Wenn ich in das Firmencafe gehe, nennt mich die ältere Dame dort immer "Mr. Sun", weil mein chinesischer Name (einen solchen muss man hier haben) tatsächlich Sun Sin-Ya lautet, wobei das Sun der Familienname meiner Frau ist (den man in Taiwan nach chinesischer Art voranstellt). Das "Sin Ya" soll wie mein deutscher Familienname klingen, was blanker Unsinn ist, schließlich fängt der mit der selben Silbe wie Taiwan, nämlich mit "Tei" an.
Eine Sonne haben wir auch zuhause, in Ermangelung einer richtigen Heizung haben wir einen Heizzstrahler; siehe Bild. Nun wird es in Nordtaiwan von Oktober bis Februar bisweilen richtig kalt, bis runter auf 7 Grad plus und ohne Heizung ist es da wie im Kühlschrank zuhause. Daher bin ich in dieser Zeit chronisch erkältet (gut, dass wir wenigstens dichte Fenster im neuen Haus haben) und manchmal denke ich, dass mir Rheuma droht, wenn kalte Luft durch das Haus weht, weil Frau taiwantypisch Dauerdurchzug macht (da nutzen die dichten Fenster auch nichts).
Zuhause steht aber dieser merkwürdige Heizstrahler, tatsächlich ein Halogenbrenner von 1000 Watt oder so der wie ein Ventilator aussieht (aber keinen Propeller drin hat) und einen mit extrem heißem orangen Licht durchflutet. Das ist dann so heiß, dass man von der einen Seite gekocht wird, während man an der anderen Seite friert. Allerdings wirkt die extreme Lichtbestrahlung irgendwie stimmungsaufhellend. Also ist man dann halb verfroren, halb gekocht, aber fröhlich.

Taiwanesische Polarforscherin Dr. Zu Cal (mit wärmenden Teddy). Nie über Basislager in Südamerika hinausgekommen.
Wil blauchen keine Heizung, sagen die Taiwanesen, es ist ja nur 4 Monate kalt. Wundern Sie sich jetzt nicht, dass sie noch nie von taiwanesischen Polarforschern gehört haben. Pullovel mitnehmen? Fül die paal Wochen? Du Langnase spinnst woll? Hihihihi....
[unteres Foto Firmenserver alter Tage]
[OK, habe ich alles schon mal geschrieben. Aber mir ist halt immer noch kalt. Und warum läuft mir Blut aus dem linken Ohr?]
