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Freitag, September 24, 2010

Mysteriöses Windows-Startproblem

Gestern im Büro reagierten unzählige unserer Windows XP Notebooks, die die Angestellten in diesem großen Unternehmen haben, mit Startproblemen, beim Neustart fehlte plötzlich eine wichtige Windows-Systembibliothek, die HAL.DLL. Dabei handelt es sich um eine Bibliothek, durch die Windows mit der Hardware des Rechners arbeiten kann, das Hardware Abstraction Layer, wie Google gleich verkündete. Wer das Ding überall in der Firma von den Rechnern stahl blieb ungeklärt. Ein fehlerhaftes Windows-Update? Eine Fehlfunktion der Antivirussoftware? Jedenfalls ließ sich das Ganze mit Hilfe der XP-CD reparieren. Wer nicht weiß wie es geht und es braucht, kann in den Kommentaren anfragen. Vielleicht tritt das Problem ja noch öfter auf. Oder es war ein "Firus", wie der Fachmann unter Spucken sagt.

Windows rechts wieder mal mit Bluescreen of Death, Linux (2x links) arbeitet einfach nur....

Den gefärbt-Rotschöpfigen Kerl von der internen IT hätte ich fast stranguliert, als mein Notebook nicht mehr hochfuhr. Hatte er doch grade in einstündiger Arbeit die Einstellungen von Outlook auf den neuen Server umgestellt und fummelte dann noch an so viel Programmen herum, dass ich ihm am liebsten ohnehin auf seine Finger gehauen hatte. Hatte aber wohl nichts mit den unsinnigen Tools zu tun, die er auf meinen Rechner ablaufen ließ, weil er mit seinen unschuldigen gefühlten 14 Jahren erklärte, ich hätte wohl einen "Firus" auf dem Rechner. Habe ich natürlich nicht, du Wuschelkopf, sondern habe die unabschaltbare Antivirussoftware mit Absicht (temporär) abgeschaltet, weil sie oft nur Unsinn macht, wie den Rechner in eine Schnecke zu verwandeln. Oder Bluescreens auszulösen neuerdings. Hilflos klickte er auf dem roten Icon für die Antivirusverwaltung herum ohne zum Ziel zu kommen.

Das hat mir ein so schlechtes Gewissen gemacht, dass ich sie selber wieder eingeschaltet habe (psst, geheim, in den Systemdiensten schaltet man das ab und an, auch wenn man nicht soll, verraten Sie es ihm bitte nicht). Und kaum schalte ich sie wieder an, war die erwähnte DLL futsch. Antivirussoftware macht heutzutage manchmal mehr Probleme als die angeblichen Viren. Und bartlose Systemadministratoren im Schulkinderalter sowieso.

Unterdessen laufen meine Linuxsysteme am Arbeitsplatz einfach immer weiter und weiter und weiter und gucken verstört auf ihren Windowsbruder, der immer wieder Bluescreens of Death (neuerdings wenn ich eine CD reinschiebe!) und Instabilitäten hat. Aber Hauptsache Windows.

EDIT: Das Startproblem grassiert weiter. Die Admins kopieren die DLL mit einem Rescue-USB-Stift einfach in das Windows/System32 - Verzeichnis.
Sonst kann man aber auch folgendes machen: Die XP-CD nehmen (die heute aber viele Nutzer gar nicht mehr bekommen von Microsoft, leider verloren!), ins Laufwerk legen und von CD booten. Dabei muss ggf. die BIOS-Konfiguration so geändert werden, damit der Rechner von CD zuerst bootet. Dann warten bis das Laden von der CD zum Stillstand kommt und man gefragt wird, was man machen will. Dann R für Recovery Console drücken (Wiederherstellungskonsole) und das Administratorpasswort der Windowsinstallation auf Anfrage eingeben (man muss die Windowsinstallation vorher auswählen). Dann folgendes Kommando tippen:

expand d:\i386\hal.dl_ c:\windows\system32

Achtung: Die Laufwerksbuchstaben bitte entsprechend anpassen. Dann mit exit rebooten.

Anschließend installiert der Rechner alle Treiber neu, die er i.d.R. einfach auf der Festplatte findet.

Kommentare:

Caythlin hat gesagt…

Ich hoffe, ich bekomme NIE dieses Problem!!
Denn merken kann ich PC-DAU mir das definitiv nicht.... und nachlesen geht dann ja im Einsatzfall aus naheliegenden Gründen ebenfalls nicht mehr... *seufz*

"Ludigel" hat gesagt…

Hier grassiert es wie ein ... Virus. Obwohl überall Antivirus-Software drauf läuft. Andererseits geht aber auch der wuschelhaarige junge Mann mit seinen merkwürdigen Scan-Tools überall um, um die Outlook-Einstellungen zu ändern. Vielleicht ist eines seiner Antivirustools das Problem. Wäre nicht das erste Mal.

Der Wuschelhaar-Admin geht um ;-)

Ah ja.... Zweitrechner sind praktisch :-)

Stefan hat gesagt…

Vielleicht sollte man noch die Empfehlung anbringen eine Knoppix-CD rumliegen zu haben. Von der kann man im Notfall booten und dann im Netz nach Hilfe suchen. Man kann damit auch ein Backup machen wenn denn eine Windows-Neuinstallation noetig sein sollte.

Kostet nichts: http://www.knoppix.com/

"Ludigel" hat gesagt…

Genau. "Ein Freund hier" hat eine merkwuerdige XP-Live-CD, die irgendwelche Taiwanesen gebaut haben. Weird stuff. Knoppix ist besser, weil bei der Live-CD noch Windows-Viren zuschlagen koennen.