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Donnerstag, August 23, 2012

Bier und Spiele

Die in idyllischer Landschaft (http://bobhonest.blogspot.tw/2012/08/kurs-talkessel.html) bei Tucheng (ist das noch Landkreis Taipei?) stattfindenden Firmenspiele (Sport und Grillen) haben mich verblüfft, weil meine Frau als Leiterin des "SIT-Teams" zu trainerischen Höchstleistungen anlässlich der Firmenspiele aufgelaufen ist. Hier traten nämlich die Teams in unserem Server-Bereich (unser Brötchengeber hier ist ja Computer-Hardwarehersteller) gegeneinander an, unser SIT-Team (wir führen pre- und after-market Tests durch) gegen Hardware, BIOS, Software/Mechanos und Sales. Harte Kerle die Mechanos, "mechanical engineers", die die harten Hüllen um die Mutterbretter der Computer bauen. Bekannt als Sportler und top in Form, die selbsternannten Favoriten unserer "Server-Spiele", jedenfalls vor deren Beginn. Etwas geschwächt natürlich durch die ihnen lustigerweise zugegliederten Softwareleute, die allerdings völlig normale Leutchen sind und nicht die Softwaregeeks mit Fettbauch, die ihr ganzes Leben vor dem Rechner verbringen und von Pizza und Cola leben, bis sie mit 47 an Diabetes, Herzinfarkt, Darmdurchbruch oder Leistenbruch sterben, oder schlichtweg eine Artischocke im Hals quer sitzen haben, bei nächtlicher Compilersitzung.

 Für die Athleten gab es Taiwan-Beer, für uns Zuschauer nur toxisches Heincken. Ich blieb bei Eistee und Pokari Sweat.


Meine Frau verblüffte mich durch völligen Overdrive, sie verordnete uns Stirnbänder mit anfeuerndem Schriftzug, Winkelemente wie sie die Cheerleader aus den US of A haben und im abgeschlossenen Testlabor haben wir gnadenlos die drei Disziplinen der Spiele geübt. "Luftballon an der Wange balancieren, Bierwetttrinken und Seilziehen".

Ludigel: "Du übertreibst völlig!"
Frau: "Nein, ich mache das auf amerikanische Art."
Ludigel: "Ist das nicht genau das, was ich eben gesagt habe?"

Ich werde den Artikel noch diskret bebildern, das man nicht die Kollegen erkennt bei Trunk, Sport und Spiel, sonst erscheinen die Fotos noch eines Tages irgendwo mit dem Bildunterschrift "Pjönjang: fanatische Nordkoreaner bei den Festspielen zu Ehren ihres pausbäckigen Führers, Verlierer wird hingerichtet", so wild sehen wir auf den Fotos aus.

 Unsere Athleten (Köpfe mit Stirnbändern nicht im Bild der Anonymität halber) konnten gar nicht genug kriegen.


Dennoch, meine Frau hatte Recht, ich wieder mal Unrecht, das ist bei uns beiden immer so. Der Teamgeist und das Jubeln "S.I.T. S.I.T. S.I.T.!" wenn unsere Athleten an der Flasche, dem Ballon oder Seil ihr Bestes gaben steckten die anderen Teams an und bald erschall auch "Hardware" als gegenläufiger Kriegsruf. Nur die Mechanos/Softies wussten nicht so recht, was sie schreien sollten. "MeckiSoft" vielleicht?

Beim Seilziehen bin auch ich angetreten im zweiten Team, das gegen die Schrecklichen Mechanos und ihre paar Quellcode-Softies antreten musste. Während unser erstes Team den Gegner noch binnen Sekunden auf unsere Seite gezogen hatte, versagten wir Betas nun schmählich. Wir stellten uns wie im Testlabor trainiert mit unseren "zum Sieg!"-Stirnbändern in Positur, tief in den Knien wie gelernt und warteten auf das "los los los"-Kommando ... da waren wir auch schon drüben bei den Mechanos. Verloren.

 Widerstand ist Zwecklos


Beim nächsten Seilziehen gegen BIOS oder wen auch immer ließ ich alle Technik fahren, blieb stehen und zog und zog einfach. Schwupps war der Gegener auf unserer Seite, natürlich nicht nur wegen mir. Zu viel Technik ist manchmal wohl einfach Overkill.

Beim Bierwetttrinken trat ich nicht an, einige übergewichtige Teammitgleider hatten es in der Disziplin des 0.7-Liter-Taiwanbeer - Wettschluckens zu wahrer Meisterschaft gebracht und schluckten alle Gegner in die Knie, die bisweilen sich fast übergebend geschlagen das Feld räumen mussten, während unsere Recken noch einen auf den Sieg tranken. Einen Zusatzpunkt für Eleganz hätte aber das Sales-Team bekommen müssen, weil es fast nur aus Frauen in den 20ern besteht (weil die Kunden alles Herren in den 40ern sind, da sind die Taiwaner pfiffig, so kann kein Kaukasier den netten Damen widerstehen, wenn sie im Meeting fragen, ob es noch ein paar Hundert Server mehr sein dürfen). Junge Frauen mit großen Bierflaschen angesetzt kannte ich bislang nur aus der Taiwan-Beer Fernsehwerbung und hielt es für blanke Fiktion, das mal in Natura zu sehen war doch verblüffend.

 Frau nebst Gatten nicht mit Flitzebogen, sondern Winkelement.


Wir gewannen im allem, auch beim Wange-an-Wange balancieren des Luftballons. Nur beim Seilziehen waren wir zweitplaziert. Beim Luftballonzeug habe ich auch nicht mitgemacht, am Nachmittag ist meine Wange dafür zu kratzig...

So wurde das SIT-Team Sieger in der Gesamtwertung. Und ich muss meiner Frau jetzt nur die "Vorwärts Vorwärts"-Rufe beim Autofahren abgewöhnen (Hozu Quaipao! oder so).


Montag, November 22, 2010

Taiwanesen sockenverrückt

 Haben das "Sockgate" verbockt: Südkoreaner (wenn auch hier im Bild teilweise ohne Socken)

Mir wird das langsam unheimlich. Nachdem also bei den Asia-Games eine taiwanesische Taekwondo-Sportlerin, die wie immer mit "Chinese Taipei" auf dem Trikot auftrat (Taiwan darf sich nicht "Taiwan" auf Sporttrikots schreiben, weil es nicht international anerkannt ist), vom südkoreanischen Kampfrichter wegen angeblicher Manipulation ihrer Fußsensoren disqualifiziert wurde (das Taiwanblog berichtete: http://bobhonest.blogspot.com/2010/11/taiwanesische-frau-mit-getunten.html), hat das eine ungeheure antikoreanische Stimmung hier ausgelöst, die mir langsam unheimlich wird. Politiker verbrennen südkoreanische Flaggen und sowohl Regierungspartei KMT (Motto: "wir lieben China und sind froh, wenn wir chinesischen Funktionären bis zu den Schultern im Allerwertesten stecken") als auch Oppositionspartei DPP (Motto: Wir sind Taiwanesen, nicht Chinesen) sind sich einig damit, sich hier hervorzutun. Auch meine Frau schimpft zu Hause, aufgepeitscht vom Fernsehen auf die "verdammten Koreaner", ich stimme mit ein in die Beschimpfungen, kann mal wieder chinesische Schimpfworte lernen und habe dann meine Ruhe.



 Auch Experten für Socken: Südkoreaner. Hier bei einer an ihre mongolischen Wurzeln erinnernde Reit- und Tanzveranstaltung, bei der der deutsche Hit "Dschingis-Kahn" ständig vom Band lief. War eigentlich ganz nett, nur was die sieben Zwerge mit Mongolen zu tun haben, habe ich nie begriffen....

Offiziell rufe ich hiermit die "Anti(süd)koreanische SOCKGATE-Woche" aus, denn als "Sockgate" bezeichnet man den "Skandal" um die Disqualifizierung hier. Da ich selbst keine Lust zum Schreiben habe, sind alle aufgefordert, politisch unkorrekte Koreanerwitze hier zu veröffentlichen. Übrigens, der UN-Chef ist auch Südkoreaner und auch "laufend gegen Taiwan", habe ich meiner Frau gesagt und sie schrie ein entschlossenes "genau!".
Eine koreanische Schule in Taipei wurde schon mit Eiern beworfen, mehr aber auch nicht, wer die Taiwanesen kennt, weiß ja, dass sie sich ganz gern mal aufregen, in der Regel aber keinen wirklichen Schaden anrichten und dabei nur eine Weile ihren Spaß haben.

 Damit machen sich Koreaner auf die Socken: merkwürdige Autos


Nebenbei bemerkt, wie legt man in Korea den Verkehr lahm?
Man stellt sich auf einen vollen Platz in Seoul und ruft "Haaaalllllooooo Kim!".

Doch wirklich, funktioniert, egal ob Mann oder Frau, alle heißen Kim und sogar das Essen heißt Kim. Das ist so ähnlich wie bei Schlümpfen mit ihrem Universalverb "schlumpfen".

So jetzt reicht es aber, sonst nimmt das noch jemand erst ;-)

Euer

Kim Il Ludigel

 Fahren (und heiraten?) nur koreanische Autos: Südkoraner


Kochen gerne Kimchi: Südkoreaner (hier mit transparenter Handsocke)
[Abbildung von Blogspot wieder mal verloren....: Update: rekonstruiert]

Freitag, November 19, 2010

Taiwanesische Frau mit getunten Sensoren in den Socken

[Bild von Blogspot wieder mal "verloren"...Update: wieder rekonstruiert]
 
Das Frauen es mit den Füßen haben, sieht man ja "laufend". Hier in meiner Büroecke, wo früher nur Damen saßen, vergleichen sie manchmal ihre Füßchen, halten sie nebeneinander und diskutieren drüber. Auch schön. Um Füßchen geht es auch bei dem was Taiwanesen dieser Tage aufregt, z.B. hier (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/11/19/2003488876). Denn bei den "Asian Games" in China ist eine taiwanesische Taekwondo-Athletin names Yang Shu-chun disqualifiziert worden, angeblich hatte sie, man höre und staune, getunte Sensoren in den Söckchen. Scheinbar hat man bei dieser Sportart Sensoren an den Füßen, die die Treffer anzeigen. Na ja, bei einer Auseinandersetzung daheim braucht die Frau von Heute sowas ja nicht, scheinbar aber bei Wettkämpfen.
Die Aufregung hier geht so weit, dass die Südkoreaner, die wohl die Kampfgegner waren [Korrektur: nein, der Kampfrichter war Südkoreaner!], hier in Taiwan der unfairen Wettkampfbestreitung und falschen Anschuldigung bezichtigt werden und sogar - von Seiten Taiwans Oppositionspartei DPP - südkoreanische Flaggen verbrannt werden.

Hier in meiner Cubicalecke haben wir solche Probleme nicht, nur Nagellack und keine Sensoren. Denke ich mal.