Während ich nach dem jüngsten Lebensmittelskandal mit Horroröl in Taiwan mit schreckensgeweiteten Augen auf die Uhr gucke und feststelle, dass schon wieder Essenszeit ist (schluck), berichte ich lieber von der zurückliegenden Märzreise nach Japan, hier die Gegend um den Mount Fuji
Wie immer auf solchen asiatischen Gruppenreise ist man fast immer im Bus, auch wenn das eine "Light"-Reise war, bei der man auch viel draußen war und nicht im Minutentakt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren wurde und vom Reiseführer in den erlaubten 5 Minuten fürs Foto schon den Schusswinkel auf das Motiv vorgeschrieben bekam, wie ich das auch schon bei taiwanischen Reisen erlebt habe. Hier hat man mehr Zeit gehabt, aber vieles wird dann doch aus dem Bus heraus geschossen mit dem Fenster irgendwie im Bild. oder Spiegelungen.
Die karge Landschaft kann sehr eintönig und depressiv wirken, auch wenn es hier eine ganz interessante Landschafsstruktur ist. Man ist versucht, sie mit Photoshop dramatischer auszuleuchten...
... und Sonne dort zu erzeugen wo keine ist. Immerhin hat Japan ja eine Sonnengöttin oder dergleichen.
In verlassenen japanischen Dorfhäusern vermutet der Kinogänger automatisch schlecht gelaunte untote junge Frauen mit langen Haaren. Schlechte Laune kann man aber bestimmt auch ohne untot zu sein haben in dieser doch eintönig gefärbten Gegend. Wo haben die bloß so viel Braunton her?
Hier Hotel mit Altar. Die Japaner sind wieder eine ganz andere Sorte Mäuse als die Taiwaner, doch davon später mehr in einem anderen Bericht, dann mit Beweisfotos (he he).
Junior (damals 2 Jahre) versetzte das Graubraun offenbar gedanklich wieder ins heimatliche Schlichtwohnviertel in NeiHu, das allerdings ohne so viel Landschaft eintönig grau ist. Bei einem kurzen Ampelstopp vor einem grauen Haus weinte er: "Nein, ich will nicht wieder zur Oma". Denn die wohnt ja in so einem grauen Schlichthaus in Taipei. Merkwürdiger Effekt.
Die Hauptattraktion, nämlich den hier auftauchenden Mount Fuji, gab es natürlich nur schnell aus dem Bus zu sehen, schließlich sind wir ja eine taiwanische Reisegruppe und haben es immer irgendwie eilig.
Interessant war jedenfalls zu beobachten, dass der Busfahrer (wie alle Kollegen) ein paar üblicherweise schneeweiße Extraschuhe nur für seinen kleinen Fahrerplatz hatte und sich seine makellos sauberen schwarzglänzenden Straßenschuhe jedesmal auszog, wenn er in den Bus ging, um auf die weißen Busschuhe zu wechseln. Irgendein Fetischding haben sie da auch am Laufen, die Japaner
Es ist fast unglaublich wie öde die japanische Kleinstädte oder Vororte sein können.
Wenn einst eine Tarnvorrichtung erfunden wird, dann in Japan, denke ich. Sie wird einfach nur braun machen müssen. Genug des Spottes, dafür war alles pikobello aufgeräumt und ultrasauber, wie mir als Taipei-Expat auch gleich auffiel, aber dazu ein andermal. Die grünen Bänder im Vordergrund schreien einen fast an, oder?
Am Ende in so karger Umgebung treibt einen die Sehnsucht nach Farbe um. Und da fiel es mir auch schon ins Auge. Das "down to the basics"-Foto ist dann auch endlich eine Möglichkeit, der "Saccident"-Fotografien in einem Taiwan-Nachbarblog halbwegs Paroli bieten zu können. Wenn auch nur mit Hilfe einer westlichen Touristin in Japan - natürlich aus einer anderen Reisegruppe.
Manchmal besinnt man sich in fremder Umgebung aus das aus Heimat vertraute. Empörte Kommentare wie immer unten.










