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Donnerstag, Oktober 20, 2016

(Weiter) Auswandern, neuer Versuch

Perspektiven in Manila

Am 29.10. soll es nun endgültig soweit sein, wenn nichts dazwischen kommt. Wir wollen Taiwan verlassen. Interessant ist, dass es offenbar die Möglichkeit gibt, dass ich meine Rentenbeiträge (und auch die zur gesetzl. KV Taiwans) weiter zahle, um den sonst zu geringen Rentenanspruch über die Mindestbeitragsgrenze von 15 (in Praxi offenbar 16) Jahre zu heben. Erst ab 16 Beitragsjahren bekommt man eine monatliche Rentenzahlung statt einer geringen Einmal-Abschlagssumme. Allerdings steht das Ganze auf der Kippe, da zumindest beamteten Ausländern in Taiwan die monatliche Rentenzahlung zu Gunsten der geringen Einmalzahlung verweigert wird, wie mir ein Betroffener berichtet hat.




Wie stehen die Dinge nun in Manila? Das schon existierende Druckerei-Outlet, der Aufkleber und Firmenschilder produziert und der Druckerei der Familie der Schwester meiner Frau dort angeschlossen ist, scheint langsam in Fahrt zu kommen. Das geplante Restaurant wartet auf Lizenz und Steuernummer. Sorge bereitet mir hingegen die politische Entwicklung. Ich will der oft vorgefundenen Empfehlung folgen, mich als Ausländer aus der Landespolitik auf den Philippinen heraus zu halten und werde daher nicht die Entscheidungen des neu gewählten Präsidenten Duterte positiv oder negativ beurteilen. Aber rein aus Endverbrauchersicht stellt sich eben die Frage, ob man dort hin ziehen will oder nicht trotz vorbereitetem Geschäft und fertigem Visum.



Gegenwärtig operieren mindestens mit Duldung des Präsidenten offenbar Todesschwandronen im Land, die Leute in einer Art landesweiter Drogenkartei mit ehemaligen oder gegenwärtigen Süchtigen und Drogenhändlern - offenbar vorzugsweise kleinem Kalibers - schlichtweg töten. Im Supermarkt, daheim oder auf der Straße. Dabei gab es auch schon den ein oder anderen unschuldigen Toten, darunter eine 5jährige Tochter eines solchen Exekutiveopfers. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit gering als Normalo damit zu tun zu haben. Man müsste wohl schon eine Reifenpanne in einem schlechten Viertel haben und sich gerade eine fehlgeleitete Kugel einfangen, um hier Opfer zu werden.



Weiße Ausländer befürchten oft, als nächste auf der Liste der Todesschwadronen zu stehen. Sicher nicht ganz abwegig der Gedanke, wo man grundsätzlich aufpassen muss, wenn man in einem autoritär regierten Land lebt und sich gravierend von der Mehrheit im Lande unterscheidet. Noch gibt es aber keine Hinweise in dieser Richtung. Extremszenarien kann man sicher entwickeln, etwa einen neuerlichen "Spruch" des rhetorisch oft frei-nach-Schnauze redenden Präsidenten, der zu neuerlichen diplomatischen Verwicklungen mit Washington führt und einer Überreaktion der Todesschwadronen, die vielleicht ohne Absprache mit "denen da oben" einfach mal als Rache den ein oder anderen Weißen abschießen wollen. So weit das rein hypothetische Szenario. Oder eben der Gedanke, als Konkurrent eines einheimisches Geschäftsmannes unschuldig auf die Todesliste gesetzt zu werden.



Soll man weg bleiben? Wir wollen derzeit unser Investment dort nicht im Stich lassen auch wenn ich selbst mit einem Auge auf die Nachrichten mein Gepäck immer griffbereit haben werde mit Blick auf den Flughafen. Man muss eben aus rein praktischen Gründen respektieren, wenn sich die weisen Einheimischen dazu entscheiden sollten, dass wir Weißbrote nicht mehr gewollt sind im Lande. Wenn das irgendwann mal der Fall sein sollte. Wir gottverdammten auswärtigen Investoren können schließlich nicht immer darauf bauen, auch wirklich mit unserem gemeinen Ausländergeld willkommen zu sein.



Bis dahin gilt: Ick liebe den Präsidenten - muss ja - und als Chief Marketing Officer des Restaurants schlage ich vielleicht einen 10%-Discount für Todesschwadronen vor. Aber nur mit vorgehaltener Waffe ;-)

UPDATE: Die Presse meldet aktuell, dass die US-Botschaft in Manila Ziel von anti-US-Protesten war, die "ausländische Intervention" u.a. kritisierte und "US-Truppen raus" forderte. Die Filipinos sind  schnell, das muss man sagen. Simbabwewi Simbabwewo* wäre die nächste Eskalationsstufe ein Steinigen und mit Molotov-Cocktails-Bewerfen der Botschaft, begleitet von Übergriffen auf weiß aussehende Leute. Anlass für die Demos sind offenbar neuerliche Äußerungen des Präsidenten. Mal gucken, wie die Lage am Abflugtag ist ;-)

https://www.theguardian.com/world/2016/oct/19/philippines-police-van-rams-protesters-outside-us-embassy-in-manila

* inspiriert von einem Kommentar eines Vorartikels

Mittwoch, Oktober 19, 2016

Dienstmädchen quälen extrem, by Schwiegermutter

oder: "50 Shades of Schwiegermutter"


Hier geht es aber nicht um die Geschichte der O, 91/2 Wochen oder 50 Shades of Gray, sondern um den Versuch, Schwiegermutter nach ihrem Verkehrsunfall - das Taiwanblog hatte berichtet - mit einer Haushaltshilfe auszustatten. Das Resultat war eine Reihe von mittelalten bis jungen Frauen aus Indonesien bzw. Vietnam, die jeweils unter schwiegermütterlichem Dauergemeckere das Weite gesucht haben. Die herzensgute Frau kann es nicht ertragen, wenn die Dienstmädchen mal nach 16 Stunden Arbeit kurz einnicken. Sie setzt die Frauen auf Brot und Marmelade mit Spiegelei und zürnt jeder freien Minute Handybenutzung hinterher - im Schneidersitz auf dem Boden in irgendeinem Zimmer. Ein eigenes Zimmer haben die Frauen natürlich nicht. Es ging ihnen immer noch besser als dem ersten Dienstmädchen vor Jahren, das alle 30 Minuten aus dem Schlaf geklingelt worden war, um den damals noch lebenden und pflegebedürftigen Vater meiner Frau zu versorgen. In einem ehrlich gesagt nach Krankheit riechendem Zimmer auf dem harten Boden schlafen und alle 30 Minuten geweckt werden - die wahre Hölle liegt in Taiwan.

Komisches Zeug passiert auf dem Planeten Taiwan

Drei der Damen waren muslimisch. Eine - vom liberalen Flügel kleidungstechnisch - trug tief ausgeschnittene Tiger-Blusen und hautende Hosen am ehr kräftigen Körper und funkelte mich misstrauisch an, als sei ich George Bush in Person. Eine andere ebenfalls muslimischen Glaubens hatte ein ruhiges, damenhaftes Wesen und versuchte Schwiegermutter Ruhe und Verständnis entgegen zu bringen.

Am Ende konnte es jedoch mit den hohen Ansprüchen der Damen nicht klappen. Sie wollen essen und schlafen, unerhört! So geht das nicht bei der lieben alten, herzensguten Dame, die ihre Dienstherrin war und offenbar für eine Aschenputtel-Aufführung geübt hat.

Ach Taiwan, bald ist es ja nun vorbei. Auch gut.



Sonntag, Oktober 16, 2016

neuer Versuch: 12

Realsatire: Neuerlicher Fluchtversuch aus Taiwan. Ticket in 12 Tagen gebucht. Junior nach Krankheit wiederhergestellt. Teuersten Nudelsuppenladen Taiwans hier nahe dem Tri-Service-Hospital gefunden. Rindfleischnudelsuppen zwischen 500 NT und veritablen 10.000 NT. Parkt öfter ein Bentley vor etc. Keine Lust für viele Worte.
Over and out.
Mal sehen ob es einen Weg raus gibt, oder ob wieder was passiert, das uns aufhält, wie schon zweimal.
 

Sonntag, Oktober 02, 2016

Letzter Monat?

Spannende Frage, wie es weiter geht

Nachdem wir nun eigentlich nicht mehr in Taiwan sein wollten, mit Kurs auf ein neues asiatisches Gastland, haben sich die Ereignisse überschlagen. Nicht nur, dass erst Schwiegermutter einen schweren Unfall mit ihrem Lastenfahrrad hatte, bei dem leicht auch Junior (5) mit an Bord hätte sein können; es passierten noch andere eigenartige Dinge. Die Batterie vom Auto versagte und letztlich wurden wir alle drei fast in enem Parkhaus überfahren. Kurz vor der Abreise zog sich dann Junior eine veritable Gehirnhautentzündung zu, die jetzt jedoch ausgeheilt ist. Zur Nachbehandlung verweilen wir derzeit in einer 1-Zimmer-Wohnung in einer vornehmen Villensiedlung in Taipei nahe des Krankenhauses. Der Vermieter hat das vornehme Reihenhaus mit klitzekleinen Wohnungen gefüllt und verdient über seine Herrschaft über den Stromzähler durch Verdoppelung.

Es ist kein Geheimnis, dass Frau und ich über unsere Perspektiven in dem von ihr angestrebten neuen asiatischen Land unterschiedlicher Meinung sind. Ich sehe die Dinge immer eher kritisch während sie sie eher positiv sieht. Die neuesten Entwiclungen politischer Natur dort lassen mich aber schon an der Weisheit einer Übersiedlung zweifeln. Welches Land es ist will ich gar nicht mehr schreiben, da wir dort ja schon geschäftlich tätig sind und Meinungsfreiheit dort eher klein geschrieben wird. Fast täglich ist der neu gewählte Präsident dort mit neuen interessanten Kommentaren in der Presse, die einen um die Stabilität seiner Domäne fürchten lassen. Manchmal denke ich, die hölzernen Götter der Insel Taiwan wollen uns schützen und am Abflug hindern, so sehr wie wir in der letzten Zeit Pech haben.

Da nun der Abflug um mindestens einen Monat vertagt ist, ist er sicher wieder mit Fragezeichen behaftet und in der Familie Ludigel halten die Diskussionen über die Lage im neuen Fast-Gastland an. Auch wenn Hausrat bald in Paketform dort eintreffen wird.


Dienstag, September 27, 2016

Verschoben

Kurz vom Handy

Junior (5) auf die letzten Tage durch Virus an Hirnhautentzuendung erkrankt. Liegt auf Intensiv.

Wohnung schon aufgeloest, fast alles verschickt.
Geht ihm taeglich besser, kannte kurz Mutter nicht mehr.

Google Editor macht mich mit Schriftgroesse auf Handy verrueckt.

Naechste Wochen in moeblierter Einzimmerwohnung. Taiwan wnill uns nicht weglassen.

Kleiner Schwank von Junior: Als ihn die junge Krankenschwester waescht in meinem Beisein erklaert er ihr, als sie den Lappen weg legt:  Papa will auch gewaschen werden. Auf Chinesisch. Wir mussten beide lachen.

Noch im Hotel nahe Krankenhaus, draussen tobt Taifun. Frau ist mit Junior auf Intensiv.

Mittwoch, September 21, 2016

"7"

"7"

Verdammt. Auf den letzten Tagen rausgefunden, dass der Volvo MP3s vom Smartphone über Bluetooth spielen kann.

 No es Volvo.

Vorhin ist mir die Batterie vom Volvo verreckt (bevor ich die Funktion dann mit neuer Batterie entdeckt habe), als ich in 2. Reihe stand. Bordcomputer schmiert ab, Lampen gehen nicht mehr aus, Handbremse lässt sich ohne Strom auch nicht lösen. Obwohl man das Auto wegschieben müsse weil jemand einparken will. Nervig.

Eine alte Vettel will auf dem Bürgersteig mit dem Moped starten, als ich gerade da lang gehe. Ich bedeute ihr mit Handzeichen, mich nicht anzufahren. Sie hupt. Ich lache sie aus und arme ihr Hupen nach. Und denke: "Noch 7 Tage, Frau Taiwani-Tamponpon, dann kommt neuer Schwachsinn. Aber wenigstens neuer, nicht immer wieder der alte Taiwani-Kram".


 Taipei. Mucho tranquillo.
 

Dienstag, September 20, 2016

7 1/2

"7 1/2"


Und was dann kommt.



 

8

"8"

Noch 8 Tage in der Republik China aka Taiwan aka Formosa. Nach so langer Zeit, seit dem 07.02.2004, kommt es mir merkwürdig vor, die Tage so schwinden zu sehen.

 Es fällt mir schwer abschließende Worte zu finden. Denn eigentlich sind es zwei Taiwans die ich kennen gelernt habe. Oder eigentlich müsste ich sagen: Zwei Taipeis. Hier wo dieses Foto nahe dem 101-Hochhaus gemacht ist, war früher ein Viertel aus schlichten grauen Plattenbauten. Solche, die weiter weg noch heute stehen, haben meist vergitterte rostige Fenster. Hier zeigt sich der Trend zum Austausch durch neue bessere Gitter und "Fensterkisten" und alles wird sauberer und moderner. Oder wird eben gleich weg gerissen. Da meine Frau in den engen alten Schlichtgassen groß geworden ist hat sie eine Art Weitenangst entwickelt, die oft dazu geführt hat, dass wir daheim geblieben sind die ersten Jahre und sie die bekannten Gassen kaum verlassen hat. Meine eigenen Exkursionen wurden von ihr mit großer Nervosität gesehen und ich habe sie oft einfach unterlassen. Durch die Familieneinbindung in eine fast verbarrikadierte damals mit Chiang-Kai-Shek herübergekommende Familie - auch wenn meine Schwiegermutter eine "Taiwanerin" ist, aber eine streng-buddhistisch-religiöse - war das Leben in Taipei sehr viel anstrengender als es hätte sein können. In den Anfangsjahren dominierten Müllhaufen zwischen eng beieinander stehenden Schlichthäusern und Treppenhäuser stanken nach Urin und wurden eigentlich nie sauber gemacht. All das ist heute anders, von wenigen Schmuddelbauten abgesehen.  Ich bin daher relativ erschöpft nach all den Jahren strenggläubiger Familie und auch gerade dem hektischen Verkehr, dem noch vor 2 Wochen fast Schwiegermutter und mein Sohn zum Opfer gefallen wären; ich berichtete damals.
 Doch Taipei hat sich stark verändert und wurde immer angenehmer. Nur die schon fast biblische Verseuchung des Essens war in den letzten Jahren ein großes Problem für meine Gesundheit. Daher... ich werde Taiwan nicht nachtrauern, es ist nicht das richtige Land um alt zu werden. Smog, dichte Bebauung und Hektik wo immer man auch hin schaut beherrschen die großen Städte und ich verlasse Taiwan von daher gern. Auch wenn es in wiederum 10 Jahren vermutlich ein noch mal stark verbessertes Land sein wird.
 Wer jetzt kommt, der hat schon ein deutlich saubereres Taipei vor Augen, denn selbst die alte "Platte" wird renoviert. Oder weggerissen.

 Und ist die "Platte" in Maßen vorhanden, wird sie eben auch zum kulturellen Farbtupfer. Kurz gesagt, dass alte Taipei von 2004-2008 oder dergleichen war ein lebensfeindlicher Ort, das neue Taipei geht so und ist in vielen Ecken sogar nett. In der Retroperspektive dominiert bei mir das alte und schmuddelige. Wer jetzt kommt, erlebt nur noch Taipei light. Ich würde jedoch keinem empfehlen hier alt werden zu wollen, allein wegen der vielen Lebensmittelskandale. Und der Smog ist immer noch recht stark, wenn auch nicht mehr so betäubend wie 2004. 
 Taiwan war für mich so vieles. Gesundheitsgefährdent, aufregend im Guten wie im Schlechten, spannend und natürlich ganz anders als andere Länder die ich kannte. Ich vermisse es schon ein bisschen, jetzt wo sich die Reise dem Ende zuneigt. Denn gute Seiten hat es auch viele. Aber es ist wie ein anstrengender Ritt durch eine zu laute Geisterbahn. Man ist froh wenn man das Licht am Ende sieht und freut sich auf etwas Ruhe. Taiwan kracht und wummert uns noch auf den letzten Metern hinterher. Erst letzte Woche wären wir drei fast von einem plötzlich -ohne zu gucken- zurücksetzenden PKW überfahren worden.

 Seit Jahren schon freue ich mich unbeschreiblich auf den Moment, wenn ich aus dem Flugzeugfenster gucke und Taiwan unter mir kleiner wird. Denn dann ist ein Kapitel im Leben abgeschlossen und man kann mit der sich fortschreitend positivierenden Rückschau beginnen. Und für die wird es wirklich Zeit. Oder stellen Sie sich vor sie mögen den Film "Lawrence von Arabien", der 3 1/2 Stunden läuft. Sind sie nicht doch froh, wenn der Abspann kommt?

 Mein Resumee klingt nicht besonders flüssig, schon eher erschöpft. Und das entspricht auch meiner Gemütshaltung am Ende aller Taiwantage. Trotzdem werde ich es auch ein wenig vermissen. Die freundlichen Leute - abgesehen von den Anfangsjahren, als sie mir gegenüber oft in fast schon hysterisches "Ausländer! Ausländer!"-Herumkichern verfielen - die Nudelsuppe und ... den Seven Eleven in der Nähe. 
 

Montag, September 19, 2016

9

"9"


So nett es auch war, mit grünem Tee und Lindfleischsuppe, jetzt kommt etwas anderes, etwas Neues. Ob es wirklich das von meiner Frau einstweilen erwählte andere asiatische Land wird, mit höchstselbst schießendem Präsidenten und mir als Gastronom und seine Memoiren schreibenden* Halbruheständler - oder ob ich eher wieder bald in Deutschland in einem Softwareunternehmen Code hacke, das wird die Zukunft zeigen. Ich bin mal gespannt und eifrigster Abonnent dieser neuen Geschichte.

*Ein Verlag hat vor Jahren schon mal ernsthaft gefragt und wartet immer noch. Ein verfrühtes Ende hatte ich nicht im Sinn.

Freitag, September 09, 2016

Schock beim Frühstück

Als der letzte Schluck aus der taiwanischen Frühstücksteedose entnommen war, kam der Kulturschock...

 Taiwan islamisiert. Meine Cubical-Leitkultur hat es sofort aus den Socken gehauen.

Mein verfluchtes Chinesisch-Problem.


 Gerade lerne ich wieder in meinem Chinesisch-College-Buch. Das klappt wunderbar und ich kann mir alles merken. 

Da steht etwa:

Ni3 mei3 tian1 zhao3 shang ji3 dian3 qi3 chuang2 ?

Nur mit umgekehrten Dächern und Accent als Betonungszeichen statt der Zahlen. Kann ich mir nach Jahren gut merken. Ich lese dann eigentlich nur:

Ni mei tian zhao shang ji dian qi chuang ?

Und kriege mittlerweile ein Gefühl für die Betonung. Okay. Der Satz heißt:

Wann stehst du morgens jeden Tag auf?

Gesprochen etwa:

"Nie mäh ti-en zau schang dji di-enn tschi schwang?"

Wenn ich das lese dann ist das alles klar und dann kann ich es wunderbar vorlesen.
Nur wenn mich jemand anspricht und etwa fragt:

"Nie mäh ti-en zau schang dji di-enn tschi schwang?"

Dann höre ich nur Laute wie Ziegenmeckern und Quietschen und Zischen und denke "das klingt wie ein Holländer nach dem 12. Bier, der Englisch redet" (nix für ungut da an der Küste) und verstehe nur Bahnhof. Weil ein chinesischer Satz, der mich nach dem Bruttosozialprodukt von El Salvador fragt, auch nicht viel anders klingt. Weil alles so kurze Laute sind.
Und der Satz

"ma ma ma" (Tonzeichen weggelassen)

bedeutet ja ernsthaft:

"Mama beschimpft das Pferd".

Und "ma" heißt auch noch "Leinen" und ist auch noch das Standard-Fragewort statt Fragezeichen.
Chinesisch und ich sind einfach nicht füreinander geschaffen...

Ludigel ma Zhongwen.


"Scotty dì shù wǒ"   (geklaut aus Übersetzungstool)

Dienstag, September 06, 2016

Abschiedsgedanken

Lexit kommt näher. Und näher.

Jetzt kann ich wirklich die letzten Tage in Taiwan zählen, auch wenn es noch zweistellig ist. Und ein einfaches Resümee zur Frage, ob ich Taiwan nun mit Bedauern verlasse oder nicht lässt sich mit Hilfe meines "Kameranotizbuches" (der kleinen immer-dabei-Kamera in meiner Tasche) erstellen:

 Der Abschied von Taiwan fällt gemittelt...

...durchaus schwer.



Viel durchdachtere Abschiedworte aus einem "historischen" Blog von 2006: http://ihatetaiwan.blogspot.tw/

Montag, September 05, 2016

Keine weiteren Worte

"und dann schuf Gott Montag bis Freitag für mit taiwanischen Großfamilien verheiratete Herren, auf dass sie neue Kraft sammeln können."

Fehlt in der Bibel. Definitiv.

Donnerstag, September 01, 2016

Fotonotizen

Wohnung fast ausgeräumt, Ende der Taiwanzeit greifbar nah. Und plötzlich habe ich wieder den Newbie-Blick. Foto-Notizen aus der Kompaktkamera, einer alten Casio Exilim Z1000.

Auch hier im Blog gab es oft Konfrontationen zwischen mir als Langzeiter in Taiwan und Leuten, die Taiwan entweder nur vom Hörensagen oder besuchsweise kannten. Grund für die unterschiedlichen Standpunkte ist meist, dass der Neuling eine rosarote Brille aufhat, den sogenannten Urlaubsblick und nur das tolle, nette und exotische wahrnimmt. Gefährlicher Verkehr und Schmutz und Lärm werden gerne ausgeblendet. U.a. auch wegen nettem Hotel und Taxi statt Schlichtwohnung und Stau im Berufsverkehr. Wo der Neuling die Plattenbauten als Speerspitze eines exotischen Lebensstils sieht, riecht der Langzeiter den Mief aus der Kanalisation und beschwert sich über die tote Ratte im Treppenhaus. Auch wenn ich seit etwa 2007 hier keine mehr gesehen habe.

Doch nun habe ich plötzlich wieder den Newbie-Blick, wo sich meine Taiwanzeit dem Ende nähert und ich gedanklich mit meinen 12+ Jahren hier abschließe. Vielleicht ist es wie im Foto aus meiner Nachbarschaft oben. Der Neuling sieht den neuen Mercedes, der Langzeiter den alten Mitsubishi im Hintergrund, der seit Jahren auf dem Parkplatz bei uns in der Plattenbausiedling verrottet und als Müllhalde für den Schlüsselinhaber dient.

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Der Newbie sieht die kleine Tempeleinfahrt, der Langzeiter regt sich aus, wenn er vor rücksichtsloser Autofahrer - die auch oft auf den Zebrastreifen parken - nicht über die Straße kommt.

Newbies lassen sich ihren Touristendurchfall von freundlichen Ärzten in moderner Umgebung behandeln. Ich hingegen war gesundheitlich völlig unten als ich dieses Foto in einem grauen Flur bei der kassenärztlichen Falschbehandlung (inklusive Herumkichern von inkompetenten Ärzten) machte. Nächtliche Organaussetzer brachten mich dazu, mir alle 30 Minuten den Wecker zu stellen und ich konnte mich beim Langschlurfen auf dem Gang im Tri-Service-Krankenhaus in NeiHu kaum noch auf den Beinen halten. Kurze Zeit später wechselte ich in eine teure Privatklinik, so wo ich sofort auf den OP wegen gutartiger "Geschwulst" kam. Seit ich wieder hergestellt bin, tendiere ich freilich auch zum fröhlichen Blick auf die Dinge. Aber Taiwan kann auch unbeschreiblich idiotisch-oberflächlich sein.


Ich habe keine Ahnung, wen Junior hier beim Herumspielen mit der Kamera fotografiert hat. Cooler Lensflare a la J.J.Abrams, der dem bedeutungslosen Bild Stimmung gibt.


Taipeis "101"-Hochhaus mit entsprechend vielen Stockwerken zieht vorbei beim Blick aus dem Taxifenster. Da ist er doch, der Neulings-Blick.


Frau erbittet den Segen der Götter für die geplante Auswanderung an den Assturban der Weltkugel, Manila.

Welcher Tempel in Taipei es gewesen ist? Na, der zwischen Seven-Eleven und Family-Mart!

... und neben dem RT-Mart. Ob die Götter wirklich helfen können bei der Auswanderung nach Manila? Schließlich sind die Philippinen die Domaine von Jesus E. Christus oder auch seinem Wüsten-Zwillingsbruder.

Die Götter blicken gewichtig auf die Gläubigen herab.

Schnell noch in eine Fußgängerunterführung wo sich lauter Wahrsager mit ihren unlauteren Geschäften angesiedelt haben.

Meine Frau frequentierte wieder ihre Stammwahrsagerin (nicht im Bild), die sie schon seit über 30 Jahren frequentiert. Die habe ihr einst geweissagt, einen Ausländer zu heiraten. Woraufhin sie diese Möglichkeit gesucht hat. Tja - und einen hat es offenkundig "erwischt" ;-) So eine Voraussage kostet schon mal ein paar Tausender. Jeder davon ist etwa 25 Euro wert.


Realsatire walking. "Taiwan is not part of China" steht hier auf dem Rücken. Aufgenommen in Taipei, Republik China. Schon klar, ich sympathisiere ja auch irgendwie mit dem, was der Mann uns sagen will. Muss man ja.

Romantisches Asien in der Nachbarschaft. Ein kleiner Müllverwertungsbetrieb.

Da ist er wieder der Newbie-Blick. Selbes Viertel, goldener Löwe neben Mietshauseingang.

Sehr nette Kollegin, einst meine Team-Assistentin in meinem Softwareteam, heiratet und kopiert sich den Stapel an englischsprachigen Kinderfilmen von Junior. Das nenne ich vorrausschauendes Handeln!

Das weggeworfene Trimmdichfahrrad, voll funktionsfähig und ein iGallop Rodeo-Simulator (kicher) als Sperrmüll. Wohnungsauflösung mit Hast und Wegschmeißen unzähliger "guter" Dinge.

Einparken können Sie, die Taiwaner. Autofahren nicht so.

Wer sich noch schnell über Minirockfotos im Blog aufregen will, soll sich beeilen.

Taipeis Wahrzeichen inmitten von Plattenbauten. Früher (um 2004)war das wirklich so, heute muss man schon weiter zurücktreten, um diesen Effekt zu erzielen. Alte Viertel wie im Bild werden schrittweise weggerissen. Ein modernes Zentrum hat den alten Mist um "101" herum ersetzt.

Hintergasse mit Markt, Taipei wie es leibt und lebt.

Regenrinnen gibt es nicht in Taipei, dafür Plastikwasserrohre. Ups.... den Newbieblick wieder vergessen ;-)

Mittwoch, August 31, 2016

Endzeit-Uhr

WERBUNG
Da nach EU-Richtlinie so ziemlich alles Werbung ist, ist dieser Artikel entsprechend markiert.

Während sich meine Zeit in Taiwan wohl unaufhaltsam dem Ende zuneigt... ein Blick auf eine mechanische Reiseuhr mit 2. und sogar 3. Zeitzone, die HAMILTON Khaki Navy GMT 3.

Reiseuhren hatten wir schon öfter: der etwas freche Rolex-GMT-Nachbau nahmens Alpha GMT und eine Citizen Promaster Skyhawk. Die erstere eine Automatik mit chinesischem Werk, die zweite eine Solaruhr aus Japan. Die Citizen, einst gebraucht gekauft, hat schon bald das zeitliche gesegnet, offenbar hatte der alte Akku/Kondensator bei der nur wenige Jahre alten Uhr (eine 2009er) schon nicht mehr die Kraft um einen wegen Fehlfunktionen ausgelösten Reset zu überleben. Die Uhr zeigte seither trotz Marathon-Bestrahlung mit Licht nur noch bernsteinfarbenen Unsinn an und ist kürzlich in den Müll gewandert. Die Alpha schlägt sich nach vorgenommener Nachbearbeitung u.a. mit Pattex immer noch wacker und ist meine zweitliebste Reiseuhr. Zweitliebste, denn in der Zuneigung geschlagen wurde sie durch eine Hamilton...

 Die Uhr hört auf den Namen "Hamilton Khaki Navy GMT 3" und die Ziffer Drei steht für drei anzeigbare Zeitzonen, während ihre 3-lose Schwester statt des drehbaren 3.-Zeitzonenrings eine konventionelle drehbare 0-55-Skala hat. Ebenfalls unter Glas und über eine der drei Kronen drehbar oder in einer "Scuba"-Variante ganz einfach wie bei jedem Submariner-Klon von Hand direkt drehbar.


Die Uhr gibt es aktuell nur nach am Lederband mit durchgehend weißen Ziffern auf dem Zifferblatt (oder schwarzen auf hellem Grund). Die hier gezeigte rote Variante mit Kautschukband ist eine ältere. Hamilton ist ein US-Hersteller (gewesen), der in der großen Zeit der Eisenbahnpioniere Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Damals bedeutete das expandiere Zugnetz in den USA nicht nur einen hohen Bedarf an mobilen Saloons und Halsabschneidern (wie Fernsehserien wie Hell-On-Wheels verdeutlichen), sondern auch an Uhren, damals natürlich noch Taschenuhren. Unzählige Eisenbahner brauchten unzählige Taschenuhren und so feierte Hamilton schnell Erfolge.


Im Zweiten Weltkrieg noch hatte Hamilton dann Marineschiffe-Instrumente gebaut, daher ist bei dieser Uhr eine schöne Fusion aus Taucher- und "Militäruhr" in einem instrumentenartigen Desgin zu sehen. Ähnlich einer sog. Fliegeruhr. Hamilton hatte in den 70er-Jahren sogar einmal einen Skandal ausgelöst als Präsident Ford eine der damals schwer modernen LED-Uhren am Handgelenk hatte, die für damals 1500 Dollar oder dergleichen auf Knopfdruck in roten Lettern die Zeit anzeigten. Eine PULSAR war das damals, ein Markenname von Hamilton, den das Unternehmen später an Seiko verkauft hat. Seiko wirft unter diesem Label heute meist billige Quarzer auf den Markt. Damals jedoch regte sich die Öffentlichkeit über den teuren Nicht-Ticker am präsidialen Handgelenk auf und Ford trug die Uhr nicht mehr. Der "Skandal" war damals der Wegbereiter für das ungeschriebene Gesetz, dass US-Präsidenten seither nur noch billige Uhren tragen "dürfen". Obama etwa trägt einen billigen chinesischen Quarzer aus dem Shop des Secret-Service mit entsprechendem Logo, ursprünglich etwa 250 Dollar teuer bei einem Herstellungspreis von eher 4 Dollar.

Die große Quarzkrise überstand Hamilton nicht so recht. Zwar hatte es sich gerade noch eine schweizer Uhrenfabrik unter den Nagel gerissen, da gerieten sie selbst in Schwierigkeiten. Das Vordringen von Seiko auf dem Weltuhrenmarkt sollte eine Digitaluhrenreihe aus einer Fusion mit dem japanischen Hersteller Ricoh stoppen. Der Feldzug misslang und Hamilton wurde selbst ein Übernahmekandidat. Durch ihre zum Schluss in die Schweiz ausgelagerte Produktion wurden sie im Rahmen der Restrukturierung der CH-Uhrenindustrie Teil der Tissot-Omega-Gruppe, die sich heute Swatch-Group nennt und zusammen die Quarzkrise überstanden hat.

Doch zurück zu meiner schweizer US-Uhr. In ihr tickt ein ETA-GMT-Werk, das über normalerweise einen kleinen Zusatzzeiger - hier aber die "T2"-Zusatzskala linksseitig auf dem Zifferblatt - eine zweite Zeitzone anzeigen kann. Dabei läuft die T2-Zeitzone nur hinsichtlich der Minutenstellung abhängig von der Hauptzeit. Zeigt die Hauptzeit etwa Viertel-vor-4 Uhr an kann man die T2-Zeit frei auf einen Wert "Viertel vor" irgendeiner Stunde auf der kleinen Skala einstellen. Ob die T2-Zeit dann also 4 Uhr, 16 Uhr, 10 Uhr oder sonst etwas anzeigt bleibt dem Benutzer überlassen. Mit der Krone auf 2 Uhr (verschraubt wie alle drei Kronen) stellt man die T2-Zeitzone im Prinzip genau wie das Datum ein - nur muss man die Krone anders herum drehen. Irgendwelche Fehler wie ein Nachgehen der T2-Zeit im Vergleich zur Hauptzeit, wie ich es bei meiner Alpha kenne, gibt es bei meiner Hamilton nicht. Die Alpha hat in diesem Sinne (und auch wirklich) eine schlechte Kopie des original schweizer Werkes drin.

Die Hamilton wird übrigens meist neu für um die 650 Euro angeboten. Mein Gebrauchtexemplar ist immer noch sehr gut nachtablesbar durch Leuchtziffern. Vorsicht muss man hier walten lassen, denn die Chinesen haben viele Fälschungen der Hamilton auf dem Markt. Mein Original stammt von einem günstigen italienischen Ebay-Händler. Ein Blick aufs Uhrwerk durch den Glasboden durch die Verkäuferfotos und ein Vergleich mit Fotos vom gefälschten Werk (Seagull mit Hamilton-beschrifteter Schwungscheibe) versus echtem ETA-(2893) Werk bestätigte jedoch die Echtheit meines Kaufes, meinem eigenen Adlerblick vertrauend.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind vielleicht die vielen Anzeigen. Die T2-Skala hatten wir ja schon erläutert, sie zeigt bei der Uhr hier im Foto ganz oben also 5 Uhr (deutsche Zeit), während es in Taiwan 11 Uhr vormittags war. Die T2-Skala läuft natürlich im 24h-Modus, also bis 24 Uhr.

Über eine der beiden anderen Kronen kann man unter dem Glas den äußeren 01-12 Stundenring drehen. Hier fehlt nur die 12 selbst, weil hier das Zeitzonenfenster ist und die 11 und 01 sind rot hervorgehoben aus stilistischen Gründen. Der frei drehbare Ring erlaubt eine schnelle Uminterpretierung der normalen Stundenanzeige. Ob man damit eine dritte Zeitzone anzeigt - etwa während einer Zwischenlandung auf einem Flughafen mit eigener Zeitzone - oder die zweite Zeitzone noch einmal verdeutlicht (wie im Foto ganz oben) bleibt dem Benutzer überlassen. Die roten Ziffern (man achte auf die 05 über der 11 ganz oben) sind etwas schlechter abzulesen als die weißen. Beim aktuellen Hamiltonmodell sind aber alle weiß, da entfällt das Problem.


Relativ sinnfrei ist bei der GMT 3 die textuelle Zeitzonenanzeige. Die hat nämlich recht eigenartige Repräsentanten für die Zeitzonen. Puerto Cervo etwa steht für die üblicherweise mit AMS, PARIS oder auch ROM (seltener BERLIN) bezeichnete Zeitzone GMT+1. Man kann sich so etwas schlecht merken, denn auch andere Hafenstädte (es handelt sich immer um solche) sind wenig eingängig. Außer vielleicht "Phuket" für Thailand. Problem ist auch, dass manche Zeitzonen komplett fehlen, die Hongkong - Zone etwa fehlt völlig. Ist aber auch egal, denn diese textuelle Anzeige ist rein zum Spaß und ist weder mit der T2- noch der T3-Anzeige verbunden. Außer, dass man die T3-Anzeige (frei) neu einstellen muss, wenn man die Hafenstadt verstellt und umgekehrt, weil sich die Anzeigen gegenseitig anecken.

Bei den günstigen GMT-Uhren wird oft kritisiert, dass das Umstellen der normalen Zeit auch die T2-Zeitzone verstellt. Das ist in der Tat der Fall und kann im Urlaub bei der schnellen Umstellung der Anzeigezeitzone nerven. Wer das nicht will muss aber offenbar um die 10.000 Euro für eine GMT von Rolex oder Omega oder dergleichen bezahlen. Diese Hersteller haben das original ETA-Werk dahingehend verfeinert, dass die zweite Zeitzone nicht beeinflusst wird beim Stellen der Hauptzeit.

Vorsicht also beim Gebrauchtkauf. Die chinesischen Fälschungen sind erstaunlich oft zu finden. Sie zeichnen sich wohl meist durch ein generisches Kautschukband aus, das nicht wie das Originalband hier schön den Zwischenraum zwischen den Hörnern der Uhr perfekt abdeckt (das Band sitzt beim Original wie hier in den Fotos also abstandsfrei an der Uhr), sondern den üblichen Anstoßspalt lässt. Auch hat das Fälschungsband keine farbige Naht. Beim Original gab es das Band mindestens mit roter und gelber Naht und passenden Ziffern auf dem Zifferblatt.

Sollte ich demnächst wirklich in Manila leben, dann brauche ich die Hamilton für die Reise nicht. Das liegt auch in der HK-Zeitzone.

Weitere Uhrenpostings:


Alpha GMT im Reise- und Wettertest: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/02/das-alpha-experiment.html

Italo-Albanerin (Breil Milano): http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/09/faltige-italo-albanerin.html 

Alpha P.O.: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/uhrenarmband-mord-alpha-planet-ocean.html

Orient Blue Mako: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/03/blaues-krokodil-aus-augsburg.html

Nautec GMT: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/01/nautec-gmt-durchwachsenes-update.html

J.Springs "Diver": http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/10/heiter-bis-uhrig.html

Breil Milano Unikat: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/10/breil-milano-unikat.html

Tissot Seastar Auto-Chrono: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/07/die-menschen-mussen-gewarnt-werden.html

Gigandet Seaground 2: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/08/uhrenwahnsinn-teil-x-gigandet-sea.html

Zwei "Planet Ocean"-Verschnitte: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/das-alpha-tier-der-uhrenwelt.html

Freitag, August 26, 2016

Activity Massage

Ich habe sehr lange gebraucht um zu erkennen, dass da nicht "Massage" sondern "Message" auf dem Werbeplakat im Supermarkt steht. Freud.

Donnerstag, August 25, 2016

Harming Brunch?

Schwiegermutter geht es wieder etwas besser, sie ist daheim und sollte ein indonesisches Dienstmädchen haben. Das ging aber nur 48h gut, irgendwas über einen Streit um teure Hühnersuppe (ein Taiwanfetisch irgendwie) und billigeres Schwein und am Ende einen fliegenden Medikamentenbeutel. Als großer Fan von Happy-Peppi-Multi-Kulti will ich gar keine Details wissen.


Ob Sie persönlich, liebe Leserin oder lieber Leser, aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen Rind, Schwein oder Hammel oder Hund nicht essen wollen, ich weiß es natürlich nicht und will es auch gar nicht wissen, erzählen Sie mir bloß nichts von Gluten/Glutinnen-frei und veganin/veganischem Essen.

Wie dem auch sei, hier im "Harming Lunch" in Taipei-NeiHu, ganz in der Nähe der Harley-Davidson-Vertretung und des Era-TV-Studios können Sie bestimmt völlig gefahrlos essen. Auch wenn sich das Lokal lustigerweise "Harming Brunch", also zu (Neu-)Deutsch "Schädigender Brunch" nennt.

Ob es irgendwann auch mal ein "Eat here, fall over dead"-Restaurant gegen wird? Leider geht es mit dem Englischen doch durcheinander bei den Taiwanern. Nein, gegessen habe ich dort noch nie, die Warnung an der Türe und Darwin würden mich doch davon abhalten ;-)

Donnerstag, August 18, 2016

Schwiegermutter schwer verunglückt

Große Aufregung gestern Abend. Schwiegermutter, die in der Zeit auf unseren Junior (5) aufgepasst hat, war schwer mit dem Lastenfahrrad verunglückt. Doch wo war Junior? Niemand wusste es.

Edit: Des schwebenden Verfahrens halber einige Bewertungen und eigene Kommentare entfernt.

Schwiegermutter ist gestern Mittag mit dem Dreirad verunglückt. Wie viele ältere Damen in Taiwan fährt sie mit so einem Lastenfahrrad herum, um Pappkartons von Geschäften einzusammeln und gegen ein paar Dollar zur Wiederverwertungsstelle zu fahren. Das hat sie nicht nötig. Sie hat sich diese Angewohnheit aber zugelegt, seit sie vor ein paar Jahren - das Taiwanblog berichtete - von Telefonbetrügern um eine Million Taiwandollar erleichtert worden ist - etwa 25.000 Euro. Damals hatten die Betrüger sowohl auf Festnetz als auch Handy ständig angerufen und die alte Frau mit völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen "lange in der Vergangenheit" in Panik versetzt und ihr gesagt sie müsse ins Gefängnis, wenn sie nicht sofort zahlen würde. Ein Teenager nahm dann Schwiegermutter im Empfang, die ihr Konto in seinem Beisein geplündert hatte. Hausbesuche falscher (?) Polizisten stellten lange ihr Schweigen sicher. Auch echte Behörden waren damals in den Fall verwickelt: Ein Gericht in Taipei-Neihu hatte damals eine veritable Aufforderung zum Haftantritt (!) an Schwiegermutter verschickt, die die völlig schuldlose Frau nun endgültig in Panik versetzte. Es handelte sich allerdings um einen Irrläufer, der an einen jugendlichen völlig fremden Mann adressiert war und nicht etwa an sie. Ein weiterer Einschüchterungsversuch? Auch das lokale Polizeirevier verhielt sich faktisch komplizenhaft, als es die von Schwiegermutter letztlich nach einer Woche erstattete Anzeige hatte verschwinden lassen. Taiwan als dreckige kleine Schmuddelrepublik.

Die Spätfolgen dieser Behörden/Gangster-Kooperative (?) haben wir nun jetzt auszubaden. Ein weißer Toyota Wish Minivan übersah beim Linksabbiegen Schwiegermutter und ihr pappkartonbeladenes Dreirad. Der Unfall ist von einem Taiwantabloid sehr gut mit Video und Fotos von einer Auto-Dashcam dokumentiert. Schwiegermutter als Nachrichtenobjekt. Hat da ein Autofahrer gleich die Aufnahme an einen Zeitungs-/Online-Verlag verkauft? Jedenfalls ist folgendes zu sehen: Flott biegt der Toyota links ab ohne sich um die grüne Fußgängerampel zu kümmern, wie das in Taiwan leider üblich ist. Schwiegermutter fährt allerdings Rad auf dem Überweg[...]

Die nächsten zwei Nächte geben nun darüber Auskunft, ob sie es ohne Schäden überstehen wird. U.a. hat sie eine Hirnblutung erlitten, ist aber bei Bewusstsein.

Die spannende Frage war für uns zunächst: Wo ist Junior? Oft hat sie ihn auf der Ladefläche des Dreirads hinten und ich habe mich auch immer schon gefragt, was da alles passieren kann, wenn mal jemand hinten rein fährt. Ich meine, da kauft man einen sündhaftteuren Volvo-SUV, damit Junior im Verkehr geschützt ist. Aber dann fährt seine Oma ihn auf der Pritsche eines Dreirades herum im wilden Taiwanverkehr.

Wie ein Wirbelrand raste ich aus der Firma zu Schiegermutters Wohnung und ich habe da wohl das erste Mal das Einschalten des Turboladers unseres Volvos gehört, der heulend und vibrierend seine Arbeit im Motorraum aufnahm. Sonst steuere ich das Ding ziemlich ruhig und sinnig durch den Verkehr.

Junior schlief auf dem Sofa und hat von allem nichts mitbekommen. Dass er allein daheim war anstatt mitten im Verkehr, hat sicher positive wie negative Seiten. Taiwaner sind rücksichtslos draufgängerisch hinter dem Steuer und fahren ihre Familienkutschen mit dem Elan von Serienmördern. Gut, dass Junior nicht in der Nähe des Toyota "Wish" war.

Die Videos vom Unfall sehen grauenhaft aus, sie sind hier absichtlich nicht verlinkt.

 In drei Wochen ist es vorbei hier für uns wenn alles so weiter läuft. Hoffentlich ohne weitere Vorfälle. Sicherer ist die von Frau ausgesuchte "neue asiatische Heimat" freilich auch nicht.

Zusammenfassung des alten Betrugsfalles: http://osttellerrand.blogspot.tw/2010/04/zusammenfassung-falsche-undoder.html 

Edit: Gerade mal festgestellt. In all den Jahren meiner aktiven Straßenverkehrsteilnahme in Deutschland 1985-2004 erinnere ich mich nur an einen einzigen Fall, bei dem einer meiner Verwandten, Bekannten, Freunde oder Kollegen bei einem Unfall zu Schaden kam.

Deutschland 1985-2004:
Verwandter: 1

In Taiwan 2004-2016 sieht die Statistik so aus:
Bekannte:2
Kollegen: 2
Online-Bekannter: 1 (tot*)
Verwandte: 1 (Ausgang noch unklar)

Außerdem die Erzählung eines mir bekannten Engländers, wie er einem schuldlos verunglücktem kanadischen Mopedfahrer nur noch Trost spenden konnte, als dieser gestorben ist. Der Engländer war zufällig vorbei gekommen.

* damals auch bekannt aus dem TV, Entertainer "MaKe" aka Mark.

Mittwoch, August 17, 2016

Franchise - Park Taipei

Neben dem eigenartigen Ikea-Cafe (eher Restauration als Möbelhaus,
IKEA HOUSE

No. 37, Section 2, Zhongxiao E Rd)
liegt ein franchise-Park, der in einer alten Fabrikhallenanlage gebaut ist und nicht nur wegen der schönen grünen Ecken wirklich sehenswert ist. Da gibt es Hallen mit japanischen und amerikanischen Franchise-Verkaufsveranstaltungen und ganz netten Exponanten wie von Disney oder zu den Minions (Kinofilmreihe) etc. Hier nur ein paar lustige Ecken. Restaurants gibt es dort auch, u.a. von Alley Cat's mit leckerer Pizza.

 Klar, man zahlt für die Hallen Eintritt (jeweils) und die Preise für Franchise-Artikel sind deutlich teurer als im Einkaufszentrum...


Taiwan total.

Ohne viele Worte.

Tempel mit angeschlossenem Restaurant in Bali, Taipei, Taiwan. Nicht zu verwechseln mit der indonesischen Insel.

Und ebenda eine Schule mit nebenbei bemerkt schönem "Campus", die am Wochenende offen ist. Und von zahlreichen Familien besucht wird.