Hat der Krebs schon dreimal in meinem Großraumbüro zugeschlagen?
Kurz vor der vermutlich nur einstweiligen Blogabschaltung wegen neuen EU-Recht noch ein großes Thema. Ein beängstigendes genauer gesagt. In meinem Großraumbüro in der Firma geht im Umkreis von etwa 30 Meter Luftlinie offenbar eine schwerwiegende Krebserkrankung um. Darmkrebs genau gesagt. Bösartig wie er nur sein kann. Vor Jahren schon (2012 etwa) erkrankte eine Kollegin vom Vertrieb, eine End-20igerin. Der bösartige Krebs hatte im Darm begonnen und in der Leber Metastasen gebildet. Meine Frau und ich waren in den tapferen Kampf der Kollegin oft involviert. Etwa als wir sie sich kaum noch auf den Beinen haltend mit dem Auto in den Süden Taiwans gefahren haben, wo sie in einem Tempel religiöse Erbauung erfuhr und danach eine so deutliche Verbesserung ihres Gesundheitszustandes hatte, dass man schon von einer Wunderheilung sprechen konnte. So wurde es mir damals erzählt. Bei näherer Betrachtung war dann aber wohl doch Chemotherapie involviert, die der Kollegin wenigestens noch einige Jahre erkauft hatte.
Als es wieder schlimmer wurde, ging die Kollegin eine Spezialklinik nach Japan. Frau und ich waren in die Beschaffung experimenteller Medizin beteidigt, die man in Taiwan nicht hätte kaufen können und die der Arzt allein nicht bestellen konnte oder wollte. Leider war am Ende alles umsonst, die Kollegin verstarb. Es gab einen Abschied bei ihr am Krankenbett, kurz vor ihrem Tode. Nie werde ich die pseudolockere Athmosphäre vergessen, mit denen wir Kollegin das Feeling von so vielen Business-Meetings vorher krampfhaft aufrecht erhalten wollten. Niemand wollte weinen, wer weiß wo das geendet hätte.
Die Artikel zu dem damaligen Fall:
http://osttellerrand.blogspot.tw/2012/12/wichtige-mission-in-den-suden.html
http://osttellerrand.blogspot.tw/2017/03/machs-gut-p.html
Nun gibt es leider einen zweiten Fall. Eine Kollegin vom Produktmanagement hatte ähnliche Symptome bei sich festgestellt und begab sich zum Arzt. Dort erhielt sie eine ähnliche Diagnose. Die Frau ist eine Enddreißigerin mit zwei kleinen Kindern und hat jetzt laut Arzt noch 1 bis 2 Jahre zu leben.
Leider geht es noch weiter. Die Symptome treten auch noch bei einer dritten Kollegin auf. U.a. ist okkulter Stuhl da ein Symptom. Die Kollegin hat auch noch einen Strauß von weiteren Symptomen so dass sie bösartigen Darmkrebs mit Metastasen befürchtet. Zum Arzt will sie nicht, wie sie im Gespräch mit meiner Frau kundtat. Sie hat zu viel Angst vor dem Todesurteil durch den Arzt.
Alle sitzen wie gesagt in unmittelbarer Nähe. Leben fast nur von Gemüse und Fisch wie hier üblich bei den Damen. Kein Alkohol, kein Rauchen. Nur Opfer Nr. 1 hat etwas geraucht auf den Business-Meetings mit den quarzenden japanischen Geschäftsfreunden.
Ich selbst hatte in Taiwan ja nur ein guartiges Wachstum, da will ich mich nicht beschweren. Aber man muss sich klar machen dass ein Langzeitaufenthalt in einem Land, in dem die Luft versmogt ist (jedenfalls hier in der Stadt) und das Essen von einem Chemieskandal nach dem anderen heimgesucht wird, üble Langzeitfolgen haben kann. Ich drücke der dritten Kollegin die Daumen.
Vielleicht letzter Artikel vor der Blogabschaltung. Ich wünschte, es wäre etwas nettes.
Update: Die Kollegin verstarb etwa 2 Wochen nach dem Erscheinen dieses Artikels. Entschieden zu jung, die beiden Opfer und so nah beieinander räumlich und zeitlich in der Erkrankung.
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Dienstag, Mai 22, 2018
Freitag, Dezember 04, 2015
neues LAL, Lebens-Abschnitts-Leiden, Gift in Taiwan (witziges Update)
Irgendwas schlägt bei Ludigel mal wieder zu...
Meine Laune ist die Tage mal wieder nicht die Beste. Hatte mich bis vor einiger Zeit mehrere Monate lang doch ein dauerhaftes Magenleiden ihn ähnliche Laune versetzt, war ich zwischenzeitlich nun froh dies losgeworden zu sein. Nur damit jetzt ein ähnliches Zeug noch schlimmer zuschlägt.
Was war passiert? Nun, mein Arzt nannte es eine Magengrippe. Es war eine Steigerung meiner mysteriösen fast schon jahrelangen "Dauererkältung", der freilich einige typische Erkältungssymptome fehlten, die mir offensichtlich auf den Magen geschlagen war. Am Ende war ich so kraftlos, dass ich mich manchmal kaum auf den Beinen halten konnte. Klarer Fall, der Magen liefert dem Menschen Energie und funktioniert er dauerhaft nicht, geht es einem wie einem Tesla auf der Autobahn bei Kilometerstein 100 auf der linken Spur: man bleibt stehen. Meine Notration war in dieser Zeit eine zuckrige Cola und US-Kartoffelchips. Diese Kombo beseitigte fast sofort das flaue Gefühl im Magen und stellte die Energieversorgung wieder her. Allerdings nur für eine Stunde oder dergleichen. Frau riet zum gesteigerten Konsum von guter taiwanischer Küche, frisch und lecker gekocht und zur Abkehr von diabolisch-westlichem Junk wie der Cola und den Chips. Nun, beides habe ich auch vorher kaum zu mir genommen, aber ohne ging es nicht mehr. Die Ärzte gaben mir immer stärkere Antibiotika, aber nichts half.
Die Rettung kam durch Generalumkremplung meiner Ernährung. Obwohl Frau und andere Taiwaner empört aufheulten, hörte ich auf das "frische, kontrollierte, leckere, gesunde" Essen in der Kantine zu essen und aß NUR noch bei Seven-Eleven.Diesen irgendwie britischen/japanischen/amerikanischen 24h-Supermärkten mit ihrem in Plastik eingeschweißten Essen. Die vielen Tabletten nahm ich nicht mehr. Auch Garküchen und Frühstücksbuden flogen raus aus dem Essensplan.
Die Genesung stellte ich binnen der ersten Woche ein. Alle Symptome verschwunden, Frau ein bisschen sauer wegen der neuen teuren Magenkrebs-Police und Ludigel um Jahre verjüngt. Später kamen ausgewählte Garküchen wieder dazu und es ging mir weiter gut.
Nun hat mich aber wieder etwas neues erwischt. Es fing an mit einem winzigen Nierenstein wohl wegen übertriebenem Eiskonsum mit der werten Gattin und hat sich jetzt nierensteinlos irgendwo anders festgesetzt. Die Symptome gleichen den nervigen allergischen Symptomen, die ich 2004-2011 direkt nach meinem Kommen in Taiwan entwickelt hatte, sind nur etwa 10 mal schlimmer. Damals hatte ich mich immer gefragt, was "die Taiwaner" bloß ins Essen rühren. Denn immer wenn ich Taiwan verlassen hatte, trat etwa am 4. Tage eine komplette Besserung ein. Die Symptome verschwanden langsam binnen mehrerer Wochen, als 2011 die Komplettverseuchung praktisch allen taiwanischen Essens mit dem Flüssigkunststoff DEHP bekannt wurde.
Nun hat es mich wieder und recht gräuslich schlimm. Ob irgendwas im Essen von Seven-Eleven ist? Ich lasse die Tage den Salat weg und gucke was passiert. Bislang seit Tagen ohne Wirkung. Wieder helfen keine Tabletten, es erinnert sehr an die Lage damals.
Letztlich, so schwant mir, bleibt wohl nur der Rücksturz nach Good Old Europe, was ich Frau langsam näher bringen muss. Denn auch der von meiner Frau anvisierte Umzug nach Manila kann mich nicht recht begeistern. Da hatte ein Sprung in den Swimmingpool die Symptome ihrem jetzigen Crescendo zugeführt. Hmmm... jetzt wo ich die Zeilen schreibe fällt es mir auf: Auch bei der Magengeschichte war ich vorher in den Philippinen gewesen. Es ist immer so, als ob philippinische und taiwanische Zutaten zusammen erst den richtigen Mix ergeben, der mich dann wirklich in die Knie zwingt.
Also vielleicht bald wieder Deutschland. Und gute Küche von Muttern. Oder syrische Spezialitäten, je nachdem, was man dann dort isst ;-)
UPDATE: Laut einem Arzt im Tri-Service-Krankenhaus habe ich eigentlich absolut nichts. Die Niere, die offenbar Probleme macht, ist in Ordnung. Da ich "Nierenschmerzen" habe, kam der Doc darauf, dass mein auch verspannter Arm der Auslöser ist. "Arbeiten Sie körperlich schwer?", fragte er. Will sagen durch "Verheben" ist auch die Nierengegend verkrampft und das führt zu ... üblen folgen, man kann sich denken welche; Stichwort "Frequenz". Muskelkrämpfe sind es also - weil meine Frau immer wieder möchte, dass ich unseren 4jähren Sohn trage, sowie ein leiser Windhauch irgendwo bläst.
Momentan bin ich mit Muskelrelaxern, Gymnastik und sonstigem sowie einem die eigenen Füße entdeckenden Sohn auf dem Wege der Besserung. Meine linke Seite ist sowieso schon entspannt, seit ich linksseitig zur Muskelunterstützung eine Armbanduhr mit dickem, eng geschnallten Kautschukarmband trage. Für Rechts habe ich mir jetzt ein martialisches Lederarmband bestellt zum selben Zweck. Bei Ebay hatten sie ein Sonderangebot mit Metallnieten und einer Reitgerte im Doppelpack, habe mich dann aber doch für eine schlichte Version entschieden. Ich merke schon, die nächsten 49 Jahre werden viel unterhaltsamer als die ersten, was die Gesundheit angeht. Also habe ich Taiwan diesmal wohl zu Unrecht verdächtigt, von wegen Lebensmittelverunreinigungen. Neulich war ja schon einmal so eine Verspannungssache, deretwegen mir die Gattin einen Termin beim Herzspezialisten verordnet hatte, der mich prompt mit Herztabletten fast umgebracht hätte. Das ließ sich auch schon mit Gymnastik etc. lösen.
Jau... solange die Krankheiten weiter so witzig bleiben, macht das Altern richtig Spaß ;-) Am Ende lache ich mich mit 80 irgendwann mal über den ganzen Unsinn tot...
Meine Laune ist die Tage mal wieder nicht die Beste. Hatte mich bis vor einiger Zeit mehrere Monate lang doch ein dauerhaftes Magenleiden ihn ähnliche Laune versetzt, war ich zwischenzeitlich nun froh dies losgeworden zu sein. Nur damit jetzt ein ähnliches Zeug noch schlimmer zuschlägt.
Was war passiert? Nun, mein Arzt nannte es eine Magengrippe. Es war eine Steigerung meiner mysteriösen fast schon jahrelangen "Dauererkältung", der freilich einige typische Erkältungssymptome fehlten, die mir offensichtlich auf den Magen geschlagen war. Am Ende war ich so kraftlos, dass ich mich manchmal kaum auf den Beinen halten konnte. Klarer Fall, der Magen liefert dem Menschen Energie und funktioniert er dauerhaft nicht, geht es einem wie einem Tesla auf der Autobahn bei Kilometerstein 100 auf der linken Spur: man bleibt stehen. Meine Notration war in dieser Zeit eine zuckrige Cola und US-Kartoffelchips. Diese Kombo beseitigte fast sofort das flaue Gefühl im Magen und stellte die Energieversorgung wieder her. Allerdings nur für eine Stunde oder dergleichen. Frau riet zum gesteigerten Konsum von guter taiwanischer Küche, frisch und lecker gekocht und zur Abkehr von diabolisch-westlichem Junk wie der Cola und den Chips. Nun, beides habe ich auch vorher kaum zu mir genommen, aber ohne ging es nicht mehr. Die Ärzte gaben mir immer stärkere Antibiotika, aber nichts half.
Die Rettung kam durch Generalumkremplung meiner Ernährung. Obwohl Frau und andere Taiwaner empört aufheulten, hörte ich auf das "frische, kontrollierte, leckere, gesunde" Essen in der Kantine zu essen und aß NUR noch bei Seven-Eleven.Diesen irgendwie britischen/japanischen/amerikanischen 24h-Supermärkten mit ihrem in Plastik eingeschweißten Essen. Die vielen Tabletten nahm ich nicht mehr. Auch Garküchen und Frühstücksbuden flogen raus aus dem Essensplan.
Die Genesung stellte ich binnen der ersten Woche ein. Alle Symptome verschwunden, Frau ein bisschen sauer wegen der neuen teuren Magenkrebs-Police und Ludigel um Jahre verjüngt. Später kamen ausgewählte Garküchen wieder dazu und es ging mir weiter gut.
Nun hat mich aber wieder etwas neues erwischt. Es fing an mit einem winzigen Nierenstein wohl wegen übertriebenem Eiskonsum mit der werten Gattin und hat sich jetzt nierensteinlos irgendwo anders festgesetzt. Die Symptome gleichen den nervigen allergischen Symptomen, die ich 2004-2011 direkt nach meinem Kommen in Taiwan entwickelt hatte, sind nur etwa 10 mal schlimmer. Damals hatte ich mich immer gefragt, was "die Taiwaner" bloß ins Essen rühren. Denn immer wenn ich Taiwan verlassen hatte, trat etwa am 4. Tage eine komplette Besserung ein. Die Symptome verschwanden langsam binnen mehrerer Wochen, als 2011 die Komplettverseuchung praktisch allen taiwanischen Essens mit dem Flüssigkunststoff DEHP bekannt wurde.
Nun hat es mich wieder und recht gräuslich schlimm. Ob irgendwas im Essen von Seven-Eleven ist? Ich lasse die Tage den Salat weg und gucke was passiert. Bislang seit Tagen ohne Wirkung. Wieder helfen keine Tabletten, es erinnert sehr an die Lage damals.
Letztlich, so schwant mir, bleibt wohl nur der Rücksturz nach Good Old Europe, was ich Frau langsam näher bringen muss. Denn auch der von meiner Frau anvisierte Umzug nach Manila kann mich nicht recht begeistern. Da hatte ein Sprung in den Swimmingpool die Symptome ihrem jetzigen Crescendo zugeführt. Hmmm... jetzt wo ich die Zeilen schreibe fällt es mir auf: Auch bei der Magengeschichte war ich vorher in den Philippinen gewesen. Es ist immer so, als ob philippinische und taiwanische Zutaten zusammen erst den richtigen Mix ergeben, der mich dann wirklich in die Knie zwingt.
Also vielleicht bald wieder Deutschland. Und gute Küche von Muttern. Oder syrische Spezialitäten, je nachdem, was man dann dort isst ;-)
UPDATE: Laut einem Arzt im Tri-Service-Krankenhaus habe ich eigentlich absolut nichts. Die Niere, die offenbar Probleme macht, ist in Ordnung. Da ich "Nierenschmerzen" habe, kam der Doc darauf, dass mein auch verspannter Arm der Auslöser ist. "Arbeiten Sie körperlich schwer?", fragte er. Will sagen durch "Verheben" ist auch die Nierengegend verkrampft und das führt zu ... üblen folgen, man kann sich denken welche; Stichwort "Frequenz". Muskelkrämpfe sind es also - weil meine Frau immer wieder möchte, dass ich unseren 4jähren Sohn trage, sowie ein leiser Windhauch irgendwo bläst.
Momentan bin ich mit Muskelrelaxern, Gymnastik und sonstigem sowie einem die eigenen Füße entdeckenden Sohn auf dem Wege der Besserung. Meine linke Seite ist sowieso schon entspannt, seit ich linksseitig zur Muskelunterstützung eine Armbanduhr mit dickem, eng geschnallten Kautschukarmband trage. Für Rechts habe ich mir jetzt ein martialisches Lederarmband bestellt zum selben Zweck. Bei Ebay hatten sie ein Sonderangebot mit Metallnieten und einer Reitgerte im Doppelpack, habe mich dann aber doch für eine schlichte Version entschieden. Ich merke schon, die nächsten 49 Jahre werden viel unterhaltsamer als die ersten, was die Gesundheit angeht. Also habe ich Taiwan diesmal wohl zu Unrecht verdächtigt, von wegen Lebensmittelverunreinigungen. Neulich war ja schon einmal so eine Verspannungssache, deretwegen mir die Gattin einen Termin beim Herzspezialisten verordnet hatte, der mich prompt mit Herztabletten fast umgebracht hätte. Das ließ sich auch schon mit Gymnastik etc. lösen.
Jau... solange die Krankheiten weiter so witzig bleiben, macht das Altern richtig Spaß ;-) Am Ende lache ich mich mit 80 irgendwann mal über den ganzen Unsinn tot...
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