Die Webseite Paperblog, bei der ich dieses Blog registriert hatte, verlinkt keine Blogs sondern reproduziert den Bloginhalt über Feeds. Damit steht bei Paperblog ein Artikel auch noch, wenn ich ihn hier wieder gelöscht oder geändert habe - im Originalzustand. Leider kann man dort den Account nicht löschen, daher habe ich den Blogfeed kurzerhand gelöscht. Dieses Posting soll ein Test sein, ob der Inhalt noch bei Paperblog auftaucht...
Alte Inhalte bleiben leider bei Paperblog erhalten, weil sie eben kopiert sind. Unschön. So verliert man vollends die Kontrolle über die eingestellten Inhalte und kann diese nicht wieder löschen. Brrr.
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Sonntag, Januar 23, 2011
Freitag, Januar 21, 2011
Chinese New Year, das Chaos rollt langsam ein
Gestern Abend rolle ich mit dem Ludigelmobil und Frau auf dem Beifahrersitz müde nach dem üblichen taiwanesischen 12-Stunden-Arbeitstag bei uns in der Kleinstadttanke (der Marke NPC) ein, da wundere ich mich, obwohl ich schon ganz vorne an der Zapsäule stehe und die ganze Tanke bis auf mich leer ist, wieso mich der "Tankwart" immer weiter und weiter nach vorne winkt, bis ich fast wieder draußen aus der Zapfsäulenreihe will. Aber gut, mit dem gesunden Menschenverstand muss man hier großzügig sein, also denke ich mir noch nichts dabei. Dann steht ein kleines Männlein bei mir vor dem Fahrerfenster, ein eher zierlicher Taiwanese mit rotgefärbtem Haarschopf, irgendwie so Richtung "Pumuckel goes Pokemon" sozusagen. Stupsnase, riesiges Grinsen auf dem Gesicht, vielleicht gerade 18 oder so und fängt an mit einem unter rotem Kopf hervorgesprudelten chinesischen Fragenkatalog, von dem ich mit meinem Survivalchinesisch auch das ein oder andere verstehe, aber nicht verstehen will und bemühe mich daher angestrengt, den kleinen Herrn zu übersehen und gucke geradeaus. Meine Frau sagt ihm leicht genervt "95er voll", was etwa wie "Joe-uh dshamen" mit weichem "sh" und Joe wie der englische Name klingt, hier die übliche ansage für Volltanken mit (bleifreiem) Super. Er quasselt erst noch weiter, Ausländer kriegen hier oft die 1000-Fragen-Nummer der Einheimischen.
Da wiederholt der kleine Kerl "92er", offenkundig mit falscher Oktanzahl und gibt das an eine mittlerweile aufgetauchte junge Frau so weiter, die im Gegensatz zu ihm die Uniform der Tankgesellschaft trägt. "92er voll", sagt er kichernd zu ihr, was auf Chinesisch wie "Joe-ör (dshamen)" klingt, also sicher nicht zu verwechseln ist. Wieder steht er kichernd am Fahrerfenster, gafft mich an als sei ich E.T. in der Wurmkur und plappert mit rotem Kopf drauf los. Das Anhimmeln von Ausländern, das man in Taiwan oft antrifft, kann leider oft sehr nervige Formen annehmen und geht meist fließend in das Veralbern des Ausländers über.
Meine Frau erklärt ihm scharf, dass er die richtige Oktanzahl nennen soll und auch ich krähe ein "95er voll" aus dem Halse, während sich unser kleiner Ententreter halb schlapp lacht. Schließlich kann ich mich überzeugen, das der weibliche Teenager mit Tankwartsuniform das korrekte 95er einfüllt. Alles irgendwie lustig, vielleicht so Marke versteckte Kamera für geistig Minderbemittelte, aber wenn zwei Taiwanteenies wegen ihrem Herumgeflachse mir falsches Benzin in den Tank füllen, darf ich mich die nächsten zwei Stunden darum kümmern und das ist dann weniger lustig irgendwie. In der vierzehnten und fünfzehnten Stunde des Arbeitstages nach Büro und Heimfahrt.
Schließlich gibt das Mädel ihrem "Kollegen" noch einen Schubs, sagt kichernd, er solle verschwinden und er fliegt in Richtung der Zapfpistole, die im Tank hängt und das Benzin immer noch auffüllt. Ich sah ihn schon in einer Benzinlache neben meinem offenen Tank liegen und mit seinem einnehmenden Humor Funken sprühen, doch erfreulicherweise blieb uns dieser vorgezogene "Chinaböller" erspart.
Alles irgendwie kurios, wenn man es in der Mittagspause aufschreibt, jedoch nach langer Arbeit und Fahrt ehr nervig. Das chinesische Neujahr steht vor der Tür, da sind alle aufgekratzt und noch leichtsinniger im Verkehr als sonst und oft betrunken. Uns bleibt nichts anderes übrig als sich bei der Tankgesellschaft zu beschweren, allein schon zur Sicherheit, denn Herumschupsen beim Benzineinfüllen ist nun wirklich eine unangenehme Sache. Leider haben die ja keine Selbstbedienung in Taiwan ... zur Sicherheit.
Bald ist Neujahr, dann knallen 24h am Tag Kanonenschläge und das etwa 2 Wochen lang. Ich hasse chinesisches Neujahr. Irgendwie klinge ich jetzt wie einer der Alten bei der Muppetshow.
P.S.: Taiwanesen sieht man auch oft an der Tankstelle rauchen. Zwar nur am Rande der Tanke, aber die weggeschnippten Kippen machen mich immer wieder nervös. Aber die Götter sind mit ihren Geschöpfen hier am Tellerrand der Weltscheibe scheinbar gnädig.
Das NPC-Firmenlogo vermittelt einen ganz guten Eindruck vom Tankwart. Beim Einstellungstest müssen die Bewerber wahrscheinlich Chiang Kai Shek von der Hello-Kitty-Katze unterscheiden können. Wer es schafft fliegt raus.
Da wiederholt der kleine Kerl "92er", offenkundig mit falscher Oktanzahl und gibt das an eine mittlerweile aufgetauchte junge Frau so weiter, die im Gegensatz zu ihm die Uniform der Tankgesellschaft trägt. "92er voll", sagt er kichernd zu ihr, was auf Chinesisch wie "Joe-ör (dshamen)" klingt, also sicher nicht zu verwechseln ist. Wieder steht er kichernd am Fahrerfenster, gafft mich an als sei ich E.T. in der Wurmkur und plappert mit rotem Kopf drauf los. Das Anhimmeln von Ausländern, das man in Taiwan oft antrifft, kann leider oft sehr nervige Formen annehmen und geht meist fließend in das Veralbern des Ausländers über.
Meine Frau erklärt ihm scharf, dass er die richtige Oktanzahl nennen soll und auch ich krähe ein "95er voll" aus dem Halse, während sich unser kleiner Ententreter halb schlapp lacht. Schließlich kann ich mich überzeugen, das der weibliche Teenager mit Tankwartsuniform das korrekte 95er einfüllt. Alles irgendwie lustig, vielleicht so Marke versteckte Kamera für geistig Minderbemittelte, aber wenn zwei Taiwanteenies wegen ihrem Herumgeflachse mir falsches Benzin in den Tank füllen, darf ich mich die nächsten zwei Stunden darum kümmern und das ist dann weniger lustig irgendwie. In der vierzehnten und fünfzehnten Stunde des Arbeitstages nach Büro und Heimfahrt.
Schließlich gibt das Mädel ihrem "Kollegen" noch einen Schubs, sagt kichernd, er solle verschwinden und er fliegt in Richtung der Zapfpistole, die im Tank hängt und das Benzin immer noch auffüllt. Ich sah ihn schon in einer Benzinlache neben meinem offenen Tank liegen und mit seinem einnehmenden Humor Funken sprühen, doch erfreulicherweise blieb uns dieser vorgezogene "Chinaböller" erspart.
Alles irgendwie kurios, wenn man es in der Mittagspause aufschreibt, jedoch nach langer Arbeit und Fahrt ehr nervig. Das chinesische Neujahr steht vor der Tür, da sind alle aufgekratzt und noch leichtsinniger im Verkehr als sonst und oft betrunken. Uns bleibt nichts anderes übrig als sich bei der Tankgesellschaft zu beschweren, allein schon zur Sicherheit, denn Herumschupsen beim Benzineinfüllen ist nun wirklich eine unangenehme Sache. Leider haben die ja keine Selbstbedienung in Taiwan ... zur Sicherheit.
Bald ist Neujahr, dann knallen 24h am Tag Kanonenschläge und das etwa 2 Wochen lang. Ich hasse chinesisches Neujahr. Irgendwie klinge ich jetzt wie einer der Alten bei der Muppetshow.
P.S.: Taiwanesen sieht man auch oft an der Tankstelle rauchen. Zwar nur am Rande der Tanke, aber die weggeschnippten Kippen machen mich immer wieder nervös. Aber die Götter sind mit ihren Geschöpfen hier am Tellerrand der Weltscheibe scheinbar gnädig.
Mittwoch, Januar 19, 2011
Leady to Lock! Die Neujahrsfeier kommt!
Unaufhaltsam nähert sich die Neujahrsfeier, chinesisches Neujahr ist ja demnächst im Februar und meine Firma feiert schon mal jetzt. Spätestens nach dem chinesischen Neujahr ist dann das Jahr des gesottenen Schweins vorbei und wir haben ein anderes Tierjahr, wie wäre es mit hustender Hauskatze oder irgendwie sowas (Adjektive sind frei erfunden).
Die Frage, was Sie oder Ihre Vorfahren im Jahr 100 gemacht haben, kann ich dann auch relativ einfach beantworten, "meist im Büro gesessen" nämlich, während bei den meisten Lesern die Antwort "Das Land in Dreifelderwirtschaft bestellt" lauten müsste. Taiwan schaltet nämlich vom Jahr 99 auf das Jahr 100 um, schöne runde Zahl, denn 1911 wurde in Nanking (Nanjing) auf dem chinesischen Festland die Republik China von Dr. Sun Yat Sen gegründet, die seit 1949 auf der Insel Taiwan weitergeführt wird, nun wissen sie es.
Die hier abgebildeten Leutchen sollen wohl für den Gesang sorgen, der Rechts trällert immer im Fernsehen herum, wenn ich zu hause fluchtartig das Wohnzimmer verlasse (die Kausalität ist allerdings anders herum).
Die beiden über ihnen helfen mit. Vorhin hatten sie schonmal geprobt, trällerten mit dünnen Stimmen (der vorne rechts war da nicht dabei) "I hate myself vor loving you", das Lied kenne ich gut, meine Frau singt es immer daheim. Ohne Flachs, ist wirklich eines ihrer Lieblingslieder. Merkwürdig eigentlich, jetzt wo ich es erwähne....
Die Frage, was Sie oder Ihre Vorfahren im Jahr 100 gemacht haben, kann ich dann auch relativ einfach beantworten, "meist im Büro gesessen" nämlich, während bei den meisten Lesern die Antwort "Das Land in Dreifelderwirtschaft bestellt" lauten müsste. Taiwan schaltet nämlich vom Jahr 99 auf das Jahr 100 um, schöne runde Zahl, denn 1911 wurde in Nanking (Nanjing) auf dem chinesischen Festland die Republik China von Dr. Sun Yat Sen gegründet, die seit 1949 auf der Insel Taiwan weitergeführt wird, nun wissen sie es.
Die hier abgebildeten Leutchen sollen wohl für den Gesang sorgen, der Rechts trällert immer im Fernsehen herum, wenn ich zu hause fluchtartig das Wohnzimmer verlasse (die Kausalität ist allerdings anders herum).
Die beiden über ihnen helfen mit. Vorhin hatten sie schonmal geprobt, trällerten mit dünnen Stimmen (der vorne rechts war da nicht dabei) "I hate myself vor loving you", das Lied kenne ich gut, meine Frau singt es immer daheim. Ohne Flachs, ist wirklich eines ihrer Lieblingslieder. Merkwürdig eigentlich, jetzt wo ich es erwähne....
Dienstag, Januar 18, 2011
Taiwan mögen
Noch kann ich es selbst kaum glauben, ich mag Taiwan in letzter Zeit. Das Problem war immer, dass ich von den schönen Seiten wie unberührter Natur irgendwo im Süden ja nichts mitkriege, sondern immer nur verdreckte Städte, Staus und hyperlange Arbeitszeiten habe, misshandelte Hunde durch unsere Hunderettung stray-dogs.org und den aggressiven Verkehr mit der Tendenz der 'Nesen, einem ständig vor den Wagen zu fahren.
Aber scheinbar gewöhnt man sich an alles, nach nun mehr bald 7 Jahren macht es mir nichts mehr aus. Taiwan ist auch etwas sauberer geworden, die Gemeinde bei uns auf dem Land beseitigt mittlerweile ins Grüne geschmissenen Müll, in Taipei (wo wir Schwiegermutter besuchen) sind viele Dreckecken verschwunden, so gibt es die streng riechenden privaten Mülledeponien in Hauszwischenräumen, Garageneinfahrten oder sogar Balkons (!) nicht mehr. Wie man sich den Balkon so zumüllen kann, das er bis auf die Straße stinkt, das ist schon ein Phänomen gewesen. Kleine Ekelimbisse, wo die Kinder urinierend zwischen Salatblättern auf dem Boden standen und Käfer ihnen über die Füße krabbelten sind auch größenteils verschwunden, nur der Ekelimbiss mit den stinkenden Hühnerkäfigen, wo die eingepferchten verdreckten Hennen mit den verklebten Flügeln froh sein können, wenn sie in ungekühltes tot-blau-angelaufenes Hühnerfleisch verwandelt werden (bestimmt lecker in der Sonne im Sommer!), den gibt es noch. Manchmal verschwindet irgendwo einer der slumartigen grauen Betonklötze und wird durch ein neues adrettes Gebäude ersetzt, manachmal denken sie sogar an einen Bürgersteig (ehr selten). Die Hochbahn in Taipei wird weiter ausgebaut und so nimmt auch der Verkehrssmog ganz laaaangsam von Jahr zu Jahr ab.
Allerdings will jemand unser Haus kaufen, wenn wir es tatsächlich machen ziehen wir wohl wieder in Schiegermamas Nähe nach Taipei in eine Wohnung. Bei mir ist ja immer noch nicht klar, ob ich mich nun bald um meine Eltern kümmern muss und daher wieder nach Deutschland ziehe oder hier bleibe, in sofern hatten wir das Haus auf dem Markt geworfen, um es entweder gegen ein anderes mit großem Garten oder gegen eine Übergangswohnung zu tauschen. Weil Taiwanesen allerdings in Wohnblöcken so unglaublich laut sind, dass man manchmal ungelogen den Geräuschpegel eines startenden Düsenjägers hat (das ist, wenn der Krach nicht mehr stört, sondern buchstäblich weh tut), dann wird mir wohl Taiwan wieder weniger gefallen und ich mache Äußerungen wie ganz früher mal. So wie dieser Ausländer HIER (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=94369) im Forum der schreibt "tired of living in this shithole", "habe genug davon in diesem Scheißloch zu leben". Scheißloch, das ist der Term, mit dem man Taipei und andere Städte bezeichnet, wenn man die Anfangseuphorie hinter sich hat und merkt, dass man dem kakophonischen Lärm nicht mehr durch baldige Abreise entkommen kann....
Und wieso, fragt der Ausländer in der Diskussion, stört es bloß die Einheimischen nicht, der Radau? Tja, das ist eine Lektion, die der Neuankömmling hier lernt. Taiwanesen stört Gestank und Lärm und Chaos überhaupt nicht, im Gegenteil, sie fühlen sich da erst richtig wohl. Äh, tschuldigung, wir wollen ja nicht auch noch rummeckern hier. Vielleicht hat meine Cubicalnachbarin ja wieder nur Pullover und Strumpfhose an, Rock und Hose eingespart, Lichtblicke gibt es also auch. Hust.
Taiwanesen, Meister der Ästhetik
Aber scheinbar gewöhnt man sich an alles, nach nun mehr bald 7 Jahren macht es mir nichts mehr aus. Taiwan ist auch etwas sauberer geworden, die Gemeinde bei uns auf dem Land beseitigt mittlerweile ins Grüne geschmissenen Müll, in Taipei (wo wir Schwiegermutter besuchen) sind viele Dreckecken verschwunden, so gibt es die streng riechenden privaten Mülledeponien in Hauszwischenräumen, Garageneinfahrten oder sogar Balkons (!) nicht mehr. Wie man sich den Balkon so zumüllen kann, das er bis auf die Straße stinkt, das ist schon ein Phänomen gewesen. Kleine Ekelimbisse, wo die Kinder urinierend zwischen Salatblättern auf dem Boden standen und Käfer ihnen über die Füße krabbelten sind auch größenteils verschwunden, nur der Ekelimbiss mit den stinkenden Hühnerkäfigen, wo die eingepferchten verdreckten Hennen mit den verklebten Flügeln froh sein können, wenn sie in ungekühltes tot-blau-angelaufenes Hühnerfleisch verwandelt werden (bestimmt lecker in der Sonne im Sommer!), den gibt es noch. Manchmal verschwindet irgendwo einer der slumartigen grauen Betonklötze und wird durch ein neues adrettes Gebäude ersetzt, manachmal denken sie sogar an einen Bürgersteig (ehr selten). Die Hochbahn in Taipei wird weiter ausgebaut und so nimmt auch der Verkehrssmog ganz laaaangsam von Jahr zu Jahr ab.
Taiwanesen, Meister der Ästhetik
Allerdings will jemand unser Haus kaufen, wenn wir es tatsächlich machen ziehen wir wohl wieder in Schiegermamas Nähe nach Taipei in eine Wohnung. Bei mir ist ja immer noch nicht klar, ob ich mich nun bald um meine Eltern kümmern muss und daher wieder nach Deutschland ziehe oder hier bleibe, in sofern hatten wir das Haus auf dem Markt geworfen, um es entweder gegen ein anderes mit großem Garten oder gegen eine Übergangswohnung zu tauschen. Weil Taiwanesen allerdings in Wohnblöcken so unglaublich laut sind, dass man manchmal ungelogen den Geräuschpegel eines startenden Düsenjägers hat (das ist, wenn der Krach nicht mehr stört, sondern buchstäblich weh tut), dann wird mir wohl Taiwan wieder weniger gefallen und ich mache Äußerungen wie ganz früher mal. So wie dieser Ausländer HIER (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=94369) im Forum der schreibt "tired of living in this shithole", "habe genug davon in diesem Scheißloch zu leben". Scheißloch, das ist der Term, mit dem man Taipei und andere Städte bezeichnet, wenn man die Anfangseuphorie hinter sich hat und merkt, dass man dem kakophonischen Lärm nicht mehr durch baldige Abreise entkommen kann....
Und wieso, fragt der Ausländer in der Diskussion, stört es bloß die Einheimischen nicht, der Radau? Tja, das ist eine Lektion, die der Neuankömmling hier lernt. Taiwanesen stört Gestank und Lärm und Chaos überhaupt nicht, im Gegenteil, sie fühlen sich da erst richtig wohl. Äh, tschuldigung, wir wollen ja nicht auch noch rummeckern hier. Vielleicht hat meine Cubicalnachbarin ja wieder nur Pullover und Strumpfhose an, Rock und Hose eingespart, Lichtblicke gibt es also auch. Hust.
Mittwoch, Januar 12, 2011
Fürstliches Leben der Hilfsorganisationen
Provokativ gefragt: Haben auch alle schön zu Weihnachten gespendet? An Unicef zum Beispiel? In einem Kambodschablog kann man nachlesen, was mit dem Geld gemacht wird. Schöne neue V8-Toyotas für über 100.000 US-Dollar werden davon gekauft. Dabei ist es durchaus möglich, in solchen Ländern auch mit billigeren Gefährten unterwegs zu sein, aber die NGOs, die Nichtregierungsorganisationen leben in armen Ländern gern vom Feinsten, schicke Kolonialvillen eingeschlossen, wie an anderer Stelle in den Kambodschablogs schon öfter zu lesen war.
Netter Job, so als weißer Retter in armen Ländern.
LINK zum Blog.
Anmerkung: Hier geht es nicht ums reiche Taiwan, sondern um Kambodscha.
Netter Job, so als weißer Retter in armen Ländern.
LINK zum Blog.
Anmerkung: Hier geht es nicht ums reiche Taiwan, sondern um Kambodscha.
Dienstag, Januar 11, 2011
Mausgarage in Erdbeerform (Taiwahnsinn)
Erstaunlich, was Kolleginnen so alles auf ihrem Schreibtisch haben. Hier eine Mausgarage in Erdbeerform. Der Sinn dieser Konstruktion entzieht sich meiner Kenntnis, die Mausgarage wirkt ein bisschen wie ein parasitäres Lebewesen, wenn die Kollegin mit ihrer Hand darin herum rührt, wenn sich der Filz so hebt und senkt, man könnte meinen, da wird irgendetwas verdaut. Gruselig, hier in Asien.
Manchmal bewegt sie sich von allein. Schluck.
Manchmal bewegt sie sich von allein. Schluck.
Montag, Januar 10, 2011
Bücher verbrannt, Bildschirm eingeschaltet....
Nicht wirklich, aber so ähnlich. Obwohl in meinem heizungslosen asiatischen Reihenhaus eine zünftige Bücherverbrennung so ihre Vorzüge hätte...
Erstaunt hat mich jedenfalls, wie sehr bei mir Papierbücher der Nichtnutzung anheim gefallen sind, seit meine Frau mir ihr Netbook, also ein Mininotebook ohne CD/DVD-Laufwerk, zur Verfügung gestellt hat. Lesen mit dem großen Laptop ging nie so recht und so monierte meine Frau immer etwas, wenn ich ein papiernes Buch in die Hand nahm, weil ich dann die Stehlampe einschalten musste. Die schien auf das Netbook meiner Frau und sie konnte nichts mehr richtig erkennen. Denn meine Frau liest schon ewig nur mit dem Netbook auf dem Schoß, oder liegend knapp unter dem Kinn, weil sie nämlich Bücher in einer Stunde durchliest, so Romanzeugs mit 180 Seiten. Da haben wir dann früher kistenweise die Bände aus der Leihbücherei und wieder zurück getragen, das nervt mit unter.
Als sie sich nun im Personalkauf ein neues Netbook gekauft hat, bekam ich ihres, mit netter 8h-Batterie (zugekauft) und einem superscharfen flickerfreiem Bildschirm, viel besser als das hier im Foto erscheint. Da lese ich nun Magazine und Bücher und frage mich, wieso ich früher immer die kiloschweren Bände zwischen Deutschland und Taiwan hin- und her geschleppt habe, insbesondere wo sie in Taiwan auch noch so schnell an der feuchten Luft verschimmeln.
Das gängige Angebot ist auf Apple iPad*** und eBook-Reader wie den Kienzle von Amazon, beides kleine Tablett-PCs, derart zugeschnitten, dass man für die PC-Plattform (bei mir ist XP drauf) kaum noch etwas bekommt. Es sei denn man weiß, wo man suchen muss. Nerven tun idiotische Bezahlportale, die einem laufend den Zugang sperren. Wahrscheinlich weil die Deppen nicht glauben können, das Kunde Ludigel nicht aus Oberammergau oder Kleinkackoderode, sondern irgendwo aus Asien laden und kaufen will. Na ja, es findet sich immer ein Weg. Meist habe ich nur noch englisches Zeug, den Spiegel gibt es allerdings zum Download mit einem idiotischen Bezahlportal mit deSade-Qualitäten.
Tablett-PCs mag ich nicht, die glitischigen Dinger muss man immer in der Hand halten, statt sie auf dem Schoß oder auf der Brust abzustellen und das iPad ist vom Betriebssystem her sehr eingeschränkt, soll nicht mal Fotos mit einem Windows USB-Stick tauschen können.
Linux habe ich getestet und verworfen, nervig langsame PDF-Reader haben mir demonstriert, dass Windows bei Multimedia doch noch die Nase vorn hat. Jedenfalls das gute alte XP.
Die Zeit der Papierbücher ist bei mir definitiv (erstmal?) vorbei. Obwohl mir das Erlebnis fehlt, in einer Buchhandlung den Duft der Regale voller frischer Bücher einzuatmen und ein Stündchen beim Aussuchen zu verbringen. Aber das kann ich hier in Asien eh nicht bei den Buchhandlungen voller Krähenfüße-Schinken...
*** Wer iPäds mag, ist sozusagen "i-pädophil", hat mal jemand gesagt. Dummer Kalauer. Räusper.
Erstaunt hat mich jedenfalls, wie sehr bei mir Papierbücher der Nichtnutzung anheim gefallen sind, seit meine Frau mir ihr Netbook, also ein Mininotebook ohne CD/DVD-Laufwerk, zur Verfügung gestellt hat. Lesen mit dem großen Laptop ging nie so recht und so monierte meine Frau immer etwas, wenn ich ein papiernes Buch in die Hand nahm, weil ich dann die Stehlampe einschalten musste. Die schien auf das Netbook meiner Frau und sie konnte nichts mehr richtig erkennen. Denn meine Frau liest schon ewig nur mit dem Netbook auf dem Schoß, oder liegend knapp unter dem Kinn, weil sie nämlich Bücher in einer Stunde durchliest, so Romanzeugs mit 180 Seiten. Da haben wir dann früher kistenweise die Bände aus der Leihbücherei und wieder zurück getragen, das nervt mit unter.
Als sie sich nun im Personalkauf ein neues Netbook gekauft hat, bekam ich ihres, mit netter 8h-Batterie (zugekauft) und einem superscharfen flickerfreiem Bildschirm, viel besser als das hier im Foto erscheint. Da lese ich nun Magazine und Bücher und frage mich, wieso ich früher immer die kiloschweren Bände zwischen Deutschland und Taiwan hin- und her geschleppt habe, insbesondere wo sie in Taiwan auch noch so schnell an der feuchten Luft verschimmeln.
Das gängige Angebot ist auf Apple iPad*** und eBook-Reader wie den Kienzle von Amazon, beides kleine Tablett-PCs, derart zugeschnitten, dass man für die PC-Plattform (bei mir ist XP drauf) kaum noch etwas bekommt. Es sei denn man weiß, wo man suchen muss. Nerven tun idiotische Bezahlportale, die einem laufend den Zugang sperren. Wahrscheinlich weil die Deppen nicht glauben können, das Kunde Ludigel nicht aus Oberammergau oder Kleinkackoderode, sondern irgendwo aus Asien laden und kaufen will. Na ja, es findet sich immer ein Weg. Meist habe ich nur noch englisches Zeug, den Spiegel gibt es allerdings zum Download mit einem idiotischen Bezahlportal mit deSade-Qualitäten.
Tablett-PCs mag ich nicht, die glitischigen Dinger muss man immer in der Hand halten, statt sie auf dem Schoß oder auf der Brust abzustellen und das iPad ist vom Betriebssystem her sehr eingeschränkt, soll nicht mal Fotos mit einem Windows USB-Stick tauschen können.
Linux habe ich getestet und verworfen, nervig langsame PDF-Reader haben mir demonstriert, dass Windows bei Multimedia doch noch die Nase vorn hat. Jedenfalls das gute alte XP.
Die Zeit der Papierbücher ist bei mir definitiv (erstmal?) vorbei. Obwohl mir das Erlebnis fehlt, in einer Buchhandlung den Duft der Regale voller frischer Bücher einzuatmen und ein Stündchen beim Aussuchen zu verbringen. Aber das kann ich hier in Asien eh nicht bei den Buchhandlungen voller Krähenfüße-Schinken...
*** Wer iPäds mag, ist sozusagen "i-pädophil", hat mal jemand gesagt. Dummer Kalauer. Räusper.
Freitag, Januar 07, 2011
Ludigel vor Gericht in Taiwan
Nein Gott sei Dank nur als Besucher einer Gerichtsverhandlung in Taipei, Taiwan, am gestrigen Morgen. Vor (dem) Gericht (sitzend) also. Viele Besucherplätze gibt es gar nicht, man lässt nur Anverwandte der Prozessteilnehmer rein scheinbar. Der Gerichtssaal war groß wie ein Klassenzimmer, hübsch holzgetäfelt und modern mit Computerdisplays, auch draußen zeigt Windows XP in chinesischen Schriftzeichen an, was innen vorgeht. Die Richterin und ihre beiden Beisitzer, eine Frau und ein Mann, saßen auf einer deutlich erhöhten Richterbank, in schwarzen Roben mit knallblauem Deko als Zeichen des Richterstandes. Ein Waagensymbol über der vorsitzenden Richterin macht deutlich, dass hier Justizia auch am östlichen Tellerrand der Weltscheibe, östlich vom fernen Osten sozusagen, sorgsam abwägen wird. Im Mittelteil die um 90 Grad versetzten Schreibtische von Verteidiger (links) und Staatsanwalt (rechts), beide vor Computerterminals sitzend, wie auch die ganze Riege der Gerichtshelfer und Protokollanten vor den Richtern. Der Staatsanwalt, der nur selten, aber dann mir ruhiger und sanfter Stimme spricht, hat pinkfarbenes Desko auf der schwarzen Robe, der Verteidiger graues.
Auf der Zeugenbank neben dem Staatsanwalt eine ältere Dame, ein Mann um die Dreißig und ... meine Schwiegermutter. Alle drei Opfer einer Telefonbetrügerbande, eine Betrügerei, über die hier im Blog schon öfter berichtet wurde (zu letzt HIER: Link). Die Kurzfassung der Geschichte: Schwiegermutter wurde vor etwa einem Jahr sowohl auf Festnetz als auch auf Handy von falschen Polizisten angerufen, die ihr eine Haftstrafe (für "die alte Geschichte, na sie wissen schon, damals.....") androhten. Natürlich gab es keine "alte Geschichte", aber wir haben bei dieser Sache gemerkt, dass die Mutter meiner Frau nun scheinbar gehörig geistig abgebaut hat, denn sie ließ sich zu einem Geldautomaten buchsieren, an dem ein Teenager wartete. Diesem übergab sie das schnell von der Bank abgehobene gesamte Geld auf ihrem Konto, immerhin 25.000 Euro umgerechnet, eine Million Taiwandollar. Da kann man hier viel Reis für kaufen. Ein paar Stunden später erschien "ein Polizist" in ihrer Wohnung, ob echt oder falsch wurde nie geklärt, und erkundigte sich bei Schwiegermama, ob alles in Ordnung sei, was sie verschüchtert bejahte. Echter Sherrif? Korrumpiert? Oder auch Gangster?
Erst drei Monate später berichtete Schwiegermama von dem Fall, nämlich als sie eine kleine Arztrechnung nicht mehr bezahlen konnte. Sie ging zur Polizei und erhielt eine Anzeigebestätigung samt Aktenzeichen. Allerdings rief meine Frau zur Probe bei der Polizei an und erkundigte sich nach dem Aktzenzeichen, welches aber nicht exisitierte! Der Polizist hatte die Anzeige einfach weggeworfen. Also musste Schwiegermama erneut auf die Wache um dem uniformierten Clown dort alles noch einmal zu erzählen. Diesmal nahm Justizia seinen Lauf. Der Teenager wurde gefasst und ist schon verurteilt in der Zwischenzeit, Jugendverfahren und Strafmaß kennen wir nicht, nur 250 Euro Wiedergutmachung hat er angeboten, was Schwiegermama abgelehnt hat. Er hat das Geld an seine Chefs weitergereicht, war nur der Laufbursche der Bande. Meine Frau und Schwiegermama planen, ihn noch große Teile seines nichtsnutzigen Lebens mit Zivilverfahren in der Sache zu überziehen.
Ach ja, die Anzeigeerstattung führte dazu, dass das Gericht meiner Schwiegermama eine irrgeleitete Haftantrittsaufforderung zustellte, aber für eine Jugendsstrafanstalt und an einen jungen Mann gerichtet. Auch so ein wirrer Teil der Geschichte, der nie geklärt wurde.Einschüchterungsversuch durch korrupte Staatsdiener? Zufall? Der Name des jungen Mannes war nicht der des Geldboten. Wirr, wirr, eben Taiwan.
Nun die Überraschung, die Polizei hatte nun auch noch die ganze Bande geschnappt inklusive Hintermänner, auf der Anklagebank saßen zwei Schlägertypen, kurze Haare, die in Handschellen von zwei wachsamen Polizisten hereingeführt wurden (den modischen Kurzhaarschnitt gibt es im Knast gratis), mit typischen Unterschicht-Visagen, gerade bei einem glotzen Dummheit und Gewaltbereitschaft aus dem Gesichtchen.
Dann das Fußvolk, ein ungepflegt wirkender junger Mann um die 18 mit dümmlichem Pferdegesicht und zwei völlig normal aussehende Bengel um die 20. Dazu eine dralle Frau mit rotgefärbten Haaren, drall nur nach Taiwanmaßstäben und daher sicher nicht unattraktiv aussehend. Irgendwie muss der jüngere Mann unter den Geschädigten ja auch sein Geld losgeworden sein. Ganz hinten dann die Köpfe der Bande, zwei junge Männer Ende Zwanzig, elegant in teuer aussehende Seiden-Trainingsanzüge mit Markenemblem gekleidet, einer von angenehmem Äußeren mit falschen rotblonden Haaren, der andere ein ebenso gefärbter Kerl mit nasaler Sprechweise und eng beieinander stehenden Augen, das Reichskriminologielexikon von 1935 weist ihn damit als Verbrechertypen aus, auch sein schneeweißes Blouson von Nike konnte da nicht wirklich drüber hinwegtäuschen. Selbst die Sportschuhe der Typen sahen teuer aus.
Hinter unserem weißen Unschuldslamm, das wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für unschuldig halten brauchten, weil die ganze Bande vor der Polizei bereits gestanden hatte, seine Freundin. Eine zierliche kleine Frau mit dem üblichen niedlichen Gesicht, allerdings etwas überschminkt und mit duftenden knallroten falschen Locken. Geld für den Friseur haben sie ja. Nur ihr Trainingsanzug wirkte richtig schäbig, ihr Macker kleidet sich halt lieber selbst modisch.
Der Staatsanwalt ließ durch den Gerichtsdiener mehr pro Forma versiegelte Kisten öffnen, die wohl Schriftstücke und Geräte enthielten als Beweismittel. Gestanden hatten sie wie gesagt eh schon, das soll Beschuldigten öfter mal in taiwanesischen Wachen so gehen. Der Prozess erinnerte dann auch ein bisschen an eine Gerichtsverhandlung aus "Cardassia" bei Star Trek, sie wissen schon, wo eh alles schon vorher fest steht. Der Verteidiger schwieg fast immer, nur ein einziges Mal sagte er etwas im Verfahren, um dem näselnden Angeklagten in Weiß sanft das Wort abzuschneiden, als er sich in einen fast weinerlichen Singsang hinein gesteigert hatte. Meine Frau übersetze mir mit "Bitte geben Sie mir noch eine Chance...". Die Richterin, eine Frau um die 40 mit majestätisch wirkender Lockenfrisur (so weit oben glänzen die Haare im Licht der Lampe) schmetterte ihm eine wütende Entgegnung entgegen, die laut meiner Frau lautete "Und welche Chance haben die alten Leute? Und wenn jetzt die Polizei irgendwo anruft dann glauben die Bürger wegen solcher Leute wie Sie es sei ein Betrugsanruf und legen auf!). Lange schimpfte die Richterin, ihre Augen blitzten und ich, als mit einer Taiwanesin in der selben Altersgruppe Verheirateter, wurde automatisch ganz klein auf meinem Sitz.
Die ältere Dame um die 80 und meine Schwiegermama (um die 70) wurden vernommen, leider hatte Schwiegermutter nicht viel zu sagen und konnte sich an fast nichts erinnern. Alte Leute werden leicht zu unfreiwilligen Komplizen ihrer Täter. Sie redete von einer Quittung, die die Täter ihr gegeben haben, die sie aber nicht dabei hätte. Also wurde sie abkommandiert mit dem Taxi schnell nach Hause zu fahren und das Papier zu suchen. Meine Frau konferierte kurz mit der Richterin, von hinten von der Zuschauerbank und ich wurde von Frau abgestellt, Schwiegermama zu begleiten. Da fragte die Richterin, wer jetzt der Ausländer da ist und wieso er der Zeugin folgt, aber da wurde ich auch noch schnell vorgestellt. Im Entengang schritten Schwiegermutter und ich unter den Augen von Gangstern und Gericht zur Türe und ich konnte mir einen kleinen hochgerechten Daumen in Richtung Richtertribüne nicht verkneifen. Man ist dem Ausländerruf hier ja was schuldig.
Das Papier fand sich nicht, aber das Verfahren nahm nach Ankunft von Ausländer und Schwiegermutter seinen Fortgang, der Verteidiger hielt ein kurzes Plädoyer, der Staatsanwalt entweder ein super kurzes oder gar keins, dann sprach die Richterin die ganze Truppe schuldig (sofern das noch nötig war) und gab den Angeklagten Zeit, bis zum 31. Januar Geld an meine Schwiegermutter zu überweisen, dann würde das Urteil milder ausfallen, sonst höher.
Wir alle gingen aus dem Gerichtsaal, das weiße Seidenblouson konferierte mit rothaariger Freundin und Anwalt auf dem Flur und später sah ich ihn in Richtung eines aufgetakelten weißen Honda Civics entschwinden. Seine Freundin humpelte ihm zwanzig Meter hinterher, sie humpelte buchstäblich und er blickte durch die Beifahrertür des Hondas, keiner drin, und schlappte dann die Reihe geparkter Mopeds entlang. Vielleicht ist ja eines nicht abgeschlossen. Die kleine Gangsterbraut humpelte ihm traurig hinterdrein. Niedlicher Hintern in der Trainingshose. Tja, wenn sie so ein trauriges Leben will....
Wir rechnen natürlich nicht damit, dass irgendetwas von dem Geld jemals zurück kommt.
P.S.: Der Herr auf der Zeugenbank war vielleicht auch nur ein Sachverständiger ;-)
Gestern Tote beim Mittagsschlaf, heute humpelnde Gangsterbräute. Alles im Taiwanblog aus der Tailightzone des Wahnsinns am Tellerrand der Weltscheibe.
Auf der Zeugenbank neben dem Staatsanwalt eine ältere Dame, ein Mann um die Dreißig und ... meine Schwiegermutter. Alle drei Opfer einer Telefonbetrügerbande, eine Betrügerei, über die hier im Blog schon öfter berichtet wurde (zu letzt HIER: Link). Die Kurzfassung der Geschichte: Schwiegermutter wurde vor etwa einem Jahr sowohl auf Festnetz als auch auf Handy von falschen Polizisten angerufen, die ihr eine Haftstrafe (für "die alte Geschichte, na sie wissen schon, damals.....") androhten. Natürlich gab es keine "alte Geschichte", aber wir haben bei dieser Sache gemerkt, dass die Mutter meiner Frau nun scheinbar gehörig geistig abgebaut hat, denn sie ließ sich zu einem Geldautomaten buchsieren, an dem ein Teenager wartete. Diesem übergab sie das schnell von der Bank abgehobene gesamte Geld auf ihrem Konto, immerhin 25.000 Euro umgerechnet, eine Million Taiwandollar. Da kann man hier viel Reis für kaufen. Ein paar Stunden später erschien "ein Polizist" in ihrer Wohnung, ob echt oder falsch wurde nie geklärt, und erkundigte sich bei Schwiegermama, ob alles in Ordnung sei, was sie verschüchtert bejahte. Echter Sherrif? Korrumpiert? Oder auch Gangster?
Erst drei Monate später berichtete Schwiegermama von dem Fall, nämlich als sie eine kleine Arztrechnung nicht mehr bezahlen konnte. Sie ging zur Polizei und erhielt eine Anzeigebestätigung samt Aktenzeichen. Allerdings rief meine Frau zur Probe bei der Polizei an und erkundigte sich nach dem Aktzenzeichen, welches aber nicht exisitierte! Der Polizist hatte die Anzeige einfach weggeworfen. Also musste Schwiegermama erneut auf die Wache um dem uniformierten Clown dort alles noch einmal zu erzählen. Diesmal nahm Justizia seinen Lauf. Der Teenager wurde gefasst und ist schon verurteilt in der Zwischenzeit, Jugendverfahren und Strafmaß kennen wir nicht, nur 250 Euro Wiedergutmachung hat er angeboten, was Schwiegermama abgelehnt hat. Er hat das Geld an seine Chefs weitergereicht, war nur der Laufbursche der Bande. Meine Frau und Schwiegermama planen, ihn noch große Teile seines nichtsnutzigen Lebens mit Zivilverfahren in der Sache zu überziehen.
Ach ja, die Anzeigeerstattung führte dazu, dass das Gericht meiner Schwiegermama eine irrgeleitete Haftantrittsaufforderung zustellte, aber für eine Jugendsstrafanstalt und an einen jungen Mann gerichtet. Auch so ein wirrer Teil der Geschichte, der nie geklärt wurde.Einschüchterungsversuch durch korrupte Staatsdiener? Zufall? Der Name des jungen Mannes war nicht der des Geldboten. Wirr, wirr, eben Taiwan.
Nun die Überraschung, die Polizei hatte nun auch noch die ganze Bande geschnappt inklusive Hintermänner, auf der Anklagebank saßen zwei Schlägertypen, kurze Haare, die in Handschellen von zwei wachsamen Polizisten hereingeführt wurden (den modischen Kurzhaarschnitt gibt es im Knast gratis), mit typischen Unterschicht-Visagen, gerade bei einem glotzen Dummheit und Gewaltbereitschaft aus dem Gesichtchen.
Dann das Fußvolk, ein ungepflegt wirkender junger Mann um die 18 mit dümmlichem Pferdegesicht und zwei völlig normal aussehende Bengel um die 20. Dazu eine dralle Frau mit rotgefärbten Haaren, drall nur nach Taiwanmaßstäben und daher sicher nicht unattraktiv aussehend. Irgendwie muss der jüngere Mann unter den Geschädigten ja auch sein Geld losgeworden sein. Ganz hinten dann die Köpfe der Bande, zwei junge Männer Ende Zwanzig, elegant in teuer aussehende Seiden-Trainingsanzüge mit Markenemblem gekleidet, einer von angenehmem Äußeren mit falschen rotblonden Haaren, der andere ein ebenso gefärbter Kerl mit nasaler Sprechweise und eng beieinander stehenden Augen, das Reichskriminologielexikon von 1935 weist ihn damit als Verbrechertypen aus, auch sein schneeweißes Blouson von Nike konnte da nicht wirklich drüber hinwegtäuschen. Selbst die Sportschuhe der Typen sahen teuer aus.
Hinter unserem weißen Unschuldslamm, das wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für unschuldig halten brauchten, weil die ganze Bande vor der Polizei bereits gestanden hatte, seine Freundin. Eine zierliche kleine Frau mit dem üblichen niedlichen Gesicht, allerdings etwas überschminkt und mit duftenden knallroten falschen Locken. Geld für den Friseur haben sie ja. Nur ihr Trainingsanzug wirkte richtig schäbig, ihr Macker kleidet sich halt lieber selbst modisch.
Der Staatsanwalt ließ durch den Gerichtsdiener mehr pro Forma versiegelte Kisten öffnen, die wohl Schriftstücke und Geräte enthielten als Beweismittel. Gestanden hatten sie wie gesagt eh schon, das soll Beschuldigten öfter mal in taiwanesischen Wachen so gehen. Der Prozess erinnerte dann auch ein bisschen an eine Gerichtsverhandlung aus "Cardassia" bei Star Trek, sie wissen schon, wo eh alles schon vorher fest steht. Der Verteidiger schwieg fast immer, nur ein einziges Mal sagte er etwas im Verfahren, um dem näselnden Angeklagten in Weiß sanft das Wort abzuschneiden, als er sich in einen fast weinerlichen Singsang hinein gesteigert hatte. Meine Frau übersetze mir mit "Bitte geben Sie mir noch eine Chance...". Die Richterin, eine Frau um die 40 mit majestätisch wirkender Lockenfrisur (so weit oben glänzen die Haare im Licht der Lampe) schmetterte ihm eine wütende Entgegnung entgegen, die laut meiner Frau lautete "Und welche Chance haben die alten Leute? Und wenn jetzt die Polizei irgendwo anruft dann glauben die Bürger wegen solcher Leute wie Sie es sei ein Betrugsanruf und legen auf!). Lange schimpfte die Richterin, ihre Augen blitzten und ich, als mit einer Taiwanesin in der selben Altersgruppe Verheirateter, wurde automatisch ganz klein auf meinem Sitz.
Die ältere Dame um die 80 und meine Schwiegermama (um die 70) wurden vernommen, leider hatte Schwiegermutter nicht viel zu sagen und konnte sich an fast nichts erinnern. Alte Leute werden leicht zu unfreiwilligen Komplizen ihrer Täter. Sie redete von einer Quittung, die die Täter ihr gegeben haben, die sie aber nicht dabei hätte. Also wurde sie abkommandiert mit dem Taxi schnell nach Hause zu fahren und das Papier zu suchen. Meine Frau konferierte kurz mit der Richterin, von hinten von der Zuschauerbank und ich wurde von Frau abgestellt, Schwiegermama zu begleiten. Da fragte die Richterin, wer jetzt der Ausländer da ist und wieso er der Zeugin folgt, aber da wurde ich auch noch schnell vorgestellt. Im Entengang schritten Schwiegermutter und ich unter den Augen von Gangstern und Gericht zur Türe und ich konnte mir einen kleinen hochgerechten Daumen in Richtung Richtertribüne nicht verkneifen. Man ist dem Ausländerruf hier ja was schuldig.
Das Papier fand sich nicht, aber das Verfahren nahm nach Ankunft von Ausländer und Schwiegermutter seinen Fortgang, der Verteidiger hielt ein kurzes Plädoyer, der Staatsanwalt entweder ein super kurzes oder gar keins, dann sprach die Richterin die ganze Truppe schuldig (sofern das noch nötig war) und gab den Angeklagten Zeit, bis zum 31. Januar Geld an meine Schwiegermutter zu überweisen, dann würde das Urteil milder ausfallen, sonst höher.
Wir alle gingen aus dem Gerichtsaal, das weiße Seidenblouson konferierte mit rothaariger Freundin und Anwalt auf dem Flur und später sah ich ihn in Richtung eines aufgetakelten weißen Honda Civics entschwinden. Seine Freundin humpelte ihm zwanzig Meter hinterher, sie humpelte buchstäblich und er blickte durch die Beifahrertür des Hondas, keiner drin, und schlappte dann die Reihe geparkter Mopeds entlang. Vielleicht ist ja eines nicht abgeschlossen. Die kleine Gangsterbraut humpelte ihm traurig hinterdrein. Niedlicher Hintern in der Trainingshose. Tja, wenn sie so ein trauriges Leben will....
Wir rechnen natürlich nicht damit, dass irgendetwas von dem Geld jemals zurück kommt.
P.S.: Der Herr auf der Zeugenbank war vielleicht auch nur ein Sachverständiger ;-)
Mittwoch, Januar 05, 2011
Beim Büroschlaf verstorben (Update)
Der Titel wäre in Deutschland ein Witz, weil da Büroschlaf etwas Verbotenes oder Verpöntes ist. In Taiwan ist es aber normal, nach dem Essen schläft man am Schreibtisch, Kopf auf der Tischplatte. Ich habe da richtig ein aufblasbares Kopfkissen, abwaschbar. Allerdings drückt man sich fürchterlich den Magen dabei, wenn man so am Schreibtisch einknickt. Ausländer machen das meist nicht mit, aber weil von 12.45 bis 13.10 das Licht aus ist, werde ich mittlerweile auch schläfrig. Gerade wenn ein 15h-Arbeitstag auf mich wartet.
Gerade habe ich gehört, dass eine Etage tiefer ein Kollege tatsächlich beim Mittagsschlaf verstorben ist. Lag mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte und ist nicht wieder wach geworden.
Während ich Spiegel gelesen habe (wir hatten Licht an), ist also ganz in der Nähe jemand verstorben.
Update: Der Kollege war gerade mal 41 und aus der Hardwareentwicklung.
Gerade habe ich gehört, dass eine Etage tiefer ein Kollege tatsächlich beim Mittagsschlaf verstorben ist. Lag mit dem Kopf auf der Schreibtischplatte und ist nicht wieder wach geworden.
Während ich Spiegel gelesen habe (wir hatten Licht an), ist also ganz in der Nähe jemand verstorben.
Update: Der Kollege war gerade mal 41 und aus der Hardwareentwicklung.
Montag, Januar 03, 2011
Taiwanesen haben Nasenattrappen!
Oh mein Gott! Alle Hinweise, das Taiwan von einer Spezies von einem anderen Planeten bevölkert wird, scheinen korrekt gewesen zu sein. Nicht nur, dass die Taiwanesen Schwierigkeiten mit der irdischen Atmosphäre haben und diese daher ständig durch Laufenlassen kleiner fahrbarer "Heimatplanet-Atmosphäre-Generatoren" (genannt Scooter oder Mopeds) in die Stinkjauche ihres Heimatplaneten umwandeln wollen, nein, auch anatomisch hat ein findiger Teilnehmer des Erdlinge-auf-Taiwan - Forums Forumosa.com nachgewiesen, was wir alle schon vermutet haben. SIE SIND ANDERS. Der Test geht ganz einfach, man braucht nicht das Blut unters Mikroskop zu halten und Röntgenbrillen zu tragen wie im SF, nein, es reicht der NASENTEST.
Einfach mal auf die Nase drücken. Mache das heute Nacht bei meiner Frau wenn sie schläft. Taiwanesische Nasen lassen sich scheinbar plattdrücken, es gibt keinen Knochen darin! Schreibt jedenfalls eine Echt-(Lang-)Nase hier im Forum: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=21&t=94515. Mehr noch, das Resultat soll für alle Han-Chinesen funktionieren, also den Löwenanteil der Chinesen! Sie sind ÜBERALL! Eine riesige Verschwörung, wir sind unterwandert! Außenposten überall in Europa sind Chinarestaurants. Na ja, in Deutschland jedenfalls die paar, die nicht von Vietnamesen betrieben werden.
Wenn ich plötzlich verschwinde oder ab Morgen anders klinge hier im Blog, dann haben sie mich beseitigt. Oder umgewandelt. Wünscht mir Glück.
Alles Gute an die Blogleser, und passt auf eure Nasen auf.
Ludigel
Update: Gott sei Dank, meine Frau ist echt, harte Nase! Andererseits hatte sie vorher diesen kleinen silbernen Metallstab in der Hand und dann gab es diesen roten Blitz...
Moral von der Geschicht': Unser Expatforum forumosa.com eignet sich langsam ehr als Fallbeispielforum für Geisteskrankheiten, denn als Informationsquelle.
Fragen Sie doch einfach das nächste Messegirl aus Taiwan, ob sie mal auf ihre Nase drücken dürfen...
Einfach mal auf die Nase drücken. Mache das heute Nacht bei meiner Frau wenn sie schläft. Taiwanesische Nasen lassen sich scheinbar plattdrücken, es gibt keinen Knochen darin! Schreibt jedenfalls eine Echt-(Lang-)Nase hier im Forum: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=21&t=94515. Mehr noch, das Resultat soll für alle Han-Chinesen funktionieren, also den Löwenanteil der Chinesen! Sie sind ÜBERALL! Eine riesige Verschwörung, wir sind unterwandert! Außenposten überall in Europa sind Chinarestaurants. Na ja, in Deutschland jedenfalls die paar, die nicht von Vietnamesen betrieben werden.
Wenn ich plötzlich verschwinde oder ab Morgen anders klinge hier im Blog, dann haben sie mich beseitigt. Oder umgewandelt. Wünscht mir Glück.
Alles Gute an die Blogleser, und passt auf eure Nasen auf.
Ludigel
Update: Gott sei Dank, meine Frau ist echt, harte Nase! Andererseits hatte sie vorher diesen kleinen silbernen Metallstab in der Hand und dann gab es diesen roten Blitz...
Moral von der Geschicht': Unser Expatforum forumosa.com eignet sich langsam ehr als Fallbeispielforum für Geisteskrankheiten, denn als Informationsquelle.
Freitag, Dezember 31, 2010
Alles gutes zum neuen Jahr: Update
Allen Lesern und ausversehen-Reinrutschern wünsche ich ein frohes neues Jahr, 2011 schreiben wir jetzt immerhin schon. Ich erinnere mich noch, wie ich in den späten 70ern auf den Buchtitel "2001 Eine Odyssee im Weltraum" sah in meinem Jugendzimmer und dachte: Mann, was wohl 2001 wirklich so los ist? Das wirst Du ja noch erleben, dachte ich und frustriert: Das ist ja noch soooo lange hin, bis man endlich diesen SF-Kram erleben kann. Was Teenager halt so denken. Und das ist dann schon ein alter Mann bin, eben 35+, ging mir noch durch den Kopf.
Tja, jetzt haben wir 2010, fliegen noch immer nirgends hin, allerdings habe ich höchst selbst die merkwürdigsten Lebensformen entdeckt, eine die tote Vorfahren füttert und wo die Männer etwa wie die Frauen aussehen, sans die Attraktivität. Wo die Geschwister durchnummeriert werden und mancherlei Wunder mehr.
Der Spiegel verkündet heute in seiner Online-Ausgabe, ein neuer Urmensch (irgendwie ein Widerspruch in sich) sei entdeckt worden, habe sich bis nach Südost-Asien ausgebreitet und mit dem Homo Sapiens Geschlechtsverkehr gehabt. "... und lebt heute in Pattaya und hat immer noch.", möchte man den Satz zu Ende bringen. Taiwanesen sind das dann aber nicht, sondern die Thailänder, die aber die Deutschen eh immer verwechseln.
Alles hat sich für mich positiv entwickelt in 2010, das erfolgreichste Jahr seit langem. Ich lasse mir immer für jedes Jahr ein Motto rückwirkend einfallen, 2004, als ich nach Taiwan kam war "Das Jahr der Folter und Qualen", gacker, für dieses Jahr suche ich noch einen Kosenamen, irgendwas mit rotem Plüsch.
Silvester ist ja hier so richtig nicht, schließlich ist erst im Februar das chinesische Neujahr nach dem Mondkalender. Also wird auch nicht gefeiert. Aber gucken wir mal, was 2011 so bringt...
Update: Taipei hat doch gefeiert natürlich. Nur viele Leute feiern es nicht oder gehen nur mal ins Restaurant zu saurem Fisch und Gemüse. Taipei hatte im Zentrum einen Drachen aus Feuerwerk, der sich über den Himmel schlängelte. Schreibt der Spiegel, peinlich es von da zu erfahren. Na ja, mein Drache hier sitzt auf dem Sofa und schlängelt sich zwischen de Kopfkissen. Da weiß ich so etwa, wie es aussieht.
Vorsatz für das Jahr 2011: Im neuen Jahr nie den Rechner verkehrt herum halten!
Tja, jetzt haben wir 2010, fliegen noch immer nirgends hin, allerdings habe ich höchst selbst die merkwürdigsten Lebensformen entdeckt, eine die tote Vorfahren füttert und wo die Männer etwa wie die Frauen aussehen, sans die Attraktivität. Wo die Geschwister durchnummeriert werden und mancherlei Wunder mehr.
Der Spiegel verkündet heute in seiner Online-Ausgabe, ein neuer Urmensch (irgendwie ein Widerspruch in sich) sei entdeckt worden, habe sich bis nach Südost-Asien ausgebreitet und mit dem Homo Sapiens Geschlechtsverkehr gehabt. "... und lebt heute in Pattaya und hat immer noch.", möchte man den Satz zu Ende bringen. Taiwanesen sind das dann aber nicht, sondern die Thailänder, die aber die Deutschen eh immer verwechseln.
Alles hat sich für mich positiv entwickelt in 2010, das erfolgreichste Jahr seit langem. Ich lasse mir immer für jedes Jahr ein Motto rückwirkend einfallen, 2004, als ich nach Taiwan kam war "Das Jahr der Folter und Qualen", gacker, für dieses Jahr suche ich noch einen Kosenamen, irgendwas mit rotem Plüsch.
Silvester ist ja hier so richtig nicht, schließlich ist erst im Februar das chinesische Neujahr nach dem Mondkalender. Also wird auch nicht gefeiert. Aber gucken wir mal, was 2011 so bringt...
Update: Taipei hat doch gefeiert natürlich. Nur viele Leute feiern es nicht oder gehen nur mal ins Restaurant zu saurem Fisch und Gemüse. Taipei hatte im Zentrum einen Drachen aus Feuerwerk, der sich über den Himmel schlängelte. Schreibt der Spiegel, peinlich es von da zu erfahren. Na ja, mein Drache hier sitzt auf dem Sofa und schlängelt sich zwischen de Kopfkissen. Da weiß ich so etwa, wie es aussieht.
Mittwoch, Dezember 29, 2010
Email vom Kasperchen
Schon kurios wie unsere interne IT hier die Benutzernamen zusammensetzt. Die Leute hier wählen sich ja fast immer englische Rufnamen und wenn dann ein Taiwanese den Film "Casper" über das kleine niedliche Gespenst gesehen hat und mit Nachnamen Chen (wie die halbe Insel) heißt, dann ergibt sich so etwas Kurioses. Eine Zeit lang hatte ich immer vermeintlich "Hitler" in der Mailbox, der immer "Hitler is out of the office" mitteilte, war dann aber doch nur "Hitter" mit Dopper-T, allerdings ist das eine Falschschreibung von Hitler, der in Taiwan durchaus bewundert wird aus geschichtlicher Unkenntnis heraus oder aber ein bewusstes Spiel mit dem Namen. Na ja, Hitter ist wieder fort.
Mein Wunsch ist ja, dass wir irgendwann mal einen Popo Chen einstellen, zumindest den Vornamen hatte ich mal gesehen in einer anderen Firma. Popo hieß ein uns besuchender Vertriebler mit Vornamen und seine Kollege Irgendwas Peng. Ich wünschte sie würden die Namen tauschen, Popo Peng wäre der Hit schlechthin. Gerade weil die Herren hier ja oft genau das am Arbeitsplatz tun.
Ansonsten hatten wir bis vor Kurzem einen McGuyver, wie der Serienheld, netter Kollege, und haben noch immer Odin, den Götterchef. Thor sitzt hier auch irgendwo rum, bestimmt hecken die beiden manchmal etwas zusammen aus. Einen Hans gibt es hier auch irgendwo, der wollte immer mit mir Essen, musste ihm aber sagen, dass meine Frau da doch hübscher ist.
All-Time Liebling (aus einer anderen Firma) von mir ist allerdings "Blouse Lee", zu Deutsch also "(Damen-)Bluse Lee", der sich eigentlich Bruce nennen wollte, gacker...
Smart aus der Hölle (Update)
Ob Smart oder Daimler oder wer immer den kleinen Smart-PKW baut mit dem jüngsten Auftritt eines feuerroten Smart im Taiwanverkehr zufrieden ist, darf angezweifelt werden, andererseits ist es vielleicht auch eine Art von Werbung, wenn das kleine Auto wieder und wieder durch das TV geistert wie gerade in Taiwan.
Aufgezeichnet hat es die On-Board-Kamera eines Rettungswagens, der mit Blaulicht und Sirene fuhr. Drinnen waren die Krankenpfleger bei der Herzmassage, sagen sie, eine alte Dame war die Patientin. Übrigens haben Krankenwagen in Taiwan meist nur einen nicht medizinisch ausgebildeten Fahrer, wer einen Rettungswagen haben will, muss den extra verlangen in Taiwan!
Der Rettungswagen jedenfalls wollte rechts auf der Mopedspur am Stau vorbei, doch ein kleiner roter Smart zieht immer wieder nach rechts, will den ihm auf der Stoßstange sitzenden Rettungswagen nicht vorbei lassen. Einmal macht der Smart sogar eine Vollbremsung und zwingt so den Rettungswagen auch in die Eisen zu steigen. Die Frau sei dabei vom Tisch gefallen und gestorben, sagen die Krankenpfleger. Schließlich tut sich eine ganz weite und freie rechte Spur auf, der Rettungswagen will rechts vorbei, doch sofort zieht der kleine, wendige Smart auf die rechte Spur und bleibt an der roten Ampel stehen, glücklich dem Krankenwagen die Durchfahrt versperrt zu haben. Ein Mopedfahrer fährt an den Smart heran und klopft an die Seitenscheibe rechts. Nur ein unbeteiligter Passant, der den wilden Fahrer zur Ordnung rufen will, doch er erhält den Stinkefinger gezeigt, sagt der Mopedfahrer später der Polizei, der Smart blockiert weiter.
Die Polizei hat die Halterin des Wagens ermittelt und die hat ihren Sohnemann, einen jungen "PhD" (also angeblich Träger eines Doktortitels) als Fahrer ermittelt. Der bereue seine Tat sehr, sagt die Mutter. Hoffen wir hier auf eine saftige Strafe, damit das Bereuen noch ein bisschen länger dauert.
In Taiwan wird sehr aggressiv gefahren, oft nach dem Prinzip anderen Fahrern "eins auszuwischen". Z.B. bremsen sie gern, wenn man hinter sie auf die Spur zieht, fahren einem vor die Karre, wenn sie rot haben etc.
Aber dieses Verhalten schlägt dem Fass den Boden aus...
Positiv der Mopedfahrer, Einsatz für andere in der Öffenlichkeit ist hier ehr eine Seltenheit.
UPDATE: Familie und Polizei sollen den Fahrer mittlerweile (ohne Attest) für "geisteskrank" erklärt haben und man sieht wohl von einer Bestrafung ab. Der Fahrer soll Beziehungen zu einem Stadtrat haben. Beziehungen machen in Taiwan sehr viele Dinge möglich. Quelle (allerdings Wahrheitsgehalt unklar: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=94483&start=10). Motto also: Weiter so, Aggressivität setzt sich durch.
Aufgezeichnet hat es die On-Board-Kamera eines Rettungswagens, der mit Blaulicht und Sirene fuhr. Drinnen waren die Krankenpfleger bei der Herzmassage, sagen sie, eine alte Dame war die Patientin. Übrigens haben Krankenwagen in Taiwan meist nur einen nicht medizinisch ausgebildeten Fahrer, wer einen Rettungswagen haben will, muss den extra verlangen in Taiwan!
Der Rettungswagen jedenfalls wollte rechts auf der Mopedspur am Stau vorbei, doch ein kleiner roter Smart zieht immer wieder nach rechts, will den ihm auf der Stoßstange sitzenden Rettungswagen nicht vorbei lassen. Einmal macht der Smart sogar eine Vollbremsung und zwingt so den Rettungswagen auch in die Eisen zu steigen. Die Frau sei dabei vom Tisch gefallen und gestorben, sagen die Krankenpfleger. Schließlich tut sich eine ganz weite und freie rechte Spur auf, der Rettungswagen will rechts vorbei, doch sofort zieht der kleine, wendige Smart auf die rechte Spur und bleibt an der roten Ampel stehen, glücklich dem Krankenwagen die Durchfahrt versperrt zu haben. Ein Mopedfahrer fährt an den Smart heran und klopft an die Seitenscheibe rechts. Nur ein unbeteiligter Passant, der den wilden Fahrer zur Ordnung rufen will, doch er erhält den Stinkefinger gezeigt, sagt der Mopedfahrer später der Polizei, der Smart blockiert weiter.
Die Polizei hat die Halterin des Wagens ermittelt und die hat ihren Sohnemann, einen jungen "PhD" (also angeblich Träger eines Doktortitels) als Fahrer ermittelt. Der bereue seine Tat sehr, sagt die Mutter. Hoffen wir hier auf eine saftige Strafe, damit das Bereuen noch ein bisschen länger dauert.
In Taiwan wird sehr aggressiv gefahren, oft nach dem Prinzip anderen Fahrern "eins auszuwischen". Z.B. bremsen sie gern, wenn man hinter sie auf die Spur zieht, fahren einem vor die Karre, wenn sie rot haben etc.
Aber dieses Verhalten schlägt dem Fass den Boden aus...
Positiv der Mopedfahrer, Einsatz für andere in der Öffenlichkeit ist hier ehr eine Seltenheit.
UPDATE: Familie und Polizei sollen den Fahrer mittlerweile (ohne Attest) für "geisteskrank" erklärt haben und man sieht wohl von einer Bestrafung ab. Der Fahrer soll Beziehungen zu einem Stadtrat haben. Beziehungen machen in Taiwan sehr viele Dinge möglich. Quelle (allerdings Wahrheitsgehalt unklar: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=94483&start=10). Motto also: Weiter so, Aggressivität setzt sich durch.
Dienstag, Dezember 28, 2010
Shining Baby ROC: Taiwan "sozusagen" Hundert Jahre
Das das Römische Reich irgendwann seinen 1500. Jahrestag mit einem Maskottchen feiert, sagen wir einem niedlichen Cäsar mit lila Toga und Knuddelnase, darf als ehr unwahrscheinlich gelten. Dennoch bereitet sich gerade hier auf Taiwan ein untergegangener Staat auf seine 100-Jahr-Feier vor, getreu dem Motto "Totgesagte leben länger", in diesem Fall auch nachdem der Exitus längst eingetreten ist.
Symbol des untergegangenen Staates ist in bestem Chinglish (chinesischem Englisch) das "Shining Baby ROC", also das "glänzende Baby ROC", was bestimmt auf Chinesisch irgendwie gut klingt. Hier ist das Wiedergänger-Maskottchen zu sehen, eine verformte weiße Riesenbaby-Figur LINK.
In der Volksrepublik China hat das eingeölte "Roc"ker-Baby sicher Chancen zum Staatsfeind Nummer 1 zu werden, steht es doch im Prinzip für Taiwan. So ganz aber auch nicht, sozusagen ist es, ganz wie ein realer Säugling, noch unsicher um seinen Platz in dieser verwirrenden Welt.
Es ist nämlich das Maskottchen der "Republik China", der "Republic of China", daher das Kürzel ROC, die etwa um 1911 in weiten Teilen Chinas das alte Kaiserreich ersetzt hat und eine Art bürgerlich-kapitalistische Diktatur mit starken Zügen einer Militärdiktatur war, mit Chiang Kai Shek von der Kuomintang-Partei als Präsidente. Dieser Staat gab im Prinzip 1949 seinen Geist auf, schon geschwächt durch zahllose japanische Aggressionen und selbsternannte Neukaiser und Warlords flohen Regierung und Teile des Militärs und Bürgertums aus China und die Kommunisten übernahmen die Macht.
Doch, und da liegt der in China leckere Hund begraben, sie flohen auf die Insel Taiwan, die vorher eine japanische Kolonie waren und prügelten (und schossen) solange auf die Einwohner Taiwans ein, bis diese die Vorherrschaft der exilierten (!) Festlandchinesen akzeptierten. Und die führten die ROC einfach auf Taiwan fort, ein Zustand, der bis heute anhält. Zwischenzeitlich wurde Taiwan demokratisch und mindestens die Hälfte der Insulaner will heute mit China (also dem C in ROC) gar nichts mehr zu tun haben. Der aktuelle Präsident der ROC (Taiwan) will sich aber am liebsten mit der Volksrepublik China vereinigen.
Unklar ist also, wofür das ROCker-Baby steht. Eine eigenständige ROC auf Taiwan? Eine künftige Republik Taiwan ohne C, oder für die Nähe zu China, dem hohen C in der Taiwanpolitik?
Ich hätte ihnen ja ein anderes Maskottchen vorgeschlagen. Entweder einen sympathischen Asterix, den ROCerix, nach dem Motto: "Wir schreiben das Jahr 1949 AD. Ganz China wurde von den kommunistischen Legionen eingenommen. Ganz China? Nein, eine kleine Insel...."
Oder einen dicken weißen Elvis mit Namen "ROC a Hula Baby". Eben je nach dem.
Übrigens: Die ROC hat auch eine eigene Zeitrechnung, das Jahr 2011 ist das Jahr 100 in Taiwan, gezählt ab ROC-Gründung. Der Kalender klappt eigentlich erst mit dem Chinese New Year im Februar um, in der Praxis aber oft schon ab dem 01. Januar.
Symbol des untergegangenen Staates ist in bestem Chinglish (chinesischem Englisch) das "Shining Baby ROC", also das "glänzende Baby ROC", was bestimmt auf Chinesisch irgendwie gut klingt. Hier ist das Wiedergänger-Maskottchen zu sehen, eine verformte weiße Riesenbaby-Figur LINK.
Leider NICHT das offizielle Maskottchen: Another Shining Baby, auch mit Rock
In der Volksrepublik China hat das eingeölte "Roc"ker-Baby sicher Chancen zum Staatsfeind Nummer 1 zu werden, steht es doch im Prinzip für Taiwan. So ganz aber auch nicht, sozusagen ist es, ganz wie ein realer Säugling, noch unsicher um seinen Platz in dieser verwirrenden Welt.
Es ist nämlich das Maskottchen der "Republik China", der "Republic of China", daher das Kürzel ROC, die etwa um 1911 in weiten Teilen Chinas das alte Kaiserreich ersetzt hat und eine Art bürgerlich-kapitalistische Diktatur mit starken Zügen einer Militärdiktatur war, mit Chiang Kai Shek von der Kuomintang-Partei als Präsidente. Dieser Staat gab im Prinzip 1949 seinen Geist auf, schon geschwächt durch zahllose japanische Aggressionen und selbsternannte Neukaiser und Warlords flohen Regierung und Teile des Militärs und Bürgertums aus China und die Kommunisten übernahmen die Macht.
Doch, und da liegt der in China leckere Hund begraben, sie flohen auf die Insel Taiwan, die vorher eine japanische Kolonie waren und prügelten (und schossen) solange auf die Einwohner Taiwans ein, bis diese die Vorherrschaft der exilierten (!) Festlandchinesen akzeptierten. Und die führten die ROC einfach auf Taiwan fort, ein Zustand, der bis heute anhält. Zwischenzeitlich wurde Taiwan demokratisch und mindestens die Hälfte der Insulaner will heute mit China (also dem C in ROC) gar nichts mehr zu tun haben. Der aktuelle Präsident der ROC (Taiwan) will sich aber am liebsten mit der Volksrepublik China vereinigen.
Unklar ist also, wofür das ROCker-Baby steht. Eine eigenständige ROC auf Taiwan? Eine künftige Republik Taiwan ohne C, oder für die Nähe zu China, dem hohen C in der Taiwanpolitik?
Ich hätte ihnen ja ein anderes Maskottchen vorgeschlagen. Entweder einen sympathischen Asterix, den ROCerix, nach dem Motto: "Wir schreiben das Jahr 1949 AD. Ganz China wurde von den kommunistischen Legionen eingenommen. Ganz China? Nein, eine kleine Insel...."
Oder einen dicken weißen Elvis mit Namen "ROC a Hula Baby". Eben je nach dem.
Übrigens: Die ROC hat auch eine eigene Zeitrechnung, das Jahr 2011 ist das Jahr 100 in Taiwan, gezählt ab ROC-Gründung. Der Kalender klappt eigentlich erst mit dem Chinese New Year im Februar um, in der Praxis aber oft schon ab dem 01. Januar.
Mittwoch, Dezember 22, 2010
Tofu-Kampfpiloten
Der Suzuki Solio ist kein einsamer Fleischspieß beim Griechen um die Ecke, sondern ein Kompaktautochen im Format von Oma's Wäschekomode, ganz eckig mit winzigen kleinen Rädern dran, aber ganz nett anzusehen. Foto z.B. hier: (LINK).
In Taiwan werden diese Kisten (hier passt das Wort wirklich!) meist von hühnerbrüstigen Jünglingen gefahren, die modisch frisiert sind und eine ebenso modisch frisierte Freundin neben sich auf dem Beifahrersitz haben. Oft noch einen weißen kleinen Wuschelhund hinten drin, dem sie die Haare bürstet und der nach 6 Monaten ausgesetzt wird, wie man das in Taiwan eben so tut. Ich würde ja an ihrer Stelle lieber den kleinen Kerl aussetzen, also den vorne Links am Steuer. Denn er sieht meist gar nicht mal so viel anders als sie selbst aus, bartwuchslos und stupsnäsig.
Diese Jünglinge brezeln ihren Solio dann mit Spoilern unten und oben und Leichtmetallfelgen und supergrellen Lampen hauf und heizen damit durch die Gegend wie gerade aus einer Entlausungsanstalt ausgebrochen.
Taiwanesen sind ja bekanntlich für die linke Spur geboren. Fährt man brav links rüber bei einer zweispurigen Schnellstraße wenn Einfädler kommen, kann man drauf wetten, dass sie einem gleich auf die linke Spur in den zu kleinen Sicherheitsabstand rasen und man in die Eisen steigen muss. Die rechte Spur wird ignoriert, gibt es garnicht. Solange bis alle Nesen dann links im Stau stehen und die ersten die rechte Spur als Überholspur nehmen.
Diese magnetische Anziehungskraft der linken Spur hat auch neulich ein Solio-Fahrer plastisch demonstriert, der Videoclip wurde im Fernsehen gestern gezeigt, das Kamerasystem eines nachfolgenden Fahrzeugs hatte es aufgezeichnet. Ein rosa-metallener Solio (erwähnte ich schon, dass taiwanesische Jünglinge auch gern rosa tragen?) rast auf einer vierspurigen Straße mit Karacho von rechts kommen heran, das kleine, hohe und schmale Auto wischt über alle vier Spuren, kracht vorne links gegen den Mittelstreifen-Bordstein und legt sich sofort ganz unzeremoniell auf die rechte Seite, alles in einem einzigen, schwungvollen Manöver. Da muss man Nese sein, um das hinzukriegen, schließlich waren die anderen drei Spuren komplett frei.
Wieso die Jünglinge hier immer auf den Gedanken kommen, dass so ein Minivan-Mini-Dings mit winzigen Rädern und extrem hohem Schwerpunkt ein Sportwagen sein soll, will mir sowieso nie in den Kopf. Vielleicht rutscht er so schön auf der glatten Seite oder irgendso etwas.
Solio-Beifahrerin (Abbildung ähnlich)
In Taiwan werden diese Kisten (hier passt das Wort wirklich!) meist von hühnerbrüstigen Jünglingen gefahren, die modisch frisiert sind und eine ebenso modisch frisierte Freundin neben sich auf dem Beifahrersitz haben. Oft noch einen weißen kleinen Wuschelhund hinten drin, dem sie die Haare bürstet und der nach 6 Monaten ausgesetzt wird, wie man das in Taiwan eben so tut. Ich würde ja an ihrer Stelle lieber den kleinen Kerl aussetzen, also den vorne Links am Steuer. Denn er sieht meist gar nicht mal so viel anders als sie selbst aus, bartwuchslos und stupsnäsig.
Diese Jünglinge brezeln ihren Solio dann mit Spoilern unten und oben und Leichtmetallfelgen und supergrellen Lampen hauf und heizen damit durch die Gegend wie gerade aus einer Entlausungsanstalt ausgebrochen.
Taiwanesen sind ja bekanntlich für die linke Spur geboren. Fährt man brav links rüber bei einer zweispurigen Schnellstraße wenn Einfädler kommen, kann man drauf wetten, dass sie einem gleich auf die linke Spur in den zu kleinen Sicherheitsabstand rasen und man in die Eisen steigen muss. Die rechte Spur wird ignoriert, gibt es garnicht. Solange bis alle Nesen dann links im Stau stehen und die ersten die rechte Spur als Überholspur nehmen.
Diese magnetische Anziehungskraft der linken Spur hat auch neulich ein Solio-Fahrer plastisch demonstriert, der Videoclip wurde im Fernsehen gestern gezeigt, das Kamerasystem eines nachfolgenden Fahrzeugs hatte es aufgezeichnet. Ein rosa-metallener Solio (erwähnte ich schon, dass taiwanesische Jünglinge auch gern rosa tragen?) rast auf einer vierspurigen Straße mit Karacho von rechts kommen heran, das kleine, hohe und schmale Auto wischt über alle vier Spuren, kracht vorne links gegen den Mittelstreifen-Bordstein und legt sich sofort ganz unzeremoniell auf die rechte Seite, alles in einem einzigen, schwungvollen Manöver. Da muss man Nese sein, um das hinzukriegen, schließlich waren die anderen drei Spuren komplett frei.
Wieso die Jünglinge hier immer auf den Gedanken kommen, dass so ein Minivan-Mini-Dings mit winzigen Rädern und extrem hohem Schwerpunkt ein Sportwagen sein soll, will mir sowieso nie in den Kopf. Vielleicht rutscht er so schön auf der glatten Seite oder irgendso etwas.
Montag, Dezember 20, 2010
Mikro-Kredite and die Dritte Welt: Update
Danke an den Kommentator, hier ein Artikel dazu, Indiens Mikrofinanzinstitute vor dem Kollaps:
http://www.boerse-online.de/banken/:Mikrokreditvergabe--Indiens-Mikrofinanzbranche-kurz-vor-Kollaps/618891.html
Das Bild, welches sich der weiße Mann von Hilfstätigkeiten in Asien macht, ist meist ein verklärtes. Das keine Missverständnisse aufkommen, hier im reichen Taiwan gibt es so etwas eh nicht. Aber anderswo eben. In einem deutschsprachigen Blog wird -und nicht zum ersten Mal- auf das königliche Leben hingewiesen, das sog. NGOs, also "Non Governement Organizations", will sagen westliche Hilfsorganisationen" ihren westlichen Angestellten in Kambodscha bieten (http://kambodscha-pnh.blogspot.com/2010/12/alle-ngos-mussen-neu-evaluiert-werden.html). Zu lesen gibt es so etwas nur in Blogs. Teure Kolonialwillen, Dienstboten und nagelneuer V8-Toyota oder Lexus, unter dem macht es ein richtiger Helfer scheinbar nicht.
Selbst bin ich neulich auf einen Widerspruch bezüglich der sogenannten "Mikrokredite" gestoßen, die zur Zeit im Westen propagiert werden.Die Idee ist dabei, dass man einem asiatischen Kleinbauern (mit Afrika gibt es das wahrscheinlich auch) einen Kleinkredit von ein paar Hundert Euro oder so gibt, er damit Saatgut etc. kauft und das Geld irgendwann zurück zahlt. Klingt gut und ist momentan super-sexy in der Szene, neulich ging ein Herr aus Österreich durch die Presse, der sogar seinen Bungalow, Jacht und Sportwagen verkauft hatte, um das Geld als Mikrokredite zu vergeben.
Beim Lesen von indischen Zeitungen (in der Printausgabe, nicht im Internet gefunden), Times of India, stand allerdings eine ganz andere Version der Geschichte. Hier waren zwei Kleinbauernfamilien von Geldeintreibern unter Druck gesetzt und körperlich bedroht worden, weil sie die Kredite von jeweils umgerechnet mehreren Hundert Euro nicht zurück zahlen konnten. Schnell hatten die Bauern vor der Dorfgemeinschaft das Gesicht verloren, in Asien immer ein besonderes Drama. In einem Fall forderten die Schläger sogar die Herausgabe der Tochter der Familie (im Kindesalter), sozusagen statt Geld. Hätte die Familie dem nachgegeben, hätte hier einem Kind ein Leben als Prostituierte gedroht, als Ergebnis des von "edlen Weißen" gegeben Mikrokredits. Beide Mütter wählten einen anderen Weg, eine vergiftete sich mit Pflanzenschutzmittel, welches qualvoll zum Tode führte, die andere übergoss sich mit Benzin und verbrannte sich selbst.
Eigentlich ist der Fall recht klar. Kleinbauern in Asien, die sich mehr schlecht als recht von der Ackerkrume ernähren können, könnten zwar Saatgut und Hacken für ein paar Hundert Euro sehr gut gebrauchen, sie können nur das Geld nie zurück zahlen, denn das würde ja bedeuten, dass der Acker plötzlich reichlich Profit abwerfen würde, ein völlig illusorisches Anliegen. Alles was der Acker mit dem Mikrofinanzgeld kann ist die Leute dann etwas besser zu ernähren als vorher und vielleicht noch die Anschaffung eines Transistorradios oder alten Mopeds etc. zur ermöglichen. Ich denke das Kozept der Mikrokredite ist Unsinn, weil die NGOs nur über lokale Schläger, gesteuert durch ihre lokalen Mitarbeiter, die selber sicherlich ihren Schnitt dabei machen wollen, die Leute bedrohen, so dass es ihnen mit Kredit schlechter als vorher ging.
Und die zwei Fälle sollen keine einzelnen Vorkommnisse sein, schrieb die Zeitung.
P.S.: Es ist Weihnachten, spendet alle schön für die Hilfsorganisationen, die V8-Toyotas brauchen Ölwechsel und die Schläger neues Haargel.
http://www.boerse-online.de/banken/:Mikrokreditvergabe--Indiens-Mikrofinanzbranche-kurz-vor-Kollaps/618891.html
Das Bild, welches sich der weiße Mann von Hilfstätigkeiten in Asien macht, ist meist ein verklärtes. Das keine Missverständnisse aufkommen, hier im reichen Taiwan gibt es so etwas eh nicht. Aber anderswo eben. In einem deutschsprachigen Blog wird -und nicht zum ersten Mal- auf das königliche Leben hingewiesen, das sog. NGOs, also "Non Governement Organizations", will sagen westliche Hilfsorganisationen" ihren westlichen Angestellten in Kambodscha bieten (http://kambodscha-pnh.blogspot.com/2010/12/alle-ngos-mussen-neu-evaluiert-werden.html). Zu lesen gibt es so etwas nur in Blogs. Teure Kolonialwillen, Dienstboten und nagelneuer V8-Toyota oder Lexus, unter dem macht es ein richtiger Helfer scheinbar nicht.
Selbst bin ich neulich auf einen Widerspruch bezüglich der sogenannten "Mikrokredite" gestoßen, die zur Zeit im Westen propagiert werden.Die Idee ist dabei, dass man einem asiatischen Kleinbauern (mit Afrika gibt es das wahrscheinlich auch) einen Kleinkredit von ein paar Hundert Euro oder so gibt, er damit Saatgut etc. kauft und das Geld irgendwann zurück zahlt. Klingt gut und ist momentan super-sexy in der Szene, neulich ging ein Herr aus Österreich durch die Presse, der sogar seinen Bungalow, Jacht und Sportwagen verkauft hatte, um das Geld als Mikrokredite zu vergeben.
Beim Lesen von indischen Zeitungen (in der Printausgabe, nicht im Internet gefunden), Times of India, stand allerdings eine ganz andere Version der Geschichte. Hier waren zwei Kleinbauernfamilien von Geldeintreibern unter Druck gesetzt und körperlich bedroht worden, weil sie die Kredite von jeweils umgerechnet mehreren Hundert Euro nicht zurück zahlen konnten. Schnell hatten die Bauern vor der Dorfgemeinschaft das Gesicht verloren, in Asien immer ein besonderes Drama. In einem Fall forderten die Schläger sogar die Herausgabe der Tochter der Familie (im Kindesalter), sozusagen statt Geld. Hätte die Familie dem nachgegeben, hätte hier einem Kind ein Leben als Prostituierte gedroht, als Ergebnis des von "edlen Weißen" gegeben Mikrokredits. Beide Mütter wählten einen anderen Weg, eine vergiftete sich mit Pflanzenschutzmittel, welches qualvoll zum Tode führte, die andere übergoss sich mit Benzin und verbrannte sich selbst.
Eigentlich ist der Fall recht klar. Kleinbauern in Asien, die sich mehr schlecht als recht von der Ackerkrume ernähren können, könnten zwar Saatgut und Hacken für ein paar Hundert Euro sehr gut gebrauchen, sie können nur das Geld nie zurück zahlen, denn das würde ja bedeuten, dass der Acker plötzlich reichlich Profit abwerfen würde, ein völlig illusorisches Anliegen. Alles was der Acker mit dem Mikrofinanzgeld kann ist die Leute dann etwas besser zu ernähren als vorher und vielleicht noch die Anschaffung eines Transistorradios oder alten Mopeds etc. zur ermöglichen. Ich denke das Kozept der Mikrokredite ist Unsinn, weil die NGOs nur über lokale Schläger, gesteuert durch ihre lokalen Mitarbeiter, die selber sicherlich ihren Schnitt dabei machen wollen, die Leute bedrohen, so dass es ihnen mit Kredit schlechter als vorher ging.
Und die zwei Fälle sollen keine einzelnen Vorkommnisse sein, schrieb die Zeitung.
P.S.: Es ist Weihnachten, spendet alle schön für die Hilfsorganisationen, die V8-Toyotas brauchen Ölwechsel und die Schläger neues Haargel.
Freitag, Dezember 17, 2010
Deutsches Brot, weich und süß, für Xiao Ding Dang
Nicht alles heimatliche in der Fremde ist für Fremde auch genießbar...
In Hsinchu habe ich jetzt öfter mal zu tun, kann man übrigens auch mit Z irgendwo in der Mitte schreiben den Ortsnamen, wenn man lustig ist. Immer wieder komme ich da an einer deutschen (oder österreichisch? Oder tiroler?) Bäckerei vorbei.
Der deutsche Text an der Tür "Natürlich Gesund Ausgewählte Zutaten" klang irgendwie fast richtig Deutsch und der Anblick von frischen Brotlaiben im Inneren ließ mich im brotlosen Taiwan an das Paradies denken. Danke Herrgot, dass Du eine Bäckerei auf meinen Weg gepflastert hast, gepriesen sei Dein Name, Dein Wille geschehe etc etc. Eine christliche Kirche, nicht so ein Heiden-Drachentempel mit Holz- und Plastikgötzen (tolerante Woche heute, grins), lag ja gleich gegenüber (LINK). Auch noch ein Starbucks, aber die frequentiere ich wegen der horrenden Preise eigentlich nie. 250 NT für einen Kaffee? Idiotisch. Und widerlich süß auch noch. Kirschkaffee hatte ich mal, weil ihn mir jemand auf den Platz gestellt hatte.
OK, wo waren wir? Ach ja, die Bäckerei. Innen also alles voller Brotlaibe. Aber da schwante mir schon nichts gutes. Überall sah ich Nüsse und rotes und lilanes und grünes in den Broten, das sah schon sehr nach taiwanifiziertem Rezept aus.
Aber es war WEICH und SÜSS, da nutzt auch die längste Nase auf dem Firmenlogo nichts. Weich und süß wie es die Taiwanesen mögen, damit sie bloß nicht kauen müssen. Meine Theorie, dass ihre Gesichtszüge, auch bei den Männern, hier so niedlich, glatt und weich sind, weil sie nie kauen müssen, hatte ich schon mal zum besten gegeben, oder? Gut. Also "Mr. Mark" sollte sich in "Mistel Malk" umbenennen. Und ein Schild anbringen: Nur für Einheimische. Mache jetzt immer ein beleidigtes Gesicht, wenn ich da vorbei gehe. Ähnlich wie Mistel Malk auf dem Foto ;-)
In Hsinchu habe ich jetzt öfter mal zu tun, kann man übrigens auch mit Z irgendwo in der Mitte schreiben den Ortsnamen, wenn man lustig ist. Immer wieder komme ich da an einer deutschen (oder österreichisch? Oder tiroler?) Bäckerei vorbei.
Der deutsche Text an der Tür "Natürlich Gesund Ausgewählte Zutaten" klang irgendwie fast richtig Deutsch und der Anblick von frischen Brotlaiben im Inneren ließ mich im brotlosen Taiwan an das Paradies denken. Danke Herrgot, dass Du eine Bäckerei auf meinen Weg gepflastert hast, gepriesen sei Dein Name, Dein Wille geschehe etc etc. Eine christliche Kirche, nicht so ein Heiden-Drachentempel mit Holz- und Plastikgötzen (tolerante Woche heute, grins), lag ja gleich gegenüber (LINK). Auch noch ein Starbucks, aber die frequentiere ich wegen der horrenden Preise eigentlich nie. 250 NT für einen Kaffee? Idiotisch. Und widerlich süß auch noch. Kirschkaffee hatte ich mal, weil ihn mir jemand auf den Platz gestellt hatte.
OK, wo waren wir? Ach ja, die Bäckerei. Innen also alles voller Brotlaibe. Aber da schwante mir schon nichts gutes. Überall sah ich Nüsse und rotes und lilanes und grünes in den Broten, das sah schon sehr nach taiwanifiziertem Rezept aus.
"Mr. Mark" nennt sich die Bäckerei und gibt vor einen "Langnasen"-Chef zu haben, um einen der hier gängigen Ausdrücke für unsereinen zu benutzen (Adoah oder wie auch immer). Das Brot sah nicht schlecht aus, eigentlich Schwarzbrot, nur der Blitz hat es aufgehellt...
Donnerstag, Dezember 16, 2010
Raffiniertes Franchise ("sweet" Jesus)
Ein raffiniertes Doppel-Franchise in Hsinchu (oder wie immer sich die Stadt schreibt), hier im buddhistischen Taiwan.
Christliche Kriche mit STARBUCKS zusammen. Bei Starbucks sprechen sie einen ja immer mit Namen an, den sie auf die Tasse schreiben oder so, sagen die Starbuckskenner. Außer Ausländer, da machen sie es in Taiwan nicht. "Möchten Sie ein Gebet zu ihrem Kaffee?". Aber pronto und mit Zucker. Heute sind Ablassbriefe und gefüllte Waffeln im Angebot. Weihnachtskekse in Form von Chorknaben für die Hardcore-Katholiken. Alles im Angebot.
Auf der anderen Straßenseite eine deutsche Bäckerei, über die ich ein andermal meckere. Fehlt noch McDoof irgendwo, dann haben sie alles ausländische zusammen.
Mittwoch, Dezember 15, 2010
Madeleine: Technischer Support ohne Hemmungen
Das wäre das Konzept für den technischen Support hier (u.a.). Ich meine, es kommen immer wieder Kunden, die meckern, das ein Defekt an Servern noch nicht behoben ist und man hat oft eine heiße Woche, bis der Defekt endlich beseitigt ist.
Andere Teams haben es da viel einfacher. Während die Damen hier manchmal in Jeans rumlaufen, wechseln Product Management und Sales immer dann in Ultraminis, wenn ein Kunde naht. Da kommt da so ein Mittvierziger Amerikaner oder Deutscher hier ins Büro und wird begrüßt, so wie heute, von zwei Produktmanagerinnen um die 20, die eine im schwarzen hautengen Cocktailkleid und einer zweiten, die mit rot gefärbten Haaren und Mantel durchs Büro schwebt, unter dem man nur noch Bein sieht. Dazu das Knallen der hohen Absätze auf dem Kunststoffboden, klar, dass wir immer glänzend verkaufen.
Schwarzer Mini, schwarze Strumpfhose und ultrahohe Schuhe, sieht es bisschen aus wie Minnie Mesota auf der Beerdigung von Luden-König Gamaschen-Ede im RTL-Spätfilm. Aber never mind.
Nur im Support, da verkehrt man nur per Email. Keine Chance für solche Bezirzungen. Hmmm... was wäre jetzt, wenn sich unsere Teammitglieder, egal ob Männchen oder Weibchen, Fotos von den Messe-Showgirls für die Singaturzeile der Mails ausleihen und ihre Unsernamen entsprechend ändern. Cherie, Babette, Annabel statt Adam, Steve und Mars, wäre doch mal was.
Schon gut, schon gut, machen wir ja eh nicht. Die Welt ist unfair.
Der Schweinespeck am Stil schmeckte übrigens furchtbar (Computex-Messe)
Andere Teams haben es da viel einfacher. Während die Damen hier manchmal in Jeans rumlaufen, wechseln Product Management und Sales immer dann in Ultraminis, wenn ein Kunde naht. Da kommt da so ein Mittvierziger Amerikaner oder Deutscher hier ins Büro und wird begrüßt, so wie heute, von zwei Produktmanagerinnen um die 20, die eine im schwarzen hautengen Cocktailkleid und einer zweiten, die mit rot gefärbten Haaren und Mantel durchs Büro schwebt, unter dem man nur noch Bein sieht. Dazu das Knallen der hohen Absätze auf dem Kunststoffboden, klar, dass wir immer glänzend verkaufen.
Schwarzer Mini, schwarze Strumpfhose und ultrahohe Schuhe, sieht es bisschen aus wie Minnie Mesota auf der Beerdigung von Luden-König Gamaschen-Ede im RTL-Spätfilm. Aber never mind.
Nur im Support, da verkehrt man nur per Email. Keine Chance für solche Bezirzungen. Hmmm... was wäre jetzt, wenn sich unsere Teammitglieder, egal ob Männchen oder Weibchen, Fotos von den Messe-Showgirls für die Singaturzeile der Mails ausleihen und ihre Unsernamen entsprechend ändern. Cherie, Babette, Annabel statt Adam, Steve und Mars, wäre doch mal was.
Schon gut, schon gut, machen wir ja eh nicht. Die Welt ist unfair.
Dienstag, Dezember 14, 2010
Ludigels vollelektronisches Pieps- und Blinkmobil
Mein Autochen nervt schon etwas mit Piepsen und Blinken, an letzterem sind wir selber Schuld. Ansonsten geht es dem Nissan X-Trail von 2005 wieder gut, seit wir die Werkstatt gewechselt haben. Bei der alten, die übrigens wie eine Müllkippe aussah, in der der Mechaniker kaum sein Werkzeug finden konnte, lag einiges im Argen. Klingeln und Bremsenquietschen sind ganz lustig, aber langfristig doch nervig. Halt, Bremsenquietschen (ehr ein Rasseln) war die Vor-Vorwerkstatt gewesen, da hatte eine Rückstellfeder für die Bremsen gefehlt und unser mülliger Mechaniker hat sich schnell etwas Draht aus einem seiner Abfallhaufen gefischt und eine Neue per Hand gedreht, das war ja nicht schlecht.
Mit neuer Werkstatt, sauber und ordentlich, geht es dem Auto wieder gut, Klingeln fast weg, Automatik schaltet wieder rechtzeitig hoch und Bremse ist auch in Ordnung. Wir halten jetzt aber auch das taiwanische Inspektionsintervall von nur 5000 km ein, schließlich ist der Wagen schon 160.000 km gelaufen und soll noch ein oder zwei Jahre halten (etwa 30.000 km machen wir im Jahr).
Gepiepst hat der SUV immer schon, das ist etwas das von Nissan Taiwan hier angebracht wird, die die gesamte Inneneinrichtung gegenüber dem Standardmodell austauschen. Kleine Drucktasten statt großer Drehschalter, Leder und Kunstholz statt der Lieferwagenatmosphäre im Original X-Trail. Das Piepsen macht er nicht nur beim Rückwärtsfahren als Abstandsmesser wie üblich, sondern beim Fahren auch wenn jemand zu nah dran ist, wenn er eine Radarfalle findet (illegal und serienmäßig) oder.... oder wann auch immer, es piepst so oft, dass man kaum noch hinhört.
Jetzt blinkt er auch noch, weil wir ein zugekauftes Dritthersteller-Kamerasystem im Auto haben, wo er 4 Videokanäle zum Aufzeichnen hat: vorn, vorn Tele fürs Kennzeichen des Vordermannes, rechter toter Winkel und hinten - linker toter Winkel fehlt also. Man merkt es schon, so ganz durchdacht ist das nicht. Außerdem nervt die rote Aufnahmeanzeige in der Mitte unter dem Innenspiegel. Das ganze Gerät ist also im Prinzip ein superdicker Innenspiegel, so breit, dass er links mit der Sonnenblende leicht kontaktiert (geht aber so eben) und er hat links einen Zusatzmonitor direkt neben der eigentlichen Rückspiegelfläche. Der begrüßt einem beim Anlassen mit Firmenmelodie und Firmen-Kurzfilm (nerv) und sonst kann man ihn Gott sei Dank abschalten. Allerdings schaltet sich das verdammte Ding immer wieder an, wenn ich rechts blinke, weil er mir dann den toten Winkel rechts anzeigt. Solange er das nicht nach Links tut (sonst müsste man auf den Telekanal vorne verzichten), ist das ehr nervig. Und obernervig: Wenn man den Warnblinker während der Fahrt (Stauende) betätigt, kommt auch wieder der tote Winkel rechts. Sicher erklärt sich das irgendwie durch Konfuzius, der auf dem rechten Auge blind war. Auch nervig: Die SDHC-Speicherkarte muss jede Woche von Hand formatiert werden. Immerhin zeichnet das Ding auch Ton aus dem Innenraum auf. Also nicht vorm Unfall "warte, dir fahre ich den Hintern ab!" sagen.
Während der Highwayfahrt sehe ich immer was blinken im Spiegel, die verdammte Aufnahmelampe und denke, mir sitzt einer mit Blinker links auf der Stoßstange. Und an den Ampeln drückt meine Frau auf den vielen interessanten Taste am Spiegel rum und diskutiert mit mir unweigerlich die Kamerawinkel, weil sie ständig die Kameras verstellt. Aber das wird sich ja vielleicht irgendwann legen.
Was ich zur Zeit tun möchte ist: 1. mir einen Filz- und Klebeband-Überzieher für die Tasten und den Bildschirm bauen und 2. die Asiatin auf dem Beifahrersitz fesseln und knebeln. Zwei Flugstunden weiter nördlich in Japan wäre sowas ganz normal.***
Na ja, unsere nervigen Putzroboter zu Hause haben wir ja mittlerweile durch eine biologische Putzfrau ersetzt, vielleicht ersetzen wir das Kamerasystem durch einen Mietzeugen, der immer mitschreibt und Bilder auf dem Block malt....
Ludigel
P.S.: Plan meiner Frau: Vorne und hinten noch supergrelle Zusatzleuchten installieren, die andere Verkehrsteilnehmer erblinden lassen. Wir diskutieren diesen Einfall noch!
Frau legt in chaotischer Kfz-Werkstatt mit Hand an. Der kleine Messi-Mechaniker war schon zerstreut genug...
Mit neuer Werkstatt, sauber und ordentlich, geht es dem Auto wieder gut, Klingeln fast weg, Automatik schaltet wieder rechtzeitig hoch und Bremse ist auch in Ordnung. Wir halten jetzt aber auch das taiwanische Inspektionsintervall von nur 5000 km ein, schließlich ist der Wagen schon 160.000 km gelaufen und soll noch ein oder zwei Jahre halten (etwa 30.000 km machen wir im Jahr).
Mit handgedrehter Bremsrückstellfeder aus der Zahnspange der Mechanikertochter ;-)
Gepiepst hat der SUV immer schon, das ist etwas das von Nissan Taiwan hier angebracht wird, die die gesamte Inneneinrichtung gegenüber dem Standardmodell austauschen. Kleine Drucktasten statt großer Drehschalter, Leder und Kunstholz statt der Lieferwagenatmosphäre im Original X-Trail. Das Piepsen macht er nicht nur beim Rückwärtsfahren als Abstandsmesser wie üblich, sondern beim Fahren auch wenn jemand zu nah dran ist, wenn er eine Radarfalle findet (illegal und serienmäßig) oder.... oder wann auch immer, es piepst so oft, dass man kaum noch hinhört.
Schluck, bestimmt hat dieses Auto gerade Schmerzen....
Jetzt blinkt er auch noch, weil wir ein zugekauftes Dritthersteller-Kamerasystem im Auto haben, wo er 4 Videokanäle zum Aufzeichnen hat: vorn, vorn Tele fürs Kennzeichen des Vordermannes, rechter toter Winkel und hinten - linker toter Winkel fehlt also. Man merkt es schon, so ganz durchdacht ist das nicht. Außerdem nervt die rote Aufnahmeanzeige in der Mitte unter dem Innenspiegel. Das ganze Gerät ist also im Prinzip ein superdicker Innenspiegel, so breit, dass er links mit der Sonnenblende leicht kontaktiert (geht aber so eben) und er hat links einen Zusatzmonitor direkt neben der eigentlichen Rückspiegelfläche. Der begrüßt einem beim Anlassen mit Firmenmelodie und Firmen-Kurzfilm (nerv) und sonst kann man ihn Gott sei Dank abschalten. Allerdings schaltet sich das verdammte Ding immer wieder an, wenn ich rechts blinke, weil er mir dann den toten Winkel rechts anzeigt. Solange er das nicht nach Links tut (sonst müsste man auf den Telekanal vorne verzichten), ist das ehr nervig. Und obernervig: Wenn man den Warnblinker während der Fahrt (Stauende) betätigt, kommt auch wieder der tote Winkel rechts. Sicher erklärt sich das irgendwie durch Konfuzius, der auf dem rechten Auge blind war. Auch nervig: Die SDHC-Speicherkarte muss jede Woche von Hand formatiert werden. Immerhin zeichnet das Ding auch Ton aus dem Innenraum auf. Also nicht vorm Unfall "warte, dir fahre ich den Hintern ab!" sagen.
Während der Highwayfahrt sehe ich immer was blinken im Spiegel, die verdammte Aufnahmelampe und denke, mir sitzt einer mit Blinker links auf der Stoßstange. Und an den Ampeln drückt meine Frau auf den vielen interessanten Taste am Spiegel rum und diskutiert mit mir unweigerlich die Kamerawinkel, weil sie ständig die Kameras verstellt. Aber das wird sich ja vielleicht irgendwann legen.
Was ich zur Zeit tun möchte ist: 1. mir einen Filz- und Klebeband-Überzieher für die Tasten und den Bildschirm bauen und 2. die Asiatin auf dem Beifahrersitz fesseln und knebeln. Zwei Flugstunden weiter nördlich in Japan wäre sowas ganz normal.***
Na ja, unsere nervigen Putzroboter zu Hause haben wir ja mittlerweile durch eine biologische Putzfrau ersetzt, vielleicht ersetzen wir das Kamerasystem durch einen Mietzeugen, der immer mitschreibt und Bilder auf dem Block malt....
Ludigel
P.S.: Plan meiner Frau: Vorne und hinten noch supergrelle Zusatzleuchten installieren, die andere Verkehrsteilnehmer erblinden lassen. Wir diskutieren diesen Einfall noch!
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