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Donnerstag, Februar 21, 2013

Frauenbilder*

Vorher...

...Nachher



*Oder: Die normative Kraft der Werbung in ostasiatischen Gegenwartskulturen (ist bestimmt auch der Titel irgendeiner Kulturpädagogenarbeit an der Uni Gütersloh, wenn die eine haben)

Mittwoch, Oktober 03, 2012

Frauen kennenlernen

Ich habe es ja schon hinter mir, aber wer noch auf der Suche ist kann wie immer aus dem Taiwanblog gute Ratschläge für schwierige Lebenssituationen entnehmen. Wer etwa eine 20+jährige schlanke asiatische Traumfrau mit langen Beinen, künstlichen Wimpern und rot gefärbten Haaren sucht, hätte da in Castrop-Rauxel, Hannover oder anderswo sicher eher Schwierigkeiten. In Taiwan ist das hingegen recht einfach.

Methode 1: Einfach mal die Computex-Computermesse im Juni besuchen und um ein paar scharfe Ecken biegen. Geht auch ohne Computermesse. Erst neulich bin ich spät abends um eine spitze Ecke gegangen, da kommt mir in der geometrischen Problemzone eine junge rothaarig gefärbte Frau mit Ultramini etc. entgegen, so als sei sie einem Modekatalog entsprungen und knallt fast in mich rein. Grund war das iPhone, das sie vor sich hatte und emsig bediente, ohne auf den Weg zu achten. Eine Angewohntheit, die bei den 20- bis 30-jährigen Taiwanern beider Geschlechter immer mehr um sich greift. Wenn Mann Pech hat ist es natürlich ein Taiwaner und keine -rin, die da um die Ecke kommt und tunlichst sollte man auch auf eventuell vorhandene Starbucks-Kaffees achten, die sie evtl. in er Hand haben. Autsch.

 Schlanke Taiwanerin (deswegen ist das Bild so schmal): einfach gegenlaufen oder mit Fortpflanzungs-Endprodukt-Demoware anlocken. In freier Wildbahn so wie auf dem Bild, nur ohne Beschriftung.

Kaukasierin: Muss mühsam mit Bausparvertrag angefüttert werden, bis sie aus Gewohnheit zutraulich geworden ist. Die hier im Bild befindliche ukrainische oder russische Variante soll jedoch im Umgang unproblematischer sein. Hinweis für Nerds: Sie hat meist keine Lautsprecherboxen auf dem Schoß, anders als hier im Bild.


Methode2: Die altbekannte, einfach irgendwo einen Säugling ausleihen. Diese Methode ist besonders zu empfehlen für diejenigen, die eine junge Frau natürlichen Typs suchen. Von mir ausversehen neulich im Restaurant ausprobiert: die jüngste und hübscheste der Bedienungen war überhaupt nicht mehr von unserem Junior weg zu bekommen, duckte sich aber ständig wenn ich sie fotografieren wollte, nur um dann wie ein Flummi wieder hoch zu kommen, sowie ich die Kamera weggesteckt hatte und war eine geschlagene Stunde oder so damit beschäftigt mit unserem Junior herum zu spielen. Sie tat sogar das, was Taiwaner eigentlich nie tun, trieb freiwillig mit mir auf Englisch Konversation. Sie war der Typ, mit dem man, wenn man im kompatiblen Alter wäre, spontan ohne jedweden Ehevertrag auf alle verfügbaren einsamen Inseln verschwinden wollen würde. Jedenfalls wenn man nicht schon mit einer ausgeprochen attraktiven Taiwanerin verheiratet wäre, so wie ich, die auch noch ein sanftes und liebenswürdiges Gemüt hat, das seinesgleichen sucht.

Methode 3 soll sein, einfach irgendwo in Taiwan herum zu stehen, bis man von einer Taiwanerin aufgelesen wird, aber das wollen wir jetzt nicht näher erläutern.

Nur Mut!

Dienstag, September 04, 2012

Altes Auge, schön Dich wiederzusehen ... äh...

Merkwürdiges Gefühl beim Herumwühlen in der Truhe im Keller im elterlichen Reihenhaus in Niedersachsen vor ein paar Wochen. Da war meine ganze Kindheit verwahrt. Ich wollte eigentlich nach dem dicken Märchenbuch forschen, das ich für meinen eigenen Junior wollte, aber es war leider nicht mehr da. Vor Jahren hatten wir es wohl an irgend jemanden in der Familie verschenkt. Stattdessen fand ich Zigarrenkisten voller alter Kameraden. Ritter, die furchtlos ihre Lanzen und Schwerter hielten, Trapper mit Lasso und Schießgewehr, alles genauso wie vor Jahrzehnten. Ein eindeutig spanischer Conquistadore - Helm lag zwischen Indianern, ganz so wie er in Filmen manchmal von Hollywood als Relikt in Indianerzelte gelegt wird. Erinnerungsfetzen tauchten plötzlich auf, die Plastik-Ritterburg, die ich immer zusammengesetzt hatte (Playmobil glaube ich), die die Ritter bewacht hatten. Toll wie die Figuren die Jahrzehnte überstanden hatten, so als hätte ich eben die Zigarrenkiste erst zu gemacht nach der letzten Spielsession.

Nur..... sie kennen den Effekt vielleicht, wenn sie alte Jugendfreunde nach Jahrzehnten wiedersehen. Einer ist immer dabei ... der hat .... der hat einen anderen Lebensweg genommen. Sieht anders aus als die anderen.


...... siehe unten ...



..... es wird ein Schock, glauben Sie mir, Sie kennen ihn auch.....



..... oh weh....





Oh Ernie, what the fuck man?  Wo bist Du drauf? Crystal Meth? Crack? Was hast Du die ganzen Jahre gemacht in der Zigarrenkiste? Oder bist Du jeden Abend mit dieser halbbekleideten Strohrockpuppe aus dem sonnigen Süden, von irgendeinem Souvenirkiosk von den Eltern mitgebracht, um die Häuser gezogen? Und wo ist sie jetzt? Abgehauen natürlich (war nirgends zu finden). Und Du bist pleite und siehst aus wie ein Schneemann. Ernie auf Koks. Ja nun grins nicht so verlegen, ist Dir peinlich, schon klar. Und wo hast Du Bert gelassen? Ach so, der ist mit der Strohrockpuppe .... OK, never mind. So genau wollte ich das alles gar nicht wissen. So Ernie, war schön mit Dir zu reden, denke ich, aber ich muss jetzt weiter. Ich habe da so eine aus dem Fernen Osten und .... OK Ernie, danke für die Warnung. Ja ich sehe, wie sowas enden kann. Äh.... schluck. OK; ich bin vorsichtig Ernie. OK, leg Dich wieder hin. Alles wird gut....
   

Freitag, Dezember 23, 2011

Selbstmorddrama im Veteranenviertel

Die Umgebung ist hier auf Fotos zu sehen: http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/neihu-international-beauty.html

Schon öfter erzählte mir meine Frau, eine Frau aus dem Mietshause wo ihre Mutter wohnt, bei der auch Frau und unser kürzlich geborener Junior aus praktischen Gründen gerade logieren (nur ein paar Meter weg von meiner Wohnung), habe durch das Haus schreiend mit  Selbstmord gedroht. "Die Philippa?" fragte ich sofort sorgenvoll, an die nette junge Frau denkend, die im sechsten Stock arbeitet als Dienstmädchen eines alten Rollstuhlfahrers und sicher ein Horrorleben aus 16 Stunden Arbeit und schlechtem Essen und wenig Geld hat. "Nein aus China", sagte meine Frau da. Sofort stellte ich mir ein Ehedrama mit aus der Volksrepublik importierter Katalogfrau und sie hassenden Schwiegereltern vor, was wir Deutschen halt immer so denken, wenn wir von asiatischen Frauen hören. Obwohl, da gibt es hier ja eher viele von.
"Nein aus Taiwan", sagte sie. Also eine Chinesin aus Taiwan. Hatte eine Identitätskrise am Ende zum angedrohten Selbstmord geführt? "Also eine Chinesin, die in Taiwan lebt?", fragte ich sofort und meine Frau verlor langsam den Faden ihrer Geschichte.

"NEIN EINE  T A I W A N E R I N !!!!"

 "Ach so." Sehen Sie liebe Leser, wenn man nachbohrt, löst sich das taiwanische Identitätsproblem sofort in Luft auf.

"Sie saß bei 10A und wollte vom Dach springen", erzählte meine Frau weiter. Das beunruhigte mich sofort ungemein, denn das Haus hat nur 7 Stockwerke. Wie springt man da vom 10A-ten? Jedenfalls hatte meine Frau ihr nahegelegt, doch ein anderes Haus für den Selbstmord zu wählen, schließlich würden sonst die Preise der Eigentumswohnungen fallen. Hat sie auch wieder recht. Und als wir dann nach dem Essen beim Italiener an der Ecke, wo das Gespräch stattfand, wieder vor ihrem Haus standen, da bin ich vor Kichern fast umgefallen (der Magen braucht schließlich Sauerstoff zum verdauen). "10A" ist nämlich die Gebäudenummer (nicht die Hausnummer, das schafft immer wieder Verwirrung, auch wenn bislang noch niemand deswegen Selbstmord machen wollte) und steht auf ein kleines Vordach gepinselt direkt über dem Hauseingang. Die junge Dame, die übrigens aus dem siebten Stock stammt (aha!) und einäugig ist, sagte meine Frau (autsch!), sei aus dem Null-Komma-Fünften Stock (also die erste Treppe hoch halb auf dem Weg ins 1OG) aus dem Fenster, durch die Blumenkästen und die Flagge der Republik China (alias Taiwan) auf das Vordach geklettert und habe dort gesessen und gedroht zu springen. Nachdenklich beäugte ich die Höhe von etwas über 2.50m und stellte mir vor, wie viel Luft noch unter den Füßen wäre, um den Selbstmord zu realisieren. Man hätte sie bequem unter den Fußsohlen kitzeln können, um sie von ihrem Tun abzubringen.

"Und du hast die Polizei und Feuerwehr gerufen?", fragte ich verwirrt.

Die war auch gekommen und die junge einäugige zwanzigjährige Taiwanerin entschwand prompt, einen Menschenauflauf und sich am Kopf kratzende taiwanische Polizisten und Feuerwehrleute zurück lassend. Allerdings gesellte sie sich später zu den Schaulustigen, bis meine Frau auf sie zeigte und schrie "die da!". Da lief die junge Frau weg, die Polizei und die Feuerwehr hinterher. Das muss ein richtiger Spaß gewesen sein.

Schließlich betrieb ich noch ein bisschen Ursachenforschung. Ja, sie hat wohl psychische Probleme. Nein, ihre Familie wird ihr nicht helfen, sagte meine Frau.

"Warum nicht?"

"Ihre Familie ist auch geisteskrank", sagte meine Frau. Papa ist 1.45m Meter kurz und guckt immer grimmig aus der Wäsche, will nicht zu anderen in den Fahrstuhl steigen und sticht anderen Mietern mit dem Messer die Reifen kaputt, auch uns einmal. Und früher hat er als Mitfahrer bei Schwiegervater immer Panikanfälle im Auto bekommen, obwohl Schwiegervater ganz langsam gefahren ist und sich auf ruhiger Strecke vor Panik stammelnd in den Rücksitz gekrallt.

Am nächsten Tag rief Frau wieder an, die junge Frau aus dem siebten Stock schlug jetzt mit einer fast leeren Cola-Zero-Zweiliterflasche (davon soll man auch nicht so viel trinken) auf Haustüren ein, das Corpus Delikti lag noch im Treppenhaus als ich kam.

Wir brauchen definitiv Ruhe im Haus und professionelle Hilfe wird die Dame nicht bekommen. Wer von den Lesern ist noch unbeweibt und möchte eine nette junge Asiatin kennenlernen? Interessenten melden sich bitte unten in den Kommentaren.

Gutes Schuhwerk ist beim ersten Date Pflicht. Und ich bleibe unten bei Frau im dritten Stock stehen, hoch in den siebten müssen Sie allein. Da traut sich sonst niemand hoch. Wozu das feste Schuhwerk? Hinterher wenn Sie die Treppe wieder runter gerast kommen, sie sich würgend an ihren Rücken gekrallt hat und der kleine Vater mit dem Messer auf die Füße einsticht....

Mittwoch, November 10, 2010

Sex und Tod in Taipei: Die männermordende Xiaojie

Endlich mal wieder eine reißerische Überschrift. Ist aber wirklich passiert, eine 39jährige Taiwanesin (150cm groß) hat 7 Taxifahrer durch Karaokebars geschleift, in Hotelzimmern mit ihnen Sex gehabt, die Herren dann hinterher betäubt und ausgeraubt, drei der Herren fanden dabei ihren Tod mit anzüglichem Grinsen auf dem Gesicht in einem billigen Motel. Wirklich passiert, obwohl der Artikel von dem Grinsen nichts berichtet: http://www.asiaone.com/News/AsiaOne+News/Crime/Story/A1Story20101024-243926.html

Dabei warnt man hier eigentlich Frauen davor, zu den oft vorbestraften Taxifahrern allein ins Taxi zu steigen, aber die Dame hat gezeigt, dass es auch andersrum geht. Ausländer hat sie nicht betäubt und verführt, die gibt es hier eh kaum, sie können sowieso vor lauter Krähenfüßen an den Straßenschildern kein Taxi fahren, sich kaum ihre eigene Adresse merken und hätte sie mich erwischt, ich hätte eh kein Geld in der Börse gehabt, das hat alles meine Frau.

Eigentlich gibt es hier fast keine Bäume: Landkreis Taipei, Jhonge, ganz in der Nähe von Banciao

Passiert in Banciao im Landkreis Taipei ganz bei mir in der Nähe. Nun hat sie dreimal Todesstrafe plus 16 Jahre Gefängnis, das finde ich jetzt schon übertrieben. Aber ich will mich nicht zu solidarisch erklären, allerdings sind die Taxifahrer hier eine verdammte Landplage mit ihrem aggressiven Fahrstil.

P.S.: Hat jemand eine Ahnung ob es eine "Free Mrs. Jiang"-Soliliste irgendwo gibt? Tschuldigung, aber ich muss mich hier jeden Morgen und Abend durch den taxidominierten Verkehr quälen...

UPDATE: Hier ein Foto der Dame (http://www.chinapost.com.tw/photos/default.asp?ID=246940&GRP=B&nGo=-1&INDEX=6&iNEXT=1&nCount=1).  Sie heißt Jiang Yun-ching, kann ich auch nichts für, so heißt man hier eben.

Freitag, Oktober 29, 2010

Manchmal wälzt man sich vor Lachen am Boden...

... wenn man auf das Stichwort "Taiwan" im Internet stößt. Etwa auf der deutschen Webseite aisa-honeymoon.org [URL aus rechtlichen Gründen leicht geändert], die angibt, für Ausländer sei es so gut wie unmöglich, eine Taiwanesin zu heiraten, es sei denn man hätte eine Partnervermittlung. Originalton: " Für Ausländer gilt: Ohne Partnervermittlung, die mit ihrem guten Namen für Sie als Ausländer bürgt, werden Sie wohl kaum eine Taiwanesin heiraten können."

Klar, meine Frau als Computerexpertin hätte sich von dem "guten Namen" der Partnervermittlung "ASIA-HONEYMOON" bestimmt mordsmäßig beeindrucken lassen. Da muss man sich schon die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen. Taiwanesinnen scheint die Seite denn auch nicht im Angebot zu haben. Also, hier sitzt eine hübsche Kollegin ein paar Cubicals weiter, die hat mit 30+ die magische Grenze erreicht, wo sie hier schlecht Chancen hat. Gegen eine Tüte Gummibärchen leite ich gerne Fotos und Emails weiter, bestimmt ist jetzt mein Geschäftsmodell in Sachen Taiwanesinnen ausgereifter als manches andere in dieser Sache im Internet.

Mal Jeans, mal Ultramini, sieht schon nett aus, die Kollegin ;-)

 P.S.: Zum Einlesen in das Thema: Ein deutschsprachiger Artikel über Taiwans moderne Frauen und eher traditionelle Männer in einem regierungsnahen Magazin aus Taiwan: http://taiwanheute.nat.gov.tw/ct.asp?xItem=44108&CtNode=1663&mp=22

Als nächstes gibt es dann chinesische Beschimpfungen durch meine Frau als Audiodatei zum Üben.

Dienstag, Mai 25, 2010

Garderobenfehlfunktion bei B.


Und am Samstag muss ich auf der Computex arbeiten, (altes Bild von der Computex "Computer"messe), werde Frau mitnehmen


B. ist eine sehr nette Kollegin, sitzt einen Gang weiter, Anfang 20 und spricht etwas Deutsch. Na ja, nicht wirklich, wenn Taiwanesen Deutsch oder Französisch oder Spanisch lernen, dann können sie nach 5 Jahren Guten Tag und "Bier" sagen (respektive die Gegenstücke in Franzmännisch und Spanionlisch) - sogar noch schlechter als mein Mandarinchinesisch, grins. Sie ist nicht so dünn wie anderen weiblichen Wesen hier (die bartlosen Taiwanmänner finden Frauen anziehend, die sich zu zweit hinter einem Laternenpfahl quer nebeneinander stehend verstecken können), hat also üppige weibliche Rundungen. Sie füttert mich öfter mal mit Keksen, sagt dazu "Guten Tag" und lächelt freundlich, also beschweren will ich mich über die Kollegin sicher nicht. Ihren Hang zu Extremminiröcken konnte ich dabei auch noch verkraften, gut. Gestern allerdings beugt sie sich im Cubical rechts neben mir über den Tisch, um die neuste Mode auf dem Laptop meiner Nachbarin zu sehen. Wäre alles nicht so schlimm, wenn sie nicht nur ein T-Shirt und Strumpfhosen getragen hätte. Zum Rock fehlte wohl am Morgen die Zeit, gut, ich verstehe es, Montag und so. Ergo strahlten mich zwei Vollmonde an, tutti completti, aber den Göttern sei dank hatte sie sich zum mittelbreiten Höschen entschieden, passend in schwarz zur Strumpfhose.
Meine Frau, die ein paar Reihen hinter mir sitzt, sagte in dem Augenblick zufälligerweise, "Pack Deine Sachen wir gehen heute mal früher nach Hause" und ich schwöre bei allen hiesigen Göttern, ich hatte Autoschlüssel und Aktentasche vergessen, als ich ihr hinterher schlappte.

Als B. neulich nach Deutsch-Privatstunden fragte, und das auch noch in dieser gekünzelten Hello-Kitty-Kinderstimme, mit der die Taiwandamen so gerne reden, da habe ich sie an meine Frau verwiesen. Gottseidank bin ich verheiratet. Seufz.

P.S.: Nein, Taiwan ist kein Sextourismusland. Die Damen kommen nur irgendwie manchmal mit den Kleidungsstücken nicht zurecht.

Freitag, Januar 22, 2010

Die Familienbank

Vor ein paar Jahren trug sich eine gar mysteriöse Sache in meinen Finanzen zu. Meine Frau und ich konnten an einer sogenannten "Familienbank" teilnehmen, wie meine Frau versuchte den Begriff aus dem Chinesischen zu übersetzen. Genauer gesagt hatte ihre Schwester einen Anteil (und damit eine zu investierende Summe) an einer Art großem Pott, in den zig Bekannte einzahlen konnten (Fremde nehmen nicht teil) und ihre Schwester hat ihren Anteil wiederum in ihrem Familienkreis aufgeteilt. Konkret sollten wir ein neues Bankkonto eröffnen (da hat man in Taiwan sowieso mehrere davon, weil jeder neuer Arbeitgeber ein Konto bei seiner Hausbank erwartet) und auf dieses Konto (zu dem wie immer ein papiernes Bankbuch gehörte) würde dann von unserem Gehalt jeden Monat ein gewissen Betrag abgebucht. Insgesamt sollten wir übers Jahr 40 000 Taiwandollar beitragen, das sind etwa 1000 Euro. Mehr ging nicht, denn die Schwester hatte uns nur diesen Anteil an ihrem Anteil zugewiesen.


Frauen sind faszinierende Wesen. Hier ein paar beim Studieren der Börsenkurse (oder so)


Am Ende des Jahres sollten wir dann das Doppelte zurück erhalten. Natürlich war ich sehr skeptisch und erwartete, dass mit dem Geld das Gleiche passierte, wie mit dem traditionell auf der Hochzeit von den Verwandten gesammelten Geldspenden für das neue Ehepaar. Die etwa 5000 Euro waren damals verschwunden, Schwiegermama ward in der Nähe der Kiste gesehen worden, obwohl meine Frau sagte, sie habe es in eine Druckerei auf den Philippinen investiert, ohne mich zu fragen, da sie damals gedacht hätte, ich müsse reich sein, weil ich eben Ausländer sei und mich daher um eine solche Popanzsumme garnicht kümmern würde. Weil Weiße eben erst ab 50 000 Euro anfangen nachzuzählen oder so (dabei hatte ich doch immer die Hosentaschen raushängen lassen, tsk). Aber diese wilde Zeit war ja längst vorbei, alle und natürlich auch Ehefrau haben mittlerweile eingesehen, dass ein in Taiwan sein Geld verdienender Deutscher eben auch keinen Gelddrucker im Schrank hat und so war ich vorsichtig optimistisch, dass Schwesterlein das Geld wenigstens wieder herausrücken würde, schon um nicht Krieg mit meiner Frau zu bekommen. So ganz sicher war ich mir aber nicht, ob das Ganze nicht ein elegant verpacktes Darlehn an die liebe Schwester (übrigens die mit dem philippinischen Mann und der Druckerei) sein sollte. Naiv war ich, denkt sich jetzt der Leser. Weg sind auch die 1000, den 5000 gleich hinterher! So sollte man meinen. Andererseits habe ich eben keine Thailänderin, sondern eine Taiwanesin geheiratet und wir hatten uns hart eine gutbürgerliche Existenz in Taiwan erarbeitet, da war ich guter Dinge, la Familia in dieser Sache vertrauen zu können. Eine höhere Summe hätte ich aber nicht investiert, soweit geht das Vertrauen nun auch wieder nicht. "Vetraust Du mir?", diese Frage müsste man eigentlich immer mit "Bis..." und einer Summe beantwortet.

Taiwanesischer 2000 NT - Schein (etwa 50 Euro). Habe ich hier aber noch niemals gesehen. Man hat immer nur den 1000 NT-Schein und auch den nehmen viele Geschäfte nicht an und den 500 NT-Schein nur ungern, weil es so "große" Scheine sind. Auch den 200er sieht man fast nie, man hat immer nur 100er, 500er und 1000er.
Foto: Wikipedia


Das Mirakel geschah, am Ende hatten wir wirklich mehr als das Doppelte zurückbekommen, der effektive Zinssatz betrug damit 10% ... aber pro Monat! Ich sagte zu meiner Frau, das machen wir gleich nochmal, aber leider ergab sich keine neue Gelegenheit mehr.

Was nun mit dem Geld geschehen war, war schwer zu verstehen. Meine Frau erläuterte, es gäbe einen gemeinsamen Topf, in dem irgendwie alle einzahlen, dann Darlehn erteilt werden (oder irgendwelche anderen Anlagen gemacht werden) und am Schluss haben alle irgendwie mehr als vorher. Das klingt wie magische Geldvermehrung und ich merkte, dass sie nicht richtig Lust hatte, über das Thema zu reden, das System aber scheinbar auch nicht im Detail kannte. Ich weiß ja auch nicht besonders viel über Investmentbanking, insofern will ich das nicht kritisieren.

Das Ganze ist aber eine altehrwürdige Sache, die wohl die Frauen unter sich machen, sagte meine Frau. Etwas Licht ins Dunkel bringt wohl dieser Artikel (http://www.thaifrau.org/guide/thaifrau_artikel_29.asp), der sich allerdings auf Thailand und nicht auf Taiwan bezieht. Da allerdings beide Länder letztendlich der chinesischen Kultur entspringen (bzgl. Thailand bin ich nicht so sehr im Detail informiert, aber Thailand ist auch konfuzianisch geprägt), könnte das Thai Share Game und die taiwanesische Familienbank den selben chinesischen Ursprung haben.
Nun, mit der Familienbank habe ich also bislang 4000 Miese gemacht. Die Bank gewinnt immer.