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Dienstag, Dezember 08, 2009

Besuch bei deutschem Gefangenen in Taiwan (Update 2)


DEUTSCHE im Taipei Prison.Taiwan (Republic of China)


Update: Foto aus den Zellen siehe HIER!
In Taiwan sitzen mehrere Deutsche im Gefängnis ein, meines Wissens nach alle wegen Heroinschmuggels. Oft hört man die Feststellung, dass die Leute "selber schuld" sind und doch hätten wissen müssen, dass es in Südostasien wenig angenehm im Gefängnis ist. Doch darum geht es hier nicht.
Der Gedanke, dass sich Deutsche wieder und wieder dies antun, ist frustrierend, erst im Februar kam wieder ein junger Mann. Man schiebt den Gedanken schnell weg und der Umstand, dass sie eben selber schuld sind, macht das leicht.



Hintergrund: Taipei Prison, Vordergrund Garküche


"Hier braucht es keinen Anwalt, hier braucht es einen Pfarrer", schreibt ein anderer Blogger irgendwo im Netz über den jüngsten Fall und sinniert extrovertiert, eine Kugel würde schon bald das Stammhirn des Deutschen durchschlagen. Es sei gleich gesagt, solche Vorstellungen sind in Bezug auf Taiwan falsch, auch wenn ein großes Schild am Flughafen vor der Todesstrafe bei Drogenschmuggel warnt.
Taiwan richtet nicht mehr oder so gut wie nicht mehr hin und schon gar nicht westliche Ausländer. Taiwan, das mit formalem Namen eigentlich "Republic of China" heißt, zeigt bei solchen Dingen gerne, dass es ein demokratischer Staat mit Respekt vor Menschenrechten ist und will nicht in einem Atemzug mit irgendwelchen anderen südostasiatischen Ländern genannt werden, wo immer wieder Ausländer exekutiert werden.


Behörde in der Nähe des Gefängnisses

Sicher ist der selber Schuld der drin sitzt, schnell verdammt man denjenigen und schiebt ihn weg. "Knasti" und Normalbürger sind durch Welten getrennt, was soll man sich damit beschäftigen.

Ein Gedanke zog mir hier allerdings schon oft durch den Kopf. Was ist, wenn ich mal einen Sekundenbruchteil im Straßenverkehr nicht aufmerksam bin und mir ein vor den Kühler rasendes Moped (in Taiwan völlig normal, da muss man bremsen) so vor den Kühler fährt, dass ich denjenigen überfahre. Das kann hier schnell passieren. Taiwan bestraft Verkehrsunfälle mit Todesfolge entweder gar nicht (da sollen sich die Familien mit Blutgeld einigen) oder eben kaum (wenn sich die Familien nicht einigen konnten), allerdings wird in userem Ausländerforum Forumosa.com an einer Stelle gewarnt, ein Ausländer säße wegen soetwas für 12 Jahre hinter Gittern (Ausländer sind eben keine Normalbürger hier). Was also, wenn ich in diesem hypothetischen Fall wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls "einfahren" würde in das Taipei Prison?
Grenzen sind immer willkürlich gezogen. Wer ist schlimmer, der im Straßenverkehr nicht aufpasst und jemanden tötet oder derjenige der weißes Pulver über die Grenze bringt?

Auf Bitten der Familie eines deutschen Häftlings in Taiwan machte ich mich also mit Frau auf den Weg ins TAIPEI PRISON.


Von der Straße sieht man nur Vorbauten unter Palmen. Das täuscht.


Im Fernsehen sieht man immer die hübsche Vorderfront des Gefängnisses mit einer gewaltigen Parkanlage, die so wirkt wie ein Versailles für Arme, ehr denkt man an ein Kurhotel als an ein Gefängnis. Hier wird dann der wegen Korruption in einem Schauprozess verurteilte ehemalige Präsident Chen Shui Bian herein- und herausgefahren, wenn er mal wieder eine Sonderbehandlung im richtigen Krankenhaus verlangt, die anderen Häftlingen natürlich nicht zusteht. Frau und ich sind jedoch durch den Besuchereingang auf der Rückseite hereingefahren. Auch hier tarnt sich das Gefängnis, das entgegen seinem Namen nicht in Taipei selbst, sondern in der kleinstädtischen Peripherie des nordtaiwanesischen Landkreises Taoyuan etwa 50 km entfernt von der Hauptstadt Taipei liegt, durch eine Palmenfront und die flachen Verwaltungsgebäude dahinter sehen aus wie eine Straßenmeisterei oder dergleichen. Die knappe Zeit am Sonntagmorgen und das Gegenlicht verhinderten eindrucksvolle Fotos, aber viel zu sehen gab es von außen wirklich nicht und innen ist Fotografieren sicher verboten.


Einfahrt unter Palmen. Innen herrscht Stein vor.

Man parkt sein Auto auf einem ungewohnt kleinen Parkplatz (beim Rangieren aufpassen, das Wärterhäuschen nicht umzufahren) und betritt dann durch das Tor einen wieder relativ hübsch aufgemachten Wartehof mit adrett geschnittenen Bäumchen unter der stacheldrahtbewehrten Mauer. Ein "Convenience Store", wörtlich ein "Bequemlichkeitsgeschäft", lädt zum Schoppen für die Gefangenen ein. Hier steht eine Schrankwand mit Mustern und man füllt ein chinesisch bedrucktes Formblatt aus, auf dem man die gewünschten Güter bestellt, denn man darf in der Regel keine Sachen ins Gefängnis mit herein nehmen. Es gibt taiwanesische Schokolade zu kaufen, bei Ausländern hier verhasst oder wenigstens gemieden, aber auch türkische Schokokugeln mit Nussfüllung von erträglicher Qualität, lecker aussehende Schokoküchlein mit Cremefüllung, all das gibt es auch draußen zu kaufen. Leckerer taiwanesischer Nussbruch (Nüsse in Zuckerfassung) und ein paar nett aussehende taiwanesische Kekse fallen uns noch ins Auge, es gibt 3-in-1 Instantkaffee, Tomatenketchup, Haferflocken und allerlei Teebeutel. Noch mehr, was ich wegen der Verpackung auf Chinesisch nicht entziffern kann und Socken, Zahnbürste etc. Auch die süßen, aber wässrigen taiwanesischen Säfte gibt es, aber die schmecken nicht schlecht, Aroma und Farbe sorgen tatsächlich für ein grelloranges erfrischendes Erlebnis, ich trinke das selber ganz gern, aber selten. Wir merken uns vor, was wir wollen, ein Wächter empfiehlt uns, erstmal den Gefangenen zu fragen. Guter Tipp! Die überaus freundlichen Leute scheinen kaum zu einem Gefängnis zu passen, aber wir sind ja auch im "Frontend", wie man in der Computerei sagt, nicht im "Backend", wo die Gefangenen sitzen.


Typisches Wohnhaus in der Nachbarschaft

Im Wartesaal selbst fühlt man sich wie in einem etwas schäbigen Bahnhof. Während taiwanesische Behörden Musik vom Band und überall Licht und Blumen und Polstermöbel haben, fiel mir schon auf, dass die Ausländerämter ein bisschen schmuddelig und knapp an Sitzgelegenheiten sind. Das Gefängnis ist noch eine Stufe darunter, in der grauen Steinhalle kriegt man trotz des freundlichen und hilfsbereiten Personals, das einen durch diverse Antragsschlangen (aha, wir stellen eine Art Antrag auf Erteilung des Eintrittsscheins und gehen dann mit dem zur Schlange für die Ausgabe der selbigen) und Infostände mit Geduld und Hingabe lenkt, einen ersten Eindruck der Beklemmung, die eine solche Institution im Backend sicher ständig in verschärfter Form bereit hält. Überall auf der Welt, nicht nur in Taiwan. Manchmal verlieren wir den Überblick, wo man wofür wartet und oft helfen uns Angehörige, die freundlich Lächeln und helfen und Taiwan von seiner besten Seite zeigen. "Wie kommen hier bloß die angereisten Angehörigen von Ausländern ohne Chinesisch durch?", frage ich mich kurz, denn ich habe ja meine Frau. Vermutlich nimmt sie ein Wärter bei der Hand. Sonst ist man da verloren.

Alsbald ging es durch eine schmale Tür hinein. Ausländerkarte bzw. taiwanesischen Perso vorzeigen und schon gingen Frau und ich in einen langen schmalen Gang, in dem eine grünlich gefärbte Glasscheibe mit weißen Gitter die Gefangenen von den Besuchern trennt. Die Besucher stürzen schnell auf einen freien Platz und nehmen das Telefon, um mit dem Gegangenen auf der anderen Seite reden zu können; Zeit ist knapp, das merke ich schnell.

Schon sehe ich einen Deutschen, der neugierig guckt, welcher Besucher denn für ihn sein könnte. Unser Besuch ist dem Gefangenen nicht angekündigt, seine Familie daheim in Deutschland wusste Bescheid, aber es war keine Zeit mehr ihm rechtzeitig zu schreiben. Was habe ich erwartet zu sehen? Jemanden, der verschlossen und misstrauisch ist vielleicht, einen traurigen vom Schicksal gezeichneten Menschen? Der Mann auf der anderen Seite der merkwürdig gefärbten Scheibe lächelt und setzt sich, hat schnell den Höhrer in der Hand.
"Da spricht jemand Deutsch", sagt er gleich, offensichtlich einen Deutschen erwartend. Der Mann auf der anderen Seite ist sehr schlank, denn er sitzt nun schon viele Jahre im Gefängnis ein, aber gut aussehend und versprüht förmlich Charme, als er uns begrüßt. Wir zeigen den Ausdruck einer Email seiner Familie, sozusagen als Ausweis. Die Email enthält klein gedruckte Fotos von der Familie und ihren Hunden, da sieht man, wie er sich beim Anblick der Fotos nach den Bildern förmlich verzehrt. Wir gucken daher gerade, wie wir ein paar Fotos, die uns seine Familie schicken kann per Mail, ins Gefängnis kriegen. Wir sind der erste Besuch seit vielen, vielen Jahren, sagt er uns. Die genaue Zahl will ich nicht nennen, sonst könnten findige Googler vielleicht die Person identifizieren. Wir bestellen Grüße von der Familie. Das Gespräch kommt auf die Möglichkeit einer Überstellung nach Deutschland und er fragt hoffnungsvoll, ob ich da irgendwas weiß. Leider weiß ich nichts, versichere ihm jedoch, dass seine Familie sich für ihn einsetzt, damit die Leute hier im taiwanesischen Gefängnis ins deutsche Bewusstsein rücken. Leider scheint Deutschland die Deutschen, die in Taiwan in Haft sind, vergessen zu haben. Es gibt derzeit auch keine Möglichkeit der Haftüberstellung, weil Taiwan immer auf bilateralen Verträgen bestanden hat, Deutschland aber Taiwan als Staat nicht anerkennen will und daher nur über Einzelfälle reden will.
Mein Gesprächspartner H. [Name geändert] hatte vor etlichen Jahren Drogen nach Taiwan gebracht und saß seither im Taipei Prison. Ich möchte grundsätzlich nicht über individuelle Urteile sprechen, aber der Strafrahmen bewegt sich in Taiwan bei Drogenschmuggel von Kilomengen, wie er laut Presse bei den inhaftierten Deutschen vorlag, im Bereich von Lebenslänglich. Nur ein Deutscher erhielt eine für Taiwan relativ geringe Strafe von 14 Jahren, weil er zur Aufklärung der Hintermänner beitragen konnte. Taiwan kennt die Möglichkeit einer Haftentlassung nach zwei Dritteln der Strafe; bei Lebenslänglich denkt man da in Taiwan ehr an mindestens 20 Jahre als an 15 wie in Deutschland.

Man muss sich klar machen, dass sich für die inhaftierten Deutschen noch keine Haftentlassung abzeichnet; viele können auch bei guter Führung nur darauf hoffen, dass sie -vermutlich- nach zwei Jahrzehnten Haft entlassen werden.

Von der Trostlosigkeit, die auch die Umgebung des aus nacktem Stein und Gittern bestehenden Besucherraums ausstrahlte, merkte man zunächst nichts beim Gespräch. H. plauderte bisweilen so charmant, dass ich dachte, einen netten Deutschen im deutschen Restaurant irgendwo in Taipei vor mir zu haben und wir beiden säßen da über Pils oder Eistee bei Braten und Knödeln. Die unheimliche, ja lebensfeindliche Umgebung um uns herum schien da fehl am Platze. Die Traurigkeit, die er versteckte, kam jedoch immer dann heraus, wenn das Thema auf Besuch oder Versorgung kommt. Er ist allein. Nur das deutsche Institut schaut alle drei Monate mal vorbei, sonst niemand.

Die Familie kann sich die hohen Flugkosten nach Taiwan nicht mehr leisten und weil man auch nur für dreißig Minuten mit dem Häftling einmal alle vier Wochen sprechen kann, stellt sich auch die Frage, ob das Sinn macht. Psychisch extrem belastend ist auch so ein Besuch, wie ich von Angehörigen erfuhr.
"Und die Taiwanesen erhalten jeden Monat Besuch und vor allen Dingen Essen mit rein gebracht!", erklärte uns H. mit Nachdruck. Ich begann die psychische Folter zu erahnen, Monat für Monat zu erleben, wie die Mithäftlinge von ihren Frauen und Müttern mit Keksen, Kaffee und Knabbereien eingedeckt werden, während ihm selbst nur die Gefängniskost bleibt. Meine Frau und ich stellten uns Anfangs vor, es gebe im Gefängnis wenigstens gutes Essen, ein Buffet wie bei uns in der Firma, denn solch ein Eindruck wird in den Medien in Taiwan erzeugt. Tatsächlich aber erhalten die Häftlinge vergleichsweise karge Einheitskost, wohl aus knappem Budget kalkuliert, schließlich zahlt man in Taiwan nur 6% Steuern.
H. machte im Gespräch sofort einen gebildeten und wortgewandten Eindruck, sprach auch Chinesisch und Englisch. Ausländische Häftlinge werden in Taiwan dazu ermutigt, Chinesisch zu lernen, denn sie werden in den normalen Vollzug integriert. An einer stelle aber stockte das Gespräch, als ich den Begriff "Blog" verwandte, weil ich erwähnte, dass ich in anonymisierter Form über die Situation der Häftlinge schreiben wollte. "Ein was?". Unverständnis zeigte sich auf dem Gesicht meines Gegenübers. Die Lösung des ganzen: Als H. ins Gefängnis gekommen ist, gab es noch keine Blogs, der Begriff war noch unbekannt. Internet gab es schon, so konnte ich es aufklären. Mehr als alles andere verdeutlichte mir das Fehlen dieses in meinem Alltag üblichen Begriffs, wie lange er schon im Gefängnis saß.

Wir sollten gleich wiederkommen zur Weihnachtsfeier, die ein paar Tage später stattfindet, von christlichen Gemeinden organisiert und dann könne man sich ohne Gitter richtig unterhalten. H. hatte sogar einen Kontakt diesbezüglich für uns. Und beim nächsten Mal reden wir über all die anderen Sachen, für die wir diesmal keine Zeit haben, sagte H. sinngemäß, denn die Glocke trennte uns alsbald; ein rasselndes Ding wie in der Schule. Draußen wartet schon der nächste Schwung Angehörige. Vorher erfuhr ich noch, dass er mit 20 Leuten auf 16 Quadratmetern schläft und von den Parks natürlich nie etwas sieht, sondern nur zwischen der "Fabrik" zum Arbeiten und der Zelle pendelt. Man merkte, wie sehr H. sich über den Besuch freute. "Das schönste Geschenk überhaupt für mich zu Weihnachten", sagte er. Und wie er mit Worten nicht mehr loslassen wollte, als die Besuchszeit dem Ende nahte. Wie einsam man als Ausländer im Gefängnis in Taiwan sein muss, kann man sich in Freiheit kaum vorstellen.

Zur Weihnachtsfeier konnten wir es zeitlich an dem Tag (Fr., 11.12.2009) nicht schaffen, denn an dem Tag sitzen wir immer lange im Büro während draußen das Verkehrschaos um tobt. Während ich durch die grauen, hässlichen Straßen fahre, die Klimaanlage auf Zirkulation, um nicht die abgestandene Smogluft riechen zu müssen und die Augen stur geradeaus auf den Toyota vor mir statt auf die depressiv-schmutzigen Fassaden mit ihrer grellen Neonreklame, da freue ich mich auf die positiven Dinge in Taiwan. Wie die wohlschmeckende Nudelsuppe und den ruhigen Abend zuhause den Rechner konfigurierend oder amerikanisches oder deutsches Fernsehen guckend. Um aus dem Taiwantrubel auszubrechen für ein Stündchen oder zwei. Und ich bewundere H., wie er trotz des Fehlens all dieser Ablenkungen in der grauen freudlosen Umgebung überlebt. Mit nur der Hoffnung, eines Tages wieder nach Hause zu kommen. Eines Tages.

*auch der Anfangsbuchstabe stimmt nicht mit dem Namen meines Gesprächspartners überein

Upgrade-Essen
Den Häftlingen kann man in der Vorhalle eine Packung Kekse kaufen, die das Gefängnispersonal diesen dann zukommen lässt. Die Kekse waren gesund, mit Vollkorn o.ä. und sahen durchaus lecker aus. Außerdem war in Glaskästen eine spezielle Menüauswahl zu sehen, die sicher auch gegen Bezahlung für die Häftlinge für den Besuchstag gekauft werden kann. Eines der Menüs fand ich appetitlich, die anderen beiden sind zu sehr auf taiwanesischen Geschmack ausgerichtet gewesen, alle drei verdienen wohl das Prädikat "gesund und fit durch Fettfrei". Mein Favorit war der Nudelteller, mittlere Portion (klein nach deutschen Resturantmaßstäben; aber hier isst man weniger), mit etwas Gemüse- und Kochfleischbeigaben. Und dabei bitte nicht an Mutterns Maßstäbe denken. Außerdem gab es zwei Süppchen dazu. Die anderen Essen bestanden aus großer Portion weißen Reises mit etwas Gemüse und in einer Variante einer Art fischhaltigem Mett und in der zweiten Variante stattdessen mit Leber versehenes dunkelrotes Tofu. Die Gerichte sind sehr viel kalorienärmer als das, was eine Garküche für 80 Taiwandollar (etwa 2 Euro) bietet in Taiwan, aber durchaus schmackhaft.

LINKS

Letzter Artikel:
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/11/deutsche-im-horrorknast.html


Über das Gefängnis in Taiwan:
http://gefangene.blog.de/2009/11/03/taiwan-taipei-prison-7366177/

Sehr guter Artikel eines Journalisten in seinem Blog:
http://taipeh.wordpress.com/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Mein alter Artikel (die Zahl 3 ist zu niedrig gegriffen, mindestens sind es 4):
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html

Update: Hier ist ein taiwanesischer Artikel aus dem Webarchiv, der sich (absichtlich?) von den Parkanlagen und Palmen blenden lässt und das Taipei Prison als idyllischen Ort mit gutem Essen darstellt. Offensichtlich sind das völlige Falschinformationen, die aber in taiwanesischen Medien gezielt verbreitet werden. Auch ich bin dem in früheren Artikeln aufgesessen. LINK: http://web.archive.org/web/20061210062725/en.pots.com.tw/

Montag, Dezember 07, 2009

Local Elections in Taiwan: pro-Chinese could defend their position

English: Good news for Beijing, the ruling pro-Chinese KMT-Party could basically defend their position in the local elections, even if the (pro-independence*) opposition DPP made some gains. The pro-DPP Taipei Times makes the gains of the DPP look bigger though (LINK). Obviously the DPP still has not recovered from the mega-corruption scandal of its last president Chen. The way to reunion with China is paved with votes.

*Note: Taiwan is already an independent democratic Nation.

Funny note: in one village, all three candidates were from the KMT, there were no other candidates there, and all three are in jail for vote-buying. Could be from a Star Trek Ferengi episode.... http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442

Deutsch: Die prochinesische regierende KMT konnte bei den Kummunalwahlen in Taiwan von diesem Wochenende ihre Position im Westentlichen verteidigen, wenn auch mit Verlusten. Einen massiven Rutsch nach Unten gab es nicht, womit klar ist, dass sich die oppositionelle DPP, die für die Beibehaltung der schon vorhandenen Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans eintritt, sich noch immer nicht von ihrem Mega-Korruptionsskandal vom letzten DPP-Präsidenten Chen erholt hat.

Weiterlesen: Ein deutscher Journalist empfiehlt in seinem Taiwan-Blog einen Spiegel-Artikel über Taiwan und die Beziehung zu China. Sehr interessant.

Lustig: In einem Dörfchen sind alle drei Kandidaten (dort traten nur drei KMT-Kandidaten gegeneinander an, sonst niemand!) wegen Verdacht auf Stimmenkauf in Haft genommen worden. Könnte aus einer Star Trek Ferengi-Episode sein ;-)
http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2009/12/08/2003460442

Scheinegrippefall in der Familie? - Pig flu striking in the family? (Update)

English: My 12 y.o. nephew came down with high fever after two of his classmates have gotten H1N1 (pig flu). If you are diagnosed with it, you get the treatment and have a good chance of survival. My nephew however was not diagnosed with H1N1, as the test result was negative. But there had been cases of H1N1 which the test could not detect and in some cases the kids died. Praying to all available Gods he really does not have the pig flu.
UPDATE: Fever going down again. He had normal influenza while two classmates had H1N1. Tricky little guy ;-)

Deutsch: Mein 12 Jahre alter Neffe hat hohes Fieber nachdem in seiner Klasse zwei Mitschüler mit H1N1 (Schweinegrippe) diagnostiziert worden sind. Er selbst hatte aber ein negatives Resultat beim H1N1-Test. Wird man positiv getestet, bekommt man sofort die H1N1-Behandlung und hat eine gute Überlebenschance auch als Kind. Es gibt jedoch Fälle, wo der Test die Krankheit nicht erkennt und in manchen dieser Fälle sind die Kinder gestorben, weil die Behandlung zu spät kam. Hoffen wir, dass er wirklich nur eine normale Grippe hat.
UPDATE: Entwarnung: Das Fieber geht runter. Der Schlingel hatte normale Grippe, wärend zwei seiner Klassenkameraden H1N1 haben.

Freitag, Dezember 04, 2009

Wahre Vorurteile

Pauschal, aber doch meist wahr:

Wie sind die Taiwanesen, wenn man es auf den Punkt bringt?
Nervös. Immer irgendwie aufgedreht und hyperaktiv.


Was machen die Taiwanesen am liebsten?
Geldverdienen und ihren Eltern gehorchen. Und Essen. Ständig irgendwelche Kleinigkeiten.


Ihr liebstes Hobby?
Geldverdienen. Und im Verkehr wie ein Serienkiller herumrasen. Am liebsten mit deutschen Autos oder dilletantisch aufgrebrezelten Hondas und Mitsubishis, die man meist durch einen Tritt aufs Gas links oder rechts liegen lassen kann, während die Kisten langsam, aber unter mordsmäßigem Krach vorankommen.


Größter Wesensunterschied zu Deutschen?
Fast völlige Resistenz gegen Krach, Gestank und Chaos. Scheinen das Chaos zu mögen und erzeugen es wo immer es geht.
Und der Glaube an Magie. Wer nicht schwimmen kann und ertrinkt, ist von Geistern reingezogen worden.


Größter kultureller Unterschied?
Vielleicht das Familienprinzip. Hier in Taiwan ist die Familie die kleinste Einheit der Gesellschaft. Rechtlich und in sozialen Fragen dominiert die Familie. Als Beispiel kam neulich die drohende Entlassung von Berufssoldaten auf, wenn ein Familienmitglied straffällig wird.


Das Beste, was man hier als Ausländer tun kann?
Ohropax mitbringen und (als Mann) sich eine Freundin suchen. Frauen hingegen haben oft Schwierigkeiten, die Herren zu finden, weil diese schreiend wegrennen, wenn sich ihnen eine (oft kräftiger gebaute) westliche Ausländerin in romantischer Form nähert. "Heeeeelp! Oh my Gad!"(sic)


Die schönste Stadt Taiwans?
Gibt es nicht.


Die schönste Gegend Taiwans?

Überall da, wo keine Taiwanesen sind. Ernsthaft, die lassen von der Schönheit der Natur nichts übrig. Müllkippe und graue heruntergekommende Betonklötze als Stichworte.


Das Beste an Taiwan?
Extreme Gastfreundlichkeit, die Nudelsuppe und die Frauen.


Das Schlimmste an Taiwan?
Die Toilettenpapiereimer. Offen.


Beste Freizeitbetätigung in Taiwan?
Frau/Freundin. Fernsehen (ausländisches). Augen-Zumachen.






Mittwoch, Dezember 02, 2009

English teacher shot (no, no foreigners involved)

Crime is always strange when it gets close to you. Like that housewife who was shot by killers paid by her husband who was living a double life in the prostitution and gambling scene. In Laatzen, Germany, not Taiwan. Like the undertaker stabbing that millionaire's son to get the inheritance and burying him below the stair in his house. In Laatzen, Germany, not Taiwan.
Or now that guy shooting a (female) English teacher (Taiwanese, not foreign) in a NeiHu, Taipei cram school where I always park in front when I get a bread from "Subway". She wanted to separate, he didn't want, he shot her. This time obviously in Taipei, Taiwan.
Just a note.

About Taipei women


Women come in many brands in Taiwan, not only Hitachi

Someone found this on a forum and posted it on another forum, our Taiwan expat forum Forumosa.com. I swear I do not mention the word forum in the next sentence. I just have to post it here, it is great:

" Many Taiwanese women are a pain, and if you marry one, you are probably in for some serious trouble, especially if they come from Taipei, because Taipei is where they found their 'liberation' from their stuffy family who hated them from birth for being born a girl, and you'll never get them to leave. (You yourself might not ever want to leave Taipei). Even if you get her to your hometown, she'll always want to go back to Taipei."

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=92&t=82840

I would never say such thing of course. Any comments on that somebody? I can't comment. I really can't....

Dienstag, Dezember 01, 2009

Taiwan, well done (as in "steak served")

German below, Deutsch unten:!


English:
Taiwan is done. A new book by a renowned law professor (who escaped from China to Australia) has revealed China's strategy to control Taiwan in 2012. Why 2012? Because China's president Hu will step down in that year, Taiwan has presidential elections and ... well I guess 2012 sounds good for such a thing anyway with all that end of the world mumbo jumbo going on. However, it is no rocket science to conclude China wants to control Taiwan before the election of 2012. Because if the China-friendly president of Taiwan (Ma, KMT) does not get re-elected, Taiwan would have a pro-independence president again (from the DPP) and thus escape China's grasp.


what can we do? hihi

My blog here once predicted Taiwan would be basically linked to China by contracts and/or established procedures in 2012 which would make the 2012 election rather a local governor election. I fear I am right. I'll dig out the link to my old article eventually.



Ah yes, the author of the book says, the American secret service helped to gather proof for the money laundering of Taiwan's former (pro-independence, DPP) president Chen who is now in jail and whose scandal made the election of the now pro-Chinese president Ma (KMT) possible. Remember, the US needs China now (anti-Terror war, owing money to China).


Liebel lot als tot, hihi, das kennt doch auch ihl Doitsen!

And China has infiltrated the KMT to make the swing towards China-friendliness of 2008 possible, the author indicates.

http://en.secretchina.com/news/3575.html


German, Deutsch:

Laut einem neu erschienenden Buch, siehe http://en.secretchina.com/news/3575.html hat die kommunistische Partei aus China Taiwans regierende KMT-Partei unterwandert, was natürlich den Schwenk in 2008 von einer den Status-Quo bewahrenden Partei zu einer prochinesischen Partei erklären würde. Außerdem sollen amerikanische Geheimdienste dahinter stecken, dass die Geldschiebereien des letzten (Pro-Unabhängigkeits-)Präsidenten Chen (DPP) aufgedeckt wurden. Man erinnere sich, damals brauchten die USA China für den "War on Terror" und heute brauchen sie es als Schuldner. Chinas Geheimplan ist laut dem Buch, Taiwan bis 2012 zu kontrollieren, denn dann wäre ja auch die nächste Präsidentschaftswahl, wo der Kurs wieder in Richtung (der faktisch schon existierenden) Unabhängigkeit des demokratischen Taiwans von China gestellt werden könnte.
In diesem Blog war auch schon mal zu lesen, dass Taiwan bis 2012 durch Verträge und Prozeduren de-facto zu einer chinesischen Provinz geworden sein wird... rechtzeitig vor der
nächsten Wahl...

Verletzte Mopedfahrer, wieder mal

English below!


German: Kurz vor dem Eingang der Firma, wo immer die Motorroller zusammenkrachen, wieder zwei zusammengekracht. Die zwei Motorroller am Boden, teils in Bruchstücken, zwei junge Damen mit blutigen Händen kriechen zwischen den Trümmern herum. Der Verkehr fließt um sie herum, Leute gehen auf dem Gehsteig und gucken gradeaus, Mopeds, LKWs und Autos preschen vorbei. Auch ich, allerdings tadelt mich meine Frau, ich würde zu langsam fahren.


Zu Fuß ist es sicherer, da kann nur die Modeauswahl schief gehen...

Warum nicht anhalten und helfen? Weil man dann oft von den Unfallparteien als Verursacher beschuldigt und verklagt wird, ist eine der Antworten. Weil man als Ausländer sowieso als Millionär gilt, bei dem man absahnen kann. Weil es in Taiwan völlig unüblich ist zu helfen und Helfern daher unlautere Motive unterstellt werden (Was tatscht der an dem verletzten Fräulein rum? Oder will er was klauen oder sie ihrerseits verklagen?). Wenn man in Rom ist, macht man's wie die Römer und so brause ich auch vorbei. Krankenwagen kam kurze Zeit später.

Wenn ein Taiwanese auf dem Motoroller sitzt, ist das Intelligenteste daran die Motorelektronik. Weil sie ihren Verstand völlig ausschalten, wenn sie auf den Dingern sitzen. Keine Regeln, nie gucken wo man hinfährt und am Besten einen LKW zum Bremsen zwingen.

Am Surrealistischsten fand ich einmal, als ein behelmter Mann den anderen (auch behelmten) mit dem Kopf immer wieder und wieder auf den Bordstein schlug, die kaputten Mopeds anbei und die ganze Straße voll von glotzenden Mopedfahrern, die im Stau stehen und bei der Misshandlung des regungslosen Verletzten zusehen. Und ein Ausländer im bunten Hemd, der vorbeigeht und fast noch "Guten Abend" gewünscht hätte. Sehen's, wenn ich eingegriffen hätte, wäre mein letztes Seidenhemd kaputt gegangen, ich hätte mich mit dem Täter geprügelt, dann wäre die Polizei gekommen mit dem Gummiknüppel und in der Zeitung hätte gestanden: "Ausländer greift zwei Mopedfahrer an.....".

So macht man zynische Kommentare und geht oder fährt dran vorbei. Im Taiwahnsinn.


English: Driving to work, in front of the company again two scooters in a crash, their remnants lying down on the pavement of the busy street. Condition of the bikes indicating a rather heavy crash. Two young Taiwanese ladies literally crawling on the floor, I can see their bloody fingers with which they try to get a grip on the slippery surface. People passing buy busily, nobody even looks, cars are driving by, a small blue truck tries to get around them, me too. Wife blames me for not going fast enough, we drive by like all the others. Like people do in Taiwan. Because you get blamed and sued often if you help in an accident here in this country. Because Confucius said you should care for your family and friends and people make "do not care for others" out of it. Me too, not being better. Driving by. People ride the scooters as if they are on drugs here, not looking left or right or even straight on. I don't want to dive further in this madness and even get accused if I help. Later the ambulance arrives. Another day in Taiwan like all the others. Blood and oil on a busy street.

Montag, November 30, 2009

graphics card exploded (!!!!??????)

So, Ludigel plugs in his 2005 Acer Game PC, does not even turn it on, but then there is a quite loud bang, much like a light bulb imploding (so don't nag if it was an im- or explosion) and the PC refuses to turn on. Graphics cards smelled funny, took it out, plugged in PC (now also with new power supply to make sure), disconnected all other stuff like HDD and DVD-ROM and .... it turns on, the CPU fan starts turning and then the fan stops again. Most likely motherboard fried.

I had the same back in 2004 when a PC actually started to burn (a cable connected to the internal speaker), which also friend the motherboard and ruined the interface to the graphics card (as a diagnosis PCI card revealed which my wife knows how to handle). The apartment those days had flickering lights, so that might be a reason.

Before that, the ACER and another older PC often did not turn on, had to take out RAM and graphics card and then plug them back to get them started.

I've had it with PCs, I bought 3 notebooks over the last year and do not need anymore PCs in Taiwan. Must be the damned moisture here. Notebooks cope with humidity and bad power much better, knock on wood.

So rot in hell, damned Acer, as you lie there, shiny and new (at least looking like it) on the floor, with your blue motherboard and matching blue graphics card. ROT IN HELL!
:raspberry:

HDD makes a good enclosure for backups now with a SATA cable and power thingy.

Step by step into dictatorship ? Toupet ab, auf in die Diktatur

English:

Over and over again during the trial of the last president of Taiwan (who stood trial for corruption), Chen Shui Bian, DPP, a politician of the newly ruling KMT spoke on TV each and every lunch time in Taiwan and nagged what a bad, bad guy Chen was. Yeah he was. Yes his wife also. Yes and his daughter is moody and that presidential dog is a mean beast. At least to the taxpayer who paid his food.
However is this the way TV should do their job? By allowing the new government to try to convince the masses via remote hypnotizing the opposition is bad, bad, bad? Look into my eyes... you will not vote for the opposition anymore. And by the way, you love China and want to reunite with it. You just love Mao and Beijing...


Then finally a courageous member of the opposition approached the propagandist from behind and.... removed his fake hairpiece!
Imagine my joy when that propaganda finally ended and the mouth speaking the words of the great motherland was finally shut! However the hairpiece -"thief" was apprehended and sentenced to 6 months in jail. Not for political reasons but for denying the KMT politician the right to look beautiful.

Yeah, use the law and courts to bash down the opposition, dear government of Taiwan. That's how a democracy works. Beijing style.



"Ich liebe Taiwan", Gratis-Wireless-Internetwerbung in Form einer Figur auf Taiwans International Airport (in Taoyuan). Wenn es dem derzeitigen taiwan. Präsidenten Ma nach ginge, müsste hier "I love China" stehen, denn er hatte bei seinem Amtsantritt 2008 tatsächlich verkündet, man solle fürderhin von "China" und nicht von "Taiwan" reden (weil ja Taiwans formeller Staatsname "Republik China" lautet). I love China and Fußpilz. Yeah...


German/Deutsch:

In Taiwan sitzte ich immer Mittags in der Kantine und da läuft die Flimmerkiste. Fast jeden Mittag trat da monatelang nach dem politischen Schauprozess gegen Taiwans Expräsident Chen (der jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist) ein Politiker der prochinesischen Regierungspartei KMT mit dicklichem breiten Gesicht und hämischem Grinsen auf und erzählte während des Prozesses immer und immer wieder, jeden gottverdammten Mittag, was für ein schlechter Mensch der Expräsident gewesen sei. Jeden Mittag fand sich wieder ein Tross von Journalisten ein, der das immer und immer wieder übertrug, live im Fernsehen. Ja, Chen war korrupt, ja seine Frau auch, jau seine Tochter hat keine Manieren, ja ja ja herrgottnochmal und der Schwiegersohn ist wegen Korruption verurteil und der Hund ist auch kriminell. Ich konnte diese Visage nicht mehr sehen, so als ob einem jeden Tag jemand erzählt, dass Scharping nicht gut schwimmen kann, Kurt Beck sich hätte rasieren sollen und Gabriel (der von der SPD, nicht der Sänger) Übergewicht hat. Stimmt ja alles, aber wenn die regierungsfreundlichen TV-Sender das so einhämmernd immer und immer wieder übertagen, dann sieht man, wie weit es mit Medienfreiheit und Rechtsstaat in Taiwan mittlerweile gekommen ist.
Endlich dann fand sich ein Oppositioneller, der dem eigentümlichen KMT-Politiker names Chiu Yi sein Toupet vom Kopf riss und damit wegegerannt ist. Das war so erfrischend nach all dieser tumben Indoktrination, dass ich vor Begeisterung fast meine Nudelsuppe verschüttet hätte. Doch der Clou, er wurde anschließend zu 5 Monaten Gefägnis verurteilt, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er Chiu das Recht genommen habe, schön auszusehen.

Immer druff mit Polizei und Gerichten auf die Opposition, wenn man an der Regierung ist, so funktioniert Demokratie. Jedenfalls in Taiwan, kurz vor der drohenden Vereinigung mit China.

Pah. Link: http://www.da-imnetz.de/nachrichten/welt/toup-von-taiwans-chiu-yi-weggerissen-fuenf-monate-haft-zr-348649.html

War schon im Juni, habe es jetzt erst mitbekommen, weil das Meiste hier auf Chinesisch ist...




Donnerstag, November 26, 2009

Schnitzelträume


Lange Zeit war mein Statement über Taiwan: "Ich mag nur die Frauen und die Rindfleischnudelsuppe, sonst nichts." Mittlerweile vermisse ich zwar fürchterlich heimatliche Schnitzel und die Ruhe und Geruchsfreiheit in deutschen Straßen und Städten (die in Deutschland erstaunlicherweise nicht als Müllkippe dienen), habe aber ein ungleich positiveres Verhältnis zu meinem Gastland Taiwan gefunden. Die neue Version lautet:

Ich mag nur die Frauen und die Nudelsuppe, sonst nichts.

Auf den ersten Blick scheint das das Selbe zu sein, bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch, wie viel mehr ich jetzt von Taiwan schätzen gelernt habe.


Mittwoch, November 25, 2009

And then there is Noyes

People are choosing funny English names here in Taiwan. An engineer will call himself usually Aaron or Adam or sometimes come as far as B... in the book of English names to choose a name suitable for international business for himself. They do that in English school, which they usually attend at young age in Taiwan. But now don't think people here would actually talk English to foreigners, even my Taiwanese friends don't talk to me. They write emails, yes, but they don't talk, no. Some have uncommon names like Thor, Magic, Summer, Winter, Pussy or Hitter (a play on Hitler maybe?), Mars or Wonder.
When our QA guy in one of my last companies here told me his team member "Magic" will solve the problem, I replied to him "Then I am absolutely sure magic will manage". Guess he never got the joke.
"Yesno", I am wondering if that is a play on the tendency of people here to avoid clear Yes or No answers. Chinese actually does not have words for Yes and No, what foreigners think Yes would be is actually "correct" (due) and what they believe to be No is actually "nothing" (meo). However, in anglicized Mandarin, Taiwanese will use a lot of Due and Meo to support the foreigner's language patterns. Clever move actually.

The best name I ever encountered was "Popo Peng" though, which actually may be a real name. Well, "Popo" means "backside" in German as the thing you sit on and "Peng" means "Boom". Almost wanted to tell him the way to the toilet when he introduced himself.

So, enough of this, wife said my first name reminds her in "Pigfoot" in Chinese.

EDIT: Well, he pronounces "Noyes" as "noise". Sigh.

Bitte an die Spammer


Mir helfen die japanischen Blogkommentare, die immer bei dem Posting mit dem iGallop Fitness-Pferd auflaufen auch nicht weiter. Ich weiß ja, daß irgendwelche bizarren vibrierenden Dinge die japanische Männerwelt in helle Aufregung versetzt, so tun jedenfalls die merkwürdigen sog. "AV" Video-CDs kund, die einem Kollegen mit aufgeregtem Grinsen manchmal zustecken in Taiwan und drei Kerle mit rosafarbendem Irgendwas mit Batterie, die sich auf eine End-Dreißigjährige im Schulmädchenkostüm stürzen sind ja bestimmt furchtbar anregend, oder wenigstens furchtbar, aber könnt ihr nicht bitte mein Blog in Ruhe lassen, liebe japanische Spammer?

Und wenn man das dann übersetzt kommt folgendes dabei raus:

"You can find many to kiss woman to play. Frenzy friend find in website use thing to play and *&&*%@$2"'

wie die Bablefish-Webseite in perfektem Oxfordenglisch übersetzt. Nun schauts, liebe orientalische Herren, ich habe schon eine Taiwanesin, die verträgt sich doch nicht mit gleich zwei Japanerinnen. Was meint ihr was das für eine Streiterei gibt wegen 1895 als ihr (wenngleich ohne Plastikspielzeug) auf Taiwan eingefallen seit.


Kontext bitte selbst herstellen...

Und dann ihr Polen mit euren Viagra... .pl Webseiten. Schauts, liebe Herren jenseits und diesseits der Marienburg, ich leben in Asien, vor lauter junger Kolleginnen, die mich ständig mit Keksen füttern bräuchte ich ehr eine Tarnkappe oder Augenbinde, aber nicht auch noch das.

Das erinnert mich irgendwie an den Tag, als mich ein Pole auf einer Raststätte an der A2 fragte, wo die Autobahn nach "Breslau" sei. "Fast könnten Sie hier weiterfahren", wäre die Antwort gewesen, "wenn nicht eine kleine zivilisatorische Unterbrechung gewesen wäre". Ja okay, war unsere Schuld. Was das mit Viagra zu tun hat? Eben, darum lasst mich doch damit in Ruhe. Wie heißt das auf Polnisch?

Netopoka posti Viagrackz denkzi an Papsto stattdessen. Oder so.

Guten Morgen,
Ludigel


Unkontextuelle Links

Schon wieder Vibrationen etc.: Japaner wollen durch "Zupfen am Ohr" Fußgänger durch Städte lenken: LINK zu Heise.de


Betelnussbude. Überall in Taiwan. Ob das japansiche Ohrenzupf-Navi da hinfindet weiß ich jetzt auch nicht.

Montag, November 23, 2009

Deutsche im Horrorknast (Update)

German below, Deutsch unten!

English:
There are quite a few websites about foreign prisoners in other countries, like this one: http://www.usp.com.au/fpss/prisoners.html, but Taiwan is missing in such lists usually and no, the China section does not cover it either. Previously I thought the conditions in Taiwan jails would not be too bad, as I once read in a blog, which is seemingly dis-functional right now, the conditions would be better than in Western jails, without the major bullying, but the bad thing would be you had to eat the same food all over again and again. However the German blog http://gefangene.blog.de/ indicates the German prisoners, being in "Taipei Prison" (which is actually in Taoyuan county) would be in massively overcrowded cells with a toilet hole in the corner. And the guys with less privilege, the newcomers, get to sleep next to the toilet hole. It must be poor hell if you imagine you have to do this for at least 14 years, more like 20 or maybe life-long. I know, people in there are guilty of smuggling drugs, to my knowledge the Germans all brought Heroine to Taiwan, but in my opinion the prisoners still deserve a more humane jail and not such a place. Unfortunately the Taipei Prison is cramped with people and there is no hope for the Germans to be extradited during their jail time, because Taiwan (actually called the Republic of China by formal name) is not diplomatically accepted by Germany or most other countries. People are forgotten and the German government does not want to make a treaty with Taiwan on their behalf, not to get into trouble with China. China is claiming Taiwan and thus blocks Germany and other countries from taking up diplomatic relations with it. "To block" means to threaten economic non-cooperation, to be exact.
To remember their are also prisoners in Taiwan, who made a big mistake, but who are still humans beings, is all I ask. I hope they can get more public awareness. Yes, even if they are guilty of smuggling a substance.


German, Deutsch:


2. Update: Frau und ich waren zu Besuch im Taipei Prison bei deutschem Gefangenen, siehe HIER (http://bobhonest.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html)

Man entschuldige die "Bild"-ähnliche Überschrift, aber erfahrungsgemäß lesen es so einfach sehr viel mehr Leute und die Überschrift ist zutreffend. Ich wurde (danke für den Link) auf dieses Blog hier aufmerksam gemacht: http://gefangene.blog.de/, dieses wohl von Angehörigen und Nahestehenden von in Taiwan inhaftierten Deutschen gemachte Blog schildert aus dem Alltag von den (meiner Kenntnis nach ausschließlich wegen Heroinschmuggels verurteilten) Gefangenen. Unter anderem ist dort von einer winzigen Zelle die Rede, die hoffnungslos überbelegt ist und die in der Ecke ein Toilettenloch hat. Schon unsere Bürotoilette hier ist ein asiatischer Horrortrip, wie erst der Zustand einer vernachlässigten Gefägnistoilette in Taiwan aussieht möchte ich mir wirlich nicht vorstellen. "Desto geringer die Privilegien, desto näher am Toilettenloch" ist das Prinzip im Gefängnis, dem TAIPEI PRISON der taiwanesischen Hauptstadt Taipei.
Ich hatte auch schon einmal über in Taiwan inhaftierte Deutsche geschrieben (http://bobhonest.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html), die Überschrift "Heroin-Counter, Heroinzähler) spiegelt meine Fustration wieder, immer wieder von Heroin bringenden Deutschen zu lesen, die dann hier die Drakonischen Strafen zu ertragen haben. Der Artikel verwies auf ein englischsprachiges Blog, in dem die Haftbedingungen in Taiwan in sehr viel positiverem Licht geschildert worden (Blog funktioniert scheinbar nicht mehr), allerdings ist dort vom Gefängnis in Taoyuan (der Flughafenstadt Taipeis 45 km weiter südlich) die Rede, wo scheinbar amerikanische und kanadische Gefange sitzen.


Ist in Taiwan auch vieles locker, so ist mit der Polizei nicht zu scherzen (hier alledings bei einer Demo gegen Tierquälerei in staatlichen Tierheimen)


In Taiwan gilt die Faustregel, dass Täter um so größeren Rabatt kriegen, desto nützlicher sie Taiwan auf politischer Ebene sind, man beachte, dass Taiwan international nicht anerkannt wird als Staat. So gibt es theoretisch die Todesstrafe bei Drogendelikten, sie wird aber bei westlichen Ausländern nicht angewandt. Sortiert man die Gefangenen auch bezüglich der Unterbringung nach Nützlichkeit? Das amerikanische AIT, die inoffizielle Vertretung der USA in Taiwan, lässt Taiwans Regierung oft zittern, wann immer ihr Wort erschallt. Hingegen ist die deutsche Vertretung ein zahmer Papiertiger. Müssen deshalb die Deutschen menschenunwürdige Unterbringung ertragen?

Taiwan will ein demokratischer Rechtsstaat sein, der die Menschenrechte respektiert. Gefangene in so schlechten Verhältnissen unterzubringen, entspricht dem keinesfalls. Man halte sich außerdem vor Augen, dass wir hier von Haftstragen von mindestens 14 Jahren, oft von Lebenslänglich reden. Auch wer Drogen geschmuggelt hat bleibt ein Mensch und hat das Recht auf menschenwürdige Behandlung. Scheinbar verletzt dies Taiwan krass.

Weil China Taiwan beansprucht, hat kaum ein Land diplomatische Beziehungen zu Taiwan, deshalb gibt es kein Auslieferungsabkommen und keine Chance, dass die Verurteilten ihre Strafe unter menschenwürdigen Bedigungen in der Heimat absitzen können.

Dieser Artikel wird von mir noch auf Englisch übersetzt. Wer weiteres Material hat, kann es mir gerne schicken. Hoffentlich ergibt sich in der Sache noch mehr, denn die Inhaftierten sollten stärker in das Bewusstsein der Menschen in Deutschland gerückt werden. In einschlägigenen Internetseiten über "foreign prisoners" fehlt Taiwan fast immer, weil es eben nicht als Staat anerkannt ist. So sitzen da Deutsche im südostasiatischen Kerker ohne jedwede Unterstützung.

LINKS:

Die schlechte Versorgung im Gefängnis in Taiwan:
http://gefangene.blog.de/2009/11/03/taiwan-taipei-prison-7366177/

Sehr guter Artikel eines Journalisten in seinem Blog:
http://taipeh.wordpress.com/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Mein alter Artikel (die Zahl 3 ist zu niedrig gegriffen, mindestens sind es 4):
http://bobhonest.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html

Update: Der wohl ungewöhnlichste Fall: Deutscher bringt 5.1 kg Heroin für ein Taschengeld, kann dann aber zur Aufklärung der Hintermänner beitragen: www.ra-neiss.de/sec-files/inter_05_07.pdf
Im Dokument sind noch andere Kriminalfälle enthalten ohne Bezug zu Taiwan und ein weiterer Drogenkurierfall bzgl. Taiwan

Freitag, November 20, 2009

Another Candadian "Englishy Teachur" busted with drugs

English:

Can't you Canadians just buy the Fishermen's Friends at 7/11 and stop this weed-growing thingy? In one month, 3 English teachers had been arrested by Taiwan police in relation to drugs. See at the end of the thread here:
http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=83469&p=1074945#p1074945

On a far more serious note I will write about the Germans in Taiwanese jails soon, they are (at least to my knowledge) all in there for Heroin-smuggling. And articles will be English and German again in the future, I was overworked for a while and had neglected the English version.


Taiwan police logo

German, Deutsch:

Innerhalb eines Monats sind drei Englischlehrer in Taiwan wegen Drogenbesitzes festgenommen worden, zwei davon Kanadier. Oder waren es drei Kanadier und ein Südafrikaner? Ich verliere den Überblick.

Im sehr viel ernsteren Rahmen will ich demnächst noch einmal über die Deutschen schreiben, die in Taiwans Gefägnissen wegen Heroinschmuggels sitzen. Mein Blog pendelt verrwirrenderweise thematisch zwischen Straßenhunden, Drogen und sarkastischen Kommentaren, wem das nicht reicht: das Techblog (http://friedandonastick.blogspot.com/) gibt es ja auch noch.

Mistake of the week

... to tell wife what a Llama does when a water bottle is near...


Fehler der Woche...

... Frau zu erklären, was ein Llama macht, wenn eine Wasserflasche in der Nähe ist.

Mittwoch, November 18, 2009

Protest at Executive Yuan: Pics and Videos!



The November 17 protest in front of the Executive Yuan (government) in Taipei, Taiwan had a good number of participants. See the report below.
Conditions in Taiwan's municipal animal shelters are horrible. As people do not neuter their bitches and usually let male and female dogs just stray around, Taiwan has an enormous street dog population. Municipal workers who usually collect the garbage have the job to catch them and bring them to the shelters. There, conditions can be only described as those of a death camp. Hardly fed the dogs get stuck with their feet between the bars of their cages and suffer a slow and painful death. Euthanization usually comes on the 7th day. See images about a neglect and injured dog here (http://osttellerrand.blogspot.com/2009/11/dog-shelter-horror-skewer-in-mouth.html) and below.

For that reason, East.org.tw, a Taiwanese environmental and animal welfare organization, had been organizing a protest in front of the Executive Yuan, see the invitation here: http://osttellerrand.blogspot.com/2009/11/protest-against-cruel-animal-shelters.html
Now this took place on November 17th, see the images as below:


In the driveway of the Executive Yuan...

People displaying their protest sign and holding speeches via megaphone. Most are animal welfare activist using their own money and time to safe stray dogs neglected by others.

This young dog got stuck in the cage and nobody saved it, it died a slow and painful death. Workers of the animal shelter refused to grant access to the dogs so the dog savers could not rescue the dog and only take a photo.

Almost all banners and signs were Chinese, some in English and even one in German (stray-dogs.org, the rescue organization affiliated with this blog provided those).

Some were wearing masks, probably more afraid their employer might sanction them than of the government, because the protest was legal. Street dogs are not popular in Taiwan, dog savers often get verbally attacked.

Taiwanese press. Also a German reporter was at the event.

Most visitors/participants were naturally locals, also Taipei's foreign community was represented with a few people; remember it was a work day so you can't expect everybody to come.

Colorful protest...

... getting the attention of the press

The protest was peaceful. Note police in front of the entrance of the Executive Yuan in the background.

Stray-dogs.org's sign*** in the background, a KMT and a DPP politician promising improvements in the foreground (both legislators).

Anybody knowing more details about the politicians is invited to post a comment.

Press (foreground) and protesters


...

Finally some representatives of EAST.org.tw could join the politicians to go inside.

Finally a representative of the Executive Yuan speaking to the crowd and discussing with the protesters a long time. The tone of the discussion was friendly. Remember we are Confucian here.

A policeman filming the speech of the representative.


Government building next to the protest:

See the videos here.


Part 1


Part 2


[ videos and some pix removed ]

*** wording of our protest sign kindly provided by poster Nemesis from Taiwan's expat online community Forumosa.com

See you next time.

Photos: all but last one by Stray-dogs.org, last one by Boogier Chen, http://www.pbase.com/boogier, videos by Taiwanese dog rescuers

Lesetip zur Pressefreiheit in Taiwan

Taipei. Taiwan. Endlich habe ich auch den zweiten Blogleser names Klaus persönlich getroffen. Klaus aus Hamburg ist ein Journalist der jetzt in Taiwan (Taipei) lebt. Seinen Artikel zum Thema rückläufiger Pressefreiheit in Taiwan sei meinen Restlesern (die Nichtkläuse und auch weitere Leser namens Klaus, soweit vorhanden) ans Herz gelegt. Noch ist die Presse frei, aber die chinafreundliche KMT-Regierung dreht halt an allem herum.

http://taipeh.wordpress.com/2009/11/06/einmal-alles/ (LINK)



Foto: Ein altes Auto mit den Flaggen Chinas fährt durch das Regierungsviertel von Taipei, Taiwan. Offensichtlich unerstützen die darin sitzenden Herren, die laute Revolutionsmusik spielen lassen, die Annektion Taiwans durch China. Taiwan ist im Gegensatz zu China eine parlamentarische Demokratie mit eigener Flagge, Verfassung und Regierung. Viel werden die immer wieder herum fahrenden Herren verlacht, sind eine Art "fliegender Holländer" von Taipei. Leider hat jedoch der prochinesische Präsident Taiwans momentan die selbe Idee...

Montag, November 16, 2009

Schnellartikel über Expats


Living la vida locker in Taiwan?


Toller Artikel über Expats in Taiwan:

http://www.taiwanreporter.de/wp-content/uploads/2009/04/091030-Handelsblatt-Ortswechsel.pdf

Genau, ich muss meine Repräsentation hier auch mal multi-kultimässig streamlinen.
Etwa so:

Reporter: Also A...äh...Adolf..., Sie leben jetzt seit 5 Jahren in Taiwan wie gefällt's?

Adolf E. Pankraz: Super! Also ehrlich, wer gerne viel und hart arbeitet, wer gerne wie ein Derwisch mit Feiztanz durch den Verkehr rast und dabei die Bordsteinkanten abschrammt und gerne laute, harte Städte mit freundlichen Menschen und Nudelsuppe mag, der ist hier genau richtig.

Reporter: Äh.... OK.... ich schreibe das nachher ein bischen um.
Also, wie haben Sie denn in Taipei ihr Geld verdient?

Adolf E. Pankraz: Oh, ich habe hier schon alles gemacht, übersetzt, gekocht, geputzt, war Experte für Lautsprecher und Osterhase, einmal sogar eine Sitzecke für 5 Personen...

Reporter: Eine was?

Adolf E. Pankraz: Sitzecke für 5 Personen. War ein harter Job, wissen Sie, die Taiwanesen pupsen immer so am Tisch, aber das haben wir alten Germanen ja früher auch..

Reporter: Okay Okay! Nun, wie sieht es mit dem Chinesisch aus?

Adolf E. Pankraz: Ich spreche fließend Apfelsin, Rosmarin, Zara Leander und Hoklohippnonesisch im "zwei Flüsse schneiden sich bei Mondlich"-Dialekt in der Dschungho-Dschingiskhan-Variante....

Reporter: Super, super, also fließend....

Adolf E. Pankraz: [ganz leise] Mich versteht nur nie einer....

Reporter: Wie war das?

Adolf E. Pankraz: Ach nix.

Reporter: Und wie ist es mit Gehalt und Urlaub?

Adolf E. Pankraz: Wir coolen Expats wollen sowas nicht. Wer gerne ohne Urlaub, Gehalt und soziale Absicherung arbeitet, für den ist Taiwan genau richtig. Zwölf Stunden ackern und dann hat man endlich die Morgenmails sortiert und fängt erst so richtig zu arbeiten an, während der Chef daneben steht und drei hysterische Anfälle bekommt, weil er die englische Email vom Kunden wieder mal nicht verstanden hat, in der nur "danke für die gute Arbeit" stand, der Chef aber "Ihr seit Vollidioten und ich verklage die Firma" verstanden hat, weil er nicht richtig Englisch kann. Das wiederum liegt daran, dass die Englischlehrer hier alles zugekiffte "some College"-Idioten aus Kanada sind, die nicht mal ihre Hose...

Reporter: Okay, okay, danke, ich denke ich habe jetzt genug Material.

Adolf E. Pankraz: Genau, materialistisch sind die Leute hier. Nur Geld, Geld und Arbeit. Aber wir coolen Expats sind da natürlich mit vorne weg, nach 20 Stunden Arbeit fühlen wir uns erst wohl, verzichten sogar aufs Gehalt, sind die Vorhaut der Arbeiterklasse, wenn sie verstehen was ich meine

Reporter: [duckt sich, sucht nach dem Ausgang] Vielen Dank, äh, .... ja.... bringe ich irgendwo unter ....


Exotische Unterwasserwelt in Taiwan (neh, halt, das ist das Aquarium in Hannover)


Ne, jetzt mal Ernst. Der Klaus Bardenhagen, der den obigen Artikel geschrieben hat, wollte mich auch mal interviewen. War aber nix geworden ;-) Schade, dabei hätte ich ihm obiges Interview mit meinem Freund und Expatkollegen ermöglichen können...


Protest against cruel animal shelters

Update: see images and videos from the protest HERE: http://bobhonest.blogspot.com/2009/11/protest-at-executive-yuan-pics-and.html

On November 17, 10.00-12.00am in front of Executive Yuan (front entrance) there will be a protest against the mistreatment of animals in Taiwan's municipal animal shelters.

行政院
地址:臺北市中正區忠孝東路1段1號
Address: 1 Sec. 1 Zhongxiao E. Rd Taipei 10058 Taiwan TEL: +886-2-3356-6500

* 捷運:板南線或淡水線台北火車站7號出口或板南線善導寺站1號出口
* 公車:262、605、忠孝幹線、22、257、15...等線於行政院或善導寺站下車。

How to get there: Using MRT, get off Taipei train station, exit No. 7.
Or get off Shandao Temple, exit No. 7.

Or take bus instead, Bus No. 262、605、22、257、15. Get off the Executive Yuan station or Shandao Temple


VIEW maps completely: With Firefox, right-click on the images and select "view image". Then click on the picture to make it bigger.
Must be similar with IE.

Image

Image

Note: The guys organizing the protest would like to know who is coming in advance, so they give the following contact data:

email (eastfree@east.org.tw) (FAX) 02 2239-7634
(telephone) 02-22398105~6

They would like to know real name and contact phone No.

Or you can contact us at taiwan@stray-dogs.org



This is Taiwanese org doing it and they want to know how many people are coming. If you are worried handing over your contact data to Taiwanese (for stay permit or work permit reasons) you can send to us, a handle instead of real name and email would suffice (even if the organizers want real name) and we forward it to the organizers.

However as it is now Monday I think pre-registering is not so important. They got a lot of announced participants, let's hope the rain, which is coming on Tuesday, does not ruin the protest.


Qife and I will go there, we are not part of the organizers.

Mittwoch, November 11, 2009

Dog shelter horror (skewer in mouth)

[German below, Deutsch unten]


English:
Skewer in mouth.
Animal rescuers found this dog in a Taipei county shelter (Taiwan). It had been chewing on some piece of skin or whatever that was, which was tied to some kind of skewer. Not sure why any idiot would put such thing in a dog cage. The result was the dog getting the skewer screwed deeply into his gums, which must have been extremely painful. It was sitting many hours with the skewer and the meat stuck in its mouth and of course no-one from the county shelter people bothered to help.




Click image to enlarge. Note the bloody skin-like object obviously meant for chewing with some kind of sharp stick attached to it.

Later, they just dragged the dog around on a leash, but did not help. When animal rescuers saw that and confronted the shelter personnel, they were just saying "hey, it's only a street dog".
The dog (only 4 months old) was rescued by the animal welfare activists (with help from a professional because the dog was so in pain it did not let anyone near it) and brought to a veterinarian.


In treatment finally. Note the hole from the skewer on the right hand side.

The dog is under supervision by the vet now and is not eating now because of the pain. The infection of the gums is severe, so it is wait and see and hope for the best now.

The photos are from http//www.savedogs.org.




Stray-dogs.org is a dog rescue organization which in a way originated from this blog


German, Deutsch:
Spieß im Mund.
Hunderetter haben diesen Hund in einem Tierheim im Landkreis Taipei (in Taiwan, Quelle:http//www.savedogs.org) gefunden. Irgendein Mitarbeiter des Tierheims hatte einen spitzen Stock oder Spieß in den Käfig gesteckt, an dessen Ende etwas getrocknete Tierhat zum Kauen aufgespießt war. Ziel dieser Aktion war wohl, dem in dem kleinen Käfig gefangenen Hund etwas zum Beißen zu geben, aber das unvermeidliche Resultat dieser blödsinnigen Art und Weise war, dass der Hund den Spieß mit samt der Kauhaut im Zahnfleisch stecken hatte. Stundenlang saß das Tier (erst 4 Monate alt) so unter großen Schmerzen im Käfig und niemand hat geholfen. Schließlich kam ein Arbeiter des Tierheims und hat den Hund nur grob am Halsband durch die Gegend gezogen. Als Tierschützer, die öfter mal die Heime besuchen zwecks Tierrettung, das sahen und den Arbeiter darauf angesprachen, entgegnete dieser nur: "Und, sind doch nur Straßenhunde". Die Tierschützer riefen erst professionelle Hilfe, um das Tier, das niemanden an sich heran ließ, aus dem Käfig holen und zum Tierarzt bringen zu können. Der Spieß ist jetzt entfernt, auf dem Foto unten rechts erkennt man deutlich das stark entzündete Loch im Zahnfleisch. Der Hund frisst jetzt wegen der Schmerzen nicht, jetzt heißt es abwarten und hoffen. Wenn die Entzündung wieder weggeht hätte dem Tier der Spieß letztlich das Leben gerettet, denn in Taiwans Tierheimen werden Hunde am siebten Tag nach Ankunft eingeschläfert (oder auch auf unangenehmere Art und Weise getötet).

Die Fotos sind von http//www.savedogs.org.

Montag, November 09, 2009

Bambusgang-Triade oder der andere Filz?

Local elections in Taiwan

English below!

German:





Als "cute", niedlich, will dieser Kandidat der Kuamintang gelten...


Entscheiden Sie selbst!

Über Demokratien soll man respektvoll reden, also ignorieren sie die Überschrift. Taiwan war vor 1895 maximal lose an das chinesische Kaiserreich angebunden, die meiste Zeit über garnicht, von 1895 bis 1949 dann japanische Kolonie und seit 1949 existiert es als eine Art "Republik China auf Taiwan", weil sich Regierung, Teile des Bürgertums und Militärs 1949 auf die Insel Taiwan abgesetzt hatten, wo die japanischen Kolonialtruppen Befehl von den Amerikanern (die ja schließlich Japan 1945 besiegt hatten) bekommen hatten, sich den Abgesandten der Kuamintangpartei (die die Republik China diktatorisch beherrscht hatte) zu ergeben. Auch nach der kommunistischen Machtübernahme in China (aber eben nicht in Taiwan) blieb die Kuamintangregierung auf Taiwan die einzig international anerkannte chinesische Regierung, bis sich Nixon in den 70er Jahren den Genossen in Peking hingab und Taiwan aus der UN austrat/rausgeschmissen wurde (irgendwie fand wohl beides gleichzeitig statt) und seither fast niemand mehr Taiwan (die Republik China) als eigenen Staat anerkennt.

In Taiwan sind bald Kommunialwahlen und die Straßen mit Wahlwerbung geflaggt.

Hier will ein Kuamintangkandidat gewählt werden, auf dem Foto in Partei- und Landesfarben (die Flagge der Republik China/Taiwan ist mit der Parteiflagge der Kuamintang weitestgehend identisch). Die Kuamintangpartei stellt derzeit den Präsidenten (Ma heißt er) und hat sich über die Jahre vom Status Quo, der Taiwan als irgendwie chinesisch, aber eigenen Staat ansieht, zu prochinesisch und die Vereinigung mit der Volksrepublik China betreibend gewandelt. Vereinigungsverhandlungen finden gerade statt, allerdings nur durch Parteiabgesandte von taiwanesischer Kuamintang und chinesischer Kommunistischer Partei; wegen der Nichtanerkennung der taiwanesischen Staatlichkeit durch die Chinesen.

Hier macht die oppositionelle DPP (Demokratische Fortschrittspartei) eine Wahlkampfveranstaltung in Jhongli. Die Dame auf dem Moped steht auch nur wie ich im Stau, bitte nicht das Kennzeichen nach Peking melden, danke! [Edit: Doch lieber unkenntlich gemacht]

Die DPP sieht die existierende Republik China/Taiwan als schon faktisch existierenden souveränen Staat an (stimmt ja auch, eigenes Militär, Regierung, Steuern etc.) und will sich um internationale Anerkennung Taiwans bemühen. Gezeichnet ist die DPP durch die Korruptionsaffaire des letzten Präsidenten (2000-2008 an der Macht). Die regierende Kuamintang hat sich durch ihre Chinahörigkeit und Untätigkeit in vielen Politikfeldern (Marakot-Taifun, Melanin-Lebensmittelskandal, Rindfleischimporte aus USA) aber auch viele Sympathien vertan. Auch der Schauprozess gegen den DPP-Expräsidenten, bei dem der Richter mitten im Verfahren ausgetauscht wurde und vertrauliche Gespräche zwischen Verteidiger und Mandanten in der Presse (offensichtlich aufgezeichnet und abgetippt) erschienen, warfen in den Augen vieler ein negatives Licht auf die Regierung und viele befürchten einen Rückfall in alte diktatorische Zeiten. Demokratie gibt es in Taiwan seit etwa 1992, noch hat man also die Wahl in Taiwan, ob das so bleibt, ist wegen der Vereinigungsverhandlungen zwischen Kuamintang und Chinas KP ehr unklar.



"Gehen Sie zur Wahl solange das noch geht", möchte man sagen. Wie wäre es mit der Behindertenpartei (gab es jedenfalls 2004) oder der Tierschutzpartei (soll es auch geben)? Oder man wählt halt, ob man die Vereinigung mit China möchte oder nicht und kneift ob der Korruption in Taiwans Politikerklasse (die Kuomintang ist mit der nordtaiwanesischen Triade "Bambusgang" verbandelt, die DPP hatte den Präsidentenfamilien-Korruptionsskandal) beide Augen zu...

P.S.: Viel hübscher als den da oben finde ich ja diese DPP-Abgeordnete way down south in Pingtung: http://www.ly.gov.tw/ly/en/03_leg/03_leg_02.jsp?ItemNO=EN130000&stage=5&lgno=00075

Hier nochmal. Ihre Augen funkeln immer so schön, bevor sie die Kuamintang-Heinis verhaut (http://gbpic.chinareviewnews.com/upload/200804/24/100627883.JPG).


English:

We have local elections in Taiwan now and the current president of Taiwan being very China-friendly and in fusion talks with China (about a "re"union of Taiwan and the People's Republic of China) makes me think if there will be many more elections. Probably 2012 will be the last presidential election in Taiwan. Anyway, this time voters still have the choice, you can vote for the ruling Kuamintang Party, also called KMT, which once ruled over the mainland of China and then withdrew to the island of Taiwan where they continued the so-called Republic of China***, which is commonly referred to as Taiwan, or the opposition, as it should be.

Those KMT guys kind of shifted from the traditional party line of maintaining the status quo with China (which is about having two countries calling themselves China) to the current open re-union talks, which may even sacrifice the Taiwanese democracy. Taiwan has a parliamentarian democracy since 1992 (first real presidential election in 1996) and it would be a damned shame if Taiwan would end up as some backwater province of the totalitarian system we know as the People's Republic of China.

The DPP on the other hand (DPP translates to Democratic Progress Party) wants to maintain Taiwan as a democratic nation and wants to treat China as a neighbor. Not more and no less, just another country, a neighbor. Taiwan and China, two things. Unfortunately the DPP is still suffering from the last presidency of Chen, DPP, who was the President from 2000 to 2008. His corruption scandal was unprecedented and he is now in jail. However the way his trial was being carried out, propaganda style, may already show what kind of future the KMT has in mind for the island of Taiwan. "Change" is the slogan of one candidate where I live. Well, if the country is already a democratic human rights respecting nation, "change" can actually be a bad thing.


***enforcing their dictatorship onto the island of Taiwan which was a Japanese colony previously and before that a loosely, hardly at all connected part of China