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Donnerstag, Juni 30, 2016

Korea

Natürlich Süd. Das obere Bild zeigt glaube ich einen Hyundai, das untere einen Kia. Oder so.



Und natürlich ist es Grüntee-Eis, was sonst...


Nantou, Taiwan

Alte Fotos von 2005 oder dergleichen. Mit einer analogen Minolta SLR und vermutlich einem Tamron-Standardzoom 28-105...

 ...


Die Kamera, eine Minolta 600si Classic, schmeiße ich die Tage wohl weg. Derzeit fotografiere ich nicht mehr analog und sie hat noch einen Marktwert von 0-5 Euro bei Ebay, mit der sich in weißes Pulver auflösenden schwarzen Gummierung des Handgriffs, den ich schon x-mal mit Klebeband überklebt habe. Die alte "Lieblingskamera" wegzuwerfen fällt trotzdem schwer, aber wir haben so wenig Kapazität beim Umzug nach Manila und so ist Gnadenbrot im Schrank meines alten Zimmers bei meinen Eltern wohl nicht drin...
Auch die Alben mit den ganzen Fotoprints schmeißen wir weg, da ist ja ein halber Schrank voll. Allerdings leben die Fotos eingescannt weiter und die Negative lagern in Deutschland, in besagtem Eichenschrank.

Irgendwie denke ich immer, meine heutige digitale Sony SLR kommt an die zarten Schattierungen und harmonischen Farben des (meist) Fujifilms damals nicht heran.

Manila; Fotos

Der "Lexit" aus Taiwan ist nun sehr sicher, so weit das beim volatilen Planungsstil mit einer angeheirateten Taiwanfamilie ein zulässiger Ausdruck ist. 

[gekürzte Archivversion]



Manila - Makati


 Bewaffnete Security vor kleinem Geschäft in Manila-Taguig oder in der Nähe






Dienstag, Juni 28, 2016

Japan

Eben Japan (Reisefoto, gerade drüber gestolpert)

Meine Invicta Taucheruhr war in dem tokioter Dauerregen korrodiert, ließ sich aber wieder abkratzen.

Vor Auswanderung: Rentenanspruch vervollständigen

Besuch bei einer Insurance Labor Law Union

Leider habe ich nicht gleich geistesgegenwärtig ein Foto von dem Türschild gemacht, so fällt es mir mal wieder schwer nachzuvollziehen, wo wir eigentlich waren. Eine "...Insurance Labor Union" laut englischem Text auf dem Türschild, laut meiner Frau aber eine private Firma. Ein kleines Büro irgendwo in Taipei. Nett eingerichtet, die Wände mit Keksen und Kaffee voll - wohl der Vorrat der sehr attraktiven 5 Damen in den 20ern, die hier Klienten empfangen. Für uns geht es darum, dass wir trotz der vermutlich in ein paar Monaten stattfindenden Auswanderung nach Manila in den Philippinen gerne meine taiwanische gesetzliche Krankenversicherung weiterlaufen lassen wollen - und ich auch meine ARC, also meine Ausländerkarte aka 2-Jahres Aufenthaltsberechtigung für Taiwan gern behalten würde. Die Rente war so ein anderes Thema, denn wenn man ein Land verlässt, kann man sich ja mal überlegen wie das rententechnisch irgendwann einmal zu Buche schlagen wird. Zur Rente gibt es ja von mir schon ein Scrapbook, das viel aus Mutmaßungen besteht und hier zu sehen ist: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html 

Die Firma oder Gewerkschaft bei der wir zu Besuch waren, sollte nun mehreres möglich machen: a) Dass ich meine ARC behalten und die gesetzliche KV und b) dass ich einen monatlichen Rentenanspruch bekomme, statt der Mini-Einmalzahlung, die mir bei weniger als 15 Beitragsjahren (12 habe ich jetzt zusammen) zustehen würde. Die netten Damen (ich musste mich mehrfach ermahnen nicht auf den taiwantypischen höschenblitzgefährlichen Ultamini der einen "Gewerkschafterin" zu starren, als sie am Schreibtisch vorbei schwebte) hatten dabei folgendes zu sagen:

1) Frau und ich sollen beitreten. Allerdings muss die "Regierung Taiwans" da zustimmen.

2) Wenn wir rein dürfen muss ich mindestens einmal im Jahr Taiwan besuchen - ein paar Tage reichen - und kann dann meine ARC behalten. Die Dame führte aus, für Leute mit der permanenten APRC würde das nicht gelten, da müsse man 183 Tage im Jahr in Taiwan leben.
Meine ARC kann in der Taiwanvertretung in Manila verlängert werden..

3) Ich müsse dann bei jedem Besuch einmal einen Arzt aufsuchen mit meiner GKV-Karte aus Taiwan. Mehr oder minder um sicher zu gehen oder dem System mein Vorhandensein anzuzeigen.
Die GKV (also NHI-) Gebühren sind natürlich weiter zu zahlen. Wohl 1000 NT im Monat.

4) Wenn die Regierung unsere Mitgliedschaft erlaubt, können wir beide AUCH OHNE JOB in Taiwan aus dem Ausland heraus unsere Rentenbeiträge weiter freiwillig weiter zahlen und so unseren Rentenanspruch weiter mehren.

Punkt 4 ist für mich besonders interessant, erlaubte er mir doch, meine Anwartschaft auf die monatliche Rente zu vervollständigen. Die kundigen Damen hatten auch gleich errechnet, was ich bekommen würde: Bei Vervollständigung der 15 Jahre bekäme ich 12.000 NT im Monat, also umgerechnet etwa 300 Euro. Das entspricht etwa den ungefähr 285 Euro die ich einmal selbst überschlagen hatte dafür***. Damit sind meine Rentenrechnungen im obigen Link und insbesondere die Formeln aus den englischsprachigen Rentenwebseiten Taiwans im Prinzip bestätigt.
Wenn ich auf 18 Jahre vervollständigen würde, bekäme ich sogar 19.000 NT, führten die Damen aus. Das ließe sich steigern, bis ich 65 bin. Zu diesem Zeitpunkt könne ich die Rente beantragen und würde pro Jahr, das ich sie später beantrage, 3% Zinsen bekommen.
Hier widersprachen die Damen also den Ausführungen meines Rentenartikels und damit den englischen Texten, die ich ihm zugrunde gelegt hatte. Denn dort klang es so, als könne ich erst mit 67 die Rente beantragen. Das gilt dann evtl. nur für spätere Jahrgänge von Rentenantragsstellern.

Verblüffend: Die Damen führten aus, wir könnten beide später zwischen Einmalzahlung und monatlicher Rentenzahlung wählen, obwohl die englischen Gesetzeszitate eigentlich bei mehr als 15 Jahren Beiträgen nur von monatlicher Rentenzahlung reden. Hier ist übrigens eine Modellrechnung zu dem Thema: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/05/wie-wenig-rente-man-in-taiwan-bekommt.html
Die monatliche Rentenzahlung ist extrem gering, ein Euro-Hunderter im Monat bei Einmalzahlung (bei nicht allzu optimistischer Lebenslänge entsprechend auf den Monat gerechnet) steht da schon mal dem etwa dreifachen an monatlicher Rentenzahlung gegenüber.

Nun steht und fällt alles damit, ob meine Mitgliedschaft dort erlaubt wird. Denn die Omen für eine monatliche Rentenzahlung für Ausländer sind leider in Taiwan nicht allzu gut. Mir hat ein Deutscher, der in Taiwan an der Universität als Professor lehrt mitgeteilt, nach 18 Jahren Dienst sei ihm vom Sekretariat gesagt worden, als Nichttaiwaner würde er später einmal nur die geringe Einmalzahlung bekommen und nicht die Taiwanern zustehende letztendlich höhere Monatszahlung. Da Beamte - die die Rente nach Beamtenrecht (Public Service Pension bekommen) - eigentlich besser gestellt sind als wir Normalsterblichen mit der Labor Law - Rente, kann man sich fragen, ob den Labor-Law-Ausländern hier einst der selbe Schmuh droht.

Ein erster Meilenstein ist jetzt, ob meine Mitgliedschaft akzeptiert wird.

*** Bin seit Anfang 2004 hier. Auch meine Einzahlung in das alte Labor-Law-Rentensystem bis 2005 ist offenbar bereits in das neue System übertragen. Beim alten System wäre die Firma (komplex, wenn es mehrere sind) der Rentenversicherungsträger, so ist es die zuständige taiwanische Behörde.

Donnerstag, Juni 23, 2016

Taiwan Civil Government, Knalltüten

Was ist jetzt wieder los? Wieso schimpfe ich auf die taiwanische Regierung?

Tue ich gar nicht. Das sog. "Taiwan Civil Government", also die sog. "Zivilregierung Taiwan" ist nämlich gar keine Regierung und auch gar keine Regierungsorganisation, sondern offenbar ein privater Verein in den USA, der die Behauptung aufstellt, Taiwan sei ein US-Territorium und ergo müssten die Leutchen hier US-Bürgerrechte haben - oder sei japanisches Territorium.

Beides ist historisch tatsächlich nicht völlig aus der Luft gegriffen, da die USA nach dem Sieg über Japan - das Taiwan seit 1895 per Zwangsvertrag mit China annektiert hatte - als Verwalter von Taiwan auftrat. Beispielsweise gab die US-Regierung den japanischen Truppen auf Taiwan den Befehl, sich den KMT-Truppen von Chiang Kai-Shek zu ergeben, als dieser vor den Kommunisten von China nach Taiwan floh.

 Taiwan/Formosa: wem gehört's?

Das "Taiwan Civil Gov." hat ein Büro in Washington (http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2010/09/01/2003481846), eine Webseite (http://www.civil-taiwan.org/) und erhebt offenbar den Anspruch irgendeine Exilregierung oder irgendwas in der Art zu sein. Eine bizarre Randerscheinung, die offenbar öfter mal Senioren in Taiwan anspricht, um sie für ihre Sache zu gewinnen.

Holländer und Portugiesen in Taiwan seien hiermit aufgefordert auch langsam ihre Ansprüche anzumelden. Und benennt "Keelung" wieder in "Seeland" (Zealand) um!

Mittwoch, Juni 22, 2016

Friedhof, Manila Philippinen

Ohne viele Worte. Hier ist etwa am Chinese New Year der Teufel los und die chinesischstämmigen Familien schlafen auch in den Grabhäusern. Und spielen Mayong. Wir waren kurz vorher da.







"Niemand hat die Absicht, hier ein Philippinen-Blog zu errichten."

Montag, Juni 20, 2016

Taiwan: Amerikaner begeht Selbstmord vor Gerichtstür

Offenbar direkt vor der Tür zum Gerichtssaal hat ein US-Amerikaner mit einer Schere Selbstmord begangen, nachdem er wegen dem (lt. eigener Angabe privaten) Anbau von Kannabis zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Der Mann (41) hinterlässt zwei Kinder und seine Frau (Taiwanerin). Er war vormals Englischlehrer, jedoch arbeitslos seit der Festnahme wegen Drogenanbaus.

http://focustaiwan.tw/news/asoc/201606160014.aspx

Edit: Offenbar hat er sich direkt nach Urteilsverkündung noch im Gerichtssaal mit einer Schere die Kehle geöffnet als er über das Urteil (die Haftdauer) schockiert war.

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/06/16/american-kills-himself-in-taiwan-courtroom-after-pot-conviction/

Freitag, Juni 17, 2016

Ludigel: (erneute) Auswanderungsvorbereitungen

Für den Fall, dass wir nun tatsächlich in die Strümpfe kommen und nach Manila auswandern, schnell noch Foto-Altlasten abarbeiten. Hier einige Schüsse aus dem "Studio City Hotel" In Macao (nicht Manila), die die Auswanderungsstimmung Marke Weltraumbahnhof ganz gut wiederspiegeln.

 Ab in die Raumkapsel, Louise, wir wandern wieder aus.

Und Vorsicht beim Eintritt in den Hyperraum, bis dahin muss das Stinky Tofu gegessen sein.

Der Weltraumbahnhof von unten gesehen.

Tickets und Visa für den Planeten Zhul sind im Hotelpreis mit Inbegriffen.

Alternativversion. Mit dem Piloten kann nix schief gehen.

...

Womit wir den dritten Teil der Macao-Urlaubsdia-Reihe auch hätten. Hier der zweite Teil: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/03/macao-tail-2-fake-venedig-aber-nett.html

Die Altstadt freilich ist weit weniger dramatisch.

Beim Fotografieren muss man freilich das Smartphone-studierenden jungen Menschen ausweichen. Die können das ja mit Laufen und Gehen ;-)

Nur die Tablettfotografen mit dem sprichwörtlichen Brett vorm Kopf leben da noch gefährlicher als wir Kameraleute und Smartphonegeher. Werden aber immer weniger. Wahrscheinlich werde sie alle irgendwann an Steilküsten in die Tiefe geweht.

Der geneigte Leser sei vor heavy Fotoblogging gewarnt, das hier wohl in der nächsten Zeit kurz vor der Weiterauswanderung noch stattfindet.

Yingge Taiwan

Ein beliebter Ausflugsort: "Töpferstadt" Yingge

Ohne viele Worte...

  
Guck mal *klick*. Oder hält sie ein Eis in der Hand? 

Schock gleich am Parkplatz, Das Heintje-Ding aus einer anderen Welt ist auch bis hier vorgedrungen. Mann, hat er mich genervt, als ich als Kleinkind erwachsen werden wollte und er immer "Mama!!!!" gesungen hat. Plärrbalg, ärgert mich bis heute dies Geleire, das die Tanten immer mit Tränen in den Augen gehört haben. Äh... never mind.

Gleich dahinter asiatische Grbauchskunst zu kaufen, wie hier Onkel Lee und Onkel Chen in Gips.

Hier mittig ohne Haare. Was hat Heintje eigentlich später beruflich gemacht. Altenpfleger? Oder hat er sich zu Heino umoperieren lassen?

Vor den Toiletten dann der westlich-kulturelle Gegenpart. Deswegen guckt die Mona zu merkwürdig auf dem Bild, weil sie zu Iron Man rüber guckt.

Der Besucher ist mehr oder minder gesetzlich gezwungen hier viel Zeit mit Töpferversuchen zu verbringen.

Viel fotografiert auch dieses Brunnenmotiv. Wobei ich mich erschreckt habe, als sich die eine plötzlich bewegt hat.

...

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Na so einen Kerl mit Mopedhelm wird man im Töpferkurs doch auch noch hinkriegen...

Vorher noch schnell ein handgewickeltes Eis aka Eisfrühlingsrolle verzehren. Viel intimer ist das Zusehen bei einer Geburt übrigens auch nicht. Auch die Handschuhe sind die gleichen.

Wenn man beim Töpferkurs falsch töpfert, dann kommt sofort die nette Betreuerin mit lehmiger Hand zu Hilfe. Kurz zog mir der Gedanke durch den Kopf, ob es einen Internet-Fetisch mit jungen Frauen und Töpferei gibt. Ich habe den Gedanken allerdings nicht weiter verfolgt.



Gut ... äh.... sehr ausdrucksvoll oder? Im Kunstkurs im Gymnasium habe ich irgendwie besseres zustande gebracht. Aber das hier war ja auch Junior mit erst 3 damals. Oder streng genommen die Betreuerin mit erst 22 oder dergleichen. Never mind.

Kneten bis die Polizei kommt.

Schnell noch weiche Brotspeziaitäten für Schwiegermutter gekauft. Dann ab in den Tempel, die Fotos sind irgendwo anders auf einer anderen Speicherkarte/Festplatte..
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Donnerstag, Juni 16, 2016

Helfen Sie mit: Zeigen Sie Familienmitglieder an

(Die ohne Glied haben damit eh nichts zu tun)

Bundesregierung fordert: Melden Sie (islamisch) radikalisierte Familienmitglieder! Doch wie erkennt man die? Hier ein Leitfaden:

a) Der Bart hängt morgens immer in den Hirsebrei.
b) Auf der Pornosammlung von Mann/Sohn erkennt man nichts mehr - es sind offenbar nur noch schwarze zusammengefaltete Sonnenschirme auf den Bildern zu sehen.
c) Junior/Ehegatte verwendet auffällig viel die Worte "Aloah" und "Snackbar", wenn es denn das ist was er sagt.
d) Junior/Ehegatte hat viel schlechte Laune. Er sagt jedenfalls ständig "is lahm" oder so was.
e) Die vielen Postkarten vom syrischen Trainingslager passen nicht mehr an den Kühlschrank.
f) Junior hat seine Kinderzeichnungen mit der Kalashnikov vom Kühlschrank geschossen, weil sie "unislamisch" sind.
g) Junior/Ehegatte hat heute morgen eine Handgranate in den Kühlschrank geworfen, weil das drei Wochen alte Schweinskotelett "haram" sei.
h) Junior hat Angela Merkel Poster an der Wand in seinem Zimmer.

Mit etwas Aufmerksamkeit kann man diese frühen Vorwarnzeichen problemlos erkennen.
Inshallah einen guten Tag wünscht Ludigel

Oh f*ck, jetzt geht das auch bei mir los...

Taroko-Schlucht, 2004

Beim Kopieren von alten Fotos von CD/DVD auf Festplatte gefunden. Kopiert für den Fall, dass wir nun wirklich wiederum auswandern - nach Manila - und die philippinische Post die Pakete vertrödelt...


 Fotos: Minolta analoge DSLR Kameras mit Tamron 4-5.6/28-105 bzw. Minolta 4.5-5.6/70-300

Mittwoch, Juni 15, 2016

Ende eines Geschäftsmodells

Droht das Ende des "Ingenieurbüros Taiwan" in der Computerindustrie? Jedenfalls im bisherigen Sinne ist das bei uns der Fall

"Mein Unternehmen" [Edit: i.S.v. Arbeitgeber] gehört zu den großen taiwanischen Computer-Hardware-Herstellern. Zwei unserer Konkurrenten sind mit eigenem Markennamen und einer davon mit Smartphones aufgestellt, während wir uns auf das sogenannte ODM/OEM-Geschäft konzentriert haben. Die Bedeutung der Kürzel ist eh verwirrend, daher sei kurz erklärt wie das ablief bisher:

 Das Ende ist auch irgendwie schön*

a) Ein Chiphersteller wie Intel oder AMD kreiert in den USA eine neue CPU. Diese wird auf ein Demo-Motherboard gesetzt, das in der Tat made in USA ist. Man muss jetzt nur noch Speicherriegel einstecken und Stromversorgung anstöpseln, dann ist der Computer (ohne Box natürlich) fertig.

Gewissermaßen treiben die CPU-Hersteller den Prozess an.

b) Das Demoboard wird an führende Computerhersteller in Taiwan (neuerdings auch in China) in oft nur einem Exemplar per Unternehmen geliefert und Marketingleute von AMD oder Intel halten Vorträge über die zukünftige Geschäftsplanung, denen wir hier andächtig lauschen. Die Techniker vergessen hinterher das ganze Marketinggerede eh wieder und die Produktmanager kennen sowieso kaum das Alphabet (deswegen sind sie Produktmanager und keine Techniker). Aber es ist immer ein netter sozialer Event mit netten Leuten aus den USA und nettem Essen hinterher.

 Ob auch die taiwanische Computermesse Computex eines Tages abwandert...

c) Die taiwanischen Computerhersteller machen ihre eigenen Motherboards bestehend auf dem Basisdesign. Etwa variieren dann CPU-Zahl und Schnittstellen wie SATA, PCIe, USB2, USB3 etc. Danach wird die Grundsoftware - das BIOS - geschrieben (das ist die Software, mit der der Computer das Betriebssystem wie Windows überhaupt erst suchen und finden kann). "Schreiben" heißt für taiwanische Softwareentwickler, dass sie es aus einem vorgegeben Standard-BIOS der gängigen zwei Hersteller (einer hat glaube ich den anderen längst aufgekauft mittlerweile) zusammensetzen.


... oder wird sie standfest am Standort Taipei bleiben?

d) Parallel dazu kommen die Kunden zu uns mit eigenen Projekten. In meiner Abteilung machen wir Server. Also will dann ein US-Kunde (oder japanischer oder manchmal europ. Kunde) etwa einen netten flachen Hochleistungscomputer haben, der dann beispielsweise an die US-Navy verkauft werden soll, wo die Fregatten ja längst schwimmende Linux-Rechenzentren sind. Dazu ist Feintuning erfoderlich, damit die Kisten nicht überhitzen. Dieses Feintuning erledigen die eigenen US-Ingenieure daheim in den USA in Zusammenarbeit mit den taiwanischen Ingenieuren hier, in dem sie diesen Vorgaben machen und die diese umsetzen. Taiwaner denken bei Computern an das nackte (und thermisch daher unproblematische) Motherboard, während der Überseekunde an den Computer im Gehäuse und die damit einher gehenden thermischen Probleme denkt.

e) Wenn die Prototypen (auch schon in China) vom Motherboard gefertigt sind, findet die Massenproduktion in China statt. Das taiwanische Unternehmen hat dazu i.d.R. eigene Fabriken in China. Taiwanische Ingenieure sind dazu dauerhaft in China stationiert, um die Produktion zu überwachen (sog. Prozessingenieure). Während der kritischen Phasen reisen Leute aus der taiwanischen Zentrale nach China, um zusätzlich zu kontrollieren. Festland-Chinesen ohne taiwanische Anleitung würden nur bunte Bretter aka Ausschuss produzieren. Jedenfalls in einer Fabrik, die Taiwanern gehört.

f) Der fertige Server wird dann von großen US-Unternehmen z.B. im Rahmen der "Lösungen statt Produkte"-Philosophie mit teurem Consulting und dem Badge der US-Firma an Kunden weltweit verkauft. Oder schippert eben mit der US-Navy herum.

Mein Part dabei war, die Produkte kundennäher testen zu lassen. Vor meiner Arbeit hier etwa wurde ein Linux-Server nur mit DOS und Windows getestet und lief dann nach beginnender Massenproduktion beim Kunden nicht mit Linux oder UNIX, so dass die Produktion teuer umgestellt werden musste. Da reicht schon ein aus der Spec laufender Transistor oder Widerstand, damit so etwas passiert. Ich habe in den vergangenen Jahren oft Linux-Testsoftware gemacht, so dass klar war, dass das Gerät auch wirklich funktionieren wird. Bei Embedded Geräten mit manchmal nur winzigen Flashdisks drin und ohne Tastatur und Bildschirmanschluss war das manchmal alles andere als trivial, auch gerade wenn es keine Standardarchitektur ist. Auch ein ganzes Linux-Cluster aus mehreren zusammengeschalteten Rechnern habe ich schon mal aufgebaut, weil die Endkunden das auch machen wollten.

Nun wird alles anders. Offenbar kommen immer mehr Kunden mit fertigen Server-Boards an und wollen diese nur noch von uns in China produziert haben. Dazu werden also nur noch wenige Hardwareleute und die Prozessingenieure für/in die Fabrik in China gebraucht. Im Zuge dieser Umstellung habe ich die Linuxsoftware aufgegeben und einige Zeit teaminterne ERP-Software von Grundauf programmiert. So ein Hardwaretest-Scheduling - Tool mit Urlaubsplanung, die Tester-Fähigkeiten berücksichtigende Test-Scheduling-Planung und einem Viewer für verschlüsselte Lehr-Videos auf einem Server, mit Team-Urlaubsplanung und mehr, das an 40 Plätzen lief.

Doch im Zuge der Neuentwicklung wird mein Unternehmen wohl die Softwareseite ganz und gar einstellen und ich bin - sicher auch wegen unserer anderweitigen (Wieder-)Auswanderungsplanung wohl nur noch temporär im Unternehmen. Ach ja: da die Linux-Testsoftware nicht mehr so oft gebraucht wurde hat sich, als ich das Aufgabenfeld gewechselt habe, schnell ein Kollege meinen alten Arbeitstitel "Linux-Software-Leiter" gegriffen. Der kann zwar kein bis wenig Linux und macht auch keine Linuxsoftware, aber freut sich jetzt über den neuen Jobtitel. Das ist der BIOS-Leiter von oben im Text ;-)

Am Ende wird mein Unternehmen sich transformieren müssen, denn der PC- und Notebook-Bereich steckt sowieso schon lange in den roten Zahlen. Man müsste auf Managementebene ganz oben nacheifern und Lösungen statt Produkte verkaufen. Und damit den eigenen Markennamen ausbauen, den Endkunden kaum kennen. Aber auch dann gäbe es wohl nur neue Büros in den Kundenländern in Übersee und am Ende vielleicht nur noch ein kleines Office in Taiwan. Dafür aber viele Prozessingenieure in China. Hier in Taiwan kommt das alte Geschäftsmodell wohl unwiderruflich zum Ende.

Mein Versuch, zur Wertsteigerung ("added value") Software zusätzlich zu den Servern zu verkaufen konnte sich auch nicht durchsetzen. Man findet in Taiwan keine arbeitsfähigen und arbeitswilligen Software-Entwickler. Die geben hier viel vor, inklusive US-Studium, können aber in Praxi nichts bis wenig. Taiwan also in Zukunft nur noch als .... als Kontaktbüro für Massenproduktion fertig vom Kunden entwickelter Motherboards in China. Ist das die Zukunft? Offenbar ja. Das Topmanagement müsste dringend das Unternehmen umstrukturieren, wenn es überleben soll.

* Ein Denkmal in Vancouver, als ich noch als reisender Linuxmensch bei Chinesen in Kanada war, die dort für den Weltmarkt Netzwerkgeräte entwickeln, die dann in Taiwan (mit-)entwickelt und wieder in China gebaut wurden

Dienstag, Mai 24, 2016

Nutzloser Bürgermeister

Ko Wen-je, einstiger hoffnungsvoller Newcomer, hat sich eine schöne Beschäftigungstherapie gefunden

Als der von der Taiwan-Unabhängigkeitspartei DPP unterstützte unabhängige Kandidat Ko 2014 Bürgermeister von Taipei wurde, hat er wegen seiner unkonventionellen Art - er selbst sagt, er habe das Asperger-Syndrom - viele Hoffnungen auf sich gezogen. Mit der Korruption der KMT wollte er aufräumen und Verkehrsprobleme lösen.

Der Verkehr ist natürlich immer noch so wie vorher, die KMT genauso sehr oder wenig korrupt wie sie schon immer war. Im Gedächtnis sind mir ein paar Dinge geblieben:

 Angefahrene Fußgängerin bei mir um die Ecke. Vor, während und nach Bürgermeister Ko das selbe wie immer


- Der unwichtige, aber sinnfreie Eklat mit einem britischen Regierungsmitglied, das ihm eine Tischuhr schenken wollte und Ko in ihrem Beisein erklärte, er könne sie an einen Schrotthändler geben. Schon klar, man soll "Chinesen" keine Uhren schenken, weil sie sonst rot anlaufen und sich beleidigt fühlen. Es sei denn man ist in Peking und es ist eine schweizer Nobel-Armbanduhr. Ko war sehr rot angelaufen.

- Die Leihfahrräder Taipeis sind etwas teurer geworden. Mir egal, ihre Benutzung ist eh lebensgefährlich.

- Jetzt wird das Benutzen der MRT (Metro/U-Bahn/Schwebebahn) teurer, weil die Ermäßigung auf die sog. "Jojo"-Karte (eine mit Geld betankbare Karte) wegfällt oder wegfallen soll.

- Ko ist in einem Endlosdisput um den Bau des "Taipei-Dome" mit der Baugesellschaft verstrickt, an der er ein Exempel wegen Korruptionsbekämpfung statuieren will und wo es nie vor oder zurück geht. Die aktuelle Pressemeldung (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2016/05/24/2003646980) liest sich wie eine im Jahre 2014.

Hier ist eine Liste, was man in Taipei tun sollte. Aber das wird Ko alles NICHT machen.

* Tempo 30 vor Schulen einführen und kontrollieren.

* Enge Wohnstraßen mit spielstraßenähnlichen Konstrukten versehen oder wenigstens überall in engen Wohnstraßen Tempo 20 oder 30 einführen und kontrollieren

* Wenigstens bei Neubauten Autos in Tiefgaragen o.ä. verbannen und für mehr Bürgersteige sorgen, die es oft ja gar nicht gibt.

* Park- and Ride vor den Toren der Stadt anbieten, auch als PKW-Verwahrplatz für die Städter und die zusgeparkten bürgersteiglosen Gassen mit breiten gesicherten Fußwegen versehen.

* Für einen Katalysator plädieren oder für (aus Sicherheitsgründen nicht geräuschfreie) E-Motorroller statt der ewig stinkenden Zweitakter

* Dafür sorgen dass Manna und Bratwurst vom Himmel fallen

All das wird er sicher nicht machen sondern nur ein verkniffenes Gesicht weiter in die Kamera halten und vom Taipei-Dome schwadronieren.


Montag, Mai 23, 2016

Uhrenfreak im Land der arbeitsunwilligen Uhrmacher (Update)

Ein Dantesches Höllenszenario ist sicherlich, wenn einem gehörnte Leute bis in alle Ewigkeit glühende Metallspieße in den Allerwertesten stecken, während man langsam über einem kleinen Feuer röstet. Oder man lebt als Uhrenfreak in einem Land arbeitsunwilliger Uhrmacher. 

Ich hatte dem Tag, an dem ich in Taiwan einen Uhrmacher brauchen würde, schon länger mit Grauen entgegen gesehen, denn Taiwaner sind eher so die quick-and-dirty - Leute, wie man in der Softwareentwicklung (mein Fachbereich) sagt. Hauptsache schnell und eher einfach ehrlich gesagt - und schnell den heißgeliebten Dollar bringend, der als wahrer Gott Taiwans längst jeden hochverehrten Holzgott im Tempel ersetzt hat. Oder anders gesagt: Taiwaner denken in einstudierten Prozessen und mögen es nicht von diesen abzuweichen. Auch weil das mehr Aufwand und nicht so viel Ertrag im Verhältnis zum Aufwand entspricht.

 Ah jetzt verstehe ich: Der Uhrmacher hat den Slogan zu wörtlich genommen (Breil vergebe mir den Werbeklau)

Seit einiger Zeit fing meine Breil Milano, ein schweizer Automatik-Chronograph, mit Ärger an. Ich hatte ja einst das original Lederarmband, das praktisch eins mit der Uhr war, entfernt und gegen ein Kautschukarmband eines Parallelmodells ersetzt. In der Tat schien das Armband zu passen und gab der Uhr einen unverwechselbaren Look. Doch im Laufe der Zeit saß das Fremdarmband lockerer und lockerer und erst ein genauer Blick auf die Armbanddetails zeigte wieso: Das Originalband hat eine Metallnase (winzig klein), die unter das Gehäuse in eine Fuge passen will, doch das sonst passende Fremdband hat leider zwei. Die reiben sich im Laufe der Zeit ab und lassen das eigentlich wie verwachsen sitzende Band dann lose sitzen.

Nach ergebnislosem Herumfeilen am Armband versuchte ich nochmals ein Originalarmband zu bekommen, doch da war nichts zu machen. Breil hat da mit der Ersatzteilversorgung wohl nicht so viel am Hut. Sogar das nicht ganz passende Band war beim holländischen Bandverkäufer im Internet mittlerweile von 70 auf 140 Euro im Preis gestiegen, knappe Güter sind eben auch teuer. Folglich entschied ich mich für ein lächerliche 3.95 Euro kostendes Fremd-Lederband und erfreute mich wieder an meiner Breil. Bis sie die Tage einfach stehen blieb. Manchmal kommt man gegen die Entropie einfach nicht an, insbesondere wenn sie mit den taiwanischen Uhrmachern im Bunde ist.

Denn meine heißgeliebte Breil Milano ließ sich nicht mehr in Gang setzen. Trotz längerem Tragens, der ja das Schwungrad bewegen sollte. Auch Aufziehversuche brachten nichts. Erst brachte ich sie zu einem lokalen Brillenladen, der auch Uhren hat. Obwohl der schon beim Kürzen eines chinesischen Metallarbands bei einer Alpha aus Hongkong mal ein ähnlich gestresstes Gesicht gemacht hatte wie ich selbst: Die Armbandstifte mancher Glieder saßen da einfach trotz richtigem Werkzeug verteufelt fest. Trotzdem ist es ein schlechtes Omen, wenn die Fähigkeiten des Fachmanns nicht wesentlich über den eigenen liegen.

Derjenige öffnete mutig die Uhr, spielte ein bisschen an den mechanischen Teilen im schönen Uhrwerk herum und eröffnete mir dann, die Uhr sei "Swiss" und daher könne er da nichts machen. Exotische Bergvölker und ihre exotischen Produkte sind in Taipei-NeiHu eben doch nicht so ganz akzeptiert, das wurde schnell klar.

In der Nähe fand sich dann eine Filiale der Kette "Formosatimes", die offizielle Vertretung der Swatch-Group-Marke Hamilton ist. Ein gutes Omen, denn auch der Uhrwerkshersteller ETA, der das Herz meiner Breil (ein Valjoux 7750) baut, ist aus der Swatch Group. Dort war man jeodch wenig geneigt, sich meine Breil überhaupt anzusehen. Erst ein Hinweis auf "ETA 7750", also das Uhrwerk, ließ einen der beiden Uhrmacher sich erbarmen, mit der sowieso immer angesetzten Augenlupe durch den halb verglasten Rücken zu gucken und eine Weile an der Krone zu drehen. Kurz darauf reichte er mir die Uhr zurück und sagte fast schon empört etwas auf Chinesisch. Dank einer Kollegin hatte ich jetzt eine englische Übersetzung, denn so weit reichte mein Notfallchinesisch nicht. Was hatte den Uhrmacher so empört?

Ganz einfach, er hatte diagnostiziert, dass die Krone kaputt war. Nun ist die nicht wirklich kaputt, sondern nur etwas ausgeleiert und braucht etwas Druck beim Drehen, was höchstwahrscheinlich nichts mit dem Defekt zu tun hat. Aber ich ertappt mich dabei, mich richtig schuldig zu fühlen. Denn beide Uhrmacher und die Übersetzerin sahen mich nun vorwurfsvoll an. Wie konnte ich es wagen, solche Spezialisten hier mit einer kaputten Krone zu konfrontieren. Wie sollten die armen Menschen hier die Uhr reparieren, wenn sie auch noch kaputt war?

Erst da wurde mir der Irrsinn der irgendwie taiwahnsinnigen Situation klar. Ein schüchternes "Can you repair the crown?" entfleuchte meinen Lippen. Ginge nicht, sagte die Übersetzerin sofort, schließlich könne man die Krone nicht ordern. Ich wusste ja schon, dass Breil in Taiwan nicht vertreten ist. Allerdings kann man eigentlich an eine Uhr mit Standarduhrwerk wie meine auch eine andere passende Krone stecken. Aber irgendwie sollte ein solcher Vorschlag ja vom Uhrmacher kommen und ablehnend wie alle waren, fand ich es an der Zeit zu gehen. Man hatte offenbar keine Lust einfach irgendeine Uhr zu reparieren bei "Formosatimes".

Derzeit suche ich einen deutschen Uhrmacher und werde mir dann das Ding per deutschem Paketforwarder selbst zurück schicken. Eigentlich sind schweizer Uhren für die Ewigkeit gebaut, jedenfalls die automatischen. Und ich denke, womöglich braucht die Breil - aus den mittleren 2000er Jahren stammend - nur mal neues Öl und eine Reinigung. Und einen richtigen Uhrmacher eben. Der Neupreis - den ich nicht bezahlt habe - lag mal bei über 1000 Euro, EVP sogar 1600. Nur braucht auch so ein schon etwas teureres Ding eben mal fachgerechte Wartung. Worauf sie jetzt noch ein bisschen warten muss.

Nachtrag: Mir wurde ein Reparaturservice empfholen, der für Hublot und Tag-Heuer arbeitet. Abgesehen von den üblichen Bürozeiten stört mich da freilich der Gedanke, vielleicht doch wieder nur meine Zeit zu verschwenden. Ein deutscher Uhrmacher wird es dann wohl werden.

UPDATE: Die Uhr ist mittlerweile bei Watchart.com, einem Händler der Rolex und Konsorten hat und keine "billigen" Uhren. Dort hat sich ein Uhrmacher sofort der Uhr angenommen, sie 10 Minuten aufgeschraubt beäugt und diagnostiziert, dass sie nur einen "Full Service", im Wesentlichen also Ölen und Reinigen des Uhrwerks braucht. Kostenpunt 8000 NT aka 200 Euro, wie in Deutschland auch. Man sollte hier gleich zu den teuren Geschäften gehen und die arbeitsunwilligen oder arbeitsunfähigen simpleren Geschäfte vermeiden. Die Uhrmacher verhalten sich da ähnlich wie das Gesundheitswesen hier ;-)

Donnerstag, Mai 19, 2016

Ende Taiwan-Zeit(?): Rentenanspruch minimal (Update)

Gerade mal nachgerechnet.

Dies ist sicher auch ein Artikel, der zensiert werden wird, wenn ich in Deutschland noch mal auf Jobsuche gehen werde. Wie dem auch sei, wenn man wie ich 12 Jahre seines Arbeitslebens in Taiwan zugebracht hat, kann einem der Schreck in die Glieder fahren, wie lächerlich der Rentenanspruch ist.

Weiterführender Link:
Details zur Rente in Taiwan gibt es hier: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/05/ludigels-lustige-lenten-legende.html

Für die 12 Jahre würde ich wohl gerade mal 15.000 Euro bekommen als Einmalzahlung. Das auch nur wenn die Info auf den englischen Rentenseiten Taiwans wirklich korrekt ist und es nicht Rentenkürzungen eigenmächtig durch die Verwaltungsbeamten gibt, die in Taiwan im Wesentlichen tun können was sie wollen. Es sei denn man verklagt sie, aber wer will bei den erratischen Gerichten in Taiwan schon den Staat verklagen als "Bignose".

Nun muss man mal rechnen: Pro Jahr sind das gerade mal knapp 1154 Euro, wenn man davon ausgeht, dass ich nach Rentenerhalt mit 67 nur bis zum 80. Lebensjahr leben würde. Das wären dann pro Monat also gerade mal etwas über 96 Euro. Nicht gerade ein Vermögen.

Wie wenig das ist sieht man, wenn man sich vorstellt, man hätte statt 12 z.B. 36 Jahre zu diesen Bedingungen in Taiwan gearbeitet. Dann hätte man also das dreifache meines Wertes (sie zahlen ja hier pro Renteneinzahlungsjahr ein errechnetes Durchschnittsgehalt). Da komme ich auf gerade mal 288 Euro Rente im Monat.

Das würde ich also aus Taiwan erhalten, wenn ich hier 36 Jahre arbeiten und einzahlen würde (ohne dass mein Durchschnittsgehalt höher geworden wäre).

Sicher, theoretisch erhält man ab 15 Beitragsjahren eine monatliche Rente, die besser ausfallen würde (da käme ich auf 279*** Euro monatl. statt 96, wenn ich die 15 Jahre voll kriegen würde, was gerade bei erhoffter längerer Lebensdauer letztlich deutlich mehr ergäbe). Aber offenbar besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass einem als Ausländer trotzdem (widerrechtlich) nur eine Einmalzahlung nach der niedrigen Durchschnittsgehalt-Formel gewährt wird - siehe Link ganz oben.

Hat sich also eigentlich nicht so ganz gelohnt, die Arbeit hier in Taiwan...


*** hier stand anfangs ein viel zu hoher Wert von 400 Euro oder mehr, der sich auf Weiterarbeiten bis nahe ans Anspruchsalter bezog 

Interessantes Update dazu, das optimistischer stimmt: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/06/rentenformel-bestatigt.html
http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/06/rentenformel-bestatigt.html