Dieses Blog durchsuchen

Montag, November 01, 2010

Internet-Betrug

In einer meiner Uralt-Yahoo-Mailboxen, die ich so gut wie nie mehr ansehe, fand sich folgende lustige Email, adressiert and eine Samora_irgendwas@yahoo.de, was natürlich nicht meine Emailadresse ist.
Der "_irgendwas" Teil steht für eine Zahl, die hier verschwiegen sei. Offensichtlich wird die Email also per Massenverteiler über die BCC-Liste an andere Leute, darunter auch mich zugestellt.

Die Email:


Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH,
Munchener Str. 63, 45145 Essen, an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk
begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen
Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um
geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit
§§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige
gegen Sie gestellt.

Aktenzeichen: 230 Js 413/10 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 84.190.31.155

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 13

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 21
Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen
erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.
Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot:
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen,
Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten
aussergerichtlich zu loesen.
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 29.10.2010 sicher und unkompliziert
mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.ukash.com/de
Senden Sie uns den 19-stelligen Pin-Code der 100 Euro Ukash an folgende E-Mailadresse zahlung@ra-giese.info

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen
Link: http://www.paysafecard.com/de
Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!
Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 19- stelligen
Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell
aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten
dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwalt Florian Giese


Es war sofort klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung oder Abzocke handelt, Anwälte verschicken nicht soetwas per Email. Das mich mp3-Hoppelmusik einen feuchten Kehricht interessiert, muss ich jetzt nicht noch extra sagen. 


Die Email ist in der Tat gefälscht, die genannte Firma gibt es wohl und den RA Giese auch, beide haben aber mit der Email nichts zu tun, siehe hier: 


http://www.e-recht24.de/news/abmahnung/6415-gefaelschte-abmahnung-rechtsanwalt-giese-videorama-tauschboersen.html


Also nie und nimmer auf Mahn- oder Droh- oder Zahlungsaufforderungs-Emails hin zahlen, bei konventionell postalisch zugestellten nimmt man sich immer selbst einen Anwalt. Emails ignoriert man oder postet sie im Blog :-)


Sieht man in den extended Header der Email, sieht man als Absender eine Emailadresse sqeals1@......com, wobei es sich statt "....." um ein von mir hier nicht genanntes medizinisches Unternehmen in den USA handelt. Entweder ist auch das gefälscht, oder das Unternehmen ist Opfer eines Trojanerbefalls und ein Rechner des Unternehmes wird als Email-Versender missbraucht. 


Die genannte Absender-IP lautet 94.37.243.34. Diese IP-Adresse gehört zu Tiscali-Net in Italien und gehört zu einem Stapel von dynamisch (also immer wieder neu) vergebenen DSL-Adressen, was eher gegen einen Virusbefall bei dem US-Unternehmen spricht.

Meine angebliche IP-Adresse von oben gehört übrigens entsprechend der Deutschen Telekom in Berlin und ist für das (Modem-)Einwahlnetzwerk vorgesehen. Klar, dass ich von Taiwan aus eine taiwanesische IP hätte und keine aus Berlin ;-)

IP-Adressen kann man hier zuordnen: http://cqcounter.com/whois/

Mehr könnte nur die Polizei rausfinden, aber die hat genug zu tun....

Bin Laden tot, Osterhase hat Syphillis und Weihnachtsmann HIV

Es ist manchmal unheimlich, wenn Dinge, an die man gemeinhin glaubt, erschüttert werden. Wer erinnert sich nicht an den Schock, dass der Weihnachtsmann gar nicht exisiterte!

Oder man liest die amerikanischen FOX News, die den Republikanern sehr nahe stehen und liest wieder mal, dass Osama Bin Laden tot ist, datiert aus dem Jahre 2001: http://www.foxnews.com/story/0,2933,41576,00.html

Zitat: "Bin Laden already dead!.... Usama bin Laden has died a peaceful death due to an untreated lung complication, the Pakistan Observer reported, citing a Taliban leader who allegedly attended the funeral of the Al Qaeda leader."

Der nie zu fangende, dann aber wieder schwer nierenkranke und hier mal lungenkranke Bin Laden ist zu einem unermüdlichen Feindbild geworden, vom CIA-bezahlten Kämpfer gegen die Sowjetunion in Afghanistan hin zum Superagenten, der auch Dauerfeuer von bunkerbrechenden Bomben und Spezialkommandos in der Wüste auf einem Bein humpelnd entkommt, das Dialysegerät dabei am Stecker hinter sich herziehend. 

Ach egal, die Welt braucht Feindbilder, der Teufel ist out, das hat nur im Mittelalter funktioniert. Irgendwie ähnelt das frappierend den "2 Minuten Hass" (gegen den Abtrünnigen Parteigründer) in Geroge Orwells 1984. Na ja, da heißt er Emmanuel Goldstein.... (http://en.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Goldstein). 

Taiwan-Frust

In Taiwan ist man immer ein Fremdkörper, wenn auch einer, der winkend willkommen geheißen wird. Eine der größten Frustrationen ist freilich, wenn man merkt, dass man hier Null Einfluss auf irgendetwas hat und eigentlich auch keine Rechte, denn jeder Streifenpolizist hier könnte z.B. die Ausweisung eines Ausländers veranlassen, oft genug geschieht das, sowie ein Ausländer, der nicht mit einem Einheimischen verheiratet ist in irgendeiner Form mit dem Gesetz in Kontakt tritt, auch z.B. als schuldloser Unfallteilnehmer, wenn bei dem Unfall Einheimische zu Schaden kommen. Eine Kuriosität ist auch, dass Ausländer, die eine sexuell übertragbare Krankheit haben, grundsätzlich ausgewiesen werden, also auch, wenn sie sich diese von ihrem taiwanesischen Ehepartner geholt hätten. Nur mal als konstruierten Fall.



Wie viel Frust sich aufstauen kann nach Jahren, zeigt die folgende Diskussion auf dem Ausländerforum Forumosa.com, bei der ein Ausländer einen schweren Unfall mit Fahrerflucht gesehen hat und alle über den Dritte-Welt-Stil des taiwanesischen Straßenverkehrs klagen (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=92868&start=10#p1219629).

Bei manchen mischt sich mehr in den Frust. Ich war schockiert den Kommentar eines langjährigen Forumsmitglieds zu lesen, der in Taiwan verheiratet war oder ist und bis vor Kurzem versucht hat hier ein Unternehmen aufzubauen, einen Handel mit importierten DVDs und Computerspielen für Ausländer, der allerdings keine Chance hatte, gegen Gratisdownloads im Internet anzukommen. Er schreibt Zeilen, hinter denen sich sehr viel mehr Frust und Dramatik verbirgt, als der Anlass einer Verkehrsdiskussion alleine bewirken könnte. Aber nicht selten hat man so Diskussionsbeiträge, bei denen sich der Seelenschmerz der Teilnehmer in Nebensätzen entläd.

Er habe in 15 Jahren Taiwan erfahren, dass er keine Rechte habe, habe erfahren er müsse entweder das akzeptieren oder gehen und sei gegangen, habe sogar seine Frau deswegen verlassen. Auch der Umstand, nach einem Unfall auf der Straße vielleicht unversorgt auf der Fahrbahn liegen zu bleiben und dort zu Sterben, wird von ihm als Weggehgrund genannt. Ich kann das durchaus nachvollziehen, habe ich doch meinen Wagen in all den Jahren hier auch schon oft um blutende und sich krümmende Menschen herum gesteuert. Man wird leicht verklagt, wenn man hilft in Taiwan, denn in der Logik der Taiwanesen wird nur jemand anhalten und helfen, der selbst in den Unfall verwickelt ist. Das ist so, weil Konfuzius lehrt, dass Familie und Freunde im Leben wichtig sind, woraus die Taiwanesen ableiten, alle anderen seien unwichtig.


Er ist gegangen, ein Teil von mir bewundert ihn dafür. Ich begucke sie mir mit ironischer Distanz, kommentiere bisweilen zynisch das betrunkene Autofahren und die ganzen wundersamen Interaktionen. Fühle mich wohl auf dieser Art, in der Fremde lebt es sich halt anders.

Heute mache ich stille Witze, wie sehr das Blut an den Fingern der verletzten Frau (Einheimische stehen drum herum und gaffen) zu ihrem Nagellack passt, Zynismus wird zum Ventil, erschrecke über mich selber, fahre weiter, denke es ist bald Zeit nach Hause zu kommen. Da diskutiert meine Frau das Essen am Wochenende. Ja gut, fahren wir mal wieder ins Roadies. Burger mit Pommes essen und nehmen die Hunde mit. Das wird schön nächste Woche.

[Dieser Artikel kann nur von Expats verstanden werden.]

Freitag, Oktober 29, 2010

Manchmal wälzt man sich vor Lachen am Boden...

... wenn man auf das Stichwort "Taiwan" im Internet stößt. Etwa auf der deutschen Webseite aisa-honeymoon.org [URL aus rechtlichen Gründen leicht geändert], die angibt, für Ausländer sei es so gut wie unmöglich, eine Taiwanesin zu heiraten, es sei denn man hätte eine Partnervermittlung. Originalton: " Für Ausländer gilt: Ohne Partnervermittlung, die mit ihrem guten Namen für Sie als Ausländer bürgt, werden Sie wohl kaum eine Taiwanesin heiraten können."

Klar, meine Frau als Computerexpertin hätte sich von dem "guten Namen" der Partnervermittlung "ASIA-HONEYMOON" bestimmt mordsmäßig beeindrucken lassen. Da muss man sich schon die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen. Taiwanesinnen scheint die Seite denn auch nicht im Angebot zu haben. Also, hier sitzt eine hübsche Kollegin ein paar Cubicals weiter, die hat mit 30+ die magische Grenze erreicht, wo sie hier schlecht Chancen hat. Gegen eine Tüte Gummibärchen leite ich gerne Fotos und Emails weiter, bestimmt ist jetzt mein Geschäftsmodell in Sachen Taiwanesinnen ausgereifter als manches andere in dieser Sache im Internet.

Mal Jeans, mal Ultramini, sieht schon nett aus, die Kollegin ;-)

 P.S.: Zum Einlesen in das Thema: Ein deutschsprachiger Artikel über Taiwans moderne Frauen und eher traditionelle Männer in einem regierungsnahen Magazin aus Taiwan: http://taiwanheute.nat.gov.tw/ct.asp?xItem=44108&CtNode=1663&mp=22

Als nächstes gibt es dann chinesische Beschimpfungen durch meine Frau als Audiodatei zum Üben.

Donnerstag, Oktober 28, 2010

Ludigel am Telefon

In Taiwan gibt es das Telefon-Hallo wei, das "wäj" gesprochen wird. Taiwanesen haben die Angewohnheit, lange wei-Ketten solange auszutauschen, bis beide Gesprächspartner überzeugt sind, dass eine stabile Verbindung zustande gekommen ist. Anschließend erst sagt der Anrufer seinen Namen und was er will. Meist sagt er aber nicht seinen Namen, sondern plappert drauf los, wenn die wei-Kette ein Ende hat, weil es sowieso nur wieder ein versuchter Betrugsanruf ist nach dem Schema "jemand will sie verklagen, wir können das aber für sie lösen", was dann durch eine Zahlung in einen Briefkasten oder eine konspirative Geldübergabe am Geldautomaten abgewendet werden kann, sagt der Anrufer. Manche Herren ergaunern sich auf diese Art sogar Sex mit unbedarften Damen, das Taiwanblog berichtete  (http://bobhonest.blogspot.com/2010/10/frau-hat-sex-mit-unbekanntem-um-fluch.html) und meine arme Schwiegermutter wurde zwar nicht so, aber immerhin um umgerechnet 25.000 Euro  erleichtert, hat doch tatsächlich einen Großteil ihrer Altersersparnisse einem Jüngling im Park überlassen, auch hier bereits berichtet (http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/polizei-fangt-schwiegermutter-gangster.html).

Ob Gauner oder nicht, bei mir verlaufen die Anrufe oft so (es sei denn der Anrufer sagt seinen Namen und wen er sprechen will, auch auf Chinesisch verstehe ich das).

Ludigel: yes........yesssssss..........

Anrufer: wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Ludigel: yes?

Anrufer: wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Ludigel: say your name and what you want...

Anrufer: wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Ludigel (genervt): wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Anrufer: wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Ludigel (belustigt): wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Anrufer (mit verzweifeltem Unternon): wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Ludigel: wei? wei? wei? wei? wei? wei? wei?

Entweder hängt der Anrufer an dieser Stelle auf oder er plappert drauf los bis ich aufhänge.

Nur in Taiwan.

Mittwoch, Oktober 27, 2010

Das Tor zur Hölle


In Taipeis Hochhaus "Taipei 101", bis vor kurzem das höchste Haus der Welt mit 101 Stockwerken gibt es ein Tiefgeschoss. Und in diesem Tiefgeschoss liegt ein herrlicher Foodcourt mit unzähligen SB-Restaurants, will sagen Essensständen, alles sauber und rein und plastiniert kann man die Gerichte in Vitrinen begucken, dieser deutsche Leichenzersäger und Plastinierer hätte seine Freude daran. Unlängst gab es dort auch einen Imbiss wo es deutsche Bockwurst am Spieß mit einer Ultraminiportion Sauerkraut gab, sogar recht günstig mit Reis und Vorsuppe und Getränkt für 100 NT oder waren es 200? Ist mir diesesmal aber schon nicht mehr aufgefallen, Taiwan ist schnelllebig. Jedenfalls direkt daneben liegt die Hölle, mit einem schönen grünen Eingang, beschriftet als "Jason's Market Place". Denn die Hölle ist bestimmt kein karger heißer Ort, sondern ein gut eingerichteter Platz voller Wein, Weib und Mehlspeisen, nur man kommt an die verdammten Dinger einfach nicht ran und muss schmählich darben, dürsten und hungern.
In Jasons Supermarkt freilich, wo viele Taiwanesen ehr wenig einkaufen, abgesehen von teuer angezogenen Hausfrauen, schieben besonders die wenigen blonden Westlerinnen unverschämt volle Einkaufswagen an die Kasse, die sich voller amerikanischer Feuchtigkeitscremes, italienischer Salami, amerikanischer und schweizer Schokolade und italienischem nativen Olivenöl nur so durchbeulen. Was deren Gatten verdienen müssen, sicher sind die Obereinkaufspopanz von irgendeiner großen Firma und kriegen Dschungel- und Gestankszulage und bestimmt kein taiwanesisches Gehalt wie unser einer.

Ich stehe dann vor Mozartkugeln, 100g für 400 NT, also etwa 10 Euro und mir kommen die Tränen. Lindtschokolade, die ich sonst immer aus Deutschland mitbringe ist da für 250 NT die Tafel oder war es noch mehr, da kriege ich Magenbrennen und kann sie nicht essen. Immerhin konnte ich mir italienische Schokobonbons im Sonderangebot leisten, 250g für 300NT oder so, ein Lichtblick. Manchmal greife ich einfach zu und will die Preise nicht sehen, bei italienischer Salami (150g glaube ich 250 NT), schottischem Shortbread, dänischen Butterkeksen aus Portugal (die orginalen waren zu teuer) und französischem Käse. Da habe ich mir diese Minibell oder wie die kleinen runden roten Dinger heißen geleistet, von den ich veritabel neulich schon geträumt hatte. 

Schwiegermutter sagte meiner Frau immer "kauf ihm doch was immer er will", danke für diese Großzügigkeit, sie muss es ja nicht bezahlen. Lieblingsneffe und sie wurden dann auch gleich mit versorgt, mit westlichen Lebensmitteln die sie sich hinterher am Kopf kratzend begucken und dann ganz hinten in der Speisekammer verschwinden lassen bei Schwiegermama. 

In der Weinabteilung gibt es alles was das Herz begeht, doch wenn die Verkäufer ankommen und mich nach dem Wünschen fragen, greife ich mir flugs den argentinischen Cabernet Sauvignon, der kostet nur 400 NT / 10 Euro, so dass man für eine Flasche keinen Kredit aufnehmen muss. Fluchtartig verlasse ich die Weinabteilung und werfe dem trockenen Riesling und dem vielleicht sogar daneben stehenden Rivaner oder Ürzinger Schwarzlay schmachtende Blicke zu. Die junge Asiatin nebenan mit dem Ultramini und den Netzstrümpfen ignoriere ich, was sind ihre Stelzen schon gegen das Funkeln eines unerreichbar teuren Weißweines in seiner grüngoldenen Flasche, für 1500 NT oder dergleichen.

Am Ende hatte meine Frau über 6000 NT bezahlt, für einen fast leeren Einkaufswagen "voll", was da wohl der Überbordende der Blondine in den 50ern vor uns gekostet hat, bestimmt so viel wie der Jahresetat Nordkoreas. 

Schöne Überraschung, direkt vor dem Ausgang von Jason's hat ein neuer Stand aufgemacht, echtes frisches Graubrot, mein Biss hinein in die Kruste war so ein Genuss, das kann nur ein Expat nachempfinden. Der Laib Brot kam nur 100 NT, leider jedoch wohnen wir weit entfernt vom Supermarkt, 50km weit. "Siehst du, du wolltest ja unbedingt in die Provinz ziehen!" sagt meine Frau. Recht hat sie.


Montag, Oktober 25, 2010

Immigrantenproblem in Taiwan?



Noch sind wir Langnasen hier in Taiwan eine exotische Ausnahme. Wenn aber der Wunderpräsident Obama noch mehr Schulden anhäuft (und der Gewinn der Wirtschafts-Geldspritzen weiterhin nur in die Taschen der Oberen Zehntausend fließt [da gibt es eine Statistik im SPIEGEL zu!]) und in Großbritannien so viel gespart wird, bis zwangsläufig die Wirtschaft in die Knie geht, dann frage ich mich wie viele Diskussionen wie diese (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=35&t=92502) wir noch im Ausländerforum Forumosa.com haben werden. Tenor: Bin jung und ohne Arbeit, suche Arbeit in Taiwan, komme einfach erst mal auf Touristenvisa. Ach ja, habe auch kaum Geld in der Tasche um mich durch zu bringen. In diesem Fall wollte der Neuankömmling mit nur 800 Pfund, also etwa 1000 Euro Arbeit und Wohnung suchen. Nachdem ihm abgeraten wurde, ist er jetzt mit 1500 Pfund angekommen. Immerhin braucht ja eine Wohnung Kaution und bis zum ersten Gehaltsscheck vergeht ja ein voller Monat plus Arbeitssuche als ... Englischlehrer. Früher war Taiwan das Paradiso für junge Angelsachsen, da die kleinen Pökse hier Englisch sprechen (eigentlich nur schreiben!) lernen sollen, aber Stellen als "Englischlehrer" sind immer schwerer zu finden. Taiwans Kinder werden immer weniger, Taiwan hat mittlerweile mit die niedrigste Geburtenrate der Welt und immer mehr reisende Englischlehrer die aus Japan oder sonst wo abgehauen sind suchen Arbeit in diesem Umfeld.

Am Liebsten sind mir ja die, die gleich nur fragen, ob sie ein bisschen Gras mitbringen können. Hust.

Willkommen im Paradies Taiwan

P.S.: Deutsche, die mich um Rat bei der Stellensuche gefragt haben, sollen sich jetzt nicht angesprochen fühlen bitte, hier wird nur über Angelsachsen gelästert, die ja im Unterschied zu den anfragenden Deutschen keine Berufsausbildung haben. Ist also etwas völlig anderes.

Nein, mal ernsthaft, ein Immigrantenproblem wird Taiwan wohl nicht kriegen, schließlich bekommt hier kein Einwanderer Geld von der Wohlfahrt wie in manchen Ländern***, sondern alle Zuwanderer müssen sich in Taiwan selbst versorgen.

*** Fangen mit D an und hören mit Thilo Sarrazin auf.

Freitag, Oktober 22, 2010

Der Papst würde dieses Essen verbieten!

Mal ehrlich, Essen ist schon ein Genuss, ein solcher Genuss das es nur wenige Dinge gibt, die meiner Meinung nach angenehmer sind und da ich mich nicht für Fußball interessiere ist bei mir die Menge dieser Dinge recht klein. Der Genuss, den ich mir voriges Wochenende in Taipei geleistet habe war so ekstatisch, dass ich mir sicher bin, die katholische Kirche würde ihn verbieten lassen, könnte sie auch nur annähernd meine Wonne beim Essen nachfühlen. Es gibt Essen, das sollte man um des Anstands Willen vorm Genuss ehelichen. Lachen Sie nicht, in den USA hat ja neulich auch jemand sich selbst geheiratet und irgendjemand anders seinen iPod, oder was das bei Boston Legal, na ja egal.


Das Lokal ist in der Nähe von Taipeis Hochhaus "Taipei 101", hier im Bild das lange Ding. Das einem Bambusrohr nachempfundene Symbol (islamistische Leser ignorieren jetzt bitte, dass es auch World Trade Center heißt) der Stadt Taipei und Inselnation Taiwan war bis vor kurzem das höchste Haus (i.S.v. von Menschen dauerhaft bevölkertem Gebäude) der Welt, bis sie in Dubai ein höheres Gebaut haben, aber das Ding interessiert mich nicht wirklich.

Vom Taipei 101 bewegen Sie sich bitte einfach auf die eigenartige Messehalle zu, die sie oben im Bild sehen, das Ding ist ja nicht zu verfehlen. Vorbei geht es am Convention Center (heißt TICC aus dem Gedächtnis heraus) und einfach die ganze Zeit geradeaus. Sie kommen dann an eine große Kreuzung, auf der an drei oder vier Seiten Fußgängerbrücken befestigt sind...

... zwar im Bild nicht zu sehen, aber es handelt sich um diese Kreuzung. Dann finden Sie in Richtung VOM Taipei 101 kommend eine kleine scharf abknickende Gasse auf 10 Uhr, da geht es lang. Aus der Fotoperspektive oben gesehen ist das also auf 4 Uhr, weil ich ja verkehrt herum stehe und auf das 101 gucke anstatt davon wegzugehen.


Die Seitengasse ist hier zu sehen und direkt hinter mir ist ein etwas schäbiges Hochhaus, das unten einen Dumpling-Laden beherbergt und im 1.O.G. (in Taiwan "2nd Floor" genannt) ist dann das Restaurant, das ich meine. Der Dumplingladen ist also tunlichst nicht gemeint.

Nur das kleine "Firmenschild", mit "Suntay Teppanyaki" beschriftet, macht auf das Lokal aufmerksam und lockt bestimmt keine Ausländer an, die ich in dem Lokal auch noch nie gesehen habe.

Hier die Adresse. Ich hänge momentan der Theorie an, das "Teppanyaki" die japanische Art ist, Essen auf einer heißen Platte vor dem Gast zuzubereiten, weiß das aber nicht wirklich, da ich für Japanisches kein Experte bin. Im Restaurant sagen sie jedenfalls, sie hätten lokale Küche. Trotzdem denke ich, es gibt japanische Einflüsse. Aber viele Einflüsse zu haben ist ja typisch für Taiwan, auf wenn westliche hier dem Essen fern geblieben sind.


Am besten reserviert man vorher, wir kriegen dann auch immer den selben Koch, einen sehr netten Herrn. Ob man auf Englisch in dem Lokal weiter käme weiß ich nicht, mein Eindruck ist immer, dass Ausländer da so gut wie nie vorkommen. Das Essen fängt jedenfalls mit einer Kaltschale an, schmeckt grün-erfrischend und fast nach nichts, man soll erst einmal andere Geschmäcker abstreifen denke ich mir. Ach ja, unsere Menüfolge kostet immer pro Person 2500 Taiwandollar, das sind also umgerechnet über 60 Euro. Es gibt nur wenige Lokale, die in Taiwan so teuer sind und in dieser Preisklasse bekommt man in Taiwan Feinschmeckerküche. In Europa müsste man da schon mehr bezahlen, aber man halte sich vor Augen, dass man in Garküchen für 2500 Taiwandollar eine halbe Ewigkeit essen könnte, ein Essen kostet da meist 80 oder 100 Taiwandollar pro Person. 2500 Taiwandollar haben eine sehr große Kaufkraft in Taiwan, jedenfalls abseits der Hauptstadt-Repräsentiermeilen. 


Hier der nette Koch, der das Essen schnell und kunstfertig zubereitet und manchmal noch extra für das Foto arrangiert hat, obwohl es auch ohne Kamera genau so aussieht.

Der erste richtige Gang war dieses heiße Vorsüppchen mit Tofu, alles hier wieder mit nur angedeutetem Geschmack, "zur Reinigung", sagte meine Frau wieder. Ich fand es sehr angenehm.


Dann erfolgt eine heiße Gemüsescheibe, die leicht bitter schmeckt mit etwas Kohl und einer kalten Weintraube, alles mundgerecht auf dem Löffel serviert. Eine nette Ouvertüre.


Großen Appetit kann man schon einmal mit der immer wieder aufgefüllten Zwiebelschale und dem leckeren warmen Brot (mit Nussknuste oder dergleichen auf jeder Scheibe) zügeln.

 Obwohl man damit vielleicht bis nach Genuss dieses ehr an ein Dessert erinnernden Ganges warten sollte. Das Blatt vorne links ist dick und geleeartig und wird in Taiwan oft süß-sauer eingelegt oder/und mit einem süßen-pikanten Würzpulver wie hier bestreut, so dass sie ein fast gummibärchenartiger Effekt ergibt; köstlich!

Die Nudeln rechts sind keine Nudeln oder sagen wir, eine Art Apfelpaste wurde gestrudelt und mit einer kleinen Tomate verzehrt, denn Tomaten sieht man in Taiwan ehr als Obst denn als Gemüse an. Man tunkt den Strudel in die bereitstehende leicht süße Soße auf Erdbeer und Tomatenbasis, wenn ich das richtig deute. Man soll alles auf einmal schlucken, sagte meine Frau mit vollem Mund. Na ja, warum auch nicht.

Also nicht das Blatt, das isst man schon vorher (hust).


Meerestieriges oder Fischiges mag ich sonst oft nicht so ehr, aber hier schmeckt alles einmalig. Da muss ich den gewohnten Griff meiner Frau nach meinen Fischgerichten eisern abwehren. Jetzt sollte jeder mitbekommen haben, dass man hier viele kleine Köstlichkeiten hintereinander isst anstatt einen Teller Giros mit Pommes auf einmal wie oft bei uns in der Heimat üblich, gell?


Persönlich mag ich beides, deftiges und eben auch solche Köstlichkeiten wie hier. Der Fisch wird wie alles direkt vor einem gegart  und ist wieder so aromatisch-köstlich, fest und saftig, dass ich mich hier beim Schreiben schon wieder fast in die Hand beiße vor Verlangen. 


Hier gab es eine Mupfel, wie ich in Kindertagen sagte. Die Muschel ist sonst viel kleiner, sagte meine Frau und war geschmacklich zwischen Gemüse und Hühnchen. Ungewohnt, aber lecker.


Danch sollte man den zarten Kohl mit den Zwiebeln selbst füllen, einwickeln und essen. Bei mir fiel die Hälfte herunter, aber auf dem Teller sah es schön aus.

Für andere Gäste schmorte dieser Fisch vor mir, da vermag der beste Tierarzt nichts mehr zu machen. Verblüfft war ich, als dem Tierchen auch noch die übrig bleibende Gräte (also sein Rückrat) heiß gegart und kleingehackt wurde, auf das es die Gäste hungrig verzehrten. Die lassen nichts übrig, wenn Taiwanesen Kannibalen wären, hätte Inspektor Flemming von der Mordkommision keine Chance!

 Dann wurde insgesamt viermal Rindfleisch für uns auf den Löffel gelegt, zart und aromatisch wie sonst nirgens. Anfangs ohne Füllung und später...

... noch dreimal, wenn ich mich richtig erinnere mit verschiedenen Füllungen kredenzt, hier mit Fischeiern. Auch wir Girosesser haben unser Vergnügen daran!

Dann lässt man es langsam mit etwas Spinat absacken...


Hinterher gibt es Obst, wie in Taiwan üblich. Hier mit einem leicht bitteren in Richtung gallig gehenden Pflaumensaft, der auch wieder reinigend wirken soll, ähnlich wie ein Magenbitter, aber ohne Alkohol.
... und diese denzenten Pfirischscheiben gab es auch noch.

Als traditionelle chinesische Familie (im ethnisch-chinesisch dominierten Taipei ist das in Taiwan kein Widerpruch zum Taiwanese-sein) haben wir keinen Alkohol dazu getrunken, gute Weine aus Argentinien und Frankreich gibt es aber natürlich auch. Das ein argentinischer Cabernet Sauvignon im Zweifelsfall Leben retten kann, haben wir ja in einem der vorigen Blogeinträge gelernt.

Blüten des Steuerwahnsinns in Taiwan (Update)

Nein, ausnahmsweise geht es hier nicht ums Autofahren, sondern wirklich um Steuern. Angestellte zahlen in Taiwan 6% Steuern, das ist kein Problem und meist behält der Staat die gleich ein, ganz wie in Deutschland. Nur Ausländer werden seit 01.01.2010 (oder war es schon 2009?) neuerdings jedes Jahr wieder mit 20% besteuert, solange bis sie 183 Tage im Jahr sind, dann gilt auch sie der Steuersatz von 6% und sie erhalten im kommenden Steuerjahr eine Rückzahlung für die zu viel gezahlten 14%. Manche Unternehmen bleiben ab dem 2. Steuerjahr des ausländischen Angestellten allerdings auch gleich bei 6% und führen den erhöhten Steuersatz von 20% nur die ersten 183 Tage im Gesamtaufenthalt des Ausländers ab, müssen dann aber damit Rechnen vom Finanzamt in Regress genommen zu werden, wenn der Ausländer im 2. oder einem späteren Steuerjahr vorzeitig das Land verlässt und weniger als 183 in diesem Steuerjahr in Taiwan war. Denn eigentlich müsste auch ein Ausländer, der schon etliche Jahre im Land war und z.B. zum 30.05. kündigt, erst noch eine Steuererklärung abgeben, bei der er für Januar bis Mai 20% Steuersatz hätte.

Update (wegen Nachfrage): Mein alter Artikel zur erhöhten Ausländerbesteuerung (http://bobhonest.blogspot.com/2008/12/anti-foreigner-taxation-in-taiwan.html) enthält einen Link auf ein Regierungs-PDF, das allerdings keine Rückzahlung im nächsten Steuerjahr erwähnt.  Allerdings ergibt sie sich implizit, wenn man bedenkt, dass man bei über 183 Tagen zum "Resident" wird und für diese gelten eben 6% Steuern wie für Einheimische.  


 Wer bei diesem Artikel einschläft, sollte rhythmische Bewegungen machen...

Soweit so unklar die Regelung, versteht kaum ein Lohnbuchhalter oder Finanzbeamter, mich interessiert es eh nicht, ich kriege mein Gehalt Brutto und Frau versteuert einmal im Jahr - und das obwohl ich einfacher Angestellter bin (na ja, so einfach auch nicht, immerhin ist ja meine Nase länger als bei den anderen hier).

Das meine ich aber gar nicht mit Steuerwahnsinn, interessant wird es, wenn man versucht, als freier Berater zu arbeiten und dann einem taiwanesichen Unternehmen eine Rechnung über erbrachte Beratungsleistungen schreiben will. Das geht nämlich gar nicht, sagen hier alle, weil eine Rechnung nur von einer Firma geschrieben werden kann. Ergo braucht man eine Umsatzsteuernummer, um eine Rechnung schreiben zu können, aber Ausländer können sowieso schlecht hier Firmen gründen und wer will sich schon immer die Mühe machen, nur für eine gelegentliche Beratertätigkeit.

 Diese Abbildung ist aus medizinischen Gründen erforderlich, damit die Leser nicht mit dem Kopf auf die Tischplatte knallen. Ich bitte um Verständnis.

Für Ausländer gibt es also nur zwei Möglichkeiten. Sie können eine Rechnung mit einer ausländischen Adresse schreiben und manche denken sich da Fantasiefirmen aus, weil viele Taiwanesen die Rechnung immer von Firmen haben wollen. Heimatadresse und Heimatkonto gehen aber durchaus. Und das, wo man doch in Taiwan steuerpflichtig ist und nicht daheim! Ich würde das auch nie machen, schließlich will ich für die bescheidenen Zahlungen in Taiwan keine hohen deutschen Steuern zahlen müssen!

Oder man macht es eben wie die Taiwanesen. Die suchen sich dann einen Bekannten, der ein möglichst kompatibles Unternehmen hat und der schreibt dann eine Rechnung für eine von seinem Unternehmen nie erbrachte Leistung oder Lieferung, behält einen Obelus ein und gibt den Rechnungsbetrag dann an den Berater weiter, versteuert aber Ordnungsgemäß. Man zahlt also korrekt Steuern, aber unter falschem Namen! Taiwahnsinn pur!

So lässt ein Berater für IT-Technik dann vielleicht Rechnungen von einem Schraubenhersteller verschicken, die eine Lieferung von Schrauben statt der Beratung in Rechnung stellen oder eben Beratungsleistungen für ... äh... Schrauben. Idiotischer geht es nicht mehr.

Aufregend war das jetzt nur für die Steuerberater unter uns. Aber die müssen halt auch mal was haben, die Jungs. Gottseidank bin ich ja fest angestellt, da hat man nicht diesen Unsinn.

P.S.: Bei Backwarenherstellern bin ich bislang immer zurück geschreckt. "Beratung für Backwaren". Backwahn. Bagwan?

Donnerstag, Oktober 21, 2010

New Taipei City so happy

"New Taipei City so happy" is printed on the banner.

It is amusing in what way English is used here in Taiwan in advertisements. Well, they get the message across somehow. Although Taipei, being dominated by the ethnic Chinese here in Northern Taiwan is still a gray, depressing area of concrete almost without green and with hardly any sidewalks, the city has surely improved since 2004, when I arrived here.
In 2004, the space between two buildings was often used as a nice little garbage dump and in the moist environment mosquitoes could breed well and an ugly smell was penetrating the roads and buildings. Also people used their front yard or their balcony occasionally as another private garbage dump, where rotten foodstuff was sending a corpse-like smell into the air. Most of that has vanished since the SARS epidemic a while back as the city started to clean up, probably afraid of new sicknesses developing itself in the midst of the city.

It is getting better, yet there is still a lot to be done. Says the wise-ass foreigner.

The two politicians are from the pro-Chinese Kuomintang party which is said to be heavily engulfed with organized crime in Taipei, but actually the opposition is no better. Still democracy here is better than the dictatorship they have on the other side of the Taiwan strait. So I hope those two take the boxing gloves off. Can't really tidy up stuff wearing such gloves.

Taipei: another foreign resident dying after traffic accident

The real danger of Taiwan is the traffic. Again and again I hear foreigners get caught up in the insanity people call road traffic here. Shortly ago the founder of a stray-dog rescue organization in Taiwan reported he saw an English teacher (from Canada if I remember correctly) being injured fatally by a truck changing lanes; the dog rescuer managed to comfort the dying man a bit. Recently there was another fatality of a foreigner mentioned. And in October a teacher of the Taipei American School was fatally injured when crossing the road (http://www.tas.edu.tw/page.cfm?p=464&newsid=99). There is hardly any crime on Taiwan's street, but the real danger lies with untrained drivers having a lot of unjustified self-confidence when driving. They hardly use the mirrors, step on the gas as if engaged in a race and are often under the influence of alcohol or somewhat stimulating soft drugs like betlenut taken in combination with stimulating or sense-deafening local "energy" drinks like "Whisby" (originally created to replace alcoholic drinks).

Taiwan is a safe and very guest-friendly country and a great place to be introduced into a friendly version of Chinese culture. But please be damned careful on the roads. Or when stepping out of your apartment door.

Ausländischer Wirt weiter unter Feuer in Taiwan



Man kann nur dringend empfehlen in Taiwan kein Geschäft zu eröffnen, wenn man nicht mit einer oder einem Einheimischen verheiratet ist. Taiwan bietet nicht hinreichend Rechtssicherheit, um sich sonst hier finanziell zu binden. Das Beispiel eines ausländischen Gastwirts, der scheinbar nicht mit einer Einheimischen verheiratet ist (jedenfalls taucht nirgends eine die Dinge regelnde Ehefrau in seinen Schilderungen auf), der unter Dauerfeuer von Behörden (drohen mit Abriss des gemieteten Lokals weil angeblich ein Balkon nachträglich - vor der Zeit des Restaurantbetreibers - angebracht wurde) und von einer angeblichen lokalen Umweltschutzinitiative (Taiwanesen interessieren sich praktisch nie für Umweltschutz, vermutlich stehen hier Geschäftsinteressen dahinter) steht, ist hier abschreckend genug. Kurioserweise legt ihm die "Umweltschutzinitiative" ins Meer laufende Abwässer zur Last (im verdreckten Taiwan fließt immer irgendwo eine stinkende Jauche irgendwo hinein) und lässt Taiwans TVBS-Sender als "Beweis" Bilder von (aus dem Gebirge) abfließendem Regenwasser zeigen.


First marry a local, then open noodle shop No. 34.975 in Taipei city.


Mit einer aktiven einheimischen Frau wäre das ganze schnell erledigt, meine würde dem Sender mit Klage drohen, mit überschlagender Stimme am Telefon rumschreiend, würde Politiker und Polizei solange bearbeiten bis die völlig an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe wirkungslos verpufft wären.

Als Ausländer im Einzelkampf hat man hier keine Chance, Behörden nehmen einen nicht ernst und man ist zu sehr eine aus der Masse heraus stehende Extremität, als dass man auf normale Behandlung hoffen können. Taiwanesen vergöttern (weiße) Ausländer bisweilen, aber ebenso verteufeln sie sie manchmal auch. Letzteres ist sehr selten, aber ohne einheimischen Partner hat man keinen Schutz davor.

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=91156&start=40

Mittwoch, Oktober 20, 2010

Oh nein, jetzt habe ich das Multi-Kulti-Programm für ausländische Ehepartner verpasst!

Warum sagt mir das denn keiner. Taiwans Einwanderungsbehörde NIA (die jetzt den tollen Slogan "NIA care what you care"(sic) hat, siehe vorheriger Blogartikel) bietet Integrationskurse für ausländische Ehepartner von Taiwanesen an (http://www.chinapost.com.tw/taiwan/foreign-community/2010/07/28/266328/Korean-scholars.htm). Ziel des NIA-Programms für Einwanderer ist, eine "multikulturelle Gesellschaft" zu bauen. Na also, integrieren muss man sich hier also nicht.

Das Programm bietet Kurse in Backen, Kochen, Bedienen an der Bar und Kosmetik an.

Na, die hätten aber geguckt, wenn ich mich da angemeldet hätte. Da hier ein taiwanesischer Barkeeper meist verständnislos guckt (und dann vor Verlegenheit kichert***), wenn man von ihm einen Screwdriver oder einen Long Island Tea oder Daiquiri verlangt, würde sich der Lerneffekt wohl in Grenzen halt. Die Frage schwebt mir noch im Gebeiß, ob man die ausländischen Damen, auf die das Programm offensichtlich abzielt, denn für eine Karriere in Nachtlokalen ausbilden will. Hausmädchen oder Bardame scheinen die Perspektiven zu sein, die die NIA vermitteln will. Na, bei dem intelligenten Slogan der Behörde ist das kein Wunder.

NIA care good food and bar girls!


*** Ein Beispiel für asiatische Grausamkeit: Eine leere Bar am Abend, Barkeeper schick angezogen dahinter. Sinatra plätschert vom Band, Fackeln im Rasen neben gemütlichen Stühlen. Man setzt sich an die Bar und fragt nach der Cocktailkarte und der Ober sagt:


Have only tea. Hihihihi 


Klarer Fall, Taiwan braucht mehr gut ausgebildete Barfrauen!
 

"NIA care what you care!"


 "Taipei 101", this was until recently the highest house on the globe


Astonishing. Taiwan's National Immigration Agency NIA has selected an English speaking slogan to improve their perception among foreigners. The result was being picked from a competition which a Taiwanese teenager has won. His slogan is "NIA care what you care".

Now this obviously sounds like Chinglish gibberish which will be the result of a Taiwanese of high position within the NIA having the responsibility for choosing the slogan and then not being able to admit he or she does not speak proper English.

Well, "NIA Hao***" would have been better, wouldn't it?

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=89&t=90946

This Chinglish slogan is well within the tradition of the previous slogan "TAIWAN UP" which even had been shown on Taipei's skyscraper "Taipei 101" this new year's eve.


*** "Ni hao" would be the informal Chinese hello and "Nin hao" the more formal one.

Dienstag, Oktober 19, 2010

Wie sicher Taiwan ist...



Wie sicher Taipei ist sieht man daran, wenn man sich die Diskussion über Kriminalität im Ausländerforum Forumosa.com (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=85754&start=20) ansieht. Die tollsten Stories sind die über naive einheimische Damen, die von windigen Herren zum Sex überredet werden ("Ich bin Feng Shui-Experte und Du musst mit mir schlafen, sonst kriegst du einen Karriereknick"). Siehe auch hier (http://bobhonest.blogspot.com/2010/10/frau-hat-sex-mit-unbekanntem-um-fluch.html). Seit 2004 bin ich jetzt hier und außer einem betrunkenen Autofahrer, der mich aus seinem Auto aus anpöbelte und meine Hunde des Gemüsediebstahls bezichtigte hatte ich noch keine unangenehme Begegnung. Und der kleine Mann lies sich fortschicken und hatte hinterher Panik, als Frau und ich an der Tür des Hauses klingelte, vor dem sein Auto parkte. Gacker.


Eine der größten Gefahren Taiwans für die Herren: Die Damenwelt. Kaum hat man sie geheiratet, braucht Schwiegermama eine monatliche Apernage (wenn man schlecht verhandelt) und sie werfen morgenmuffelig mit dem Wasserkocher.... [habe ich gehört]

In Deutschland hatte ich viel unangenehmere Geschichten. In den Jahren 1999 bis 2004, als ich in Darmstadt weilte, hatte ich eine Begegnung mit Skinheads, die eigentlich den ausländischen Kassierer an der Tankstelle anpöbeln wollten, aber auch mich etwas "anmachten", als ich bezahlte. Ich versicherte dem Glatzkopf, der mich ansprach ob mein bezahlen nicht auch schneller ginge allerdings nur, dass ich seine Hilfe nicht benötigte und sagte "es geht alles wunderbar, danke sehr". Zu den Worten ein fester Blick mit etwas freundlichem Lächeln, dann sind sie kontrollierbar, diese debilen verstörten jungen Männer. Letztlich muss man sie wie wilde Hunde behandeln, Tonfall und keine Ängstlichkeit zeigen sind wichtig.

An der selben Tankstelle war jedoch ein Jahr oder so drauf eine wirklich unangenehme Situation. Ich hatte nächtens in einer dunklen Ecke des Parkplatzes geparkt und als ich mit meiner Sonntagsabend und Montangsmorgenration von Brot, Wurst und Rotwein (letzterer nicht für den Morgen) zu meinem Auto ging, sah ich dass da ein altes Auto parkte, von ein paar kräftigen Männern umlagert, die mir wie Kosovo-Albaner oder jedenfalls in die orientalische Richtung gehend erschienen. Einer der sicher von Sozialhilfe lebenden Herren bewegte sich auf mich zu und sagte mit schwerem Dialekt, ich möge doch bitte in sein Auto steigen, er wolle mir dort etwas zeigen, es sei kaputt.

Ich verwies den Herrn nach dem Hinweis, mich mit Autotechnik nicht auszukennen freundlich auf das Tankstellenpersonal und wollte in meinen Wagen steigen, da bemerkte ich, wie sich der ganze Pulk aus vier weiteren ausländischen Gästen auf mich zu bewegte, alles sehr kräftig gebaute Herren. Der erste bestand dann auch auf meiner Anwesenheit und sagte, ich müsse einsteigen und ihnen beim Reparieren helfen. Freundlich war das nicht mehr. Da stellte ich flugs meine Lebensmittelkiste ab, griff mir die Weinflasche wie eine Keule und rief etwas wie "Nein, verflucht noch mal!". Ich hatte vor, die Flasche an der Gepäckreling meines Autos zu zerschlagen und den hoffentlich überbleibenden scharfen Flaschenhals wie eine Klinge zu verwenden, um eine Chancen in dieser sich anbahnenden Schlacht Abendland gegen was-weiß-ich etwas auszugleichen, da bewegte sich der vermutlich von meinen Steuergeldern geförderte Pulk langsam aber stetig zu ihrem Auto zurück und ich fuhr ziemlich eilig von dannen, endlich mal die Not-Verriegelungstaste meines Mitsubishi benutzend.

Innereien in Cabernet Sauvignon eingelegt sollen ja in manchen Ländern eine Spezialität sein, aber die Herren wollten es dann doch nicht darauf ankommen lassen. Im friedlichen Taiwan kann ich mir eine solche bedrohliche Situation nicht mal im Traum vorstellen. 

P.S.: Erninnert mich dran mir wieder einen Wagen mit Dachreling zuzulegen, wenn ich wieder nach Deutschland rückmigriere :-)

Multi-Kulti-Moral von der Geschicht': Selbst ein argentinischer Cabernet Sauvignon kann Leben retten! Keine Ahnung wieso manche Leute sagen, Alkohol sei schädlich. Stellt euch das mal mit einer Milchtüte vor...

The scent of a woman


Morning in gray Taipei. While the locals are rolling to work on their scooters, some pretty foreign ladies are already preparing their day's work

Not one, many. Almost each morning I pick up food from a breakfast food booth close to my company and will use the elevator on my way back. It is 7.30 in the morning and either the elevator is already full of them or they come running to still jump onto it. Philippian ladies working in my company. It is a bit of a strange sight in the morning, when I am standing alone among them, they are often around 1.50m or below, which makes me towering out of their midst, their hair still wet from the shower and the cent of soap in the air. They are giggling and talking in Spanish and their native language while we ride up to the 6th floor. And when I am late they are already cleaning the white closets of the test department. Recently they were listing to this "I am your lady and you are my man" song, singing along with it while cleaning the closets. And their eyes looked dreamy, as if they were far away from dirty and gray Taipei, probably on a Philippine beach with some well-built beau.

Just a morning impression here from the right-hand edge of the world plate...

Montag, Oktober 18, 2010

Frau hat Sex mit Unbekanntem "um Fluch zu brechen"

Immer wieder liest man hier in Taiwan von (einheimischen) Herren, die Frauen mit irgendwelchen wilden und völlig unglaubwürdigen Geschichten ins Bett bekommen, wo man denkt "das kann doch nie irgendjemand glauben". Allerdings glauben Taiwanesen sehr an Geister und Magie in jeder Form, so etwa hat meine Schwiegermutter einst einen Tempelpriester bemüht, als ihr Fernseher von selbst den Kanal gewechselt hat und prompt einen magischen Zettel zur Geisteraustreibung erhalten, der auf dem Fernseher positioniert werden musste. Nein, Schwiegermama musste nur mit Geld für den Zettel bezahlen, aber ein Taiwanese hat die Fluch-Brechen-Masche offenbar benutzt, um eine hübsche Verkäuferin zum Sex zu nötigen. Das Wort Nötigung fällt mir hier schwer, denn nach westlichen Maßstäben jedenfalls müsste man nicht alle Chinaprozellan-Tassen im Schrank haben, um darauf herein zu fallen.

 "Hallo, Guten Tag, ich bin Telefonbetrüger und dachte Sie könnten mir vielleicht weiterhelfen..."

Der Sextäter ruft also eine Frau an und erzählt ihr, ein Freund (dessen Namen er sich durch "rate mal wer ich bin" erschleicht), für den er sich wohl ausgegeben hat am Telefon, habe einen tödlichen Fluch und dieser können nur gebrochen werden, wenn sie (die Angerufene) mit einer "männlichen Jungfrau" Sex habe. Er dirigiert die leichtgläubige Dame dann per Bahn in eine andere Stadt, wo er als vermeintliche männliche Jungfrau natürlich parat steht und es kommt tatsächlich zum Geschlechtsverkehr. Erst als die Frau nach Vollzug ihren Freund anruft, um sich vom Bruch des Fluches zu überzeugen und dieser von nichts weiß, ahnt die Dame, dass sie "hereingelegt" worden ist.

Quelle: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2010/10/17/276452/Man-jailed.htm

Der Sextäter muss für drei Jahre und 4 Monate ins Gefängnis. Na ja, vielleicht kann er da ja irgendjemanden auch zu Gott-weiß-was überreden.

Betrügerische Anrufe hat man in Taiwan laufend, auch bei mir sind manchmal junge Frauen am Telefon. Leider verstehe ich die nicht....

Holy F... now they placed a guy into my cubical neighbourhood!

unwanted


I thought I made it more than clear I want to sit in a girls-only area in the office. I mean guys here burp and fart, the ladies usually do not. And now a girl was quitting and they were putting a new colleague with the usual middle-parting hairstyle, the usual blue shirt and the usual dark blue pants. Oh I hate it. In Taiwan I only like noodle soup and girls, nothing else. Besides my wife. Well, she's a girl. Oh, how to scare this guy away...? Suggestions please.

wanted

Freitag, September 24, 2010

Der Spiegel: Taiwan Hungerland!

Taiwanblog: so schlecht kocht Schwiegermama nun auch wieder nicht!

Ein Schreck fuhr mir gerade beim Lesen des aktuellen Spiegel 38/2010 auf S. 158 unten in die Glieder, dort ist eine Karte der Welthungerhilfe abgebildet und meine kleine Insel Taiwan hat zusammen mit China die dunkelgraue Schraffur für "mäßig". Will sagen, die Unterernährung von Kindern und die Kindersterblichkeit in Taiwan seien nach dem Schaubild zwar nicht "extrem alarmierend", "alarmierend" oder "ernst", aber immer noch schlimmer als in den Industrieländern. Das verblüffte mich, schließlich ist Taiwan ein reiches Land, Kinder kenne ich hier nur gut ernährt und laut dem CIA Factbook hat Taiwan nur etwa 1% Menschen unter der Armutsgrenze (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/tw.html), während Deutschland 11% hat (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html)! Wo also verbergen sich die hungernden Kinder? Etwa bei den taiwanesischen Ureinwohnern, die Nichtchinesischen Ursprungs sind?

Oder hat wieder nur ein Redakteur nach deutscher Gutsherrenart Taiwan unter "China, Province of Taiwan" subsummiert und die kleine reiche und demokratische Insel gleich mit eingefärbt, wenn er einmal mit China zu Gange war?

Ludigels Neffen "Didi" und "Gege": Zugegeben hat der Rechte neulich vor der fiesen Sahnetorte Angst gehabt, heult auch bei Harribo-Gummibärchen. Werde mich des Falls annehmen.

Vermutlich ist letzteres der Fall, eine interaktive Grafik der Welthungerhilfe, bei der man die Weltkarte herumschieben und vergrößern kann, zeigt Taiwan aber auch eingegraut und damit auf dem Niveau von China, also auch als "problematisch" [EDIT, korrigiert]. Siehe hier: http://webmapcenter.de/mapbender241/frames/index.php?PHPSESSID=b6b8cee0cf10083f702d71e07967bdaf&gui_id=whi

Taiwan ist aber ungleich Thailand ungleich China, auch wenn es politisch opportun ist Taiwan der Volksrepublik China zuzuschlagen, damit Deutschland weiter gute Beziehungen zu China hat, ist solch eine Pauschalisierung immer nur verwirrend. Ich denke, hier wieder wieder nur zusammengelegt, was nicht zusammen gehört, eben Taiwan und China. An dieser Stelle müsste man mal die Kindersterblichkeit untersuchen, um eine Art Gegenbeweis zu führen, dass Taiwan hier kein Entwicklungsland ist.[UPDATE: Anmerkung 1]


***
[Anmerkung 1]: In Asien gehört Taiwan nach dieser Karte (http://www.indexmundi.com/map/?t=0&v=29&r=as&l=de) zu den Ländern mit der niedrigsten Kindersterblichkeitsrate (etwa 5 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten), Deutschland hat zum Vergleich etwa 4 - und natürlich den Vorteil der milderen und krankheitsmäßig nicht so bedenklichen nördlichen Klimazone. Vermute also, dass die Hungerhilfe-Karte und Der Spiegel Taiwan unzulässig unter China subsumieren.

***
Notiz in eigener Sache, Hausmitteilung sozusagen, um in SPIEGEL-Jargon zu verfallen: Ich werde die nächsten 3 Wochen wenig Zeit haben und hier nur eingeschränkt bloggen können. Nein, kein Urlaub wie im Langurlaubsland daheim, sondern ein Chaosprojekt, also Arbeit.
 

Mysteriöses Windows-Startproblem

Gestern im Büro reagierten unzählige unserer Windows XP Notebooks, die die Angestellten in diesem großen Unternehmen haben, mit Startproblemen, beim Neustart fehlte plötzlich eine wichtige Windows-Systembibliothek, die HAL.DLL. Dabei handelt es sich um eine Bibliothek, durch die Windows mit der Hardware des Rechners arbeiten kann, das Hardware Abstraction Layer, wie Google gleich verkündete. Wer das Ding überall in der Firma von den Rechnern stahl blieb ungeklärt. Ein fehlerhaftes Windows-Update? Eine Fehlfunktion der Antivirussoftware? Jedenfalls ließ sich das Ganze mit Hilfe der XP-CD reparieren. Wer nicht weiß wie es geht und es braucht, kann in den Kommentaren anfragen. Vielleicht tritt das Problem ja noch öfter auf. Oder es war ein "Firus", wie der Fachmann unter Spucken sagt.

Windows rechts wieder mal mit Bluescreen of Death, Linux (2x links) arbeitet einfach nur....

Den gefärbt-Rotschöpfigen Kerl von der internen IT hätte ich fast stranguliert, als mein Notebook nicht mehr hochfuhr. Hatte er doch grade in einstündiger Arbeit die Einstellungen von Outlook auf den neuen Server umgestellt und fummelte dann noch an so viel Programmen herum, dass ich ihm am liebsten ohnehin auf seine Finger gehauen hatte. Hatte aber wohl nichts mit den unsinnigen Tools zu tun, die er auf meinen Rechner ablaufen ließ, weil er mit seinen unschuldigen gefühlten 14 Jahren erklärte, ich hätte wohl einen "Firus" auf dem Rechner. Habe ich natürlich nicht, du Wuschelkopf, sondern habe die unabschaltbare Antivirussoftware mit Absicht (temporär) abgeschaltet, weil sie oft nur Unsinn macht, wie den Rechner in eine Schnecke zu verwandeln. Oder Bluescreens auszulösen neuerdings. Hilflos klickte er auf dem roten Icon für die Antivirusverwaltung herum ohne zum Ziel zu kommen.

Das hat mir ein so schlechtes Gewissen gemacht, dass ich sie selber wieder eingeschaltet habe (psst, geheim, in den Systemdiensten schaltet man das ab und an, auch wenn man nicht soll, verraten Sie es ihm bitte nicht). Und kaum schalte ich sie wieder an, war die erwähnte DLL futsch. Antivirussoftware macht heutzutage manchmal mehr Probleme als die angeblichen Viren. Und bartlose Systemadministratoren im Schulkinderalter sowieso.

Unterdessen laufen meine Linuxsysteme am Arbeitsplatz einfach immer weiter und weiter und weiter und gucken verstört auf ihren Windowsbruder, der immer wieder Bluescreens of Death (neuerdings wenn ich eine CD reinschiebe!) und Instabilitäten hat. Aber Hauptsache Windows.

EDIT: Das Startproblem grassiert weiter. Die Admins kopieren die DLL mit einem Rescue-USB-Stift einfach in das Windows/System32 - Verzeichnis.
Sonst kann man aber auch folgendes machen: Die XP-CD nehmen (die heute aber viele Nutzer gar nicht mehr bekommen von Microsoft, leider verloren!), ins Laufwerk legen und von CD booten. Dabei muss ggf. die BIOS-Konfiguration so geändert werden, damit der Rechner von CD zuerst bootet. Dann warten bis das Laden von der CD zum Stillstand kommt und man gefragt wird, was man machen will. Dann R für Recovery Console drücken (Wiederherstellungskonsole) und das Administratorpasswort der Windowsinstallation auf Anfrage eingeben (man muss die Windowsinstallation vorher auswählen). Dann folgendes Kommando tippen:

expand d:\i386\hal.dl_ c:\windows\system32

Achtung: Die Laufwerksbuchstaben bitte entsprechend anpassen. Dann mit exit rebooten.

Anschließend installiert der Rechner alle Treiber neu, die er i.d.R. einfach auf der Festplatte findet.

Donnerstag, September 23, 2010

Bei der Urne werd' ich zum Wiedergänger...

Bei den Besuchen in dem Friedhofstempel, in dem Schwiegervater mit seiner Urne in einem hölzernen Schrankfach steht (der ganze Schrank ist voll mit den quadratischen Fächern und der ganze große Saal voll mit diesen Schränken) (Foto des Tempels von AUSSEN hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/07/wie-ich-fast-eingeschlafen-und-meine.html), fiel mir ein Demoaufbau von drei Urnen auf, die offensichtlich drei verschiedenen Preisklassen zugehörten...

Welches Urnerl hätten's denn gern?

Ganz oben sieht man eine ehr dünnwandige, hier noch eingepackte Urne, wohl Blech mit bloßem Stein-Imitat aufgelegt. In der Mitte dann die dickwandige Vollstein-Urne. Doch was ist das ganz unten? Oh Schreck!

Eine Urne auf Kassenschein?

Ernst bei näherem Hinsehen entpuppte sie sich als Verbandskasten mit rotem Kreuz drauf. Obwohl, das kann natürlich auch eine interessante Deko sein....


P.S.: Erst jetzt fällt mir auf, dass oben drauf wohl sogar noch ein Aschenbecher steht, den ich beim heimlichen Foto nicht richtig mit drauf gekriegt habe (auf dem Handybildschirm sieht man sowieso meist wenig beim Fotografieren). Das wäre natürlich die ultimate Billigvariante ;-)

Dienstag, September 21, 2010

Taiwan-Essen und Hygiene

Neulich einen Landsmann getroffen, einen großen bärtigen Mann** mit Adlernase, den es aus beruflichen Gründen für eine Woche auf meine herrliche Insel Formosa alias Taiwan verschlagen hatte. Die Pupillen leicht erweitert stand der Teutone noch unter dem Schock des Neuankommens und redete etwas von Krach, Dreck und unhygienischem Essen. Ich bestätigte, dass Taipei natürlich laut und slumartig in meisten Teilen sei (was freilich nicht heißt, dass dort arme Leute wohnen nebenbei bemerkt), konnte mit dem Essen allerdings nicht völlig zustimmen. Natürlich kamen wir beide überein, dass das deutsche Gesundheitsamt solche Zustände wie sie hier am Tellerrand der Weltscheibe herrschen, daheim nicht dulden würde. Immer wenn ich diesen Satz sagen, höre ich im Hintergrund leise Schiller seine Glocke rezitierend und Goethe murmelt irgendwas von "über allen Wipfeln ist Ruh'...".

Einweihungsparty vom Kollegen. Weil seine Hütte so groß war, hatte ich ihm empfohlen, ein Fried-Chicken-Retaurant oder 'ne Currywursthöhle aufzumachen. Hat er eh nicht verstanden und wie immer fröhlich gegrinst.

Betrachtet man die Sache freilich etwas undeutscher, dann kann man feststellen, dass man sowohl in Deutschland wie auch im formosen Taiwan fast immer hygienisches Essen serviert bekommt und es nur gelegentlich Ausreißer in Richtung "igitte-Pfui***" gibt. Wenn man in Taiwan wie ich die billigen Garküchen frequentiert, in denen freilich Chinesisch (bei mir in Gestalt meines angetrauten Eheweibes) erforderlich ist zur Bestellung, dann kann man sich gleich durch scharfes Hinsehen einen Eindruck von der Kochstelle verschaffen. In der Regel sieht man dort Spinnenweben und ein bisschen Ruß an der Decke, aber das stört mich also genauso wenig wie ungedeckte Hypotheken bei der Schwiegermutter des Garküchenbesitzers.

Die heiße Platte, auf der hier gekocht wird, ist in der Regel von dreißig Voressen mit einem Ölfilm versehen, aber weil ja keiner direkt vom Herd isst, ist das auch okay für mich. Außerdem schieben sie mit einem schwarzen Schaber immer wieder das alte Öl an die Seite, so dass wir am Rand, wo niemand kocht, tagsüber einen frischen schwarzen Ölschlackesud haben, so als habe eine einschlägige englische Ölgesellschaft da mal so richtig vom Leder gezogen. Andererseits ist ja die Ölkruste nur am Rand und jeden Abend wird die Kochplatte gereinigt, insofern ist es mir auch wieder egal.

Kleine Restaurants sind genauso, meist kann man auch da die Kochstelle einsehen. Manche sind sogar pikobello sauber, kann man nicht anders sagen. Eklig fand ich einmal ein pseudo-westliches Restaurant, wo die Toilette eine Tür hatte, die unten eine Handbreit Luft ließ. Drinnen in der Toilette herrschten Zustände, als hätte eine Kompanie betrunkener Rotarmisten den Befehl bekommen, die feindliche Latrine mal so richtig ran zunehmen. Aber das ist in Taiwan normal, wenn hier die Toiletten sauber sind fragt der Gast verstört den Ober, ob das Ding kaputt ist (schließlich benutzt es ja offensichtlich keiner). Letztendlich ist Konfuzius daran Schuld, aber mehr dazu ein andernmal.

Gut, nun können Sie sich die Toilette bildlich vorstellen. Hübsch sah man aus der Gaststube den Sud auf dem Boden der Klozelle und nicht gleich sah ich die Salatsoßenschüssel, die direkt neben der Klotür stand, direkt auf dem Boden! Die Ober bedienten sich immer mit einer Kelle voll Salatsoße und schmierten sie über den Salat, was gänzlich unangenehm war, sah man doch dass Klobesucher mit patschigen Füßen den Biosud auf dem Boden gleich in die Salatsoße spritzen lassen konnten. Ich gebe zu, auch als Multikuliweltbürger habe ich da mein Essen nicht ganz aufgegessen.

Das zweite Mal in all den Jahren war es ein kleines Lokal gleich bei Schwiegermutter nebenan, das Reklameschild war rote Schrift auf gelbem (!) Grund und das Essen war wirklich gut, schmeckte sauer-süß mit stärkerer Betonung des Sauren und einem unerklärlichen Beigeschmack, der freilich nicht mal unangenehm war. Während ich noch grübelte, was das sein könnte - irgendwas in Richtung Spargel?- begab ich mich aufs WC. Hier gab es ein getrenntes Urinal für die Herren und aus Gründen der Raumökonomie hatte der Restaurantbetreiber das Urinal in einem Raum angebracht, der auch der Fleischzubreitung diente. Ein noch mit Fleischresten verkrusteter großer Fleischwolf stand da, durch ein winziges Sperrholzbrett vom Urinal getrennt. Immerhin!

Und waren das auch fast die einzigen Ausreißer in sieben Jahren Taiwan, so erheben wir uns jetzt alle von den Plätzen und singen zusammen: "Das hätte das Gesundheitsamt in Deutschland nie genehmigt!"

P.S.: Sensibel für den Satz mit dem Gesundheitsamt bin ich nach dem Lesen eines Artikels in Klaus Bardenhagens Blog geworden: LINK. Stimmt wirklich, man hört ihn immer wieder, auch von mir ;-)

** oder war er klein, glattrasiert und mit Stupsnase versehen?

***Frau Igitte Pfui, Bündnis-90/Die Grünen, ist seit 2001 Mitglied des Bundestages

Montag, September 20, 2010

Polizisten lassen Anzeigen verschwinden

Polizisten in Taiwan sind ein Thema für sich. Nicht nur, dass die Revierpolizisten abends angetrunken in ihren Wachstuben hocken, die Leutchen verdienen sich möglicherweise ein Zubrot durch Gaunereien, so wie im Fall der Erpressung meiner Schwiegermutter, die falschen oder kriminellen Polizisten (wahrscheinlich beidem) eine Summe von umgerechnet 25.000 Euro ausgehändigt hatte, um einer (völlig grundlos angedrohten) Haftstrafe zu entgehen (LINK). Hier deutet sich ein nur minimales Happy-End an, weil zumindest der jugendliche Geldbote gefasst wurde und demnächst seinen Prozess hat (LINK).
 Als meine Schwiegermutter aber damals die Erpressung allein angezeigt hat, nahm ein Beamter alles auf und erklärte den Fall zu den Akten genommen zu haben, meine Schwiegermutter bekam sogar ein Aktenzeichen. Ein Kontrollanruf meiner Frau auf dem Revier ergab aber, dass das Aktenzeichen gar nicht existierte! Offensichtlich hatte es der "Beamte" im Mülleimer verschwinden lassen. Erst nach wüsten Beschimpfungen durch meine Frau am Telefon war der Herr Wachmeister bereit, eine Kopie eines neu erstellten Vorgangs mit neuem Aktenzeichen an Schwiegermutter zu senden; erst dadurch kam der Fall ins Rollen.

Ein einem Verbrechen zum Opfer gefallener Ausländer hat nun sehr spät festgestellt, dass sein Vorgang ebenfalls in "Ablage P" vom Zuständigen Polizisten abgelegt wurde; das Aktenzeichen ist nicht auffindbar (LINK zum Ausländerforum Forumosa.com).

Dringende Empfehlung also: Wenn man hier eine Anzeige tätigt, immer einen Einheimischen bitten durch einen Kontrollanruf das Aktenzeichen bestätigen zu lassen. Eine Kopie der Anzeige reicht alleine nicht, da bei Ausländern oder Senioren die ausgefüllte Anzeige schneller im Papierkorb verschwindet, als man "Ni Hao" (Hallo) auf Chinesisch sagen kann. Bu hao (gar nicht gut).

Weiterer Fall in dem korrupte Polizisten wahrscheinlich die vernünftige Aufklärung eines Todesfalls unmöglich gemacht haben: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/update-zum-vermeindlichen-englischen.html . Hier ist ein Engländer Opfer der schlampigen oder sogar korrupten Polizeimethoden.

Generell sagt man über Gerichtsverfahren hier, dass ihr Ausgang völlig unberechenbar ist und Urteile von Richtern irgendwo zwischen Schulterzucken oder drakonischen Urteilen liegen. Wie blödsinnig die Urteile sein können zeigt z.B. dieser Fall (LINK zu Forumosa.com), wo ein Vergewaltiger eines dreijährigen Mädchens freigesprochen wurde, weil das Opfer keinen Widerstand geleistet hat. Taiwan wirkt oft wie ein Zerrbild der Realität und es fällt schwer, dieses Land ganz ernst zu nehmen, wenn man solchen Schwachsinn en masse sieht.

Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass das surrealistische Vergewaltigungsurteil auch in Taiwan zu Entsetzen unter der Bevölkerung geführt hat.

Edit: Dieser Artikel sollte nicht dazu verleiten zu glauben, Taiwan sei ein Dritte-Welt-Gangsterloch. Es ist hingegen ein reiches Land mit wenig Kriminalität. Man sollte allerdings die Polizisten und Gerichte mit Vorsicht "genießen".

Vorheriger Artikel zum Thema: http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/zusammenfassung-falsche-undoder.html

Donnerstag, September 16, 2010

Fernöstliche Weisheit



Endlich nach all den Jahren hier habe ich endlich fernöstliche Weisheit gefunden. Ich saß mit meiner ganzen Taiwanfamilie im Restaurant, wir hatten Stunden später angefangen bis endlich die ganze Truppe anwesend war, dann aßen wir in Zeitlupe herrlich eklige Fischgerichte (ich hingegen bekam wieder meinen Kinderteller; Reis mit Reis dran gekocht und und bisschen Fleisch zur Dekoration), die kleinen Neffen sollten ihre Geburtstagstorte auspusten, doch der dünnere von beiden fing mit seinen fünf Jahren an zu heulen, wahrscheinlich hatte ihn die fiese grellbunte Torte irgendwie böse von der Seite angeschielt. Sein dickerer Zwillingsbruder hingegen schielte forsch zurück, schleuderte der Torte sogar ein paar Drohungen entgegen. Wieder dauerte es also, bis die zwei die blasige Tätigekeit hinter sich gebracht hatten, dann kam das Obst und die Leute kauten kaum auf Wassermelone, dieser grünen Ekelfrucht mit weißem Fruchtfleisch und den Orangenstücken herum, alle saßen nur um und warteten darauf, dass die anderen aßen. Doch mittlerweile wurde es 22 Uhr und weil Frau und ich am Sonntagabend noch weit fahren mussten, wurden wir langsam ungeduldig.

Was soll das heißen: nach chinesischer Zählweise bist du 6 und nach europäischer 5 Jahre alt? Hör mit der Haarspalterei auf und blase das verdammte Ding endlich aus. Sonst musst du barfuß ins Bett heute Abend!

Da geschah das Wunder, meine Frau flüsterte unserem Lieblingsneffen, seinem anwesenden Schulfreund (meine Frau macht dem sogar die Ohren sauber, komische Familienbeziehung - oder einfach nur dreckige Ohren, wer weiß) und unserem Schwager etwas ins Ohr. Und Ratz-Fatz griffen alle zum Obstteller und schaufelten die Früchte wie besessen in sich hinein, der Teller lehrte sich und wir konnten zeitig fahren.

Ich guckte verblüfft aus der Wäsche, wieso plötzlich alle so schnell die Früchte verdrückt hatten und fragte meine Frau, was sie den Verwandten ins Ohr gesagt habe. Sie antwortete:

"Ich habe unserem Neffen Roy (als Loi-ih aussprechen) gesagt, die Wassermelone würde gegen seine Pickel helfen. Und seinem Freund "De-de" habe ich gesagt, die Orangen würde gegen die Pickel helfen. Unserem Schwager G. hingegen sagte ich, die grüne Frucht würde gegen Alterung helfen und langes Leben garantieren.

*

Hinweis:
Wer Taiwanesen kennt weiß, dass sie leicht an Heilmittelchen und Heilkräfte von Essen glauben, daher der umwerfende Erfolg.