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Mittwoch, Dezember 31, 2025

Ludigels Handy wird von heldenhaften Taiwanischen Funkspezialisten auf Interferenzen überprüft (Update)

Ich bedanke mich hiermit bei den heldenhaften taiwanischen NCC-Spezialkräften, die in ihrer sicherlich streng geheim und irgendwo im Erdboden eingegrabenen Bunkeranlage mein Google Pixel 9a-Handy, das ich leichtsinnigerweise einfach von Amazon.de importieren wollte, auf Einhaltung der Funkrichtlinien der großartigen Republic China aka Taiwan, Formosa oder "letzter Felsen kurz vor dem Osttellerrand der Weltscheibe" überprüfen. Wochenlang, wie mir angekündigt worden ist. Danke Taiwan.

Nun, alles begann damit, dass ich mir für ein Zweithandy  eine PrePaid-SIM-Karte kaufen wollte. Das lehnten mehrere hiesige Leutchen in Telefonläden ab, weil meine ARC "nur noch" knapp 2 Monate galt. Offenbar gibt es da restriktive Vorschriften für uns Ausländer. Bei Chunghwa-Telecom wollte man mir nur eine nicht verlängerbare PrePaid-Karte verkaufen, damit ich unverschämter Steuerzahler nicht etwa... ohne Aufenthaltstitel noch hätte telefonieren können. Da ist man 21 Jahre im Land und wollte die ARC sowieso verlängern, aber nein, PrePaid fürs Zweithandy ist zu viel.
Also dachte ich: gut, das Ding ist sowieso veraltet, kaufst du dir ein neues. Kannst du eSIM von einem internationalen Anbieter nehmen. Ich befürchtete nach mehreren Lächel-Zurückweisungen allerdings, die Deppen im Elektronikladen würden mir am Ende auch keins verkaufen wollen, selbst ohne SIM-Karte, weil man hier im Land der sinoiden Kernkultur bei uns Langnasen immer besonders vorsichtig ist. Im Zweifelsfall lieber eine Regel dazu erfinden, als es dem Ausländer leicht machen. Ergo bestellte ich mir ein gängiges Google Pixel 9a von Amazon.de


 Taiwanische Heldenwissenschaftler bei der angekündigt wochenlangen Prüfung meines Handys. Danke, liebe Taiwaner. Ich hoffe, niemand holt sich einen Strahlenschaden dabei. (Okay, ein KI-Foto).

 

Da habe ich aber die Rechnung ohne den konfuzianischen Wirt gemacht. Zwar kann man aus dem Flieger steigend ein Handy einfach reinbringen und Pakete werden einfach durchgewunken ohne Zoll und Papierkram. Aber wehe wenn der Zoll vorher freiwillig schon bezahlt ist, wie es in diesem Fall Amazon.de leider automatisch macht. Dann ist jedesmal ein elendiger Papierkram über die Import-App EZway notwendig, die leider nichts automatisch löst, sondern jedesmal einen gruseligen Amtsvorgang anstößt. Dieses Mal wird das Gerät, nachdem ich in EZWay extra ein Autorisierungspapier erstellen und abschicken musste, von der Funkbehörde NCC auf Übereinstimmung mit den hiesigen Richtlinien überprüft, was bis zu 2 Wochen lang dauern kann, sagte "Kelly" von DHL Taiwan. Und, da sie erstmal eine Woche in den Urlaub geht, bleibt mein Antrag auch solange liegen.

Danke Kelly, danke Taiwan. Äh... ich bin nicht überzeugt, dass ich mein gefährliches Strahlending, das ja sogar Bluetooth haben soll (das wurde irgendwie auf dem Antrag hervorgehoben) jemals in der Hand halte. Wahrscheinlich wird es irgendwann in einem tonnenschweren Bleicontainer zu Amazon.de zurückgeschickt. Möglicherweise machen die Chinesen, die ja derzeit die Insel blockieren, dafür sogar eine Schneise auf. 

Erwähnte ich schon, dass ich hier sowieso bald draußen bin? Taiwan nur noch ein letztes Mal aus dem Flugzeugfenster zu sehen, ist ein Gedanke, der mich in Ekstase versetzt. Spätestens Anfang Juli, gerne vorher.  

Edit: Frau hat offenbar auf der NCC/Webseite einen Antrag stellen müssen. Ich nehme an, dass Taiwans Präsident Lai zu dem Fall demnächst eine Ansprache im Parlament halten wird und sich KMT, DPP und TPP-Abgeordnete davor wie üblich prügeln werden. Auch hoffe ich, dass die heldenhaften taiwanischen Wissenschaftler nicht ausversehen ein Dimensionstor öffnen (vgl. "Stranger Things", TV-Serie). Die deutsche Kaufquittung mussten wir eben auch hochladen. Ich hoffe, sie muss nicht noch eidesstattlich übersetzt werden.

(Update) Im Detail: Die NCC hat die Kaufquittung von DHL eingefordert, die diese nicht hatten und uns sagten, das Handy könne nicht importiert werden. Während die NCC dann telefonisch erklärte, dass sie nur eine Beweisquittung bräuchten, das Gerät sei aus Deutschland, denn solche aus USA und Kanada könnten nicht eingeführt werden. Es bleibt spanned.  

Update 2: Das Handy hat die Prüfung in Kaoshiung im Süden Taiwans bestanden und wird jetzt per Cargo in den Norden nach Taipei wieder hochgeschickt. Wird also insgesamt etwa 5 Tage gedauert haben, nicht die angekündigten 2-3 Wochen. Ohne Anruf beim NCC wäre es abgelehnt worden.


 Nicht mein Handy, nicht Präsident Lai (KI-Foto)

Montag, Dezember 29, 2025

Internationale Schulen in Taipei, Taiwan: Erfahrungen

Taipei European School, Johann Taipei, VIS Taipei, HAND Taipei und 5in Taipei

TES. Vom Kindergarten an hatten wir Junior auf der Taipei European School, TES, in der Deutschen Sektion. Nun war er ein Frühchen und hatte einen etwas schwereren Start als andere, hat in der 1. Klasse, die damals noch modisch gestylt irgendwie anders hieß, ein Jahr länger zugebracht. Danach ging dann alles normal, er verbesserte sich ständig, bis er am Schluss eine 2 in Mathe in der 5. Klasse hatte. Trotzdem gab es einige Dinge, die mich ständig genervt haben. Erstens war er den Stempel der anfänglichen Lernprobleme nie losgeworden. Die Lernprobleme waren weg, oder vielleicht auch nur fast weg. Trotzdem hatte man hatte ihn einschlägig eingestuft. Ein Gespräch zwischenzeitlich mit wohlmeinenden abstempelnden Lehrern und dem Schulleiter war nah am Schreiduell, als meiner Frau der Kragen platze. Auch ich kam bei den selbstgefälligen Pädagogen nicht durch. Ich erklärte, selbst einst eine Hauptschulempfehlung gehabt zu haben, hätte mich aber ständig verbessert und am Ende Informatik studiert. Doch nein, Änderungen waren in den deutschen Lehrerkortexen nicht vorgesehen, den celebralen. Am Ende löste sich das Problem durch wegwandernde Lehrer und auch der bärtige Schulleiter war auch wieder von dannen gezogen und mit ihm seine pädagogische Stempelerfahrung. Es ging dann gut in Klasse 4, bis, ja bis, ein Lehrer aus dem Süden Deutschlands kam. Wir verschweigen hier das Bundesland. Junior war damals trotz ständigem Deutschlernens Zuhause nicht gleich gut wie die anderen deutschen Klassenkameraden, die alle zwei deutsche Elternteile hatten. Aber er wurde ständig besser und hatte ja in Klasse 4 noch eine 2 in Deutsch gehabt. Mit dem neuen Lehrer ging es schnell über eine 4 Richtung 6 in den Klassenarbeiten. Das war z.B. so, dass in Deutsch moderne Gedichte aus den 50ern und 60ern durchgenommen worden waren, aber in der Klassenarbeit dann ein Gedicht von Hoffmann von Fallersleben drankam, ein Geseiere aus romantischen Rosenblüten und Lavedelduft, mit dem ich auch nichts anzufangen weiß. Sicher eine pädagogische Meisterleistung, das so zu machen. Nun, wir entschlossen uns die TES zu verlassen. Wie ich damals dem Deutschlehrer sagte: Er wird immer besser in Deutsch, aber bei Ihnen geht es Richtung 6. Da müssen wir Deutsch schulisch zurückstellen und wechseln die Schule. Außerdem hatte Junior Klassenkameraden aus reichen taiwanischen Familien, die nur gebrochen Deutsch sprachen, aber 2en hatten. Gut, das mag auch so in Ordnung gewesen sein, ebenso wie dass die deutschen Lehrkräfte ihre eigenen Kinder unterrichteten. Das ging organisatorisch nicht anders. Aber es war toll, nach Klasse 5 der TES den Rücken zu kehren. Im Zeugnis stand eine Gymnasialempfehlung. 

 


 Experimentelle Schulen sind... anders (gestelltes KI-Foto, muss man nicht dazu sagen denke ich)

 

Damit ging ein Zwischenspiel los, wo wir uns andere internationale Schulen suchten. Das taiwanische Schulgesetz erlaubt sie als "experimentelle Schulen" und erlaubt bei diesen "Experimentals" so ziemlich alles.  So gab es eine, wo die Kids im Hintergebäude einer richtigen Schule nur zum Essen und Sport kamen, drei Tage die Woche oder zwei. Und die Eltern selbst lehren und Zeugnisse schreiben sollten. Andere Schulen nannten sich zwar "englischsprachig" und "international", waren aber nur normale taiwanische Highschools, bei denen man perfekt Chinesisch in Wort und Schrift hätte können müssen. Also waren das gar keine englischsprachigen Schulen, wenn man mal genau hinsieht. Und wir landeten fast bei einer anderen Experimental, der... Johannschule (in Hsinchu war sie wohl, etwas weg von Taipei), die grade in Vorbereitung war.

Johann  Hsinchu

Da sind wir nicht gelandet, weil die Schule schneller  pleite war, als wir uns einschreiben konnte. Auch hatte ich gemauert, weil mir alle Instinkte sagten, da stimmt etwas nicht. Die Johann-Episode kann man hier im Blog nachlesen: https://osttellerrand.blogspot.com/2022/06/die-fake-schule.html
Das großzügige Angebot des öligen Schulleiters der geplanten neuen Schule in einer leeren Kaufhausetage mit einem Balkonschulhof, wo die Kinder prima hätten zu Tode stürzen zu können, mir gegen 10.000 USD einen Platz zu sichern, lehnte ich ab. Der Typ war kaum zu bändigen am Telefon, so sehr wollte er das Geld haben. Kurz darauf waren beide Schulen, die "Johann" und die "Karl", beide pleite. Ach so, merkwürdige Namen zu haben scheint ein Charakteristikum der Experimentals zu sein. Karl war eine schon existierende Schwesterschule, die gleich mit zugemacht hat, als der kanadische Gründer (Karl Johann?) den Verschwindibus gemacht hat.  

 

 Wegfliegende Hausarbeiten bei der VIS... (gestelltes KI-Foto)

VIS Taipei 

VIS bedeutet "Very Interesting School", ein Name wie aus einer Satire, aber das ist wohl bei allen Experimentals so. Laut Elternerfahrungen eine Schule, die ein individuell angepasstes Lernumfeld mit wenigen Tests und Klassenarbeiten bot. Harmonisches, auf das Kind abgestimmtes Lernen. Allerdings...

Allerdings waren all die Lehrer und der Schulleiter schon weitergezogen zur sog. HAND-Schule. Insofern kamen wir an und alles war anders. Der Schulleister war ein schlanker Taiwaner in maßgeschneiderten, zwei Nummern zu klein wirkenden eleganten Anzügen. Da ist außer dem modischen Faktor nicht viel gegen zu sagen. Die Lehrer waren alles US-Schulabgänger. In den 20ern und wirkten wie Soziologiestudenten. Außer Herrn Hackman (Name geändert), ein Südtexaner mexikanischer Herkunft oder etwas in der Art mit deutschem Namen. Er wirkte deutlich souveräner als seine studentischen Kollegen, was mir positiv auffiel. Merkwürdig fand ich, dass er sich "Doktor" nannte. Dr. Hackman folgte also nicht der US-Praxis, dass man akademische Titel (einen PhD) nicht vorm Namen führt. Nun, alles war anders, es war eine Paukerschule, wohl auf Wunsch reicher taiwanischer Familien, die ihre Kids in die Ivy League in den USA und GB bekommen wollten. Es war Stress und die "Lehrer" saßen die ganze Klassenstunde nur am Pult und lasen auf ihren Handys, wie Junior sagte. Fragen hätten sie auch nicht beantwortet, sagte Junior. Gelernt wurde mit irgendwelchen Webseiten im Selbststudium während des Unterrichts. Es gab Englisch, Mathe, Science und Sport, nur Mathe war etwas hart ohne echte Lehrkraft, ließ sich aber bewältigen. Juniors Englisch wurde sehr viel besser und das rechnen wir bis heute der VIS hoch an. Es wäre wohl alles gut geworden, wenn nicht...

Wenn nicht Dr. Hackman ständig gesagt hätte, Junior hätte seine Hausaufgaben nicht abgegeben und deswegen ständig in Science, wo es keine Klassenarbeiten gab, ein F (ein FAIL) bekommen hätte. Nun kam es zu langwierigen Verhandlungen, extremen "Hast du deine Hausarbeit abgegeben?" - Monitoring von mir und Frau bei Junior. Doch immer wieder verschwanden die Hausübungen. Von mir höflich deswegen per E-Mail angeschrieben, bekam ich eine ziemlich stinkige Antwort vom US-Doc Hackman. Am Ende führten Beschwerden dazu, dass der gute Doc alle Hausarbeiten bis auf eine fand in seinem Stack, den er daheim wahrscheinlich zwischen Pizzakartons hatte. Wie dem auch sei, eine blieb trotz hartnäckiger Nachfragen verschwunden. Und dann präsentierte der Doc seinen Notenschlüssel. Der hätte die EINE FEHLENDE Hausübung so bewertet, dass Junior trotz sonstiger As und einem B oder ein F wie FAIL als Endnote bekomme hätte. Wieder gingen wir zum Schulleiter, reichten eine Beschwerde bei der taiwanischen Schulbehörde ein und erklärten unseren Weggang von der Schule. Am Ende bekam Junior ein A und die Schule und der Doc hatten ihre Ruhe. Pizzakartons und Hausübungen konnten ab sofort so verwaltet werden, wie es ihm lieb war. Am Ende war alles vielleicht nur ein Problem aus TexMex meets German Guy, der sich aufregt, wenn irgendjemand auf Kosten von Junior seine Arbeit nicht ordentlich macht. Und vielleicht war der Notenschlüssel ja Zufall. Junior war das einzige Kind dort mit westlichem Namen, alle anderen waren Taiwaner oder mal Taiwan/Lateinamerika und Taiwan/Pakistan, die kamen alle sehr taiwanisch rüber. Und recht viel fließendes Chinesisch für die Chinesischklasse hätte man auch können müssen. Wer alles schon gekonnt hat als Taiwaner, kam da bestens mit. Der Doc und der Chinesischunterricht waren zwei Gründe, hier Auf "Wiedersehen" zu sagen. Was immer da intrakulturell zwischen Junior und mir, sowie dem Doc, auch im Busche gewesen ist.

Hand anlegen bei HAND: Gestelltes KI-Foto (die echten sahen auch nicht viel anders aus).
 

HAND

Hand und Fuß in der schulischen Ausbildung suchend landeten wir bei der Schule namens HAND. Die tat auf Deutsch und war in der Tat von der Handwerkskammer Bielefeld (oder irgendeiner in der Nähe) und einer deutschen Baumfirma gefördert, hatte Deutschunterricht, war angeblich englischsprachig und hier waren Lehrer gelandet, die von der VIS geflohen (worden) waren. Schulleiter war ein Taiwaner, der lange in Bielefeld gearbeitet hatte und fließend Deutsch sprach. Auch war er kulturell sehr Deutsch geworden. Ökologie bedeutete ihm sehr viel, wie wir im folgenden merkten. Bauingenieur war er und das Problem der HAND für uns war, dass alles berufsschulmäßig auf eine Vorbereitung für das Baugewerbe ausgelegt war. Auch wenn man uns gesagt hatte, dass Junior der Erste mit einem allgemeinbildenden Ausbildungsweg hätte sein sollen in dieser Junior High ab Klasse 7. Allerdings mussten wir uns mit Hand und Fuß wehren, dass Junior nicht Scheunen etc. auf dem Lande bauen musste. Keine Ahnung, wer da die Kohle eingestrichen hat, wenn der Landwirt endlich bezahlt hat. Klohäuschen sollte er zwischendurch auch bauen, weil kurz eine weiße Südafrikanerin dort Klohäuschenbau aka Sustainable Irgendwas lehrte und selbst eine Klohäuschenverkaufsfirma hatte. Ökologische wasserfreie Spülung glaube ich. Ökologie war groß geschrieben, es wurde eigentlich alles mit Schwerpunkt Ökologie gelehrt, außer Mathe. Aber das wäre alles gegangen, warum nicht Englisch über ökologische Klos lehren. Und Science, und was auch immer. Der Schulleiter und die extrem "grünen" Lehrer gerieten mit mir manchmal aneinander, wenn Junior Essen vom Bringdienst Uber Eat in Plastik hatte und weil er mit dem Auto vorgefahren wurde. Aber alles war okay. Allerdings...
Allerdings gab es am Schluss gar kein Englisch mehr sondern alles war auf Chinesisch und die anfangs nur 6 Schüler wurden weniger und dafür kamen Neue. Die Neuen sprachen kein oder kaum ein Wort Englisch und waren Kinds, die auf normalen Schulen Probleme hatten. Teils unbehandeltes AHDS nach meiner Laiendiagnose, teils Opfer von Bully-Attacken wegen Transgender und anderen Dingen. Alles nette Kids, aber die Schule wandelte sich und nun kam Junior nicht mehr mit. Weil plötzlich fließend Chinesisch in Wort und Schrift gefordert war. Oder man saß einfach rum und machte was man wollte. Also kam der hilfreiche Agent, der uns schon die letzten zwei Schulen empfohlen hatte und wir zogen weiter. Ach so, das A im Namen HAND stand für Architecture, den Rest habe ich vergessen und es schien schon ein sehr gekünzelter Name zu sein, wahrscheinlich um das hübsche deutsche Wort Hand zu bilden. Ach so, der Deutschunterricht fing bei Null an, so dass Junior teils den Unterricht geben konnte und als Assistenzlehrer tatsächlich gegeben hatte. Das war ganz nett.

5in

Derzeit ist er bei "5in". Die Zahl 5 wird immer wie ein S geschrieben, so dass ich über den Namen SIN gestutzt hatte. Gemeint sind nicht die fleischliche Lust oder Völlerei und Ehebruch, sondern 5 integrierte Dinge, wie... äh... Lassen wir das Thema, ich habe es vergessen. "Integriert" war eines der Worte. Die Schule ist um einen Schulleiter herum geschaffen, der wohl Soziologe ist. Man kooperiert mit einer US-Highschool und alles läuft gut. Soziologische Hausaufgaben sind manchmal länger, aber es gibt guten Matheunterricht, Science nach US-Vorbild, alle Hausübungen werden immer gefunden und die Lehrer sind teils US-Amerikaner (der Englischlehrer jedenfalls) und sonst gut Englisch sprechende Taiwaner. Nur bei Außerhaus-Aktivitäten wie Interviews von Leuten muss man Chinesisch können, aber das ließe sich wohl umgehen. Junior kann ja recht gut sprechen und verstehen, daher geht das alles. Auch die 5in hat wie die VIS Klassenräume an einer staatlichen Highschool gemietet. Nur die HAND war da etwas besonderes und saß im Obergeschoss einer von der deutschen Sponsor-Baufirma gebauten Bibliothek in einem Park in Taipei. Nett eigentlich. 

Fazit 

So, ich kann die VIS empfehlen, wenn man eine normale Schule mit vielen Tests sucht und mit dem Herrn Doktor klarkommt, sollte er noch da sein. Aber da wird viel gewechselt. Vielleicht kann man ja das Hausübungsproblem auch lösen, etwa mit einem elektronischen Tracker an den Hausaufgabenzetteln nebst Suchgerät wie im Agentenfilm. Die 5in macht den besten Eindruck, eine richtig gute Schule, würde ich sagen, und durch die Kooperation mit der US-Schule bekommen die Kids noch ein US-Highschool-Diplom. Bei der HAND war übrigens dieselbe Kooperation, alles durch den Agenten zum Laufen gebracht.

Eine interessante Reise quer durch die taiwanischen experimentellen Schulen. Hoffentlich hat es für Kurzweil gesorgt oder für zukünftige Expatfamilien einen Hinweis, was einen da erwarten kann. Im Nachhinein war der schnelle Wandel der HAND-Schule etwas wunderlich, ist aber sicher durch die mangelnde Zahl von Standardschülern zu erklären gewesen, so dass sich die Schule in eine praktisch orientierte Bau-Föderschule gewandelt hat. Was für Junior nicht mehr das Richtige war.

 

Links (werden nicht langfristig überprüft):

HAND-Schule: (nur trad. Chinesisch) https://www.hand.org.tw/

VIS-Schule (engl.): https://vis.tp.edu.tw/

TES German section: (default: Engl.) https://www.tes.tp.edu.tw/german-section

JOHANN-Schule (Schule geschlossen, nur Webseite, trad. Chin.): https://www.johanschool.org/  

Ebenfalls geschlossene KARL-Schule bzw. die Dachorganisation (nicht mehr aktiv offenbar, Engl.) https://www.karlfoundation.org/ 

5-IN - Schule: (trad. Chin.) https://zh-tw.5inexperimentaleducationinstitute.org/

Absichtlich keine aktiven Links hier, weil für die Weiterleitung an den korrekten Ort nicht garantiert werden kann. Bitte insb. bei nicht mehr existierenden Schulen (Karl, Johann) vorsichtig prüfen!

 

 

 

Dienstag, Dezember 23, 2025

Abreisevorbereitungen von der Insel

So, summarisches Update 2025. Das nächste Jahr wird mein letztes in Taiwan. Und eher kurz als lang. Bin bei den Abreisevorbereitungen. Frau bleibt zurück, Junior unklar. Ich weiß, sie ist krank, aber wir können nach langen Gesprächen nur so verbleiben. Es geht einfach nicht weiter. Haben eine gütliche Einigung für alles, wie es aussieht. Keiner liest mehr hier - um so besser. Ich will nur noch runter von der Insel. Neulich wollte ich eine prePaid-Simkarte kaufen, für ein Zweithandy. Das haben mir die freundlichen Taiwaner verweigert. Bei Chunghwa-Telekom hätte ich nur eine für einen Monat bekommen, weil meine ARC (Ausländerkarte) nur noch knapp 2 Monate lang galt. Wir Ausländer dürfen ja keinen Tag länger eine Simkarte haben, sonst würden wir uns am Ende ja den Aufenthalt im gelobten Land Taiwan erschleichen.

Schnell Handy von Amazon.de bestellt. Mit eSIM. Sonst erzählt mir ein Taiwaner, ich kriege auch kein Handy ohne lang gültige ARC. Ich wollte einfach mit niemandem mehr diskutieren.
Bankkonto für Rente muss ich noch machen. Mit meiner Kurz-ARC will ich garnicht erst aufkreuzen auf der Bank, sondern warte, bis sie im Jan verlängert ist.

Dann raus aus der Republic of  [Edit: China aka Taiwan]*. Dem Taiwahnsinn, wie wir hier manchmal gesagt haben. Der muss eben auch mal ein Ende haben.

Wie werde ich zurückblicken? Für die letzten statistisch gerechneten 1,5 Restleser demnächst hier im Blog. Darf aber nur mit mind. 6 Monate gültiger ARC gelesen werden.

 

* so viel Zeit muss sein

Mittwoch, Januar 24, 2024

Summarisches Update Anno 2024

Bloggen ist nicht gerade mehr der Renner. Also kann ich hier in Ruhe ein Update posten.

In wenigen Tagen sind es grauenhafte 20 Jahre, dass ich hier am östlichen Tellerrand der Weltscheibe herumhänge. Alle Auswanderungspläne oder auch die Rückwanderung wurden immer im letzten Moment gecancelt, auch wenn meine Frau Anno 2017 oder wann das war, wirklich mal für drei Monate ihrer Schwester nach Manila auf den Philippinen gefolgt war. Ein witziges und finanziell schmerzhaftes Kapitel, das seinerzeit fast zu unserer Trennung geführt hatte. Den philippinischen Familienzweig meiner Frau, angeheiratet durch die Schwester, gibt es nun auch nicht mehr. Covid hatte den Mann der Schwester dahingerafft. Aber das sind alte Geschichten.

Wir sind nun ewig in Taiwan und ich merke, dass meine Gesundheit jetzt ab 50 (ich gehe langsam auf die 60 zu) auf das hiesige Reizklima wieder, ähnlich wie in meiner Anfangszeit, seit etwa 2015 mit Krankheiten reagiert. Gesundheitlich müsste ich hier wirklich die Düse machen, aber immer hält uns das Doppelgehalt in der Firma fest, das will ich gerne zugeben. 

Nun zeichnet sich im Frühjahr 2024 aber doch eine Ende unseres Aufenthalts hier ab. Wider mal und diesmal wohl ernsthafter als früher. Krebs war ja auch schon mal ein Thema, evtl. auch im Blog hier. Zwei Kolleginnen in den 30ern hat er schnell dahingerafft, die links und rechts im Großraumbüro in etwa 20 Metern entfernung saßen. Leider, leider hat es jetzt auch meine Frau erwischt. Sie hat Magenkrebs und sie verträgt das einzige Medikament nicht, das den Tumor angreift. Sie ist operiert, aber die Prognose ist leider nicht gut. Meine Frau ist eine Kämpferin, trotz aller Probleme behält sie ihren Humor, arbeitet, kümmert sich um Junior und plant gleichzeitig schon für mich und Junior für die Zeit danach. Ich habe sie oft genug als Roten Drachen bezeichnet und so ein gewaltiges etwas lässt sich halt nich so leicht unterkriegen. Da ist sie wirklich bewunderswert.


Selbst wenn das gutgeht, schließlich kündigt Biontech alle möglichen - leider zeitlich wohl für uns zu ferne - Wundermittel an, gibt es noch einen weiteren Grund für die angestrebte Rückwanderung aus Taiwan nach Deutschland. Junior, 12, würde Ende 2026 der Wehrüberwachung in Taiwan unterliegen. Ich will ihn hier nicht von einem Hauptmann Soyasprosse rumkommandieren lassen, der mit seinem Toyota nicht mal vernünftig geradeausfahren kann, um es kurz und ehrlich zu formulieren. Junior selbst fühlt sich in Taiwan wohler als in Deutschland und fiel aus allen Wolken,  als er von der Wehrpflicht hörte. "Und die Mädchen?", fragte er. So gewöhnt auch er sich langsam an den Gedanken, nach D umzusiedeln.

Dann gibt es noch die Modellrechnung, dass 2027-2029 die gefährlichsten Jahre für einen Angriff aus China sind. Die kann aber jeder selbst nachgooglen. 

So, meine eigene Gesundheit wäre gut, wenn ich hier nicht das Problem hätte, dass meine Sellerieallergie bei der Garküchenernährung hier sich immer heftiger bemerkbar macht und mir auf alle möglichen Organe schlägt. Ich versuche, dass durch essen von bekannt-Sellerie-freien Lebensmitteln (wird in Taiwan i.d.R. nicht getrennt ausgewiesen auf den Packungen) bei Seven-Eleven zu vermeiden. Aber halte das leider nie lange durch, weil ich dann immer wieder die selben Papp-Sandwiches essen muss. Als ich 2015 mir bei Seven-Elven die Fertiggerichte habe heiß machen lassen (die schieben die mit Plastik drüber in die Mikrowelle) habe ich mir wohl so hohe Plastikkonzentrationen im Blut zugezogen, dass ich seither ein gutartiges Wachstum an einem Organ habe, das ich wohl alle 5 Jahre behandeln lassen muss. Mit dem Skalpell oder Laser. Kann man fast die Uhr nach stellen.

Für die Gesundheit ist es hier am östlichen Rand des Plastiktellers der Weltscheibe halt weniger gut, sage ich mal. So, allen zwei Restlesern (oder so) ein schönen Neues Jahr und ich verabschiede mich bis auf Weiteres.

P.S.: Wer ältere Artikel hier durchwühlt, kann wohl die Prognose der Wahrsagerin meiner Frau finden, sie würde mit etwa 54 versterben. Schon vor sieben oder acht Jahren oder dergleichen hat sie das prognostiziert. Da habe ich mich immer drüber lustig gemacht. In ein paar Tagen wird sie 55, aber das Lachen bleibt mir jetzt im Halse stecken.

Freitag, Juli 29, 2022

DAS LETZTE SCHIFF DER FÖDERATION

Mein Roman ist erschienen. Keine meiner bisherigen Geschichten, die sich als Erotik- und Gewaltmix zugegebenermaßen hervorragend auf Amazon.de verkauft haben, sondern ein Science Fiction. Auch meine alten Romane, die unter dem Autorengespann Rodrigo Thalmann/Marlisa Linde erschienen sind, feiern derzeit ein Comeback über einen anderen Distributor und sind dann auch wieder bei Amazon in überarbeiteten Versionen zu haben. Aber bei dem Scifi geht es um ganz andere Themen.

Für Leser des alten Taiwanblogs, das dieses Blog einst war und immer noch ein bisschen ist: Auch Taiwan hat die ein odere andere Szene in dem Roman. Etwa eine junge Frau, die in Hotpants mit einem Anti-Grav-Board über einen See in Taipei, NeiHu düst, während der Angriff auf die Erde erfolgt.


 

Das letzte Schiff der Föderation
...oder... Der Nanitenkrieg

Admiral Thomas Fuhrmann ist der legendäre Gründer der Erdföderation und ihrer Raumflotte, der Earth Federation Space Navy. Nun kehrt er nach 35 Jahren aus dem Ruhestand zurück, in den er nach einer verlustreichen Schlacht gegangen ist. Jung geblieben dank mittlerweile selbstverständlich gewordener lebenserhaltender Technologien will er noch einmal ein Kommando haben. Er kommandiert sein altes Schiff, die Fregatte „Moondreamer“. Ein Schiff, das von der Menschheit in eine Reihe mit der „Mayflower“ gestellt wird. Oder der „Santa Maria“ von Christopher Kolumbus – und das genauso umstritten ist.
Der Admiral wird auf eine Goodwill-Tour Mission zu einer fremden Rasse geschickt.

Doch dann geschieht das Undenkbare. Eine noch nie dagewesene Bedrohung aus einer anderen Dimension streckt ihre Klauen nach der Galaxis aus und der Admiral, seine Crew und das alte Schiff müssen noch einmal ihr Bestes geben, um den Untergang der eigenen und anderer Zivilisationen zu verhindern. Denn als das Ende hereinbricht, sind sie sind buchstäblich das letzte Schiff der Föderation. Allein hinter den feindlichen Linien wagt der Admiral das Unmögliche…

Eine Military-Space-Opera über den Kampf mit einem Feind aus den Untiefen des Multiversums im 23. Jahrhundert einer geeinten Menschheit. Karl Layton hat ein facettenreiches Romanuniversum mit zahlreichen Fremdrassen und neuen Technologien geschaffen, das den opulenten Hintergrund für diese abenteuerliche Space-Opera bildet.


Auf einen Blick
Admiral Fuhrmann ist auf diplomatischer Mission mit seinem Schiff, als um ihn herum die Hölle losbricht und eine bizarre Macht aus den Tiefen des Multiversums nach der Föderation greift.

Genres/Sub-Genres: Science Fiction Space Opera Raumflotte Naniten Nanobots

Die Tage schon als E-Book erschienen. Ab Donnerstag, dem 08.10. auch als Taschenbuch bei Amazon.de

Der Roman ist inhaltlich abgeschlossen. Ein bereits in Arbeit befindlicher zweiter Teil, DER VERRÄTER DES HERRGOTTS wird jedoch an den ersten Teil anknüpfen und ebenfalls inhaltlich für sich allein stehen. Denn in den Tiefen des Multiversums lauert eine noch größere Bedrohung. Aber dazu später mehr.

Update: Und das Cover für den 2. Teil steht auch schon:



Donnerstag, Juni 30, 2022

Goldesel doch kein Goldesel

 Meine Frau und ihre Finanzbots, die uns an den Börsen vollautomatischen Reichtum bescheren sollen...

Denke ich an die letzten Jahre, dann denke ich immer wieder an irgendwelche Bots, die meine Frau und ihr langjähriger Kumpel Will [Name von der Redaktion geändert] programmiert haben. Bots oder Roboter kann man ja auf unseriösen Webseiten finden und sie sollen einem automatisch Geld an den Börsen verdienen. Was nie funktioniert.

Nun haben Will und meine Frau den Sourcecode eines solchen Bots genommen und an ihm herumgebastelt, bist sie immer mal wieder der Meinung sind, eine Wundermaschine erzeugt zu haben. Benutzt wird die MT4 oder die MT5-Schnittstelle, zu der es auch eine eigene Programmiersprache gibt. Dann braucht man noch ein Konto bei einem Trader. Das sind oft von Russen oder Chinesen betriebene Institute. Die russischen meist in England beheimatet. Auch die MT-Schnittstellen sind von einem Russen geschaffen.

Die Idee ist, dass das Programm ahnen kann, welcher Kurs steigt oder fällt und entsprechend mit Aktien, Devisen, Optionen oder solchen Dingen Geld verdient. Vorsicht ist angebracht. Viele der Trader sind betrügerisch (ich habe doch Russen erwähnt, oder?) und die Bots, die man im Inet (meist von Russen) fertig mieten kann, haben sowieso nur den Verdienst des Inhabers im Sinn. Aber es soll einige Trader geben, die ehrlich sind (sarkastische Bemerkung hier bitte einfügen).

Nach sieben Jahren Arbeit haben Will und Frau nun einen Bot fertig, den sie mit zwei als seriös geltenden Instituten verbunden haben. Und prompt schienen wir ausgesorgt zu haben. Denn die Maschinchen produzierten bei beiden Tradern satte 3 Prozent Zinsen. Im Monat!

Also wurde flugs der erste Bot, nach Monaten einwandfreiem Laufs mit geringen Summen aufgestockt. So dass er am Schluss 2000 US-Dollar Kapital hatte, was er auch fleißig vermehrt hat. Klingt gut soweit, oder?

Beim 2. Trader lief noch alles mit Minisummen. Schon bald wollten Frau und Will, die sich allen Ertrag teilen, auch dort größere Beträge parken und meine Frau sprach schon vom Aufgeben unserer Jobs.

Da... erreichte Bot Nummer 1 bei dem englischen Russkie-Trader einen Kontostand von 3000 US-Dollar.

Na ja, da konnte der Trader nicht mehr an sich halten. So viel Geld! Und es gehört dem Kunden! Das geht doch "njicht". Ergo erhöhte der Trader einfach mal den Aktienpreis eines Papiers von 100 auf 500 US-Dollar, ignorierte die Einstellungen für den max. Kaufpreis und so kaufte unser Bot munter für fiktive 500 USD. Die ganze Zeit über zeigte der zweite Trader (mit dem Minikonto) noch 100 USD. Schwupps war es, wie es sein sollte und die 3000 USD gehörten der englischen Russenbank und nicht mehr uns. Frau hat jetzt alle Konten aufgelöst und gibt zu, dass das alles doch nicht funktioniert.

Sie war nicht unbedingt glücklicher, als ich sagte, dass ich mir den Mist auch schon mal eine Woche lang angesehen habe und alles sofort als russisch... äh... ich meine unseriös eingestuft habe. Und die Finger davon gelassen habe.

Russische Finanzbetrüger sollte man politisch korrekt ja sowieso nicht wahrnehmen derzeit, auch wenn es englische Firmen sind. Und wer jetzt denkt, ich hätte mich groß aufgeregt... Bei so geringen Summen kriege ich kaum höheren Blutdruck. Da bin ich von meiner Frau ganz anderes gewohnt. 

Ach ja, bei einem taiwanischen Trader hat sie noch so ein Ding laufen. Aber ich denke, sowie da ein bestimmter Kontostand erreicht ist, kann auch ein Formosa-Trader nicht mehr an sich halten und bucht alles über den kleinen "Slippage"-Trick auf sein eigenes Konto um.

Geht bestimmt auch ohne Russen. Na ja, viel ist da nicht drauf. Vielleicht bleiben wir im grünen Bereich. Ehrlich sind Menschen eben immer nur bis zu einem gewissen Limit.

FAZIT: Große Leistung von Frau und Programmierpartner, so etwas wirklich funktionierendes zu schaffen in jahrelanger Arbeit. Leider alles für die Katz wegen Gauner-Tradern. Und andere gibt es wohl nicht in dem Bereich.


Samstag, Juni 18, 2022

Die Hongkong-Schule

 Eine Zeit lang hätten wir unseren Junior fast von seiner Taipei European School (TES) genommen und auf eine private interntionale Schule geschickt. Die war von jemandem aus Hongkong gegründet (seriös, gell?) und hatte schon eine Zweigstelle in Hsinzhu, wie immer man das auch schreibt. Eine andere Familie nahm ihren Sohn dann von der Deutschen Sektion der TES und schickte ihn erfolgreich dort hin.


 

Die Schule nennt sich, je nach Grundschule oder Sekundarstufe entweder Karl oder Johann. Was auch schon saudämliche Namen waren, wie ich fand. Benannt nach dem Gründer, der ein Chinese war und sich Karl oder Johann nennt. Oder beides. Oder sein Schwippschwager. Ewig hatten wir den Schuldirektor aus Hschinzhu (Gesundheit!) am Telefon, der mich einmal eine Stunde belaberte, ich könne gegen ein paar Tausend US-Dollar einen Platz reserviert haben.. Wir haben uns eine geplante Zweigstelle um Taipei angesehen, die wie ein leerer Supermarkt aussah. Kann man alles umbauen, sagte der Schuldirektor. Ist nur im 3. Stock, aber vom Balkon kann kein Kind fallen, weil Fangnetze aufgespannt werden. Sagte der Schuldirekter auf meine diesbezügliche Frage.

Er war ein Typ wie Frank Elstner auf Chinesisch. In jungen Jahren. Sah super aus. Englische Maßanzüge, würde ich sagen. Teure Uhr. Teure Schuhe. Schöner als schön und mit einem perfekten Gebrauchwagenhändlercharme. Nur, wieviele Schuldirektoren kennt man, die wie Gebrauchtwagenhändler sind? Aber da es schon eine funktionierende Schule gab, schien ja alles okay zu sein.

Meine Instinkte sagten immer Nein. Einfach weil der Typ zu ölig war. Lehrer wollte er auch noch sein. Die Börsenkurse runterrattern in Matheunterricht? Oder Rechenaufgaben mit Rolexuhren machen? Klein Fritzchen kauft eine GMT2 mit Platinbesatz für 89.000 Dollar. Wenn er drei kauft und 10.000 Dollar pro Uhr Rabatt kriegt, wie viel bezahlt er dann?

Nun ist die Muttergesellschaft pleite oder der Gründer mit der Kohle abgehauen. Der Schuldirektor ebenso betrogen wie der Boss ganz oben. Sagt er. Und die bezahlten horrenden Schulgebühren weg. Und Kinder stehen ohne Schule da.

https://www.johanschool.org/

 


 

Man sollte immer auf seine Instinkte hören. Sicher ist der smarte Salesman unschuldig und lebt jetzt in Sack und Asche. Ich habe keinen Zweifel.

Schulrektor. Pah.


Mittwoch, April 27, 2022

Covid in Taiwan: Jetzt doch auf dem Vormarsch (Update)

Stand 27.04.2022 sind über 5000 Fälle (gestern) gemeldet worden. Wenig im globalen Vergleich, aber viel für Taiwan, das bislang schon über 500 tägliche Neufälle als dramatisch angesehen hat. Auch hat bislang Track and Trace alles wieder eingefangen. Ob es diesmal gelingt, steht in den Sternen. Bislang lebt man hier im Gegensatz zur VR-China ganz normal weiter. Mit leichter Nervosität, wenn etwa in der Firma eine Kollegin mit einem Covid-Positiv-Getesteten zu Abend gegessen hat. Sie wurde negativ getestet. Wäre es positiv gewesen, hätten Frau, Junior und ich zum Testen ins Krankenhaus gemusst und im Falle eines positiven Tests Quarantäne daheim gehabt, soweit ich das verstehe.

Und das Covid-Karussell dreht sich und dreht sich

Die Schulen sind auf, obwohl Covidfälle zu Remote-Learning führen kann, wie gerade in einigen britischen Schulklassen und dem deutschen Kindergarten an der Taipei European School. Impfmäßig steht Taiwan etwas besser da als Deutschland; allerdings fangen die Impfungen für die Gruppe 6-11 Jahre gerade erst an. Einreisen nach Taiwan sind immer noch eingeschränkt mit nur bestimmten Gruppen, die einreisen dürfen und mit "nur noch" 10 Tagen Quarantäne. Taiwan wird sich wohl trotz steigender Covidzahlen langsam öffnen, was einer Aufgabe der bisherigen Null-Covid-Strategie entspräche.

So... weiter zum Romanschreiben. Ich habe ja das Schreiben der "Tabu-brechenden" Literatur aufgegeben, auch wenn die sich bei Amazon gut verkauft hat. Derzeit schreibe ich einen Science-Fiction, der wohl "Das letzte Schiff der Föderation" heißen soll. Nicht die von Star Trek, eine andere. Es geht um einen... un ja... teilweise senilen Admiral, der noch einmal ein Kommando bekommt. Er wird noch einmal auf eine Mission geschickt; aber nur eine diplomatische. Prompt bricht natürlich das Chaos aus und unser alter Admiral muss zu alter Form finden, um die Galaxis zu retten. Was auch sonst. Im Gegensatz zum Schreiben der alten "Bösewicht schnappt sich junge Frau und erhält auf Seite 120 seine göttliche Strafe" ist das viel mehr Arbeit. Machen Sie sich bitte klar, wie viel Arbeit dahinter steckt, wenn sich im Hyperraum zwei Raumschiffe beschießen wollen. Wie schnell sind sie unterwegs? Wann treffen sie sich? Welche Waffen können überhaupt über große Distanzen benutzt werden? Wie schnell bewegt sich die Ortung? Lichtschnell geht ja nicht. Da kommt man dann dahin, dass ein Ortungsbild schon 50 Stunden alt ist, wenn es über große Distanzen wieder eintrifft. Und die Naturgesetze, was überlichtschnelle Reise angeht, muss man sich auch noch ausdenken.

So... zurück zur Raumschlacht...

 P.S.: Apropos Raumschlacht. Die Schwester meiner Frau kommt persönlich aus Canada angereist die Tage. Es handelt sich um die ehemals in den Philippinen lebende Dame; siehe letztes Blogpost. Sicher will sie persönlich Hand anlegen, um ihren "80.000 USD"-Vorschlag an meine Frau wiederzubeleben. Seit ihr Gatte verstorben ist, ist dieser mir permanent auf der Tasche liegende Familienzweig mit seinem verbleibenden Rest sowas von penetrant geworden. Die gute Frau will uns den letzten Cent aus der Tasche ziehen und bei meiner in finanziellen Dingen gelinde gesagt naiven Frau wird das wieder ein nerviger Abwehrkampf. 

Update: Mittlerweile ist in der Firma und Familie so ziemlich jeder erkrankt. Frau, Junior und ich allerdings nicht. Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen.