Die neue Putzfrau bei Ludigel
Viele Leute haben ja Dienstmädchen hier in Taiwan, die oft aus den Philippinen kommen und bei ihren taiwanischen "Dienstherren" leben. Ich habe das selbst erlebt, als ich 2004 nach Taipei kam hatte Schwiegermutter ein Dienstmädchen, das über 15 Stunden am Tag gearbeitet hat und besonders wenig Geld erhielt. Per mittlerweile geändertem Gesetz erhielt damals der taiwanische Staat 60% von dem Gehalt, das die Familie meiner Frau für sie monatlich bezahlen musste. Oder jedenfalls bekamen Staat und Vermittler mehr als die Putzfrau.
Der Job der Frau war blanker Horror, den schwerkranken Vater der Familie pflegen und in dem stark nach Krankheit riechenden kleinen Zimmer nachts auf dem Boden schlafen mit dünnem Laken und alle 30 Minuten vom Wecker geweckt werden, um dem alten Herrn die Atemwege frei zu saugen. Die Hölle auf Erden.
Ihre Ablösung hielt es nur wenige Wochen aus, mir ist so eine wirre Szene im Gedächtnis, bei der meine Schwiegermutter mit dem Finger auf imaginäre Flecken auf der Tischplatte zeigt, wütend Luft aus den Nasenflügen ablässt und die arme junge Philippina dann genau dort wischen muss - unter großem Wehklagen. "Cola wollte sie jeden Tag haben" im reichen Taiwan laut meiner Frau, bekam aber nur forsche Kommandos und abgekochtes Wasser und wenig Geld, das konnte nicht gut gehen.
Auch meine Frau überlegte die Tage, eine "Live-In"-Haushaltshilfe aus den Philippinen einzustellen, was mir jedoch Magengeschwüre verursacht. Wir kamen dann überein, erstmal unsere bisherige taiwanische Putzfrau auszutauschen, die immer weniger putzt und immer mehr Geld verlangt.
Es kam also eine angeworbene junge Frau aus den Philippinen, die offenbar ihren freien Sonntag nutzt, um gegen Bezahlung bei uns die Wohnung zu putzen. Die Endzwanziger-Frau spricht perfekt Englisch und ist so charmant, dass ich es nach langer Zeit genossen habe, mal wieder ein längeres Gespräch zu führen, das nicht dem Schema der Taiwani-Ausländer-Kommunikation folgt, das mir nun über 10 Jahre lang immer wieder gleiche Gespräche beschert hat.
"Where are you from Do you like Taiwan Where do you live Are you Englisch teacher Do you like our food Yes You Do And our beautiful temples and the food. All foreigner like the food and the temples. Hihihi And the beautiful women and the friendly people. Only traffic not so good. Good bye Can you teach my son English?"*
Hier hingegen eine richtige Kommunikation, es schien ein wesentlich größerer kultureller gemeinsamer Zeichenvorrat zwischen mir und ihr vorzuliegen als es bei Taiwanern der Fall ist.
Die junge Frau wäre auch bereit sich als Live-In-Maid anwerben zu lassen. Mit einer so charmanten jungen Frau und meiner eigenen auf engstem Raum zusammen zu leben, hat sicher etwas sehr verwirrendes an sich und findet Gott sei Dank nicht statt.
Ein Jammer übrigens, das Phillipiner nicht als Englischlehrer in Taiwan arbeiten dürfen, trotz i.d.R. sehr guter Englischkenntnisse. Taiwaner sehen philippinische Bürger nur als niedere Arbeitskräfte - leider.
* Bessere Kommunikation ginge sicher auf Mandarin, ich weiß ich weiß.
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Mittwoch, Oktober 22, 2014
Mittwoch, Dezember 07, 2011
Putznotstand
Ich muss langsam den Putznotstand in meiner Junggesellenbude ausrufen. Als "junger Vater" (hihi) lebe ich ja Frau- und kindlos im siebten Stock in unserer Veteranensiedlung, weil Frau und Kind bei Schiegermutter wohnen, der wöchtentlichen Kindpflege halber. Nun hat unsere hotpanstragende Putzfrau letzten Montag schon mit Entschuldigung (Termin) durch Abwesenheit geglänzt und diesen Montag ist sie einfach nicht gekommen. Am Telefon wollte sie nicht sagen warum nicht und auch nicht, wann sie wieder kommen will und wollte aber auch den Wohnungsschlüssel nicht herausrücken. Na das nenne ich mal Service. Da sie beim letzen Besuch schon mehrere Klorollen "geliehen" hat, wurde uns da etwas mulmig und wir kündigten ihr über den Agenten und verlangten auch den Wohnungsschlüssel zurück.
"Die hat sich ihr Kind wegmachen lassen", sagte die Agentin. "Das ist mal eine kapitale Ausrede" dachte ich sofort. Trotzdem ließen wir uns den Schlüssel zurück geben, man stelle sich sonst mal vor sie kommt nächsten Montag wieder nicht und die Ausrede steigert sich noch einmal.
Okay, vielleicht stimmt es ja auch, wollen wir nicht hoffen, aber wir haben einfach eine neue Putzdame bereitstehen und jetzt muss einfach jemand ran und hoffentlich diese Woche ohne besondere Vorkommnisse. Ich will doch nur geputzt haben, mama Mia.
Meine Putzroboter von iRobot wollte ich reaktivieren, aber sie brummten nur böse mit roten Batteriewarnlampen vor sich hin, die meisten Battereien sind auch unauffindbar seit dem Umzug. Und vielleicht sollte man die untoten Roboter, die meisten kaputt waren und oft die Wohnung mehr mit schwarzer Schmiere verwüsteten als zu putzen, auch einfach ruhen lassen. Die Ecken können die Dinger sowieso nie putzen, die sind im alten Reihenhaus immer grau gewesen, blanker Horror!
Was ist nun schlimmer? Mechanische Roboter oder biologische Menschen? Beides nervt irgendwie.... Bitte dieses Statement nicht allzusehr verallgemeinern. Obwohl....
iRobot Putzroboter, öfter kaputt gewesen, sein Nachfolger war billiger und noch viel öfter kaputt, aber er klaut keine Klorollen und versetzt einem nicht am Telfon in Angst und Schrecken. Putzt aber auch nicht. Jedenfalls nicht die Ecken. Und die Treppen. Und die Wände auch nicht. Und machmal brummt und kreiselt er wie im Dilirium. Aber sonst prima. 1A Technik.
"Die hat sich ihr Kind wegmachen lassen", sagte die Agentin. "Das ist mal eine kapitale Ausrede" dachte ich sofort. Trotzdem ließen wir uns den Schlüssel zurück geben, man stelle sich sonst mal vor sie kommt nächsten Montag wieder nicht und die Ausrede steigert sich noch einmal.
Okay, vielleicht stimmt es ja auch, wollen wir nicht hoffen, aber wir haben einfach eine neue Putzdame bereitstehen und jetzt muss einfach jemand ran und hoffentlich diese Woche ohne besondere Vorkommnisse. Ich will doch nur geputzt haben, mama Mia.
Meine Putzroboter von iRobot wollte ich reaktivieren, aber sie brummten nur böse mit roten Batteriewarnlampen vor sich hin, die meisten Battereien sind auch unauffindbar seit dem Umzug. Und vielleicht sollte man die untoten Roboter, die meisten kaputt waren und oft die Wohnung mehr mit schwarzer Schmiere verwüsteten als zu putzen, auch einfach ruhen lassen. Die Ecken können die Dinger sowieso nie putzen, die sind im alten Reihenhaus immer grau gewesen, blanker Horror!
Was ist nun schlimmer? Mechanische Roboter oder biologische Menschen? Beides nervt irgendwie.... Bitte dieses Statement nicht allzusehr verallgemeinern. Obwohl....
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