Und immer ist noch nicht klar, ob ich in ein paar Wochen in einer kleinen Wohnung einstweilen solomio in Deutschland sitze und eine Softwareschmiede suche oder nicht...
Neulich schon geschildert: http://osttellerrand.blogspot.de/2015/06/endzeitstimmung-im-taiwanblog-wieder-mal.html. An dieser Stelle will ich den langjährigen Lesern halber noch einmal die Warnung absetzen: Meine Frau sitzt de facto auf gepackten Koffern und ich halte sie mühevoll von der Abreise ab in einem täglichen Kampf. Sie will zu ihrer Schwester auf die Philippinen und dort an der Geschäftsgründung mitarbeiten.
In der Zwischenzeit werde ich zurück nach Deutschland und dort wieder nach einer Softwareschmiede Ausschau halten. Und in diesem Fall würde dann das Taiwanblog abgeschaltet, damit kein Personalchef ein satirisches Expatblog unter meinem Namen findet und mich im Vorstellungsgespräch fragt, was ich mit X und Y gemeint habe hier. Die Social Network - Analyse gehört ja heute zum Vorspiel eines Vorstellungsgesprächs dazu und da hält man das ja eigentlich nur private Material am Besten in Grenzen.
Mir ist klar, dass die Abschaltungsdrohnung im Blog mittlerweile zu einem Running Gag geworden ist, aber jedenfalls räume ich dieser Tage meinen Cubical schon mal aus und mache alle Daten (Pix u.a.) schon mal versandfertig. Ob es nun zum Exodus kommt hängt letztlich von der Entwicklung in Manila ab.
Zwei Prognosen gibt es für den Zustand in einem Jahr und einem Monat. Ich nenne nur den meiner immer optimistischeren Frau:
Die Printshopkette in Manila floriert, ich ziehe hinterher und Familie Ludgel lebt fröhlich bis ans Ende aller Tage in Manila. Arbeitsruhestand, wo wir nur noch ein bisschen die Verkaufskioske kontrollieren müssen.
Und in dem "ein bisschen kontrollieren" liegt wohl auch ein Problemchen versteckt.
Na gucken wir in die Zukunft. Meine Junggesellenbude inklusiver fahrbarer und mit Fernsteuerung bewegbarer Bar ist schon geplant. Wer mich kennt weiß, dass das kein Witz ist ;-) Oder doch ein Witz, aber ein rollender.
Kurzfassung: Also nicht wundern, wenn das Blog demnächst plötzlich zu hat...
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Dienstag, Juni 30, 2015
Freitag, Juni 27, 2014
Hass auf die Tür
Man kann Türen hassen. Doch wirklich
Dieser Tage ist alles etwas unstet. Wie bereits berichtet will meine Frau ihr Bürodasein mit seinen 18+-Arbeitsstundentagen (Heimrechnertätigkeit manchmal am frühen morgen mitgerechnet) beenden und ich würde mich dann anschließen, aus vielerlei Gründen. Mein selbst zusammengebautes Rechnernetz (buchstäblich aus Motherboards etc. konfiguriert) mit seinen zahlreichen Linux-OS wird mir sicher fehlen, wie auch die Arbeit. Auch wenn die Arbeitstage taiwantypisch überlang waren.
Wohin dann? Frau will mit dem Reflex von Taiwanern in den Mitt-40ern (die meist in diesem Alter gekündigt werden in den Techfirmen und nicht selbst kündigen wie wir es wohl tun werden) einen eigenen Kleinbetrieb aufmachen. Bei fast allen Taiwanern wäre das eine Garküche, in der Muttern und Frau stehen während er noch Taxi dazu fährt. Frau hingegen will mit meiner Assistenz den Familienbetrieb wiederbeleben, entweder hier in Taipei oder auch in Manila auf den Philippinen, wo ihre Schwester schon erfolgreich geschäftlich tätig ist. Für mich sind das alles noch Fragezeichen. Gut, hier in Taipei hatte meine Frau es damals geschafft, den winzigen Betrieb als kleinen Test- und Lernfall in die Gewinnzone zu führen, durch hartes Management und wir hatten dann den Betrieb an unsere Geschäftsführerin veräußert mit Gewinn, die diesen unbedingt allein und selbst führen wollte. Nur um dann kurze Zeit später Richtung Minus zu gehen. Heute ist der Familienbetrieb von damals wiederum von der glücklosen Geschäftsführerin verkauft und wir würden sicherlich heute eine Nummer größer aufmachen. Hier oder in Manila. Nicht in Bagdad. Frau ist neuerdings auch Brasilienfan, fast hätte ich ihr eben beim Frühstück vorgeschlagen, wir könnten ja auch nach Brasilia ziehen und Michael-Jackson-Teigtaschen verkaufen. Bei denen fällt dann die Nase ab, wenn man sie schüttelt.
Gut, ich bin die Tage genervt, für mich gibt es auch die Option wieder zurück nach Deutschland zu gehen, um als Informatiker weiterzuarbeiten. Auch schon weil das Familieneinkommen mit "Familienbetrieb" drastisch geringer wäre als es bisher ist. Der vielen Fragezeichen halber blogge ich die Tage wenig.
Die Tür in der Überschrift steht übrigens nicht metaphorisch für sich anbahnende Änderungen sondern für die Schiebe-Glastür in unserer Wohnung im heimatlichen Militärveteranen-Schlichtwohnviertel, wo der Durchschnittseinwohner die Kriterien "alt, depressiv, trauert Chiang Kai Shek nach und sammelt alte Pappkartons" erfüllen muss. Müll aus dem Fenster zu werfen, damit er auf den Vordächern vor sich hin gammelt ist eine Option, die Gott sei Dank langsam aus der Mode kommt. Außer bei der Wohnpartei direkt hinter Ludigels Rückfenstern. Unsere Glasschiebetür jedenfalls ist original von 1969 und bestimmt noch vom glatzköpfigen Diktator Chiang handgewichst. Die alten Schiebetüren verknarzen und verkanten sich in ihrem Altöl (noch original Haarwichse aus Chiangs Jugendzeit). Natürlich immer nur wenn ich sie anfasse, nie bei meiner Frau. Das ist die Rache des alten Diktators. Gestern 22 Uhr, wir sind gerade aus dem Büro zurück, Frau will endlich die Tür reparieren. Ich sage lass es, das dauert Stunden und ist morgen sowie wieder kaputt. Frau sagt, ich bin schuld, immer bei mir geht es kaputt. Ich sage, die ist seit 1985 kaputt und wer von uns will denn immer im Schlichtwohnviertel wohnen seit 2004. Frau sagt völlig korrekt ich soll die Klappe halten und lieber wieder mit anfassen. Mir rutscht bei 28 Grad das glatte Metall aus der Hand. Junior macht sich um 23.01 Sorgen, dass Mama und Papa mit herausgenommenen Flügeln der antiken Schiebefenster ein Duell ausfechten. Frau lächelt ihn an und sagt alles ist in Ordnung, nur um mir von hinten...
Ich hole schließlich das Öl. Caramba, dann geht alles recht schnell, dank des handwerklichen Geschicks meiner Frau und einer zweiten Session von 23.45 bis 0.00 Uhr. Nur dass Frau dann Atemnot bekommt, weil sie gegen das Schmierspray allergisch ist. "Das ist die letzte Schlichtwohnung in die ich eingezogen bin!", entfährt es mir irgendwann. "Tür kaputt!" stimmt Junior zu.
[Neue Szene. Einblendung "6 Monate später". Kamerafahrt auf eine graue Wohnstraße mit Smog und Müllhaufen in Metro Manila.... der Einzugswagen fährt vor. Und Action!]
Dieser Tage ist alles etwas unstet. Wie bereits berichtet will meine Frau ihr Bürodasein mit seinen 18+-Arbeitsstundentagen (Heimrechnertätigkeit manchmal am frühen morgen mitgerechnet) beenden und ich würde mich dann anschließen, aus vielerlei Gründen. Mein selbst zusammengebautes Rechnernetz (buchstäblich aus Motherboards etc. konfiguriert) mit seinen zahlreichen Linux-OS wird mir sicher fehlen, wie auch die Arbeit. Auch wenn die Arbeitstage taiwantypisch überlang waren.
Wohin dann? Frau will mit dem Reflex von Taiwanern in den Mitt-40ern (die meist in diesem Alter gekündigt werden in den Techfirmen und nicht selbst kündigen wie wir es wohl tun werden) einen eigenen Kleinbetrieb aufmachen. Bei fast allen Taiwanern wäre das eine Garküche, in der Muttern und Frau stehen während er noch Taxi dazu fährt. Frau hingegen will mit meiner Assistenz den Familienbetrieb wiederbeleben, entweder hier in Taipei oder auch in Manila auf den Philippinen, wo ihre Schwester schon erfolgreich geschäftlich tätig ist. Für mich sind das alles noch Fragezeichen. Gut, hier in Taipei hatte meine Frau es damals geschafft, den winzigen Betrieb als kleinen Test- und Lernfall in die Gewinnzone zu führen, durch hartes Management und wir hatten dann den Betrieb an unsere Geschäftsführerin veräußert mit Gewinn, die diesen unbedingt allein und selbst führen wollte. Nur um dann kurze Zeit später Richtung Minus zu gehen. Heute ist der Familienbetrieb von damals wiederum von der glücklosen Geschäftsführerin verkauft und wir würden sicherlich heute eine Nummer größer aufmachen. Hier oder in Manila. Nicht in Bagdad. Frau ist neuerdings auch Brasilienfan, fast hätte ich ihr eben beim Frühstück vorgeschlagen, wir könnten ja auch nach Brasilia ziehen und Michael-Jackson-Teigtaschen verkaufen. Bei denen fällt dann die Nase ab, wenn man sie schüttelt.
Gut, ich bin die Tage genervt, für mich gibt es auch die Option wieder zurück nach Deutschland zu gehen, um als Informatiker weiterzuarbeiten. Auch schon weil das Familieneinkommen mit "Familienbetrieb" drastisch geringer wäre als es bisher ist. Der vielen Fragezeichen halber blogge ich die Tage wenig.
Verdammte Glastür (heute laufen auf dem TV nur noch Taiwan-Seifenopern)
Die Tür in der Überschrift steht übrigens nicht metaphorisch für sich anbahnende Änderungen sondern für die Schiebe-Glastür in unserer Wohnung im heimatlichen Militärveteranen-Schlichtwohnviertel, wo der Durchschnittseinwohner die Kriterien "alt, depressiv, trauert Chiang Kai Shek nach und sammelt alte Pappkartons" erfüllen muss. Müll aus dem Fenster zu werfen, damit er auf den Vordächern vor sich hin gammelt ist eine Option, die Gott sei Dank langsam aus der Mode kommt. Außer bei der Wohnpartei direkt hinter Ludigels Rückfenstern. Unsere Glasschiebetür jedenfalls ist original von 1969 und bestimmt noch vom glatzköpfigen Diktator Chiang handgewichst. Die alten Schiebetüren verknarzen und verkanten sich in ihrem Altöl (noch original Haarwichse aus Chiangs Jugendzeit). Natürlich immer nur wenn ich sie anfasse, nie bei meiner Frau. Das ist die Rache des alten Diktators. Gestern 22 Uhr, wir sind gerade aus dem Büro zurück, Frau will endlich die Tür reparieren. Ich sage lass es, das dauert Stunden und ist morgen sowie wieder kaputt. Frau sagt, ich bin schuld, immer bei mir geht es kaputt. Ich sage, die ist seit 1985 kaputt und wer von uns will denn immer im Schlichtwohnviertel wohnen seit 2004. Frau sagt völlig korrekt ich soll die Klappe halten und lieber wieder mit anfassen. Mir rutscht bei 28 Grad das glatte Metall aus der Hand. Junior macht sich um 23.01 Sorgen, dass Mama und Papa mit herausgenommenen Flügeln der antiken Schiebefenster ein Duell ausfechten. Frau lächelt ihn an und sagt alles ist in Ordnung, nur um mir von hinten...
Ich hole schließlich das Öl. Caramba, dann geht alles recht schnell, dank des handwerklichen Geschicks meiner Frau und einer zweiten Session von 23.45 bis 0.00 Uhr. Nur dass Frau dann Atemnot bekommt, weil sie gegen das Schmierspray allergisch ist. "Das ist die letzte Schlichtwohnung in die ich eingezogen bin!", entfährt es mir irgendwann. "Tür kaputt!" stimmt Junior zu.
[Neue Szene. Einblendung "6 Monate später". Kamerafahrt auf eine graue Wohnstraße mit Smog und Müllhaufen in Metro Manila.... der Einzugswagen fährt vor. Und Action!]
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