Meine Frau verhängte sofort ein Stopp für die Planung eines kombinierten Beligen/Frankreichurlaubs im kommenden Juni, nach den Zeitungsmeldungen der vergangenen Tage und natürlich dem Anschlag auf Charlie Hebdo. Gut, auch ich würde derzeit die Situation etwas beobachten und eben überlegen, wie sicher Flughäfen derzeit sind. Ich denke aber, die Wahrscheinlichkeit in Westeuropa einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen ist dramatisch geringer als die, etwa irgendwo einen Autounfall zu haben. Vom Computer-Securitypapst Bruce Scheier habe ich einst gelesen, der Mensch würde dazu tendieren Gefahren nach ihrer Seltenheit falsch herum zu bewerten. Man hat eben keine Angst vorm Autounfall oder vorm tödlichen Ausrutschen im Badezimmer (beides sehr bzw. recht häufig Todesursachen), sondern große Angst vorm Terroranschlag. Dabei sei beispielsweise in den USA die Wahrscheinlichkeit, durch einen aus dem Fenster geworfenen Fernseher zu Tode zu kommen höher, als die, durch einen Terroranschlag zu Tode zu kommen. Doch wir fangen nicht an, alle Fenster mit Drahtgittern zu sichern. Wohl aber sind viele Leute bereit, ihre bürgerlichen Freiheiten zu opfern, um sich besser gegen Terror zu schützen.
Flugreise nach Holland, Belgien und schließlich Deutschland. Die mechanische "Alpha GMT" aus Hongkong bewährte sich dem dem Jonglieren vvon bis zu drei Zeitzonen.
Auch in Deutschland geht diese Diskussion jetzt los. Politiker haben immer hinreichend viele Werkzeuge im Kopf, mit denen sie den ihnen unheimlichen Bürger an die Kette legen wollen. Überwachung und Gesinnungsschnüffelei. Und sind nur zu gern bereit, diese beim passenden Terroranschlag in die Diskussion zu werfen. Die Nullnummer Gabriel/SPD wird vermutlich wieder Erfüllungsgehilfe der Merkel-CDU, die auch ganz ideal die Rolle einer Sachwalterin der Sozialdemokratie in Person der Kanzlerin übernommen hat. Wenn unsinnige Datensammelei und Ausspioniererei gestoppt wird, dann von Frau Merkel, nicht von der SPD, so denke ich mir.
Man sieht doch besser auf die Uhr, ist doch der Blick aus dem Fenster wenig erfreulich. Was immer sie auch tun, nur bitte keine Mohammed-Karrikaturen an die Flieger pinseln. Freie Meinungsäußerung hin oder her.
Wie soll man also mit dem Terror umgehen? Ich wiederhole noch mal, einfach nach Recht und Gesetz. Straftäter sind zu fassen und zu bestrafen, wir brauchen keine schärferen Gesetze, den Terror ist schon verboten und wird bestraft. Bizarr finde ich freilich, was ich da im linksintellektuellen Spiegel (Online) lesen musste. Herr Augstein Jr. schreibt dort in einem Kommentar, der islamstische Terror habe mit dem Islam gar nichts zu tun (den wir uns auch noch selber schaffen würden, den Islam). Bei allem Willen zur Umarmung der 99,9% völlig normalen (will sagen nichtextremistischen) Muslime in Deutschland und Europa: Dieses Statement macht schon sprachlich wenig Sinn. Womit, so meine Gegenfrage, hat denn der islamistische (will sagen der autoritär-islamische) Terror sonst etwas zu tun, wenn nicht eben mit dem Islam? Mit Gartenbau oder Buddhismus vielleicht?
Junior zog auf dem Flug jedenfalls den Unmut mindestens eines Economy-Mitreisenden zu.
Ein einfaches Beispiel: Wenn in den USA radikale Evangelisten, die gleichzeitig gewaltbereite Abtreibungsgegner sind, vor Kliniken Ärzte ermorden, dann hat das sehr wohl mit Christentum und Abtreibungsgegnerschaft zu tun. Nur deswegen darf man nicht alle Christen oder alle Abtreibungsgegner verurteilen und in einen Topf werfen Aber wenn man verstehen will was vor sich geht und wie man die Situation verbessern kann, dann muss man erst mal das Problem beschreiben. Und dazu gehört zu analysieren wer die Täter eigentlich sind. Im Falle des islamistischen Terrors sind vermutlich sunnitische (sprich nicht kirchlich zentral gesteuerte) Priester des Islam das Problem, von denen manche Hass predigen. Und Ausgrenzung. Und schlechtere Jobchancen. Aber wenn man nicht mal die Tätergruppe vernünftig definiert, dann kann man auch nichts lösen, weil man versteht nicht mal was vor sich geht.
Wenn die Businessklasse Platz genommen hat, darunter eben auch Junior, darf die Economyklasse ja erst ins Flugzeug und staut sich dann in der Businessklasse. Als ich Fotos von Junior in seinem riesigen Businessklasseabteil machte, wird manch ein "Economist" da neidisch gewesen sein. Dachte sicher: Ich werde gleich eingequetscht wie eine Sardine, aber der Junge hier hat Platz, der für einen halben Kindergarten reichen würde. Als ich fotografierte sagte ein Mann bitter: "Here are more successful people than we are" / Hier sitzen erfolgreichere Leute als wir es sind. Nun gut, dieses Prädikat ("erfolgreicher") will ich Junior nicht absprechen. Und ich verstehe ja seinen Schmerz.
In diesem Sinne, dass man eben erst mal verstehen muss wer wer ist und was macht, auch der Kommentar in der NZZ, den ich wesentlich vernünftiger finde.
Die Linke in Europa wird vermutlich auch ein Problem haben, den islamistischen Terror überhaupt weltanschaulich einzuordnen. Da natürlich Rechte und Rechtsextreme immer am lautesten gegen den Islam hetzten, haben die Linken in Deutschland den ganzen Islam automatisch auf ihrer Seite einsortiert, also links. Sie und islamische und alle anderen Einwanderer auf der Linken und rechts die Gegenseite, das Böse. Dieses Weltbild verkennt jedoch, was Islamisten eigentlich sind. Es sind selbst Rechte! Oder wie würden wir etwa christliche Fanatiker einstufen, die propagandieren würden, die Frau würde rechtlos und mit Haube und Wollkleid (um das mal anzupassen) an den Herd gebunden gehören und Männlein und Weiblein müssten ganz bestimmten äußerlichen Kriterien entsprechen (bartlos und mit schwarzem Hut vielleicht). Und alle anderen seinen todeswürdige Abweichler? Da würde man sofort sagen, die haben ein faschistoides Weltbild, sind vielleicht Faschisten und eben ganz und gar klerikal-fanatisch Rechts. Europa muss aufpassen, nicht zwischen rechten Fanatikern zerrieben zu werden. Den klerikalen islamischen Fanatikern und den politischen klassich-rechten Extremisten. "Der Islam gehört zu Deutschland" und damit eben auch seine extremen Formen. Den Kopf in den Sand stecken und so tun als gäbe es ihn nicht wird da nicht helfen.
Die Linke in Europa wird vermutlich auch ein Problem haben, den islamistischen Terror überhaupt weltanschaulich einzuordnen. Da natürlich Rechte und Rechtsextreme immer am lautesten gegen den Islam hetzten, haben die Linken in Deutschland den ganzen Islam automatisch auf ihrer Seite einsortiert, also links. Sie und islamische und alle anderen Einwanderer auf der Linken und rechts die Gegenseite, das Böse. Dieses Weltbild verkennt jedoch, was Islamisten eigentlich sind. Es sind selbst Rechte! Oder wie würden wir etwa christliche Fanatiker einstufen, die propagandieren würden, die Frau würde rechtlos und mit Haube und Wollkleid (um das mal anzupassen) an den Herd gebunden gehören und Männlein und Weiblein müssten ganz bestimmten äußerlichen Kriterien entsprechen (bartlos und mit schwarzem Hut vielleicht). Und alle anderen seinen todeswürdige Abweichler? Da würde man sofort sagen, die haben ein faschistoides Weltbild, sind vielleicht Faschisten und eben ganz und gar klerikal-fanatisch Rechts. Europa muss aufpassen, nicht zwischen rechten Fanatikern zerrieben zu werden. Den klerikalen islamischen Fanatikern und den politischen klassich-rechten Extremisten. "Der Islam gehört zu Deutschland" und damit eben auch seine extremen Formen. Den Kopf in den Sand stecken und so tun als gäbe es ihn nicht wird da nicht helfen.
Einen Kulturschock bekam ich in Amsterdam. Auf den Straßen Kokain in die Nase ziehende Menschen und Warnplakate über totgeschnüffelte Touristen. Die Welt ist eben gefährlich. Vermutlich war Ludigels Wahrscheinlichkeit, während seines unbedachten Herumkicherns in der Businessklasse ("guck mal wie viel Beinfreiheit Junior hat") von einem Economymitreisenden erschlagen zu werden viel höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen!
P.S.: Islamismus wäre nix für mich. Die Terrorkrieger tragen immer diese hässlichen CASIOs. Abgeblich kann einen der Kauf einer solchen LCD-Uhr schon auf die Terrorwatchlist der USA bringen. Na wen wundert's bei dem hässlichen Ding.




