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Mittwoch, März 11, 2026

Abschied von Taiwan wird real

Ludigels Ausreisepläne werden konkret

Nein, der Firma, wo ich jetzt laaaange angestellt war, seit 2007 glaube ich, geht es gut, aber die Business Unit ist nicht so aufgestellt, wie sie sein sollte. Das ist ein ganz guter Zeitpunkt, um dem Unternehmen Lebewohl zu sagen, der schlechter werdenden Klimaverträglichkeit (schwüler Sommer) in nicht mehr völlig jungen Jahren und bei turbulenter Weltlage insbesondere in Bezug auf Taiwan halber.

Wenn Unternehmen oder in diesem Fall die Business Unit in schwieriger Lage sind, machen sie alle dasselbe. Sie stellen massenhaft sehr teure "Manager" ein, die nichts wirklich managen und die produktiven Leute im Unternehmen werden in einer solchen Phase immer eher überladen oder gar gequält. Der Markt korrigiert so ein Spielchen dann irgendwann. Aber man muss es ja nicht mehr erneut mitmachen und geht lieber mit einem Lächeln. Schließlich hat man grade eben noch Lob für die neue tolle Software bekommen und dann geht man, solange es noch schön ist und behält den Laden in guter Erinnerung. Die stürmische Neuausrichtung wird hoffentlich klappen und ich wünsche den vielen Managern und den netten langjährigen Kolleginnen und Kollegen dabei alles Gute.

Gut, taiwantypisch haben die meisten nie mit mir geredet. Wenn man von 2 Ausnahmen absieht. Damit sie nicht das Gesicht verlieren sind sie sehr scheu auf Englisch zu reden in Taiwan und mein Chinesisch war immer nur Notfall-geeignet und hat sie zu heiterem Gelächter inspiriert. Aber ich habe gern meine Ruhe und Arbeit gab es immer genug. 

Im vorherigen Blogposting sah es noch so aus, als ob meine Frau mit Junior in Taiwan zurückbleibt. Doch jetzt nach langen Verhandlungen will sie doch mit ins merkwürdige Teutonien und so sind wir so verblieben, dass sie und Junior mitkommen und man/frau dann weitersieht.  

Eventuell wird Junior etwas vorzeitig schon im nahen europäischen Ausland studieren. Dann muss ich doch noch mal in ein anderes Land ziehen. Dass die Niederlande im Mix sind, erschreckt mich richtig. Denn der letzte Niederländer, mit dem ich täglich zu tun hatte, hat mir täglich das Entwenden von Fahrrädern während der deutschen Besatzung vorgeworfen. Halbernst. Aber mit merkwürdiger Konstanz. Vielleicht ist die Lösung eine Abreißrolle mit 5-Euro-Gutscheinen eines Fahradhändlers? Ich denke ernsthaft darüber nach. 

Also... mehr demnächst von Ludigels Taiwanblog vom östlichen Tellerrand der Weltscheibe. Sicher gibt es irgendwann noch ein Bildchen dazu. Fliegender Holländer mit Fahrrad über Taipei vielleicht. 

 


 Und viel wichtiger: Was macht man mit so viel Ahorn-Sirup? Räume grade den Schrank im Büro aus. Was man da alles findet. Ganze, nie benutzte Kaffeemaschinen ganz unten. Was tun mit dem Syrup? Eine habe ich offen und quäle mich seit einem Jahr damit rum. An Donald Trump schicken? Aus reiner Böswilligkeit? Wenn das Porto nicht wäre...
Ich darf sowas schreiben. Habe ja grade eine Geschäftsreise in die USA abgelehnt, zu winzigen Unternehmen namens Ebay, X und Space X. Wegen dem Trumpschen Einreise-Blödsinn.

Mittwoch, Dezember 31, 2025

Ludigels Handy wird von heldenhaften Taiwanischen Funkspezialisten auf Interferenzen überprüft (Update)

Ich bedanke mich hiermit bei den heldenhaften taiwanischen NCC-Spezialkräften, die in ihrer sicherlich streng geheim und irgendwo im Erdboden eingegrabenen Bunkeranlage mein Google Pixel 9a-Handy, das ich leichtsinnigerweise einfach von Amazon.de importieren wollte, auf Einhaltung der Funkrichtlinien der großartigen Republic China aka Taiwan, Formosa oder "letzter Felsen kurz vor dem Osttellerrand der Weltscheibe" überprüfen. Wochenlang, wie mir angekündigt worden ist. Danke Taiwan.

Nun, alles begann damit, dass ich mir für ein Zweithandy  eine PrePaid-SIM-Karte kaufen wollte. Das lehnten mehrere hiesige Leutchen in Telefonläden ab, weil meine ARC "nur noch" knapp 2 Monate galt. Offenbar gibt es da restriktive Vorschriften für uns Ausländer. Bei Chunghwa-Telecom wollte man mir nur eine nicht verlängerbare PrePaid-Karte verkaufen, damit ich unverschämter Steuerzahler nicht etwa... ohne Aufenthaltstitel noch hätte telefonieren können. Da ist man 21 Jahre im Land und wollte die ARC sowieso verlängern, aber nein, PrePaid fürs Zweithandy ist zu viel.
Also dachte ich: gut, das Ding ist sowieso veraltet, kaufst du dir ein neues. Kannst du eSIM von einem internationalen Anbieter nehmen. Ich befürchtete nach mehreren Lächel-Zurückweisungen allerdings, die Deppen im Elektronikladen würden mir am Ende auch keins verkaufen wollen, selbst ohne SIM-Karte, weil man hier im Land der sinoiden Kernkultur bei uns Langnasen immer besonders vorsichtig ist. Im Zweifelsfall lieber eine Regel dazu erfinden, als es dem Ausländer leicht machen. Ergo bestellte ich mir ein gängiges Google Pixel 9a von Amazon.de


 Taiwanische Heldenwissenschaftler bei der angekündigt wochenlangen Prüfung meines Handys. Danke, liebe Taiwaner. Ich hoffe, niemand holt sich einen Strahlenschaden dabei. (Okay, ein KI-Foto).

 

Da habe ich aber die Rechnung ohne den konfuzianischen Wirt gemacht. Zwar kann man aus dem Flieger steigend ein Handy einfach reinbringen und Pakete werden einfach durchgewunken ohne Zoll und Papierkram. Aber wehe wenn der Zoll vorher freiwillig schon bezahlt ist, wie es in diesem Fall Amazon.de leider automatisch macht. Dann ist jedesmal ein elendiger Papierkram über die Import-App EZway notwendig, die leider nichts automatisch löst, sondern jedesmal einen gruseligen Amtsvorgang anstößt. Dieses Mal wird das Gerät, nachdem ich in EZWay extra ein Autorisierungspapier erstellen und abschicken musste, von der Funkbehörde NCC auf Übereinstimmung mit den hiesigen Richtlinien überprüft, was bis zu 2 Wochen lang dauern kann, sagte "Kelly" von DHL Taiwan. Und, da sie erstmal eine Woche in den Urlaub geht, bleibt mein Antrag auch solange liegen.

Danke Kelly, danke Taiwan. Äh... ich bin nicht überzeugt, dass ich mein gefährliches Strahlending, das ja sogar Bluetooth haben soll (das wurde irgendwie auf dem Antrag hervorgehoben) jemals in der Hand halte. Wahrscheinlich wird es irgendwann in einem tonnenschweren Bleicontainer zu Amazon.de zurückgeschickt. Möglicherweise machen die Chinesen, die ja derzeit die Insel blockieren, dafür sogar eine Schneise auf. 

Erwähnte ich schon, dass ich hier sowieso bald draußen bin? Taiwan nur noch ein letztes Mal aus dem Flugzeugfenster zu sehen, ist ein Gedanke, der mich in Ekstase versetzt. Spätestens Anfang Juli, gerne vorher.  

Edit: Frau hat offenbar auf der NCC/Webseite einen Antrag stellen müssen. Ich nehme an, dass Taiwans Präsident Lai zu dem Fall demnächst eine Ansprache im Parlament halten wird und sich KMT, DPP und TPP-Abgeordnete davor wie üblich prügeln werden. Auch hoffe ich, dass die heldenhaften taiwanischen Wissenschaftler nicht ausversehen ein Dimensionstor öffnen (vgl. "Stranger Things", TV-Serie). Die deutsche Kaufquittung mussten wir eben auch hochladen. Ich hoffe, sie muss nicht noch eidesstattlich übersetzt werden.

(Update) Im Detail: Die NCC hat die Kaufquittung von DHL eingefordert, die diese nicht hatten und uns sagten, das Handy könne nicht importiert werden. Während die NCC dann telefonisch erklärte, dass sie nur eine Beweisquittung bräuchten, das Gerät sei aus Deutschland, denn solche aus USA und Kanada könnten nicht eingeführt werden. Es bleibt spanned.  

Update 2: Das Handy hat die Prüfung in Kaoshiung im Süden Taiwans bestanden und wird jetzt per Cargo in den Norden nach Taipei wieder hochgeschickt. Wird also insgesamt etwa 5 Tage gedauert haben, nicht die angekündigten 2-3 Wochen. Ohne Anruf beim NCC wäre es abgelehnt worden.


 Nicht mein Handy, nicht Präsident Lai (KI-Foto)

Montag, Dezember 29, 2025

Internationale Schulen in Taipei, Taiwan: Erfahrungen

Taipei European School, Johann Taipei, VIS Taipei, HAND Taipei und 5in Taipei

TES. Vom Kindergarten an hatten wir Junior auf der Taipei European School, TES, in der Deutschen Sektion. Nun war er ein Frühchen und hatte einen etwas schwereren Start als andere, hat in der 1. Klasse, die damals noch modisch gestylt irgendwie anders hieß, ein Jahr länger zugebracht. Danach ging dann alles normal, er verbesserte sich ständig, bis er am Schluss eine 2 in Mathe in der 5. Klasse hatte. Trotzdem gab es einige Dinge, die mich ständig genervt haben. Erstens war er den Stempel der anfänglichen Lernprobleme nie losgeworden. Die Lernprobleme waren weg, oder vielleicht auch nur fast weg. Trotzdem hatte man hatte ihn einschlägig eingestuft. Ein Gespräch zwischenzeitlich mit wohlmeinenden abstempelnden Lehrern und dem Schulleiter war nah am Schreiduell, als meiner Frau der Kragen platze. Auch ich kam bei den selbstgefälligen Pädagogen nicht durch. Ich erklärte, selbst einst eine Hauptschulempfehlung gehabt zu haben, hätte mich aber ständig verbessert und am Ende Informatik studiert. Doch nein, Änderungen waren in den deutschen Lehrerkortexen nicht vorgesehen, den celebralen. Am Ende löste sich das Problem durch wegwandernde Lehrer und auch der bärtige Schulleiter war auch wieder von dannen gezogen und mit ihm seine pädagogische Stempelerfahrung. Es ging dann gut in Klasse 4, bis, ja bis, ein Lehrer aus dem Süden Deutschlands kam. Wir verschweigen hier das Bundesland. Junior war damals trotz ständigem Deutschlernens Zuhause nicht gleich gut wie die anderen deutschen Klassenkameraden, die alle zwei deutsche Elternteile hatten. Aber er wurde ständig besser und hatte ja in Klasse 4 noch eine 2 in Deutsch gehabt. Mit dem neuen Lehrer ging es schnell über eine 4 Richtung 6 in den Klassenarbeiten. Das war z.B. so, dass in Deutsch moderne Gedichte aus den 50ern und 60ern durchgenommen worden waren, aber in der Klassenarbeit dann ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben drankam, ein Geseiere aus romantischen Rosenblüten und Lavedelduft, mit dem ich auch nichts anzufangen weiß. Sicher eine pädagogische Meisterleistung, das so zu machen. Nun, wir entschlossen uns die TES zu verlassen. Wie ich damals dem Deutschlehrer sagte: Er wird immer besser in Deutsch, aber bei Ihnen geht es Richtung 6. Da müssen wir Deutsch schulisch zurückstellen und wechseln die Schule. Außerdem hatte Junior Klassenkameraden aus reichen taiwanischen Familien, die nur gebrochen Deutsch sprachen, aber 2en hatten. Gut, das mag auch so in Ordnung gewesen sein, ebenso wie dass die deutschen Lehrkräfte ihre eigenen Kinder unterrichteten. Das ging organisatorisch nicht anders. Aber es war toll, nach Klasse 5 der TES den Rücken zu kehren. Im Zeugnis stand eine Gymnasialempfehlung. 

 


 Experimentelle Schulen sind... anders (gestelltes KI-Foto, muss man nicht dazu sagen denke ich)

 

Damit ging ein Zwischenspiel los, wo wir uns andere internationale Schulen suchten. Das taiwanische Schulgesetz erlaubt sie als "experimentelle Schulen" und erlaubt bei diesen "Experimentals" so ziemlich alles.  So gab es eine, wo die Kids im Hintergebäude einer richtigen Schule nur zum Essen und Sport kamen, drei Tage die Woche oder zwei. Und die Eltern selbst lehren und Zeugnisse schreiben sollten. Andere Schulen nannten sich zwar "englischsprachig" und "international", waren aber nur normale taiwanische Highschools, bei denen man perfekt Chinesisch in Wort und Schrift hätte können müssen. Also waren das gar keine englischsprachigen Schulen, wenn man mal genau hinsieht. Und wir landeten fast bei einer anderen Experimental, der... Johannschule (in Hsinchu war sie wohl, etwas weg von Taipei), die grade in Vorbereitung war.

Johann  Hsinchu

Da sind wir nicht gelandet, weil die Schule schneller  pleite war, als wir uns einschreiben konnte. Auch hatte ich gemauert, weil mir alle Instinkte sagten, da stimmt etwas nicht. Die Johann-Episode kann man hier im Blog nachlesen: https://osttellerrand.blogspot.com/2022/06/die-fake-schule.html
Das großzügige Angebot des öligen Schulleiters der geplanten neuen Schule in einer leeren Kaufhausetage mit einem Balkonschulhof, wo die Kinder prima hätten zu Tode stürzen zu können, mir gegen 10.000 USD einen Platz zu sichern, lehnte ich ab. Der Typ war kaum zu bändigen am Telefon, so sehr wollte er das Geld haben. Kurz darauf waren beide Schulen, die "Johann" und die "Karl", beide pleite. Ach so, merkwürdige Namen zu haben scheint ein Charakteristikum der Experimentals zu sein. Karl war eine schon existierende Schwesterschule, die gleich mit zugemacht hat, als der kanadische Gründer (Karl Johann?) den Verschwindibus gemacht hat.  

 

 Wegfliegende Hausarbeiten bei der VIS... (gestelltes KI-Foto)

VIS Taipei 

VIS bedeutet "Very Interesting School", ein Name wie aus einer Satire, aber das ist wohl bei allen Experimentals so. Laut Elternerfahrungen eine Schule, die ein individuell angepasstes Lernumfeld mit wenigen Tests und Klassenarbeiten bot. Harmonisches, auf das Kind abgestimmtes Lernen. Allerdings...

Allerdings waren all die Lehrer und der Schulleiter schon weitergezogen zur sog. HAND-Schule. Insofern kamen wir an und alles war anders. Der Schulleister war ein schlanker Taiwaner in maßgeschneiderten, zwei Nummern zu klein wirkenden eleganten Anzügen. Da ist außer dem modischen Faktor nicht viel gegen zu sagen. Die Lehrer waren alles US-Schulabgänger. In den 20ern und wirkten wie Soziologiestudenten. Außer Herrn Hackman (Name geändert), ein Südtexaner mexikanischer Herkunft oder etwas in der Art mit deutschem Namen. Er wirkte deutlich souveräner als seine studentischen Kollegen, was mir positiv auffiel. Merkwürdig fand ich, dass er sich "Doktor" nannte. Dr. Hackman folgte also nicht der US-Praxis, dass man akademische Titel (einen PhD) nicht vorm Namen führt. Nun, alles war anders, es war eine Paukerschule, wohl auf Wunsch reicher taiwanischer Familien, die ihre Kids in die Ivy League in den USA und GB bekommen wollten. Es war Stress und die "Lehrer" saßen die ganze Klassenstunde nur am Pult und lasen auf ihren Handys, wie Junior sagte. Fragen hätten sie auch nicht beantwortet, sagte Junior. Gelernt wurde mit irgendwelchen Webseiten im Selbststudium während des Unterrichts. Es gab Englisch, Mathe, Science und Sport, nur Mathe war etwas hart ohne echte Lehrkraft, ließ sich aber bewältigen. Juniors Englisch wurde sehr viel besser und das rechnen wir bis heute der VIS hoch an. Es wäre wohl alles gut geworden, wenn nicht...

Wenn nicht Dr. Hackman ständig gesagt hätte, Junior hätte seine Hausaufgaben nicht abgegeben und deswegen ständig in Science, wo es keine Klassenarbeiten gab, ein F (ein FAIL) bekommen hätte. Nun kam es zu langwierigen Verhandlungen, extremen "Hast du deine Hausarbeit abgegeben?" - Monitoring von mir und Frau bei Junior. Doch immer wieder verschwanden die Hausübungen. Von mir höflich deswegen per E-Mail angeschrieben, bekam ich eine ziemlich stinkige Antwort vom US-Doc Hackman. Am Ende führten Beschwerden dazu, dass der gute Doc alle Hausarbeiten bis auf eine fand in seinem Stack, den er daheim wahrscheinlich zwischen Pizzakartons hatte. Wie dem auch sei, eine blieb trotz hartnäckiger Nachfragen verschwunden. Und dann präsentierte der Doc seinen Notenschlüssel. Der hätte die EINE FEHLENDE Hausübung so bewertet, dass Junior trotz sonstiger As und einem B eben ein F wie FAIL als Endnote bekomme hätte. Wieder gingen wir zum Schulleiter, reichten eine Beschwerde bei der taiwanischen Schulbehörde ein und erklärten unseren Weggang von der Schule. Am Ende bekam Junior ein A und die Schule und der Doc hatten ihre Ruhe. Pizzakartons und Hausübungen konnten ab sofort so verwaltet werden, wie es ihm lieb war. Am Ende war alles vielleicht nur ein Problem aus TexMex meets German Guy, der sich aufregt, wenn irgendjemand auf Kosten von Junior seine Arbeit nicht ordentlich macht. Und vielleicht war der Notenschlüssel ja Zufall. Junior war das einzige Kind dort mit westlichem Namen, alle anderen waren Taiwaner oder mal Taiwan/Lateinamerika und Taiwan/Pakistan, die kamen alle sehr taiwanisch rüber. Und recht viel fließendes Chinesisch für die Chinesischklasse hätte man auch können müssen. Wer alles schon gekonnt hat als Taiwaner, kam da bestens mit. Der Doc und der Chinesischunterricht waren zwei Gründe, hier Auf "Wiedersehen" zu sagen. Was immer da intrakulturell zwischen Junior und mir, sowie dem Doc, auch im Busche gewesen ist.

Hand anlegen bei HAND: Gestelltes KI-Foto (die echten sahen auch nicht viel anders aus).
 

HAND

Hand und Fuß in der schulischen Ausbildung suchend landeten wir bei der Schule namens HAND. Die tat auf Deutsch und war in der Tat von der Handwerkskammer Bielefeld (oder irgendeiner in der Nähe) und einer deutschen Baumfirma gefördert, hatte Deutschunterricht, war angeblich englischsprachig und hier waren Lehrer gelandet, die von der VIS geflohen (worden) waren. Schulleiter war ein Taiwaner, der lange in Bielefeld gearbeitet hatte und fließend Deutsch sprach. Auch war er kulturell sehr Deutsch geworden. Ökologie bedeutete ihm sehr viel, wie wir im folgenden merkten. Bauingenieur war er und das Problem der HAND für uns war, dass alles berufsschulmäßig auf eine Vorbereitung für das Baugewerbe ausgelegt war. Auch wenn man uns gesagt hatte, dass Junior der Erste mit einem allgemeinbildenden Ausbildungsweg hätte sein sollen in dieser Junior High ab Klasse 7. Allerdings mussten wir uns mit Hand und Fuß wehren, dass Junior nicht Scheunen etc. auf dem Lande bauen musste. Keine Ahnung, wer da die Kohle eingestrichen hat, wenn der Landwirt endlich bezahlt hat. Klohäuschen sollte er zwischendurch auch bauen, weil kurz eine weiße Südafrikanerin dort Klohäuschenbau aka Sustainable Irgendwas lehrte und selbst eine Klohäuschenverkaufsfirma hatte. Ökologische wasserfreie Spülung glaube ich. Ökologie war groß geschrieben, es wurde eigentlich alles mit Schwerpunkt Ökologie gelehrt, außer Mathe. Aber das wäre alles gegangen, warum nicht Englisch über ökologische Klos lehren. Und Science, und was auch immer. Der Schulleiter und die extrem "grünen" Lehrer gerieten mit mir manchmal aneinander, wenn Junior Essen vom Bringdienst Uber Eat in Plastik hatte und weil er mit dem Auto vorgefahren wurde. Aber alles war okay. Allerdings...
Allerdings gab es am Schluss gar kein Englisch mehr sondern alles war auf Chinesisch und die anfangs nur 6 Schüler wurden weniger und dafür kamen Neue. Die Neuen sprachen kein oder kaum ein Wort Englisch und waren Kinds, die auf normalen Schulen Probleme hatten. Teils unbehandeltes AHDS nach meiner Laiendiagnose, teils Opfer von Bully-Attacken wegen Transgender und anderen Dingen. Alles nette Kids, aber die Schule wandelte sich und nun kam Junior nicht mehr mit. Weil plötzlich fließend Chinesisch in Wort und Schrift gefordert war. Oder man saß einfach rum und machte was man wollte. Also kam der hilfreiche Agent, der uns schon die letzten zwei Schulen empfohlen hatte und wir zogen weiter. Ach so, das A im Namen HAND stand für Architecture, den Rest habe ich vergessen und es schien schon ein sehr gekünzelter Name zu sein, wahrscheinlich um das hübsche deutsche Wort Hand zu bilden. Ach so, der Deutschunterricht fing bei Null an, so dass Junior teils den Unterricht geben konnte und als Assistenzlehrer tatsächlich gegeben hatte. Das war ganz nett.

5in

Derzeit ist er bei "5in". Die Zahl 5 wird immer wie ein S geschrieben, so dass ich über den Namen SIN gestutzt hatte. Gemeint sind nicht die fleischliche Lust oder Völlerei und Ehebruch, sondern 5 integrierte Dinge, wie... äh... Lassen wir das Thema, ich habe es vergessen. "Integriert" war eines der Worte. Die Schule ist um einen Schulleiter herum geschaffen, der wohl Soziologe ist. Man kooperiert mit einer US-Highschool und alles läuft gut. Soziologische Hausaufgaben sind manchmal länger, aber es gibt guten Matheunterricht, Science nach US-Vorbild, alle Hausübungen werden immer gefunden und die Lehrer sind teils US-Amerikaner (der Englischlehrer jedenfalls) und sonst gut Englisch sprechende Taiwaner. Nur bei Außerhaus-Aktivitäten wie Interviews von Leuten muss man Chinesisch können, aber das ließe sich wohl umgehen. Junior kann ja recht gut sprechen und verstehen, daher geht das alles. Auch die 5in hat wie die VIS Klassenräume an einer staatlichen Highschool gemietet. Nur die HAND war da etwas besonderes und saß im Obergeschoss einer von der deutschen Sponsor-Baufirma gebauten Bibliothek in einem Park in Taipei. Nett eigentlich. 

Fazit 

So, ich kann die VIS empfehlen, wenn man eine normale Schule mit vielen Tests sucht und mit dem Herrn Doktor klarkommt, sollte er noch da sein. Aber da wird viel gewechselt. Vielleicht kann man ja das Hausübungsproblem auch lösen, etwa mit einem elektronischen Tracker an den Hausaufgabenzetteln nebst Suchgerät wie im Agentenfilm. Die 5in macht den besten Eindruck, eine richtig gute Schule, würde ich sagen, und durch die Kooperation mit der US-Schule bekommen die Kids noch ein US-Highschool-Diplom. Bei der HAND war übrigens dieselbe Kooperation, alles durch den Agenten zum Laufen gebracht.

Eine interessante Reise quer durch die taiwanischen experimentellen Schulen. Hoffentlich hat es für Kurzweil gesorgt oder für zukünftige Expatfamilien einen Hinweis, was einen da erwarten kann. Im Nachhinein war der schnelle Wandel der HAND-Schule etwas wunderlich, ist aber sicher durch die mangelnde Zahl von Standardschülern zu erklären gewesen, so dass sich die Schule in eine praktisch orientierte Bau-Föderschule gewandelt hat. Was für Junior nicht mehr das Richtige war.

 

Links (werden nicht langfristig überprüft):

HAND-Schule: (nur trad. Chinesisch) https://www.hand.org.tw/

VIS-Schule (engl.): https://vis.tp.edu.tw/

TES German section: (default: Engl.) https://www.tes.tp.edu.tw/german-section

JOHANN-Schule (Schule geschlossen, nur Webseite, trad. Chin.): https://www.johanschool.org/  

Ebenfalls geschlossene KARL-Schule bzw. die Dachorganisation (nicht mehr aktiv offenbar, Engl.) https://www.karlfoundation.org/ 

5-IN - Schule: (trad. Chin.) https://zh-tw.5inexperimentaleducationinstitute.org/

Absichtlich keine aktiven Links hier, weil für die Weiterleitung an den korrekten Ort nicht garantiert werden kann. Bitte insb. bei nicht mehr existierenden Schulen (Karl, Johann) vorsichtig prüfen!

 

 

 

Dienstag, Dezember 23, 2025

Abreisevorbereitungen von der Insel

So, summarisches Update 2025. Das nächste Jahr wird mein letztes in Taiwan. Und eher kurz als lang. Bin bei den Abreisevorbereitungen. Frau bleibt zurück, Junior unklar. Ich weiß, sie ist krank, aber wir können nach langen Gesprächen nur so verbleiben. Es geht einfach nicht weiter. Haben eine gütliche Einigung für alles, wie es aussieht. Keiner liest mehr hier - um so besser. Ich will nur noch runter von der Insel. Neulich wollte ich eine prePaid-Simkarte kaufen, für ein Zweithandy. Das haben mir die freundlichen Taiwaner verweigert. Bei Chunghwa-Telekom hätte ich nur eine für einen Monat bekommen, weil meine ARC (Ausländerkarte) nur noch knapp 2 Monate lang galt. Wir Ausländer dürfen ja keinen Tag länger eine Simkarte haben, sonst würden wir uns am Ende ja den Aufenthalt im gelobten Land Taiwan erschleichen.

Schnell Handy von Amazon.de bestellt. Mit eSIM. Sonst erzählt mir ein Taiwaner, ich kriege auch kein Handy ohne lang gültige ARC. Ich wollte einfach mit niemandem mehr diskutieren.
Bankkonto für Rente muss ich noch machen. Mit meiner Kurz-ARC will ich garnicht erst aufkreuzen auf der Bank, sondern warte, bis sie im Jan verlängert ist.

Dann raus aus der Republic of  [Edit: China aka Taiwan]*. Dem Taiwahnsinn, wie wir hier manchmal gesagt haben. Der muss eben auch mal ein Ende haben.

Wie werde ich zurückblicken? Für die letzten statistisch gerechneten 1,5 Restleser demnächst hier im Blog. Darf aber nur mit mind. 6 Monate gültiger ARC gelesen werden.

 

* so viel Zeit muss sein

Mittwoch, Januar 24, 2024

Summarisches Update Anno 2024

Bloggen ist nicht gerade mehr der Renner. Also kann ich hier in Ruhe ein Update posten.

In wenigen Tagen sind es grauenhafte 20 Jahre, dass ich hier am östlichen Tellerrand der Weltscheibe herumhänge. Alle Auswanderungspläne oder auch die Rückwanderung wurden immer im letzten Moment gecancelt, auch wenn meine Frau Anno 2017 oder wann das war, wirklich mal für drei Monate ihrer Schwester nach Manila auf den Philippinen gefolgt war. Ein witziges und finanziell schmerzhaftes Kapitel, das seinerzeit fast zu unserer Trennung geführt hatte. Den philippinischen Familienzweig meiner Frau, angeheiratet durch die Schwester, gibt es nun auch nicht mehr. Covid hatte den Mann der Schwester dahingerafft. Aber das sind alte Geschichten.

Wir sind nun ewig in Taiwan und ich merke, dass meine Gesundheit jetzt ab 50 (ich gehe langsam auf die 60 zu) auf das hiesige Reizklima wieder, ähnlich wie in meiner Anfangszeit, seit etwa 2015 mit Krankheiten reagiert. Gesundheitlich müsste ich hier wirklich die Düse machen, aber immer hält uns das Doppelgehalt in der Firma fest, das will ich gerne zugeben. 

Nun zeichnet sich im Frühjahr 2024 aber doch eine Ende unseres Aufenthalts hier ab. Wider mal und diesmal wohl ernsthafter als früher. Krebs war ja auch schon mal ein Thema, evtl. auch im Blog hier. Zwei Kolleginnen in den 30ern hat er schnell dahingerafft, die links und rechts im Großraumbüro in etwa 20 Metern entfernung saßen. Leider, leider hat es jetzt auch meine Frau erwischt. Sie hat Magenkrebs und sie verträgt das einzige Medikament nicht, das den Tumor angreift. Sie ist operiert, aber die Prognose ist leider nicht gut. Meine Frau ist eine Kämpferin, trotz aller Probleme behält sie ihren Humor, arbeitet, kümmert sich um Junior und plant gleichzeitig schon für mich und Junior für die Zeit danach. Ich habe sie oft genug als Roten Drachen bezeichnet und so ein gewaltiges etwas lässt sich halt nich so leicht unterkriegen. Da ist sie wirklich bewunderswert.


Selbst wenn das gutgeht, schließlich kündigt Biontech alle möglichen - leider zeitlich wohl für uns zu ferne - Wundermittel an, gibt es noch einen weiteren Grund für die angestrebte Rückwanderung aus Taiwan nach Deutschland. Junior, 12, würde Ende 2026 der Wehrüberwachung in Taiwan unterliegen. Ich will ihn hier nicht von einem Hauptmann Soyasprosse rumkommandieren lassen, der mit seinem Toyota nicht mal vernünftig geradeausfahren kann, um es kurz und ehrlich zu formulieren. Junior selbst fühlt sich in Taiwan wohler als in Deutschland und fiel aus allen Wolken,  als er von der Wehrpflicht hörte. "Und die Mädchen?", fragte er. So gewöhnt auch er sich langsam an den Gedanken, nach D umzusiedeln.

Dann gibt es noch die Modellrechnung, dass 2027-2029 die gefährlichsten Jahre für einen Angriff aus China sind. Die kann aber jeder selbst nachgooglen. 

So, meine eigene Gesundheit wäre gut, wenn ich hier nicht das Problem hätte, dass meine Sellerieallergie bei der Garküchenernährung hier sich immer heftiger bemerkbar macht und mir auf alle möglichen Organe schlägt. Ich versuche, dass durch essen von bekannt-Sellerie-freien Lebensmitteln (wird in Taiwan i.d.R. nicht getrennt ausgewiesen auf den Packungen) bei Seven-Eleven zu vermeiden. Aber halte das leider nie lange durch, weil ich dann immer wieder die selben Papp-Sandwiches essen muss. Als ich 2015 mir bei Seven-Elven die Fertiggerichte habe heiß machen lassen (die schieben die mit Plastik drüber in die Mikrowelle) habe ich mir wohl so hohe Plastikkonzentrationen im Blut zugezogen, dass ich seither ein gutartiges Wachstum an einem Organ habe, das ich wohl alle 5 Jahre behandeln lassen muss. Mit dem Skalpell oder Laser. Kann man fast die Uhr nach stellen.

Für die Gesundheit ist es hier am östlichen Rand des Plastiktellers der Weltscheibe halt weniger gut, sage ich mal. So, allen zwei Restlesern (oder so) ein schönen Neues Jahr und ich verabschiede mich bis auf Weiteres.

P.S.: Wer ältere Artikel hier durchwühlt, kann wohl die Prognose der Wahrsagerin meiner Frau finden, sie würde mit etwa 54 versterben. Schon vor sieben oder acht Jahren oder dergleichen hat sie das prognostiziert. Da habe ich mich immer drüber lustig gemacht. In ein paar Tagen wird sie 55, aber das Lachen bleibt mir jetzt im Halse stecken.

Freitag, Juli 29, 2022

DAS LETZTE SCHIFF DER FÖDERATION

Mein Roman ist erschienen. Keine meiner bisherigen Geschichten, die sich als Erotik- und Gewaltmix zugegebenermaßen hervorragend auf Amazon.de verkauft haben, sondern ein Science Fiction. Auch meine alten Romane, die unter dem Autorengespann Rodrigo Thalmann/Marlisa Linde erschienen sind, feiern derzeit ein Comeback über einen anderen Distributor und sind dann auch wieder bei Amazon in überarbeiteten Versionen zu haben. Aber bei dem Scifi geht es um ganz andere Themen.

Für Leser des alten Taiwanblogs, das dieses Blog einst war und immer noch ein bisschen ist: Auch Taiwan hat die ein odere andere Szene in dem Roman. Etwa eine junge Frau, die in Hotpants mit einem Anti-Grav-Board über einen See in Taipei, NeiHu düst, während der Angriff auf die Erde erfolgt.


 

Das letzte Schiff der Föderation
...oder... Der Nanitenkrieg

Admiral Thomas Fuhrmann ist der legendäre Gründer der Erdföderation und ihrer Raumflotte, der Earth Federation Space Navy. Nun kehrt er nach 35 Jahren aus dem Ruhestand zurück, in den er nach einer verlustreichen Schlacht gegangen ist. Jung geblieben dank mittlerweile selbstverständlich gewordener lebenserhaltender Technologien will er noch einmal ein Kommando haben. Er kommandiert sein altes Schiff, die Fregatte „Moondreamer“. Ein Schiff, das von der Menschheit in eine Reihe mit der „Mayflower“ gestellt wird. Oder der „Santa Maria“ von Christopher Kolumbus – und das genauso umstritten ist.
Der Admiral wird auf eine Goodwill-Tour Mission zu einer fremden Rasse geschickt.

Doch dann geschieht das Undenkbare. Eine noch nie dagewesene Bedrohung aus einer anderen Dimension streckt ihre Klauen nach der Galaxis aus und der Admiral, seine Crew und das alte Schiff müssen noch einmal ihr Bestes geben, um den Untergang der eigenen und anderer Zivilisationen zu verhindern. Denn als das Ende hereinbricht, sind sie sind buchstäblich das letzte Schiff der Föderation. Allein hinter den feindlichen Linien wagt der Admiral das Unmögliche…

Eine Military-Space-Opera über den Kampf mit einem Feind aus den Untiefen des Multiversums im 23. Jahrhundert einer geeinten Menschheit. Karl Layton hat ein facettenreiches Romanuniversum mit zahlreichen Fremdrassen und neuen Technologien geschaffen, das den opulenten Hintergrund für diese abenteuerliche Space-Opera bildet.


Auf einen Blick
Admiral Fuhrmann ist auf diplomatischer Mission mit seinem Schiff, als um ihn herum die Hölle losbricht und eine bizarre Macht aus den Tiefen des Multiversums nach der Föderation greift.

Genres/Sub-Genres: Science Fiction Space Opera Raumflotte Naniten Nanobots

Die Tage schon als E-Book erschienen. Ab Donnerstag, dem 08.10. auch als Taschenbuch bei Amazon.de

Der Roman ist inhaltlich abgeschlossen. Ein bereits in Arbeit befindlicher zweiter Teil, DER VERRÄTER DES HERRGOTTS wird jedoch an den ersten Teil anknüpfen und ebenfalls inhaltlich für sich allein stehen. Denn in den Tiefen des Multiversums lauert eine noch größere Bedrohung. Aber dazu später mehr.

Update: Und das Cover für den 2. Teil steht auch schon:



Donnerstag, Juni 30, 2022

Goldesel doch kein Goldesel

 Meine Frau und ihre Finanzbots, die uns an den Börsen vollautomatischen Reichtum bescheren sollen...

Denke ich an die letzten Jahre, dann denke ich immer wieder an irgendwelche Bots, die meine Frau und ihr langjähriger Kumpel Will [Name von der Redaktion geändert] programmiert haben. Bots oder Roboter kann man ja auf unseriösen Webseiten finden und sie sollen einem automatisch Geld an den Börsen verdienen. Was nie funktioniert.

Nun haben Will und meine Frau den Sourcecode eines solchen Bots genommen und an ihm herumgebastelt, bist sie immer mal wieder der Meinung sind, eine Wundermaschine erzeugt zu haben. Benutzt wird die MT4 oder die MT5-Schnittstelle, zu der es auch eine eigene Programmiersprache gibt. Dann braucht man noch ein Konto bei einem Trader. Das sind oft von Russen oder Chinesen betriebene Institute. Die russischen meist in England beheimatet. Auch die MT-Schnittstellen sind von einem Russen geschaffen.

Die Idee ist, dass das Programm ahnen kann, welcher Kurs steigt oder fällt und entsprechend mit Aktien, Devisen, Optionen oder solchen Dingen Geld verdient. Vorsicht ist angebracht. Viele der Trader sind betrügerisch (ich habe doch Russen erwähnt, oder?) und die Bots, die man im Inet (meist von Russen) fertig mieten kann, haben sowieso nur den Verdienst des Inhabers im Sinn. Aber es soll einige Trader geben, die ehrlich sind (sarkastische Bemerkung hier bitte einfügen).

Nach sieben Jahren Arbeit haben Will und Frau nun einen Bot fertig, den sie mit zwei als seriös geltenden Instituten verbunden haben. Und prompt schienen wir ausgesorgt zu haben. Denn die Maschinchen produzierten bei beiden Tradern satte 3 Prozent Zinsen. Im Monat!

Also wurde flugs der erste Bot, nach Monaten einwandfreiem Laufs mit geringen Summen aufgestockt. So dass er am Schluss 2000 US-Dollar Kapital hatte, was er auch fleißig vermehrt hat. Klingt gut soweit, oder?

Beim 2. Trader lief noch alles mit Minisummen. Schon bald wollten Frau und Will, die sich allen Ertrag teilen, auch dort größere Beträge parken und meine Frau sprach schon vom Aufgeben unserer Jobs.

Da... erreichte Bot Nummer 1 bei dem englischen Russkie-Trader einen Kontostand von 3000 US-Dollar.

Na ja, da konnte der Trader nicht mehr an sich halten. So viel Geld! Und es gehört dem Kunden! Das geht doch "njicht". Ergo erhöhte der Trader einfach mal den Aktienpreis eines Papiers von 100 auf 500 US-Dollar, ignorierte die Einstellungen für den max. Kaufpreis und so kaufte unser Bot munter für fiktive 500 USD. Die ganze Zeit über zeigte der zweite Trader (mit dem Minikonto) noch 100 USD. Schwupps war es, wie es sein sollte und die 3000 USD gehörten der englischen Russenbank und nicht mehr uns. Frau hat jetzt alle Konten aufgelöst und gibt zu, dass das alles doch nicht funktioniert.

Sie war nicht unbedingt glücklicher, als ich sagte, dass ich mir den Mist auch schon mal eine Woche lang angesehen habe und alles sofort als russisch... äh... ich meine unseriös eingestuft habe. Und die Finger davon gelassen habe.

Russische Finanzbetrüger sollte man politisch korrekt ja sowieso nicht wahrnehmen derzeit, auch wenn es englische Firmen sind. Und wer jetzt denkt, ich hätte mich groß aufgeregt... Bei so geringen Summen kriege ich kaum höheren Blutdruck. Da bin ich von meiner Frau ganz anderes gewohnt. 

Ach ja, bei einem taiwanischen Trader hat sie noch so ein Ding laufen. Aber ich denke, sowie da ein bestimmter Kontostand erreicht ist, kann auch ein Formosa-Trader nicht mehr an sich halten und bucht alles über den kleinen "Slippage"-Trick auf sein eigenes Konto um.

Geht bestimmt auch ohne Russen. Na ja, viel ist da nicht drauf. Vielleicht bleiben wir im grünen Bereich. Ehrlich sind Menschen eben immer nur bis zu einem gewissen Limit.

FAZIT: Große Leistung von Frau und Programmierpartner, so etwas wirklich funktionierendes zu schaffen in jahrelanger Arbeit. Leider alles für die Katz wegen Gauner-Tradern. Und andere gibt es wohl nicht in dem Bereich.


Samstag, Juni 18, 2022

Die Hongkong-Schule

 Eine Zeit lang hätten wir unseren Junior fast von seiner Taipei European School (TES) genommen und auf eine private interntionale Schule geschickt. Die war von jemandem aus Hongkong gegründet (seriös, gell?) und hatte schon eine Zweigstelle in Hsinzhu, wie immer man das auch schreibt. Eine andere Familie nahm ihren Sohn dann von der Deutschen Sektion der TES und schickte ihn erfolgreich dort hin.


 

Die Schule nennt sich, je nach Grundschule oder Sekundarstufe entweder Karl oder Johann. Was auch schon saudämliche Namen waren, wie ich fand. Benannt nach dem Gründer, der ein Chinese war und sich Karl oder Johann nennt. Oder beides. Oder sein Schwippschwager. Ewig hatten wir den Schuldirektor aus Hschinzhu (Gesundheit!) am Telefon, der mich einmal eine Stunde belaberte, ich könne gegen ein paar Tausend US-Dollar einen Platz reserviert haben.. Wir haben uns eine geplante Zweigstelle um Taipei angesehen, die wie ein leerer Supermarkt aussah. Kann man alles umbauen, sagte der Schuldirektor. Ist nur im 3. Stock, aber vom Balkon kann kein Kind fallen, weil Fangnetze aufgespannt werden. Sagte der Schuldirekter auf meine diesbezügliche Frage.

Er war ein Typ wie Frank Elstner auf Chinesisch. In jungen Jahren. Sah super aus. Englische Maßanzüge, würde ich sagen. Teure Uhr. Teure Schuhe. Schöner als schön und mit einem perfekten Gebrauchwagenhändlercharme. Nur, wieviele Schuldirektoren kennt man, die wie Gebrauchtwagenhändler sind? Aber da es schon eine funktionierende Schule gab, schien ja alles okay zu sein.

Meine Instinkte sagten immer Nein. Einfach weil der Typ zu ölig war. Lehrer wollte er auch noch sein. Die Börsenkurse runterrattern in Matheunterricht? Oder Rechenaufgaben mit Rolexuhren machen? Klein Fritzchen kauft eine GMT2 mit Platinbesatz für 89.000 Dollar. Wenn er drei kauft und 10.000 Dollar pro Uhr Rabatt kriegt, wie viel bezahlt er dann?

Nun ist die Muttergesellschaft pleite oder der Gründer mit der Kohle abgehauen. Der Schuldirektor ebenso betrogen wie der Boss ganz oben. Sagt er. Und die bezahlten horrenden Schulgebühren weg. Und Kinder stehen ohne Schule da.

https://www.johanschool.org/

 


 

Man sollte immer auf seine Instinkte hören. Sicher ist der smarte Salesman unschuldig und lebt jetzt in Sack und Asche. Ich habe keinen Zweifel.

Schulrektor. Pah.


Mittwoch, April 27, 2022

Covid in Taiwan: Jetzt doch auf dem Vormarsch (Update)

Stand 27.04.2022 sind über 5000 Fälle (gestern) gemeldet worden. Wenig im globalen Vergleich, aber viel für Taiwan, das bislang schon über 500 tägliche Neufälle als dramatisch angesehen hat. Auch hat bislang Track and Trace alles wieder eingefangen. Ob es diesmal gelingt, steht in den Sternen. Bislang lebt man hier im Gegensatz zur VR-China ganz normal weiter. Mit leichter Nervosität, wenn etwa in der Firma eine Kollegin mit einem Covid-Positiv-Getesteten zu Abend gegessen hat. Sie wurde negativ getestet. Wäre es positiv gewesen, hätten Frau, Junior und ich zum Testen ins Krankenhaus gemusst und im Falle eines positiven Tests Quarantäne daheim gehabt, soweit ich das verstehe.

Und das Covid-Karussell dreht sich und dreht sich

Die Schulen sind auf, obwohl Covidfälle zu Remote-Learning führen kann, wie gerade in einigen britischen Schulklassen und dem deutschen Kindergarten an der Taipei European School. Impfmäßig steht Taiwan etwas besser da als Deutschland; allerdings fangen die Impfungen für die Gruppe 6-11 Jahre gerade erst an. Einreisen nach Taiwan sind immer noch eingeschränkt mit nur bestimmten Gruppen, die einreisen dürfen und mit "nur noch" 10 Tagen Quarantäne. Taiwan wird sich wohl trotz steigender Covidzahlen langsam öffnen, was einer Aufgabe der bisherigen Null-Covid-Strategie entspräche.

So... weiter zum Romanschreiben. Ich habe ja das Schreiben der "Tabu-brechenden" Literatur aufgegeben, auch wenn die sich bei Amazon gut verkauft hat. Derzeit schreibe ich einen Science-Fiction, der wohl "Das letzte Schiff der Föderation" heißen soll. Nicht die von Star Trek, eine andere. Es geht um einen... un ja... teilweise senilen Admiral, der noch einmal ein Kommando bekommt. Er wird noch einmal auf eine Mission geschickt; aber nur eine diplomatische. Prompt bricht natürlich das Chaos aus und unser alter Admiral muss zu alter Form finden, um die Galaxis zu retten. Was auch sonst. Im Gegensatz zum Schreiben der alten "Bösewicht schnappt sich junge Frau und erhält auf Seite 120 seine göttliche Strafe" ist das viel mehr Arbeit. Machen Sie sich bitte klar, wie viel Arbeit dahinter steckt, wenn sich im Hyperraum zwei Raumschiffe beschießen wollen. Wie schnell sind sie unterwegs? Wann treffen sie sich? Welche Waffen können überhaupt über große Distanzen benutzt werden? Wie schnell bewegt sich die Ortung? Lichtschnell geht ja nicht. Da kommt man dann dahin, dass ein Ortungsbild schon 50 Stunden alt ist, wenn es über große Distanzen wieder eintrifft. Und die Naturgesetze, was überlichtschnelle Reise angeht, muss man sich auch noch ausdenken.

So... zurück zur Raumschlacht...

 P.S.: Apropos Raumschlacht. Die Schwester meiner Frau kommt persönlich aus Canada angereist die Tage. Es handelt sich um die ehemals in den Philippinen lebende Dame; siehe letztes Blogpost. Sicher will sie persönlich Hand anlegen, um ihren "80.000 USD"-Vorschlag an meine Frau wiederzubeleben. Seit ihr Gatte verstorben ist, ist dieser mir permanent auf der Tasche liegende Familienzweig mit seinem verbleibenden Rest sowas von penetrant geworden. Die gute Frau will uns den letzten Cent aus der Tasche ziehen und bei meiner in finanziellen Dingen gelinde gesagt naiven Frau wird das wieder ein nerviger Abwehrkampf. 

Update: Mittlerweile ist in der Firma und Familie so ziemlich jeder erkrankt. Frau, Junior und ich allerdings nicht. Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen.

Donnerstag, April 21, 2022

Das große Update im April 2022

 Die täglichen Postings gibt es hier nicht mehr, da muss ein summarisches Update für alte Leser, die sich noch hierher verirren, völlig reichen.

Anlagenbetrüger:

Der Geldanlagenbetrüger, den meine etwas (hust) leichtgläubige Gattin im Internet kennengelernt hat (da kriegt man viele Vorschläge, was man mit seinem Geld anfangen kann, ohne es je wieder zu sehen), hat uns schon länger alles zurückgegeben; nach diversen Drohungen von mir und Gattin, u.a. mit ausgebufftem Inkassoanwalt. Er hat ein Ponzi-Schema gehabt, also eine Schmalspurversion von dem, was dieser berüchtigte Herr Madhoff in den USA gemacht hat. Einfach gesagt: Die Neuen zahlen die Zinsen für die alten Anleger plus den Lebensunterhalt des Ponzi-Betreibers. Nun, einer seiner Gläubiger, der die 3% monatlichen Zinsen auch schon seit 2 Jahren oder so nicht mehr kriegt, hat dem Herrn mit einem Besuch seiner Kameraden gedroht. Denn er ist bei der hiesigen Armee. Und damit ist nicht die heilende gemeint. Jetzt wird der Ponzi-Betrieber nervös und will seine Wohnung verkaufen, um ihn auszahlen zu können. Insgesamt geht es um einen Schaden, den ich auf mehrere Millionen Euro umgerechnet schätze. Allerdings soll seine Wohnung schwer verkäuflich sein, weil neben dem Müllplatz, an der Zufahrt zum Flughafen, neben dem Güterbahnhof am Puff gelegen oder irgendetwas in der Art. Viel Vergnügen mit dem weiteren Ponzieren wünscht... Ludigel

 Ludigel, wie immer happy-peppi

Wohnungen in Manila:

Die von meiner Gattin entgegen meinen Wünschen vor 7 Jahren oder so erworbenen zwei Condos in Manila stehen nicht mehr leer. Jedenfalls eine nicht. Eine chinesische Telekommunikationsfirma hat die kleinere Wohnung von beiden als ständig verfügbares Managerquartier gemietet. Leider ist die Schwester meiner Frau (nennen wir sie Elonore)  dazwischengeschaltet. Die hat ja mit ihrem damiligen Gatten (Filippino) den ganzen Deal überhaupt eingefädelt gehabt. Nun hat der Kunde angeblich sehr teure Extrawünsche, bei denen sie helfend dazwischengeht. Was die zum Upgrade der Wohnung notwendigen Summen in große Höhen schraubt. "Verfluchte Familienbande" ist eine gute Zusammenfassung für die Lage. Zumindest für das Elonore-Dingsda wird sich die Vermietung lohnen.

Die Wohnungen schweben legal in einem Limbo, sagt jedenfalls die Elonore, weil sie ja noch auf den Namen ihres (mittlerweile an Covid verstorbenen) Mannes sind und nun angeblich der Steuerberater (der den Transfer auf unseren Namen durchführen sollte) mit den Unterlagen über alle Berge sein soll. Wenn "alle Berge" unter der Matratze von Elonore ist, wird es wohl stimmen. Einen erneuten Fluch werde ich mir sparen.

hiesige Familie:

Die obgengenannte Elonore lebt mittlerweile im Land, wo nichts ist (Ca nada, Kannada), seit ihr Gatte verstorben ist. Nun hat sie durch den Tod ihres Mannes ja ihr Co-Unternehmertum in der Druckerei ihres Gatten verloren, die seinerzeit mit durch meine Frau von uns abgeweigtem Geld gegründet worden ist. Seither hat Elonore immer teure Vorschläge und Rechnungen zu präsentieren. Kaum war ihr Gatte verstorben, wollte sie von uns die sage und schreibe 80.000 USD für seine Behandlung haben. So hoch sollte die Krankenhausrechnung sein. Ich habe das trotz großem Krach abgelehnt. Nun hat sie etwas neues, eine Agentin sollte dies und jenes für uns tun. Ich will wegen einschlägiger Bots die halbseidene Geschichte hier nicht beschreiben. Kostenpunkt: 80.000 USD, wer hätte das gedacht. Wieder Ehekrach, diesmal nur ein kleiner. Am Ende haben wir Elonore wieder abschlägig beschieden. Was wohl als nächstes kommt?

Umsiedeln:

Frau will gerne Taiwan verlassen, auch weil ihr der Ukrainekrieg klar gemacht hat, dass so etwas auch in Taiwan passieren kann. Auch deutsche Bekannte hier, die vor einem halben Jahr noch länger bleiben wollen, verlassen jetzt die Insel. Allerdings, immer wenn es konkret wird, funkt wieder Elonore dazwischen und dann ist meine Frau wieder umgepolt und wir diskutieren nur die Rechnungslegung der netten Schwester. Habe uns alle auf die Evakuierungsliste des Deutschen Instituts eingetragen.


Euer...

(s.o.)


Dienstag, Februar 08, 2022

Land der rothaarigen, fleckigen Trunkenbolde (Update)

Alle mögen Iren. Aber wenn man als Asiate da einwandern will, sollte man "Ire" doch besser mit Doppel-R schreiben. 

Ja gut, Frau und ich suchen ja immer nach einer Alternative zu Taiwan, gerade auch in Anbetracht der latenten Kriegsgefahr durch das VR-China genannte Irrsinnsreich gleich in der Nähe, das Taiwan ständig bedroht. Deutschland wäre zu einfach. Dass meine Frau immer wieder die Reisleine zieht, kurz bevor ich den Visaantrag für sie stellen will, liegt allerdings auch am Verhalten meiner deutschen Verwandtschaft. Das Mysterium, wieso sich meine Frau beim Aufenthalt in meinem Elternhaus immer oben in meinem alten Jugendzimmer eingeschlossen hat, ist auch gelöst. Grund ist eine Aktionsfront aus meiner Mutter und dem ostzonalen Flügel unserer Familie, die zusammen mit einer gelegentlich auftauchenden weiteren ... Dame einen regelrechten Zirkus veranstaltet haben. Mein Vater hatte mich schon immer gewarnt, dass meine Mutter so gut wie alle Freunde und Bekannte vertrieben hat und ich habe es immer eher schmunzelnd zur Kenntnis genommen, dass sie da einen merkwürdigen Charakterzug haben mag, der sich gegen nicht zur Familie gehörende richten kann, wenn sie aus irgendwelchen Gründen auf der No-Like-Liste meiner Mutter landen sozusagen. Aber nun sind Schwiegertochter und neuerdings auch ihr Enkel da auch drauf. 

Englischsprachige Einwanderungsländer sind schwierig zu finden, Kanada, Neuseeland und Australien schotten sich ab, neuerdings GB auch. Bleibt also Irland. Es erschient mir lange als ideales Einwanderungsland für uns, gerade weil die netten Iren weltoffen und gastfreundlich zu sein schienen, wie unzählige deutsche Einwanderungsblogs kund tun. Jedoch machte mich nun meine Frau auf Übergriffe gegen Asiaten aufmerksam und wenn man einmal googelt (https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ireland+attacks+on+asian)  entsteht schnell der Eindruck, dass es sich bei der Jagd auf Asiaten vor und insbesondere seit Covid um einen Volkssport der netten rothaarigen Trunkenbolde handelt. Also nichts für uns. Ständig besoffen zu sein ist vielleicht doch nicht so lustig, wie die irische PR immer glauben machen mag.

Gut, wir könnten nach Deutschland ziehen und Abstand zu meiner Familie halten, dem rassistischen ostzonalen Familienflügel und meiner Mutter. Besuchen würde ich sie dann nur ohne Frau und Sohn. Nichtsdestotrotz hat sich bei meiner Frau ein gewisser Deutschlandhorror breitgemacht.

Vermutlich bleiben wir in Taiwan, bis die Raketen aus der VR rüberkommen. In die Auslandsdeutschen-Notfallliste beim Auswärtigen Amt habe ich uns schon eingetragen ;-)                       

P.S.:Wie einfach Rassismus geht, haben wir jetzt oben in der Überschrift geübt.   

Update: Nun planen wir zweigleisig. Einmal ziehen wir weiter Irland in Betracht, aber wenn dann nur eine Privatschule, damit Junior mit seinem Kampfsport nicht am Ende eine ganze Klasse rothaariger Kobolde auf die Matte schicken muss, wenn sie etwas gegen Asiaten haben sollten. Zweitens ziehen wir tatsächlich wieder die Philippinen in Betracht, denn sollte es am Ende einen nuklearen Krieg in Europa geben und einen Überfall Chinas auf Taiwan, wären die Philippinen ein geeigneter Rückzugsort. Wo wir ja auch schon 2 Wohnung haben. Die stehen leer und der Steuerberater dort hat sich a) als seiner Lizenz verlustig entpuppt und b) die Papiere für unsere Wohnung sonst wo vergraben, wie man das eben in solchen Ländern so macht - aber drin wohnen könnten wir sicherlich. Auch wenn der Steuerberater (dem man dann wohl ein paar lokale Gauchos auf den Leib schicken müsste) derzeit die Abwicklung der steuerl. Handhabe nach dem Tode der Verwandten meiner Frau dort (auf dessen Namen die Wohnungen sind) hintertreibt. Wegen all solchen Chaos wollte ich ja die Wohnungen dort nie haben. Nun, Frau hat sie doch gekauft und mit der Krise in Europa erscheint das Immobilieneigentum dort in einem viel angenehmeren Licht.

Was ist gerade los: Putin schießt auf Atomkraftwerke in der Ukraine? Na, wenn sonst nix los ist...                                                                   

Montag, Februar 07, 2022

Ausländerdiskriminerung durch Steuern... nervt jungen Kollegen

Ein junger IT-Beschäftigter bekommt leider die taiwanische Steuerungerechtigkeit zu spüren, die seinerseits Taiwans DPP-Präsident Chen Shui-Bian, bekannt durch einen maßlosen Korruptionsskandal und anschließenden Gefängnisaufenthalt damals eingeführt hat.


Es nervt den jungen Kollegen in den 20ern, der in einer Firma, in der ich auch mal war, neu angefangen hat. Es ist eigentlich eine große Ungerechtigkeit. Es geht um die Strafsteuer, die aus dem Ausland zugezogene Arbeitskräfte hier haben. Während normale Taiwaner einen gestaffelten Steuersatz haben, wie auch in Deutschland, der oft auf 6% oder 10 oder 15% am Ende herauskommt, werden Ausländer in Taiwan grundsätzlich die ersten 6 Monate mit einem erhöhten Steuersatz von 18% bestraft. Dieser kann dann im Rahmen der Steuererklärung und des Jahressteuerausgleichs zurückerstattet werden, was auch problemlos klappen soll. Soweit sieht man es ein. Doch die böse Überraschung für den Kollegen kam jetzt am Jahresanfang: Auch im 2. Jahr wird er wieder auf 18% zurückgestuft und der 6-Monatszähler läuft wieder von vorn. DAS war die Änderung, die der korrupte Chen damals ins Gesetz gegossen hat. Die Regelung trat wegen Amtswechsel erst unter Präsident Ma (KMT) in Kraft, wenn ich mich recht erinnere. Na ja, da sind sich die "Taiwan-über-alles" und die "China-hip-hurray"-Lager der taiwanischen Politik einig, dass wir Langnasen im Zweifelsfall einen übergebraten bekommen sollen. Man kann sich fragen, wie das mit den immer mal wieder auftauchenden Aktionen zum Anwerben von ausländischen Fachkräften zusammenpassen soll. Aber diese Programme dienen wohl eh nur der Selbstbeweihräucherung der Politikerkaste. Aber immerhin kann man die zwei Banden hier in Taiwan alternierend wählen, statt gar keine Wahl wie in China zu haben, das Taiwan ja am liebsten einverleiben würde in seinen patriotisch aufgeblähten, imperialen Überwachungsstaat. Dann doch lieber die Chens und die Mas in Taiwan, das sei klargestellt.

Wo waren wir? Ach ja, die leidige Steuerregelung. In Ausnahmefällen kann drauf verzichtet werden, aber das Finanzamt hat einen bösen Kniff dabei. Hat die Firma des Ausländers großzügig der normalen Besteuerung statt der 18% zugestimmt (das kann sie!) und geht dann der Ausländer etwa in irgendeinem Aufenthaltsjahr im Mai wieder nach Hause ohne seine Steuererklärung abzugeben, dann verlangt das Finanzamt in Taiwan trotzdem 18% Steuern und zieht die Differenz (z.B. 8%, wenn der Ausländer 10% effektiven Steuersatz hatte) der Firma ab! Der Ausländer wird dabei kein schlechtes Gewissen haben. Aber Firmen vermeiden das natürlich gerne und führen vom Gehalt des Ausländers dann lieber die ersten 6 Monate 18% ab, um Zusatzkosten zu vermeiden.

Ist schon kurios, diese Strafbesteuerung. Man kann 10 Jahre im Land arbeiten und Steuern zahlen und geht man dann aber im 11. Jahr schon im Mai nach Hause, muss man für die letzten 5 Monate die Strafsteuer zahlen. Chen-Shui-Bian-idiotisch.

Also, Spezialisten der Welt, kommt ins Hochtechnologieland Taiwan!

Nur dass wegen Covidrestriktionen sowieso niemand mehr einreisen darf. 

Alles mit der Besteuerung für Ausländer ist schon seit Jahren in meinem Blog zu lesen, um es nebenbei zu bemerken: https://osttellerrand.blogspot.com/2010/01/arbeitswelt-in-taiwan.html Ups, seit 2010. Wie die Zeit vergeht.

P.S.: Klar, DPP-Präsidentin Tsai, die wir gerade haben, ist da Gold im Vergleich.


Donnerstag, Januar 06, 2022

Alte Schrauben mit runden Köpfen rausdrehen! Aber wie?

Hier ein Geheimtipp, der Ihr Leben verändern wird. Schrauben mit rundgedrehten Köpfen, wie hier bei einer günstig erworbenen Breil Quarzuhr (nicht von mir angerichtet, sondern von einem Vorbesitzer) lassen sich tatsächlich rausdrehen. Man nimmt am besten ein breites Einweckgummi, legt es zwischen Schraubenkopf und Schraubenzieher und los geht es. Evtl. nimmt man den Dreher eine Nummer kleiner.

Hier verwende ich eine tolle Bastelunterlage, die einem beim Suchen von Armbandstiften oder Schrauben in den Wahnsinn treibt, wegen der vielen schwarzen Muster drauf. Man will es ja nicht zu einfach haben und Junior hat meine alte Gummiunterlage geklaubt, der Bursche. 

Weil ich kein Einweckgummi hatte, habe ich es anfangs mit so einem schmalen Gummi wie im Bild versucht. Doch da rutscht man natürlich ab. Die Lösung war dann ein alter Klebestreifen eines selbstklebenden 3M-Haken, wie sie in Taiwan beliebt sind. Der hat sich wie Gummi verhalten. Der depperte Vorbsitzer hatte gleich zwei Rückenschrauben rundgedreht und eine Armbandschraube auch noch.

Demnächst erstrahlt die Uhr wieder im neuen Glanze... Und wird auch getragen, sowie die neuen Schrauben aus China kommen...

 
 

 

 

Nur die Uhrenstifte werde ich wohl von einer billigeren gesamtschwarzen Version stehlen, die ich noch erworben habe. Denn einstweilen ist der rundgedrehte Schraubstift nur lose eingesteckt. Breil liefert leider keine Ersatzteile mehr für diese MILANO-Serie.

Mittwoch, Dezember 15, 2021

Tag Heuer Monaco für Arme (Update 2)

 Billige aber hübsche Alternative zur "Steve McQueen" Racing-Uhr

Das Original von Tag Heuer, die schöne und meist blaue Monaco, ist wohl aus einschlägigen Filmen am Handgelenk von Steve McQueen berühmt geworden und ansonsten bei Uhrenfreunden heiß umstritten. Erst mal mögen die meist Tag Heuer sowieso nicht, während sie auf Rolex schwören und die ausladende quadratische Form mit auffälligem Blau, mit oder ohne Sportstreifen durchs Zifferblatt, scheidet auch die Geister.

Gerne hätte ich ein Original, aber da meine Gattin Spezialistin darin ist, unser Geld am Assturban der Weltkarte in höchst zweifelhaften Dingen anzulegen, spare ich eher am Handgelenk, als dass ich da viel Geld reinstecke. In Deutschland habe ich zwar gleich mehrere schöne Automatik-Chronographen, aber seit Corona komme ich da gar nicht mehr hin. Meinen Uhrenentzug bekämpfe ich hier in Taiwan, wo auch schnell mal die Feuchtigkeit in teure Uhrengehäuse kriecht, mit eher preiswertem.

Tag Heuer Monaco grau im Hintergrund und Guess Steel G16545G im Vordergrund

Es gibt einige 1:1-Nachbildungen von chinesischen Herstellern. Gar grauenhaftes und billiges von "Jargarar", wenn ich mich recht erinnere. Die so ähnlich wie "Jaguar" heißen wollen und von anderen Marken. Und eine nette Quarz 1:1-Hommage von einem Hersteller wie Quo... Qua..in oder wie auch immer. Ich kann mir das nicht merken. Mit 130 Euro bei Aliexpress nicht billig. Aber eine 1:1 - Hommage nur mit anderem Namen wollte ich nicht. Da kam mir die wohl nicht mehr zu habende Guess als Gebrauchtuhr gerade recht. Mit leichtem Kratzer auf dem Mineralglaus und auch nur eine Quarz und kein Automatik-Chronograph. Das Stahlband sah an der Uhr nicht aus, fand ich und war mir auch zu kurz. Mit 69 Euro war sie in Anbetracht des Neupreises und des kurzen Armbands im Vergleich zum Neupreis von wohl 120 Euro in Webshops (vergriffen) nicht gerade billig. Aber bald stellte ich sie mir mit einem braunen Ralley-Lederband vor und so war es bis zum Kaufklick nicht weit. Gut finde ich, dass sie ein eigenständiges Design hat, denn offensichtlich ahmt sie die Vorlage nicht direkt nach. Funktional hat sie neben dem Datum auf 4 Uhr eine weitere Zeiger-Datumsanzeige auf 6 Uhr, die natürlich kein Mensch braucht. Wer will schon das Datum (und nicht etwa den Wochentag zusätzlich) zweimal ablesen? Die obigen Chrono-Anzeigen sind für gestoppte Minuten links und die normalen Sekunden rechts. Die Stoppsekunden werden über den großen Sekundenzeiger angezeigt. 

Eine nette "Monaco für Arme", wie ich finde. Wo sollte man sie auch sonst dranmachen. Fährt sich der Nissan March gleich viel rasanter mit.

P.S.: Ohne Krone bescheidene 40mm Durchmesser, aber durch die quadratische Form deutlich größer wirkend. Lug-to-Lug (also Hornoberteil zu Hornoberteil, die Hörner sind die Zapfen, die das Armband halten) 47mm oder 48mm. Braucht daher eher dicke oder wenigstens flache Handgelenke.


Update nach ein paar Wochen: Ich hatte für die Uhr doch nur 20 Euro bezahlt, auch wenn das mit Import nach D zum Weiterleiter und dann Import nach Taiwan natürlich für mich teurer wird. Die Uhr ist alt und hat vermutlich deswegen kleine Wehwehchen. Die Stoppuhr stellt öfter nicht auf Null, was sich aber wie bei fast allen Quarzern sofort nachstellen lässt (die beiden Drücker zeitgleich drücken, mit dem oberen und unteren Drücker einstellen und dann beide wieder gleichzeitig drücken bei diesem Modell). Außerdem scheint das Benutzen der Stoppuhr eine Fehlfunktion des Kalenders zu bewirken, der dann mal um 16 Uhr und mal um 12 Uhr Mittags umspringt. Oft zusätzlich zum 24 Uhr-Datumssprung. Aber gut, für einen 20er geht das alles. Chinesische Werke sind halt auch nicht für die Ewigkeit gebaut. 

Außerdem ist die Uhr lieblos zusammengebaut. Das ganze Zifferblatt ist (wenigstens gerade) leicht nach links verschoben, so dass die unbedruckten/unbeklebten Ränder links und rechts verschieden breit sind und daher der Stoppuhr-Sekundenzeiger, selbst wenn er perfekt in der Mitte nullstellt, eben nicht ganz in der Mitte des Zifferblatts sitzt. Das ist kein Alterungsproblem sondern eben billige China-Montage. Man sagt Uhren von Designermarken nach, dass unter tollem Bling-Bling billigste Chinaware sitzt, die oft ihr Geld nicht wert ist. Wer so etwas neu kaufen will zahlt hier bei Guess allerdings mit 119 Euro oder so, wenn er sie noch neu sieht, einen gerade so akzeptablen, aber doch irgendwie zu hohen Preis.

Langfristig ist die Uhr wohl bei mir Schubladenware, denke ich. 

Update 2: Scheinbar läuft sich die Uhr ein. Datum und Stoppuhr machen keine Zicken mehr bzw. laufen besser. Vermutlich hat der Vorbesitzer die Sonderfunktionen kaum benutzt und sie hat daher gegen hartes Altöl im Innern zu kämpfen.

 

Montag, Dezember 06, 2021

Schreiberei. Sackgasse. Neue letzte Romane. Und dann...?

 Meine Reise als nebenberuflicher Autor von wirrem Fetisch-Zeug. Dieses Blog ist Schuld. Und nun bin ich in einer Sackgasse.


Es war vor Jahren, der Kinofilm "50 Shades of Grey" trat eine SM-Welle los und ich selbst surfte auf Selfpublisher- und Print-on-Demand - Webseiten, um zu schauen, ob ich wohl mein Taiwanblog als Buch veröffentliche. An diesem Gedanken ist wiederum ein Verlag Schuld, der sich offenbar öfter mal an Auswanderer mit entsprechenden Webseiten wendet. Allerdings schien mir das Thema finanziell wenig ergiebig. Anfänglich mögen Laienautoren wie ich da einen Hunderter verdienen, im zweiten Monat einen Zwanziger und dann eher nichts mehr. Oder der Verlag ist gar ein Zuschussverlag, der von seinen Autoren direkt lebt, die für das Veröffentlichen bezahlen müssen. Und verkauft wird dann meist auch nichts, außer den teuren Pflichtexemplaren, die man abnehmen muss.

Wie dem auch sei, bei Herumklicken landete ich auch bei Amazon und der dortigen Möglichkeit, über die "KDP-Webseite" eigene Bücher als Selbstverleger als E-Book und Taschenbuch zu veröffentlichen. Sollte ich da mühevoll mein Taiwanblock abtippen und umformatieren? Ich begann es zu erwägen, da ein befreundeter Journalist, der in Taiwan lebt, auch Print-On-Demand als Selbstverleger veröffentlichte. Doch es sollte anders kommen. Gelangweilt herumklickend stieß ich zunächst auf ausgesprochen schlecht geschriebene SM-Romane. Solche mit Tippfehlern im Titel. Romantitel wie "Die entf entführte Studentin" ohne gestaltetes Cover und mit 35 Seiten Umfang verhießen nichts gutes und lasen sich grottenschlecht; etwa mit einem Ausrufezeichen am Ende jedes einzelnen Satzes. Und schon klar, das "entführte" hatte nicht in die Zeile gepasst und wurde dann in der Titelzeile darunter noch einmal neu geschrieben.


Ich fand diese Titel so lustig, dass ich eine Satire auf die Popklatsch-Romantik Marke "Dienstmädchen hat die Vase umgeworfen..." anfing, die hier im Blog veröffentlicht werden sollte. Aber so richtig wollte es nicht passen. Und da kam mir ein Gedanke. Was, wenn ich aus den fünf Seiten (die eh kein richtig gutes Ende fanden) eben einen richtigen Roman machte? Um die Hundert etwa (120 wurden es dann), die schrägen Witze rausnahm und das Ganze auch bei Amazon einstellte. Gesagt, getan im September 2018 und zu meiner Verblüffung rollte der Rubel als achtbarer Nebenverdienst von Anfang an. Es war "Fundsache Sexsklavin" geboren, weil sich der Roman unter dem ursprünglichen Titel "Die Kellerfrau" nicht verkaufte. Schnell lernte ich, dass Amazon Erotiktitel manchmal willkürlich sperrte und aus dem Verkauf nahm. Gerade von Selbstverlegern wie mir. Verlage hatten "Snuff-Titel", wo die jungen Damen zum sexuellen Vergnügen verspeist wurden (pfui deibel), aber manchmen Selbstverleger-Kollegen wurde sein "frivoler Gedichtband" sofort zensiert und ggf. der Account gesperrt. Ende des Tantiemensegens. Doch mit einer ausgefeilten Heuristik und Mäßigung gelang es mir, immer sowohl Amazon als auch mich zufrieden zu stellen. Es folgten Leserzuschriften, die mehr Gewalt und mehr Sex verlangten. Und Fetische. Wie den merkwürdigen Amputationsfetisch, der ja auch durch "Boxing Helena" Einzug in das Hollywood-Kino gefunden hatte. Kopfschüttelnd schrieb ich daher eine Fortsetzung von der "Fundsache", das Böse damit noch auf die Spize treiebend und der bei meiner Leserschaft ziemlich beliebte Roman "Sklavin Null" war geboren. Der Titel ein Spiel mit dem bekannten SM-Klassiktitel "Story of O", der übrigens bis heute in Deutschland indiziert ist.

Die "Harte Edition" ist einem Kaffeekränzchen dreier netter Damen geschuldet, die den Roman rezensiert und als zu wenig aufregend empfunden haben. Untergeschoben bekommt der Leser eine veritable Scifi-Story einer Alienrasse, deren denaturierte Naniten den Wahnsinn der befallenen Menschen und den resultierenden Sadismus erklären. Der Erfolg ermutigte mich zu diversen Ablegern und Forsetzungen. "Der Neue Hexenhammer (E-Book-Link)(Taschenbuch-Link)" ist zu nennen, bei dem die erwähnten Naniten als alleinstehende Forsetzung dazu führen, dass sich manche befallene Menschen für Druiden oder Hexen halten und andere für Hexenjäger. Ich hatte durchaus meinen Spaß beim Schreiben dieses Romans. "Der Neue Hexenhammer" als Printausgabe lädt sicherlich zum Lesen in der Straßenbahn ein und schafft reichlich Gesprächsstoff. Etwa auch mit Frauenbewegten aus dem Freundeskreis.

(E-Book-Link)(Taschenbuch-Link)

Eine Fortsetzung schrieb ich auch noch. Erst eine Scifi-lastige und nachdem die sich nicht verkaufte eine umgestrickte, die sich eher auf die Hexen konzentrierte. Der Kunde ist König. Als "Der Zirkel der Hexe Lilith" verkaufte sie sich leidlich. Am Ende fand sich ein Rezensent, der sich beschwerte, der Roman sei viel zu lasch. Er wollte wohl literweise Blut fließen sehen oder das Geräusch platzender Brandblasen im Ofen beschrieben haben. Fragen Sie mich nicht. Als ich mich an das Verbessern von einigen von ihm gefundenen Fehlerchen machte (Korrektorat ist teuer), nahm Amazon den Roman aus dem Programm. Eben weil die Hexen im Roman natürlich auch jemanden rösten. Hergott noch einmal, das versucht die böse Hexe doch auch schon bei Hänsel und Gretel. Wie dem auch sei, der Roman wird dann wohl als E-Book im März bei Google-Play-Books erscheinen, das man ja auf dem Handy installieren kann und wird dann auch über Google-Books beziehbar sein. Nur, dass meine Verkäufe bei Google (und einem anderen Roman) bislang zwischen 1 und 1 schwanken, mit mir als einzigem Kunden. Ganz im Gegenteil zu den Amazon-Verkäufen. Zur Zeit hat allerdings die 4. Welle der Pandemie zu einer dünnen Personaldecke geführt und im Bereich von Gewalt und Sex wird wohl schnell abgelehnt, um nicht lange prüfen zu müssen, denke ich Mal.


Abschluss meiner bisherigen Romanwelt sollten dann zwei Werke werden. Einer ist bei Amazon erschienen, "Lustsklaven leben nicht lang"(Link E-Book)(Link Taschenbuch). Ein Abschluss, bei dem ein langsam dem Wahnsinn verfallender junger Mann durch eine apokalyptische Welt zieht in Form eines irren Roadmovies. Da ich mich innerlich von meinen eigenen Werken distanziere, macht sich langsam bei mir eine Art Schizophrenie breit und wenn ich den Roman lese, kommt es mir vor, als habe ihn jemand anderes geschrieben. Ein Seiteneffekt davon, wenn man dem Drängen der Leserschaft nach immer mehr Gewalt und Brutalität nachgibt und dem längst nicht mehr folgen kann. Auch den vielen Fetischen nicht, die die Leute offenbar so haben. Die "Lustsklaven" sind sehr abgedreht, aber auch ein Schlusspunkt der ganzen Serie, bei dem es den Protagonisten in den Wahnsinn treibt, weil er einerseits von seinen Eltern im Sinne der untergegangenen Zivilisation erzogen worden ist, andererseits ein psychologisches Trauma hat und an der brutalen Welt geistig zerbricht. Nicht, ohne selbst zu deren Brutalität beigetragen zu haben. Mich graut vor diesem eigenen Werke, das ein ausgelagerter Teil meines Verstandes geschrieben hat und von dem ein Rezensent schrieb, er sei eine "gute Bettlektüre". Na ja, je nachdem, welche Dämonen man Nachts so pflegen will.


Gut, weil ein Verlagsautor so viel Asche mit sogenannten "Snuff"-Romanen macht, habe ich mich auch versucht und sicherlich nach den Maßstäben des Genres Gutes produziert. Allerdings konnte der Titel wegen der erwähnten schwierigen Lage bei Amazon dort nicht erscheinen. Derzeit ist "Claudias letzter Dreh" nur bei Google Books (Link) und Google-Play-Books zu haben. Für letzteres muss man die Google PLAY BOOKS - App installieren und den Titel "Claudias letzter Dreh" eingeben. Das E-Book liest sich dann bequem auf dem Handy ähnlich wie bei Amazon Kindle und der entsprechenden Android-App. Ein Buch, auf das ich wenig stolz bin. Tage nach Neuerscheinung hat es, weil bei Google alles zwischen unzähligen englischen Titel versinkt, der Roman auf genau 1 Verkauf gebracht. Mein Probekauf. Außerhalb von Amazon als Selfpublisher zu verkaufen ist halt extrem schwierig. Ja ja, "Marlisa Linde" ist eine Stichwortgeberin und Muse, vertiefen wir das näher.

Wie geht es nun weiter? Nun, da ich von diesen Ü18-Romanen eh genug habe, wird es künftig einen apokalyptischen Roman geben, der sich mit den "Lustsklaven" das Romanuniversum teilt, aber storylastig ist und bei dem diesmal ein aus unserer Gegenwart in die Apokalypse hinenversetzer Held die "Damsel in Distress" retten wird, statt selbst zu ihrem Ungemach beizutragen. Ein Scifi-Roman steht auch noch in der Queue und ... ja ... ein Kinderbuch. Beim heiligen Bücherwurm, es muss ja nicht immer das Blut aus den Seiten laufen.

Ach so. Das Taiwanblog kommt dann vielleicht auch noch als Buch. Erscheint am Schluss dieser Artikel auch darin, ist es sogar Rekursion. Das freut den Informatiker in mir.


EDIT: Ernsthaft? Walmart hat den "Hexenzirkel" angeboten? Ist da aber auch vergriffen...

https://www.walmart.com/ip/Der-Zirkel-der-Hexe-Lilith-Dolcett-Wahnsinn-Folter-und-Verst-mmelung-f-r-den-Dunklen-Herrn-Paperback-9798563535657/340023851




Donnerstag, September 30, 2021

Wie wichtig sind tragende Wände? (Update 2)

 Unserem Miet-Bunker ist eine tragende Wand verlustig gegangen im Ergeschoss, weil da ein Seven-Eleven mehr Platz braucht. Ludigel ist in Sorge, ich kann es nicht leugnen.


Nun kann man im vorherigen Blogartikel sehen, dass ich mir göttlichen Beistand ins Haus geholt habe. Aber abgesehen davon bin ich schon ein Fan von der Erhaltung tragender Wände. Gerade in Mietshäusern mit 8 Stockwerken im Erdgeschoss. Aber die Taiwaner, die unten die sehr gute KFZ-Werkstatt rausgeekelt haben und parallel die daneben gelegene schon länger geschlossene Apotheke übernehmen wollen, bewerten tragende Wände wohl weniger gewichtig.


Oben sieht man ein simples italenisches Restaurant links in der Ecke und rechts daneben den Eingang zu unserem Mietbunker. Rechts die weißen Torpappen zeigen, wo vorher die Apotheke (Bildmitte) und die KFZ-Werkstatt waren. Letztere hat es endlich geschafft, unseren 2017er Nissan March/Micra von seinen Motorvibrationen und Rattern zu heilen und den Benzinverbrauch von 10-15 auf 8-9 Liter auf 100 km zu senken. Doch dann hat jemand Interesse bekundet, beide Ladengeschäfte durch einen der zahllosen Seven-Eleven Convenience-Stores zu ersetzen. Schließich ist der nächste hundert Meter entfernt. Eine weite Strecke für Taiwaner. Sorgenvoll musterten wir die Tage die Bauarbeiten und fragten die Bauarbeiter, ob sie denn vorhätten, die Wand zwischen beiden Geschäften herauszunehmen. Nein, sagte der ältere Herr auf der Leiter. Die sei eine tragende und müsse daher drin bleiben. Dann waren sie damit beschäftigt, sich zentimetertief in den Boden zu graben, obwohl direkt darunter das B1-Parkdeck ist und unser roter Nissan March genau dort parkt, wo früher die KFZ-Werkstatt drüber war. Dat hat die Gas- und Wasserrohre auf dem Parkdeck so in Vibration versetzt, dass sie mittlerweile lecken. 

Aber der Clou kam gestern, als wir sahen, dass die tragende Wand praktisch vollständig herausgenommen wurde. Die tief ins Gebäude führende Wand ist bis auf einen kleinen Rest oben und an den Seiten komplett entfernt, damit beide Geschäfte künftig eins sind. Wir haben einstweilen einen Aushang gemacht, der den Mieter-Vorsitzenden (so einen gibt es immer in Taiwan) freundlich auffordert, die Baustabilität zu prüfen. Gerade in Hinblick auf die zahlreichen Erdbeben. Der Aushang wurde sofort entfernt, aber wir haben auch noch sämliche anderen Mieter angeschrieben. Wir wissen leider nicht, wer der neue Chairman der Mieter ist, denn der letzte war der Apotheker, der jetzt nicht mehr als solcher tätig ist. 

Nun warten wir gespannt, was schneller ist. Die Reaktion oder das nächste Erdbeben. Gott sei Dank wohnen wir im anderen Flügel links, aber spannend wird es trotzdem. Mag natürlich sein, dass alles baupolizeilich abgesegnet ist. Oder eben nicht. Die Spannung bleibt...

UPDATE: Mittlerweile hat die Baufirma per Aushang nachgewiesen, dass sie eine behördliche Genehmigung haben und offenbar eine Verstärkung der Restwand durchgeführt haben. Es wirkt subjektiv nicht stabil, mit diesem riesigen Leerraum, wo vorher Wand war und auch im Parkdeck darunter entweder Wand oder Säule ist. Aber dann muss man das so akzeptieren.

Jetzt tropfen die beschädigten Wasserrohre gemütlich ins Fundament. Aber seufz. Don't think too much. Eistee und Teeeier zu verkaufen ist wichtiger.

UPDATE 2: Als man neulich wieder in die Baustelle hineinsehen konnte, fiel mir auf, dass da zwei neu aussehende, noch unverputzte Betonsäulen mitten im Geschäft standen. Die sind etwa da, wo unten drunter im Parkdeck Wand bzw. ebenfalls eine Säule ist. Haben wir das mit unserer Nachforschung ausgelöst? Mir scheint, die sind nachträglich eingebaut worden. Wenn ja, kann es nicht geschadet haben. Denn wie heißt es in dem alten Wikingerlied: "Und der Rollo dreht und dreht um den Stützbalken. Ja wo dreht er denn hin der Rollo? Der Stützbaaaaaaaaalken....". So jedenfalls hat es ein Kumpel in früheren Jugendzeiten in der Kneipe öfter mal gesungen. Ein Niveau, das in etwa dem taiwanischen Sicherheitsdenken entspricht, könnte ich naseweis und ausländerzynisch anfügen. Lassen wir das Thema Stützbalken damit hier abgearbeitet sein.

Ah, das mit Rollo scheint ein Torfrock-Song zu sein.

Freya. Altar.

 Ich habe endgültig genug von dieser Religions-Radianz, die die Taiwaner mit ihren ewigen Familienaltaren mit ihren Holzfiguren von falschen Göttern neben roten Leuchten ausstrahlen. Und denen regelmäßig geopfert wird. Nicht Lämmer oder der Ausländer in der Familie sondern Obst und gekochtes Huhn mit Haut. 

 


Es ist Zeit zurückzuschlagen. Hier also ist Ludigels eigener Altar in der Aufbauphase zu sehen, der gleich neben meinen Festplatten aufbewahrt wird. Freya, aka Gaia, die Große Urmutter, in Plaste made in China nebst einer massivsilbernen Replika der Venus von Willendorf an Silberkette.

Take that, bitches! Und wartet, bis noch das Füllhorn kommt. Und die (Freya untergeordnete) Cerununnos-Figur!

 


 Als Ultrakonservativer waren mir die neumodischen Religionen wie Christentum, Judentum, Buddhismus und *Islam* schon immer zuwider. Go for the Original!


Donnerstag, August 05, 2021

Covid-Impfungen immer noch sehr durchwachsen in Taiwan

 Wir bleiben einstweilen der Nadel fern...

Aus dem Präsidenten-Palazzo ist offenbar zu hören, dass für meine Altersgruppe 35+ bis -65 nur der AZ-Impfstoff verspritzt werden soll, den Taiwan vergleichsweise reichlich gekauft hat und der mittlerweile wie Sauerbier in den Regalen liegt. Derzeit gibt es Moderna, das allerdings für Senioren und die besonderen Risikogruppen reserviert ist. Im September wird das von taiwanischen Honoratioren privat gekaufte und privat bezahlte BIONTECH erwartet, das aber offenbar nur für die Altersgruppe 12-17 vorgesehen ist. Angestellte der Unternehmen der Impfstoffstifter (Foxconn, TMC) sicher ausgenommen.

 Weil Taiwan immer wieder über hohe Todesraten bei AZ-Impfungen berichtet, ist zumindest meine Frau völlig verunsichert. Meiner Recherche nach liegt die Todesrate allerding innerhalb der normalen Sterberate, aber die vom hiesigen CDC genannten Zahlen verunsichern doch. Denn die zählen einfach, wer nach den Impfungen gestorben ist und knallen einem die Zahlen hin. Verkehrsunfälle eingeschlossen. Auch kann man ja die Wirksamkeit vom AZ hinsichtlich der neuen Delta-Variante in Zweifel ziehen. Da Taiwan mittlerweise nur noch unter 20 neue Fälle pro Tag hat (Lokaltransmissionen, keine importierten) bleiben wir da einstweilen der Nadel fern. Vermutlich solange, wie es Moderna oder Biontech für unsere Altersgruppe gibt.

Unsere Independence-Präsidentin setzt auf taiwanische lokale Impfstoffe. Einer wird jetzt verspritzt, ohne allerdings PhaseIII-Test durchlaufen zu haben. Da bleiben wir auch davon; sollen andere das erst mal testen. Ein zweiter lokaler Impfstoff einer anderen taiwan. Firma soll die Tage noch kommen. Einver von beiden soll von einer Firma sein, die dem Bruder der Präsidentin gehört. Wir setzten also auf weitgehendes Zuhausebleiben, auch wenn man die Tage wieder in Restaurants essen kann und hoffen darauf, das unser Sohn wieder Digital Learning/Remote Learning für das neue Schuljahr an der TES (Taipei Europ. School) hat. 

Als nächstes steht wohl an, dass ich einen Bekannten bitte, mein Auto in Deutschland zu verkaufen, denn ohne Impfstoff möchte ich derzeit nicht reisen. Meine Frau wird vielleicht einen Impftrip nach Guam machen. Dieses US-Territorium kann von Taiwanern besucht werden und bei der Rückkehr gibt es nur 5 Tage Quarantaine statt 14. Die USA schließen aber immer noch EU-Bürger von der Einreise aus, daher heißt es für mich abwarten. Will sagen warten auf eine KMT-Regierung, wenn die Amtszeit der Independence-Trulla 2024 abgelaufen ist.


Und ja, am obigen Posting kann man sehen, wie perfide die Strategie der VR-China ist, über den Boykott taiwanischer Regierungskäufe von Biontech (eine VR-China Pharmafirma hat sich dazu bei Biontech eingekauft und die Lizenz für Taiwan erworben, obwohl sie nicht nach Taiwan liefern dürfen) die Leute KMT- und chinafreundlicher zu machen.

Also... weiter warten auf die Nadel. Oder irgendwann doch das zweifelhafte AZ nehmen. Bis zum Regierungswechsel mit vermutet besserer Impfstofflage dauert es ja noch bis 2024. Die Misere ist sicher entstanden, weil die taiwan. Regierung ganz und gar auf Abschottung gesetzt hat gegen Covid und von Anfang an wenig Impstoffe gekauft hat. Die Originalorder waren nur 10 Mio. AZ + 5 Mio. Biontech + 5 Mio. AZ über das CoVax-Programm, was summa sumarum 20 Millionen Dosen für nur 10 Millionen Menschen macht. Bei 23 Mio. Bürgern war das etwas kurz gedacht... Und dann hat China auch noch Biontech am Liefern gehindert.


 

Freitag, Juli 02, 2021

Schon auf der "Rasen wie die wilden Affen"-Liste? (Update 2)

 

Stehen für Covid-Impfung hier in Taiwan auf der "Verkehrstod-Liste". Wir müssen, wenn wir die SMS über verfügbaren Impfstoff kriegen, binnen 45 Minuten im Krankenhaus sein. Also runter ins Parkdeck, quer durch die Stadt fahren, im Krankenhaus Fiebermessen und registrieren...
Möchte nicht wissen, wie viele Impfwillige sie so in den Verkehrstod treiben. Sehr durchdacht. Ist die "Rest-Impfstoff-Liste" streng genommen, bei der das verimpft wird, was sonst weggeschmissen wird.
 
UPDATE: Nur für Taiwaner war diese offenbar nationale Liste für die Impfstoffnutzung von Restdosen offensichtlich. Jedenfalls hat man mich als zu untaiwanisch wieder von der Liste gekegelt. Muss die Nasenlänge sein. Rassistische kleine Arschlöcher, möchte ich scherzhaft kommentieren und noch das Wörtchen "gelbe" nebst "Stupsnase" und "Überbiss" unterbringen. Offenbar gibt es aber auch die Möglichkeit, sich persönlich/telefonisch bei lokalen Krankenhäusern auf solch eine Liste setzen zu lassen, die sich dann nicht darum kümmern, ob man über drei Ecken mit Ex-Diktator Chiang oder dem Kopfgeldjäger Ugu Tuk-Tuk aus den Highlands verwandt ist, wie sonst alle hier auf der Insel. 

UPDATE2: Ohne die App stehe ich dank Frau jetzt wieder auf der Liste. Möglicherweise beim Krankenhaus direkt. Was genau sie getan hat, ist ihr schwer aus der Nase zu ziehen. Ansonsten macht uns der lokale HNO-Arzt, wie in Taiwan durchaus üblich als Hausarzt verwendet, Hoffnung auf einen Moderna-Schuss im September, weil bis dahin größere Biontec-Lieferungen anstehen würden, so dass er möglicherweise Moderna verspritzen kann. Für AZ könnte man evtl. früher drankommen, aber da in Taiwan verbreitet wird, der AZ-Impfstoff sei größtenteils aus Japan und sei nicht WHO-lizensiert (nebst wohl unsinnigen Meldungen von Post-Impfungs-Todesfällen) haben wir uns da nicht auf die Liste setzen lassen.