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Donnerstag, April 15, 2021

Der Anwalt und der Tod (Update)

Anwälte und der Tod können alte Probleme lösen.

Ein Update zur turbulenten Rückmeldung im letzten Blogartikel. Nun, es ging da um den Gatten der Schwester meiner Frau, ein patenter philippinischer Herr aus Manila, der offenbar seine gut laufende Druckrei mit von meiner Frau heimlich zugeschanztem Startkapital gegründet hatte und mir immer wieder augefallen war über die Jahre, weil er seither durch seine Gattin aka Schwester meiner Frau immer wieder mit Geschäftsvorschlägen geglänzt hat. Das führte im Extrema zum Ankauf zweier Luxuscondos in Manila, die heute wegen Covid Gefahr laufen, leerstehend zu Bauruinen zu werden. Noch könnte das gutgehen, man wird sehen. Dann ist meine Frau 2016 noch entgegen meinem Wunsch nach Manila gezogen, gewissermaßen auf den Hof des Schwagers und hat mit Schwester und ihm ein Restaurant eröffnet. Das hatte maximal 1 Gast gleichzeitig im Restaurant, war vom Schwager so dekoriert wie ein Waschsalon, dem das Geld für die Deko ausgegangen ist und hatte so leckeres Essen, wie die Schlichtitaliener in Taipei. Womit man in Manila wirklich keinen Staat machen kann. Ergo wurde es wieder zu gemacht und die Manilafamilia verdiente am Verkauf der 6 Profi-Herde. So viele? Da haben sie beim Kauf sicher gleich an die Liquidation gedacht.

 

Vorm Einstieg in den Himmelsexpress immer erst alles an Ludigel zurückzahlen...


Frau und ich, die zeitweilig in getrennten Ländern lebten, mit Junior bei seiner Mutter, kamen jedoch nach der Schließung des Restaurants wieder zusammen. Immer aber schwebte der braungebrannte, faltige Herr aus Manila wie ein gieriger Schatten über unserer Ehe. Ich musste seine Geschäftsideen ablehnen (nein, nicht in ein Färbebecken für einzutauchende PKWs als Simpellackierung investieren. Nein, nicht noch mal nach Manila ziehen und sonstwas aufmachen, nein keine Gokart-Rennbahn im Shoppingcenter für den Schwager aufmachen) und bis heute ist Manila ein einziges großes Geldgrab für uns, immer begleitet vom charmanten Lächeln des Schwagers und seiner Frau.

Die gewaltigen Krankenhausrechnungen des Schwagers, als er und seine Frau and Covid erkrankten, habe ich abgelehnt. Nun haben sie andere in der Familie bezahlt; Schwiegermutter ist jetzt pleite. Wieder ist Manila das große Geldgrab. Leider ist der philippinische Herr nun qualvoll verstorben, Frieden seiner Asche. Ich bin erleichert, dass mein Manila-Alptraum nun irgendwie vorbei ist. Auch wenn es für ihn, den ich zwischenzeitlich als meine Nemesis tituliert habe, nun wesentlich unangenehmer geworden ist als für mich, der nur finanziell entkernt wurde. Noch einmal kommt von ihm eine Rechnung, quasi aus dem Jenseits. Eine Million Taiwandollar, 32000 Euro oder so, sind als Erbaschaftssteuer fällig, denn die 2 Wohnungen sind immer noch auf seinem Namen. Filou, der er gewesen ist. Erben wird die Schwester, die demnächst nach Taipei kommt und von der ich hoffe, dass sie ohne den exotischen Gatten wieder in den familiären und finanziell tragbaren Rahmen zurückfindet.

Obiges ist die Geschiche aus meiner Warte. Man sehe es mir nach. Ich bin ja ich und nicht wer anders, wie Heinz Erhard gesagt haben könnte. Aus seiner Perspektive hat er sich aus armen Verhältnissen u.a. durch Heirat mit einer Taiwanerin verbessert. Ist sozial aufgestiegen, da kam die Langnase der Schwester seiner Frau sicher gerade recht. Hat seinem Sohn durch harte Arbeit ein Studium und Leben in Kanada ermöglicht. Unser Sohn wird es da mal nicht so einach haben, denke ich. Alles richtig gemacht aus seiner Warte. Nur eben u.a. auf meine Kosten, denn auf unsere Konten hatte er über meine finaziell naive Frau einen fast direkten Zugriff. Nun ist er oben im Himmel und berät sicher gerade Petrus, wie man am besten auf Wolke 13 eine Manna-Bar aufmacht. Petrus wird sich wundern, dass die 13 Zapfhähne braucht. Die er anschließend nach dem Scheitern an den Satan verkauft als Säurespender. Oder so. Ich bin froh, dass er seinen Frieden hat und ich auch. Was will man mehr.

Dann ist da noch die zweite oder dritte finanzielle Sünde meiner Frau. Wie auch berichtet, hat sie einem Internetbetrüger eine solche Summe unseres Geldes gegeben, dass man schon fast ein Haus von kaufen kann. Der Herr wollte es behalten, doch nach diversen juristischen Drohungen meinerseits hat er nun eine erste Rückzahlrate geleistet. Wir warten auf die nächste. Zahlt er nicht, steht der Anwalt unseres reichen -taiwanischen- Schwagers bereit. Der hatte seinerzeit bereits den Telefonscammern, die meiner Schwiegermutter 0,8 Millionen NT vor Jahren abgeagt hatten (ja, das muss in der Familie liegen bei Mutter und Tochter) etwa 90% des Geldes wieder aus dem Kreuz geleiert. Ein Vater eines der Gangster, der in Regress genommen werden sollte, war damals noch in den Freitod gegangen, vor Finanzschmerz offenbar. Ich hoffe sehr, der jetzige Internetbetrüger zahlt einfach weiter und springt nicht von seinem Luxuswohnblock auf die nächst tiefere Fahrbahnebene. Gut, wenn er eine Eigentumswohnung hinterlassen würde, ginge das ja auch irgendwie. Aber ich verlange von keinem in den Freitod zu gehen, sondern nur zu bezahlen oder auf unseren Anwalt zu hören, der auch das noch so raffiniert versteckte letzte Taiwandollarchen findet und die Gangsterfamilien damit offenbar in den Wahnsinn treibt.

Hoffentlich geht es ohne Suizid weiter. Denn ich sehe ein, dass so ein Betrügerfuzzi, der vom Geld anderer Leute leben will, ins Schwitzen kommt, wenn er merkt, dass er es wieder hergeben muss. Mitnehmen können wir alle nichts und wenn ich eines Tages in einer himmlischen Manna-Bar sitze, hockt da neben mir sicher der Philippinoschwager. Völlig in Tränen aufgelöst ist er dann und sagt: "Ludigel, was soll ich nur machen? Die haben hier oben nicht mal Geld..."

UPDATE: Das Geld der Schwiegermutterbetrüger ist mittlerweile komplett zurück, auch von dem Täter, bei dem der Vater im Zuge der Lohnpfändungen (u.a. bei ihm) Selbstmord begangen hat. Unser Standpunkt ist: Wir bitten 1. niemanden, uns auszurauben oder zu betrügen und wenden bei Bruch von (1) alle legalen Mittel an den Schaden zu heilen. Schaden, den sich die andere Partei bei Evasionsversuchen selbst zufügt, geht nicht auf unser Konto. 

Der Anlagenbetrüger oder Geschäftspartner, wie auch immer man ihn nennen will, zahlt immer noch zurück, aber immer gedehnter und tröpfchenweiser. Wir werden hier dann in die anwaltliche Phase mit dem abgebrühten Inkassoanwalt gehen, wenn die Rückzahlungssummen nicht mehr nennenswert sind.

Dienstag, April 25, 2017

Stolzer Besitzer des 2. Ex-Restaurants

Hurra! Nach "Jill's Happy Kitchen" (ein Schlicht-Italiener in Taipei) habe ich jetzt mit "Mix & Match" auch ein Ex-Restaurant in Manila auf den Philippinen. Auch eine Art Schlicht-Italiener.

Mit Gastronomie wollte ich ja nie viel zu tun haben. Weil Taiwaner aber geschäftstüchtig sind oder sein wollen, war die Eröffnung eines kleinen Geschäfts - nach dem Default eben ein Restaurant - wohl kaum zu vermeiden. Meine Frau wollte es unbedingt vor ein paar Jahren und ich war dann beim Management mit behilflich. Das Ergebnis war ein kontrolliertes Scheitern mit schwarzer Null, genau auf die von mir vorhergesagte Art und Weise im genau von mir vorher gesagten Zeitrahmen. Und das, obwohl ich als tumber Ausländer im Land der intelligenten und geschäftstüchtigen Taiwaner doch gar nichts vom Geldverdienen verstehe. Die ganze Geschichte ist hier zu lesen: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/11/der-familienbetrieb-die-schonungslose.html. Ich fand es damals lustig, es war bizarr-komisch und debil-widersinnig, wie Taiwan eben oft auf unsereinen wirkt. Und es war ja eine schwarze Null.

Braucht Rotwein zu den Nudeln unbedingt Hupfdohlen?

Das zweite Lokal - diesmal in Manila auf den Philippinen - wurde leider ohne meine Mitwirkung eröffnet. Diesmal waren es meine Frau und ihre Schwester Nummer 2, die ganz allein das Management in den zarten Händen hatten. Das Ergebnis war, kurz gesagt, ein Lokal mit dem Aussehen eines Waschsalons oder eines Versicherungsbüros, mit dem Namen einer Modeboutique ("Mix and Match", in Manila für Modeläden gebräuchlich) und der Karte eines Schlichtitalieners aus Taipei/Taiwan. Ein komplettes und gründliches Scheitern war die Folge, wie von der Familienkassandra (c'est moi) vorhergesagt.

Nicht ohne Belustigungseffekt das Ganze, nur etwas teuer diesmal. Interessant war, dass meine Frau und ihr Schwesterherz noch den Tipp von Konkurrenten in der Nähe erhielten, sie müssten zu den Nudeln auch Alkohol (Wein!) anbieten. Dieses Ansinnen stieß sowohl bei dem einheimischen - aber aus der chinesischen Subkultur entstammenden - Schwager als auch bei den beiden Taiwanerinnen (Schwester meiner Frau und meine Frau) auf große Befangenheit. Wein anzubieten zu den Nudeln wurde von allen Beteiligten mit Komasaufen, zerschlagener Bestuhlung und leichtgeschürzten Bedienungen und Prostitution assoziiert und deswegen abgelehnt. Ein typisch taiwanischer Standpunkt. Hier in Taiwan haben viele Lokale keinen Alkohol, weil man befürchtet, die männlichen Gästen könnten mit dem Zeug schnell die Kontrolle verlieren, das sie ja auf Ex gerne in die Kehle schütten.

So wurde das Lokal also zu gemacht. Ein einfacherer Nachfolger ist schon in der Diskussion, hier taucht eine lokale manilische Größe namens "Sung"*** auf (seineszeichens Taiwaner), der angibt, dort in Manila reich geworden zu sein. Ich habe den netten Herrn - der u.a. meine 90-Dollar-Uhr als zu teuer für Manila kritisierte - schon kennengelernt und finde ihn ja auch nett. Aber was das neue Geschäft angeht, ziehe ich meine Kummer gewohnte Stirn wieder in Sorgenfalten, während die lokale Verwandtschaft fröhlich kichernd kommende Gewinne schon verteilt, bevor sie überhaupt in Sichtweite sind.

Das Scheitern von Taiwanern am Rotwein wurde die Tage auch in den taiwanischen Medien kolportiert. Wie mir meine Frau erzählte, hatte ein original italienischer Gastwirt in Taiwan seine Gäste dabei erwischt, wie sie sich guten Rotwein auf Ex in die Kehle schütteten, wie man das in Taiwan nun mal immer macht. Desto besser der Wein, desto schneller kippt man ihn runter in der chinesischen Kultur taiwanischer Prägung. Es entstand ein Streit zwischen Gästen und Wirt, ob man denn als zahlender Gast das Recht habe, den guten Wein zum Runtergurgeln zu verwenden oder nicht. "Wir Taiwaner haben das Recht drauf, wenn wir ihn bezahlen!" bemerkte meine Frau und ich schließe mich als taiwanischer Steuerzahler hier voll und ganz an. Auch auf den oben offenen Kackpapiereimer haben sie ein Recht und bitte stehen Sie jetzt mit mir auf und singen die Nationalhymne. Wie geht die eigentlich? Gibt es überhaupt eine? Und welche wäre es, die von "Taiwan" oder die von China? Fragen über Fragen. Darauf einen Dujardin.

*** Name von der Redaktion geändert. Sind aber eh alles nur die englischen Kampfnamen der Leute

Mittwoch, November 02, 2016

Manila: Australier wird fast Opfer des "War on Drugs"

Bislang hielt man sich als Ausländer abseits des Drogensumpfes auf den Philippinen für nicht mit dem Drogenkrieg involviert. Und Metro Manila und das "sichere" Viertel Makati galten als Sicherheitszonen für unsereinen

Wieder und wieder verschieben wir unsere Übersiedlung nach Manila, wo meine Frau das dortige Familienunternehmen vergrößern will und wo ich meinen Aufenthalt nur als temporär ansehe. Zwar tobt ein vom neu gewählten Präsidenten verordneter Drogenkrieg im Land, bei dem Todesschwandronen auf offener Straße Verdächtige niederschießen, aber man fühlt sich als Unbescholtener doch über solchen Dingen stehend. Wie schnell das anders gehen kann, kann man man am Fall des Damien Berg sehen. Der Australier hat in Makati gearbeitet (für ein großes Unternehmen) und seine Freundin erwartete ein Kind. Plötzlich kreuzt die Polizei auf, die offenbar einen anderen Ausländer schon am Wickel hatte und nimmt ihn wegen Drogenhandels fest. Der unbescholtene Mann dachte, er sei mitten in einem Raubüberfall. Die Polizei behauptete, er habe auf der Straße Drogen verkauft. Tatsächlich wurde er jedoch in einem Hotel festgenommen, in dem er gearbeitet hat. Das ließ sich durch das Hotelvideo belegen.

Gut, dass er seine Unschuld beweisen konnte. Gut, dass er mittlerweile das Land verlassen hat, bevor er noch auf irgendeiner Drogen-Verdächtigenliste stehend außergerichtlich erschossen wird.

Ich gebe offen zu, der Fall Berg könnte für mich der "Turnaround" sein, wegen dem ich beschließe, in Manila übernächsten Freitag nur meine dort schon hin geschickten Sachen zu packen und mit dem nächsten Flieger wieder nach Deutschland zu fliegen. Ich google gerade noch und grübele drüber. "Googelgrübeln" müsste eigentlich ein neues Wort sein. Seit Präsident Dutertes Todesschwadronen-Krieg gegen Verdächtige im Drogenmilieu so richtig am "fliegen" ist, ziehe ich meinen Plan mich dort ein paar Wochen oder gar länger aufzuhalten, mehr und mehr in Zweifel. Edit: Frau ist nach wie vor enthusiastisch, was nutzen da also meine Zweifel ;-)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3829763/Australian-man-Damian-Berg-accused-selling-cookie-monster-ecstasy-released-jail.html

http://philippinenmagazin.de/2016/10/11/australier-damian-berg-wieder-zu-hause/ 

Update: Offenbar hat die Polizei von Berg Geld verlangt nach seiner Festnahme. Und offenbar wurde er durch den "Bekannten eines Bekannten" da rein gezogen ohne selbst irgendetwas mit Drogen zu tun zu haben: http://www.sbs.com.au/news/article/2016/10/10/they-put-gun-my-head-aussie-man

Update2: Der "Bekannte eines Bekannten" hat genau so eine Geschichte, nur konnte er nicht seine Unschuld beweisen und ist mittlerweile zu lebenslanger Haft (!) verurteilt worden. Weil er angeblich auch Ecstasy verkauft haben soll wie Berg, der auch nichts verkauft hat.

http://ottawacitizen.com/news/local-news/canadian-jeremy-eaton-sentenced-to-life-in-jail-in-philippines-for-selling-ecstasy

Update3: Zusammengefasst hat die Polizei behauptet, Berg habe dem Kanadier Eaton Ecstasy auf der Straße verkauft und beide seien dabei verhaftet worden. Nun konnte sich Berg mit dem Video reinwaschen, das zeigt, dass erst die Polizei Eaton überhaupt zu Berg gebracht hat - nämlich ins Hotel. Daher wurden die Vorwürfe gegen Berg fallen gelassen. Eaton sitzt aber bereits zu Lebenslänglich verurteilt - auch als Drogendealer. Chaos und Unsinn. Leider wird die Polizei ermutigt, irgendwelche Anschuldigungen zu erfinden wegen des aktuellen "Kriegs gegen die Drogen" und steht natürlich mit solchen Ausländergeschichten im Rampenlicht.


Donnerstag, Juni 30, 2016

Manila; Fotos

Der "Lexit" aus Taiwan ist nun sehr sicher, so weit das beim volatilen Planungsstil mit einer angeheirateten Taiwanfamilie ein zulässiger Ausdruck ist. 

[gekürzte Archivversion]



Manila - Makati


 Bewaffnete Security vor kleinem Geschäft in Manila-Taguig oder in der Nähe






Mittwoch, Juni 22, 2016

Friedhof, Manila Philippinen

Ohne viele Worte. Hier ist etwa am Chinese New Year der Teufel los und die chinesischstämmigen Familien schlafen auch in den Grabhäusern. Und spielen Mayong. Wir waren kurz vorher da.







"Niemand hat die Absicht, hier ein Philippinen-Blog zu errichten."