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Montag, März 25, 2013

Taipei 101 bei Nacht (Teil 1)


Ich muss zugeben, dass mir mein in diesem Blog häufig vorkommendes Geschimpfe über mein bisweilen slumartig wirkendes Wohnviertel langam selbst surrealistisch vorkommt. Erstmal haben sich viele Wohnungsbesitzer moderne Fensterfronten einsetzen lassen und die alten verrosteten Gitter entfernt, dann sind die Müllhalden zwischen den Häusern weg (nur in Ludigels Hinthofblick sieht man noch Müll auf den Vordächern lagern) und außerdem ist bereits so viel von dem ehemals sehr großen Viertel an der WenDe Road in NeiHu weggerissen, dass ich nur 50 Meter gehen muss, um in moderner Bebauung zu stehen. Moderne Wohnscheiden, Beton viel adretter als in den alten 70er-Häusern verbaut, neoklassizistische Nobelreihenhäuser und Beton- und Glasbauten von Büros. Taipei wandelt sich rasant. Wo ich mich 2004 noch über schmutzige Baracken an der Hauptstraße aufgeregt habe, sind heute u.a. eine Bentley-Vertretung und ein Burger King in adretten Fassaden nebst diversen Bankfillialien. Auch "Taipei 101", ehemals das höchste Haus der Welt und noch heute eines der höchsten, ist heute Teil eines noch im Bau befindlichen modernen Stadtzentrums, während es um 2004 herum noch wie ein moderner Riesenbau aus teilweise slumartigen Schlichthäusern ragte. Taiwan hatte in den 70ern sein Transistor-Wirtschaftswunder und hat heute eine Funktion als Computer-Ingenieurbüro der Welt und passt sich langsam auch optisch an. Ist das schade? Mag sein. Würde Rennovieren der alten Bauten reichen? Vielleicht, aber dann hätte man immer noch keine Bürgersteige, denn von den "Parkstreifen" am Fahrbahnrand wollen sich die Anwohner sicher nicht trennen, autoverrückt wie sie alle sind. Neue Nobelreihenhausviertel haben immer noch keine Bürgersteige, insbesondere die mit Security-Schranke davor. Da geht keiner zu Fuß, ist wohl der Gedanke.


Mit der "MRT"-Stadtbahn Taipeis, die auch immer noch ausgebaut wird und erst seit etwa 2 Jahren bei uns ins Viertel reicht, an der "City Hall"-Station ausgestiegen. Die ganzen Häuser um mich herum gab es vor ein paar Jahren hier noch gar nicht.

Positiv die vielen neuen Fußgängerzonen, wo es sonst in Taipei häufig nicht mal Bürgersteige gibt. Aber ergreift man die Gelegenheit zum ökologischen Neubau, viele Parks um die in Taipeo so oft gequälte und ausgemerzte Natur mit der modernen Stadtarchitektur zu versöhnen? Dumme Frage, natürlich nicht. Lampen an die Fassaden und schon solle es modern sein. Aber wenigstens ist alles sauber und man kann entspannt ohne Moped- und Autowüteriche zu Fuß gehen.

Wozu studieren die Leute eigentlich ihre eigene Kultur (wenn sie es denn tun) und Architektur, wenn sie am Ende doch nur die einst triste graue Schlichthaus-Betonlandschaft durch 80er-Jahres Betonarchitektur ersetzen? Aber gut, anders als im Westen sieht es auch nicht aus, auch wenn man da neuerdings vielleicht ein bisschen hübscher baut.


Beton und Lampen, aber immerhin sauber und rein und viel Platz zum flanieren und grübeln, was da wohl dran steht. Ein Schriftzeichen kann ich sogar lesen.

Hier ist schon die Spitze von Taipei 101 zu sehen, dem Ziel meines Ausflugs. Teuer ist es, das neue Taipei. In den teilweise noch in Bau befindlichen Straßen etwa locken Uhrengeschäfte mit Rolex, Tudor und Omega, nicht etwa mit einer profanen Tissot, für die ich mich interessierte. "Dior" steht am Wahrzeichen von "Free China", wie Taiwan manchmal genannt wird. So viel anders als Peking ist das also auch nicht, wirtschaftssystemisch gesehen.

 Fauler Zauber hier im Blog. Mit der Kamera umschmeichele ich die moderne Architektur und gebe textuell postmoderne Gesellschaftskritik a la Deutschland. Dabei habe ich mich in Wirklichkeit nur auf den Ausblick aus dem italienischen Restaurant im 86. Stock (oder dergleichen) gefreut. Und hatte Hunger.


Parks mit wenig Bäumen, dafür Beton und Licht. Sieht aber ganz nett aus.


Inhaltlich muss ich im Blog langsam umsatteln, vom Meckern über Schlichthäuser und fehlende Bürgersteige auf das Meckern über Betonkaufhäuser und öde leere Fußgängerzonen vielleicht.

 Ganz oben angekommen wunderte ich mich dann, wieso der Ausblick manchmal so milchig ist. Ach ja... W-O-L-K-E-N. Hier spiegeln sich Lüster und Servietten nebst Tellern im Fenster hoch über Taipei.



Von Essen in "Diamand Joe's" Italiener habe ich nicht so viel mitbekommen. Meine Roulladen war jedoch sehr gut, auch wenn manche Kollegen über ihre roten ganzen faustgroßen Krebse enttäuscht waren. Na ja, vielleicht wollten sie, dass sie noch weglaufen auf dem Teller statt sitzen zu bleiben. Ansonsten gab es wieder den Pseudo-Feinschmeckerhorror a la Taiwan. Irgendwelche Krusten-Meerestiere mit Käse auf dem harten Panzer. Weil Käsedrauf eben europäisch ist und der Taiwaner, der eh keinen Käse mag oder verträgt, diesen gleich mit dem Panzer entsorgen kann. Kein Wunder, dass das nicht schmeckt. Feinschmeckeressen heißt für viele Taiwaner eben Meeresgetier mit Panzer möglichst intakt auf dem Teller. Mag sein, dass so ein Italiener diesen Pseudo-Gourmet-Taiwan-Food nur etwas lieblos macht. Obwohl die rote Krabbe der Kollegin hinter mir noch aussah, als ob sie gleich loslaufen könne.

Zwischen 2000 und 4500 NT kostete so ein Menü, durch 40 in Euro. Wie immer sehr fischlastig wie alle Italiener in Taiwan. Ich hatte Carpacchio als Vorspeise und vergessen was das war, solange war ich nicht mehr bei richtigen oder halbrichtigen Italienern essen hier in Taiwan. Rohes Rind mit Salat offenbar. Pfui deibel.

Das sieht Supermann, wenn es aus den Wolken auf eine Tüte Stinky-Tofu nach Taipei einfliegt.

Im Restaurant selbt waren alle in weißen Hemden, ohne Krawatte (abgelegt) und mit schwarzen Hosen. Nur die Damen farbenfroh gekleidet, eine Barsängerin nebst Begleitung stand wie bestellt und nicht abgeholt neben dem Tresen und sang, alles waren natürlich viel zu cool um auf die Musik zu achten. Sehr viele Westler, etwa die Hälfte der Leute und der Rest gleich gekleidete Einheimische. Meine helle Hose war schon ein Sonderfall da oben.

Emsige Geister umdienen die Businessmenski über den Wolken am Tellerrand der Weltscheibe.


Unser Team fiel mit Jeans und Sweatshirts etwas auf, aber wir hatten ja auch einen eigenen Saal. Bei uns sind alles Hardware-Testleutchen, keine angloamerikanischen Manager. Ich war wie immer perfekt gekleidet, einfach die weiße Atemschutzmaske (Papier) aus der Einstecktuchtasche des Nadelstreifen-Jacketts gezogen und fertig.

Die möglicherweise echte Blueberry-Handtasche meiner Frau und meine Fototasche blicken auf die Stadt unter uns. Frau schimpfte über das Essen, ich knipste und murmelte "Hmmmmm..... Hmmmmmmm".

Donnerstag, März 21, 2013

Begegnungen mit Taiwanern

Aus gegebenem Anlass möchte ich einmal versuchen die Begegnungen mit Taiwanern, wie ich sie in den 9 Jahren meines Aufenthalts hier erlebt habe, versuchen zu katalogisieren. Taiwaner werden immer wieder als extrem gastfreundlich und weltoffen beschrieben in den Reiseführern und das trifft auch auf einen großen Teil der jungen Menschen zu, aber das ist irgendwie nur die Hälfte der Geschichte. Wie immer ohne Blatt vor den Mund, abseits aller politischen Korrektheit, wie ich es erlebt habe. Andere mögen es anders erleben, das ist klar.

Der Hilfsbereite:
Beim Einkaufen, wenn es regnet, beim Geldabheben am Automaten (!), im Wartesaal im Krankenhaus (ist hie wie eine Arztpraxis) oder wenn man nur irgendwo herum läuft und eine Hausnummer sucht kommt ein Englisch sprechender Taiwaner und bietet seine Hilfe an. Ist nett, nervt mich mittlerweile aber OK, sie meinen es gastfreundlich. Lehne dankend ab und das war es dann. Das sind Leute mit guter Schuldbildung ab Mittelklasse.

Der "Ausländer First"-Typ:
Okay, es ist immer wieder nett. Weil westliche Ausländer beliebt sind, kriegt man öfter mal eine Extrawurst gebraten, manchmal buchstäblich respektive eine Vorzugsbehandlung. Da beschwere ich mich nie drüber ;-)

Der Starrer:
Man geht irgendwo lang. Ein Mann, seltener eine Frau, mit etwas heruntergekommenden Aussehen meist, starrt einem hemmungslos hinterher, manchmal mit offenem Mund. Geht bis hin zum hinterher laufen. Eventuell spricht er andere Passanten (natürlich Einheimische) an und dann geht eine Diskussion los, bei der auf einen gezeigt wird und viel geredet wird. Immer wieder "Waiguoren" (Ausländer). Wer besser Chinesisch kann als ich oder gar Taiwanisch versteht, hört auch wenig schmeichelhaftes, was aber selten ist. Meist ist es einfach nicht-hasserfüllte Aufregung um das unglaubliche Vorhandensein eines westlichen Ausländers. Passiert am meisten in abgelegenen Gegenden. Ignoriere ich einfach.

Der aufgeregte Rufer:
Eine Variation des Starrers, der gleich mit den Fingern auf einen zeigt und laushals "Waiguoren! Waiguoren!" (Ausländer) oder auch "Adoah! Adoah!" (etwa: Langnase! Langnase!) ruft. Oft auch bei Kindern ;-)
Ignorieren...

Der Verfolger:
Ein Starrer, der einem folgt, eventuell viele Fragen stellt, eventuell veritable erstaunte Grunzlaute ausstößt, oft antatscht und leider, weil meist aus der Arbeiterklasse stammend, auch noch diesen süß-speicheligen Duft nach Betelnuss verströmt, der aus dem rotgefärbten Mund kommt. Relativ seltenes Exemplar erfreulicherweise. Mit ignorieren ist es beim Tatschen nicht getan, also mache ich durch Unfreundlichkeit deutlich, dass er mich nicht antatschen soll. Nerviger Zeitgenosse, mit der Zeit normalisiert sich eventuell der Umgang. Eventuell hält er das aber auch lange Zeit durch, wenn man ihn immer wieder trifft. Auch westliche Frauen sind schon angetatscht worden, auch an der Brust. Würden sie bei Einheimischen niemals so machen.

Der Überfreundliche:
Überfreundlich verwickelt er einen in bisweilen lange Gespräche, insbesondere wenn er etwas Englisch kann. Kommt bei jungen Männern und Frauen besonders häufig vor. Gebietet man dem keinen Einhalt, hat man einen regelmäßigen Besucher. Bei den jungen Damen führte das bei mir dazu, dass ich kichernd von ihnen mit Keksen gefüttert wurden, manche flirteten irgendwann. Bei den Herren versuche ich sie auf Distanz zu halten, ein Taiwaner, der einem folgt und immer wieder mit rotem Kopf nervös viele Fragen stellt und kichert kann unheimlich nerven. Die Fragenkataloge, auch wenn ziviler ohne Kicherei vorgebracht, können bis hin ins Intimleben gehen. Hier ist die soziale Regel in Taiwan, dass man eigentlich durch offensichtlich unwahre Aussagen (z.B. "Wie viele Geschwister ich habe? Weiß ich nicht!") die Fragerei unterbindet und der Frager hört dann eigentlich sofort auf. Das funktioniert oft auch für mich als Ausländer, aber nicht immer. Manche Frager oder auch anderweitige Bewunderer haben sich soweit erregt, dass sie auf schwache Signale nicht mehr reagieren und immer weiter machen. Das kann dann bis in zum regelmäßigen Stalking evtl. mit Anfassen gehen. Nett bei der jungen hübschen Frau mit Keksen, sonst nicht. I.d.R. ohne sexuellen Hintergrund.
Reagieren sie nicht auf die schwachen Signale, bleibt nur das direkte Sagen "keine Zeit etc.". Oft bin ich dann grenzwertig unfreundlich, weil genervt, dann ist der Taiwaner der Meinung sein Gesicht verloren zu haben und ignoriert mich mit bisweilen eisigem Blick für den Rest unserer Zusammenkünfte.

Der Stalker:
Im Prinzip oben schon enthalten im Überfreundlichen. Ich habe es immer wieder erlebt wie die Freundlichkeit der Taiwaner in so einen immer wieder veranstalteten Ringelpietz mit Anfassen umschlägt und man von ihnen, wann immer man sie trifft mit Komplimenten überschüttet wird. Auch von Herren, was übrigens meist keine sexuelle Bedeutung hat. Manchmal erhält man noch bewundernde Emails, es kann unheimlich nerven und man ertappt sich beim "Radar"-Ausschauhalten, einen anderen Weg zu nehmen, um die Situation zu vermiden. Ist i.d.R. nur durch Konfrontieren von seinem Tun abzuhalten, s.o. oder auch durch Ignorieren der Email - was wohl auch Gesichtsverlust bedeutet. 

Der Freundliche:
Einfach ein Taiwaner, mit dem man etwas Konversation hat. Ich ertappe mich aber dabei, diese immer wieder abzuwürgen, da ich fürchte, einer der Stalkertypen könnte draus werden. Die Stalkermutation passiert nur dann und wann mal, beschäftigt einen dann aber für eine Woche oder länger. Daher bügele ich zumindest die Herren im Vorfeld nach Möglichkeit ab und wirke daher sicher oft unfreundlich auf die Leute.

Das "Englishy-Teacher"-Kind:
Kinder sind es gewohnt, dass die hier häufig vorkommenden jungen Amerikaner/Kanadier als Englischlehrer eine Art Entertainer für sie sind, denn sie müssen in den privaten Englischschulen für die Kinder herum kaspern. Also bestaunen sie einen oft in der Gruppe, lachen Kichern, eigentlich kein Problem. Bei zwei rot anlaufenden und "Hello"-sagenden etwa zwölfjährigen Mädchen habe ich freilich einmal fluchtartig einen Seven-Eleven - Supermarkt verlassen. Ich dachte, nicht dass ein Taiwaner das sieht und sonstwas denkt. Schuld an meiner Phobie war die Presse, die gerade von der Verhaftung irgendeines US-Pedo-Englichteachers berichtet hatte und ich hatte Sorge, das ein Beobachter.... (Weil man hier immer für einen US-Englischlehrer gehalten wird).

Die "Free English Conversation"-Eltern:
Hasse ich im Fahrstuhl. Eltern mit Kind, die wollen, dass ihr Kind Englisch mit einem redet. Das Kind ist genervt, meckert. Die Eltern bestehen drauf, dass es einen auf Englisch anspricht. Irgendwann sehen einen dann die Eltern vorwurfsvoll an, wenn man nichts tut. Ich sage dann meist "Hello, how are you" und atme sichtbar auf, wenn der Fahrstuhl sein Ziel erreicht hat.

Die "Can you teach my kid English"-Frager:
Gut, nicht schlimm. Ich sage immer, ich sei kein Englischlehrer und gehe weiter. Manchmal fragen Sie, was man denn in Taiwan dann arbeitet.

Die "Welcome to Taiwan"-Leute:
Man hat was im Auto liegen lassen und geht schnell noch mal runter, wird in Taiwan willkommen geheißen und gefragt wo man herkommt. Ich sage meist "von da oben!" oder "von da hinten!" oder wenn ich gut gelaunt bin "aus Deutschland", weil sie sowas erwarten. Eine junge Frau war mal völlig verstört und sagte das kenne sie nicht und guckte mich so skeptisch an als sei das mein Fehler irgendwie. Mild-nervig, kein Problem alles.

Die "Ah... you foreigners only eat Hamburger/drink Coke"-Leute
Man wird manchmal angesprochen nach dem "Where you from?", ob man immer Cola trinkt und nur Burger ist. Sie wollen also ihre Vorurteile über die unglaublich ungesunden Ernährungsgewohnheiten aller Westler, die ja bekanntlich alle wie Amerikaner sind, bestätigt haben. Ich gehe mittlerweile einfach weg an dieser Stelle. Wie muss das erst einen Franzosen oder Italiener nerven bei der guten Küche die sie haben. Passiert natürlich auch, wenn man wirklich mal Cola/gekochten Schinken/Käse/Burger oder ein offensichtlich mit dem Westen assoziiertes Nahrungsmittel in der Hand hat (Burger gegen "Ham" austauschen in der Frage).

Die "Gratuliere zur Ehefrau"-Leute:
Passiert einem wirklich manchmal, wenn man mit einheimischer Frau durch die Gegend läuft. Oft wird sie dann auf Chinesisch zum aktuellen Stand der Beziehung gefragt.

Die "Böse-Starrer":
Hatte ich irgendwo im Süden, als ich mit Frau händchenhaltend durch die Gegend ging und im Norden bei einem Immobilienmakler als die Angestellten am Nebentisch große Dosen Faxe-Bier hatten. Alkohol enthemmt und Taiwaner, die es gewohnt sind, immer freundlich zu lächeln und wegen der konfuzianischen Gesicht-wahren/immer-lächeln - Maxime ihre Gefühle sonst immer runter schlucken, können dann immer ganz anders werden. Wie im Dunkelangst Blog  zu lesen ist, kann das etwa in Bars das Vorgeplänkel zu einem in der Luft liegenden Angriff auf den Ausländer sein - beim Immobilienmakler bleibt es sicher beim bösen Gucken. Zahlreiche in Ausländerforum Forumosa.com dokumentierte Attacken auf Ausländer in Taiwans Nachtleben (immer wenn der westl. Ausländer sich für ein Mädel dort interessiert) machen klar, dass man das Starren nicht unbedingt ignorieren sollte an diesen gastlichen Stätten.
Sonst hatte ich es auf der Straße als hier ein junger Kanadier wegen gewerbsmäßigen Drogenimport (via Buchsendungen übrigens) verhaftet worden war.

Der Angsterstarrte:
Ältere Leute die, wenn man sie anspricht oder etwa in ihr Taxi steigt (also in ein Taxi mit älterem Taxifahrer), eine Angststarre bekommen. Geht bis hin zu völligem Verwirrtsein oder dem Nach-Gegenständen-schlagen (hingehaltenes Handy in diesem Fall).

Der Kicherer/Lachhans:
Paketdienstleute, Garküchenpersonal, Verkäufer. Lachen oder kichern haltlos und sind nicht in der Lage auch nur die einfachsten Transaktionen zu bewältigen. Sie lachen und lachen. Kann man nur weggehen. Grund ist, dass sie nicht wissen, wie sie beim Ausländer reagieren sollen oder es ihnen peinlich ist, kein Englisch zu verstehen (auch wenn man etwas auf Chinesisch sagen will) und daher den drohenden Gesichtsverlust (wie kann es sein dass ein Taiwaner schlechter Englisch spricht als ein Ausländer! Das darf nicht sein!) durch Lachen vermeiden. Das lernt man hier so. Wenn Gesichtsverlust droht immer Lachen.
Auch wenn mir manchmal ein neues Onkelchen vorgestellt wird, dann lacht er und lacht und lacht....

Der Nach-dem-Weg gefragte:
Dauf achten, ob sie wirklich sicher sind oder unsichere Körpersprache haben. Denn sie zeigen immer zielstrebig irgendwo hin, schließlich würde es Gesichtsverlust bedeuten, einem Ausländer gegenüber nicht im Bilde zu sein!

Der Blockierer/Rempler/Vordrängler:
Einfach ohne Schreien beschweren, in der Regel entschuldigen sie sich dann vielmals. Nicht aggressiv vorgehen. Hat zwar meist das gleiche Resultat, aber weiß, ob in Taiwans Nichtkonfrontativer Gesellschaft (vergl. "immer Gesicht wahren lassen!") für denjenigen nicht doch mal die Gefühlskontrolle versagt und dann muss man u.U. mit körperlichen Angriffen rechnen. Ist gerade neulich einer Ausländerin passiert, die sich bei einem Hundehalter beschwerte, sein Hund hätte sie angesprungen. Der Taiwaner schlug sie dann mit seiner Mineralwasserflasche - erfreulicherweise Kunststoff. Es war allerdings das Chinesische Neujahrsfest, da sind die Leute immer aggressiver als sonst und oft auch angetrunken.
Anders sind alte Leute, die drängeln. Da gibt es welche, die nutzen die Verehrung, die Alten hier entgegen gebracht wird, schamlos aus und drängeln und schubsen um als erste dran zu kommen. Man lässt sie machen, siehe auch unten. Wie heilige Kühe in Indien sind Alte hier...

Übellaunige Alte:
Selten, aber immer wieder, wenn ich irgendwo in einen Wohnblock ziehe. Alte Leute, die einen auf Chinesich böse funkelnd fragen, was man da oben im Haus gemacht hat, irgendwas unverständliches Murmeln und böse starren oder einen gar anschreien. Ich antworte auf Deutsch oder gar nicht und gehe möglichst schnell weg. Alte werden in Taiwan verehrt, man würde sicher Beobachter zum handgreiflichen Eingreifen veranlassen, sollte man es zur Rangelei eskalieren lassen. Bei den älteren Damen hier sind die schick zurecht gemachten immer neutral oder höflich.

Betrunkene Herren:
Werden in Taiwan schnell aggressiv weil sie die konfuzianische Gefühlskontrolle verlässt. Weggehen und nicht in Kneipen oder billigen Lokalen trinken.

Hello! Hello!
Ruft Hello! Hello! und man antwortet Hello!

Straßenverkehrs-Vollidioten:
Das sind fast alle taiwanischen Verkehrsteilnehmer. Hier fährt man frech und forsch, schneidet und hupt, drängelt und ist stocksauer und super aggressiv, wenn der genötigte sich beschwert. Nach Unfällen auch Ziehen von Waffen (Baseballschläger, Samuraischwert, Wagenheber), herbeitelefonieren von vielen Freunden etc. Ruhig und höflich bleiben, auch wenn es schwer fällt. Autos wirken auf die Herren hier wie Alkohol, sie verlieren ihre antrainierte konfuzianische Gefühlskontrolle und die sonst so freundlichen Leute können sich schnell in tobende Irre verwandeln. Auch bei Harmlosigkeiten wie Spurwechsel, der nicht so klappt wie sie es wollen.

Der Normalo:
Nicht ins Boxhorn jagen lassen, fast immer trifft man einfach normale freundliche Menschen, die sogar westliche Ausländer ganz gern mögen. Es sei denn man fährt Auto, dann trifft man fast nur.... ;-)

Scherzfrage, weil ich manchmal auch taiwanische Leser habe. Welcher Typ sind Sie ;-)
 

Dienstag, März 19, 2013

Oh Kollege... Oh Kollege...

Ein Blogartikel von voriger Woche oder dergleichen ist von mir suspendiert worden. Es ging um einen neuen Kollegen und sein farbenfrohes Verhalten mir gegenüber - wir Ausländer fallen ja immer irgendwie auf hier, auch wenn es mir ein Rätsel ist, woran das liegt (räusper). Nun habe ich mich elegant aus der Sache rausgenommen, da ich so eine erprobte Ignorierstrategie den ganzen merkwürdigen Verhaltensweisen gegenüber habe, der Kollege allerdings ein so farbenfrohes Verhalten gezeigt hat, dass ein Blogartikel darüber wohl nicht mehr angemessen ist. Da muss erst mal Gras über die Sache wachsen, nachdem er jetzt sein Gemüt wieder beruhigt hat und anderswo grüneres Gras sucht, soll die Sache auch hier nicht wiedergekaut werden. Mit mir hatte das alles nichts mehr zu tun, er hat sich dann an seinen einheimischen Kollegen noch mehr gerieben als an mir mit variierenden Themen. Große Gefühle, Drama und Abenteuer am Arbeitsplatz. Eine Lebensregel kann man vielleicht daraus ableiten: Wenn man in der Probezeit Chef, ChefChef und die halbe Abteilung mit der eigenen ...äh... Weltsicht... beschäftigt, ist das vielleicht nicht ganz die richtige Strategie. Hat allerdings schon einen gewissen Unterhaltungswert, den ich den geneigten Lesern leider derzeit vorenthalten muss. Schon putzig, was man so alles mit neuen Kollegen erleben kann. Filmreif bisweilen. Obwohl es hier wohl auch schon klinische Implikationen hat, daher hüllen wir nun den Mantel des diskreten Schweigens über die Sache. Prust.

P.S.: War nicht in meinem Team, daher seien diese kurzen Andeutungen verziehen. Ich selbst stelle keinen mehr ein und hacke den Source Code und konfiguirere die customized Betriebssysteme einfach selber - man findet hier niemanden, der das kann. Oder die die können wollen nicht - ein Divaproblem, weil es so wenig gute Softwareleute gibt. Ist eben nicht China hier.

Ufo in Taipei

Fast könnte man meinen, ein Ufo sei in einem der Schlichtwohngebiete in Taipei gelandet, wenn man das Foto sieht. So unwirklich guckt das große Gebäude sonnenbeschienen durch die Baulücke. Es handelt sich dabei um [EDIT: eine der beiden Hallen auf dem Gelände des ] Chiang-Kai-Shek - Memorial in Taipei, jene große Gedänkstätte, die den Quasi-Staatsgründer Taiwans gewidmet ist. "Quasi", weil er eben der Staatschef der Republik China war, als diese noch auf dem Festland war und sich Taiwan unter japanischer Herrschaft befand. Bis er und seine Getreuen 1949 vor den Kommunisten flohen und die Insel Taiwan z.T. gewaltsam in Besitz nahmen (bereits seit 1945 war Taiwan unter Kontrolle der Republik China). Mit eiserner Hand regierte er Taiwan, ließ die Menschen beim großen 2/28-Massaker 1947 zusammenschießen auf den Straßen (http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenfall_vom_28._Februar_1947) und wird heute nichtsdestotrotz zumindest in Taiwans Hauptstadt Taipei noch immer sehr verehrt. Anderswo werden seine Denkmäler abgebaut, hier im Norden stehen sie noch. Immerhin gäbe es ja auch kein modernes demokratisches Taiwan ohne die vom alten Diktator Chiang betriebene Fortführung der Republik China - auf der Insel Taiwan. Und die Bevölkerung der Hauptstadt Taipei hat oft Väter und Mütter, die damals 1949 auch vor den Kommunisten geflohen sind, mit ihrem Chiang. Auch mein Schwiegervater kam damals, aus einer Großgrundbesitzerfamilie stammend und mit seinem jüngeren Bruder auf dem Rücken. Die Eltern und die Schwester in China auf dem Anwesen zurück lassend. Wo dann der Vater von den Jungpionieren ermordet wurde. Aber das ist ein anderes Thema.


Erst in Kaoshiung und dann in Taipei lebte die Familie dann in Schlichtwohnblocks wie vorne im Bild - und verarmte zwischendurch sogar, bis es im großen Elektronikaufschwung wieder aufwärts ging in den 80ern. Werde die älteren Blockartikel liest, findet viele Beschwerden meinerseits über diese Schlichtwohnblöcke, die vor wenigen Jahren auch noch weitaus ungepflegter waren als heute. Doch so zahlreich die grauen Häuserviertel auch noch sind, sie werden immer weniger. Am letzten Wochenende fielen mir viele neue fertig gestellte Hochhäuser auf. Nobelapartmentblocks mit 20 Stockwerken und schlossartigen Eingängen und in den Uhrengeschäften fand ich nur Rolex, Tudor und Omega in den Schaufenstern. Taipei soll wie Hong Kong werden, sagt der Bürermeister. In etwa 10 Jahren denke ich mal, werden Nobelapartments für Reiche auf die Denkmalstätte blicken.

Montag, März 18, 2013

Mach das nicht mehr wenn Du Zwanzig bist...

Gestern Abend um 22 Uhr. Mein Junior hat längst die Angewohnheit der Mutter übernommen, mir irgendwelche vorgefundenen Fussel in die Hand zu drücken, damit ich sie entsorge. Und das mit gerade mal einem Jahr! Gestern Abend dann, er findet etwas an seinen Füßchen, fummelt es ab und ....

Siehe Titel.


Weitere Junior-Kurznotiz:

Beinahe Neffe "De-de" wunderte sich unlängst, dass Junior auf seinem neuen MP3-Player (mit Lautsprecherlein statt mit Kopfhörer) so viel Blues drauf hat. Na immerhin hören wir die Mucke zusammen. Und kann nie schaden, sich frühzeitig auf das harte Leben vorzubereiten.

Mein Hemd kam nicht aus der Reinigung.
Dann fing es auch an zu regnen.
Mein Auto ging kaputt, mein Hund hat mich gebissen.
Meine Frau ist mit dem Gasmann ausgebüchst,
Der Whisky im Schrank ist alle...

Etc. pp. Wie das eben so ist.




Die kleine Bäckerei nebenan

Des nachts wenn sich der Mantel der Dunkelheit über die grauen Schlichthäuser legt und das Licht golden aus den Fenstern scheint, sieht sogar unser graues Militärveteranenviertel ein bisschen hübsch aus, hier in Taipei-NeiHu am östlichen Tellerrand der Weltscheibe. Das Haus in dem diese kleine Bäckerei liegt, ist sowieso ein bisschen netter, mit Holzverkleidungen und grünen Balkonen, die man aber nicht im Bild sieht.



Telefonnummer steht dran, mit 00 886 2 davor könnt ihr ja mal fragen, ob sie es liefern....
Mit Glasfront sehe es nicht so malerisch aus, hätte aber sicher auch seine Vorteile. Viele einfache Geschäfte in der Gegend sind nach dem Garagenprinzip aufgebaut: Abends kommt ein Rolltor runter, eine Glasfront mit Tür gibt es nicht.

Update: Mein Gott*, ich habe seit ewigen Zeiten keinen Kuchen mehr gegessen, fällt mir gerade auf. Die beiden großen Ketten bei uns in der Nähe hatten beiden Rattenbefall, bis hin zur gemütlichen Vesper im Schaufenster, fotodukumentiert. Und bei Geschäften wie diesem hier bin ich ja selbst abendlich mit Kamera Teil der Fauna, die da am offenen Geschäft vorbeiflaniert. Um Gottes* Willen...


* Religionen sollten übrigens mindestens einen Gott haben, fällt mir gerade auf. Auch kein schlechtes Kriterium. Kleiner Nachsatz zur Religions-Diskussion neulich.

Donnerstag, März 14, 2013

Local guys with foreign girls


In der oberen Bildhälfte ;-)

Keine Ahnung, was er da meckert. Sieht fertig aus, der Mann.

Wie alle Fotos mit innerstädtischem Charakter beim meinem Rundgang in Ximen, Taipei enstanden, wo ich den Vorsatz hatte, mir von der Umgebung Geschichten erzählen zu lassen und diese fotografisch festzuhalten. Diese Werbungskombi scheint das Vorurteil der männlichen Taiwaner zu unterstützen, dass westliche Frauen unersättlich seien und sie diesen nicht genügen würden. Ein Vorurteil, das die hiesigen Expatfrauen öfter mal im Forum bedauern. Etwa wenn der Boyfriend beim dritten Date schockgefriert.
Alles unsinnige Klischees natürlich. Räusper.

Mittwoch, März 13, 2013

Ohne Worte





Zu vermieten

Neulich hatte ich das Foto von diesem Haus bei uns in der Nachbarschaft in Taipei (Stadtteil NeiHu) schon einmal gezeigt, jetzt ist es jedoch mit einer neueren Softwareversion besser entzerrt, denn das verwendete 15mm Fisheye hat natürlich die zu erwartenden Verzerrungen, die für solche Objektive typisch sind. An meiner Fullframe-DSLR von Sony hat das Sigma-Fisheye ja einen Bildwinkel von 180 Grad (Achtung: an einer handelsüblichen APS-C DSLR wäre er deutlich kleiner, da bräuchte man 8mm oder 10mm Brennweite) und liefert auch die typisch tonnenförmigen Verzeichnungen, die ich hier von Hand rausgebogen habe. Der Schuss war damals von Hand gemacht, durch die 2.8er-Lichtstärke und den in die Kamera eingebauten Bildstabilisator gelang der Schuss auch bei einer Zehntel Sekunde aus freier Hand. Beim Marktführer Canon oder auch bei Nikon hingegen wäre der Bildstabilisator im Objektiv - aber eben nicht bei Fischaugen oder anderen Weitwinkelobjektiven, daher hat Sony hier einen klaren Vorteil.Vorgestern mit den Scientologen angelegt, siehe unten, heute mit den Canon-Fans, na das kann was werden.



Wo waren wir? Ach ja, das Haus steht zur Zeit zur Vermietung. Ich bin ja recht vertraut damit, habe es sooft fotografiert, dass mich der Kettenhund nicht mal mehr anbellt. Allerdings dient die kleine schmalle Gasse als einzige Direktverbindung zweier Teile des Militärveterantenviertels und hat recht viel Verkehr, bei Hundehaltern ist das Ganze zum Gassigehen sehr beliebt (Hundekot), auch eine ältere Frau hat hier zwischen den Häusern eine Müllverwertung und gleich gegenüber hat eine kleine glasfrontlose Bäckerei ihren Sitz, die leider Ratten anzieht (weil sie eben offen ist), da haben wir vom Mieten doch Abstand genommen. Auch wenn das alte Häuschen nett aussieht.

P.S.: So alt ist es gar nicht, der selbe Stil wie die Mietshäuser, die alle vom Ende der 60er sind.

Dienstag, März 12, 2013

Autobahnraststätte in Taiwan

Auf der Fahrt zurück vom Tempelbesuch im Süden Taiwans, wo wir eine kranke Kollegin hin gefahren hatten (ich hatte damals berichtet) hatten wir einen kurzen Stop an einer Autobahnraststätte eingelegt.

Hier parkt das Ludigelmobil auf dem weitestgehend leeren Parkplatz. Außen war er da ganz sauber, innen aber nicht, denn in Taiwan gibt es keine Staubsauger an den Tankstellen. Man muss stattdessen den Wagen zur Reinigung irgendwelchen Leuten längere Zeit überlassen, was wir immer wieder im Mehrjahresrythmus hinauszögern. Brrr. Wie dem auch sei, auf dem sehr modernen Highwayparkplatz (am Highway 1 müsste das sein) kam ich nicht umhin mir zu überlegen, wie sich wohl ein Durchschnittsdeutscher einen Autobahnparkplatz in Taiwan vorstellen würde. Wahrscheinlich als einen Acker, auf dem einige schwere Geländewagen und unzählige LKW-Wracks stehen, ein paar Fressbuden und eine Menge Prostituierte, alles unter Palmen natürlich und ich grellen Sonnenschein und um die Kurve rum lauern schon Gangster mit Maschinenpistolen. Nun, die Realität sieht anders aus, es hat offensichtlich geregnet.

Der viele leere Platz wirkt auf mich schon übertrieben, schließlich würden in Taipei hier zwei Wohnblocks und zehn Geschäfte, zehn PKWs und dreißig Mopeds stehen, mindestens. Aber hier sind wir wohl etwas gen Süden. Aber auch nördliche Autobahnraststätten sind in Taiwan überaus geräumig gebaut.

Insgesamt sieht es also gar nicht mal so viel anders aus als in Deutschland, nur vielleicht noch ein bisschen adretter und man braucht sich keine Sorgen zu machen, ob einem gleich der Wagen aufgebrochen wird. Es fehlt halt die direkte Autobahn in den Ostblock - oder auch nach Laos oder Thailand. Praktisch so eine Insel.

Wer möchte kann in den Kommentaren jetzt gerne anmerken, dass es in Deutschland auch viele deutsche Gangster gibt, solche Weisheiten kann man immer gebrauchen.

Gleicht alles auch draußen etwas dem deutschen Counterpart, so sieht es doch drinnen ganz anders aus. Oder weitgehend anders, sagen wir mal.

Es empfängt einen nämlich ein verspielt eingerichtetes Einkaufszentrum voller Esslokale, einem Reisebedarf-Supermarkt und allerlei Souveniershops, in dem einige Paare und Familien ausgelassen schlendern und sich mal so richtig entspannen.

Machen Sie doch einfach einen kurzen Rundgang mit mir, ich habe ja sonst so selten Gelegenheit dazu, mit jemanden aus der teutonischen Heimat zu reden. Hier gibt es jedenfalls viel Leckereien und interessante Wässerchen mit allerlei Geschmack zu kaufen, Badeduftwasser glaube ich und vielleicht Süßgebäck-Geschenkpackungen gleich daneben, alles was man eben so braucht auf der Reise - oder am Zielort.

Hier gibt es leckeres Essen. Maskiert sind auf einer taiwanischen Raststätte also keine Gangster, sondern nur die Verkäuferinnen, wenn sie gerade einen Schnupfen haben.

Stirnrunzelnd nahmen meine Frau und die Kollegin zur Kenntnis, das ich alles mögliche fotografiert habe. Ich erklärte sogleich, dass es vielleicht für das Blog interessant ist. Also bitte nicht einschlafen!

Ich will auch einmal das ganz normale Taiwan zeigen, in dem nichts dramatisches passiert, keine Ausländer in tiefen Schluchten verloren gehen, im Verkehr zu Tode kommen oder betrunken Taiwaner zu Tode fahren wie in den letzten Postings. Man lebt eben so in Taiwan einfach vor sich hin und das in der Regel ganz angenehm. Sonst wäre ja nicht die ganzen "Laowai" (Ausländer) hier, die paar, die es hier an den östlichen Tellerrand der Weltscheibe verschlagen hat.

Hier gibt es sogar was zu bestaunen, plastiniertes Esses hinter Glas, so dass man sehen kann, was es so ungefähr zu Essen gibt. Wie man sieht sind die Preise hier sogar auf normalem Garküchenniveau, 100 NT für eine Portion oder gar weniger, muss wirklich Richtung Süden sein, hier bei Taipei an der Raststätte kostet es so etwa 180 NT - durch 40 in Euro, also alles kein Geld.

Zu Essen gibt es irgendein paniertes Shrimpszeug oder ein Stückerl Fleisch, ein paar Gemüse dazu und viel Reis. Ich hatte einen leckeren Topf aus panierten Schnitzelstücken mit weißer Soße und Reis gemischt zu einer Art Eintopf, ausgesprochen lecker. Das hier sind Krabbenchips, die man entweder getrennt kaufen kann oder die als Beilage auf dem Teller liegen. Recht alltäglich eigentlich in Taiwan und in Deutschland ja auch aus manchen China- oder Thai-Restaurants bekannt.

Viel Verkäuferinnen und wenig Gäste an diesem regnerischen Sonntag. Gleich nach dem Foto passierte etwas ungewöhnliches. Ich hatte den Teller meiner Frau vor mir stehen, weil wir ja oft das Essen tauschen nach Taiwanart und nur noch ein paar einsame Krabbenchips hatten drauf überlebt, da kam eine völlig normal mittelklassig wirkende junge Frau zu mir und nahm einen der soßenverschmierten Krabbenchips hoch und besah in sich kurz und legte ihn dann auf den Teller zurück - alles mit den Fingern wohlgemerkt. Angeregt plaudernd zog die Familie weiter. Was das bedeutete konnten meine taiwanischen Mitreisenden mir auch nicht erklären. Man merkt als Westler aber öfter mal in Taiwan dass man so etwas besonderes ist, dass es schon mal passieren kann, dass alles ganz genau inspiziert wird. Insbesondere in Gegenden, wo nicht so viele Ausländer sind.

Im Obergeschoss tranken wir noch einen Kaffee und aßen etwas Kuchen und bewunderten dabei die Deko aus Glasriesenlibellen.

Und auch die Aussichtsplatform hinten...

... die wenig Aufregendes zu bieten hatte. Ganz normaler Alltag eben. Von den bewaffneten Drogengangstern, Kinderprostituierten, ausgemergelten Fabrikarbeitern und ähnlichem, von dem viele vor sich hin phantasierende deutsche mit Taiwan befasste Webseiten manchmal reden also eine Spur.

 Nur das heimatliche Taipei-NeiHu hatte beim Nach Hause kommen für den deutschen Leser vielleicht etwas Exotik zu bieten oder jedenfalls asiatische Enge. Denn so viel anders als das graue Laatzen-Mitte - Viertel in meiner Heimatstadt im Großraum Hannover sieht es nun auch wieder nicht aus...

Montag, März 11, 2013

Scientology fischt in Taiwan

Offensichtlich trumpft Scientology in Taiwan auf. Man kann aus diesem Artikel (http://www.abc.net.au/news/2013-02-25/church-of-scientology-denies-holding-woman-in-isolation/4539658) entnehmen, dass Scientology Australien offenbar versucht, den australischen Mitgliederschwund durch massiven Anwerben von Taiwanern zu kompensieren. Nicht nur werden sie dabei von der Familie einer Taiwanerin beschuldigt, die junge Frau gegen ihren Willen in Australien festgehalten zu haben (was Scientology freilich bestreitet), sie setzen offenbar auch alle proamerikanischen Stilmittel ein, die ihnen greifbar sind. Wer Taiwan kennt weiß ja, wie populär die US-amerikanische Kultur hier auf der Insel ist. Daher ist dieser Einblick in das Fotoalbum eines angeworbenen Taiwaners (https://whyweprotest.net/community/threads/candid-photos-of-inside-taiwan-scientology-org-january-2011.68939/) sehr interessant, bei dem zwei vermutliche US-Amerikaner sogar in schneeweißer US-Marine-Uniform (bis hin zum Dienstgrad des Kapitäns zur See wird hier vorgeführt) posieren. Hier wird der "Wir Amerikaner sind die Beschützer Taiwans"-Blickwinkel berührt und die Anwerbung bekommt dadurch einen falschen regierungsamtlichen  Nimbus in den Augen manches Taiwaners.

Ob Taiwaner immer zwischen westlichen Traditionskirchen und dem in Deutschland als Kult eingestuften Scientology-Unternehmen unterscheiden können? Taiwan hat Scientology nach US-Vorbild als Religion eingestuft.

Mit Religionen ist es wie mit dem Fusel...

Desto älter desto besser.


Deutschem Umweltaktivisten Einreise verweigert (Update)

Offenbar fasst in Taiwan*** eine Anti-Atomkraftbewegung Fuß und zu den Kundgebungen wollte auch ein deutscher Umweltaktivist einreisen, allerdings wurde ihm offenbar an diesem Freitag, dem 8. März, die Einreise nach Taiwan verweigert. Begründung war, er habe im Jahre 2011 schon einmal die "Bedingungen seines Visas verletzt", womit gemeint war, er habe 2011 an einer gleichartigen Demonstration in Taiwan teilgenommen. Der Deutsche wurde offenbar einige Zeit festgehalten (von 16 Uhr bis 23 Uhr) und dann deportiert.
http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2013/03/10/2003556728 
http://newsmotion.org/tags/weblog 

Update: Hier ist eine Email von dem Betreffenden, als er 2011 in Taiwan am Community College in Tainan war und sich gegen die zahlreichen Wegwerfverpackugnen in Taiwan (oder hier deren Export nach London) ausspricht: http://www.tncomu.tn.edu.tw/modules/tadnews/pda.php?nsn=1401&ncsn=51
Go Go Go! Und das wird von mir ohne Witz gesagt. Mein Papierkorb ist schon wieder voll mit Getränkeplastikcontainern.

Zum Hintergrund muss man wissen, dass Taiwan eine merkwürdige Gesetzgebung aus Japan übernommen hat, bei der Ausländern jedwede "Einmischung" in politische Angelegenheiten verboten ist. Das bedeutet, dass auch Ausländern, die hier Steuern zahlen und wie Ping Po nebenan jeden Tag zur Arbeit fahren, ihre Meinungsäußerung bezüglich innertaiwanischer Angelegenheiten verwehrt wird, allerding nur, wenn dies mit der körperlichen Präsenz verbunden ist. So haben Ausländer einige Mal im Ausländerforum Forumosa.com berichtet, Polizei hätte ihnen die Gegenwart an Wahlkampfveranstaltungen der DPP (die eher antichinesische Partei Taiwans, die 2000-2008 den Präsidenten stellte) untersagt und offenbar wieder erlaubt, wenn sie in Begleitung ihrer einheimischen Ehefrauen erschienen sind. Auch auf "Demos" bezieht sich diese Rechtsauslegung. Auch soll ein in Taiwan bei einem Plattenlabel arbeitender US-Amerikanischer Musiker aus Taiwan ausgewiesen worden sein vor mehreren Jahren, weil er auf einer ökologischen Protestveranstaltung gesungen hat, um 2000 herum müsste das gewesen sein.

Konkret wertet die Immigrationsbehörde Taiwans das Teilnehmen an Protestveranstaltungen u.U. als "Arbeit" und wer keine allgemein gültige Arbeitserlaubnis hat (Der ausgewiesene Musiker hatte nur eine an einen festen Arbeitsort i.S.v. Adresse gebundene) macht sich dann angeblich des Arbeitens ohne Arbeitserlaubnis schuldig.

Auch andere Länder verweigern allerdings Ausländern die Einreise, die zum Zwecke einer Demoteilnahme einreisen.

Ansonsten ist Taiwan aka die Republik China ein demokratisches, pluralistisches Land mit Mehrparteiensystem und freier Meinungsäußerung - damit keine Missverständnisse aufkommen.

Licht ins Dunkel - Info über Taiwan gleich unten; unter dem Bild





*** NEU, der Taiwan-Kurzleitfaden für geneigte Leser ***
*** Noch nie war Durchblick so einfach wie heute ***

Republik China: Offizieller Staatsname von dem, was man meist "Taiwan" nennt. Siehe unten.

Volksrepublik China (VR China): Dat kennt jeder, gelle? Det große Land wo die DVD-Player gebaut werden. Sieht das Territorium der Republik China/Taiwan als eigenes Territorium an, was nicht der Faktenlage entspricht, da die Republik China/Taiwan eine eigene Regierung, eigene Streitkräfte, eigene Währung  etc. hat (s.a. "Taiwan").

"Taiwan": mit formellem Staatsnamen "Republik China", ein souveräner Staat auf der Insel Formosa und einigen angeschlossenen kleinen Inseln, Computer-Ingenieurbüro der Welt und parlam. Demokratie mit Mehrparteiensystem. Hauptstadt Taipei. Früher auch "Nationalchina" genannt, hier wird die alte Republik China fortgeführt, die 1949 von den Kommunisten auf dem Festland vernichtet wurde. "Taiwan" ist eigentlich der asiatische geographische Name für die Hauptinsel Formosa, die vor 1945 eine eher lose politische Anbindung an das chinesische Festland hatte und von 1895-1945 japanisch war.

Thailand: Der große asiatische Flächenstaat, früher Siam genannt. Das Ding mit Pattaya, Bangkok und dem König. Kokossoße am Essen, sie wissen schon. Hat nix mit Taiwan zu tun.

DPP: Oppositionspartei in Taiwan, stellte 2000-2008 den Präsidenten. Betont die faktisch schon vorhandene Eigenständigkeit der Republik China alias Taiwan und  spricht sich gegen eine Vereinigung mit der VR China aus.

KMT/Kuamintang: Ursprünglich eine nationalchinesische Partei, die mit einer bürgerlichen Republik das alte chinesische Kaiserreich ablösen wollte und zumindest ab 1911 bis 1949 über große Teile von China herrschte ("Republik China"). Die KMT-Führung rette sich mit Teilen des Bürgertums und Teilen der Streitkräfte 1949 auf die Insel Taiwan (die 1895-1945 eine Art japanische Kolonie war) und führte dort die Republik China teils massiv gegen den Willen der Taiwaner fort. Präsident Lee Teng Hui (KMT) führte 1992 erste freie Parlamentswahlen und 1996 freie Präsidentschaftswahlen ein, verlies nach seiner letzten Amtszeit etwa 2000 die KMT und gründete die kleine Partei TSU (Taiwan Solidarity Union) mit antichinesischem Kurs.
Während die KMT also bis 1992 diktatorisch über "Taiwan" geherrscht hat, regiert sie seither mit der Unterbrechung 2000-2008 demokratisch, gegenwärtiger Präsident ist Ma Ying-Jeou (Ma ist der Familienname), KMT. Die KMT fährt derzeit einen gemäßigt prochinesischen Kurs und sieht i.A. Taiwan als "China" an, wobei dieses China aber i.d.R. nicht notwendigerweise die "Volksrepublik China" ist - vgl. die von der KMT gegründete bürgerliche Republik China.


*** wird in Zukunft bei passenden Artikeln unten dran kopiert als Fußnote. Das Taiwanblog tut was für die Deutsche Volksbildung! ***

Donnerstag, März 07, 2013

Indiana Jones holt Nudelsuppe

Man kommt sich manchmal doch vor wie ein Entdecker, der vergessene Welten entdeckt, wenn man hier im heimatlichen Viertel einfach nur Nudelsuppe aus irgendeiner Garküche holt. Einfach mal die Suppe auf die Sitzbank gestellt und ein Foto gemacht. Das ist eine Ecke hier wo manchmal Senioren auf den Stühlen sitzen und von dem hier wirklich mal vorhandenen Bürgersteig aus einen gelassenen Blick auf die mopedknatternde Umgebung werfen.

Parallel  zur 737-Lane in Taipei-NeiHu, bei der WenDe Road. 2x Firefox-Mittelklick vergrößert.

Geht man die Straße hinten rechts rein, zwischen den Häusern gar nicht zu sehen, dann ist das eine so schmale Gasse, das Autos gar nicht durch passen. Oder gerade so passen aber hier nicht mehr fahren dürfen. Das eindrucksvolle sind die Wohnzimmer. Die Leute haben im EG ihre Stuben und die sind mit alten Panoramafenstern mit gläsernen Schiebetüren von der Moped- und Fußgängergasse abgeteilt ohne irgendwelche Gardinen. In jedem Haus hat man also unmittelbaren Einblick in die Wohnstuben. Bei den hier sehr einfachen Häusern sind die Wohnzimmer immer völlig unverziert, meist nackte weiß gestrichene Wände, evtl. mit weißem Kunstholz verkleidet, irgendein Götterbild in chinesisch-traditionellem Stil hängt in der Wand und den Raum prägt ein großes Sofa, ein niedriger Wohnzimmertisch und ein großer Flachbildfernseher auf einem niedrigen Stubenschränkchen, auf den alle gucken. Derzeit tragen die Leute oft Parkas, weil es um die 18 Grad nur sind bei hoher Luftfeuchte. Da schmiegt sich die junge Nichte im Parka an den alten Opa mit dickem Schal, beide gucken die Samstagabendshow mit Fernsehballet und ich kann mir im Vorbeigehen einen kurzen Seitenblick nicht verkneifen. "Wie im Museum", bemerkte ich neulich zu meiner Frau. Als seinen es Glasvitrinen mit nachgestellten Szenen aus einer anderen, verloren gegangenen Zeit.


Mittwoch, März 06, 2013

Taipei Sport (Update)


Praktisch. Quadratisch. Gut.*

Ein Foto vom alten Wohnblock, in dem ich oben im 7. Stock (eigentlich 6. OG) gewohnt habe. Der Wohnblock bei uns im Militärveteranenviertel war etwas ordentlicher als mein jetziger, aber die etwas besseren Häuser und die etwas breiteren Straßen zogen auch Straßenhändler magisch an, die mit ihren kleinen blauen Lieferwagen und quäkenden Lautsprechern oben drauf die Wochenenden zur Tortur machten. Besser wäre man wohnt noch etwas besser, in Wohnanlagen mit Zaun drum herum und Security, die die Straßenhändler auf Distanz halten. Diese heimatlichen Straßenzüge in Taipei NeiHu, in denen meine Frau aufgewachsen ist und an denen sie fast schon verzweifelt festhält bezüglich unseres Wohnsitzes, werden aber immer weniger. Immer mehr ist in den letzten Jahren weggerissen worden und von der einen Seite drängen Stahl- und Betonbüros und ein Nobelapartmentviertel (nebst Nobelreihenhäusern) heran und Apartmentblocks nach westlichem Standard mit dann 15 Etagen oder so haben sich bis auf wenige Meter an die Wohnungen von mir und Schwiegermutter heran geschoben. Irgendwann ist dies alte NeiHu weg. Ich muss zugeben, ich werde den Schlichthäusern keine Träne nachweinen, denn tagsüber sieht das alles nicht so nett aus wie hier, sondern grau und trostlos ohne das goldene Licht in den Fenstern. 
Ups. Wieder gemeckert. Siehe vorheriger Blogeintrag.

Fotologisches:
Von Hand mit meinem alten 1.7/50mm Normalobjektiv von Minolta fotografiert, also noch aus analogen Zeiten stammend von 1999. Mittlerweile hat das Objektiv an meiner Sony DSLR ein zweites Leben - lustigerweise sogar mit elektronischem Bildstabilisator, der ja bei Sony/Minolta nicht im Objektiv, sondern in der Kamera sitzt, so dass solche Fotos aus freier Hand (hier 1/10 Sek. Belichtungszeit) möglich werden. Das ultrasolide lichtstarke kleine Objektiv mit seinem stabilen Fiberglaskubus ist das letzte meiner alten "Analogobjektive", das durchgehalten hat und auch den vergleichsweise brutal schnell zupackenden Autofokusmotor der Sony verträgt. Zoomobjektiven ist eine solche Festbrennweite qualitativ und auch von der Lichtstärke her überlegen und das macht - jedenfalls ohne Stativ - dann oft den Unterschied zwischen kein Foto haben und Foto haben aus. Die teuren 2,8er-Zooms kommen aber zumindest in die Nähe, das gebe ich gerne zu.

*Update: Bild durch bessere Belichtung ausgetauscht.

Taiwan-Meckerei

Die Lieblingsbeschäftigung des Expats in Taiwan ist das Meckern über das Gastland. Auch ich hatte solche Phasen, ich will daher niemanden dafür kritisieren. Hier ist wieder mal ein Thread im Ausländerform Forumosa.com, wo jemand seinen Taiwankoller hat und alle mit einstimmen in den Jammerchor: http://www.forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=118360
Ein richtiges Hassposting habe ich dort nicht gefunden, die hat man auch manchmal. Letztlich ist das Problem, dass die Euphorie der ersten Monate für die Meisten irgendwann weg ist, es ist einem dann selbstverständlich dass Taiwan eine kleine Demokratie in Asien ist, wohlhabend, gastfreundlich, mit hübschen kichernden Damen vollgestopft  und interessantem Essen. Man ärgert sich dann zusehens über das Geschiebe auf den Straßen, das fehlen von Bürgersteigen, den Smog, hupende Autofahrer, die wollen, dass man als Fußgänger wie ein Helikopter zur Seite schwebt (Bürgersteig gibt es ja meist nicht) etc. etc.


Die Leute die das schreiben leben fast immer in Taipei, manchmal aber auch in anderen Großstädten Taiwans. Taipei jedenfalls ist ein völlig überbevölkerter grauer abgestanden und versmogt riechender Moloch und die Ausländer im Forum, meist eher schlecht als recht bezahlte Englischlehrer für die kleinen Taiwaner, müssen leben wie die untere Mittelklasse in Taipei. Und die hat sich eben in grauen Hühnerkäfigen kaserniert. Was eine ganz andere Welt ist als die der schönen Natur außerhalb Taiwans, in die ich auch so gut wie nie komme - die Bergfotos im letzten Blogeintrag sind ja schon von 2005.

Ich habe schnell aufgehört die Diskussion zu lesen, weg gesperrter Frust über rüden Fahrstil und graue Hässlichkeit etc., sorgsam weg geschlossen, droht an die Oberfläche zu kommen. So wie ich im Fernsehen gerne den Kanal wechsele, wenn ich Leute in deutschen grünen Reihenhäusern sehe. Denn irgendwann wird das Grau normal und der Mopedgeruch auf den Straßen. Also klarer Fall, Heulsusen sind die alle im Forum, ist doch suuuuuuuuper hier.

Na also, schon viel farbenfroher. Äh...... never mind.