Essen ist in Taiwan.

Kaum bin ich an der Bude da winkt die Bedienung ab. "Meiyou" sagt sie, "haben nix". Meine Frau hatte tatsächlich irgendeine falsche Nummer gewählt, wie sich später rausstellte und ihre Horrorfrüchstückchen-Bestellung irgendeinem schlaftrunkenen Taiwaner um die Ohren gehauen. Frohlockend schwebe ich zurück durch die Straßen, kunstvoll Hundekot und ausgespuckten Priem vermeidend und eile zu Seven-Eleven um mir zwei eingeschweißte Sandwich zu kaufen. Wenn die im nächsten Lebensmittelskandal dran sind (der kommt bestimmt, weil den Taiwanern das Thema im wesentlichen egal ist), dann falle ich tot um, da bin ich von überzeugt, so viel wie ich davon esse in letzter Zeit.

Genießen Sie also in Deutschland ihr frisches Brötchen mit Käse oder Marmelade.


* Immer noch stocksauer wegen der wochenlangen Magenschmerzen habe ich lange an der Überschrift gefeilt. Ich bitte sie hinreichend zu würdigen.

P.S.: Ting Hsin ist sicher so ein Vorzeigeprojekt für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Annäherung an die VR-China, die Taiwans regierende KMT-Partei betreibt, im Rahmen ihres panchinesischen Wohlstandskonzepts. Ting Hsin war sowohl beim 2013er- als auch bei 2014er Lebensmittelskandal dabei. Sollen wir für den 2015er schon vorreservieren?