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Freitag, Februar 26, 2016

Urknall zum Chinaböller reduziert

WERBUNG
Da nach EU-Richtlinie so ziemlich alles Werbung ist, ist dieser Artikel entsprechend markiert.

Da hat man einen Traum. Für den Fall dass die unzähligen erfolglosen Investitionen der werten Gattin und der Familien-Businesski-Unternehmungen mit ihren "schwarzen Nullen" doch mal was bringen. Und dann kommt eine englische Firma und ruiniert alles...

Träume, gerade wenn fast unerreichbar, haben etwas erhabenes. Man hat ein Ideal und schmachtet diesem hinterher. Bei mir ist es eine Uhr. Eine Hublot "Big Bang", die je nach Ausführung wohl zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro oder beliebig viel mehr für Sondermodelle kostet. "Eines Tages vielleicht", denke ich. Obwohl mich jeder Kratzer an so einer teuren Uhr wahnsinnig machen würde. Verschlungen habe ich im "Uhrforum" eine Story, wo sich ein Forianer endlich seine Traum-Big Bang leistet und dann oh Schreck darauf gestoßen wird, dass er eine Fälschung am Arm hat. Man hätte es vielleicht ahnen können, auf der Schwungscheibe hinten am Uhrwerk unter dem Glasboden steht "NEVA" statt "GENEVA", was zu "NEVER" uminterpretiert schon ein fast ehrlicher Hinweis aus einer chinesischen Fälscherwerkstatt ist. Der Bericht ist der reinste Krimi, zwischenzeitlich versteigt sich der Verkäufer, ein Juweliergeschäft, das online verkauft, zu der These, Hublot würde einfach Klebebuchstaben auf dem Uhrwerk anbringen und der Rest sei halt mal abgefallen. Kann man ja wieder dran pappen, sagt der Fachmann-Verkäufer. Kicher. Natürlich totaler Blödsinn, Hublot graviert oder fräst, aber pappt nicht und Rolls Royce klebt ja auch keine Styropur-Emmy vorne auf den Kühler. Hier die spannende Story mit schönen Uhrenfotos: http://uhrforum.de/hublot-big-bang-t32682. So gute Fakes wie in der Story können schon mal bis zu 450 US-Dollar kosten und die abfallenden Klebebuchstaben illustrieren freilich, wieso das immer noch schlecht angelegtes Geld wäre.

Nun gibt es legale Hommagen, "TW STEEL" bietet sehr ähnlich aussehende Quarz-Chronos an, die allerdings immer noch 400-600 Euro kosten, was ich zu viel für eine Quarz mit Standardwerk finde. Der hohe Preis erklärt sich, weil die TW STEEL-Uhren bei jüngeren Käufern "in" sind - und so richtig das Originalflair haben sie nicht. Ebenso wenig wie die "Apocalypse" genannte Uhr der fürchterlichen US-Marke "Stührling", die immer auf schweizerisch tut und dabei mit ihren Chinauhren so eklatant amerikanisch-großmäulig auftritt, dass sie zur Uhr gleich eine Kotztüte mitliefern müssten. Etwa behauptet "Stührling" auf seiner Webseite schon mal, ihr Chef würde nach Bali an den Strand fahren um da mit einem Goldschmied das neuste Modell der Marke zu besprechen. Wo doch all das Zeug einfach aus China kommt. Andererseits haben wir ja auch ein Bali in Taiwan, ist sogar ganz hübsch da. Sicher gibt es auch eines irgendwo in China in der Fagyu-Province.

Doch oh weh, nun ist es passiert, es gibt eine sich auf Hauptsitz in London berufende Marke namens "Megir" - was rückwärts Latein ist und entweder sowas wie nässen/feuchten oder führen heißt, glaube ich dank Wikipedia. Und diese londoner Feuchtführer bieten eine Uhr an, die so sehr der Hublot Big Bang gleicht, dass es einem fast den Atem verschlägt. Siehe hier den direkten Vergleich:

https://www.pinterest.com/pin/353040058266228922/

Laut Uhrenfreunden soll die "Megir" gar nicht schlecht sein, ein offenbar normal bis gut verarbeiteter Quarzchrono, auch wenn das Armband Kritik bekommt. Alle bislang erwähnten Hommagen an die Hublot haben Quarzwerke und nicht ein auf einem ETA - Chrono - Werk basierendes wie das Original. Soll ich sie mir nun bestellen, die Megir für 25 US-Dollar in Falsch-Rosegold plus 10 Dollar Versand nach Taiwan? In Deutschland kostet sie etwa 40-50 Euro. Nachgeschmissen also. Leute, die sich einen Mona-Lisa-Kunstdruck für 50 Euro ins Zimmer hängen, habe ich immer ein bisschen schief angesehen. Irgendwie das Selbe. Oder mal aus Jux.

In unserem Hotel in Macao neulich gab es auch ein reines Hublot-Geschäft. Ich stand dort mit Junior am Schaufenster und drückte mir vor der angebeteten Big Bang fast die Nase platt, da kam zu meinem Schrecken eine Verkäuferin gleich zu mir angerannt - obwohl die Türe zu war und ich draußen. Möglicherweise ist meine rosegoldene Breil Milano schuld, die zwar ein völlig eigenständiges italienisches Design hat, aber mit dem selbst angebauten metallbeschlagenen Band einen ähnlich ... schwülstigen ... Auftritt wie die Big Bang hat. Und innen nebenbei bemerkt das ETA Valjoux 7750-Werk, das Grundlage des BigBang-Werkes ist.

Von Junior beim Einsalben fotografiert


Die Breil hatte ich auf den Macao-Trip mitgenommen, damit ich vor jedem der 20 Uhrengeschäfte in unserem Hotel (hatte ich mir schon gedacht) bei Marken wie IWC-Schaffhausen, Tag-Heuer, Omega, Rolex, Breitling und eben Hublot schnell auf mein eigenes Schmuckstück am Handgelenk gucken kann, wann immer ich anfange zu hyperventilieren vorm Schaufenster.

Erfreulicherweise fing Junior (4) an zu schreien und wollte zur sich entfernenden Mama, so konnte ich flüchten, bevor die Verkäuferin mich erreicht hätte. So ein kleiner Zuschlag von 15.000 Euro auf die Hotelrechnung wäre meiner Frau wohl doch aufgefallen. Obwohl so ein Handgelenk-Invest mir immer noch solider vorkommt als die Investition in das Business der Familie meiner Frau, das wir unlängst getätigt haben. Aber so muss die Big Bang noch warten. Ein paar Jahre oder Jahrzehnte oder bis ins nächste Leben? Ob ich sie zwischenzeitlich mit einer RIGOR MORTIS ... äh .. MEGIR ... entzaubere, weiß ich noch nicht.

P.S.: Interessante Seite: Originale und Hommagen: https://www.pinterest.com/emorales0227/original-vs-legal-homage-watches/

Donnerstag, Februar 18, 2016

Citizen Ludigel zur Hälfte wieder hergestellt

Meine gebrachte Citizen Eco Drive und ich gingen etwa zur gleichen Zeit kaputt. Mir geht es langsam wieder besser...

Mein Gesundheitszusammenbruch, hier kürzlich im Blog noch mit Rückenbeschwerden in Zusammenhang gebracht, war doch etwas gänzlich anderes, auch wenn manches Detail noch im Dunkeln liegt. Nach endloser Quälerei bei nichtswissenden Ärzten im Tri-Service Hospital in NeiHu, dessen Ärzte buchstäblich herumkicherten, wenn ich meine Symptome schilderte und oft die Symptome verschlimmernde Medikamente mit verheerenden Nebenwirkungen verschrieben hatten, zog ich mich fast schon panisch in eine teure Privatklinik in Taipei zurück. Da zahlt dann die hiesige gesetzliche KV etwas zu, aber das Gros macht das riesige Honorar der Privatklinik (RUENTEX) bzw. des mit ihnen zusammenarbeitenden Chung-Shan-Hospital aus. Während ich ob der keckernden Taiwanärzte, die meine Symptome nicht glauben wollten, schon der Meinung war ein medizinisches Wunder sein zu müssen, war dann in der Privatklinik alles Routine und statt in einem Zeitrahmen von bis zu drei Monaten in nur 6 Tagen erledigt, inklusive OP. Mit meinen 49 Jahren hatten ich einen frühen aber sehr starken Fall des -eigentlichen- Altherrenleidens "gutartige Prostatavergrößerung", so viel sei hier gesagt. "Kann nicht sein", kicherte da der Militärurologe, ich sei zu jung. Und verschrieb Beruhigungstabletten. Deren Nebenwirkungen mich in die Notaufnahme trieben. Trotzdem blieb der Termin für die Ultraschalluntersuchung noch 6 Wochen in der Zukunft, obwohl ich nachts kein Auge mehr zu bekam. Ein Alptraum ausgelöst von offen gesagt idiotischen Ärzten. Welch ein Segen dagegen die Professionalität des Urologen in der RUENTEX-Klinik. Alles Routine. Prostata zu groß, also wird sie verkleinert. Bamm, fertig. Kein Kichern, kein Verschreiben sinnloser und gar gefährlicher Medikamente. Mein Zutrauen in das taiwanische Kassensystem ist nachhaltig erschüttert. Privat zahlen "rules"!

Noch Kopf an Kopf: Alpha GMT und Citizen Promaster Skyhawk mit C652 Kaliber


Doch von der Urologie zur Uhrologie. Meine schöne Citizen Eco Drive Sky Hawk, die es mir gebraucht erworben (2009 hatte sie der Vorbesitzer NEU gekauft, ich erst 2015 von ihm) als Reiseuhr sehr angetan hatte, hat in der selben Zeit einen Totalschaden erlitten, wie es aussieht. Offenbar hatte sie von Anfang an einen schlecht geladenen Akku, der nur noch einen Bruchteil der Kapazität hatte. Denn das Sonnenlicht muss beim Ecodrive ja den Akku oder Kondensator laden. Schließlich hörte sporadisch und dann ganz der untere Drücker auf zu funktionieren und seit dem Totalreset zeigt sie nur noch eigenartige bernsteinfarbende Zeichen im Display an und reagiert auf gar nichts mehr. Die Legende, dass Citizen-Solaruhren bis zu 20 Jahren halten und nicht wie andere Solaruhren schon nach ein paar Jahren mit kaputten Kondensatoren/Akkus ausfallen, ist damit für mich auch erledigt. Mein Zutrauen in den Citizen Eco-Drive ist ebenfalls nachhaltig erschüttert.

 Heißer Tipp für eine wirklich preiswerte Automatik um 100 Euro: Orient Mako hier in Pepsi-Ausführung am Mesh/Milano-Taucherband aus dem Hause Seiko.

Reiseuhr ist damit wieder meine Alpha GMT aus Hong-Kong, die ein Nachbau einer Rolex GMT ist und trotz einiger konstruktiver Nachteile ganz gut läuft. Eine Automatik für etwa 90 US-Dollar, die mit zwei oder gar drei Zeitzonen jonglieren kann hat eben auch ein paar Nachteile.

Dank privat gezahlter OP ist Citizen Ludigel wieder hergestellt und die Reiseuhr aus Hong Kong hat den endgültigen Triumph über die japanische Citizen errungen.

Mehr zum Thema Uhrologie:

Alpha GMT im Reise- und Wettertest: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/02/das-alpha-experiment.html

Italo-Albanerin (Breil Milano): http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/09/faltige-italo-albanerin.html 

Alpha P.O.: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/uhrenarmband-mord-alpha-planet-ocean.html

Orient Blue Mako: http://osttellerrand.blogspot.tw/2015/03/blaues-krokodil-aus-augsburg.html

Nautec GMT: http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/01/nautec-gmt-durchwachsenes-update.html

J.Springs "Diver": http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/10/heiter-bis-uhrig.html

Breil Milano Unikat: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/10/breil-milano-unikat.html

Tissot Seastar Auto-Chrono: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/07/die-menschen-mussen-gewarnt-werden.html

Gigandet Seaground 2: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/08/uhrenwahnsinn-teil-x-gigandet-sea.html

Zwei "Planet Ocean"-Verschnitte: http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/das-alpha-tier-der-uhrenwelt.html




Mittwoch, September 24, 2014

Scharfe Chinesin aus der Rehab entlassen (Update)

Neue Chance für meine scharfe Kantonesin, jetzt in Rot-Schwarz

Update für Interessierte: Wo die meisten Chinauhren herkommen: http://www.millionsmart.com/e/default_home.asp
Für eine Handvoll Dollar (4 oder so) bekommt man da einen Submariner-Klon mit chinesischem Standarduhrwerk. Farbe und Markenname wird alles gecustomized und auch ein chin. GMT-Werk darf natürlich rein. Bestellen Sie doch mal 1000 Stück Ihrer eigenen GMT, vielleicht in Rot*Grün, das hat noch keiner.

Wieder ein Blogartikel zum Thema Uhrenwansinn. Mit meiner "Alpha" aus dem schönen Hongkong verband mich ja eine tiefe Abbeigung, nachdem ich das für 90 US-Dollar erstandene Modell "GMT" auf dem letzten Deutschlandurlaub am Arm hatte, der schönen mechanischen zweiten Zeitzone halber, hier hinreichend dokumentiert: http://osttellerrand.blogspot.tw/2014/02/das-alpha-experiment.html

Ich war nach dem Urlaub so schlecht zu sprechen auf das Ding, dass ich sie monatelang einfach ungetragen in der Uhrenschublade liegen ließ und sogar durch eine andere GMT, sprich durch eine andere Uhr mit zweiter Zeitzone ersetzen wollte. Die Kritikpunkte im einzelnen waren a) scharfkantige Unterseiten mit Schnittgefahr, b) scharfkantiges Metall-Armband mit Raspeleffekt, c) bei Hitze/Kälte-Unterschied abgefallener Drehringeinsatz (24h-Skala), d) Mitverstellen des 24h-Zeigers beim Einstellen der normalen Uhrzeit, e) eine zu große scharfkantige Krone, die sich in den Handrücken gräbt und f) ca. 20 Minuen hinterher laufender 24h-Zeiger, der dazu führt, dass ich bei der 2. Zeitzone dann doch er im Kopf rechnen statt ablesen musste. "Chinamüll eben", wird manch einer da sagen wollen.

Rehabilitiert/nachgebessert: Alpha GMT, mit Austauschband.

Doch einen Lichtblick gab es von Anfang an. Den Tauchring, den ich einmal durch leichtes Falschherumdrehen abgedreht und in der Hand hatte, ließ sich sofort wieder einfach einrasten und das Ding, übrigens mit einem Seagull-B-Uhrwerk (eher schlechter Nachbau des original schweizer ETA-Werks) lief verblüffend genau, automatiktypisch mit etwa 15 Sekunden Vorlauf pro Tag.

Freunde der Happy-Haarlos-Fraktion (HHF) gucken jetzt bitte weg. Hier sieht man, dass es 11.04 Uhr in Taiwan und gerade 5.04 Uhr in Deutschland ist, denn der rote 24h-Anzeiger (den man beliebig einstellen kann) steht so etwa auf 5 Uhr. Eigentlich etwas linksbündig versetzt, was typisch für das Shanghai-Werk ist und durch Drehen des Drehrings um 2 Raster nach links kompensiert werden kann.


Jetzt verblüfft es mich selbst, aber ich trage die Alpha GMT immer öfter, sie ist praktisch meine derzeitige Lieblingsuhr geworden. Wie das? Nun, ich habe die scharfen Unterkanten abgeschliffen mit feinkörnigem Schleifpapier, so dass die Uhr zwar weiterhin scharf ist, aber nicht mehr messerscharf. Die Krone ist auch ein bisschen auf die Art gebändigt, das Band sowieso längst ersetzt durch ein hübsch passendes Lederband mit roter Naht. Und dreht man die Skala etwas links kann man das Nachgehen des 24h-Zeigers kompensieren. Und man kann sich eben dran gewöhnen, erst die normale Zeit und dann die zweite Zeitzone (davon unabhängig) einzustellen. Mit 40mm Durchmesser ohne Krone ist die Uhr nicht zu groß und trägt sich eher leicht und angenehm, wenn nicht mal wieder die Krone in die Hand beißt. Aber dann schiebt man die Uhr eben hoch.

Alternativen wären die etwas ähnlich aussehende (gacker) Rolex GMT für 14.500 Euro oder so, die sicher besser ist (hust), die deutsch-schweizer Steinhart für 420 Euro, die auch als Rolex-Hommage bezeichnet wird. Oder eine italienische Politi für um die 100 Euro, wo wohl auch ein chinesisches Werk, allerdings das wohl bessere Seagull-GMT-Werk drin ist. Oder die deutsche Nautec aus chinesischer Produktion mit ebenfalls dem Seagull-Werk, die bisweilen bei nur 56 Euro bei Ebay zu finden ist von einem spanischen Händler. Oder die Parnis/Getat - Hommagen der Panerai GMT, auch Chinauhren. Hier würde ich vielleicht eine Parnis von einem deutschen Uhrmacher (der auch die Marke Liv Morris vertreibt) erwerben, der noch mal über die Qualität drüber guckt und sie für wohl 165 Euro oder dergleichen vertreibt. Allerdings achtet meine Frau darauf, dass ich nicht immer Ebay auf das Smartphone lade. Na ja, wenn der Spanier die Nautec noch mal mit der orange-metallenen Lünette hat...

Wenn man ggf. nacharbeitet, kann man also mit einer Alpha doch viel Uhr für kleines Geld haben. Mehr oder minder problemlos benutzbar, jedenfalls wenn man Pattex zum Nachkleben dabei hat. 


Mittwoch, November 13, 2013

Keine echte Ludigel-Uhr

Lustig, eine Uhr mit dem eigenen Vornamen als Markennamen am Handgelenk zu haben?

Immer mehr verwandelt sich dieses Blog in ein Uhrenblog, vielleicht sogar mit Fokus auf billige Uhren aus dem benachbarten 5000jährigen Reiche. Eine Entwicklung, bei der es vermutlich den Anfängen zu wehren gilt. Äh.... vielleicht sollte ich die Einleitung noch mal neu schreiben. Never mind.


Man könnte sich glatt berufen fühlen, chinesische "LUDIGEL"-Uhren auf den Markt zu werfen...

Bei Amazon.com bin ich also auf eine Uhr mit dem Namen "Rüdiger Germany" gestoßen, was fast schon eine Tautologie ist, steht doch das "ger" am Ende des Vornamens veritabel für den alten germanischen Wurfspieß, der den Ger-Mannen und damit Germany seinen Namen gegeben hat. Man wird natürlich sofort misstrauisch, auch wenn sich die schöne blaue Uhr (http://www.amazon.com/Rudiger-R2000-04-003L-Chemnitz-Luminous-Watch/dp/B007I1PNCO/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1384301649&sr=8-2&keywords=ruediger) auf deutsche Uhrmachertradition oder jedenfalls deutsche Ingenieurkunst beruft und nach der schönen deutschen Stadt "Chemnitz" benannt ist. Witziger wäre da der Markenname "Karl" gewesen. Könnte man sagen, "Guckst Du, ich habe eine echte KARL CHEMNITZ am Arm". Ein Leichtwitz, der sich nur erschließt, wenn man weiß dass Chemnitz eine Zeit lang eben Karl-Marx-Stadt hieß in der DDR. Misstrauisch macht das "Germany" unter dem Namen. Zwar schreiben schweizer Uhrenhersteller gerne "Swiss Made" auf ihre Uhren, aber bei deutschen Uhren sieht man sowas eigentlich nie auf dem Zifferblatt und das fehlende "Made" macht die Sache höchstens noch verdächtiger in Sachen "Ob da wirklich eine Uhrenfabrik in deutschen Landen steht?". Eigentlich ist die Sache sofort klar, es gibt eben keine große Uhrenmarke Rüdiger in Deutschland, im Sinne von "über einen Wiederverkäufer hinausgehend". Auf dem deutschen wie auch dem US-Markt gibt es zahlreiche Marken, bei denen chinesische Uhren (leider oft der billigen no-repair-Variante) mit scheinbar deutschen Produktnamen angeboten werden, die manchmal mit grenzwertiger Komik selbst ausgedacht sind, etwa "Graf von Monte Christo", wobei statt "Christo" der deutsche Familienname des Wiederverkäufers verwendet wurde mit einem "o" hinten drann gepappt. Also etwas wie "Graf von Monte Meiero", ich will hier den wirklichen Namen nicht nennen. In den USA gibt es noch mehr, ganz dreiste Marketingseiten haben sie und tolle Geschichten werden um die Uhrenmodelle erzählt, dass sich die Balken biegen. Deutsch klingende Namen verwenden sie gerne dabei.

 Etwa so: Eine echte "Planet Ludigel" (oder Planet Bathtub), als Hommage an meine kürzliche erworbene Alpha "Planet Ocean", die wiederum eine Hommage an die Omega Planet Ocean ist
Selber würde ich mir eine abkaufen ;-)


Mondpreise sind auch typisch für solche wiederverkaufen Uhren, etwa "sonst 580 Dollar, aber im Angebot für 98.99". Über die Marke Rüdiger weiß ich nichts, will also keine juristisch relevanten Behauptungen aufstellen, vielleicht gibt es ja eine getarnte riesige Uhrenfabrik in Chemnitz. Statt 350 Dollar (US-Dollar wohl gemerkt) soll die Uhr nur 55 oder so kosten. Das ist mir der Spaß dann doch nicht wert, denn schon auf dem Katalogbild ist das hintere "r" schief auf dem Zifferblatt. Und ein Speer ohne seine Spitze, das ist nun doch nichts.

EDIT: Amazon.de hat die Rüdiger-Uhren als Rudiger-Uhren im Angebot, deutlich teurer und z.B. mit nur einem Umlautpunkt über dem ü oder wahlweise mit schiefem "i":
http://www.amazon.de/Rudiger-Herren-Armbanduhr-Chemnitz-Analog-R2001-04-003L/dp/B007I1PNBU/ref=sr_1_7?s=watch&ie=UTF8&qid=1384306037&sr=1-7&keywords=Rudiger

http://www.amazon.de/Rudiger-Herren-Armbanduhr-Chemnitz-Analog-R2001-04-003L/dp/B007I1PNBU/ref=sr_1_7?s=watch&ie=UTF8&qid=1384306037&sr=1-7&keywords=Rudiger



Dienstag, Oktober 01, 2013

Heiter bis uhrig

Versuch einer Aufheiterung. Mit einer neuen "J.Springs" aus dem Seiko-Konzern. Für 78 Euro bei Ebay neu von einem polnischen Versender namens "Telkomshop" erstanden. Tolle Sache, auch wenn ich vorsichtshalber noch die 14.50 Euro für den Versand mit Tracking dazugenommen habe.

Die Uhr, das ist das Ding unter der Kaffeetasse, hat noch die Schutzfolie drauf. In Deutschland liegt der Normalpreis bei 120 Euro. Die Uhr wirkt recht solide und macht mit dicker Lünette einen auf sommerliche Taucheruhr. Freilich ist es keine, denn sie ist nur "100 Meter" wasserdicht und es fehlt z.B. eine verschraubte Krone, wie sie echte Diver haben. Die dicke Lünette ist hübsch (Ansichtssache), hat jedoch etwas Spiel (ist drehbar). Die nicht ganz dicht am Gehäuse abschließende Krone lässt mich denn auch zweifeln, ob die Uhr das Baden vertragen würde, trotz des maritimen Äußeren. Aber mitten in Taipei am Schreibtisch stört das weiter nicht. Sonst hat die Uhr Kristallglas und auch einen Boden daraus, was nicht so die solide Konstruktion ist, weil ein Kristallglasboden im Gegensatz zu einem Saphirglasboden natürlich Kratzer vom Metallband bekommen kann. Die Uhr hat klassenüblich keinen Sekundenstopp, d.h. der Sekundenzeiger läuft beim Stellen weiter und die Uhr ist auch nicht von Hand aufziehbar - sondern auf die Bewegungen des Handgelenks angewiesen. Sie läuft aber mit nur wenigen Sekunden Abweichung pro Tag, ein guter Wert für eine Automatik*. Insgesamt also ein faires Angebot für maritimen Look und Spaß am Handgelenk.

Seufz.

Okay, irgendwie wird meine Taiwan-Rückkehrdepression schon weggehen, habe ja noch mehr Uhren gekauft ;-)
Solider ist da die in Deutschland  angebotene Orient Deep Blue, auch eine Automatik, hier rechts im Bild mit der Pepsi-Lünette. Neu kostet sie um die 100 Euro in Deutschland. Die Uhr ist auch aus dem Seiko-Konzern, ähnlich gebaut, hat aber eine sicher drehende (wenn auch etwas schwergängige) Lünette, eine verschraubte Krone und ist bis 200m wasserdicht, also auch schwimmgeeignet. Habe mir für 56 Euro da noch mal ein Exemplar gebraucht gekauft, nachdem es meine schwarze Variante (Black Mako genannt) auf den Fliesen zerdeppert hatte. An Lederband mit blauer Lünette habe ich sie auch noch mal (http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/01/uhrentickticktick.html).

Was meinen Sie? Einen Uhrentick hätte ich? Ach was, ih wo...

Hmmm... vielleicht wären stimmungsaufhellende Medikamente doch besser oder billiger. Aber von denen liest sich die Uhrzeit so schlecht ab ;-)



Ähnliche Artikel:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/07/die-menschen-mussen-gewarnt-werden.html (vor dicken Uhren)
http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/04/chinauhr-315-euro.html (mittlerweile entsorgte Chinauhren)


*Man hört immer wieder von Quarzuhrfreunden, die nicht wissen, was eine Automatik ist und sich dann wundern, wenn die neu gekaufte Uhr einfach stehen bleibt auf der Kommode oder die schimpfen, wenn sie am 30. auf den 31. springt, obwohl der Monat nur 30 Tage hat. Eine Automatik ist also rein mechanisch und zieht sich durch Handbewegungen auf. Gangreserve beträgt 40 Stunden bei den meisten Markenuhren, wenn voll aufgezogen.