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Freitag, Oktober 22, 2010

Der Papst würde dieses Essen verbieten!

Mal ehrlich, Essen ist schon ein Genuss, ein solcher Genuss das es nur wenige Dinge gibt, die meiner Meinung nach angenehmer sind und da ich mich nicht für Fußball interessiere ist bei mir die Menge dieser Dinge recht klein. Der Genuss, den ich mir voriges Wochenende in Taipei geleistet habe war so ekstatisch, dass ich mir sicher bin, die katholische Kirche würde ihn verbieten lassen, könnte sie auch nur annähernd meine Wonne beim Essen nachfühlen. Es gibt Essen, das sollte man um des Anstands Willen vorm Genuss ehelichen. Lachen Sie nicht, in den USA hat ja neulich auch jemand sich selbst geheiratet und irgendjemand anders seinen iPod, oder was das bei Boston Legal, na ja egal.


Das Lokal ist in der Nähe von Taipeis Hochhaus "Taipei 101", hier im Bild das lange Ding. Das einem Bambusrohr nachempfundene Symbol (islamistische Leser ignorieren jetzt bitte, dass es auch World Trade Center heißt) der Stadt Taipei und Inselnation Taiwan war bis vor kurzem das höchste Haus (i.S.v. von Menschen dauerhaft bevölkertem Gebäude) der Welt, bis sie in Dubai ein höheres Gebaut haben, aber das Ding interessiert mich nicht wirklich.

Vom Taipei 101 bewegen Sie sich bitte einfach auf die eigenartige Messehalle zu, die sie oben im Bild sehen, das Ding ist ja nicht zu verfehlen. Vorbei geht es am Convention Center (heißt TICC aus dem Gedächtnis heraus) und einfach die ganze Zeit geradeaus. Sie kommen dann an eine große Kreuzung, auf der an drei oder vier Seiten Fußgängerbrücken befestigt sind...

... zwar im Bild nicht zu sehen, aber es handelt sich um diese Kreuzung. Dann finden Sie in Richtung VOM Taipei 101 kommend eine kleine scharf abknickende Gasse auf 10 Uhr, da geht es lang. Aus der Fotoperspektive oben gesehen ist das also auf 4 Uhr, weil ich ja verkehrt herum stehe und auf das 101 gucke anstatt davon wegzugehen.


Die Seitengasse ist hier zu sehen und direkt hinter mir ist ein etwas schäbiges Hochhaus, das unten einen Dumpling-Laden beherbergt und im 1.O.G. (in Taiwan "2nd Floor" genannt) ist dann das Restaurant, das ich meine. Der Dumplingladen ist also tunlichst nicht gemeint.

Nur das kleine "Firmenschild", mit "Suntay Teppanyaki" beschriftet, macht auf das Lokal aufmerksam und lockt bestimmt keine Ausländer an, die ich in dem Lokal auch noch nie gesehen habe.

Hier die Adresse. Ich hänge momentan der Theorie an, das "Teppanyaki" die japanische Art ist, Essen auf einer heißen Platte vor dem Gast zuzubereiten, weiß das aber nicht wirklich, da ich für Japanisches kein Experte bin. Im Restaurant sagen sie jedenfalls, sie hätten lokale Küche. Trotzdem denke ich, es gibt japanische Einflüsse. Aber viele Einflüsse zu haben ist ja typisch für Taiwan, auf wenn westliche hier dem Essen fern geblieben sind.


Am besten reserviert man vorher, wir kriegen dann auch immer den selben Koch, einen sehr netten Herrn. Ob man auf Englisch in dem Lokal weiter käme weiß ich nicht, mein Eindruck ist immer, dass Ausländer da so gut wie nie vorkommen. Das Essen fängt jedenfalls mit einer Kaltschale an, schmeckt grün-erfrischend und fast nach nichts, man soll erst einmal andere Geschmäcker abstreifen denke ich mir. Ach ja, unsere Menüfolge kostet immer pro Person 2500 Taiwandollar, das sind also umgerechnet über 60 Euro. Es gibt nur wenige Lokale, die in Taiwan so teuer sind und in dieser Preisklasse bekommt man in Taiwan Feinschmeckerküche. In Europa müsste man da schon mehr bezahlen, aber man halte sich vor Augen, dass man in Garküchen für 2500 Taiwandollar eine halbe Ewigkeit essen könnte, ein Essen kostet da meist 80 oder 100 Taiwandollar pro Person. 2500 Taiwandollar haben eine sehr große Kaufkraft in Taiwan, jedenfalls abseits der Hauptstadt-Repräsentiermeilen. 


Hier der nette Koch, der das Essen schnell und kunstfertig zubereitet und manchmal noch extra für das Foto arrangiert hat, obwohl es auch ohne Kamera genau so aussieht.

Der erste richtige Gang war dieses heiße Vorsüppchen mit Tofu, alles hier wieder mit nur angedeutetem Geschmack, "zur Reinigung", sagte meine Frau wieder. Ich fand es sehr angenehm.


Dann erfolgt eine heiße Gemüsescheibe, die leicht bitter schmeckt mit etwas Kohl und einer kalten Weintraube, alles mundgerecht auf dem Löffel serviert. Eine nette Ouvertüre.


Großen Appetit kann man schon einmal mit der immer wieder aufgefüllten Zwiebelschale und dem leckeren warmen Brot (mit Nussknuste oder dergleichen auf jeder Scheibe) zügeln.

 Obwohl man damit vielleicht bis nach Genuss dieses ehr an ein Dessert erinnernden Ganges warten sollte. Das Blatt vorne links ist dick und geleeartig und wird in Taiwan oft süß-sauer eingelegt oder/und mit einem süßen-pikanten Würzpulver wie hier bestreut, so dass sie ein fast gummibärchenartiger Effekt ergibt; köstlich!

Die Nudeln rechts sind keine Nudeln oder sagen wir, eine Art Apfelpaste wurde gestrudelt und mit einer kleinen Tomate verzehrt, denn Tomaten sieht man in Taiwan ehr als Obst denn als Gemüse an. Man tunkt den Strudel in die bereitstehende leicht süße Soße auf Erdbeer und Tomatenbasis, wenn ich das richtig deute. Man soll alles auf einmal schlucken, sagte meine Frau mit vollem Mund. Na ja, warum auch nicht.

Also nicht das Blatt, das isst man schon vorher (hust).


Meerestieriges oder Fischiges mag ich sonst oft nicht so ehr, aber hier schmeckt alles einmalig. Da muss ich den gewohnten Griff meiner Frau nach meinen Fischgerichten eisern abwehren. Jetzt sollte jeder mitbekommen haben, dass man hier viele kleine Köstlichkeiten hintereinander isst anstatt einen Teller Giros mit Pommes auf einmal wie oft bei uns in der Heimat üblich, gell?


Persönlich mag ich beides, deftiges und eben auch solche Köstlichkeiten wie hier. Der Fisch wird wie alles direkt vor einem gegart  und ist wieder so aromatisch-köstlich, fest und saftig, dass ich mich hier beim Schreiben schon wieder fast in die Hand beiße vor Verlangen. 


Hier gab es eine Mupfel, wie ich in Kindertagen sagte. Die Muschel ist sonst viel kleiner, sagte meine Frau und war geschmacklich zwischen Gemüse und Hühnchen. Ungewohnt, aber lecker.


Danch sollte man den zarten Kohl mit den Zwiebeln selbst füllen, einwickeln und essen. Bei mir fiel die Hälfte herunter, aber auf dem Teller sah es schön aus.

Für andere Gäste schmorte dieser Fisch vor mir, da vermag der beste Tierarzt nichts mehr zu machen. Verblüfft war ich, als dem Tierchen auch noch die übrig bleibende Gräte (also sein Rückrat) heiß gegart und kleingehackt wurde, auf das es die Gäste hungrig verzehrten. Die lassen nichts übrig, wenn Taiwanesen Kannibalen wären, hätte Inspektor Flemming von der Mordkommision keine Chance!

 Dann wurde insgesamt viermal Rindfleisch für uns auf den Löffel gelegt, zart und aromatisch wie sonst nirgens. Anfangs ohne Füllung und später...

... noch dreimal, wenn ich mich richtig erinnere mit verschiedenen Füllungen kredenzt, hier mit Fischeiern. Auch wir Girosesser haben unser Vergnügen daran!

Dann lässt man es langsam mit etwas Spinat absacken...


Hinterher gibt es Obst, wie in Taiwan üblich. Hier mit einem leicht bitteren in Richtung gallig gehenden Pflaumensaft, der auch wieder reinigend wirken soll, ähnlich wie ein Magenbitter, aber ohne Alkohol.
... und diese denzenten Pfirischscheiben gab es auch noch.

Als traditionelle chinesische Familie (im ethnisch-chinesisch dominierten Taipei ist das in Taiwan kein Widerpruch zum Taiwanese-sein) haben wir keinen Alkohol dazu getrunken, gute Weine aus Argentinien und Frankreich gibt es aber natürlich auch. Das ein argentinischer Cabernet Sauvignon im Zweifelsfall Leben retten kann, haben wir ja in einem der vorigen Blogeinträge gelernt.

Blüten des Steuerwahnsinns in Taiwan (Update)

Nein, ausnahmsweise geht es hier nicht ums Autofahren, sondern wirklich um Steuern. Angestellte zahlen in Taiwan 6% Steuern, das ist kein Problem und meist behält der Staat die gleich ein, ganz wie in Deutschland. Nur Ausländer werden seit 01.01.2010 (oder war es schon 2009?) neuerdings jedes Jahr wieder mit 20% besteuert, solange bis sie 183 Tage im Jahr sind, dann gilt auch sie der Steuersatz von 6% und sie erhalten im kommenden Steuerjahr eine Rückzahlung für die zu viel gezahlten 14%. Manche Unternehmen bleiben ab dem 2. Steuerjahr des ausländischen Angestellten allerdings auch gleich bei 6% und führen den erhöhten Steuersatz von 20% nur die ersten 183 Tage im Gesamtaufenthalt des Ausländers ab, müssen dann aber damit Rechnen vom Finanzamt in Regress genommen zu werden, wenn der Ausländer im 2. oder einem späteren Steuerjahr vorzeitig das Land verlässt und weniger als 183 in diesem Steuerjahr in Taiwan war. Denn eigentlich müsste auch ein Ausländer, der schon etliche Jahre im Land war und z.B. zum 30.05. kündigt, erst noch eine Steuererklärung abgeben, bei der er für Januar bis Mai 20% Steuersatz hätte.

Update (wegen Nachfrage): Mein alter Artikel zur erhöhten Ausländerbesteuerung (http://bobhonest.blogspot.com/2008/12/anti-foreigner-taxation-in-taiwan.html) enthält einen Link auf ein Regierungs-PDF, das allerdings keine Rückzahlung im nächsten Steuerjahr erwähnt.  Allerdings ergibt sie sich implizit, wenn man bedenkt, dass man bei über 183 Tagen zum "Resident" wird und für diese gelten eben 6% Steuern wie für Einheimische.  


 Wer bei diesem Artikel einschläft, sollte rhythmische Bewegungen machen...

Soweit so unklar die Regelung, versteht kaum ein Lohnbuchhalter oder Finanzbeamter, mich interessiert es eh nicht, ich kriege mein Gehalt Brutto und Frau versteuert einmal im Jahr - und das obwohl ich einfacher Angestellter bin (na ja, so einfach auch nicht, immerhin ist ja meine Nase länger als bei den anderen hier).

Das meine ich aber gar nicht mit Steuerwahnsinn, interessant wird es, wenn man versucht, als freier Berater zu arbeiten und dann einem taiwanesichen Unternehmen eine Rechnung über erbrachte Beratungsleistungen schreiben will. Das geht nämlich gar nicht, sagen hier alle, weil eine Rechnung nur von einer Firma geschrieben werden kann. Ergo braucht man eine Umsatzsteuernummer, um eine Rechnung schreiben zu können, aber Ausländer können sowieso schlecht hier Firmen gründen und wer will sich schon immer die Mühe machen, nur für eine gelegentliche Beratertätigkeit.

 Diese Abbildung ist aus medizinischen Gründen erforderlich, damit die Leser nicht mit dem Kopf auf die Tischplatte knallen. Ich bitte um Verständnis.

Für Ausländer gibt es also nur zwei Möglichkeiten. Sie können eine Rechnung mit einer ausländischen Adresse schreiben und manche denken sich da Fantasiefirmen aus, weil viele Taiwanesen die Rechnung immer von Firmen haben wollen. Heimatadresse und Heimatkonto gehen aber durchaus. Und das, wo man doch in Taiwan steuerpflichtig ist und nicht daheim! Ich würde das auch nie machen, schließlich will ich für die bescheidenen Zahlungen in Taiwan keine hohen deutschen Steuern zahlen müssen!

Oder man macht es eben wie die Taiwanesen. Die suchen sich dann einen Bekannten, der ein möglichst kompatibles Unternehmen hat und der schreibt dann eine Rechnung für eine von seinem Unternehmen nie erbrachte Leistung oder Lieferung, behält einen Obelus ein und gibt den Rechnungsbetrag dann an den Berater weiter, versteuert aber Ordnungsgemäß. Man zahlt also korrekt Steuern, aber unter falschem Namen! Taiwahnsinn pur!

So lässt ein Berater für IT-Technik dann vielleicht Rechnungen von einem Schraubenhersteller verschicken, die eine Lieferung von Schrauben statt der Beratung in Rechnung stellen oder eben Beratungsleistungen für ... äh... Schrauben. Idiotischer geht es nicht mehr.

Aufregend war das jetzt nur für die Steuerberater unter uns. Aber die müssen halt auch mal was haben, die Jungs. Gottseidank bin ich ja fest angestellt, da hat man nicht diesen Unsinn.

P.S.: Bei Backwarenherstellern bin ich bislang immer zurück geschreckt. "Beratung für Backwaren". Backwahn. Bagwan?

Donnerstag, Oktober 21, 2010

New Taipei City so happy

"New Taipei City so happy" is printed on the banner.

It is amusing in what way English is used here in Taiwan in advertisements. Well, they get the message across somehow. Although Taipei, being dominated by the ethnic Chinese here in Northern Taiwan is still a gray, depressing area of concrete almost without green and with hardly any sidewalks, the city has surely improved since 2004, when I arrived here.
In 2004, the space between two buildings was often used as a nice little garbage dump and in the moist environment mosquitoes could breed well and an ugly smell was penetrating the roads and buildings. Also people used their front yard or their balcony occasionally as another private garbage dump, where rotten foodstuff was sending a corpse-like smell into the air. Most of that has vanished since the SARS epidemic a while back as the city started to clean up, probably afraid of new sicknesses developing itself in the midst of the city.

It is getting better, yet there is still a lot to be done. Says the wise-ass foreigner.

The two politicians are from the pro-Chinese Kuomintang party which is said to be heavily engulfed with organized crime in Taipei, but actually the opposition is no better. Still democracy here is better than the dictatorship they have on the other side of the Taiwan strait. So I hope those two take the boxing gloves off. Can't really tidy up stuff wearing such gloves.

Taipei: another foreign resident dying after traffic accident

The real danger of Taiwan is the traffic. Again and again I hear foreigners get caught up in the insanity people call road traffic here. Shortly ago the founder of a stray-dog rescue organization in Taiwan reported he saw an English teacher (from Canada if I remember correctly) being injured fatally by a truck changing lanes; the dog rescuer managed to comfort the dying man a bit. Recently there was another fatality of a foreigner mentioned. And in October a teacher of the Taipei American School was fatally injured when crossing the road (http://www.tas.edu.tw/page.cfm?p=464&newsid=99). There is hardly any crime on Taiwan's street, but the real danger lies with untrained drivers having a lot of unjustified self-confidence when driving. They hardly use the mirrors, step on the gas as if engaged in a race and are often under the influence of alcohol or somewhat stimulating soft drugs like betlenut taken in combination with stimulating or sense-deafening local "energy" drinks like "Whisby" (originally created to replace alcoholic drinks).

Taiwan is a safe and very guest-friendly country and a great place to be introduced into a friendly version of Chinese culture. But please be damned careful on the roads. Or when stepping out of your apartment door.

Ausländischer Wirt weiter unter Feuer in Taiwan



Man kann nur dringend empfehlen in Taiwan kein Geschäft zu eröffnen, wenn man nicht mit einer oder einem Einheimischen verheiratet ist. Taiwan bietet nicht hinreichend Rechtssicherheit, um sich sonst hier finanziell zu binden. Das Beispiel eines ausländischen Gastwirts, der scheinbar nicht mit einer Einheimischen verheiratet ist (jedenfalls taucht nirgends eine die Dinge regelnde Ehefrau in seinen Schilderungen auf), der unter Dauerfeuer von Behörden (drohen mit Abriss des gemieteten Lokals weil angeblich ein Balkon nachträglich - vor der Zeit des Restaurantbetreibers - angebracht wurde) und von einer angeblichen lokalen Umweltschutzinitiative (Taiwanesen interessieren sich praktisch nie für Umweltschutz, vermutlich stehen hier Geschäftsinteressen dahinter) steht, ist hier abschreckend genug. Kurioserweise legt ihm die "Umweltschutzinitiative" ins Meer laufende Abwässer zur Last (im verdreckten Taiwan fließt immer irgendwo eine stinkende Jauche irgendwo hinein) und lässt Taiwans TVBS-Sender als "Beweis" Bilder von (aus dem Gebirge) abfließendem Regenwasser zeigen.


First marry a local, then open noodle shop No. 34.975 in Taipei city.


Mit einer aktiven einheimischen Frau wäre das ganze schnell erledigt, meine würde dem Sender mit Klage drohen, mit überschlagender Stimme am Telefon rumschreiend, würde Politiker und Polizei solange bearbeiten bis die völlig an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe wirkungslos verpufft wären.

Als Ausländer im Einzelkampf hat man hier keine Chance, Behörden nehmen einen nicht ernst und man ist zu sehr eine aus der Masse heraus stehende Extremität, als dass man auf normale Behandlung hoffen können. Taiwanesen vergöttern (weiße) Ausländer bisweilen, aber ebenso verteufeln sie sie manchmal auch. Letzteres ist sehr selten, aber ohne einheimischen Partner hat man keinen Schutz davor.

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=91156&start=40

Mittwoch, Oktober 20, 2010

Oh nein, jetzt habe ich das Multi-Kulti-Programm für ausländische Ehepartner verpasst!

Warum sagt mir das denn keiner. Taiwans Einwanderungsbehörde NIA (die jetzt den tollen Slogan "NIA care what you care"(sic) hat, siehe vorheriger Blogartikel) bietet Integrationskurse für ausländische Ehepartner von Taiwanesen an (http://www.chinapost.com.tw/taiwan/foreign-community/2010/07/28/266328/Korean-scholars.htm). Ziel des NIA-Programms für Einwanderer ist, eine "multikulturelle Gesellschaft" zu bauen. Na also, integrieren muss man sich hier also nicht.

Das Programm bietet Kurse in Backen, Kochen, Bedienen an der Bar und Kosmetik an.

Na, die hätten aber geguckt, wenn ich mich da angemeldet hätte. Da hier ein taiwanesischer Barkeeper meist verständnislos guckt (und dann vor Verlegenheit kichert***), wenn man von ihm einen Screwdriver oder einen Long Island Tea oder Daiquiri verlangt, würde sich der Lerneffekt wohl in Grenzen halt. Die Frage schwebt mir noch im Gebeiß, ob man die ausländischen Damen, auf die das Programm offensichtlich abzielt, denn für eine Karriere in Nachtlokalen ausbilden will. Hausmädchen oder Bardame scheinen die Perspektiven zu sein, die die NIA vermitteln will. Na, bei dem intelligenten Slogan der Behörde ist das kein Wunder.

NIA care good food and bar girls!


*** Ein Beispiel für asiatische Grausamkeit: Eine leere Bar am Abend, Barkeeper schick angezogen dahinter. Sinatra plätschert vom Band, Fackeln im Rasen neben gemütlichen Stühlen. Man setzt sich an die Bar und fragt nach der Cocktailkarte und der Ober sagt:


Have only tea. Hihihihi 


Klarer Fall, Taiwan braucht mehr gut ausgebildete Barfrauen!
 

"NIA care what you care!"


 "Taipei 101", this was until recently the highest house on the globe


Astonishing. Taiwan's National Immigration Agency NIA has selected an English speaking slogan to improve their perception among foreigners. The result was being picked from a competition which a Taiwanese teenager has won. His slogan is "NIA care what you care".

Now this obviously sounds like Chinglish gibberish which will be the result of a Taiwanese of high position within the NIA having the responsibility for choosing the slogan and then not being able to admit he or she does not speak proper English.

Well, "NIA Hao***" would have been better, wouldn't it?

http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=89&t=90946

This Chinglish slogan is well within the tradition of the previous slogan "TAIWAN UP" which even had been shown on Taipei's skyscraper "Taipei 101" this new year's eve.


*** "Ni hao" would be the informal Chinese hello and "Nin hao" the more formal one.

Dienstag, Oktober 19, 2010

Wie sicher Taiwan ist...



Wie sicher Taipei ist sieht man daran, wenn man sich die Diskussion über Kriminalität im Ausländerforum Forumosa.com (http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=85754&start=20) ansieht. Die tollsten Stories sind die über naive einheimische Damen, die von windigen Herren zum Sex überredet werden ("Ich bin Feng Shui-Experte und Du musst mit mir schlafen, sonst kriegst du einen Karriereknick"). Siehe auch hier (http://bobhonest.blogspot.com/2010/10/frau-hat-sex-mit-unbekanntem-um-fluch.html). Seit 2004 bin ich jetzt hier und außer einem betrunkenen Autofahrer, der mich aus seinem Auto aus anpöbelte und meine Hunde des Gemüsediebstahls bezichtigte hatte ich noch keine unangenehme Begegnung. Und der kleine Mann lies sich fortschicken und hatte hinterher Panik, als Frau und ich an der Tür des Hauses klingelte, vor dem sein Auto parkte. Gacker.


Eine der größten Gefahren Taiwans für die Herren: Die Damenwelt. Kaum hat man sie geheiratet, braucht Schwiegermama eine monatliche Apernage (wenn man schlecht verhandelt) und sie werfen morgenmuffelig mit dem Wasserkocher.... [habe ich gehört]

In Deutschland hatte ich viel unangenehmere Geschichten. In den Jahren 1999 bis 2004, als ich in Darmstadt weilte, hatte ich eine Begegnung mit Skinheads, die eigentlich den ausländischen Kassierer an der Tankstelle anpöbeln wollten, aber auch mich etwas "anmachten", als ich bezahlte. Ich versicherte dem Glatzkopf, der mich ansprach ob mein bezahlen nicht auch schneller ginge allerdings nur, dass ich seine Hilfe nicht benötigte und sagte "es geht alles wunderbar, danke sehr". Zu den Worten ein fester Blick mit etwas freundlichem Lächeln, dann sind sie kontrollierbar, diese debilen verstörten jungen Männer. Letztlich muss man sie wie wilde Hunde behandeln, Tonfall und keine Ängstlichkeit zeigen sind wichtig.

An der selben Tankstelle war jedoch ein Jahr oder so drauf eine wirklich unangenehme Situation. Ich hatte nächtens in einer dunklen Ecke des Parkplatzes geparkt und als ich mit meiner Sonntagsabend und Montangsmorgenration von Brot, Wurst und Rotwein (letzterer nicht für den Morgen) zu meinem Auto ging, sah ich dass da ein altes Auto parkte, von ein paar kräftigen Männern umlagert, die mir wie Kosovo-Albaner oder jedenfalls in die orientalische Richtung gehend erschienen. Einer der sicher von Sozialhilfe lebenden Herren bewegte sich auf mich zu und sagte mit schwerem Dialekt, ich möge doch bitte in sein Auto steigen, er wolle mir dort etwas zeigen, es sei kaputt.

Ich verwies den Herrn nach dem Hinweis, mich mit Autotechnik nicht auszukennen freundlich auf das Tankstellenpersonal und wollte in meinen Wagen steigen, da bemerkte ich, wie sich der ganze Pulk aus vier weiteren ausländischen Gästen auf mich zu bewegte, alles sehr kräftig gebaute Herren. Der erste bestand dann auch auf meiner Anwesenheit und sagte, ich müsse einsteigen und ihnen beim Reparieren helfen. Freundlich war das nicht mehr. Da stellte ich flugs meine Lebensmittelkiste ab, griff mir die Weinflasche wie eine Keule und rief etwas wie "Nein, verflucht noch mal!". Ich hatte vor, die Flasche an der Gepäckreling meines Autos zu zerschlagen und den hoffentlich überbleibenden scharfen Flaschenhals wie eine Klinge zu verwenden, um eine Chancen in dieser sich anbahnenden Schlacht Abendland gegen was-weiß-ich etwas auszugleichen, da bewegte sich der vermutlich von meinen Steuergeldern geförderte Pulk langsam aber stetig zu ihrem Auto zurück und ich fuhr ziemlich eilig von dannen, endlich mal die Not-Verriegelungstaste meines Mitsubishi benutzend.

Innereien in Cabernet Sauvignon eingelegt sollen ja in manchen Ländern eine Spezialität sein, aber die Herren wollten es dann doch nicht darauf ankommen lassen. Im friedlichen Taiwan kann ich mir eine solche bedrohliche Situation nicht mal im Traum vorstellen. 

P.S.: Erninnert mich dran mir wieder einen Wagen mit Dachreling zuzulegen, wenn ich wieder nach Deutschland rückmigriere :-)

Multi-Kulti-Moral von der Geschicht': Selbst ein argentinischer Cabernet Sauvignon kann Leben retten! Keine Ahnung wieso manche Leute sagen, Alkohol sei schädlich. Stellt euch das mal mit einer Milchtüte vor...

The scent of a woman


Morning in gray Taipei. While the locals are rolling to work on their scooters, some pretty foreign ladies are already preparing their day's work

Not one, many. Almost each morning I pick up food from a breakfast food booth close to my company and will use the elevator on my way back. It is 7.30 in the morning and either the elevator is already full of them or they come running to still jump onto it. Philippian ladies working in my company. It is a bit of a strange sight in the morning, when I am standing alone among them, they are often around 1.50m or below, which makes me towering out of their midst, their hair still wet from the shower and the cent of soap in the air. They are giggling and talking in Spanish and their native language while we ride up to the 6th floor. And when I am late they are already cleaning the white closets of the test department. Recently they were listing to this "I am your lady and you are my man" song, singing along with it while cleaning the closets. And their eyes looked dreamy, as if they were far away from dirty and gray Taipei, probably on a Philippine beach with some well-built beau.

Just a morning impression here from the right-hand edge of the world plate...

Montag, Oktober 18, 2010

Frau hat Sex mit Unbekanntem "um Fluch zu brechen"

Immer wieder liest man hier in Taiwan von (einheimischen) Herren, die Frauen mit irgendwelchen wilden und völlig unglaubwürdigen Geschichten ins Bett bekommen, wo man denkt "das kann doch nie irgendjemand glauben". Allerdings glauben Taiwanesen sehr an Geister und Magie in jeder Form, so etwa hat meine Schwiegermutter einst einen Tempelpriester bemüht, als ihr Fernseher von selbst den Kanal gewechselt hat und prompt einen magischen Zettel zur Geisteraustreibung erhalten, der auf dem Fernseher positioniert werden musste. Nein, Schwiegermama musste nur mit Geld für den Zettel bezahlen, aber ein Taiwanese hat die Fluch-Brechen-Masche offenbar benutzt, um eine hübsche Verkäuferin zum Sex zu nötigen. Das Wort Nötigung fällt mir hier schwer, denn nach westlichen Maßstäben jedenfalls müsste man nicht alle Chinaprozellan-Tassen im Schrank haben, um darauf herein zu fallen.

 "Hallo, Guten Tag, ich bin Telefonbetrüger und dachte Sie könnten mir vielleicht weiterhelfen..."

Der Sextäter ruft also eine Frau an und erzählt ihr, ein Freund (dessen Namen er sich durch "rate mal wer ich bin" erschleicht), für den er sich wohl ausgegeben hat am Telefon, habe einen tödlichen Fluch und dieser können nur gebrochen werden, wenn sie (die Angerufene) mit einer "männlichen Jungfrau" Sex habe. Er dirigiert die leichtgläubige Dame dann per Bahn in eine andere Stadt, wo er als vermeintliche männliche Jungfrau natürlich parat steht und es kommt tatsächlich zum Geschlechtsverkehr. Erst als die Frau nach Vollzug ihren Freund anruft, um sich vom Bruch des Fluches zu überzeugen und dieser von nichts weiß, ahnt die Dame, dass sie "hereingelegt" worden ist.

Quelle: http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taipei/2010/10/17/276452/Man-jailed.htm

Der Sextäter muss für drei Jahre und 4 Monate ins Gefängnis. Na ja, vielleicht kann er da ja irgendjemanden auch zu Gott-weiß-was überreden.

Betrügerische Anrufe hat man in Taiwan laufend, auch bei mir sind manchmal junge Frauen am Telefon. Leider verstehe ich die nicht....

Holy F... now they placed a guy into my cubical neighbourhood!

unwanted


I thought I made it more than clear I want to sit in a girls-only area in the office. I mean guys here burp and fart, the ladies usually do not. And now a girl was quitting and they were putting a new colleague with the usual middle-parting hairstyle, the usual blue shirt and the usual dark blue pants. Oh I hate it. In Taiwan I only like noodle soup and girls, nothing else. Besides my wife. Well, she's a girl. Oh, how to scare this guy away...? Suggestions please.

wanted

Freitag, September 24, 2010

Der Spiegel: Taiwan Hungerland!

Taiwanblog: so schlecht kocht Schwiegermama nun auch wieder nicht!

Ein Schreck fuhr mir gerade beim Lesen des aktuellen Spiegel 38/2010 auf S. 158 unten in die Glieder, dort ist eine Karte der Welthungerhilfe abgebildet und meine kleine Insel Taiwan hat zusammen mit China die dunkelgraue Schraffur für "mäßig". Will sagen, die Unterernährung von Kindern und die Kindersterblichkeit in Taiwan seien nach dem Schaubild zwar nicht "extrem alarmierend", "alarmierend" oder "ernst", aber immer noch schlimmer als in den Industrieländern. Das verblüffte mich, schließlich ist Taiwan ein reiches Land, Kinder kenne ich hier nur gut ernährt und laut dem CIA Factbook hat Taiwan nur etwa 1% Menschen unter der Armutsgrenze (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/tw.html), während Deutschland 11% hat (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gm.html)! Wo also verbergen sich die hungernden Kinder? Etwa bei den taiwanesischen Ureinwohnern, die Nichtchinesischen Ursprungs sind?

Oder hat wieder nur ein Redakteur nach deutscher Gutsherrenart Taiwan unter "China, Province of Taiwan" subsummiert und die kleine reiche und demokratische Insel gleich mit eingefärbt, wenn er einmal mit China zu Gange war?

Ludigels Neffen "Didi" und "Gege": Zugegeben hat der Rechte neulich vor der fiesen Sahnetorte Angst gehabt, heult auch bei Harribo-Gummibärchen. Werde mich des Falls annehmen.

Vermutlich ist letzteres der Fall, eine interaktive Grafik der Welthungerhilfe, bei der man die Weltkarte herumschieben und vergrößern kann, zeigt Taiwan aber auch eingegraut und damit auf dem Niveau von China, also auch als "problematisch" [EDIT, korrigiert]. Siehe hier: http://webmapcenter.de/mapbender241/frames/index.php?PHPSESSID=b6b8cee0cf10083f702d71e07967bdaf&gui_id=whi

Taiwan ist aber ungleich Thailand ungleich China, auch wenn es politisch opportun ist Taiwan der Volksrepublik China zuzuschlagen, damit Deutschland weiter gute Beziehungen zu China hat, ist solch eine Pauschalisierung immer nur verwirrend. Ich denke, hier wieder wieder nur zusammengelegt, was nicht zusammen gehört, eben Taiwan und China. An dieser Stelle müsste man mal die Kindersterblichkeit untersuchen, um eine Art Gegenbeweis zu führen, dass Taiwan hier kein Entwicklungsland ist.[UPDATE: Anmerkung 1]


***
[Anmerkung 1]: In Asien gehört Taiwan nach dieser Karte (http://www.indexmundi.com/map/?t=0&v=29&r=as&l=de) zu den Ländern mit der niedrigsten Kindersterblichkeitsrate (etwa 5 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten), Deutschland hat zum Vergleich etwa 4 - und natürlich den Vorteil der milderen und krankheitsmäßig nicht so bedenklichen nördlichen Klimazone. Vermute also, dass die Hungerhilfe-Karte und Der Spiegel Taiwan unzulässig unter China subsumieren.

***
Notiz in eigener Sache, Hausmitteilung sozusagen, um in SPIEGEL-Jargon zu verfallen: Ich werde die nächsten 3 Wochen wenig Zeit haben und hier nur eingeschränkt bloggen können. Nein, kein Urlaub wie im Langurlaubsland daheim, sondern ein Chaosprojekt, also Arbeit.
 

Mysteriöses Windows-Startproblem

Gestern im Büro reagierten unzählige unserer Windows XP Notebooks, die die Angestellten in diesem großen Unternehmen haben, mit Startproblemen, beim Neustart fehlte plötzlich eine wichtige Windows-Systembibliothek, die HAL.DLL. Dabei handelt es sich um eine Bibliothek, durch die Windows mit der Hardware des Rechners arbeiten kann, das Hardware Abstraction Layer, wie Google gleich verkündete. Wer das Ding überall in der Firma von den Rechnern stahl blieb ungeklärt. Ein fehlerhaftes Windows-Update? Eine Fehlfunktion der Antivirussoftware? Jedenfalls ließ sich das Ganze mit Hilfe der XP-CD reparieren. Wer nicht weiß wie es geht und es braucht, kann in den Kommentaren anfragen. Vielleicht tritt das Problem ja noch öfter auf. Oder es war ein "Firus", wie der Fachmann unter Spucken sagt.

Windows rechts wieder mal mit Bluescreen of Death, Linux (2x links) arbeitet einfach nur....

Den gefärbt-Rotschöpfigen Kerl von der internen IT hätte ich fast stranguliert, als mein Notebook nicht mehr hochfuhr. Hatte er doch grade in einstündiger Arbeit die Einstellungen von Outlook auf den neuen Server umgestellt und fummelte dann noch an so viel Programmen herum, dass ich ihm am liebsten ohnehin auf seine Finger gehauen hatte. Hatte aber wohl nichts mit den unsinnigen Tools zu tun, die er auf meinen Rechner ablaufen ließ, weil er mit seinen unschuldigen gefühlten 14 Jahren erklärte, ich hätte wohl einen "Firus" auf dem Rechner. Habe ich natürlich nicht, du Wuschelkopf, sondern habe die unabschaltbare Antivirussoftware mit Absicht (temporär) abgeschaltet, weil sie oft nur Unsinn macht, wie den Rechner in eine Schnecke zu verwandeln. Oder Bluescreens auszulösen neuerdings. Hilflos klickte er auf dem roten Icon für die Antivirusverwaltung herum ohne zum Ziel zu kommen.

Das hat mir ein so schlechtes Gewissen gemacht, dass ich sie selber wieder eingeschaltet habe (psst, geheim, in den Systemdiensten schaltet man das ab und an, auch wenn man nicht soll, verraten Sie es ihm bitte nicht). Und kaum schalte ich sie wieder an, war die erwähnte DLL futsch. Antivirussoftware macht heutzutage manchmal mehr Probleme als die angeblichen Viren. Und bartlose Systemadministratoren im Schulkinderalter sowieso.

Unterdessen laufen meine Linuxsysteme am Arbeitsplatz einfach immer weiter und weiter und weiter und gucken verstört auf ihren Windowsbruder, der immer wieder Bluescreens of Death (neuerdings wenn ich eine CD reinschiebe!) und Instabilitäten hat. Aber Hauptsache Windows.

EDIT: Das Startproblem grassiert weiter. Die Admins kopieren die DLL mit einem Rescue-USB-Stift einfach in das Windows/System32 - Verzeichnis.
Sonst kann man aber auch folgendes machen: Die XP-CD nehmen (die heute aber viele Nutzer gar nicht mehr bekommen von Microsoft, leider verloren!), ins Laufwerk legen und von CD booten. Dabei muss ggf. die BIOS-Konfiguration so geändert werden, damit der Rechner von CD zuerst bootet. Dann warten bis das Laden von der CD zum Stillstand kommt und man gefragt wird, was man machen will. Dann R für Recovery Console drücken (Wiederherstellungskonsole) und das Administratorpasswort der Windowsinstallation auf Anfrage eingeben (man muss die Windowsinstallation vorher auswählen). Dann folgendes Kommando tippen:

expand d:\i386\hal.dl_ c:\windows\system32

Achtung: Die Laufwerksbuchstaben bitte entsprechend anpassen. Dann mit exit rebooten.

Anschließend installiert der Rechner alle Treiber neu, die er i.d.R. einfach auf der Festplatte findet.

Donnerstag, September 23, 2010

Bei der Urne werd' ich zum Wiedergänger...

Bei den Besuchen in dem Friedhofstempel, in dem Schwiegervater mit seiner Urne in einem hölzernen Schrankfach steht (der ganze Schrank ist voll mit den quadratischen Fächern und der ganze große Saal voll mit diesen Schränken) (Foto des Tempels von AUSSEN hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/07/wie-ich-fast-eingeschlafen-und-meine.html), fiel mir ein Demoaufbau von drei Urnen auf, die offensichtlich drei verschiedenen Preisklassen zugehörten...

Welches Urnerl hätten's denn gern?

Ganz oben sieht man eine ehr dünnwandige, hier noch eingepackte Urne, wohl Blech mit bloßem Stein-Imitat aufgelegt. In der Mitte dann die dickwandige Vollstein-Urne. Doch was ist das ganz unten? Oh Schreck!

Eine Urne auf Kassenschein?

Ernst bei näherem Hinsehen entpuppte sie sich als Verbandskasten mit rotem Kreuz drauf. Obwohl, das kann natürlich auch eine interessante Deko sein....


P.S.: Erst jetzt fällt mir auf, dass oben drauf wohl sogar noch ein Aschenbecher steht, den ich beim heimlichen Foto nicht richtig mit drauf gekriegt habe (auf dem Handybildschirm sieht man sowieso meist wenig beim Fotografieren). Das wäre natürlich die ultimate Billigvariante ;-)

Dienstag, September 21, 2010

Taiwan-Essen und Hygiene

Neulich einen Landsmann getroffen, einen großen bärtigen Mann** mit Adlernase, den es aus beruflichen Gründen für eine Woche auf meine herrliche Insel Formosa alias Taiwan verschlagen hatte. Die Pupillen leicht erweitert stand der Teutone noch unter dem Schock des Neuankommens und redete etwas von Krach, Dreck und unhygienischem Essen. Ich bestätigte, dass Taipei natürlich laut und slumartig in meisten Teilen sei (was freilich nicht heißt, dass dort arme Leute wohnen nebenbei bemerkt), konnte mit dem Essen allerdings nicht völlig zustimmen. Natürlich kamen wir beide überein, dass das deutsche Gesundheitsamt solche Zustände wie sie hier am Tellerrand der Weltscheibe herrschen, daheim nicht dulden würde. Immer wenn ich diesen Satz sagen, höre ich im Hintergrund leise Schiller seine Glocke rezitierend und Goethe murmelt irgendwas von "über allen Wipfeln ist Ruh'...".

Einweihungsparty vom Kollegen. Weil seine Hütte so groß war, hatte ich ihm empfohlen, ein Fried-Chicken-Retaurant oder 'ne Currywursthöhle aufzumachen. Hat er eh nicht verstanden und wie immer fröhlich gegrinst.

Betrachtet man die Sache freilich etwas undeutscher, dann kann man feststellen, dass man sowohl in Deutschland wie auch im formosen Taiwan fast immer hygienisches Essen serviert bekommt und es nur gelegentlich Ausreißer in Richtung "igitte-Pfui***" gibt. Wenn man in Taiwan wie ich die billigen Garküchen frequentiert, in denen freilich Chinesisch (bei mir in Gestalt meines angetrauten Eheweibes) erforderlich ist zur Bestellung, dann kann man sich gleich durch scharfes Hinsehen einen Eindruck von der Kochstelle verschaffen. In der Regel sieht man dort Spinnenweben und ein bisschen Ruß an der Decke, aber das stört mich also genauso wenig wie ungedeckte Hypotheken bei der Schwiegermutter des Garküchenbesitzers.

Die heiße Platte, auf der hier gekocht wird, ist in der Regel von dreißig Voressen mit einem Ölfilm versehen, aber weil ja keiner direkt vom Herd isst, ist das auch okay für mich. Außerdem schieben sie mit einem schwarzen Schaber immer wieder das alte Öl an die Seite, so dass wir am Rand, wo niemand kocht, tagsüber einen frischen schwarzen Ölschlackesud haben, so als habe eine einschlägige englische Ölgesellschaft da mal so richtig vom Leder gezogen. Andererseits ist ja die Ölkruste nur am Rand und jeden Abend wird die Kochplatte gereinigt, insofern ist es mir auch wieder egal.

Kleine Restaurants sind genauso, meist kann man auch da die Kochstelle einsehen. Manche sind sogar pikobello sauber, kann man nicht anders sagen. Eklig fand ich einmal ein pseudo-westliches Restaurant, wo die Toilette eine Tür hatte, die unten eine Handbreit Luft ließ. Drinnen in der Toilette herrschten Zustände, als hätte eine Kompanie betrunkener Rotarmisten den Befehl bekommen, die feindliche Latrine mal so richtig ran zunehmen. Aber das ist in Taiwan normal, wenn hier die Toiletten sauber sind fragt der Gast verstört den Ober, ob das Ding kaputt ist (schließlich benutzt es ja offensichtlich keiner). Letztendlich ist Konfuzius daran Schuld, aber mehr dazu ein andernmal.

Gut, nun können Sie sich die Toilette bildlich vorstellen. Hübsch sah man aus der Gaststube den Sud auf dem Boden der Klozelle und nicht gleich sah ich die Salatsoßenschüssel, die direkt neben der Klotür stand, direkt auf dem Boden! Die Ober bedienten sich immer mit einer Kelle voll Salatsoße und schmierten sie über den Salat, was gänzlich unangenehm war, sah man doch dass Klobesucher mit patschigen Füßen den Biosud auf dem Boden gleich in die Salatsoße spritzen lassen konnten. Ich gebe zu, auch als Multikuliweltbürger habe ich da mein Essen nicht ganz aufgegessen.

Das zweite Mal in all den Jahren war es ein kleines Lokal gleich bei Schwiegermutter nebenan, das Reklameschild war rote Schrift auf gelbem (!) Grund und das Essen war wirklich gut, schmeckte sauer-süß mit stärkerer Betonung des Sauren und einem unerklärlichen Beigeschmack, der freilich nicht mal unangenehm war. Während ich noch grübelte, was das sein könnte - irgendwas in Richtung Spargel?- begab ich mich aufs WC. Hier gab es ein getrenntes Urinal für die Herren und aus Gründen der Raumökonomie hatte der Restaurantbetreiber das Urinal in einem Raum angebracht, der auch der Fleischzubreitung diente. Ein noch mit Fleischresten verkrusteter großer Fleischwolf stand da, durch ein winziges Sperrholzbrett vom Urinal getrennt. Immerhin!

Und waren das auch fast die einzigen Ausreißer in sieben Jahren Taiwan, so erheben wir uns jetzt alle von den Plätzen und singen zusammen: "Das hätte das Gesundheitsamt in Deutschland nie genehmigt!"

P.S.: Sensibel für den Satz mit dem Gesundheitsamt bin ich nach dem Lesen eines Artikels in Klaus Bardenhagens Blog geworden: LINK. Stimmt wirklich, man hört ihn immer wieder, auch von mir ;-)

** oder war er klein, glattrasiert und mit Stupsnase versehen?

***Frau Igitte Pfui, Bündnis-90/Die Grünen, ist seit 2001 Mitglied des Bundestages

Montag, September 20, 2010

Polizisten lassen Anzeigen verschwinden

Polizisten in Taiwan sind ein Thema für sich. Nicht nur, dass die Revierpolizisten abends angetrunken in ihren Wachstuben hocken, die Leutchen verdienen sich möglicherweise ein Zubrot durch Gaunereien, so wie im Fall der Erpressung meiner Schwiegermutter, die falschen oder kriminellen Polizisten (wahrscheinlich beidem) eine Summe von umgerechnet 25.000 Euro ausgehändigt hatte, um einer (völlig grundlos angedrohten) Haftstrafe zu entgehen (LINK). Hier deutet sich ein nur minimales Happy-End an, weil zumindest der jugendliche Geldbote gefasst wurde und demnächst seinen Prozess hat (LINK).
 Als meine Schwiegermutter aber damals die Erpressung allein angezeigt hat, nahm ein Beamter alles auf und erklärte den Fall zu den Akten genommen zu haben, meine Schwiegermutter bekam sogar ein Aktenzeichen. Ein Kontrollanruf meiner Frau auf dem Revier ergab aber, dass das Aktenzeichen gar nicht existierte! Offensichtlich hatte es der "Beamte" im Mülleimer verschwinden lassen. Erst nach wüsten Beschimpfungen durch meine Frau am Telefon war der Herr Wachmeister bereit, eine Kopie eines neu erstellten Vorgangs mit neuem Aktenzeichen an Schwiegermutter zu senden; erst dadurch kam der Fall ins Rollen.

Ein einem Verbrechen zum Opfer gefallener Ausländer hat nun sehr spät festgestellt, dass sein Vorgang ebenfalls in "Ablage P" vom Zuständigen Polizisten abgelegt wurde; das Aktenzeichen ist nicht auffindbar (LINK zum Ausländerforum Forumosa.com).

Dringende Empfehlung also: Wenn man hier eine Anzeige tätigt, immer einen Einheimischen bitten durch einen Kontrollanruf das Aktenzeichen bestätigen zu lassen. Eine Kopie der Anzeige reicht alleine nicht, da bei Ausländern oder Senioren die ausgefüllte Anzeige schneller im Papierkorb verschwindet, als man "Ni Hao" (Hallo) auf Chinesisch sagen kann. Bu hao (gar nicht gut).

Weiterer Fall in dem korrupte Polizisten wahrscheinlich die vernünftige Aufklärung eines Todesfalls unmöglich gemacht haben: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/update-zum-vermeindlichen-englischen.html . Hier ist ein Engländer Opfer der schlampigen oder sogar korrupten Polizeimethoden.

Generell sagt man über Gerichtsverfahren hier, dass ihr Ausgang völlig unberechenbar ist und Urteile von Richtern irgendwo zwischen Schulterzucken oder drakonischen Urteilen liegen. Wie blödsinnig die Urteile sein können zeigt z.B. dieser Fall (LINK zu Forumosa.com), wo ein Vergewaltiger eines dreijährigen Mädchens freigesprochen wurde, weil das Opfer keinen Widerstand geleistet hat. Taiwan wirkt oft wie ein Zerrbild der Realität und es fällt schwer, dieses Land ganz ernst zu nehmen, wenn man solchen Schwachsinn en masse sieht.

Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass das surrealistische Vergewaltigungsurteil auch in Taiwan zu Entsetzen unter der Bevölkerung geführt hat.

Edit: Dieser Artikel sollte nicht dazu verleiten zu glauben, Taiwan sei ein Dritte-Welt-Gangsterloch. Es ist hingegen ein reiches Land mit wenig Kriminalität. Man sollte allerdings die Polizisten und Gerichte mit Vorsicht "genießen".

Vorheriger Artikel zum Thema: http://bobhonest.blogspot.com/2010/04/zusammenfassung-falsche-undoder.html

Donnerstag, September 16, 2010

Fernöstliche Weisheit



Endlich nach all den Jahren hier habe ich endlich fernöstliche Weisheit gefunden. Ich saß mit meiner ganzen Taiwanfamilie im Restaurant, wir hatten Stunden später angefangen bis endlich die ganze Truppe anwesend war, dann aßen wir in Zeitlupe herrlich eklige Fischgerichte (ich hingegen bekam wieder meinen Kinderteller; Reis mit Reis dran gekocht und und bisschen Fleisch zur Dekoration), die kleinen Neffen sollten ihre Geburtstagstorte auspusten, doch der dünnere von beiden fing mit seinen fünf Jahren an zu heulen, wahrscheinlich hatte ihn die fiese grellbunte Torte irgendwie böse von der Seite angeschielt. Sein dickerer Zwillingsbruder hingegen schielte forsch zurück, schleuderte der Torte sogar ein paar Drohungen entgegen. Wieder dauerte es also, bis die zwei die blasige Tätigekeit hinter sich gebracht hatten, dann kam das Obst und die Leute kauten kaum auf Wassermelone, dieser grünen Ekelfrucht mit weißem Fruchtfleisch und den Orangenstücken herum, alle saßen nur um und warteten darauf, dass die anderen aßen. Doch mittlerweile wurde es 22 Uhr und weil Frau und ich am Sonntagabend noch weit fahren mussten, wurden wir langsam ungeduldig.

Was soll das heißen: nach chinesischer Zählweise bist du 6 und nach europäischer 5 Jahre alt? Hör mit der Haarspalterei auf und blase das verdammte Ding endlich aus. Sonst musst du barfuß ins Bett heute Abend!

Da geschah das Wunder, meine Frau flüsterte unserem Lieblingsneffen, seinem anwesenden Schulfreund (meine Frau macht dem sogar die Ohren sauber, komische Familienbeziehung - oder einfach nur dreckige Ohren, wer weiß) und unserem Schwager etwas ins Ohr. Und Ratz-Fatz griffen alle zum Obstteller und schaufelten die Früchte wie besessen in sich hinein, der Teller lehrte sich und wir konnten zeitig fahren.

Ich guckte verblüfft aus der Wäsche, wieso plötzlich alle so schnell die Früchte verdrückt hatten und fragte meine Frau, was sie den Verwandten ins Ohr gesagt habe. Sie antwortete:

"Ich habe unserem Neffen Roy (als Loi-ih aussprechen) gesagt, die Wassermelone würde gegen seine Pickel helfen. Und seinem Freund "De-de" habe ich gesagt, die Orangen würde gegen die Pickel helfen. Unserem Schwager G. hingegen sagte ich, die grüne Frucht würde gegen Alterung helfen und langes Leben garantieren.

*

Hinweis:
Wer Taiwanesen kennt weiß, dass sie leicht an Heilmittelchen und Heilkräfte von Essen glauben, daher der umwerfende Erfolg.

Mittwoch, September 15, 2010

Two faces of Taiwan...

Somewhere in Jhongli, outskirts of Taipei

Funeral temple in Taipei County

...guess which Taiwan you meet more often....

Montag, September 13, 2010

Got you babe!

Recently I discovered tomato ketchup spelled "catchup" and "cats up" and thought it was a really funny English mistake in Taiwan. But no, catchup and catsup are legal alternative spellings. Okay, learned that.

But this time I got you, you Taiwan English experts.


So what is that supposed to mean? This is a gas table oven, and the writing on it reads:


.... "Far in frared-ray recreationae range, Hold-Leader". So what is that supposed to mean? I guess they tried to say they would be "advanced in infrared ray technology" or whatever. Strange for a gas stove :-)

Blasen nur für Chinesen

In Taiwan ist Diskriminierung nicht verboten wie in Deutschland. Obwohl man als Langsnase ja fast immer überfreundlich aufgenommen und meist regelrecht angehimmelt wird hier. Trotzdem hat man manchmal Jobausschreibungen, wo sich nur Menschen mit "chinesischer Herkunft" bewerben dürfen, was also die Taiwanesen samt und sonders als Chinesen subsummiert, wie insbesondere in Nordtaiwan üblich, weil hier ethnisch und kulturell Leute dominieren, deren Vorfahren -oder sie selbst- 1949 mit dem letzten Festlanddiktator der Republik China nach Taiwan geflohen sind (und deren Nachfahren sich noch meist als Chinesen sehen und nicht als Taiwanesen). So darf sich bei einem Ausschreibung einer Flötistenstelle oder was immer der Flötenwettbewerb eines Orchesters behinhaltet, nur jemand bewerben, der chinesische Vorfahren hat. Das würde eigentlich die taiwanesischen Ureinwohner ausschließen, die zwar fast genauso aussehen, aber gemeinsame Vorfahren mit den Südseebewohnern haben. Ich vermute aber, dass diese Blasen dürften.

Nun beruhige dich, kleiner Mann. Du darfst trotz Langnasenonkel und ausländischem Hemd die Orgel tuten in der Philharmonie. Ehrenwort.

Wir Langnasen dürfen nicht. Auch nicht die mit taiwanesischer* Staatsbürgerschaft. Ich bin weder hiesiger Staatsbürger noch Flötist, ergo juckt es mich wenig. Na ja, bei mir würde das Ding auch glatt kaputtgehen wenn ich ausversehen drauf beißen würde. Oder am Ende würde ich in der Mittagspause den winzigen Dirigenten verschlucken. Nein halt, der ist als ausländischer Spezialist aus Deutschland eingekauft.

Quelle: http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=80588


* streng genommen sind sie Bürger der Republik China alias Taiwan.

Freitag, September 10, 2010

Sensation: Taiwanesen sehen sich als Taiwanesen!

Man muss zu gegebener Zeit immer mal wieder auf die Umfrage der taiwanesischen Regierung (Executiver Yuan) vom August 2009 hinweisen, auch weil ich sie noch nie wirklich zitiert habe. Nach dieser Umfrage sehen sich über 65% der Taiwanesen als "Taiwanesen" und nicht "Chinesen" an. Quelle: http://www.taiwaneuwatch.com/de/nachrichten/%EF%BB%BF-taiwan-auf-dem-scheideweg-zur-unabhangigkeit-oder-vereinigung-mit-china/#more-434

Blickt mit glänzenden Augen nach China: Taiwans Präsident Ma

Wichtig ist dies, weil die prochinesische KMT-Regierung Taiwans, angeführt von Präsident Ma, der sich selbst als Chinese sieht und dort auch geboren wurde, die Vereinigung mit China anstrebt.

Taiwan ist unter dem offiziellen Namen "Republic of China" jedoch ein souveräner Staat mit parlamentarischer Demokratie, freien Wahlen und freier Meinungsäußerung. Der Name erklärt sich dadurch, dass 1949 die Regierung der Republik China auf dem chinesischen Festland auf die Insel Taiwan geflohen ist (vor den Kommunisten). Taiwan war damals interessanterweise noch japanisch besetzt (seit 1895) und wurde nach Übersiedlung der chinesischen Festlandsregierung dann die Fortführung der nichtkommunistischen Republik Chinas.

Freie Meinungsäußerung in Taiwan am Beispiel einer Demo gegen "Tier-KZs" vorm Regierungssitz. Ganz rechts oben die Plakate von Stray-Dogs.org, der aus diesem Blog hervorgegangenen Tierschutzorganisation.

Taiwanese (oder laut Duden "Taiwaner") zu sein ist eben etwas ganz anderes geworden als Chinese zu sein. In Taiwan kann man z.B. die Regierung kritisieren, bloggen was man lustig ist und eine eigene Partei gründen. Außerdem kann man "Falun Dafa" oder "Falun Gong" oder was für eine Religion auch immer praktizieren, ohne das man Verfolgung zu fürchten hat.

Die prochinesische Regierung Taiwans war überrascht von der Umfrage, heißt es, fährt aber offenbar mit ihrem Vereinigungskurs fort. Präsident Ma muss wohl den chinesischen Machthabern Folge leisten, in deren Dienst er sich offenbar begeben hat.

Donnerstag, September 09, 2010

Deutsche in überfüllten Zellen im Taiwan-Gefängnis

Hier wäre es schon schlimm, nur ein paar Tage einsitzen zu müssen...

Leider haben die deutschen Gefangenen, die in Taiwan wohl alle wegen Heroinschmuggels im Gefängnis sitzen, sehr lange Haftstrafen vor sich. Der Gefangene, den ich im Taipei Prison in Taiwan einst besucht habe (http://osttellerrand.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html), wurde jedenfalls vor einigen Jahren zu einer sehr langen Haft verurteilt; es gibt oft Lebenslang für Drogenschmuggel und bei Lebenslang wird man mindestens 20 Jahre absitzen müssen (das individuelle Urteil des von mir besuchten sei hier aus Anonymitätsgründen außen vor gelassen). Eine Überstellung nach Deutschland ist nicht möglich; Deutschland erkennt Taiwan ja nicht mal als Staat an, ein konstruktiver Dialog kommt nicht zustande.

Schnell mit dem Handy aus dem NEXT-Magazin hier in Taiwan abfotografiert: total überbelegte taiwanesische Zelle
Der Deutsche, den ich also im Taipei Prison sprechen konnte, sprach damals von sehr stark überbelegten Zellen, bei denen auf 4x4 Quadratmenter (am Beispiel seiner Zelle) 16 Menschen schlafen mussten! Ausgang gäbe es nur in Form des morgentlichen Marsches in die "Fabrik" (eine Produktionsstätte), dann ginge es gleich wieder zurück in die Zelle, vom Essenfassen mal abgesehen. Furchtbar die Wochenenden, da hat die "Fabrik" zu und die Gegangenen haben endlose Langeweile in den stark überfüllten Zellen.
Ich weiß nicht was für eine Zelle das Foto zeigt, aber es entspricht vom Grad der Überfüllung her dem Geschilderten. Selber sehen konnte ich die Zelle natürlich nicht, es gibt ja dafür den Besuchsraum.

Die Schuldfrage ist schon geklärt, sicher sind die Insassen "selber schuld" wie es immer wieder heißt. Allerdings wäre eine so lange Haft auch schon unter normalen Haftbedingungen eine sehr, sehr harte Strafe. Bei solcher Überbelegung ist es eine Folter an der Seele gerade für Menschen, die europäische Leere gewöhnt waren.

Theoretisch steht auf Drogenschmuggel nach Taiwan die Todesstrafe, wird aber in der Praxis für westliche Ausländer nicht ausgesprochen - aber dass mir das Niemand als Garantie nimmt, schließlich nähert sich Taiwan derzeit politisch der VR China an.

Die deutschen Insassen freuen sich übrigens über einen Besuch, bei dem man sie mit ein paar Kleinigkeiten aus dem Gefängnisladen versorgen kann; Kontakt kann ich vermitteln.

Weitere Details zu den Besuchen in den Links unten.

Besuch bei Deutschem in Taipei Prison:
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/12/besuch-bei-deutschem-gefangenen-in.html

und vorher:
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/11/deutsche-im-horrorknast.html

ENGLISCHER Artikel: http://bobhonest.blogspot.com/2010/01/foreign-prisoners-in-taiwan-locked-up.html

Über das Gefängnis in Taiwan:
http://gefangene.blog.de/2009/11/03/taiwan-taipei-prison-7366177/

Sehr guter Artikel eines Journalisten in seinem Blog:
http://taipeh.wordpress.com/2009/02/11/todesstrafe-in-taiwan/

Mein alter Artikel (die Zahl 3 ist zu niedrig gegriffen, mindestens sind es 4):
http://osttellerrand.blogspot.com/2009/06/heroin-counter-3-germans-in-taiwan-jail.html

Tomato Cats Up!

Neulich hatte ich hier in Taiwan schon die Schreibweise "Catchup" für Tomatenketchup entdeckt (LINK), Doch das lässt noch toppen mit "Cats up", also "Katzen hoch!" auf Deutsch. Es gibt sogar eine Art Blank zwischen "Cats" und "up", da war sich der Englischexperte in der Marketingabteilung wohl nicht ganz sicher, ob sich "Cats-up" mit einem Wort oder zwei schreibt.
Der Schock kommt durch Wikipedia, "Catsup" und "Catchup" sind alternative Schreibweisen im Englischen! Die Taiwanesen haben also Recht!
Sicher könnte man sich noch mehr einfallen lassen. "Ketsup" schlägt Wikipedia noch vor. Wie wäre es mit KETTSOUP. CATSOUP. KHETCHAP. GETCHAP. Oder eben SKETCHUP, der Klassiker, auf den bereits beim letzten Teil ein Leser hingewiesen hat ;-)

Taiwanesisches "Cats up" Ketchup


Islamistischer Terror im benachbarten Thailand

Wohlgemerkt in ThaiLAND, nicht in Taiwan. Das reiche Taiwan hat erfreulicherweise keine islamischen Provinzen, ich sage das ganz offen, denn mit solchen hätte man die Saat für Separatismus und Terror gelegt (empörte Kommentare bitte unten abgeben, danke). Taiwan hat nur etwa 100.000 Moslems, die unter den 23 Millionen Taiwanesen eine verschwindend geringe Minderheit darstellen. Etwa die Hälfte davon sind Kurzzeit-Fabrikarbeiter, die ein paar Jahre im Land bleiben. Richtige Siedlungsgebiete gibt es also nicht.

ThaiLAND hingegen hat in seinen Südprovinzen eine moslemische Minderheit und diese versucht mit Gewehren und Pistolen den Umstand zu verhindern, dass ihre Kinder etwas vom Buddhismus in Thailands staatlichen Schulen mitbekommen. Wieder und wieder werden dort Lehrer auf dem Weg zur Arbeit getötet. Siehe den Bericht in einem sehr guten Thailandblog (LINK).

Mittwoch, September 08, 2010

Presidential cake

English:

My wife gave me this little cake, which shows the outline of the presidential palace in Taipei on its packing. Inside is a sweet cake with egg yolk in the center. She told me our president's wife would also fancy this cake and I could eat the dough around it, but had to give the egg center to her. This gave me unpleasant thoughts about our pro-Chinese president Ma (that translates to "horse" in English and he does have a big smile)  nibbling the dough from the cake and quickly used a knife for the operation.
Well, shouldn't president Ma just nibble out the Chinese dominated city of Taipei and hand it to China and otherwise give the rest of the Taiwan cake to the people of Taiwan? Well, never mind. That would probably make the cake fall apart.

German:

Dieser kleine Kuchen zeigt die Silhouette des taiwanesischen Präsidentenpalastes auf der Packung. Meine Frau gab ihn mir und sagte, die Frau des Präsidenten würde den Kuchen auch sehr gerne mögen. Als ich schon damit weggehen wollte, sagte sie mir noch, ich müsse ihr aber das Eigelb im Inneren geben, den Rest könne ich essen. Da sah ich unschöne Bilder vor mir, wie der prochinesische Präsident Ma (Ma heißt übersetzt "Pferd") mit seinem großen Gebiss den Teig vom Eigelb abkaut. Schnell nahm ich ein Messer für die anstehende Teigoperation. Sollte nicht Präsident Ma auch nur das prochinesische Taipei aus Taiwan herauslösen und an China geben und den Rest den Taiwanesen lassen? Aber dann würde der Kuchen wohl zusammenfallen....

Freitag, September 03, 2010

Fernblick nach Deutschland

Die Debatte um Thilo Sarrazin hat etwas Kurioses, das kann ich nicht anders sagen. Jedenfalls als ausländischer Resident in der Ferne, ein bisschen fernab der bundesrepublikanischen heiligen Kühe, wirkt das ganze wie ein mitunter satirisches Theater. Man ahnt es schon, wenn einer in Deutschland das falsche Thema anreißt, wie Ausländerzuzug, dann hört man schon das empörte Schnauben des Establishments.

Rethorische Geschütze werden gegen die Sarrazinen in Stellung gebracht.

Nach dem Schock des Holocaust und der Nazizeit im Allgemeinen, der auch viel später geborenen Deutschen in den Knochen sitzt, sind bestimmte Themen -durchaus verständlicherweise- zur heiligen Kuh geworden und bestimme Themen ansprechende Prominente haben natürlich eine Welle heißer Propaganda seitens des politischen Establishments und der Medien und Verbände zu fürchten. Während auf Spiegel.de eine Online-Umfrage 65% Zustimmung (LINK***) für Sarrazin in dem Sinne brachte, dass er nicht entlassen werden soll, weil er die "Wahrheit ausgesprochen" habe, entsteht beim Blick in die Presse der Eindruck, die Deutschen seien wie ein Mann gegen ihn. Ein Türke wurde zitiert mit der Aussage, Sarrazin bringe Schande "über unser Land", ich habe mich da kurz aufrichtig gefragt, welches von beiden das sein möge.

Der Sarrazine namens Thilo beschimpft jedenfalls die Türken in unangemessener Weise und hat idiotische genetische Theorien formuliert, aber das Establishment schafft es natürlich auch, ihm eine vorbereitete heilige Kuh mundgerecht auf die Zunge zu legen. Es ist eine bloße Selbstverständlichkeit, dass Menschen mit gemeinsamer ethnischer Herkunft, oder einer früher mal vorherrschenden gemeinsamen geographischen Herkunft eine gemeinsame Genhistorie haben. Das ist bei Polarbären aus der selben Gegend so, ein bisschen sogar bei Deutschen und anderen Indogermanen auch aus fernen Ländern und eben auch bei Basken und Juden, wie von Sarrazin angesprochen; von wegen Herkunft aus der semitischen Völkerfamilie im arabischen Raum bei Juden. Es ist allerdings auch völlig belanglos, viele bunte Gene sind schön und nichts ist da weniger oder mehr wert als das andere. Vermischt sind wir alle zu großen Teilen, was wir auch immer glauben was wir sind. Bei mir gibt es polnische Vorfahren neben Franzosen etc. Wieso sollen Gene aus dem arabischen Raum weniger wert sein als mein eigener Schwarzbrot-Rotwein und Krakauermix, das ist alles kompletter Unsinn. Heute bereut Sarazin, Juden für seine Plattitüde herangezogen zu haben, auf blödsinnige Weise einen antiken Ursprung einer Religion mit einer von vorne herein unsinnigen und irrelevanten Gendebatte vermischend.

Dem Establishment aus Gutmenschen, das jede Debatte um die demographischen Aspekte der moslemischen Einwanderung und der daraus resultierenden Veränderung Deutschlands in ein höchstwahrscheinlich rückständigeres Land abwürgen will, ist dadurch natürlich eine Steilvorlage gegeben. Nun kann man die demographische Diskussion als rassistisch und kurioserweise antisemitisch (obwohl Sarrazin ja eingentlich über islamische Einwanderung sprach!) abwürgen und wenn irgendwelche hervorgezauberten angeblich unsauberen Parktickets vom Flughafen nicht reichen, um Sarrazin zu erledigen, dann wird des diese Debatte tun.

Sorge macht mir, dass Deutsche zu Extremen tendieren. Wenn die Gutmenschenfraktion jetzt mit der Rassismuskeule eine noch einigermaßen vernünftige Diskussion um hohe islamische Einwanderung abwürgt, wer weiß in welcher Form sie dann dereinst wiederkommt und was für radikale Parteien im Jahre 2020 oder so gewählt werden, wenn irgendjemand feststellt, dass nun bald eine moslemische Mehrheit im Ruhrgebiet sein wird. Oder erst 2030 oder später? Hoffentlich marschieren die Deutschen dann nicht wieder, nur weil sie jetzt nicht diskutieren können.

Update: hier die veränderte Umfrage von Spiegel.de, jetzt nur noch mit "Abberufung falsch" oder "...richtig". Stand Freitag, 03.09.2010, 10:42 deutscher Zeit: 74% gegen die Abberufung.
http://www1.spiegel.de/active/vote/fcgi/vote.fcgi?voteid=7001&x=117&y=3 

*** Stand 03.09.2010 etwas über 67% für die alte Umfrage, ob Sarrazin abberufen werden soll 

Mittwoch, September 01, 2010

Sturm und Stromausfall (that's life in Farwegistan)

Kaum stürmt es ein bisschen haben wir gleich einen roten Zettel im Briefkasten, Freitag um Mitternacht für 6 Stunden Stromausfall. Wenn man die ganze Woche gearbeitet hat und dann bei einem Glas Wein ein bisschen zu Hause abhängen will dann Bumm, wird der Strom abgeschaltet. Nicht etwa die Woche über am Tage, wenn ich im Büro sitze.
Wenn es wieder so verflucht heiß ist, ist es mit Schlafen ohne Ventilator auch schwierig. Fenster auf? Dann wird man immer wieder geweckt, denn auf der Straße schreien die kleinen bartlosen Bauarbeiter, als wären sie Opernsänger mit eingewachsenen Zehennägeln. Einer steht unten am Mast und brüllt hoch, der andere brüllt runter. Walkie-Talkie ist in Taiwan wohl noch nicht erfunden.
Die haben es gut, die haben Strom

Ich lade schon mal Notebookbatterien, um mich mit den Profis (The Professionals) und anderem Zeug durch die Nacht zu bringen. "Das Haus am Eaton Place" (Upstairs Downstairs)*** lasse ich lieber weg. Oder gerade? Wenn Hudson mit Captain Bellamie um den Rotwein streitet, schlummere ich vielleicht endlich ein.

Mit Strom kann man zu Hause viele spannende Sachen machen...

*** Kommt alles gerade auf ITV3 oder 4. Komisch, die Fernsehtürme in England scheinen wetterbedingte Überreichweite nach Taiwan zu haben:-)