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Donnerstag, August 12, 2010

Roboter pensioniert

Mein Haushalt ist ein hyperfortschrittlicher, in anderen Haushalten hat die Robotik noch nicht einmal Einzug gehalten, bei mir hingegen ist sie schon wieder vorbei.

Hier eine Kurzzusammenfassung der Erfahrungen mit den pensionierten Putzrobotern in Bildern...


Im Mai 2007 trat dieser iRobot ROOMBA Discovery in unser Leben. Das "Discovery" im Namen sollte bedeuten, dass ein kleines blaues Lichtlein in dem personenwaagengroßen Gerät aufleuchten sollte, wenn er irgendwo besonders viel Dreck fand und er dann einen Umweg fahren sollte, um den Dreck aufzunehmen. Das Heck ist abnehmbar zwecks Staubentsorgung und bei leerer Batterie fährt er automatisch eine Ladestation an.

750 Euro sollte er in Deutschland und umgerechnet auch in Taiwan kosten, wir hatten ihn hier vom Grauimport für die Hälfte, was etwa dem US-Preis entsprach. Alle drei Monate war er im Schnitt kaputt, mal Ladeplatine im Innern durchgebrannt, dann mechanische Probleme als Folge davon, dass er einmal einen freiwilligen Sprung den Treppenabsatz herunter gemacht hat, anstatt brav sensorgesteuert davor zu stoppen. "Dr. Fu Man Shus fliegende Todesscheibe" habe ich hin danach genannt, denn es macht schon Aufsehen, wenn ein Plastiksauger heulend durch das Treppenhaus fliegt und dann krachend und scheppernd auf den Fliesen aufschlägt. Im April 2009 haben wir ihn dann durch seinen Nachfolger ersetzt, zu diesem Zeitpunkt hatte er nur noch unsinnige Fahrmanöver ohne Reinigungseffekt durchgeführt.

Qualitätsnote mangelhaft, weil oft kaputt.
Reinigungsnote ausreichend. Er bläst den Schmutz in die Zimmerecken, die er nicht reinigen kann und steckt oft irgendwo unter Sofas fest.
Spaßfaktor: ausreichend, kaputt macht eben keinen Spaß.

Nur auf Fliesen getestet!



Der Nachfolger, der einen sehr viel filigranen Hauptschalter hat (grün) kostete auch offiziell in Taiwan nur unter 300 Euro umgerechnet, ist das kleinere Modell offiziell ohne Dreckerkennungsfunktion, d.h. er soll nur systematisch den Raum abfahren. Tatsächlich hatte auch er die Discoveryfunktion, sie funktionierte viel öfter als beim teureren "Discovery"-Modell, blaue Leuchte an und Dreck anfahren.
Nach etwa drei Monaten musste man den Hauptschalter mehrfach drücken, damit er ging. Wir hatten dann nach einem halben Jahr schließlich die Fingerübung 50x oder so drücken zu müssen und haben das auf Garantie beseitigen lassen. Gerät funktionierte danach störungsfrei. Allerdings ist die Saugleistung bei dem Roten geringer als beim alten Weißen oben, man muss hier oft den Staubfilter ausklopfen.

Qualitätsnote ausreichend. Nur einmal kaputt.
Reinigungsnote ausreichend. Siehe oben
Spaßfaktor: befriedigend. Netter Spaß, wenn der Hauptschalter ging.


Im April 2007 angeschafft der wasserwischende Bruder "Scooba", der Böden wischt. Funktionierte etwa 18 Monate störungsfrei, auch wenn er manchmal sehr viel Wasser stehen ließ, statt es wieder aufzusaugen, das man dann wegwischen musste. Dann war er wohl so verkalkt, dass er immer auf einem Wassersee stand, den er nicht wieder aufgesaugt bekam und entsprechend kaum noch von der Stelle kam. Von selbst löste sich ein Teil des Kalks beim x-ten Durchspülen, dann ging es wieder besser. Trotzdem war er nach 3 Jahren mechanisch ziemlich im Eimer, stand nur noch im Zimmer und heulte.

Qualitätsnote befriedigend. Zwei Jahre durchgehalten.
Reinigungsnote ausreichend. Macht keine Ecken sauber, man muss Pfützen oft wegwischen
Spaßfaktor: befriedigend.

Irgendeinen wieder kaufen? Nur um Haustiere zu ärgern.

Alles rein persönliche Bewertung, nur auf Heimeinsatz bei uns und unsere Exemplare bezogen.


LINKS

Ältere Artikel z.B.

http://bobhonest.blogspot.com/2009/04/new-robot-in-town.html

http://bobhonest.blogspot.com/2008/02/dr-fu-man-shus-flying-disk-of-death.html

http://bobhonest.blogspot.com/2007/08/robot-war-over.html

Gege Cheese! oh nein.... oh nein....

Im Bild "Gege", der irgendwie anders heißt, aber nur Gege (etwa"G-g" gesprochen) genannt wird.

"Cheeeeese" habe ich da glaube ich gesagt. Aber "Cheese" mit "ela" hinten dran heißt im Chinesischen "geh sterben" und so hat Gege mich mit seinem gequälten Grinsen überrascht...


Habe mich wirklich erschreckt. Schluck.

Mittwoch, August 11, 2010

Sack Reis steht, Moped umgefallen

Dramatisches hat sich Montag Abend in unserem Dorfe im Landkreis Jhongli (Zhongli, Jongli, Chungli) abgespielt. Ich kletterte gerade aus meinem Auto, um mir eine Coke Zero gegen kantinenbedingte Magenverstimmung zu holen (das schwarze Zeug räumt den Magen in sekundenschnelle wieder auf), da höre ich links von mir einen dumpfen Aufprall und einen Doppelstöhner. Eben noch hatte da ein Moped ohne Licht auf der falschen Straßenseite an der Ampel gewartet, ideal noch verdeckt durch einen in der Kurve parkenden PKW, so dass Einbieger das Moped fast zwangsläufig frontal erfassen müssten. Doch kein anderer Verkehrsteilnehmer war in den Unfall verwickelt. Ein dünner und ein dicker Mann, die beide auf dem Moped saßen und nicht gerade besonders helle wirkten, sind einfach mit dem Ding umgekippt. Flugs lag das Moped auf der Seite und der Dicke von beiden lag noch eine Weile wie ein Käfer auf dem Rücken. Beide Leute auf dem Moped machten einen angetrunkenen Eindruck. Der Dünne half dann dem Dicken erst mal, sich hin zu setzen und richtetet das Moped wieder auf. Er stellte es jedoch nicht etwa am Rand ab, sondern lies es mitten auf der Fahrbahn vor der Kurve unbeleuchtet auf der falschen Straßenseite stehen, holte seinem Kumpel erstmal ein Getränk, zu meiner Enttäuschung nur einen grünen Tee und dann lamentierten beide laut auf dem Bordstein der gegenüberliegenden Straßenseite sitzend, leicht lallend, wie weh das getan habe.

Manchmal denke ich, die Eingliederung im ordentlichen Deutschland wird mir schwer fallen, wenn ich dereinst mal wieder zurück komme....

Roadies, Globus: bye bye


Meine Frau mag ab sofort kein westliches Essen mehr, weil sie auch alles andere vom Westen nicht mag, bin ich ja ihr zu Liebe schon an den hinteröstlichsten Tellerrand der Weltscheibe nach Taiwa(h)n gezogen, da wo wie bereits bekannt die einäugigen Seehunde auf den letzten Klippen vor dem Wasserfall in die Unterwelt Teresa Teng Lieder singen. Hier lebe ich wacker mit dauergrinsenden und kichernden Kollegen, esse Reis, Reis, Reis, Reis, Reis den ganzen Tag bis zu dreimal täglich und muss es sogar ertragen wenn Kollegin P. sich mehrmals täglich im Nachbarcubical über den Tisch beugt, dabei ihren Ultraminirock hebt und mir ihre Höschenfarbe des Tages vorzeigt. Neulich blau, gestern weiß. Gemein war das Pflaster neulich am Po, da hatte ich mich fast schon entschlossen, mich an die UNO zu wenden oder irgendeine Männerschutzorganisation. Es meiner Frau zu erzählen hatte auch nichts gebracht, nein, ich solle nicht früher nach Hause kommen.


Mülldichte erstaunlich gering. Garten vom Roadies. Der Inhaber beobachtet sich hier bewegende Taiwanesen bisweilen mit großem Misstrauen. Er arbeitet sowieso nur zum Spaß. 

Jetzt wird alles noch schlimmer, meine Frau will nicht mehr ins Roadies, jenes Lokal, das von einem amerikanischen Atom-U-Boot-Kapitän betrieben wird und das ich zum "einzigen Platz in (Nord)Taiwan, der mir gefällt" ernannt habe, des müllfreien großen Gartens wegen. Statt Sams Spezialburger ohne Brötchen (Bild), mit Käse und Zwiebeln, gibt es jetzt in einer kleinen, muffigen, nach rohem Fisch stinkenden japanischen Sushi-"Bar" für meine Frau rohen Fisch und für mich den Kinderteller aus Reis, Reis, Reis, Reis und Reis (mit etwas Fleisch dran gekocht). Dazu lauwarmen REISwein. Na immerhin.
Kein Wunder, dass die meisten Ausländer hier Drogen oder Tabletten nehmen oder zum Trinker geworden sind. Wenn die Kollegin P. mit ihrer Gaderobenfehlfunktion nicht wäre, wäre ich sicher auch schon depressiv. Und oh Schreck, P. will kündigen. Am Ende wird sie von einem männlichen Kollegen ersetzt, der mir dann immer seinen Hintern an die Cubicalscheibe drückt.
Mal gucken, was die anderen hier alle schlucken. Prozac oder so. Vielleicht versuche ich es derweil mal mit Frauengold.

Euer Ludigel,

von ganz Rechts von der Weltkarte

P.S.: Taiwanesen, wenn schon im Roadies gesichtet, fotografieren immer ihr Essen. Hier ein Blogbericht von Einheimischen. http://paine0602.blogspot.com/2010/04/roadies-cafe.html. 
Meine Frau zwingt mich auch manchmal, das Essen zu fotografieren ;-)

Montag, August 09, 2010

Müllkunst


In der Nähe vom Roadies-Cafe irgendwo in Longtan. In der eigentlich hübschen Natur um das Lokal herum sind, wie praktisch überall in Nordtaiwan, überall Mülltüten und auch anderer Abfall zu finden, durch den man beim Spazierengehen watet. "Müll ist Taiwan und Taiwan ist Müll" habe ich da einmal wütend in meinem alten Blog geschrieben, das ich mittlerweile ins digitale Nirvana verbannt (und auf CD ge-bannt) habe. Aber eigentlich stimmt es nur bezogen auf Nordtaiwan, das von ethnischen Chinesen dominiert wird und irgendwie ... sehr zweckmäßig gesehen wird. "Natur um der Natur selbst willen" akzeptiert man in Taiwan nicht, verlautet irgendeine wissenschaftliche Arbeit, die meine Frau neulich bei ihrem MBA-Studium beim Wickel hatte und ich fühle mich mit rotem Kopf in meinem Geschimpfe bestätigt, habe ich doch öfter mal geschrieben, dass hier in Nordtaiwan (leider habe ich es oft zu "Taiwan" verallgemeinert) Natur entweder als Bauplatz, Parkplatz oder Müllplatz dient - und manchmal natürlich als relativ müllfreie Naherholungsanlage. Aber Müll kann auch hübsch sein, man darf das nicht so verbissen sehen. Mal ehrlich, rote geometrische Formen und grüne Natur, dass ist irgendwie ansprechend. Weiter so, (Nord)Taiwan!

Wieder eine taiwanesische Automarke

Neben der neuen taiwanesischen Automarke Luxgen von der taiwanesischen Firma YULON, die außerdem die Nissans für Taiwan (in Taiwan) produziert, gibt es jetzt auch die Marke "TOBE". Tobe steht auch hinten an meinem Nissan X-Trail und bezieht sich wohl auf das Soundsystem, im Falle der Tobe Marke steht es jedenfalls für "to be" (or not to be). Das Autochen wird für eine halbe Million Taiwandollar in Taiwan gehandelt und wird sowohl in China als auch in Taiwan gefertigt, in einer Kooperation von Yulon mit dem chinesischen Hersteller Geely. Nicht ganz billig mit umgerechnet 12.500 Euro und erste Meldungen über die Qualität klingen ... interessant. Von einem abgefallenen Rad und defektem Rückwärtsgang ist die Rede (http://www.chinapost.com.tw/taiwan/national/national-news/2010/08/07/267796/Yulons-Tobe.htm). Na ja, Taiwan und China marschieren seit der Wirtschaftsunion in eine gemeinsame rosige Zukunft, da geht es nicht mehr rückwärts....


P.S.: Da lobe ich mir einen (in Taiwan nicht erhältlichen) DACIA für deutlich weniger Geld. Und bleiben da die Räder dran? Na Logan!

Ehrfurcht.........



Zufällig aufgeschnappt. Hier irgendwo im "Kreis" Longtan (es gibt 5 Ausfahrten, die so heißen und mindestens drei Kleinstädte die alle nebeneinander liegen und alle Longtan sind und nirgends gibt es Ortschilder, also "Longtan" ist irgendwie alles bei uns in der Nähe) verneigt sich ein älterer Mann respektvoll vor einem Verkehrspolizisten. Dabei verneigt man sich in Taiwan eigentlich nicht, ist ja nicht Japan.
Ältere Leute wie er haben ihr Leben jedoch unter japanischer Kolonialzeit (1895-1945) und anschließend unter der KMT-Diktatur verbracht, die erst 1992 weitestgehend zu Ende gegangen ist. Da hat man Respekt vor der Obrigkeit.

Entsprechend leicht haben es Gangster, wenn sie sich als Polizisten ausgeben und alte Leute um ihre Ersparnisse erleichtern, wie neulich in unserer Familie geschehen.

Freitag, August 06, 2010

Happy End für "Horrorhund"

 

In diesem Blog steht wenig über die Arbeit der Tierschutzorganisation stray-dogs.org, ein Netzwerk von taiwanesischen Hunderettern, die sich des extremen Straßenhundproblems in Taiwan anzunehmen versuchen und wenigstens ein paar Tiere aufpeppeln und wenn möglich vermitteln. Die kleine Org, der die Taiwanbehörden den Status als Tierschutzorganisation ohne Begründung verweigert haben (sie müssten uns sonst laut hiesigen Gesetzen Geldzuschüsse geben, daher wird kaum jemand anerkannt) ist aus diesem Blog heraus gegründet worden, deshalb nenne ich sie auch gern den "exekutiven Arm dieses Blogs". Sie finanziert sich im Übrigen durch Spenden von Taiwanesen, daher keine Angst, dies ist kein Spendenaufruf.


 Hals offen durch eingewachsenes Halsband, konnte auch geheilt werden.

Früher habe ich öfter mal über die Arbeit berichtet, aber einerseits scheint es kaum jemanden zu interessieren (ja gut, die Fotos von Hostessen auf der Computex sind halt interessanter) und andererseits hatten wir eine Zeit lang auch Anfeindungen von Einzelpersonen und anderen, größeren Orgs zu ertragen. Einerseits ist Tierschutz ein emotionales Geschäft, wo sich manchmal recht egozentrische Personen herum treiben, andererseits ist es, wenn man es mit entsprechendem Spendenwirbel und Publicity betreibt, auch ein lukratives Geschäft. Eine in Taiwan von Ausländern gegründete Org hat mittlerweile hauptberufliche Angestellte, Board of Directors und einen großen Fuhrpark. Wir haben das alles nicht, wollen es nicht, haben Fusionsangebote abgelehnt. Wir haben nur Kosten, keine Profite. Effektive Graswurzelarbeit ist unser Prinzip, die "Sekreteuse" die den Anrufern ein "Wei wei wei" entgegenflötet, wie man es hier am Telefon so tut, würde schon so viel wie die Rettung von 30 Hunden oder mehr kosten.



Hundehandel und Profit gibt es bei uns auch nicht, geboren ist Stray-Dogs.Org aus der Tatsache, dass vor meines Haustür kranke Tiere herumlaufen.


Ein anderes verletztes Tier, von uns aufgenommen und mittlerweile geheilt und vermittelt. Die Wunde am Hals erklärt sich dadurch, dass immer wieder Hunde mit Halsband ausgesetzt werden und dann noch wachsen. Das Halsband bleibt jedoch so groß wie es ist.

Ich will in nächster Zeit vorsichtig die Tendenz wieder aufnehmen, von unseren kleinen Erfolgen hier im Blog zu berichten, sollte das wieder hypernervöse Taiwanesen aus dem Ausland anlocken, die dann ihre Drohungen ablassen wollen (in taiwanesischen Foren, in denen wir vertreten waren geschehen), dann sollen sie halt kommen, ihren Unsinn reden und dann wieder in den Tofu-Sud verschwinden, aus dem sie hervor gekrochen sind.
So, ein Erfolg unserer Org zeit sich ganz plastisch an den folgenden Fotos. Diesen Hund...


... hatten wir im Jahre 2008 aufgelesen und nachdem sich mehrere Mitglieder respektive die von ihnen beauftragten Ärzte daran versucht hatten, waren meine Frau und ich an der Reihe und unser Arzt, mittlerweile der Standardtierarzt von unserer Org, war erfolgreich. Zwischenstadien der Behandlung dieses Hundes kann man hier im alten Artikel nachlesen: http://bobhonest.blogspot.com/2008/12/beauty-is-beast.html, heute (die Fotos sind ein paar Monate alt) lebt der Hund, den wir "Handsome" genannt haben, in Übersee und sieht so aus:


... er ist ein ganz lieber Kerl, kaum wieder zu erkennen äußerlich und wurde an eine Taiwanesin vermittelt, die im Ausland lebt und immer wieder Hunde aus ihrer Heimat adoptiert, weil sie weiß, wie vielen es hier schlecht geht. Privatvermittlungen machen wir nur, wenn jemand persönlich mit dem Adoptierer bekannt ist von uns, um empörte Zuschriften gleich auszuschließen ;-)


Hier ist er zusammen mit einem anderen Hund, den die Taiwanesin aus Taiwan (aber nicht von uns) adoptiert hat.


Hier ist Handsomes Spielzeug zu sehen. Er hat es selber so auf seiner Decke arrangiert, er ist sehr ordentlich mit seinen Sachen und legt sie immer wieder auf seiner Schlafdecke zurecht, meist mit etwas Abstand zu einander, wie sortiert. Vielleicht wird man ja zum Ordnungsfanatiker, wenn man vorher ein chaotisches Leben als Straßenhund hatte.

Taiwanesische Holzfolter

Zu der Thrombose, die mich hier 2004 in Taiwan heim gesucht hatte, eine unangenehme Sache, wenn die Beine nicht mehr richtig durchblutet werden und aussehen wie sonst nur die Fahrgestelle in einem George Romero - Film (die mit "Dead" im Namen), trugen die feuchtheiße Smogluft bei (später festgestellt: Taschentuch vor die Nase reicht und die Lunge funktioniert prächtig, andernfalls nicht), zu kleine Schuhe (gibt hier meist nur bis Größe 44, ich habe aber 46, in meiner Not hatte ich extrabreite 44er umgebaut oder so etwas) und auch zu kleine Schreibttische und Tische, denn alles ist für Schrumpfsinoide bis 1.55m gebaut, auch wenn junge einheimische Männer durchaus 1.80 oder 1.90 groß werden in Extremfällen.

Heute bin ich bei nicht passender Bestuhlung recht kompromisslos und verlasse oft das Lokal wieder oder greife im Büro zum Schraubenzieher um die oft unter den Schreibtischen befestigten Extraschubladen abzubauen.


Typisch Taiwan: mit meinen 1.80 passe ich nicht unter den Esstisch mit den Beinen. 

Manchmal hat man die japanisch gestylten Restaurants, da soll man dann am Tisch knien. Diese Folter mache ich grundsätzlich nie mit. Manchmal haben sie richtige Stühle mit nur 3 cm langen Beinen, gruselig. Das Restaurant im Foto hier in der Nähe meiner Firma hat Foltertische, wo man die niedrigen japanischen Sitztische nur vortäuscht, d.h. hier gibt es einen Schacht (gelber Pfeil), in den man die Beine einfädeln soll und hat dann Platz die Beine normal nach unten weg zu strecken. Allerdings ist der Schacht so klein, dass ich meine Beine dann schmerzhaft nach oben und unten gegen das scharfkantige Holz presse. Da saß ich nun mit Kollegen und meine Frau merkte an, die Stunde könne ich ja mal aushalten, während mir die Beine taub wurden. Meine Lösung bestand dann darin, die Tischplatte mitsamt faulig schmeckendem Fisch, Seetangsuppe und kleinen Silberfischen mit Erdnüssen rhythmisch auf den Knien zu balancieren, während ich dabei Schillers Glocke rezitierte. Da wussten alle: wir brauchen einen neuen Tisch.
Nein, war gelogen. Ich habe nicht Schillers Glocke rezitiert.


Donnerstag, August 05, 2010

"Heino" zwingt Taiwanesin zu Unausprechlichem (Update)

Ich habe mir bislang immer verkniffen darüber zu schreiben, aber diesmal ist es zu dämlich und es muss einfach raus. Die Taiwanpresse und das Fernsehen hier verwenden immer wieder eine Software, um Kriminalfälle nach zustellen, im Detail mit Messer und allem anderen. Kurioserweise verwendet die Software fast immer nur Abbilder von westlichen Ausländern. So kommt es, dass wenn im Taiwanfernsehen gezeigt wird, wie Mafiosi Ping "Snake" Lu einen Stadtrat mit ratterndem Maschinengewehr umlegt oder seine Freundin erwürgt, er dabei aussieht wie "Tom Cruise" in der Wurmkur, oder jedenfalls wie ein Nordeuropäer. Vielleicht kann die Software es ja nicht anders, dachte ich da.

Aber diesemal ist es zu blöd. Im folgenden Fall aus dem NEXT-Magazin, wo ich zwar den Text nicht lesen kann, aber die Computergrafik und die Fotos für sich sprechen, geht es offenbar darum, dass eine Anzahl von Prostituierten von Taiwanesen in eine Firma o.ä. zum Gruppensex oder dergleichen geladen wurden. Nach ausgelassenem Herumflachsen wollten die Herren mit den Damen, die auf den Originalfotos durchaus leicht asiatisch wirkten diesmal (die Handyfotos oben bringen das nicht mehr rüber) merkwürdige Dinge tun, scheinbar wollten die Herren ihnen den Allerwertesten versohlen und sonstige Dinge tun, man will es ja garnicht so genau wissen, wie es die Rekonstruktionen einem nahelegen.
Merkwürdig nur, dass die Herren wie Nordlichter wirken, man achte auf die superblonde Mähne, wenn die zahlreichen Fotos (die auch im Original unscharf waren) dazu ganz klar ausschließlich Taiwanesen zeigen.


Der reale Herr auf dem Foto sieht ja nicht gerade wie Heino oder Björn Borg aus sondern wie ein Einheimischer in Saft und Kraft, wieso also die superblonde Mähne?


Eigentlich ist Nacktheit in der Taiwanpresse verboten, aber hier schlägt das NEXT-Magazin mal über die Stränge. Das Gros der Fotos zeige ich hier nicht, ein erschöpfter Ping Fong Lu neben der Nackerten soll hier reichen. Aber Europäer oder Amerikaner hatten mit dieser rein taiwanesichen Sache wirklich nichts zu tun. In so fern ist es schon bedenklich, wenn Taiwanesen bei Kriminalfällen immer Europäer vorgeführt kriegen in den Rekonstruktionen.

Da möchte man ihnen glatt den Hintern für versohlen....

UPDATE: Auch der in Taiwan lebende deutsche Journalist Klaus Bardenhagen hat sich des Themas Klatsch-Animationen (i.Allg.) angenommen, hier auf einer NDR-Seite: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_wirtschaft/taiwan112.html .
Klaus' Blog sei Taiwan-Interessierten ans Herz gelegt: http://taipeh.wordpress.com/

Mittwoch, August 04, 2010

Beim Taiwan-TÜV

Man höre und staune, in Taiwan gibt es eine vorgeschriebene technische Überwachung für Fahrzeuge. Wussten wir auch lange nicht, hatten einen alten Opel Corsa als Zweitwagen der 12-15 Jahre alt war am Anfang bzw. Ende und wir fuhren mit dem Ding manchmal mit schlechten Bremsen im Dorfe herum oder bei Hunderettungsaktionen; irgendwie passt man sich dem legeren Umfeld an. Niemand kümmert es, es gibt zwar eine Art TÜV, aber eben keine Plaketten, also merkt niemand, wenn man das Auto nicht hinbringt.


At the TaiwanTÜV, babe...

Eigentlich muss ein PKW (auch für LKW gilt die Regelung, aber evtl. abweichend) in Taiwan nach 5 Jahren jedes Jahr 1x zum "TÜV" und ab 10 Jahren sogar alle 6 Monate. Als wir es also endlich wussten, hatten wir unseren alten Opel hingebracht, mussten etwas Strafgebühr zahlen und gleich zweimal hintereinander hin und dann war es gut. Anders als beim deutschen TÜV fällt ein stark defektes Fahrzeug nicht unbedingt durch, sondern die Leute dort reparieren das Fahrzeug gleich, machen sozusagen das Beste draus. Die Bremsleitungen seinen angerostet, sagte der Mechaniker, sie füllten jedoch Bremsflüssigkeit nach und gaben uns ein "Fahren Sie langsam" mit auf den Weg. Bestanden!


Neueres Nissan-Ludigelmobil, jetzt 5 Jahre, 150000km besteht auf Anhieb

Ist man einmal drin im System kriegt man dann per Post die Aufforderung zu Erscheinen, wenn man den Termin verpasst und müsste dann vielleicht auch mit Besuch von der Polizei rechnen, wenn man hartnäckig weiter schwänzt. Wer aber sein Auto nie hingebracht hat, für den gibt es keine Überprüfung, weil er eben nie vom System erfasst wurde. So hat man ältere Autos oft völlig ohne Bremsleuchten und oft ohne irgendeine Beleuchtung hinten (oder auch vorne ohne) und LKWs sind sowieso ein Alptraum in Taiwan, mit verdreckten oder fehlenden Rück- und Bremsleuchten und ungesicherter Ladung. Na ja, die Polizisten sitzen in ihren Streifenwagen bei Motor und Klima an, da steigt man nicht so gern aus bei der Hitze.
Aber: 80% der PKWs hier sind neue Japaner, Koreaner oder deutsche Autos. Funkelnagelneu oft sogar. Taiwan ist ja kein armes Land und ein Mercedes S320 ist hier häufiger als eine C-Klasse.


Unser uralt-Opel Corsa voll mit geretteten Hunden. Mann, was haben die den Wagen vollgekübelt. Heute sind die Hunde in der Schweiz bei unserem Partner und der Wagen ist an einen unserer Nachbarn verkauft. An die, die uns immer ihre Kübel mit Naturdünger hinters Haus kippen. Das haben sie nun davon (der Corsa kreischt immer noch so schön beim Anlassen, gell....). "Wir", das ist die Hunderettungsorganisation stray-dogs.org, von meiner Frau und mir gegründet, der exekutive Arm dieses Blogs. Ich schreibe kaum noch was von der Org, weil wir oft schon (mehr von Taiwanesen als von Deutschen) angefeindet worden sind, auch solchen Taiwanesen, die in Deutschland leben.


Das gute Stück hier auf Tour, allerdings mal privat mit unseren Privathunden zum Strand...
 Bin ich froh, dass das alte Ding weg ist....

Doch zurück zum TÜV. In einer Diskussion im Ausländerforum Forumosa.com wähnten sich mehrere Ausländer tief in den Korruptionssumpf verstrickt, als sie mit ihren Uraltautos durch fielen und erst bestanden haben, als sie einen einheimischen Mittelsmann (will sagen KFZ-Mechaniker) dafür bezahlten, das Auto durch den TÜV zu bringen. Wie eine taiwanesische Leserin hier einmal korrekt sagte, fühlt man sich als Ausländer immer schnell von Verschwörungen verfolgt in einer so fremden Gesellschaft. Dabei hat es mit Verschwörung nichts zu tun, auch in Deutschland kommen Autos leichter durch den TÜV, wenn sie ein Werkstattmensch hin bringt. Weil der Prüfer dann von einer dauernden Überwachung des Fahrzeugs durch eine Fachwerkstatt ausgeht und großzügiger bei kleinen Mängeln ist, so hat es mal ein KFZ-Meister erklärt.

Hier in Taiwan gibt es Einwohnermeldeamt, Familienbuch, Perso, TÜV und Untersuchungshaft, fast wie zu Hause in Deutschland. Da wundern sich die Amerikaner manchmal über das Preußentum im Fernen Osten.

Dienstag, August 03, 2010

Catch up!

Rechts im Bild "Catchup" Ketchup

Neulich hätte ich fast dieses taiwanesische Ketchup gekauft, das sich allerdings auf Englisch sozuagen "hole auf" (also "Catch up") nennt. Meine Frau wies mich aber darauf hin, dass man bei so billigem Zeug nie wisse, ob es nicht in Wirklichkeit aus China käme, auch wenn Taiwan drauf steht. So habe ich doch wieder zum japanischen Kagome Ketchup gegriffen, das ich sonst immer kaufe.

"Made in China"-Lebensmittel haben so ihr eigenes Grauen, jedenfalls in der Fantasie. Wenn wir Besuch von unseren Kollegen aus der chinesischen Filiale haben, bringen sie immer irgendwelche Süßigkeiten mit. Mir schenken sie zwar nie was, aber das Zeug stapelt sich dann doch bei mir, weil anschließend kichernde junge Kolleginnen mir das Zeug auf den Schreibtisch werfen und dann weglaufen. Und schräg hinter mir lacht eine andere Kollegin dann und ruft jedes mal "MADE IN CHINA". Das Zeug will keiner haben. Landet dann auf dem Müllhaufen der Geschichte ;-)

Deutschland sucht den Computerinder

Wieder mal ist es so weit, Deutschland sucht wieder den Computerinder, so wie damals unter Kanzler Schröder. Damals, ein paar Jährchen ist es her, arbeitete Schröder noch nicht für die Russenmaf... äh... Gasprom und kümmerte sich stattdessen in Deutschland darum, Indern eine Greencard nach amerikanischem Vorbild zu geben, die allerdings weder green war noch zum Daueraufenthalt berechtigte. Auch die Umbenennung vom hannoverschen Zooviertel, wo Schröders Villa gleich nebenan lag, in "Kallifornien" hatte damals nicht mehrere Millionen Inder überzeugt nach Deutschland zu kommen, sondern nur eine Handvoll. Mindestens ein Sixt soll darunter gewesen sein, Sie wissen schon, diese andere Volksgruppe da die keine indogermanischen Hindus sind und soll jetzt angeblich bei einem Autoverleih arbeiten.

Kaum habe ich meine Rückkehr nach Deutschland für 2011 (oder, na ja, 2012) grob ins Auge gefasst, ist Deutschland entschlossen, sich zu schützen. Nicht nur, dass man Informatikern laut Gehaltsspiegel immer noch das Selbe zahlt wie 2004, als ich weg bin, was wegen asiatischem Reihenhaus-und-Auto-mit-serienmäßigen-Ledersitzen auch nicht gerade verlockend wirkt, jetzt will man auch noch schnell alle freien Stellen mit Ausländern besetzen. Wer also heute in Deutschland noch arbeitslos ist, bildet sich das wahrscheinlich nur ein und sollte dringend einen Termin mit seinem persischen Psychologen machen.

Komischerweise ist im Spiegelartikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,709704,00.html diesmal aber gar nicht von Computerleuten die Rede. Stattdessen ist von - bitte ausländischen - gesuchten Rohrverlegern und Hebammen die Rede. Aha! Da ist mir klar was für eine Strategie die Bundesregierung hat. Doppeleffekt sozusagen gegen die schrumpfende Bevölkerung. Und mit Computerheinis und Freundin, das hat ja nie so recht geklappt.

Fröhlichen Wochenstart (ich hatte frei am Montag) und fröhliches multikulturelles Rohrverlegen wünscht...

Ludigel

P.S.: "Begrüßungsgeld" soll es auch geben. Na, dann muss ich wieder meinen polnischen Dialekt üben, bevor ich zurück komme. Banane und 50 Euro? Warum nicht, kann man immer gebrauchen...

Freitag, Juli 30, 2010

Koalitionspräsident Wulff: einer wie unser einer

Koalitionspräsident Christian Wulff, CDU, steht derzeit in der Kritik, weil er seinen Sommerurlaub im Palast eines befreundeten Unternehmers auf Mallorca verbracht hat: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,709143,00.html. Doch die taiwanesische Blogpartei ist solidarisch mit dem von Merkels Gnaden frisch gewählten Präsidenten der Berliner Koalition. LASST WULFFERT IN RUHE, man kann ja schließlich nicht verlagen, dass er in Wolfsburg in Niedersachsen Urlaub macht, als Spitzenparteipolitiker hat er besseres verdient. Und dieser anstrengende Job als Koalitionspräsident erst, man stelle sich vor, man müsse Guido Westerwelle und Seehofer vorsitzen, die pieksen einen bestimmt pausenlos von hintern, so wie wir es alle noch aus der Grundschule kennen. Na gut, ich jedenfalls.
Außerdem kann Wulff nichts dafür, dass er kein Taiwanese ist. Hier in Taiwan kann ich auf den Namen meiner Frau billigen Urlaub in Luxushotels wie dem Four-Seasons auf Bali buchen und es kostet nur ein Viertel von dem was Langnasen bezahlen würden. Nun ist er nun mal eine Langnase, da hilft kein Vertun. Obwohl, wenn ich ihn immer so koalitionspräsidial lächeln sehe, kommen mir da Zweifel...

Mittwoch, Juli 28, 2010

INFO: Taxiratgeber Taiwan

Aus gegebenem Anlass hier der Taxiratgeber :-)


Taxis sind gelbe japanische Limusinen in Taiwan. Sehr viel in den Straßen unterwegs. Jeder zweite Taiwanese scheint Taxifahrer zu sein und seine Frau hat nebenher eine Garküche, jedenfalls in den Städten. Immer fängt der Fahrpreis bei 70 Taiwandollar (NTD) an und erhöht sich im 10 NTD-Rythmus oder dergleichen (oder waren es 20?). In den Großstädten kommt man für ein paar hundert NTD quer durch die Stadt (durch 40 in Euro), also besser keine Pauschalpreise vereinbaren, das schlagen Taxifahrer auch fast nie vor. Nachtstunden und Chinese New Year und Fahrten zum internationalen Flughafen Taipei (Taoyuan) sind etwas teurer.
Auf dem Dorfe wollen die Taxifahrer immer frei verhandeln und verlangen laut meiner Frau horrende Summen -Taxameter wollen sie auf dem Lande nicht nehmen. Hier sind die Preise dann wohl ähnlich wie in Deutschland.

 Schnall die Betelnüsse fest, Mr. Laowai is ready to roll...

Eine Fahrt zum International Airport Taipei (Taoyuan) von Taipei City aus kann wohl bei 2000 NT liegen, das sind etwa 50 km. Hier bieten manche Fahrer einen reduzierten Pauschalpreis an. Bis 1500NT lohnt es sich wohl, darauf einzugehen, auch wenn das per se illegal ist.

Schwierig: Wer zum Taipei Inlandsflughafen in Taipei City will hat ohne einheimischen Mittelsmann wohl keine Möglichkeit, dies dem Fahrer begreiflich zu machen. Ausländer, die Airport sagen, werden immer zum International Airport gefahren, der in Taoyuan liegt. 

Taxifahrer fahren bei Ausländern manchmal Umwege, aber die Kosten halten sich in Grenzen. Manchmal fahen sie auch wirklich nur einen schnelleren Schleichweg.

Wechselgeld/Trinkgeld: Man gibt i.d.R. kein Trinkgeld in Taiwan, Taxifahrer sind aber schwierg beim Wechseln und weigern sich manchmal auf den 1000NT-Schein oder sogar den 500NT-Schein bei geringeren Preisen wie 140NT heraus zu geben. 100NT-Scheine und Münzen sind da immer gut. Manch ein Taxifahrer sagt bei 160NT das er kein Wechselgeld hat, wenn man 200NT hin gibt.

Einsteigen und Aussteigen: Man sitzt in der Regel nur hinten, am Besten auch bei 3 Fahrgästen. Nur widerwillig machen die Fahrer den Beifahrersitz frei. Achtung Ekelfaktor: In der Regel steht vorne zwischen den Sitzen ein offener Becher, randvoll mit Betelnusspriem, den der Fahrer da hinein spuckt. Vorsicht mit dem Hemdsaum, wo der rein hängt!
Ist man einmal eingestiegen muss man, auch wenn man es sich anders überlegt (riecht das Taxi eventuell streng nach Speichel-Betelnusspriem?) dem Taxifahrer die Anfangsrate von 70 NTD zahlen, wenn er für einen angehalten hat, die steht ihm gesetzlich zu. Hat der Taxifahrer aber die Fahrt abgelehnt (kommt öfter vor weil sie den Weg nicht kennen!) dann zahlt man nichts.

Ziel angeben: Taxifahrer sprechen meist kein Wort Englisch und verstehen auch kaum die Worte "Airport" oder "Taipei 101", daher hat man ab Besten einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen, der das Ziel beschreibt. Oft kennen die Taxifahrer den Weg nicht und lehnen die Fahrt ab. Im chaotischen Straßensystem Taiwans kennt sich halt keiner so recht aus. Meine Frau habe ich meist am Telefon, wenn ich irgendwo hin will und reiche dem Fahrer dann das Telefon. Nur ein sehr alter Taxifahrer hat einmal danach vor Angst geschlagen. Dabei hatte ich keine spitzen Ohren angeklebt den Tag und das Ding hat auch nicht gebrummt.

Neues Taxi, altes Taxi? Desto älter und schmuddeliger ein Taxi ist, desto versiffter ist es in der Regel auch im Innenraum, bis hin zu Schweiß-, Nikotin- und Bentelnusspriemgestank. Gut sind die großen Ketten, die die großen, blitzsauberen Toyotas fahren und weiße Handschuhe anhaben und wo es innen nach Veilchen duftet. Auch eine der großen Ketten war aber mal im Fernsehen weil ihre Fahrer zu viel diskutierende Kunden verprügelt hatten.

Sachen vergessen: Manche Ausländer haben erlebt, dass Taxifahrer viel Zeit damit zubringen, sie zu suchen, wenn sie etwas im Taxi vergessen haben. Meist ist das Zeug natürlich verschwunden.

Belästigungen/Vergewaltigungen: Als Faustregel sagt man in Taiwan, das eine Frau des Abends nicht allein Taxi fahren sollte, weil ein Teil der Taxifahrer evtl. Ex-Verbrecher ist oder einer Triade angehört und in Taiwan Vergewaltigungen noch immer nicht so ernst genommen werden wie in Deutschland. Jedoch sind scheinbar westliche Ausländerinnen noch nie belästigt worden, von einer verbalen Belästigung abgesehen, die im Ausländerforum Forumosa.com berichtet wurde und bei der der Taxifahrer nach Gutsherrenart bei seinen beiden Mitfahrerinnen die Oberweite taxierte und kommentierte. Die Damen haben die Fahrt sofort abgebrochen, den Fahrer aber bezahlt, wenn ich mich recht erinnere. Man sollte auch grundsätzlich Taxifahrer immer die ehr geringen Beträge zahlen als einen Streit zu riskieren, denn da werden sie leicht handgreiflich und rufen ggf. viele Kollegen zu Hilfe. Auch verwenden sie öfter mal Messer, Knüppel oder Wagenheber in Streits, wenn es der Kunde darauf ankommen lässt.


Sicherheitsgurte: Gibt es hinten nicht. Langnasen, wollt ihr ewig leben?

Sportfahrer: Es gibt einige wenige, die Taxi nur zum Spaß fahren. Hatte mal einen kleinen Kerl in einem Recarositz im aufgebrezelten Toyota, lauter Zusatz-Rundinstrumente in Knallbuntfarben vor ihm, die Kiste flog mit 160 km/h durch den Stadtverkehr. Rennfederung. Rennbremsen. Erst bremsen, wenn man fast schon den Aufprall hört und dann im rechten Winkel um die Kurve. Federung nickt nicht, Auto wankt nicht, Motor röhrt und der Fahrer dreht ohne mit der Wimpfer zu zucken am Lenker. Alles zum Normalpreis.

Kicherndes Auto

Weil es in Taiwan so gut wie keine Kombis gibt, fahren wir ja wie die meisten [Edit: "viele" trifft es besser, nur auf dem Dorfe sind die SUVs manchmal in der Überzahl) hier auch einen SUV, also einen Nissan X-Trail, ganz zivil mit Frontantrieb und der Einstiegsmaschine mit 2 Litern Hubraum. Eigentlich ist das nur ein Kombi mit mehr Bodenfreiheit und schlechterer Aerodynamik und so kann ich immer die deutsche Aufregung - bis hin zum Brandanschlag, wie man liest - um solche Autos nicht nachvollziehen. Schließlich nimmt meiner 10 Liter, das ist zwar nicht wenig aber irgendwie haben alle meine (i.d.R. früher von Vater zur Verfügung gestellten) Autos schon immer 10 Liter verbraucht**, seit ich Mitte der 80er angefangen habe Auto zu fahren. Also kann ich mich darüber auch nicht so wirklich aufregen. Aber gut, in Deutschland ist alles so sauber und in Ordnung im Straßenverkehr, dass man sich wohl irgendwelchen Unsinn herholen muss, um noch etwas zu finden zum Meckern.

5 Jahre und 150.000 km hat er jetzt auf dem Buckel und ist wieder störungsfrei, seit wir die Werkstatt gewechselt haben (freie sind billig, aber halt so eine Sache). Kein Klingeln mehr, Motor hat wieder Durchzugskraft und auch die Bremsen pfeifen nicht mehr. Neben seinem üblichen Gepiepe, das mich schon immer genervt hat (Piept wenn man Rückwärts fährt und bei Radarfallen, das ist Okay, aber auch sonst andauernd), ärgert mich das Auto neuerdings durch folgendes: Es schaltet immer wieder die Smogtaste aus, so dass die ekelhafte Abgasluft Taiwans in den Innenraum dringt. Hier in Taiwan fährt man eigentlich immer nur mit Smogtaste drin und Klima an, jedenfalls in den Städten, denn Mopeds, stinkende LKWs und Autos ohne Katalysator (meiner hat auch keinen) räuchern die Städte zu. Dann sitze ich wie betäubt hinterm Steuer und wundere mich, wieso ich duhn bin, obwohl ich keinesfalls irgendwas Alkoholisches zur mir genommen habe. Bis dann meine Frau sagt "CIRCULATION! CIRCULATION!", Recht hat sie. Und dann piepst das Auto wieder ein paar mal so komisch hinter einander. PiepPiepPiepPiep Piep Piep. KicherKicherKicherKicher Kicher Kicher.

Sei Vorsichtig Auto, Skoda hat wieder einen Versuch gestartet auf dem taiwanischen Markt zu landen und wir fahren jeden Morgen an einem Skodahändler mit hübschen Kombis*** vorbei....

** ausgenommen "mein" erster, Vaters BMW 525, Model 1977, EZ 1980, 2.5-Liter Vergaser mit 150 PS, 193 km/h und 0-100 in 10,1 Sek., Alpinmetallicblau, 14.5 Liter Praxisverbrauch. Im Alter 16. Manchmal steuere ich ihn im Traum wieder über die Autobahn. Vrrrrrooooooooom. Keine Elektronik, kein ABS, kein garnichts. Nichtmal ein 5. Gang. Herrlich.

*** Praxisverbrauch 10 Liter. Bestimmt.

Dienstag, Juli 27, 2010

Klickt auf (nicht vorhandene) Werbung oder ich handle mit StinkyTofu

Interessanter Hinweis in einem ThaiLAND-Blog (http://4-thailand.de/): Eine wiederum andere ThaiLAND-Webseite weist darauf hin, schon der zweite seiner Redakteuere oder Fotografen sei gezwungen gewesen, zum Drogenhändler zu werden, weil die verdammten, schmarotzerhaften Besucher nie auf die Werbebanner klicken:
http://www.thailandinformation.de/das-ende-ist-nah-2-millionen-siteviews-823-pictures.htm.

Gemäß interner Marktforschung erklärten sich die 3 Werbeklicks bei Ludigels Taiwanblogs aus den Jahren 2006-2009 durch Vollrausch, Nervenleiden und herunter gefallenem Computer. Aus Ludigels Diamantkrawattennadel wurde daher nichts.

Ich habe mal alle Werbung, auf die in der Tat eh niemand geklickt hat, abgeschaltet - und zwar als ein Scientology-Werbebanner auf meiner Seite war. Den Mist überhaupt einzuschalten war eh Unsinn, mehr eine Spielerei mit der Blogoberfläche. Also einigen wir uns darauf, wer auf eine nicht vorhandene Werbung klicken würde schreibt einen Kommentar und ich trinke dann ein TAIWAN BEER drauf. Ab 1000 Kommentaren werde ich zum Stinky-Tofu oder Betelnusshändler. Versprochen ;-)

P.S.: Die ThaiLANDinfo-Webseite hält ihre Besucher auch für dumm und dreist (http://www.thailandinformation.de/baba-bobo-leserbriefe-818-pictures.htm). Na ja. Dies hier ist ja ein TaiWA(H)N-Blog, da ist höchstens der Blogschreiber nicht ganz bei Trost. "Leserbeschimpfung", vielleicht versuche ich es damit demnächst auch mal, mal was anderes....

Montag, Juli 26, 2010

Naserümpfen über Einheimische (oh schleck)

Sagen wir so, es fällt einem manchmal schwer, nicht die Nase zu rümpfen. Um nicht so viel zu riechen. Wie eben im Taxi. Eine kleine, gelbe, schmale Toyotalimusine, von außen garnicht so schlimm aussehend, drinnen aber mit einem ehr kleinen Fahrer an Bord, der scheinbar keine Zähne hat und mit seinem gummiartigen Unterkiefer immer wieder schmatzend Betelnüsse einwirft. Dieses zahnzerstörende Zeug führt zu einem betäubenden, süßlichen Priem, der das ganze Taxi mit einer nach Speichel riechenden Duftwolke erfüllt, auch weil er immer wieder einen rötlichen Priem in einen Klarsichtbecher spuckt, der entsprechend vor sich hin stinkt. In dem verpeekten Taxi riecht es außerdem noch nach Schweiß, obwohl es dank Klimaanlage kalt ist. Waschen ist wohl auch nicht die Sache des Fahrers. Die ganze Zeit plinst er dann debil zu nach Hinten statt nach vorne zu gucken und redet mit schwerer Zunge, der man die Betäubung anmerkt. Mit Karacho geht es durch die slumähnlichen Straßen aus immer den gleichen schmutziggrauen Plattenbau-Reihenhäuschen mit Läden unten drin und Wohnung oben drüber, zugestellt mit greller Leuchtreklame. Da musste ich mich selbst erinnern, dass die Arbeiterklasse in Deutschland manchmal auch abschreckend aussieht, ich erinnere mich an Leute vor Nebgenbuden, die herum lallten und auch eine Wolke aus Alkohol, Schweiß und Nikotin versprühten. Gott sei Dank haben wir das Priemkauen schon vor hundert Jahren abgeschafft.

Manchmal denke ich ähnlich wie die Ausländer, wie sie im Blauen Lotus von Herge (Apostroph habe ich gerade nicht auf Lager) aus der Tim-und-Struppi Reihe charakterisiert sind (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Blue_Lotus). Der schon 1936 erschienene Comic schildert die Ausländer als ein hochnäsiges Pack, das auf den gemeinen Chinamann, hier in Shanghai, förmlich mit Verachtung herab schaut und diesen bei passender Gelegenheit schon mal mit dem Regenschirm verdrischt. Als Folge eines Unfalls z.B. Doch hier kommt unser Held Tim und greift zu Gunsten des chinesischen Toyotafah... äh... Rikschafahrers ein. Typisch für Neuankömmlinge. Gerade fünf Minuten da und schon alles besser wissen. Aber wir Expats müssen uns hier täglich vor den Wagen fahren lassen, oft auf dem Heimweg nach der Arbeit von angetrunkenen Fahrern, die einem fast die Motorhaube abrasieren.

Schlagen möchte ich natürlich niemanden. Der Taxifahrer zum Beispiel war schon schlimm genug dran, ohne Zähne und streng riechend und drogenabhängig, da kann er nicht auch noch Schläge gebrauchen*. Ich ertappe mich oft dabei, über die Einheimischen die Nase zu rümpfen, wenn sie hier im chinesischen Nordtaiwan die Landschaft zumüllen und alles in diesen slumartigen übelriechenden Sumpf verwandeln. Aber das ist ihr gutes Recht, es ist ihr Land. Obwohl die Taiwanesen im Süden da teilweise widersprechen würden, wenn sie die Chinesen im Norden als eine Art Besatzer bezeichnen, die das Land verkommen lassen, weil sie es nicht als ihre Heimat ansehen.

Wie dem auch sei, der Taxifahrer hat leider sein Taxi auch nicht geliebt. Und ich weide mein Auge lieber an den adretten jungen Kolleginnen, die nach Duftwasser riechen und schön und lieblich wie Blumen sind. Taiwan ist halt ein Land der Extreme. Hoffentlich klinge ich jetzt ein bisschen ziviler mit diesem Abschlusssatz und verbleibe mit guten Wünschen zum Wochenstart,

Ludigel

P.S.: letztlich muss man hier in Asien aufpassen, nicht irgendwann selbst zur Karikatur zu werden. Irgendwie sieht alles so zweidimensional aus heute Morgen ;-)

* und dann würden seine zwanzig Kumpels und ihre Wagenheber auch die Diskussion anreichern ;-)

Spaß am Morgen: Breathplay und Kung-Fu im Taiwanparlament

Immer wieder zu empfehlen, da mal rein zu gucken. Der Thread über die Parlamentskeilereien in Taiwan, immer wieder lustig, immer wieder neu. "Hau Hzu" heißt glaube ich der Parlamentspräsident, gacker.


http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=89&t=38601&start=160

Wie man in den Bildern sieht, sind die Abgeordneten meist uniformiert. Die blauen Westen mit rotem Kragen haben die Leute der Regierungspartei KMT an, das sind die Prochinesischen, die oft noch in China geboren wurden oder ihre Väter und die das Land an Peking verschenken wollen. Außerdem sind sie der nordtaiwanesischen Mafia "Bambusgang" assoziiert.

Die helleren, die manchmal auch grün-graue Uniformwesten anhaben sind von der Oppositionspartei DPP, die für die Beibehaltung der Eigenständigkeit Taiwans eintreten und die lieber in Eigeninitiative die Staatskasse leeren (der Expräsident dieser Partei sitzt wegen Veruntreuung und Korruption im Gefängnis), anstatt sich auf irgendeine Triade zu verlassen.

Gefährlich wird es, wenn sie mit Essen werfen. Meine Lieblingsstory ist die, wo eine Abgeordnete eine Gesetzesvorlage kaut und runterschluckt, damit sie nicht zur Abstimmung kommt.

Im Bundestag sollten wir auch Uniformen einführen. Die CDU in schwarz-rot-goldenen Westen, die CSU in Trachtenjacken (siehe Stoiber), die SPD mit T-Shirts, die Willy Brandt mit Grashalm im Mund und Gitarre zeigen und die Linke natürlich in FDJ-Hemden. Die FDP.... nun... Guido würde sicher japanische Manga-Dienstmädchen-Uniformen aussuchen. Peinlich bei Brüderle mit dem Strumpfband, das hervorluckt. Igitt.

Donnerstag, Juli 22, 2010

Neues von der Korruptionsfront - "englischer Todesfahrer" unschuldig?

Ludigels formoses Taiwanblog hat schon mehrfach über den Fall berichtet (zu letzt: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/update-zum-vermeindlichen-englischen.html) und hier im Blögchen hat er schon für heiße Emotionen gesorgt, hatte sich doch ein Engländer erdreistet, nicht gleich Hundertausende von US-Dollar für das Leben eines angeblich von ihm unter Alkoholeinfluss zu Tode gefahrenen Taiwanesen zu bieten. Mehr noch, der Frechdachs hatte die Frechheit, sich dem taiwanesischen Ritual, bei den Hinterbliebenen vorzusprechen, sich misshandeln zu lassen und um Vergebung zu bitten (was einem Punkte beim Prozess einbringt) zu verweigern. Stattdessen beharrte er auf seiner Unschuld und bot, weil das Unfallfahrzeug unstrittig seines war, nur 10.000 US-Dollar der Familie an. "Wieviel denn ein taiwanesisches Leben wert sei", haben wir auch hier im Blog diskutiert.


"Singen, Saufen, Schlangenlinien", der Triathlon des taiwanesischen Straßenverkehrs, wird manchmal auch von Ausländern zelebriert.

In der Version des englischen Geschäftsmannes, dem die Taiwanpresse scheinbar seine pakistanische Herkunft manchmal negativ ausgelegt hat, trug sich die Sache so zu: Er wurde nächstens in eine Karaokebar von einem potentiellen Investor gerufen, brach so gleich mit seinem alten Mercedes der E-Klasse aus den 90er Jahren auf und trank dann in dem Lokal, das zu einer Klasse von in der Regel mit der Unterwelt verbundenen sehr zwielichtigen Prostitutionsschuppen gehört, bis zur Besinnungslosigkeit. Man habe ihn dann nach Hause fahren lassen, ein junger Mitarbeiter des Puffschuppens wurde abgestellt ihn zu fahren. Er sei wie bewusstlos im Vollrausch schlafend auf dem Beifahrersitz gewesen - in der Tat deckt eine Überwachungskameraaufnahme seine Aussage diesbezüglich und zeigt ihn auf dem Beifahrersitz, während ein Einheimischer den Mercedes beim Verlassen des Lokals steuert- und sei von dem Fahrer erst kurz vor seiner Haustür geweckt worden. Zu diesem Zeitpunkt war der tödliche Unfall, bei dem der Mercedes einen Mopedfahrer von hinten so angestoßen hatte, dass dieser durch die Luft segelte und tödlich aufs Pflaster schlug, nachweislich schon passiert. Der Fahrer habe ihn massiv wecken müssen und er habe dann den Fahrer rausgeschmissen und die letzten hundert Meter seinen Wagen selber gesteuert, nichts von dem Unfall ahnend, sagt der Engländer. Er habe dem zwielichtigen Herrn nicht seine Adresse sagen wollen - so weit, so relativ gut.

Am nächsten Morgen stellte die taiwanesische Ehefrau des Engländers den Unfallschaden fest, stellte ihn zur Rede, er wusste nichts und man einigte sich darauf, den uralten Wagen für wenig Geld an einen nahegelegenen Reparaturbetrieb zu verkaufen, wo das Fahrzeug für alle sichtbar auf der Straße längere Zeit parkte. Erst als ein pensionierte Polizist sich auf die Suche nach dem Fahrzeug machte, wurde es gefunden und der Engländer wegen Trunkenheitsfahrt mit Todesfolge verhaftet - und darf seither als geschäftlich ruiniert angesehen werden.

Bei seiner Vernehmung sei das örtliche Polizeirevier, das leider eine lange Geschichte von Korruption und Zusammenarbeit mit dem Prostitutionsmilieu habe, schnell auf den Angestellten des Karaokeschuppens als Verdächtigen umgeschwenkt und habe ihn, den Engländer, schon gehen lassen wollen. Dann die Wendung! Der Boss des Rotlichtlokals erscheint und alles wird plötzlich anders, sagte der Ausländer im Ausländerforum Forumosa.com aus. Jetzt sei er, der Engländer, wieder der Verdächtige gewesen und man habe ihn auf einer Pressekonferenz als Schuldigen präsentiert. Die Presse schrieb vom reichen, arroganten Ausländer, der sich sogar um Schuldanerkennung und Kompensationszahlung drücken will. Die Familie schrie und jammerte im Fernsehen, wer kann es ihr verdenken, und verlangte Hundertausende von US-Dollar für den Tod ihres Verwandten, der am frühen Morgen Zeitungen ausfuhr und die ganze Familie zu ernähren hatte, die angeblich komplett krank, fußlahm und nicht erwerbsfähig war.

Nach beispielloser Vorverurteilung in der Presse passierte allerdings ein kleines Wunder. Eine Serie von Verfahren gegen Polizeibeamten des fraglichen Reviers wegen Korruption und Zusammenarbeit mit dem Rotlichtmilieu fand statt (Chinapost hier zitiert: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=21&t=88176&start=60#p1154681). Und es wurde ganz still um den Fall. Und ein langjähriger Teilnehmer des Ausländerforums Forumosa.com berichtete unlängst (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=21&t=88176&p=1178166#p1178166), ein angebliches Beweisvideo des Rotlichtschuppens, das den vom Karaokelokal abgestellten Fahrer frühzeitig ins Lokal zurück kommend zeigt (mit Zeitstempel, was beweisen würde, dass der Angestellte nicht gefahren sei zum späteren Unfallzeitpunkt), sei eindeutig manipuliert, so hätten forensische Spezialisten ermittelt. Außerdem würden die Aussagen der Angestellten des Rotlichtlokals keinen Sinn machen und sich widersprechen. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Sehr still ist es geworden um den Fall.

Haben korrupte Polizisten einen Ausländer als bequemen Schuldigen präsentieren wollen und ihre kriminellen Schmiergeldzahler schützen wollen? Ich bin nicht abgeneigt das zu glauben, nachdem meine Schwiegermutter, wie berichtet, 25.000 Euro umgerechnet an (mutmaßlich) korrupte Polizisten verloren hat, die ihr die Summe unter Drohungen abgepresst hatte. Mal gucken, wie der Fall weiter geht. Auch Richter sollen hier manchmal in Korruption verwickelt sein. Erwähnt hier: http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/07/21/2003478433


LINK: Der Gottvater aller englischsprachigen Taiwanblogs berichtet über den Fall: http://michaelturton.blogspot.com/2010/05/zain-dean-case-statement.html 


Thema Korruption, Kriminalität im Taiwanblog:

http://bobhonest.blogspot.com/2010/07/burgermaster-is-tot.html (Bürgermeister tot, hat verspielt)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/drogenspinner-drogenspitzel.html (Drogen und Polizeispitzel im Englischlehrermilieu)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/korrupte-polizisten-gangsterstadt.html (Korrupte Polizisten, Gangsterstadt Taichung)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/orangehaariger-gangster.html (Schwiegermutter erpresst, ein Täter gefasst)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/update-zum-vermeindlichen-englischen.html ("Englischer Todesfahrer" als Sündenbock korrupter Polizisten?
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/beerdigung-taiwanesischen-mafia-bosses.html (Mafiaboss tot, Politiker sitzen auf Beerdigung und nehmen Geldspenden an)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/straenverkehrszirkus.html (Straßenverkehrschaos und Abzocke)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/teenager-liegt-vorm-auto.html (Teenager liegt vor Auto, Betrugsversuche bei Unfällen)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/zusammenfassung-falsche-undoder.html (Übersicht: Korrupte und-oder falsche Polizisten nehmen Schwiegermutter aus)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/schwiegermama-under-der.html (.... Vorbericht)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/03/die-normative-kraft-der-falschung.html (Falsche Titel bei In- und Ausländern)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/03/foreigners-and-accidents-deadly-example.html (Ausländer, Unfälle, Abzocke)
http://bobhonest.blogspot.com/2010/03/edelmutige-eingeborene-unterlassene.html (Unfälle, Unterlassene Hilfeleistung, Betrug bei Unfällen)

etc. etc. etc.

Mittwoch, Juli 21, 2010

The Burgermaster is tot

Schießerei in der Flughafenstadt. Showdown in der Tofuhölle. Das Taiwanblog war dabei. Na ja, fast.



Lord Helmchen, DPP, mit behelmten KMT-Politikern, scheinbar haben sie dazugelernt.


Am Sonnabend versetzte mich meine Frau in Angst und Schrecken, als ich gerade den Spiegel auf meinem Laptop lesen wollte (geht auch ohne dies blöde ei-Päd). "Der Bürgermeister von Taoyuan ist tot", sagte meine Frau und fügte hinzu, morgens um Sieben Uhr habe er mit sieben Bekannten in einer Wohnung gesessen und alle seien dann von herein kommenden Pistoleros erschossen worden - mit Kopfschüssen. Da war ich ganz verdattert. Erst luchsen korrupte Polizisten meiner Schwiegermutter umgerechnet 25.000 Euro durch eine Erpressungstour ab (auf die man allerdings nur herein fällt, wenn man sich sonst auch von Goldfischen übertölpeln lässt) und jetzt knallt irgendwer den Bürgermeister in unserer Kreisstadt, bekannt durch den internationalen Flughafen Taipeis, einfach ab. "War er in der KMT?", frage ich. Denn die KMT beherrscht ja politisch den Norden hier, ist eigentlich eine Partei, aber ethnisch Chinesisch wie auch die Meisten im Norden Taiwans und mit der "Bambusgang"-Triade verbandelt, die wiederum die eigentliche Macht hier im Norden ist. "Ja", sagt sie und fügt hinzu, er habe vermutlich Glückspielschulden gehabt. Na gut, wegen der Baumschutzsatzung wird man ihn wohl nicht erschossen haben.
Ich war also ganz erschüttert und wollte schon einen Artikel im Blog drüber schreiben, dass Taiwan jetzt endgültig im Kriminalitätssumpf versinkt - obwohl es ja eigentlich eine sehr niedrige Kriminalitätsrate hat - da erklärt meine Frau auf Nachfrage es sei 1996 gewesen. Im Chinesischen hat man ja keine Vergangenheitsform - von Zusatzworten abgesehen - und deshalb redet man auch auf Englisch meist im Präsenz. "Ich trinke Muttermilch", sie ahnen, was man da alles falsch verstehen könnte. Oder "Meine Mama kriegt fünfhundert US-Dollar im Monat!", dann streitet man sich wieder drum, obwohl man den Streit schon 2004 beendet hatte. Wo die US-Dollar gelandet sind, wissen wir ja jetzt, bei Taipeis bartwuchslosen Polizisten.

Dem Bürgermeister geht es also gut, bestimmt spielt er vorsichtiger als der damalige und passt auch auf, dass auf seinem Flughafen, der als internationale Drogendrehscheibe fungiert, alles flutscht und ordentlich klappt. Nicht, dass die Bambusjungs sauer werden.

Ups, jetzt habe ich den Artikel doch geschrieben ;-)

P.S.: Artikel wie diese sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass es in Taiwan fast KEINE Straßenkriminalität gibt und man ganz friedlich, ohne irgendetwas von Korruption zu merken, vor sich hin leben kann. 


LINKS:


Witz der Woche: Die KMT will eine Anti-Korruptionstruppe schaffen. http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/07/21/2003478433
Das klingt etwa so, als ob MILKA über die Gefahren des Schokoladenkonsums aufklären will. Bock zum Gärtner.

Montag, Juli 19, 2010

Wie ich fast eingeschlafen und meine Frau gestorben wäre...

Dachte jedenfalls Schwiegermutter. Ich hatte ja schon von unserem Besucht in Schwiegervaters Friedhofstempel erzählt  (http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/tempelbesuch-alle-haben-uberlebt.html),  wo er im Schrank steht, mit Passbild vorne dran; in Urne natürlich. Wenn es mich mal erwischt, lege ich sie rein und lasse ein Bild von Alain Delon draußen befestigen. In jungen Jahren, als er diese langen Haare hatte. Immerhin hatte mir in jungen Jahren ein Mädel mal gesagt, ich würde wie "Ellen Dellen" aussehen, was immer das geheißen haben mag. Wollte dann doch nichts mit mir zu tun haben und die verdammte Pubertät hat weiter genervt. Aber egal. Wo waren wir? Auch ja, Tempelbesuch. Ich hatte mir also diesen Militärtempel unten im Tal mit Chiang Kai Scheck angesehen, wo er fiktive Japaner endlich mal besiegen durfte, und stieg dann hoch zu dem eigentlichen Friedhofstempel, sie wissen schon, der mit den Schränken und den Jackie Chan - Passbildern vorne dran.


Nun ist es auf der verdammten Tempelanlage immer schwüler und heißer als sonst im Sommer, wo es ohnehin schon schwül und heiß ist. Als ich die zig Treppen vom Tal zum Tempel aufstieg, schlug mir prompt mein Herz wie ein Maschinengewehr in der Bluse und mir war leicht schwindelig. Wer den Tempel mal genau ansieht, der sieht, dass die beiden Wellblechschächte vorne erst nachträglich angebracht wurden, sie beherbergen die Fahrstühle. Wenn bei diesem Superschwülwetter früher die alten Leute zu Fuß die Treppen hoch mussten, sind sie wahrscheinlich zu Hauf gleich ihren Vorfahren hinterher gefahren. Gelaufen.

Die Treppen, die ich hoch gekommen bin, sind aber nicht die im Schacht, sondern gehen viiiiieeel weiter nach unten, ab dem Foto eben rückwärts, so zu sagen.



Hier im Bild ein Teil davon zu sehen, mit dem Straßenhund-Chiang-Kai-Shek - Tempel am Fuße.
Interessant jedenfalls die martialische Ausgestaltung des Tempels, wieder mit Kriegsmotiv.


Dabei war Schwiegervater bei der Marine. Na ja gut. Mühevoll schleppt ich mich in mein Auto und schaltete ganz undeutsch die Klimaanlage und den Motor im Stand an und kam langsam wieder zu mir. Wieso nur ist es bei dem Tempel immer viel schwüler und heißer als anderswo? Wenn ich ein Fantasyautor wäre, würde ich jetzt schreiben, dass die klammen Hände der Toten sich aus dem Nebel den Lebenden entgegen strecken, um sie in ihr dunkles Jenseits zu ziehen. Oder irgend so ein Unsinn.


Als ich mich so in kühlen serienmäßigen Lederpolstern entspannte möchte ich an dieser Stelle gleich mal darauf hinweisen, wie ekelhaft in Deutschland verkaufte Autos von innen aussehen. Widerlicher grauer oder schwarzer Filz in Grundausstattung. Mein letzter BMW 318i hatte 1988 so wackelige Gummifensterkurbeln, das man sich beim Kurbeln immer geschüttelt hat. Und dieser schwarze Filz, pfui. Immer noch besser als der graue, der in den Mitsubishis aufgeplatzt ist allerdings. Hier in Taiwan gibt es Leder und Kunstholz und Spitzenhäubchen für die Sitze gratis.

Wo waren wir? Ach ja, Frau. Es klingelte also das Telefon und kurz vor dem Ende der Batterie in meinem Handy vermeldete meine Frau mit schwacher Stimme "I am depressed", also "ich habe Depression". Telefon schaltete sich ab, ich zuckte die Schultern - ja Entschuldigung, ich meine wer summt schon fröhlich ein Lied auf dem Friedhof, oder? Legte mich zurück und genoss noch etwas die Klimaanlage...

Ja OK, ich gehe ja schon. Schließlich übermannte mich das schlechte Gewissen und ich fuhr zum Tempel vor. Frau taumelte aus dem Lift, gestützt von Schwiegermutter und brach bewusstlos auf dem Beifahrersitz zusammen. Sie konnte mir noch erzählen, dass sie den Tempel ... äh .... also.... mit dem heute morgen gegessenen Käse-Wurst-Toast verziert hatte, dann sprach sie kein Wort mehr. Anfassen half auch nichts, also setzte ich Kurs auf das nächste Krankenhaus, während Schwiegermama hinten einstieg und schaltete die Klimaanlage hoch. Dann ging es mit dem Autochen durch den nervigen Verkehr, während meine Frau regungslos mit dem Kopf an der Scheibe lag und Schwiegermama hinten drin einen monotonen buddhistischen Singsang anfing. Stellen Sie sich mal vor Sie müssen durch dicksten Verkehr fahren und hinten drin sagt ein kaputter Schallplattenspieler immer wieder "Eidschibummbeidschi winzewuschi Muschibushi Hui Bu fung long" und das Hundertmal. Da wissen sie, wir mir zu Mute war.
Doch das wunder geschah, die Klimaanlage belebte meine Frau wieder und alles ward gut. Schwiegermama hatte mit ihrem Singsang die Götter aufgefordert, nicht meine Frau ins Jenseits zu holen. Und Sie sehen lieber Leser, es hat erfreulicherweise funktioniert.

Guten Wochenstart und seit vorsichtig in diesen feuchten Grenzzonen, wo grüner Nebel die Präsenz des Jenseits ankündigt und der Schleier zwischen Lebenden und Toten dünn geworden ist. Kleiner Scherz am Montagmorgen.

Ludigel

Montag, Juli 12, 2010

Emissionsfreie Miniröcke, made in Taiwan

Albert Jou war einmal bei dem taiwanesischen Computerhersteller beschäftigt, bei dem ich hier in Taipei tätig bin und hat die Angestellten per Büromail immer mit Model-Fotos versorgt. Nicht Computermodelle, wohlgemerkt, sondern junge einheimische Damen in meist kurzen Röcken. Jedenfalls wenn man (wie ich rein passiv) im Fotoclub der Firma Mitglied war. Von der fast täglichen Dosis junger taiwanesischer Frauen in knappem Gewand hat sich dieses Blog nie wieder ganz erholt, auch wenn ich heute meist selber knipse auf der Computex Computermesse und nur noch wenig auf dem Firmenserver zu finden ist. Manche Leser regen sich drüber auf, aber andererseits, es ist doch nicht meine Schuld, dass die Damen hier so niedlich sind, der Herrgott hat halt die Herren hier schnell zusammen geschustert und bei den Damen ein paar Überstunden gemacht, scherzhaft bemerkt (hust). Ökonomisches Arbeiten nenne ich das. Vergessen hat er jedenfalls den Bartwuchs bei den Herren, habe in einer riesigen Drogerie der Marke WATSON's am Wochenende wieder mal versucht Aftershave zu kaufen, aber gab es nicht. Hier rasiert man sich meist nur alle paar Tage, hat die Befragung männlicher Kollegen seitens meiner Frau ergeben.

 Schuld ist nicht der Bossanova, sondern der Firmenserver, dass ich solche Fotos mache.

Albert Jou hat sich des Themas NULL EMISSIONEN angenommen, denn die neue taiwanesische Automarke LUXGEN, mit NISSAN und RENAULT peripher verbandelt, hat neben normalen SUV und MINIVAN jetzt auch eine Elektromobil im Angebot. Interessiert mich nicht die Bohne, Albert auch nicht, der hat wieder mal nur die Mädels fotografiert. Und noch ein paar, die mit "VW" beschriftet sind.

http://www.pbase.com/albertjou/2010autoshow

Donnerstag, Juli 08, 2010

STERN jetzt als pPaper !!!

 Junge Taiwanesin mit konventionellem "pPaper", der Trend hin zum Holz ist unverkennbar

Als Expat war das Lesen des STERN über die Seite Newsstand.com immer eine schöne Sache, PDF-artig konnte man sich auch zahlreiche andere deutsche Publikationen auf den Rechner herunterladen, auch wenn das ganze verschlüsselt war und daher nicht auf einen anderen Rechner übertragen werden konnte. Die STERN-Pressemitteilung aus dem Jahre 2004 gibt es noch (http://www.stern.de/presse/stern/29032004-stern-ab-7-april-2004-weltweit-als-e-paper-ausgabe-verfuegbar-522085.html) und korrekt wird darauf hin gewiesen, dass "die Mobilität der Menschen ständig [zunimmt] und damit [...]der Anspruch an schnellem Informationstransfer [wächst]", so der damalige Verlagsleiter. Gut, vielleicht hat die Mobilität dann wieder abgenommen und wir lesen alle nur noch Papierpublikationen unter Omas Stehlampe im Jahre 2010. Und das, wo ich schon lange vor dem iPad von Apple mit einem Tablett-PC (von AMTEK) den Stern als e-Paper gelesen habe. Mit dem iPad von Apple will man auch eBooks und ePaper propagandieren. Schauen wir also mal, wie wir die ganzen Papierhefte jetzt eingescannt kriegen, um sie dann im eReader oder iPad zu lesen ;-)

Newsstand.com hat garnichts deutsches mehr, fast nur noch USA-TODAY Sondernummern als Magazin (neben einigen anderen amerikanischen Magazinen), nur leider ist dies US-Zeug immer so dünn und drin steht wenig; mit dem Lesen hat es die breite Masse da hinten halt nicht so. Außerdem interessieren mich Ophras Kommentare über Obama und derlei Zeug relativ wenig. Na ja, den SPIEGEL gibt es immer noch als ePaper und man kann alte Artikel sogar gratis Online lesen. Na denn...

Visuelle Notwehr

Ich bitte das zu entschuldigen, ich konnte den taiwanesischen jungen Mann in seinem Regelmantel nicht mehr als obersten Blogeintrag ertragen, täglich diesen Dackelblick vor Neuschwanstein zu sehen ist doch zu viel. Statt Regenmantel gibt es daher wieder Latex von der Computex 2010:

Hey, verdammt noch mal, jetzt ist schon wieder jemand im Bild....

Seufz, das ist besser. Latexrock statt Regenmantel, nun ja - und Pinguin statt Neuschwanstein.

Der Pinguin bezieht sich auf dieser Computermesse sicherlich auf die "pinguinvollständigen Strukturen", die man in der Informatik (künstliche Intelligenz) kennt.

In diesem Sinne noch eine fröhliche Restwoche,

Ludigel



 P.S.: Aufmerksame Leser haben es vielleicht schon gemerkt, mir sind die Damen hier lieber als die Herren. Nicht nur haben sie optische Vorteile, sie teilen auch nicht die Tugend des "Rülpsens wo man geht und steht", haben nicht die Angewohnheit, beim Essen mit dem Kopf in den Teller zu klappen, schlürfen und schmatzen eine Note weniger, fahren einen Hauch weniger wild Auto (meine Frau ausgenommen) und quälen weniger Tiere. Außerdem sind sie bei weitem die geistig flexibleren und engagierteren Mitarbeiter (als Technikleiter im Team weiß ich da wovon ich spreche). Herr Lo muss gesagt bekommen, wie man ein Powerpoint öffnet während Frau Wong längst einen Versuchsaufbau aus zwei vernetzten Rechnern aufgebaut hat. Jetzt übertreibe ich allerdings etwas. Vielleicht sollte ich auch meine männlichen Kollegen etwas netter behandeln, aber ich lächele immer nur bei den Damen. Denn bei den Herren hält man besser den Mund geschlossen, man weiß nie wann der nächste Rülpser kommt.... [ich wünschte das wäre jetzt ein Witz]. Bevor jetzt das Blog wegen Diskriminierung geschlossen wird, bin ich lieber still...


Computex 2010: 
http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/computex-2010-nur-fur-starke-nerven.html 

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/gastkolumne-emanzipation-der-frau-in.html

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/tablett-pcs-pads-slate-pcs-showgirls.html

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/nicht-dass-einer-denkt.html

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/ausversehen-auf-chinesisch-unterhalten.html

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/amz-amz-computex-1.html

http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/ludigel-auf-der-latex-ah-computex.html

Dienstag, Juli 06, 2010

King of adventure

"King of adventure", also "König der Abenteuer" ist eine taiwanesische Fernsehserie, die die Zuschauer an exotische Orte wie Deutschland oder Frankreich verschlägt, neben so langweiligen wie Malaysia oder Thailand.


Ich weiß nicht, ob es die selbe Serie war, aber irgendwann hatten sie Prag besucht und das Fernsehteam hatte in einer Bäckerei begeistert einen Mohnkuchen präsentiert, in den einer der Moderatoren vor laufender Kamera über das ganze Gesicht grinsend hinein biss. Das Besondere dabei war "Mohn = Drogen" will sagen verboten, verboten in Taiwan. Ich denke, mit weitergehenden botanischen Kenntnissen ließe sich das aufklären, aber was wir als Westler immer alles falsch verstehen in Asien, das kann bestimmt auch Bücher füllen. Ob sich Moderator "Matt Lin" von einem seidenstrumpfhosen tragenden blaublütigen Geist auf seinem Abenteuertrip durch Neuschwanstein verfolgt fühlte? Wir werden es wohl nie erfahren, sofern wir nicht die DVD kaufen. Und selbst dann auch nicht, klingen doch "gui" und "gui", gesprochen "gwäh" und "gwäh" irgendwie gleich und das eine heißt "Geist" und das andere "teuer", von leicht unterschiedlicher Betonung mal abstrahiert. Und teuer ist Deutschland sicher nach Taiwanmaßstäben.

Der Darsteller spielt sonst in einer ganzen Latte von Seifenopern mit, in denen er immer der Schönling ist der immer mit der selben "Xiaojie" rummacht. Die hat Anfangs immer eine Brille auf und macht auf Unschuld vom Lande und am Ende wird sie dann schwanger und sie heiraten. Ente gut, alles gut. Ob süß-sauer oder nicht.

Hier gibt's die ganze Serie. Eignet sich ja vielleicht zum Ruhigstellen von Auslandstaiwanesinnen ;-)
http://www.yesasia.com/global/the-kings-of-adventure-series-taiwan-version/1004409712-0-0-0-en/list.html

Freitag, Juli 02, 2010

Grand noch mal davongekommen

Der neue Koalitionspräsident Christian Wulff (CDU) hat erklärt: "Jetzt möchte ich Bundespräsident aller in Deutschland lebenden Menschen sein.". Gottseidank, da bin ich gerade noch mal davon gekommen und habe mit dem Herrn nichts zu tun.

Jetzt kann er Schaden von der Koalition abwenden und den Nutzen seiner Partei mehren, ganz wie es sein Auftrag ist ;-)