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Dienstag, Juni 28, 2016

Japan

Eben Japan (Reisefoto, gerade drüber gestolpert)

Meine Invicta Taucheruhr war in dem tokioter Dauerregen korrodiert, ließ sich aber wieder abkratzen.

Dienstag, Januar 27, 2015

Bergschrein

Das Taiwanblog goes Mainstream. Bilder von Tempeln in Asien. Wie in allen anderen Blogs. Langweilig? Aber politisch korrekt, gell. Wie auch die japanischen Premierminister übernimmt das Taiwanblog keine Haftung für Kriegsverbrecher, denen hier eventuell gehuldigt wird.

 Weiter auf der Japanreise (hier letzter Teil). Hoch die Treppe zu irgendeinem Tempel, keine Ahnung wo, irgendwo nähe Tokio und Mount Fuji und Lake Ashi. War schließlich in einer Reisegruppe und da weiß ich nie, wo ich gerade bin.

Gegenlaufen kann man jedenfalls nicht, bei diesem Zwischentreppentempel. Bei der Farbe.

Hier am Haupttempel am Ende des Treppe neigt man das Haupt und wirft etwas ein. Habe vergessen ob es Münzen oder Bittzettel waren, das Schild verrät sicher näheres. Wirkt garantiert.

An dem Tempel probierte eine Gruppe Schüler um die 10 ihr Schulenglisch an mir aus und wollte mich interviewen. Ich täuschte vor, dass meine Frau mich rief und entschwand schnell. Det hatte ich früher in Taiwan immer, da wollte ich nicht schon wieder.

Wir waren nur kurz im Tempel und dann in dieser Mochji - Bude (oder wie immer man das schreibt). Diese Mochji gibt es ja auch in Taiwan. Hier auf Formosa ist es ein weicher Süßteig mit süßer Füllung. Dieses Lokal hatte allerdings das japanische Original, das im Wesentlichen aus salzigen und sauren Varianten bestand, die eine mit einer sauerkrautartigen Füllung. Ich mochte es nicht, während alle Taiwaner unserer Gruppe (sprich alle außer mir) hin und weg waren von den "famous" Mochji. Ich bewunderte hingegen zwei fragil wirkende alte Herren, optisch in den 80ern, die dicke schwere DSLR-Kameras und riesige schwere Stative dabei hatten und mit denen so locker auf steilen steinigen Wegen lang gingen, als seien sie 20. Vielleicht doch nicht so schlecht die Moj... Mochji ... oder wie auch immer sie heißen.

Obwohl überall Schnee lag, war er fast immer ordentlich weg geräumt und hinter Absperrungen. "Anfassen verboten", sagte die Reiseleitung. Die Japaner hätte Angst, dass es dreckig wird. Bei Menschen sagt man, dass diejenigen, die als Kleinkinder besonders rumgesaut haben im Erwachsenenalter besonders ordentlich sind. Reden wir nicht darüber, was die Japaner zu kompensieren haben (für Deutsche Glashausalarm).

Montag, Januar 26, 2015

Mit der Pappmaschee-Fregatte auf dem Ashi-See, Japan (Update)

Schiff ahoi mit pappmascheeartigen Piraten und Kanonenrohren auf dem Lake Ashi. Oder besser gesagt Kunststoffschaumpiraten und Konsorten. Eine große Attraktion in Japan. Und wirkt irgendwie recht unernsthaft auf den teutonischen Betrachter

Japaner können bestorganisiert, bierernst und ordnungswütig sein, wie ich bei meinem Besuch in einem Museum in Tokio in März 2014 gemerkt habe (http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/12/japan-museum-in-reih-und-glied.html). Auch bei diesem Museumsbesuch konnte man schon den Hang zum Verspielten (dort: schwülstige Schmiedeeisentreppen ohne Sinn, niedliche Miniaturen und ein riesiges Spinnen-Katzen-Plüschtier) bemerken, der in Kombination mit superstrenger Organisation auf mich einen etwas komischen und widersprüchlichen Eindruck machte.

 "Queen of Good Taste" würde ich die Fähre nennen, wenn ich sie taufen dürfte.

Auch bei diesem Besuch des Lake Ashi mit Sicht auf den Mount Fuji (gerade fast vernebelt) konnte ich mich dieses Eindrucks nicht ganz erwehren. Achten Sie mal auf die todernsten und natürlich bestorganisierten Offiziere auf diesem Seedampfer. Die wirken in der auf mich doch lächerlichen wirkenden Kulisse des übermäßig verzierten Dampfers recht deplatziert. Eigentlich, doch denke ich heute, würde der italienische Commandante der "Costa Cordalis" (Name geändert ;-), also des verunglückten italienischen Kreuzfahrers, der immer noch wegen Kapitänsflucht durch die Medien geistert, viel besser hier auf das Ausflugsschiff passen. Und die seriösen japanischen Seeoffiziere hätte man sich auf der Brücke des italienischen Schiffes gewünscht. Doch ungerecht wie die Welt ist, ist es anders herum. Es gab im übrigen noch wesentlich schlimmer verzierte "Fregatten" hier auf dem See, die ich aber nur aus großer Ferne gesehen habe.

 Wenn eine an die Fähre angebrachte Attrappe abbricht, finden die beiden Taucher sie sicher sofort.

Eindrucksvoll war es trotzdem. Die Eindrucksvollen Tore (Fotos unten) begeistern natürlich, die wohl Shinto- religiös bewegt in die Natur gestellt werden und die Landschaft tatsächlich verschönern. Und dass die Japaner so eine schwülstige Fähre mögen hat eben auch wieder sein interessantes.

Löwenhaft gut das Design

Komplettiert mit Papppirat

Professionell verrichten die Brückenoffiziere ihre Arbeit hinter dem güldenen Löwen.

...

...


Da ist die Überfahrt gesichert. Wieso hier der Pappkamerad auf dem Oberdeck plötzlich lebendig geworden ist verstehe ich aber nicht (der mit dem Dreispitz). Streng wird Ludigel von der Brücke aus in Augenschein genommen, als Langnase fällt man immer wieder au.

 Mit dem Toren da "haben sie was los". Schnell fotografiert....

...während meine Taiwanreisegruppe beim Seven-Eleven war.

...
"Garnelenschokolade", lecker!


Update: Noch wesentlich schwülstigere "Fregatten" durch das Tele gesehen, auch bei 200mm Brennweite noch weit weg:

 

Fototechnisch: Sony A850 Fullframe DSLR. Bis vor die Schiffsbrücke ein altes Reisezoom, Tamron 3,8-5,6/28-200 (immerhin 50 Euro von Ebay), danach ein Tokina AF 2,8-4,5/28-70, 28 Euro von Ebay ;-)
 

Donnerstag, Dezember 18, 2014

Japan, Museum, in Reih und Glied

Ordnungswütige Ordner organisieren ein ... äh ... Trickfilmmuseum in Tokio bis zum Overkill. Und ebenso ordnungswütige Verkehrspolizisten, die ganz genaue Vorstellungen davon hatten in welchem Winkel und Abstand Ludigel zu einem Blumenbeet stehen sollte ließen den Verdachtaufkommen, die Ordner im Museum könnten möglicherweise mit ihrer Ordnungswut nicht ganz allein dastehen.

Die Reise nach  Japan im März dieses Jahres (hier letztes Posting aus der Reihe) eröffnete wieder den Einblick in eine ganz andere Kultur, auch wenn manches ähnlich mit Taiwan ist. Oder wie der Thailänder (und nicht der Taiwaner) salomonisch sagen würde: "same same but different".

Abgepackte Sandwich haben sie dort auch, nur vielseitiger als in Taiwan.

"Den Fischkopf willst du bestimmt für dein Blog fotografieren" sagte meine Frau. Recht hat sie, nur hatte ich gerade ein 28mm-Weitwinkel drauf mit Festbrennweite, da ist er etwas kleiner unten in der Mitte. Sähe aber sonst auch zu ekelig aus.

Hier in den Büro- und Einkaufsecken ähnelt Tokio sehr den entsprechenden neuen Vierteln in Taipei in Taiwan, nur dass Tokio wohl keine schmuddeligen grauen Plattenbausiedlungen hat, die eben das alte Taipei ausmachen.

Hier im Zentrum und den U-Bahnanlagen fielen mir schon die vielen Schülerinnen im Ultramini auf und ich dachte, als Vater einer hypothetischen Tochter würde ich da ziemlich genervt sein. Wieso müssen Schülerinnen (nicht im Bild natürlich) grundsätzlich Höschenblitzer sein, während ihre männlichen Gegenstücke lange Hosen tragen? Und als eine halbe Schulklasse von Abschlussschülerinnen (mit gefühlten 18-19) mit Ultraminis und auf das Pflaster knallenden College-Schuhen (und Strohhüten) an mir vorbei schritt dachte ich, Gymnasiallehrer muss hier ein harter Job sein. Das Frauenbild in Japan schein noch patriarchalischer zu sein, auch als ich mal einen Blick ins Backoffice des Hotels durch eine geöffnete Tür werfen konnte, sah ich da sich devot verborgene hübsche Frauen und Männer in dunklen Businessanzügen. Frauen nur zum Bedienen und Servieren offenbar. Oder hat da das Japan-Klischee im Kopf die eine beobachtete Szene zu sehr generalisiert? Wer weiß.

 Eintönige Viertel sind immer etwas weniger eintönig als in Taipei/Taiwan und vor allen Dingen nicht so schmuddelig. Auch wenn hier ein Sonnenstrahl und etwas Wärme wie auf dem Werbeschild nicht schaden könnte.

Unsere Reisegruppe wurde unnachgiebig in ein Museum in einer Vorstadt von Tokio gelotst. Da kann man große Augen machen, aber das ist trotzdem der Reisegruppenrythmus wo man mit mus, da hilft nichts.

Möglicherweise handelte es sich um das "Ghibli Museum Mitaka", aber mir ist das ehrlich gesagt halbwegs egal. Das Museum hatte in erster Linie sich selbst auszustellen und strahlte manchmal eine poppige Niedlichkeit aus, dann wieder im Inneren ein merkwürdig verbautes Sammelsurium aus schmiedeisernen Wendeltreppen und durch die große Halle gehenden schmiedeisernen Laufgängen und Balkonen. Erwartungsvoll kletterte ich viel zu kleine Gänge und Treppchen hoch, den Kopf einziehend, schob mich durch ein rundes Loch und erwartete irgendetwas besonderes. Und stand dann doch nur wieder vor den Toiletten, die auch durch die normalen Gänge und Treppen erreichbar waren. Okay, never mind. Was gab es also auszustellen? Nun, es gab einen merkwürdig oberlehrerhaften Trickfilm, bei dem ein Cartoon-Charakter und ein Hase sich um einen Krückstock stritten und ihn am Ende einer älteren Hasenfrau brachten, der er auch gehörte und die in einem superniedlichen Haus wohnte. Okay, Lesson learned. Respektiere die Älteren! Und es gab einen winzig kleinen Raum neben der übergroßen schmiedeeisernen Halle mit Notizen des Trickfilmmachers. Konnte ich wenig mit anfangen. Bestimmt hatte er auf Japanisch "Respektiere die Älteren!" notiert, der gute Mann. Aber so ist es mit kulturellen Ikonen (?), der Expat teilt sie nicht unbedingt.  Es gab noch einen engen Raum, wo man durch Ferngläser auf Regale voller irgendwie halbwegs niedlicher Miniaturhasen und Papphäuser gucken konnte, aber alles nicht wirklich interessant genug um einen zweiten Blick zu riskieren. Aber bestimmt ergoogelt gleich ein Leser den ikonischen Wert all dieser Dinge und es ist ja auch in Ordnung. Für Japaner ist das bestimmt toll und die taiwanische Reiseleitung kriegt nun mal Provision vom Museum.

Wirr aber die militärische Verwaltung des Museums, die uns dazu brachten hinter Absperrketten am Eingang in Reih und Glied zu stehen. Höfliche, adrette junge Männer und manchmal Frauen, aber granithart hinter höflicher Fassade und so schnell den entspannten Besuch in eine Disziplinübung verwandelnd. Aber es war auch wieder amüsant sie zu beobachteten, wie sie hin und her rasten, als gelte es einen Feldzug zu überwachen. Oder einen Gefangentransport. Hielt man einen Hauch zu viel Abstand zum Hinterteil des Vordermannes, raste ein junger Mann heran und deutete einem höflich-energisch an, man müsse bis auf Tuchfühlung ran. Hing links die Kameratasche nur einen Zentimeter über der Absperrleine, wo die jungen Männer hin und her rasten, dann kam sofort ein Ordner und beanstandete das. Hektisch höflich bekam man innen seinen Besucherpass und wollte man dann noch mal die Treppe wieder hoch, kamen sofort höflich lächelnde Ornderfrauen angerast, die einen daran hinderten, sich nach Frau und Junior zu erkundigen, die noch oben waren ein paar Meter hinter einem. Irgendwann ignorierte ich die Leute und ging einfach dahin wo ich wollte, geht auch.

Junior wollten wir schließlich in einer Kinderspielecke unterbringen. Da hatten sie einen riesigen Plüschbus aufgebaut, in dem die Kinder krabbeln konnten. Aber der Plüschbus hatte Spinnenbeine und vorne einen Katzenkopf. Wirkte auf mich abstoßend hässlich, fand aber bei den Kindern Anklang. Frau wollte Junior einfach in den abgesperrten "Busplatz" setzen, bekam es aber sofort mit Orderinnen zu tun. Es gab natürlich eine lange Schlange, die mit mehreren Absperrketten unterteilt war und so musste auch Junior anstehen. Als er, damals erst 2 Jahre alt, endlich an der Reihe war, bekam er exakt eine 2-minütige Zeitscheibe zugeteilt, in der er aber vor den omnipräsenten Ordnerinnen Angst hatte und zu Mama wollte und prompt kurzerhand aus der Spielecke raus flog. Da dachten wir, es wäre vielleicht auch Zeit uns einfach in den Entspannung von den überorgansierten Japanern versprechenden herbstlich aussehenden Park vor dem Museum zu begeben. Weite Bürgersteige mit reichlich Platz, sogar für eine Kleingruppe wie unsere. Wir standen also irgendwo rum, Passanten hatten immer noch reichlich Platz (es gab sowieso fast keine). Ich wollte gerade etwas durchatmen von der irgendwie ansteckenden Verkrampfung im Museum, da bemerkte ich eine schreiend gelb gekleidete Frau, die irgend etwas von mir wollte.

  Park? Irgendwie schon, aber jeder Quadratmeter wird energisch verwaltet (hier ein männlicher Verkehrspolizist oder dergleichen)

Sie machte Handzeichen, nach denen ich wohl näher an ein Blumenbeet heran treten sollte, damit der Platz hinter mir von 10 Metern auf 10,1 Meter wuchs oder so. Ich ignorierte die Dame einfach. Sind Uniformierte nicht bewaffnet, ist das meist eine erfolgreiche Strategie. Filmschnitt, nächstes Bild. Wir stehen alle aufgereiht in einem in Schlangenlinie durch das Blumenbeet verlaufenden Gang. Die gelbe Dame hatte sich an den Reiseleiter gewandt der uns in fast militärische Art antreten lassen musste. Das war alles weniger nervig als viel mehr amüsant, wie sehr die Japaner darauf bestanden, alles und jenes völlig tot zu organisieren. Ach ja, es gab eine Sitzbank an der Bushaltestelle. Die war auch abgesperrt und wurde auch von Verkehrspolizisten oder was auch immer die Leute waren verwaltet. Setzen nur auf Anordnung. Mir schwante, würde ich in Tokio leben würde es unmöglich sein, Junior auf eine japanische Schule zu schicken. Japan ist nach Geert Hofstede  eine maskuline Gruppenkultur. Das heißt grob paraphrasiert, dass sie gerne Gruppenaktivität mögen und aggressives (aber eben gruppenorganisiertes) Verhalten positiv angesehen wird. Im Gegensatz zu Taiwan, das eine feminine Gruppenkultur ist (Deutschland ist übrigens eine maskuline Individualkultur). Mir schwante, dass "maskuline Gruppenkultur" eben auch aggressives Management von Gruppen bedeutet. Und eine Schule ist ja per Definition ein Gruppenbetrieb.

Interessanter als das Museum selbst war also die Art und Weise, wie es verwaltet wurde. Aber die Überorganisation hat natürlich auch Vorteile. Wie auch Taipei ist Tokio ein extrem dicht besiedeltes Gebiet, was natürlich immer die Gefahr von Schmuddelecken mit sich bringt, weil so viele Leute schnell irgendwo ihr überzähliges Zeug herumstehen haben. Oder auch wild geparkte Mopeds und Autos auf engem Raum. Ganz anders aber Tokio. Mopeds haben sie sowieso nicht, eher richtige Motorräder und beim Parken herrscht Disziplin. Und die Straßen, mögen sie noch so beengt sein, sind blitzsauber. Ich konnte nicht anders als mir so ein winzig kleines Häuschen wie im Bild hier "taiwanifiziert" vorzustellen. Dann wäre das vorne eine schmutziggraue Mauer, die Tür hinge möglicherweise schief in den Angeln und zumindest auf dem Vorhof stünde allerlei Zeug rum. Etwa ein fahrbarer Garküchenwagen mit dem auf den Straßen Teigtaschen verkauft werden (unlizenziert herumstehende Garküchenwagen gibt es in Japan so kaum), vier Mopeds, die alten Kisten und Kasten und Eimer, die man halt so hat und die Fenster wären vergittert und schmutzig und vielleicht mit an das Fenster längst festgepappter Jalousie verschlossen. Nicht immer ist Taipei so, aber oft. Tokio ist aber immer blitzsauber.


Oder diese Straße! Wie sähe die in einer Vorstadt von Taipei aus? Exerzieren sie es mal durch.

WEG MÜSSTE:
* Die saubere Fensterscheibe
* Die "schweren" Motorräder
* Das Verbotsschild

HIN MUESSTE:
* Mehr Gammel an die Fassaden
* Links in der Mitte eine ältere Dame, die Abfall an der Straßenecke sammelt und diese teilweise blockiert und nicht benötigten Müll auf der Fahrbahn verteilt. Auch Windeln. Lecker.
* Lauter private und beim Motorradladen verkäufliche Motorroller, alle im rechten Winkel geparkt, damit es enger wird in der Gasse.
* Noch ein paar PKWs, die die Gasse ganz oder teilweise unpassierbar oder schwer passierbar machen.
* Ein paar Hundehaufen und ein paar Häufchen ausgespuckter Betelnusspriem.
* Die Halle rechts in der Mitte wäre bei uns in der Gegend eine offene Bäckerei (ohne Glasfront, nur mit Rolltor), vor der ein paar Ratten über den Asphalt huschen.

Ergo musste ich beim Anblick dieser Gasse die Japaner, eben noch wegen Ordnungswut gescholten, gleich wieder entlasten. Sie müssen bei der Bevölkerungsdichte wahrscheinlich so extrem organisiert sein, damit alles sauber bleibt.

Was ist nun besser, Japan oder Taiwan? Dat muss jeder selber wissen. Irgendwas in der Mitte mit weniger Leuten wäre nicht schlecht, denke ich.



Mittwoch, Dezember 10, 2014

Feenhaus

Das Blog springt in munterer Folge zwischen dem mörderischen Manila, dem garküchenöligen Taipei und dem blitzsauberen Japan hin und her. Warum auch nicht. Hier mal wieder Disneyland Tokio.



Link:

Ein paar Meter rechter Hand davon (auch Disneyland)
 

Montag, Dezember 08, 2014

Baumhaus

Mal was anderes, ein Foto von der Disneyland-Tokio - Tour im März dieses Jahres.

Während der Tagestour war es den ganzen Tag am Regnen und Nieseln. Zu meinem Schrecken stellte ich fest, dass meine Neopren (oder was immer das ist) Bereitschaftstasche keinesfalls wasserdicht ist und meine Sony DSLR nass wurde. Ständig waren Sucherbild und Objektiv beschlagen, grauslich. Zu meinem Erstaunen machte die Kamera das jedoch mit, weder Objektiv noch Kamera nahmen Schaden. Die von mir verwendete Sony Alpha 850 soll ja laut Hersteller auch spritzwassergeschützt sein und das war sie wohl auch. Die alten Minolta- oder Tokinaobjektive daran allerdings nicht - aber auch die vertrugen das Feuchtigkeitsbad. Alles made-in-Japan, nicht China, wie man heute so oft hat. Allerdings löste sich bei der nächsten Reise auf die Philippinen der verklebte Spiegel der DSLR - hatte ihn die Feuchtigkeit angelöst?

Zu meiner Verblüffung hielt auch meine 85-US-Dollar "Invicta"-Armbanduhr dem späteren Monsunregen stand, der mich bis auf die Haut durchweichte. Soll ja auch 200m "Tauchtiefe" haben und 200m waren wir bestimmt drin, im Disneyland....

Link: Mount Fuji, Japan

Freitag, Dezember 05, 2014

Japan im März, Mount Fuji

Während ich nach dem jüngsten Lebensmittelskandal mit Horroröl in Taiwan mit schreckensgeweiteten Augen auf die Uhr gucke und feststelle, dass schon wieder Essenszeit ist (schluck), berichte ich lieber von der zurückliegenden Märzreise nach Japan, hier die Gegend um den Mount Fuji

 Wie immer auf solchen asiatischen Gruppenreise ist man fast immer im Bus, auch wenn das eine "Light"-Reise war, bei der man auch viel draußen war und nicht im Minutentakt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren wurde und vom Reiseführer in den erlaubten 5 Minuten fürs Foto schon den Schusswinkel auf das Motiv vorgeschrieben bekam, wie ich das auch schon bei taiwanischen Reisen erlebt habe. Hier hat man mehr Zeit gehabt, aber vieles wird dann doch aus dem Bus heraus geschossen mit dem Fenster irgendwie im Bild. oder Spiegelungen.

Die karge Landschaft kann sehr eintönig und depressiv wirken, auch wenn es hier eine ganz interessante Landschafsstruktur ist. Man ist versucht, sie mit Photoshop dramatischer auszuleuchten...

... und Sonne dort zu erzeugen wo keine ist. Immerhin hat Japan ja eine Sonnengöttin oder dergleichen.

In verlassenen japanischen Dorfhäusern vermutet der Kinogänger automatisch schlecht gelaunte untote junge Frauen mit langen Haaren. Schlechte Laune kann man aber bestimmt auch ohne untot zu sein haben in dieser doch eintönig gefärbten Gegend. Wo haben die bloß so viel Braunton her?

Hier Hotel mit Altar. Die Japaner sind wieder eine ganz andere Sorte Mäuse als die Taiwaner, doch davon später mehr in einem anderen Bericht, dann mit Beweisfotos (he he).

Junior (damals 2 Jahre) versetzte das Graubraun offenbar gedanklich wieder ins heimatliche Schlichtwohnviertel in NeiHu, das allerdings ohne so viel Landschaft eintönig grau ist. Bei einem kurzen Ampelstopp vor einem grauen Haus weinte er: "Nein, ich will nicht wieder zur Oma". Denn die wohnt ja in so einem grauen Schlichthaus in Taipei. Merkwürdiger Effekt.

Die Hauptattraktion, nämlich den hier auftauchenden Mount Fuji, gab es natürlich nur schnell aus dem Bus zu sehen, schließlich sind wir ja eine taiwanische Reisegruppe und haben es immer irgendwie eilig.

Interessant war jedenfalls zu beobachten, dass der Busfahrer (wie alle Kollegen) ein paar üblicherweise schneeweiße Extraschuhe nur für seinen kleinen Fahrerplatz hatte und sich seine makellos sauberen schwarzglänzenden Straßenschuhe jedesmal auszog, wenn er in den Bus ging, um auf die weißen Busschuhe zu wechseln. Irgendein Fetischding haben sie da auch am Laufen, die Japaner

Es ist fast unglaublich wie öde die japanische Kleinstädte oder Vororte sein können.

Wenn einst eine Tarnvorrichtung erfunden wird, dann in Japan, denke ich. Sie wird einfach nur braun machen müssen. Genug des Spottes, dafür war alles pikobello aufgeräumt und ultrasauber, wie mir als Taipei-Expat auch gleich auffiel, aber dazu ein andermal. Die grünen Bänder im Vordergrund schreien einen fast an, oder?


Am Ende in so karger Umgebung treibt einen die Sehnsucht nach Farbe um. Und da fiel es mir auch schon ins Auge. Das "down to the basics"-Foto ist dann auch endlich eine Möglichkeit, der "Saccident"-Fotografien in einem Taiwan-Nachbarblog halbwegs Paroli bieten zu können. Wenn auch nur mit Hilfe einer westlichen Touristin in Japan - natürlich aus einer anderen Reisegruppe.

Manchmal besinnt man sich in fremder Umgebung aus das aus Heimat vertraute. Empörte Kommentare wie immer unten.

Donnerstag, Februar 13, 2014

John Rabe

Am Abend vor dem Abflug von Deutschland nach Taiwan verschaffte mir mein spätabendliches Auftachen im elterlichen Wohnzimmer einen ungewöhnlichen Filmabend

Als es unlängst aus Niedersachsen wieder zurück nach Taipei ging, schlenderte ich noch mal im Hause meiner Eltern ins Wohnzimmer. Und war ganz verblüfft, welchen Film mein Vater da sah: "John Rabe", ein wohl deutsch-französisch-chinesischer Spielfilm aus dem Jahre 2009 eines deutschen Regisseurs (http://de.wikipedia.org/wiki/John_Rabe_%28Film%29). Der Film handelt vom Deutschen John Rabe, der 1937 die Siemensfabrik in Nanjing, China leitete und in die grausame Chinainvasion der Japaner und insbesondere ihre Einnahme von Nanjing verwickelt wurde. Deutschen ist das Massaker von Nanjing kaum ein Begriff, ich selbst war vor meiner Taiwanzeit keine Ausnahme. John Rabe jedenfalls war zusammen mit anderen westlichen Ausländern maßgeblich an der Errichtung einer internationalen Schutzzone auf dem Siemensgelände und anderswo verstrickt, die offenbar bis zu 200.000 Menschen beherbergt hatte und ihnen Schutz vor den Gräueltaten der japanischen Invasoren bot. Der Film schildert, wie japanische Offiziere Menschen zum Spaß köpfen, in einem Wettstreit zweier Offiziere, wer mit seinem Schwert mehr Menschen enthaupten kann. Gefangene chinesische Soldaten werden sofort von den Japanern exekutiert und Frauen nur als Vergewaltigungsopfer gesehen. Historische Zeugnisse von verstümmelten und lebendig begrabenen Menschen in Nanjing sind per Google leicht zu finden.
Mehr zu John Rabe selbst ist hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/John_Rabe
Um es kurz zu machen, Nazideutschland hat Herrn Rabe sein Engagement bei seiner Rückkehr nicht gedankt und dieser Beitrag, den ich kurz vor einer anstehenden Japanreise verfasse, soll auch nicht die deutschen Gräueltaten relativieren, die wir alle kennen.

Ein für mich aufwühlender Film, denn der Staat, der da verzweifelt gegen die Japaner kämpft und dessen Menschen so mitleidlos gemetzelt werden ist nichts anderes gewesen als die Republik China, sprich die Urform des Staates, dem ich heute auf Taiwan meine Steuern zahle (was wir umgangssprachlich Taiwan nennen ist ja nichts anderes als die Fortführung der Republik China).

Demnächst ins Disneyland nach Japan und nach Tokyo. Japan erkennt bis heute das Massaker von Nanjing nicht an, sagte der Film im Abspann.

Mittwoch, Mai 22, 2013

Ein Psychologe hat das Frubbeln entdeckt!

Getreue und vermutlich leicht genervte Leser erinnern sich vielleicht noch an meine Abhandlungen über das "Frubbeln", will sagen das eigentümliche Verhalten von Taiwanern Ausländern gegenüber, das als Neugierde und Freundlichkeit anfängt, aber oft in Belästigung und sogar Stalking umschlagen kann. Ein Verhaltensmix, der mich oft verwirrt zurück ließ, weil ich oft nicht wusste, ob der Taiwaner mich nun nerven will oder einfach nur nett sein will. Oder ein Rassist ist. Oder einfach nur ein ungebildeter nerviger ....

Ein Paradebeispiel ist dabei die Geschichte, wo eine Ausländerin morgendliche nette Gespräche mit einem Busfahrer hat, bis dieser ihr letztlich droht, sie nur noch gegen Mitbringens eines Kaffees für ihn in den Bus zu lassen (http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/05/frubbeln-in-praxis.html). Da schwante mir folgenes:

"Frubbeln" hat mit Machtausübung zu tun.
Und mit mangelndem Respekt vor dem Ausländer.


Fernsehen zu Hause in der Fremde

Letzteres führt zu hemmungslosem Verhalten wie in dem geschilderten Fall. Oder wie auch bei meinem Bürostalker neulich, auch von mir beschrieben. Ich dachte, ich stünde mit dieser Sichtweise allein da, reden doch alle Reiseführer nur von den freundlichen Taiwanern. Und Freundlichkeit ist ja auch dabei, beim Frubbeln.
Doch jetzt ist es tatsächlich wissenschaftlich untersucht und der Fachterminus dafür lautet:

Mikroaggression

Gut, hätte mich auch gewundert, wenn sie es auch "Frubbeln" genannt hätten. Mikroaggression ist, wenn man diesem allerdings auf analoge Situationen in Japan bezogenen Text aus der JAPAN TIMES (http://www.japantimes.co.jp/community/2012/05/01/community/yes-i-can-use-chopsticks-the-everyday-microaggressions-that-grind-us-down/#.UZwVQCS8FEg) folgt, in der Tat mit Machtausübung verbunden. Der Taiwaner oder Japaner, der dem seit fünf Jahren in der Straße wohnenden Ausländer in Taiwan/Japan willkommen heißt und ihn ausfragt, wo er her kommt, ob er das Land mag und ob er verheiratet ist etc. begibt sich trotz guter Wünsche und Freundlichkeit in eine Machtposition als Vertreter des jeweiligen Landes und Gastgeber und grenzt seinen anders aussehenden Nachbarn auf Grund seiner Andersartigkeit aus. Und nervt ihn gehörig. Auch der Autor des JAPAN TIMES - Artikels gibt an, solche Dialoge schon schlafwandelnd führen zu können, so oft hatte er sie. Und führt aus, dass man nichts dagegen tun kann. Gesprächspartner, auch andere Expats im Land, wollen das Phänomen nicht erkennen oder fehlinterpretieren das Verhalten als reine Freundlichkeit. Ändern kann man es ja sowieso nicht. Soll man antworten? Dann macht man das Macht- und Nervspiel mit. Habe ich früher gemacht und manchmal tue ich es möglichst kurz noch heute. Soll man weggehen? Dann ist man der komische, verschrobene Fremde. Tue ich aber immer häufiger, das gebe ich gerne zu.

Leser die nie in einem völlig fremden Land für lange Zeit gelebt haben, werden hier kaum folgen können. Sie mögen sich aber einfach mal vorstellen, der etwas zerzauste Nachbar von Gegenüber käme morgen früh mit seinem Seidenbluson an und fettigen Haaren und würde den betreffenden Leser herzlich in Deutschland (oder wo immer der Leser auch lebt) willkommen heißen und ihn fragen, wie es ihn so gefällt und wie es mit der deutschen Frau so geht. Da erhebt sich dann der Nachbar mit der Zeitung unter dem Arm ÜBER den Befragten. Nicht weiter schlimm, aber wenn man das immer und immer wieder erlebt und in der dritten Woche der Nachbar dann mit einem anderen tuschelt, auf den Betreffenden zeigt und dabei lacht "guck mal der!", dann wird die Sache vielleicht klarer.

Oder auch nicht. Letztlich ist es auch egal und ändern wird sich eh nix. Und weiter schlimm ist es auch nicht. Aber es kann einen manchmal ganz frubbelig machen...

LINKS

Entdeckt im Ausländerforum, hier der ursprüngliche Fachartikel, der aber offenbar nicht mehr vorhanden ist:
http://www.psychologytoday.com/blog/microaggressions-in-everyday-life/201010/racial-microaggressions-in-everyday-life

Mittwoch, September 19, 2012

Inselstreit: natürlich gehört's zu Taiwan

Wenn dieser Tage von dem Streit Japans und Chinas um die "Sekaku"-Inseln im Norden von Taiwan (200 km entfernt) die Rede ist, wird manchmal am Rande erwähnt, das auch Taiwan Anspruch auf diese Inseln erhebt. Das mag zunächst mit einem Achselzucken abgetan werden, hat doch Taiwan keine große Militärmaschinerie, die diesen Anspruch unterstreichen könnte bzw. tritt ja international eher zurückhaltend auf. Wieso erhebt Taiwan überhaupt Anspruch?
Spiegel-Online erwähnte etwas von einer historischen Verwaltung der Inseln aus dem 19.Jahrhundert, wo sie einer Stadt im nordtaiwanischen Landkreis Ylan (Ilan) zugeordnet gewesen seien. Abgesehen davon kann das Staatsgebilde, das wir gemeinhin "Taiwan" nennen, aber auch Anspruch erheben, weil es nach seiner Verfassung eben nicht Taiwan sondern "China" ist. Schließlich ist der formale Staatsname des Staates, der die Insel Taiwan und einige kleinere Inseln regiert "Republik China", was sich daraus erklärt, dass Diktator Chiang Kai Check im Jahre 1949 auf die damals gerade noch japanisch besetzte Insel Taiwan geflohen ist - gehetzt von den Kommunisten, die in China die Macht übernahmen. Seinen Staat und die Verfassung hatte Chiang gleich mitgenommen, daher der verfassungsmäßige Anspruch "Taiwans" über das chinesische Festland zu herrschen.

 Taiwan hält sich raus... (aka "Kopf in den Sand")

Japan hatte nun die Inselchen, um die sich gestritten wird, Ende des 19. Jahrhunderts (1895 denke ich) besetzt, als es China militärisch einige Gebiete abgetrotzt hatte, darunter auch die Insel Taiwan. Diese historische Besatzung aus der Glanz- und Gloriazeit des japanischen Kaiserreichs inklusive "Comfort Women", Visisektionen, Massenvergewaltigungen von Frauen mit anschließendem bestialischen Töten und sonstige Massaker an der Zivilbevölkerung inklusive lebendigem Begrabens (200.000 tote Zivilisten in Nanking 1937: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nanking) dient nun zur Rechtfertigung des japanischen Anspruchs. Faktischer Grund ist, dass die Amerikaner nach 1945 zunächst sowohl Taiwan als auch die umstrittenen Sekaku-Inseln zunächst den Japanern abgenommen haben, die Sekaku-Inseln dann aber wieder zurück gaben und damit den kolonialen Anspruch Japans de facto abgsegneten. Taiwan haben sie bekanntermaßen nicht Tokio zurück gegeben, sondern den japanischen Truppen auf Taiwan 1949 befohlen, sich Chiang Kai Checks Truppen zu ergeben, so dass dieser seine Republik China als Gegenmodell zur Volksrepublik China weiterführen konnte, das ab 1992/1996 zur parlamentarischen Demokratie wurde.

Derzeit spielt in Taiwans Medien der Inselstreit aber keine Rolle, da Taiwans recht prochinesische Regierung (KMT) unter Präsident Ma Ying Jeou die Annäherung an die VR-China sucht und daher in der Angelegenheit keinen deutlich vernehmbaren Piep sagt. Gut, es wäre sowieso sinnlos.

Sympathisch ist mir der Anspruch der Japaner auf die umstrittenen Inseln nicht, der des Folterstaates VR-China auch nicht. Also unser, taiwanisch, klarer Fall. So, wo wir das geklärt haben kann ich weiter frühstücken....


Mittwoch, März 21, 2012

Asia-Scifi: Space Battleship Yamato

Müssen Science-Fiction-Filme, für die ich zugegebenermaßen eine Schwäche habe, aus den USA kommen? Das Problem mit US-Filmen ist sicherlich, dass man oft eine Lobotomie benötigen würde, bevor man zwanglos ihrer inneren Logik folgen könnte. Trinken hilft allerdings auch. So schön die Star Trek-Neuverfilmung etwa auch war, dass ein Fähnrich gleich zum Captain befördert wird, wenn der ganze Kahn voller Leutnants ist, ist so ein Schwachsinn, dass es schwer erträglich ist. Auch die zwanghafte Tendenz, den Schluss immer in eine Actionklamotte mit sinnfreiem Knallbumm verwandeln zu müssen, nervt extrem.

Habe mir daher gestern mal einen japanischen Science Fiction angesehen, "Space Battleship Yamato" (http://en.wikipedia.org/wiki/Space_Battleship_Yamato_%28live_action_film%29) mit englischen Untertiteln. Hohe Erwartungen hatte ich nicht, aber es gefiel mir besser als der ganze US-Mist, den ich in der letzten Zeit gesehen habe. Lustig: Wie auch oft bei US-Streifen agiert die Besatzung unseres Raumschiffs Yamato, offensichtlich nach dem Weltkrieg-II-Kriegsschiff der Japaner benannt, zwar im Namen der gesamten Menschheit (die natürlich wieder mal zu retten ist), besteht aber nur aus Japanern. Na ja, die Amerikaner haben heute oft in den Filmen ein paar Alibileute dran, etwa jemanden mit chinesischem Namen der Koreaner sein soll, aber sei es drum.

Vertraut: Der Chefingenieur ist ein knorrig wirkender Kerl mit Bärtchen. Irgendwie Scotty auf japanisch, nur muss er selten was reparieren. Der Captain war wie eine Kopie von Lorne Green im alten "Kampstern Galactica", grauhaarig und ruhig auf seinem Sitz und so steif inklusive Mütze, dass man sich fragte, ob er nicht mitten im Film schon gestorben war. Aber gut, hölzerne Schauspieler gibt es bei den Amerikanern auch.

Als in Asien lebender vertraut: Unsere Raumhelden haben teilweise kleine rote Plastikumschläge am Band und den Hals hängen (in Taiwan wären sie gelb und ohne Band), die vor Bösem schützen sollen. In US-Filmen reden die Helden oft und Lang von Jesus und Amerika, da sind mir die Amulette lieber.

Lustig: Fast alle sterben in langsam gefiltem Sequenzen den Heldentod, zum Schluss waren glaube ich nicht mal zehn Leute übrig. Die Crew scheint den Opfertod zum Wohle des Kollektivs geradezu zu suchen und nichts scheint sie glücklicher zu machen als mit der Hand an der Mütze mit dem Star-Wars-mäßigem Raumjäger oder gleich dem ganzen Kahn irgendwo reinzuknallen. Aber heldenfaft geben sich die Amerikaner ja auch gerne in den Filmen, auch wenn die Japaner da noch dicker auftragen.

Entspannend: Ein herrlich langsam gefilter Opftertod mit entspannender Musik am Schluss statt der hektischen Actionklamotte a la Hollywood. Befremdlicher Moment: Als der Skipper den Opfertod mit einer Rede einläutet und sagt man werde dem Vorbild der ursprünglichen Yamato folgen, die 1945 in hoffnungsloser Situation noch einmal ausgelaufen ist auf Opfermission, "um dem japanischen Volk Hoffnung zu geben." Da weint die Crew fast und die Musik gebietet nationales Pathos. Und als westlicher Zuschauer rümpft man die Nase, denn wieder mal tut den Japanern am Zweiten Weltkrieg nur Leid, dass sie ihn verloren haben.

Sonst wird sich viel zackig verbeugt und rumgeballert, aber im Gegensatz zu Hollywood hat der Streifen tatsächlich eine mittelprächtig plausible Scifi-Story zu bieten, die sogar Sinn macht. Die Story ist wesentlich besser als die der Hollywood-Gegenstücke und somit macht der Film tatsächlich Spaß und ist im Endeffekt besser als US-Streifen aus dem Genre, auch wenn man der merkwürdigen Anhimmelei eines japanischen Weltkriegs-II-Schiffs nicht ganz folgen kann als Nichtjapaner.

Am Schluss gibt es ein Happy-Peppy-End, kann man nicht meckern. Als nächstes gucke ich einen koreanischen Monsterfilm, mal sehen was das ist. Da kriecht so eine Riesen-Molluske aus dem Meer und verschlingt alles. Dabei ist das völlig unrealistisch. Wer Asiaten kennt weiß, dass das Ding längst zerteilt und aufgefuttert worden wäre, kaum dass es zehn Meter aus dem Meer kröche...

Freitag, Februar 11, 2011

Langnase selbst gemacht

Die Taiwanesinen hier verwenden bereits Augenaufhebelvorrichtungen, mit denen sie (unbemerkt getragen) ihre Mandelaugen in große gläsern wirkende Puppenaugen verwandeln. Läuft öfters im Fernsehen der Spot. Auch lange Nasen im Unterschied zur in Taiwan häufigen Stupsnase sind bei den Damen beliebt und manche wenige greifen zur Schönheitschirurgie, um sich einen langen und steifen Zinken mitten in das niedliche Gesicht pflastern zu lassen. In Japan sind sie noch weiter, hier ist ein rosa Nasenstrecker: einmal hebeln und die Nase wird länger.



 Wieder gefunden im Schizophrenief.... äh.... Ausländerforum Forumosa.com. Wenn ich allerdings an die ganzen merkwürdigen japanischen Videos denke, die mir Kollege B. damals zur Hochzeit geschenkt hat, wo auch allerhand ekliges rosa Plastikzeug vorkam (drei Herren mit rosa Zeugs in der Hand bewegen sich grunzend auf eine End-Dreißiger Dame im Schulmädchenkostüm zu - Erotik auf Japanisch), dann bin ich mir nicht völlig sicher, wofür dieses Ding.... igitt. Lassen wir den Gedanken unvollendet.

P.S.: Wieso steht da eigentlich "up" (hoch). Ich meine, soll der Zinken denn später Amseln als Ruhesitz dienen oder wie?

Mittwoch, November 25, 2009

Bitte an die Spammer


Mir helfen die japanischen Blogkommentare, die immer bei dem Posting mit dem iGallop Fitness-Pferd auflaufen auch nicht weiter. Ich weiß ja, daß irgendwelche bizarren vibrierenden Dinge die japanische Männerwelt in helle Aufregung versetzt, so tun jedenfalls die merkwürdigen sog. "AV" Video-CDs kund, die einem Kollegen mit aufgeregtem Grinsen manchmal zustecken in Taiwan und drei Kerle mit rosafarbendem Irgendwas mit Batterie, die sich auf eine End-Dreißigjährige im Schulmädchenkostüm stürzen sind ja bestimmt furchtbar anregend, oder wenigstens furchtbar, aber könnt ihr nicht bitte mein Blog in Ruhe lassen, liebe japanische Spammer?

Und wenn man das dann übersetzt kommt folgendes dabei raus:

"You can find many to kiss woman to play. Frenzy friend find in website use thing to play and *&&*%@$2"'

wie die Bablefish-Webseite in perfektem Oxfordenglisch übersetzt. Nun schauts, liebe orientalische Herren, ich habe schon eine Taiwanesin, die verträgt sich doch nicht mit gleich zwei Japanerinnen. Was meint ihr was das für eine Streiterei gibt wegen 1895 als ihr (wenngleich ohne Plastikspielzeug) auf Taiwan eingefallen seit.


Kontext bitte selbst herstellen...

Und dann ihr Polen mit euren Viagra... .pl Webseiten. Schauts, liebe Herren jenseits und diesseits der Marienburg, ich leben in Asien, vor lauter junger Kolleginnen, die mich ständig mit Keksen füttern bräuchte ich ehr eine Tarnkappe oder Augenbinde, aber nicht auch noch das.

Das erinnert mich irgendwie an den Tag, als mich ein Pole auf einer Raststätte an der A2 fragte, wo die Autobahn nach "Breslau" sei. "Fast könnten Sie hier weiterfahren", wäre die Antwort gewesen, "wenn nicht eine kleine zivilisatorische Unterbrechung gewesen wäre". Ja okay, war unsere Schuld. Was das mit Viagra zu tun hat? Eben, darum lasst mich doch damit in Ruhe. Wie heißt das auf Polnisch?

Netopoka posti Viagrackz denkzi an Papsto stattdessen. Oder so.

Guten Morgen,
Ludigel


Unkontextuelle Links

Schon wieder Vibrationen etc.: Japaner wollen durch "Zupfen am Ohr" Fußgänger durch Städte lenken: LINK zu Heise.de


Betelnussbude. Überall in Taiwan. Ob das japansiche Ohrenzupf-Navi da hinfindet weiß ich jetzt auch nicht.