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Freitag, Oktober 06, 2017

Kurzinfo: Invasion Taiwans 2020?

Zur Diskussion gestellt

http://www.dailymail.co.uk/news/article-4944902/China-drawn-secret-plans-invade-Taiwan-2020.html

Ein Blogkommentator hat es einmal treffend beschrieben. Meist sind es die Englisch"lehrer" in Taiwan mit ihrer Oft-Nichtausbildung aus dem angelsächsischen Sprachraum, die solche Gedanken hegen. Wenn die Haare grau werden, die Gehälter runter und man nicht mehr dem jugendlichen Image der English Teacher für die Kleinen in Happy-Peppy-Spaßsprachschulen in Taiwan entspricht, dann wird die persönliche Sorge vielleicht auf die nationale Lage projiziert und man sieht die chinesischen Truppen schon fast in Taiwan. Hat eh alles keinen Zweck, also noch ein Taiwan Beer.

Oder ist doch was dran an dem Artikel? Tatsächlich verlieren die Chinesen mehr und mehr die Herzen der Taiwaner. Denn die jungen Taiwaner haben meiner Ansicht nach weit weniger mit China am Hut als die Älteren, die mit den Erzählungen von der tollen Heimat der Eltern oder Großeltern groß geworden sind. Also schnell noch eine Invasion, bevor die Taiwaner endgültig zum Ausland werden?


Dienstag, Oktober 03, 2017

Ruhigere Zeiten

Nach großen Trubulenzen in der letzten Zeit ist es wieder ruhiger.

Ende 2016 war eine chaotische Zeit für mich hier in Taiwan angebrochen, die man hier im Blog mitverfolgen konnte. Viele Artikel sind einstweilen wieder gelöscht, das gebe ich gerne zu. In Deutschland erkrankte mein Vater und ich begann böses zu ahnen. Gleichzeitig hatte meine Frau den starken Drang, ihren Wohnsitz nach Manila auf den Philippinen zu verlegen, wo ihre Schwester mit einem lokalen Mann dort ein Geschäft betrieb. Ziel war durch eine soziale und finanzielle Interaktion gemeinsam erfolgreiche Geschäfte zu machen. Ich gebe zu, eine Zeitlang war ich da auch optimistisch. In den Stories über vergangene Geschäfte dort in Manila taucht immer wieder ein Kontrollverlust in der ein oder anderen Form auf. Und welcher Teutone schmeichelt sich nicht selbst der Organisiertheit und Planungsfreudigkeit? Schnell merkte ich aber, dass ich dort gar nichts kontrollieren konnte. Wenn die sehr intelligenten und geschäftstüchtigen Taiwaner und Sino-Philippinos mit ihrer intimen Kenntnis der lokalen Businesswelt aufeinander treffen braucht man keinen Deutschen, auf dessen Ideen man hört. So strebten wir eine Weile auseinander, Junior und Frau lebten in Manila und ich wieder in Niedersachsen; auch eben als Nachlassverwalter. Das war für uns eine sehr aufreibende Zeit.

Nun hat sich das Kapitel Manila wohl mittlerweile erledigt und meine Frau und ich fanden den Kompromiss, einstweilen wieder in Taipei zu leben. Auto viel kleiner (245 auf 99 PS), Wohnung kleiner aber schicker (möbliert, weil aller Hausrat weggeschmissen oder verschenkt) und fast alles ist wieder beim alten. Ich versuche, in Manila getätigtes Investment zurück zu rollen. Ich nenne Manila gerne die "Geißel meiner mittleren Lebensjahre" und ein Ende ist nicht abzusehen.

Nun genieße ich einstweilen die Normalität. Die Todesschwadronen in Manila und ihr Echo in der Weltpresse lösen bei mir nur noch den wohligen Schauer aus, mich damit nicht mehr beschäftigen zu müssen. Obwohl das dort immer noch gebundene Kapital sicher mit jedem Quentchen Chaos etwas weniger wird. Aber gedanklich habe ich das alles schon längst abgeschrieben. "Zwang zur Jugendlichkeit" könnte man es nennen. Passives Alter mit Aufbrauchen des Angesparten kann ich mir schlichtweg nicht leisten.

Witzige Randnotiz: Als ich nach dem Tode meines Vaters und dem zeitweisen geographischen Verlust von Frau und Kind in Deutschland saß und einem - sehr entfernten - Verwandten mein Leid bei dem ein oder anderen Bier* zu viel klagte, wie sehr die Philippinos den ludigelschen Wohlstand strapaziert hatten - da nutzte der entfernte Verwandte die Gelegenheit und verschwand mit der ein oder anderen Armbanduhr aus meiner Sammlung. Eine witzige Randnotiz die auch eine Lebenslektion beinhaltet, nämlich in Sachen Verwandtschaft nicht auf Nationalität oder Geographie zu achten. Der junge Mann eines liebgewonnen Familienflügels hat viel durchgemacht im Leben, so wurde mir gesagt. Na ja, vielleicht helfen da vier Armbanduhren. Eine an jedem Fuß- und Handgelenk liefert vielleicht die nötige Zerstreuung. Und immerhin beschert er mir ein neues Hobby. Ich schicke ihm alle paar Wochen eine Zahlungserinnerung in sarkastischer Form (er hat sie mit meinem Einverständnis mitgenommen und wollte das Geld überweisen) und er antwortet dann immer mit gar schrecklich dramatischen Geschichten, warum er wieder nicht zur Überweisung gekommen ist. Oder reagiert putzig beleidigt. Beides amüsiert mich so, dass es schon das reinste Hobby geworden ist. Ich hoffe, nicht alle der Geschichten sind wahr. Aber ich ertappe mich dabei, immer wieder auf seine neuste Erzählung zu warten. Ich werde ihm gleich noch mal eine Zahlungserinnerung mit Seitenhieb auf seine beteuerte Ehrenhaftigkeit schicken. Wenigstens ein bisschen Spaß will ich für mein Geld haben.

Wenn ich einst im hohen Alter mit Geld von meinem Verwandten und dem manilesischen Invest überhäuft werde - dann muss ich diesen Artikel schnell wieder löschen.

So, jetzt wird es aber Zeit für die neueste Geschichte aus dem fernen Deutschland ;-)


* und alles was sich noch im Keller finden ließ. Inklusive massenhaft Überbleibsel von 80er-Jahres-Feten



Montag, September 25, 2017

Kicher, ein Ausländerkind (Taiwaner im Stalkingmode)

Manchmal kriegt man einfach zu viel Aufmerksamkeit

Als ich im Jahre des Herrn 2004 auf die Insel Formosa aka Taiwan kam, waren wir Ausländer noch eine richtige Attraktion. Fast überall wurde man angestarrt. Sogar in Taipei blieben manchmal Gruppen von Leuten stehen und einer davon zeigte aufgeregt auf meine Wenigkeit und alle gafften, nicht selten mit offen stehendem Mund. "Waiguoren" (Ausländer) oder "Laowai" (etwa: Ausländerhäuptling) oder "Adogah" (gespr. Adoah*, etwa: Langnase) hörte man allenthalben. Man(n) genoss es vielleicht, wenn einem die taiwantypisch miniberockten jungen Frauen hinterher starrten, aber man fand es merkwürdig, Komplimente von Männern zu bekommen, die einen dann auch noch antaschten. Es war bizarr, wenn mein deutscher Wohlstandsbauch von einer ganzen Gruppe von Kolleginnen und Kollegen in der taiwanischen Firma als super-groß wie der von Bud Spencer bezeichnet wurde, während weitaus dickere Kollegen mit Faßbauch daneben standen und sich mit freuten.
Es war nervig aber üblich, wenn solche anfängliche echte oder schon feixende Freundlichkeit in Dauerstalking und bully-haftes Verhalten überging. Wenn etwa der freundliche Kantinenmensch in der dritten Woche mit dem Finger auf mich zeigte und auf taiwanisch etwas davon erzählte, er könne mir "helfen eine Frau zu finden und zum Tee einzuladen". Wohlgemerkt nicht zu mir redete sondern zu allen anderen Kollegen in der Schlange, von der ich keine Sau kannte und die mich alle rotköpfig auslachten.
Es war nervig, wenn das anfänglich freundlich-neugierige Kantinenpersonal alsbald immer bei mir etwas zu meckern hatte (Desert-tropft, Teller zu voll), während Taiwaner unbeachtet mit sich biegenden Tellern und tropfenden Deserts von Dannen zogen. Die Kantine wurde zum Spießrutenlauf; heute gehe ich nicht mehr hin. Der mit dem "Tee" wurde gefeuert, nachdem ich ihn auch vor allen Kollegen anranzte. Oder versetzt. Spaß gemacht hat mir das alles nicht.

 Dies und folgende: 737-Lane NeiHu, Taipei

Dafür kamen kurzberockte Kolleginnen in den Cubical, fütterten mich mit Keksen und warfen manchmal ihren Minirock hoch, wenn sie nach privaten Deutschstunden fragten. Die eine hatte einen Kussmund auf dem Slip an der entsprechenden Stelle, die andere ein Herz und Love. Hatte alles seine zwei Seiten. Mit Frau eine Reihe hinter mir war dann einmal der Arbeitstag vorschnell zu Ende nach dem Rockflug.

So gab es überall Licht und Schatten, halb offen aggressiv nur in einem Diner, der von Festlandchinesen betrieben wurde und die mich als Kunden gar nicht wollten, obwohl meine Frau immer die leckeren Nudeln von ausgerechnet da wollte. Man wurde entweder glorifiziert (was schnell ins Verkaspern überging) oder mindestens ein bisschen verachtet. Normal angesehen wurde man eigentlich nie. Die Presse war immer voll mit Stories von bösen Ausländern, die entweder ihren Hund gegen einen Busch in einer Straße pinkeln ließen (Skandal! TV-Bericht!) oder Verkehrsunfälle hatte (die bis heute nicht beendete Story um Zain Dean - monatelang TV-Hit Nr. 1).



Um 2010 herum wurde es dann ruhiger. Meine Theorie ist, dass die Taiwaner anfangs uns "weiße" Ausländer "ganz doll lieb" hatten und dachten, wir seinen halt Clowns zu ihrer Belustigung und irgendwie doof-drollig. Während sie uns aber nach jedem "Skandalbericht" in der Presse ein bisschen weniger lieb hatten. Und so hat man seit ein paar Jahren eigentlich seine Ruhe in Taiwan und wird normal behandelt. Oder haben sie nur aufgehört zu lächeln und hassen einen jetzt insgeheim? Ich weiß es nicht. Wenn ich heute irgendwo lang schlappe, gibt es kein "Hello" und "Can you teach my kids English?" mehr. Ich werde einfach nicht beachtet und gelegentlich gibt es einen bösen Blick habe ich so das Gefühl. Aber relativ selten. Wie sind die Erfahrungen von anderen? Das würde mich interessieren.

 (früher hätten sie mich angeguckt und gekichert ;-)

Anlass ist der sonnabenddliche Besuch auf der vollen 737-Lane. Zwei etwa 16 Jährige standen neben uns an der Fressbude. Sie zeigten laufend zu meinem kleinen Sohn (6) herüber und tuschelten und kicherten. Besonders freundlich wirkte das nicht. Dann äfften sie meine Frau nach, als diese "let's go" sagte. Dackelten uns grob hinterher, immer auf meinen Sohn zeigend und kichernd. Meine gesteigert bösen Blicke veranlassten beide Jungmänner zum kurzzeitigen Abdrehen und sofortigen Weggucken, nur um dann weiter zu machen, wenn sie sich unbeobachtet fühlten. Taiwaner können bis zum Exzess passiv-aggressiv sein und dies über Wochen und Monate durchhalten, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Offen konfrontativ sind sie nie, hängen aber an einem wie die Kletten wenn man es zulässt. Auf "weiche" Signale reagieren sie nie, nur auf kurzzeitiges "Ausflippen" meinerseits. Das habe ich schon richtiggehend einstudiert, um sie damit zu vertreiben - musste es aber schon seit Jahren nicht mehr benutzen. Das war jedenfalls das einzige das wirkt. Untereinander reagieren Taiwaner auch auf kleinste Signale des Missfallens habe ich das Gefühl, um den gefürchteten Gesichtsverlust zu vermeiden. Aber bei Ausländern haben sie "Gesicht gewinnen" im Kopf. Darunter versteht man sich auf Kosten eines anderen vor der eigenen In-Group zu profilieren. Bislang hat sich noch jeder Taiwaner, mit dem ich mich auf nähere Sozialkontakte eingelassen habe irgendwann als kleiner Showmaster vor anderen auf meine Kosten profiliert. Und ich stand oder saß in einer Traube voller rotköpfiger und kichernder Taiwaner. Oder sie heißen mich an meinem langjährigen Arbeitsplatz willkommen, obwohl sie gerade erst angefangen haben bei der Firma oder ähnliches Zeug.

Ich habe offen gestanden einen Sozialkontaktbann erlassen um peinliche Situationen zu vermeiden. Obwohl ich dachte, heute bräuchte man so etwas nicht mehr, weil man eher als Normalo angesehen wird. Aber das Erlebnis vom Wochenende lässt mich zweifeln. Na gut, Zeit habe ich für kichernde oder nicht kichernde Taiwaner eh keine mit Sohn und Job.

Frau hat das Problem gelöst. Sich zwischen Sohn, mich und die beiden Jungs gestellt und sie angeguckt. Sofort war Ruhe. Wie gesagt, auf die schwachen Signale von anderen Taiwanern (aka "richtige Menschen") reagieren sie sofort.

Hauptsache Ruhe. Meine oberste Maxime. Und deswegen eben auch ein taiwanerfreier Freundeskreis - will sagen eigentlich gar keiner in Taiwan. Aber Ruhe ist eben auch so ein wertvolles Gut in so einer hektischen Stadt wie Taipei.




* Bedeutung hier umstritten: entweder aus dem japanischen stammend und ursprünglich "A-dog" bedeutend und als pseudoenglisches Schimpfwort für Weiße verwendet oder eben aus dem Taiwanisch/Hoklo kommend und "große Nase" bedeutend. Oft einfach als Hoklo-Wort für Ausländer verwendet


Quintessenz: Heute wird man meist in Ruhe gelassen, normal behandelt oder eben ignoriert. Früher war man eher Star oder Clown für die Taiwaner. 

Donnerstag, September 21, 2017

Für Auslandsdeutsche: Briefe vom Rechner aus verschicken (Update)

Nun sagen Sie nicht, "Post vom Rechner aus verschicken" gibt es schon seit den 90ern auch für Privatleute, nennt sich Email. Was ich meine ist, einen guten alten Papierbrief von Deutschland aus zu versenden. Praktisch wäre das insbesondere deswegen, weil ich über das Startup "Digitalkasten.de" meine Post, sofern sie wirklich über die Deutsche Post und nicht etwa private Dienstleister wie Citipost verschickt wird, eben auch im Browser lesen kann. Meine durchwachsenen Erfahrungen hierzu sind hier zu lesen: https://osttellerrand.blogspot.tw/2017/07/briefe-digitalisiert-kriegen.html

Doch nervig war es eben, auf die Post zu antworten, musste ich das doch immer von Taiwan aus tun, wenn es nicht mit einer Email getan war. Doch Google-Suche ergab Hilfe: Bei epost.de kann ich über die Deutsche Post auch Briefe online schreiben und die Post schickt sie gegen Gebühr mit meiner normalen deutschen Absendeadresse ab, auch Jpegs und PDFs kann man hochladen. Toll. Offenbar muss man sich per Postident indentifizieren. Das ging schmerzfrei über eine Vorgangsnummer und eine Smartphone-App. Eine nette Dame im Videochat fordert dann zu etwas Akrobatik mit dem Perso oder Reisepass vor der Smartphonekamera auf. Will sagen man muss mit dem Perso auch Wedeln wegen des Hologramms etc.

Als ich mich früher einmal für eine Kreditkarte identifizieren sollte, hatte die Bank leider einen Video-Postident nur für EU-Staaten zugelassen, so dass ich das nicht machen konnte. Die umfirmierte CITIBANK hatte dann allerdings diese Bank gekauft und die Citibank kannte mich schon, so dass sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Immer wird Postident über Video also nicht akzeptiert; jedenfalls damals.

Doch zurück zum Thema: Die Epost kann auch genau wie Digitalkasten.de die Post im Browser anzeigen, wenn man das für 24 Euro bucht (Digitalkasten: 20 Euro) und ermöglicht einem auch das Erhalten einer Gratis-Faxnummer und die Browsersicht auf die empfangenen Faxe. Für letzteres nutze ich simple-fax.de, was übrigens einwandfrei funktioniert; einmalig 25 Euro gezahlt und offenbar unendlich lang bekomme ich Faxe als Email. Beide Dienste können auch Faxe versenden.

Sonst brauch der Auslandsdeutsche nur noch einen guten Paket-Weiterleiter, so dass man mit deutscher Adresse bei Amazon und Ebay alles bestellen kann und für Porto plus kleine Bearbeitungsgebühr das Paket auch an den Assturban der Welt weitergeleitet bekommt: alles außer Kaffee und Alkohol. Waffen, Tiere etc. natürlich auch nicht: Mailboxde.com, ein Super-Unternehmen.

Fehlt bloß noch ein guter Mobilfunkanbieter ohne Grundgebühr, der keinen Mindestumsatz bei den Gesprächen verlangt und buchbare Datenpakete hat, die man wieder abbestellen kann. Hier kann ich Blau.de sehr empfehlen.

UPDATE: Seit neuestem blockiert Blau.de offenbar taiwanische Internetprovider. Jedenfalls komme ich weder mit Handy noch in der Firma auf die Blau.de-Seite. Es wird ein Drop der Verbindung ohne Rückmeldung gemacht, so dass der Browser lange versucht zu laden. Die Lösung ist über ein kommerzielles VPN oder einen kommerziellen Proxy zu gehen, so dass Blau.de (oder der entsprechende Provider) keinen taiwanischen Absender meiner Datenpakete sieht. Als zahlender Kunde habe ich da auch kein schlechtes Gewissen, schließlich will sich Blau ja vor chinesischen Hackern schützen und ein solcher bin ich wahrlich nicht. Verursacht wieder unnötige Zusatzkosten.





Dienstag, September 19, 2017

Religions-Rythmus, wo man mit muss

Sehen Sie sich die Bilder an und fühlen sie, wie die göttliche Inspiration in Sie fließt. Am Ende sind auch sie überzeugt vom Buddhismus in Taiwan. Oder wie immer man diesen Buddha-China-Konfuzius-Mix hier nennt.

 Auf geht's...

 Ich bin überzeugt ich kann Sie aus dem Dunkel der Ignoranz führen...
 ... hinein ins Licht der wahren Religion mit ihren unzähligen durchnummerierten Göttern.

 Da rechts geht's lang auf dem Weg zur Erleuchtung. Nehmen Sie sich noch einen Pflaumensaft und Trockenfleisch mit auf den Weg, beides in Plastik...

 "Wenn's rumst noch ein Meter" ist die alte Autofahrerregel und das gilt auch hier inmitten von Knalllörpern und Pulverdampf wie auf einem syrischen Marktplatz...

 Desto rumms und stink, desto heiliger, scheint hier das Prinzip zu sein.

 ...
 ...
 Hier schon mal der Lampenwechsel zur baldigen Erleuchtung der Suchenden.

 ... Vorbei am House of the Rising Lampion...
Haben Sie noch ein wenig Geduld...
...Der freundliche Alien weist den Weg...

 ...


Vor der Erleuchtung erst noch schnell bezahlen... muss sich ja lohnen der Tempel...


 Hier wenn wir uns umdrehen...



 ... und den Blick richtig fokussieren... Dann sehen wir...

 ..Lalf Lee-Gel, den großen Produzenten und Showman Taiwans! Hier voll im Groove und am Swingen was die Betelnuss aushält.


Wenn Sie jetzt noch nicht im religiösen Groove sind, so direkt neben dem Tempel, dann kann Ihnen keiner mehr helfen.
"Buddha akbar", da besteht keine Frage.

Montag, September 18, 2017

Landtagswahl NDS: Briefwahl kaum möglich

Gerade bescheid bekommen: Als Weit-weg-Wähler wird es wohl nichts mit der Briefwahl

Am 15. Oktober wird in Niedersachsen gewählt. Ich habe gerade das Bürgerbüro meiner niedersächsischen Kleinstadt um Zusendung der Briefwahlunterlagen gebeten. Allerdings wurde ich informiert, dass sie erst ab 29.09. versenden können, weil vorher noch keine Stimmzettel vorliegen.
Da die Post mindestens 2 Wochen braucht, wird es dann nichts für mich mit der Niedersachsenwahl. Na ja, die lokale Ausgabe von Merkels Blockparteienfront wird sich auch ohne meine Hilfe wählen lassen denke ich ;-)

Freitag, September 15, 2017

Wenn es dunkel wird...

Immer wenn das Licht zu schwach ist im Tempel überlege ich, ob nicht doch was dran ist an der hiesigen Religion...


Und keine dummen Witze machen...


... sonst kommt am Ende noch die POLIZEI, hier veritabel gesehen in den Straßen von JangHua, oder wie immer man das schreibt. War es glaube ich.


Donnerstag, September 14, 2017

Demokratie nichts für Asiaten

... schreiben die neunmalklugen Kommentatoren auf Spiegel-Online

Spiegel-Online hat einen interessanten Bericht über den weitgehenden Abbau der Zivilgesellschaft in Kambodscha und den Regierungskurs hin zu völliger Diktatur unter chinesischer Führung: http://www.spiegel.de/politik/ausland/kambodscha-china-kommt-die-demokratie-geht-a-1167432.html 


Der Spiegel beklagt die Abkehr von der letzten demokratischen Fassade und von westlichen Werten in dem nach dem Ende der Roten Khmer immer schon recht autoritär regierten Land. Weil jetzt Kredite ohne Vorbehalte aus der VR-China zur Verfügung stehen.

Bizarr finde ich, wie selbstgerecht und neunmalklug sich die Kommentatoren äußern und sich offenbar einig sind, dass "Asiaten" eben nicht so einfach westliche Werte - will sagen Demokratie und Freiheit - übernehmen sondern ihre eigene Kultur haben. Die alte Mähr vom mit fremden Kulturen nicht kompatiblem westlichen Demokratiesystem, die auch immer wieder die KP der VR-China rezitiert.
Da kommt einem schon die Galle hoch, wenn man in einer prächtig funktionierenden asiatischen Demokratie sitzt (Taiwan aka Republik China ohne "Volks" davor) wo alte chinesische Kultur und Demokratie perfekt zusammen passen. Und eine entwickelte Zivilgesellschaft mit Demos und Bürgerinitiativen. Japan und Südkorea gibt es ja auch noch.

Oder ist Asien doch voller "edler Wilder", die so mit ihren asiatischen Werten beschäftigt sind, dass sie zwangsläufig einen Diktator brauchen? Was meinen Sie?


Donnerstag, September 07, 2017

Keine Wahlunterlagen gekommen (UPDATE)

Leider keine Briefwahlunterlagen bekommen. Aber Merkel wird auch ohne mich Präsidialkanzlerin

Auch nach 3 Wochen noch keine Briefwahlunterlagen vom lokalen Kleinstadtwahlbüro in Niedersachsen erhalten. Bin ja in Deutschland gemeldet mittlerweile, daher ist der Versandt nicht über die deutsche Auslandsvertretung gelaufen. Gut, meine Wahllust hält sich sowieso in Grenzen.

Meiner Meinung nach könnte man die mögliche Auswahl so eingrenzen:

1) BLOCKPARTEI (CDU/CSU/SPD/Grüne/FDP)

2) BLOCKPARTEI light (aka Linke)

3) NAZI light

4) Unsinn (NAZI, Biertrinkerpartei, ...)

Auch die Linke sehe ich eher als Blockpartei, weil sie zumindest die umstrittene Flüchtlingspolitik mit unterstützt. Die Hauch-Kritik der FDP an selbiger nehme ich dem wetterwendigen Verein schlichtweg nicht ab.

Klar, dass es keinen großen Wahlkampf gab. Schulz will das selbe wie Merkel, da fällt es ihm schwer klar zu machen, warum man ihn wählen soll.

Was fehlt ist eine echte konservative Partei, die die alte Bundesrepublik -konservieren- will. Aber davon ist weit und breit nichts zu sehen.

Also gut, dann wählt man ohne mich. Viel Spaß. Und der Wahlabend wird super spannend. Geht ja nur noch darum, in welcher Konstellation Merkel Kanzlerin wird. Und dann geht der Kurs weiter Richtung DDR-light, mit weiterer Einschränkung der Meinungsfreiheit, wo sich gerade die SPD immer hervortut.

Wenn die am Wahlabend eine 1 vorne hätten, das wäre wirklich eine nette Sache.

UPDATE: Wahlunterlagen noch gekommen, offenbar ein Irrläufer über England. Die Royal Mail hat den Brief am 22.08. netter Weise nach Taiwan geschickt. Tipp on the hat rüber auf die andere Insel. Werde nie erfahren, ob meine gerade abgeschickten Unterlagen noch rechtzeitig ankommen...
Edit: Googlesuche ergibt, dass "TNT" alles über die GB-Adresse verschickt...


Dienstag, September 05, 2017

Die Taiwan-Nordkorea Connection

Kurzinfo: Offenbar ist Taiwan der Handelspartner Nr. 4 von Nordkorea, nach VR-China, Indien und den Philippinen. Rechtlich einwandfrei, schließlich sind es UN-Sanktionen, die Handel (aber nicht allen Handel) mit Nordkorea einschränken und Taiwan aka die Republik China wurde 1971 aus der UN geworfen, als federführend durch die USA und Nixon die VR-China die Republik-China/Taiwan als das diplomatisch anerkannte "China" abgelöst hat.

Quelle: https://www.taiwannews.com.tw/en/news/3245709

Einer persönlichen Meinung enthalte ich mich hier.

Edit: Und Nr. 5 ist Frankreich mit kaum weniger. Wir reden hier aber nur von einem Handelsvolumen von ca. 11 Millionen USD. Das kostet schon das Haargel vom dicken Kim pro Monat. Nasenhaare mitgerechnet.


Freitag, September 01, 2017

Korea-Krieg imminent?

Kommt der Krieg mit Nordkorea?

Meiner Meinung nach Ja. Zwar ist Krieg fast immer für beide Seiten unlogisch, aber Menschen verhalten sich eben nicht immer logisch. Emotionen treiben Menschen und eben auch Staatsführer in der Regel stärker an als Logik.
Außerdem ist die Präsidentschaft vom i.A. als halbverrückt angesehenen Donald Trump eine gute Gelegenheit für die USA, die atomare Bedrohnung amerikanischer Städte durch Nordkorea ein für alle Mal auszuschalten. Hinterher wird die Welt einen moralisch Schuldigen auch in den USA suchen. Und wer ist da ein besserer Sündenbock als der ohnehin von weiten Teilen der Menschheit verachtete D. Trump. Es wird vermutlich das größe (einzelne) Massaker (bei der Schlacht um Seoul) seit dem WK2 stattfinden. Und wenn Seoul ein Blutbad wird, wird es bequem sein mit dem Finger auf Trump zu zeigen (mehr noch als auf Kim Jong Un) - ohne dass das republikanische und demokratische Establishment (allzu) viel von der Schande einen Krieg zugelassen zu haben mitbekommt.

Südkorea, allerdings die Insel Jejou oder wie immer man das schreibt im Süden...


Wie könnte der Krieg ablaufen?

Etwa könnte ein symbolisches Beschießen der Gewässer um die US-Schutzzone Guam einen begrenzten US-Angriff auf Nordkorea auslösen. Sensationell guter Artikel zu Koreakrieg-Szenarien hier: https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/07/the-worst-problem-on-earth/528717/
Die Antwort Nordkoreas auch auf einen begrenzten Schlag wäre vermutlich ein Angriff auf Seoul. Die Eskalationsspirale dreht sich weiter und am Ende findet ein Full-Scale-Angriff auf die südkor. Hauptstadt Seoul statt, bei der gängige Prognosen zwischen Zehntausenden (vermtl. unrealistisch wenig) und Millionen(!) Toten allein in Seoul ausgehen.

Die i.A. als überlegen angesehenen US- und Südkorea-Verbände werden dann vermutlich nach Stunden oder Tagen die Raketen- und Geschützstellungen ausgeschaltet haben und Seoul hat etwas Ruhe. Worst-Case-Szenarien gehen von versprengten kleineren Truppenteilen in Seoul aus, die mühsam im Häuserkampf besiegt werden. Danach gegehen Beobachter (s.a. Artikel oben) von einem langsamen und mühevollen Ausschalten des nordkor. Militärs aus, das sich in Bergstellungen eingegraben hat, aber keine zweite Attacke auf den Süden mehr fertigbringt.

Könnte Taiwan/Taipei hineingezogen werden?

Durch radioaktiven Fallout fast sicher, wenn (nicht ganz unwahrscheinlich) zu Nuklearwaffeneinsatz kommt. Wahrscheinlich ist, dass Nordkorea auch Tokio und die US-Basen auf den Philippinen angreift, etvl. mit A- oder C-Waffen. Einen direkten Angriff auf Taipei könnte ich mir nur dann vorstellen, wenn China Nordkorea einnehmen würde, etwa um einer US-Besetzung zuvor zu kommen. Dann könnte ein gegen China und die USA kämpfender Kim auch chinesische Städte angreifen. Wahrscheinlich wird der unklare Zustand zwischen USA und China, den Taiwan einnimmt, jedoch als Schutz gegen einen direkten Angriff ausreichen.

Und hinterher?

Keine Ahnung. Ein last-Minute-Deal zwischen USA und China könnte dafür sorgen, dass der Norden Nordkoreas chinesisch wird während Südkorea den nordkoreanischen Streifen mit auf Seoul zeigenden Geschützen (30km Entfernung von Seoul) einnehmen dürfte o.ä.
Alles besser als ein theoretisch möglicher Dritter Weltkrieg, wenn Chinesen und Amerikaner in Nordkorea aufeinanderrasseln sollten...

Hoffen wir, dass dies einer der Artikel ist bei denen ich hinterher denke: Den hättest du dir auch sparen können...


Edit: Im Pulverdampf eines Koreakrieges könnte natürlich die VR-China schnell Taiwan annektieren. Nicht ganz unlogisch.

Schöne Aussicht

"Great Sights", etwa "Schöne Sehenswürdigkeiten" oder "Schöne Aussicht" steht an dem Touristenbus ;-) Der Hintergrund sind die typischen schlichten Plattenbauhäuser, die immer noch einen Großteil der Bebauung hier ausmachen.


Geht natürlich auch hübscher, gar nicht weit davon entfernt. Auch wenn es fast immer etwas sehr voll und gedrängt ist in Taiwan. "Great Crowds" träfe es eher...

Dienstag, August 29, 2017

Amazon Prime, Kindle Unlimited (nicht) für Auslandsdeutsche

Amazon Prime bietet u.a. viele Videos zum gratis Anschauen, Kindle Unlimited viele gratis E-Books zum Ausleihen...

Um es kurz zu machen: Kindle Unlimited lässt einen viele direkt bei Amazon verlegte Billigtitel und einige interessante ältere Romane etc. lesen und man kann zwischen Zeitschriften wie "Toilettenwoche", das Fachmagazin für den Klemptner und "Keys", einem Musikfachmagazin wählen (eines von beiden habe ich mir ausgedacht). Funktioniert auch mit Standort Taiwan. Werde meine Probemitgliedschaft allerdings wieder kündigen. Denn neue und interessante Romane kosten doch wieder $$$.

Interessant: Spectrum der Wissenschaft. Hier war es sehr informativ den Artikel über das ca. 1000 Lichtjahre entfehrnte Sonnensystem zu lesen, bei dem manche Wissenschaftler ernsthaft künstliche riesige Sonnenkollektoren oder deren Bruchstücke vermuten, die unregelmäßig den Fixstern verdunkeln. Nett auch ein Oldtimer-Magazin, das mir ein Wiedersehen mit einem quietschgelben 5er BMW* aus den 70ern brachte, den mein Vater einst gefahren war.


Amazon Prime wäre da schon interessanter. Zwar kostet "Game of Thrones" wie viele Top-Serien auch wieder Geld und sogar der Klassiker "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" (unvergesse Mireille Darcs Rückenausschnitt) kosten Geld, aber es würde sich lohnen um für Junior deutschsprachige Kindervideos zu laden. Allerdings war ich nur ganze 70 Sekunden Probemitglied. Denn bei jedem Video kam "an ihrem Standort nicht verfügbar". Um richtig Streamen zu können würde ich also einen kommerziellen Proxy oder ein kommerzielles VPN brauchen, was die Kosten etwa verdoppeln würde. Also gleich wieder raus**.
Übrigens: Videos leihen oder "kaufen" (dauerhaft verfügbar) funktioniert auch von Taiwan aus.

 Die haben noch kein Amazon Prime. Die müssen selbst für Unterhaltung sorgen.


Mireille Darc ist nebenbei bemerkt die Tage gestorben. Da kann man richtig depressiv werden.

P.S.: Amazon Videos kann man nicht auf der Festplatte speichern. Dann aber wieder doch mit Third Party Software. Aber da darf man auf teutschem Boden oder nach teutscher Jurisdiktion wohl nicht mal mehr drüber schreiben. Also lassen wir das hier.

* So viel Fortschritt gab es wohl nicht seit 1974. Der BMW 520i von damals hatte einen (allerdings mechanischen) Einspritzer mit 2 Litern Hubraum, 130 PS und einer Beschleunigung von 11.5 Sekunden auf 100 und einem Vmax von 185 km/h. Auch der Verbrauch von ca. 9l/200 im (DIN-) Drittelmix hielt sich in Grenzen. Allerdings hatte die Kiste immer geruckelt beim Gaswegnehmen, was BMW damals nie in den Griff gekriegt hatte. Die Zeitschrift hatte hingegen den 528 getestet, der einen Hauch bessere Fahrleistungen und viel mehr Verbrauch hatte.

** oder vielleicht mache ich es den Probemonat mal ;-)

Mittwoch, August 23, 2017

Taiwan-Syndrom gelöst

Mein mysterieuses Taiwanleiden scheint gelöst...

(Vielleicht gibt es ja noch mehr Leute mit Problemen wie ich sie hatte)

Zwei Leuten habe ich zu danken. Einer deutschen Bekannten in Taiwan und einem Blogleser. Erstere hat mir chinesische traditionelle Medizin gegen meine anhaltenden Nasennebenhöhlenbeschwerden (frei, aber Druck und Kopfschmerzen, Dauerlaufen) empfohlen. Und der Leser hat mir in den Kommentaren eine Nasendusche mit vorgefertigter Salzlösung empfohlen.

Jetzt wende ich beides regelmäßig an - und die Beschwerden sind weitestgehend verschwunden. Ausgelöst worden ist das Problem wohl im Sommer von den in Taiwan meist extrem kalt und zugig daherkommenden Klimaanlagen, die meine Nebenhöhlen reizen. Im Winter hat man heizungsloserweise leider auch oft kalte Zugluft, die wohl ähnliches auslöst.

Die Beschwerden waren bei mir im Laufe der Zeit recht extrem geworden. Der Kopfschmerz wurde zur Dauermigräne, Nackenschmerzen kamen hinzu die anfingen den Rücken runter zu wandern. Austretendes Sekret schlug mir auf den Magen, der dann als veritable Magengrippe schrittweise aufhörte zu funktionieren, so dass ich sowohl im Magen als auch im Kopf veritables Schwindelgefühl hatte. Antibiotika half, aber nur solange ich die Tabletten nahm und das mit fallender Tendenz. Einnahme von Salz und Saurem konnte die Beschwerden lindern.

Taiwans HNO-Ärzte waren da überfordert und unterstellten mir teilweise Einbildung der Symptome. Es waren eine deutsche Apothekerin und ein deutscher HNO-Arzt, die sofort auf Klimaanlage tippten. Daheim in Niedersachsen brauchte ich nur 1x Antibiotika und das Problem war weg. Nicht so in Taiwan. Ganz kann man sich der Klimaanlagenzugluft bei bis zu 40 Grad im Schatten nicht entziehen, aber mit der Nasendusche und dem vom chinesisch-traditionellen Arzt verschriebenen Pulver (Baumrinde mit Süßholz* dem Geschmack nach) ist das Problem weitestgehend gelöst.

Nasenduschen gibt es in Deutschland etwa bei DM samt den Salztütchen dazu.

Bin froh, mein Taiwansyndrom einstweilen los zu sein. Meine zahlreichen Blogartikel, in denen ich die diverse Nahrungsmittelskandale Taiwans als Ursache meiner (Magen-)Beschwerden vermutet habe, lagen dann wohl daneben ;-)

* Baumrinde könnte Acetylsalicylsäure enthalten aka Aspirin, Süßholz soll antientzündlich wirken

P.S.: Das ist das Problem mit Bloggern, die zu lange bloggen: Irgendwann empfiehlt man Nasenduschen und Gehstöcke mit eingebautem Smartphone... ;-)

Freitag, August 18, 2017

Mein Kampf (mit dem digitalen Briefkasten)(Update)

Eine Option für Expats. Noch in den Kinderschuhen

Digitalkasten.de will es ermöglichen, dass man etwa bei Auslandsaufenthalt die Post eingescannt per Webseite lesen kann. Bei mir funktioniert das noch nicht so recht. Wer sich auch dafür interessiert, kann meinen Kampf mit dem Digitalkasten sozusagen live mit immer neuen Updates HIER verfolgen. Vielleicht sollte ich ein Gehalt als Beta-Tester kriegen anstatt für den Service zu bezahlen. Wo jetzt meine jüngste Post gelandet ist, ist auch noch die Frage...



Wer suchet, der findet auch die verschwundene Post irgendwann...

UPDATE: Nach mehrfachem Kontaktieren des Supports geht es wieder. Die Post vom 21.08. ist gekommen. Aber wo ist die Post für den Zwischenzeitraum, 10.08. bis 20.08.? Derzeit verschollen...

Neben Digitalkasten.de bietet auch die Deutsche Post selbst diesen Service. Ich denke, ich werde beim nächsten Heimaturlaub auf die Post wechseln, es sei denn, dass der Digitalkasten von nun an läuft...

Dienstag, August 08, 2017

Watt also wählen (kriege bald die Briefwahlunterlagen)

Ob ich noch die Briefwahlunterlagen rechtzeitig kriege?


Erst war ich ja in Deutschland und wollte daher in meiner niedersächsischen Heimatstadt wählen gehen zur Bundestagswahl. Doch nun sitze ich wieder in Taipei. Habe daher mein Kleinstadt-Bürgerbüro in Niedersachsen gebeten, mir die Briefwahlunterlagen zu schicken, was sie auch prompt tun. Leider besteht natürlich die Gefahr, dass ich den 20. September postalisch verpasse. Aber für den Fall, dass meine Stimme doch noch rechtzeitig eintrifft, was soll ich wählen? Bitte Vorschläge in den Kommentaren.

Soweit habe ich folgende Möglichkeiten ermittelt:

1. Merkel
Also klassich CDU/CSU wählen

2. Merkel
FDP wählen, die dann wenn sie gebraucht wird evtl. in einer Jamaika-Koalition Merkel unterstützt. Andernfalls auch nicht viel Opposition macht im Parlament. Aber vielleicht mal grummelt.

3. Merkel
SPD wählen, nicht den Schwachsinn glauben, dass Schulz (der eh mit Merkel fast völlig politisch übereinstimmt) eine eigene Mehrheit kriegt und daher die große Koalition wählen.

4. Merkel
Grüne wählen, die als Koalitionspartner für Merkel bereit stehen und sonst sowieso für Merkel sind.

5. Nazi-light
Es ist sicherlich verboten, die AfD als "Nazi-light" zu bezeichnen. Aber rein persönlich verbuche ich die AfD eben genau so. In dem Sinne wie man vielleicht eine Biersorte als "Schädelpils" im Kopf hat, auch wenn das keine juristisch akzeptable Bezeichnung ist.

6. DDR-light
Linkspartei. Stimmten auch mit Merkels unsäglichem Herumgewurstel namens "Flüchtlingspolitik" überein und mögen sonst Putin gerne.

7. Unsinn
Echt "Nazi" wählen (mache ich aber natürlich nicht) oder Zentrum oder ÖDP oder solchen Unsinn als Protest.

Was würden Sie raten?

Hmmm.... vielleicht ist es doch egal, ob die Briefwahlunterlagen rechtzeitig kommen oder nicht.
 
EDIT: Mist, danach gleich noch mal wählen. Der "King in the North" Stephan Weil (SPD) ist von einen blonden Frau gestürzt worden...

Sonntag, Juli 30, 2017

Briefe digitalisiert kriegen? Funktioniert nicht! (UPDATE: Doch! Klappt jetzt)(UPDATE: Und wieder nicht)

Das Startup Digitalkasten.de funktioniert bei mir jedenfalls nicht

Es klingt für Leute wie mich, die derzeit überlegen zwischen Deutschland und dem Ausland zu pendeln sehr verlockend: Das Startup Digitalkasten.de will für 20 Euro Flatrate im Monat alle Post einscannen und einem als Email schicken [Korrektur: Als PDF per Webseite zur Verfügung stellen]. Nur Pakete sind natürlich ausgenommen.

Führte sofort zu der Frage: Was ist mit dem STERN, der daheim per Post ankommt? Antwort vom Support: Da werden Vorderseite und Rückseite gescannt und ich kann über die Webseite entscheiden, ob ich ihn (wie auch alle digitalisierten Briefe) in einer Sammelsendung zu mir schicken lasse oder vernichten lasse. Soweit so gut, auch wenn es Zusatzkosten macht, 2.50 Euro plus Porto. Alle heftartigen Dinge werden so behandeln.

Nächste Frage: Was ist mit dem Zeug, das über CITIPOST bei uns ankommt. Antwort vom Support: Der Service funktioniert nur mit der Deutschen Post. Also schon mal unbefriedigend. Dahinter steht, dass die Deutsche Post einen Nachsendeauftrag möglich macht, CITIPOST wohl nicht.

Dann fragte ich mich, wie das bei unserer Einfamilienhausadresse mit den diversen Vornamen klappen soll. Wir kriegen ja Post etwa mit folgenden "Vornamen":

Anton
Thomas
Sabine
Eheleute
Familie                .......... Meier

(Namen geändert). Auf der Anmeldung von Digitalkasten.de kann ich aber nur einen Vornamen angeben. Also gab ich einen String an wie "Anton/Thomas/Sabine/Eheleute/Familie", was aber offensichtlich nicht funktioniert hat. Ab dem 24.07. (Mo) sollte die Post digital kommen, jedoch blieb mein Postfach auch am 28. (Fr) noch leer. Der Digtialkasten.de hat mir schon eine Rechnung geschickt. Als ich gleich mit Bitte um technische Klärung wegen Nullfunktion zurück schrieb, bekam ich an diesem und nächsten Tag keine Antwort. "Leo@..." fand ich schließlich im Web und er wollte sich dann "in wenigen Minuten" zurückmelden. Hat er aber nicht. Daher habe ich ihn nun gebeten, meinen Account zu deaktiveren, die Problematik aber trotzdem zu klären. Dann kann ich ja einen neuen Account aufmachen.

Mein Verdacht ist, dass sich niemand um multiple Vornmaen bei Einfamilienhäusern Gedanken gemacht hat. So ganz trivial ist die Problematik ja nicht. Wohne ich in einem Wohnblock mit 100 Parteien und gibt es mehrere Meiers dort, wäre ja ein Forwarding sämtlicher Vornamen in Kombi mit dem Familiennamen fatal. Ergo kann man wohl nur einen einzigen Vornamen pro Account haben - soweit meine Vermutung. Obige Kombo für Anton...Familie würde also möglicherweise 5 Accounts a 20 Euro brauchen. Geht so gar nicht.

Also liebes Startup Digitalkasten.de, einfach noch mal drüber nachdenken. Wie wäre es, wenn man gegen Perso-Kopie auch andere Vornamen unter der selben Adresse zu sich forwarden könnte? Von mir aus für 2 Euro extra im Monat? Aber einfach noch mal nachdenken.

Soweit hat Digitalkasten.de bei mir die Note "funktioniert nicht", was eine Schulnote ergäbe, die eher weit unten ist.

Ich mache ein Update, wenn der Support sich bei mir meldet.

UPDATE: Auch am Montag Mittag noch keine Antwort auf meine Supportanfrage vom Donnerstag. Keine technische Info. Habe mittlerweile gebeten den Account zu deaktiveren und Kündigungsfrist anzugeben.
Nicht nur, dass ich mich aus der Ferne um die Post zu kümmern, jetzt muss ich auch noch um Digitalkasten.de kümmern.

UPDATE2: Support zeigte sich hoffnungsvoll, dass es nach noch ein paar Tagen mehr auch funktioniert und mittlerweile geht es! Die Digitalpost kommt! Man muss also ggf. mit 2 Wo. Vorlauf rechnen statt mit ein paar Tagen, wie auf der Webseite angegeben. Es kommen offenbar auch alle möglichen "Vornamen" und nicht nur der meinige...

UPDATE3: Am 09.08. habe ich von der Funktion Gebrauch gemacht, mir einen Teil der Post doch (als Paketsendung) nach Hause nach Deutschland schicken zu lassen. Grund war, dass meine Mutter zu Hause einen Otto-Katalog erhalten sollte und dass ich einen kleinen Artikel, der per Brief gekommen war, nicht monatelang gebührenpflichtig bei DIGITALKASTEN.DE lagern wollte. Eigenartigerweise habe ich seither (heute ist der 17.08.) keine Post mehr im Digitalkasten, obwohl bei mir zumindest jeden zweiten Tag Post kommt. Auch der wöchentlich erscheindende STERN hätte längst dabei sein müssen. Er würde dann nur mit Deckblatt und Rückseite gescannt und ich würde ihn in Hardwareform nach Hause schicken lassen. Aber nun hat sich der Account offensichtlich deaktiviert. Ich warte auf die Antwort vom Support...

UPDATE4: (18.08.2017): Der Support hat sich diesmal nicht per Email, sondern in einem Supportportal gemeldet, das nicht so einfach verlinkt ist, so dass ich es erst jetzt gefunden habe. Dort schiebt es der Support auf die Deutsche Post. Da seit dem 09.08. keine Post mehr digitalisiert wurde, aber praktisch täglich Post kommt, muss man wohl das Fazit ziehen, dass der Service nicht wirklich funktioniert. Der Support schlägt vor, ich solle mich bei der Deutschen Post beschweren.
Erstmal werde ich feststellen lassen, ob daheim noch Post ankommt oder nicht. Möglicherweise verschwindet alle Post zur Zeit im Schwarzen Loch!
Soweit Schultnote 6, denn es gibt nicht nur Mängel, sondern vor allen Dingen undefinierte Zustände, bei denen man keine Ahnung hat was los ist.
Hat jemand die Telefonnummer von Postminister Gscheitle? Oder ist der nicht mehr aktuell?

UPDATE5: (21.08.2017): Nachgefragt, zu Hause kommt keine Post mehr an. Im Digitalkasten aber auch nicht. Der Support sagt, ich solle mich von Taiwan aus bei der Deutschen Post beschweren. Dabei ist mein Vertragspartner der Digitalkasten! Was ist mit Rechnungen? Wir sind postalisch überhaupt nicht mehr erreichbar und das alles dank Digitalkasten. Eine blanke Katastrophe!!!
Edit: Der Support gibt jetzt an es läge an der oben angesprochenen Vornamensproblematik und hofft, dass ich meine negative Kritik bei "Trustpilot.de" verbessere. Ich habe erwidert, dass ich die verbessere, wenn die Post ankommt ;-)

UPDATE6: (22.08.2017): Die Post vom 21.08. ist jetzt im Digitalkasten. Aber wo ist die Post für den Zeitraum 10.08. bis 20.08.? Laut meiner Mutter ist sie daheim nicht angekommen. Werde mich nach Alternativen zu Digitalkasten.de umsehen, sowie ich wieder in Deutschland bin. Es sei denn, von jetzt an funktioniert alles reibungslos. Aber der Verlust von 10 Tagen Post, der höchstwahrscheinlich stattgefunden hat, ist eine herbe Sache.

UPDATE7: (29.08.2017): Offenbar geht es wieder nicht, nachdem ich mir wieder habe Post zuschicken lassen als Hardcopy. Auch wenn der Support es bestreitet scheint diese Funktion den Scandienst abzuschalten. Auch wenn man leider darauf keinen Hinweis im Profil sieht. Ein "Dienst abgeschaltet" wäre sicher eine sinnvolle Sache. So muss man immer wieder den Support kontaktieren. Der Digitalkasten ist für mich eine Quälerei und ich freue mich richtig auf das Kündigen des Accounts, um mich an die Post direkt zu wenden, die auch einen Digitalisierdienst anbietet.

UPDATE8: (07.09.2017): Seit geraumer Zeit funktioniert es einwandfrei. Dank an den guten Support.


Montag, Juni 12, 2017

Ludigel hinterrücks angegriffen in Taipei (Auflösung)

Angriff auf meinen Hinterkopf. Was steckt dahinter?

Gestern Nähe NeiHu, Taipei. Ich hatte gerade auf einem Schulhof ein bisschen Sport getrieben - sehr ungewöhnlich für mich - und meine Frau war prompt beleidigt mit Junior abgedampft (versuchend ein Taxi zu nehmen, aber später feststellend, dass sie kein Geld dabei hatte und vergebens eine Stunde mein versehentlich auf Nicht-Stören gestelltes Handy anrufend), da ging ich noch schnaufend eine ruhige Seitentraße Richtung Parkhaus lang. Ein Hof hatte dort viele schöne Bäume und die Baumkronen spendeten auch auf der bürgersteiglosen Fahrbahn angenehmen Schatten - da passierte es! Irgendetwas traf mich mit Schmackes am Hinterkopf! Hatte mich ein erzürnter Taiwaner (Frau? Jemand anders) von hinten mit irgendetwas über den Kopf gehauen? Fühlte sich etwa so an, als ob jemand einen Stapel gebürgelter Oberhemden vom 2. Stock auf einen wirft. Verblüffend, aber nicht wirklich unangenehm. Ich drehte mich um und sah den Angreifer. Wer war es?

A) Hatte meine Frau mich doch noch gefunden und ihre Handtasche geschleudert?

B) Hatte ein tätowierter LKW-Fahrer sein Anrecht auf seinen Stamm-Parkplatz gegenüber einem unverschämten Fussgänger mit dem Wurf der Aufputschmittel-Flasche (eingewickelt in die Morgenzeitung) verteidigt?

C) Etwas ganz anderes?

Update später, Mutmaßungen bitte in den Kommentaren.

Seid Vorsichtig. It's a Jungle out there.

Und die Auflösung: Als ich mich umdrehte sah ich ... gar nichts. Kein Wurfgeschoss am Boden, kein Mensch in der Nähe. Ich hatte anfangs tatsächlich gedacht, die im Straßenverkehr sehr leicht erregbaren Taiwaner hätten mich als Ziel einer Attacke ausgesucht, immerhin bewegt man sich in Taiwan als Fußgänger gegenüber PKW-Fahrern auf dünnem Eis. Einmal hatte mich eine Frau mit ihrem New Beetle regelrecht weggeschupst, als ich wie auch hier auf bürgersteigloser Straße unterwegs war. Ich musste zur Seite springen, als das am Fressstand anhaltende Auto einfach dort hin fuhr, wo eben noch meine Füße waren. Und einmal wollte mich ein mich ursprünglich zuparkender PKW-Fahrer einfach mit seinem Auto überfahren, als ich ihn wegscheuchte und selbst einparkte - kaum dass ich aus dem Auto ausgestiegen war. "Bist Du jetzt wieder einem Autofahrer im Weg?" fragte ich mich und dachte schon, er habe die Morgenzeitung geworfen oder etwas. Aber keine Zeitung war da und auch kein Auto weit und breit abgesehen von schon parkenden.
Meine Frau war es auch nicht, niemand war da ;-)

Dann dachte ich mich müsste jemand aus den Fenstern der Mietshäuser beworfen haben, aber ich war durch Baumkronen zu gut geschützt. Baumkronen! Da ging mein Blick nach oben. Da saß ein großer  Vogel mit grauem Federkleid mit weißen Sprenkeln, einem langen roten Schnabel und sah mich ziemlich wütend von hoch oben an! Das Tier war etwa katzengroß! Mir war sofort klar, dass Brutzeit sein musste und er wohl sein Nest verteidigte und mich als Bedrohung wahr genommen hatte. Ich war ihm gleich dankbar, dass er weder seine langen roten Krallen noch seinen langen roten Schnabel benutzt hatte, sondern mich nur fast sanft mit seiner weichen Unterseite weggedrückt hatte. Amüsiert zeigte ich ihm das "das war Spitze"-Symbol mit dem Daumen und gratulierte ihm zum gelungenen Überraschungsangriff. Dann ging ich meiner Wege - auch wenn ich mich vorsichtshalber noch mal umdrehte.

Vermutlich war es dieser Vogel (dessen blaues Ferkleid je nach Licht auch durchaus grau wirken kann): https://en.wikipedia.org/wiki/Taiwan_blue_magpie

Da kam mir der Gedanke, dass der vernunftbegabte Mensch in den Gassen Taipeis ein viel unangenehmerer Umgang ist als so ein Federvieh ;-)

Donnerstag, Juni 08, 2017

Neuer Böser-Weißer-Skandal

Dass die taiwanischen Medien sich "Weißbrote" in Taiwan herauspicken, um sie schlecht darzustellen, hat über die Jahre sicher das Bild von Weißen in Taiwan negativ verändert. Aber..

... ein junger Mann hat sich u.a. wohl beim Wegwerfen von Müll in der Öffentlichkeit gefilmt. Etwa bei der Entsorgung eines Getränkebechers auf einem Geländer o.ä., beim Kommentieren der Kleidung attraktiver junger Frauen und hat außerdem offenbar Fischbälle durch die Gegend geschossen in der Öffentlichkeit. Die man sicher auch nicht essen kann. Auch wenn meine Frau auch mal welche verkaufen wollte. Hust. Sicher kein optimales Benehmen und ohne sein Zeug selbst auf ZWITTER ... äh... TWITCH gesehen zu haben bin ich auch kein Fan von solchem Benehmen. Trinken in der Metro etwa ist hier verboten und die Metro ist wegen Ess- und Trinkverbots sehr sauber. Wenn er sich per Video selbst überführt muss er auch mit Strafen rechnen. Ob die offenbar (laut Twitter) verhängten 100 Stunden Sozialarbeit angemessen sind bezweifele ich eher. Aber er kann ja auch froh sein nicht in Singapur zu sein, da gebe es jetzt Senge auf den Allerwertesten. Was sicher noch weniger angemessen wäre.

Aber so richtig solidarisch kann ich nicht sein für das "Mitweißbrot".





Unerhört, junge Damen ablichten und kommentieren. Kopfschüttel.


Also bitte, das war ein fast ernsthafter Solidaritätsversuch für den Mit-Laowai. Was kann man sonst noch verlangen?

Ich kenne auch alles nur vom Hörensagen und übernehme für nichts eine Haftung. Möglicherweise gibt es ihn gar nicht und der Apple Daily oder das Next-Magazin hat ihn sich ausgedacht. Oder die Getränkedose hat ihn gezwungen sie wegzuwerfen. Oder hat nie existiert. Oder er hat sich mal eingeklemmt in einem der wenigen Mülleimer an den Bushaltestellen, die er nicht finden konnte und hat seither ein posttraumatisches Trauma gegen die Dinger. Oder... Ich weiß es wirklich nicht.

Mittwoch, Juni 07, 2017

Salz mir einen, Baby

Ludigels mysteriöses Taiwanleiden verschwand gestern nach Einnahme von Salz


Manchmal sind es einfache Mittel, die schnelle Heilung bringen. Nach einem Besuch in den herrlichen Philippinen klebte mir etwas an der Haut, das garstig juckte und nie richtig weg ging. Monatelang nahm ich Allergietabletten ein, die etwas linderten. Die Lösung war jedoch einfacher Tafelessig, mehrfach täglich drauf und binnen drei Tagen war der Zauber weg.

Oder mein typisches Taiwanleiden. Es ist so ein Syndrom, dem Ärzte ratlos gegenüber stehen und sich teilweise auf Allergie geeinigt haben. Insbesondere wenn ich fettige und ölige Speisen zu mir nehme, bekomme ich merkwürdige Symptome. Die Nasennebenhölen sind oft gereizt bis leicht entzündet, mir laufen Unmengen von Sekret in den Magen, der dann bisweilen mit Magengrippe-Symptomen ragiert. Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu weiteren Problemen kommen dazu. Grauslig. Verspannung des Nackens, Rückenschmerzen, alles was man will. Im Jahre 2015 hatte ich das besonders schlimm, so dass ich manchmal kurz vor der Ohnmacht stand. Mir half dann ein Notfallpack aus taiwantypisch schwach gesalzenen Kartoffelchips und Cola, das kurzzeitig Energie wieder herstellte.

Aber bitte mit Salz!

Gestern war es wieder recht schlimm und ich kroch auf dem Zahnfleisch zum Arzt. Die dort verschriebenen Tabletten lindern etwas, helfen aber auch nicht richtig. Unterwegs bekam ich Hunger und einen Japp auf Kartoffelchips. Diesmal nahm ich eine andere Marke, "Lay's basic" oder wie das hieß. Mir viel auf, dass die Packung deutlich mehr Salz enthielt als sonstige taiwanische Kartoffelchips. Ich aß dann die Packung wie im Wahn, als ob es das Köstlichste war was ich je gegessen hatte.

Binnen Sekunden ging es meinem Magen besser und binnen einer Viertelstunde verschwanden alle Symptome weitestgehend. Rückenschmerzen weg, Schwindel weg, Zug im Nacken weg, ein Wunder!

Ich habe mir jetzt gleich einen kleinen Plastiksack mit Salz fürs Büro gekauft und werde das Essen nachsalzen. Denn die Taiwaner essen kaum Salz. Das geht bis hin zu einer richtigen Salzfeindlichkeit. Europäisches Essen wird von Taiwanern regelmäßig als "versalzen" kritisiert. Mir kommen taiwanische Gerichte - sofern sie nicht ultrascharf oder einfach verpfeffert sind - immer wieder lasch vor. Auch "italienische" Nudeln hier schmecken fast nach nichts, egal mit welcher Soße. Weil der Taiwaner weiß, dass Salz vom Teufel selbst kommt.

Ihren Salzbedarf decken die Taiwaner offenbar durch Sojasoße und wohl noch durch Seetang, den sie recht viel futtern. Bei mir stand beides wenig auf dem Speiseplan die letzte Zeit. Ob ich einfach immer Salzmangel in Taiwan habe? In Zukunft salze ich mein Essen nach. Und höre mir dann die Warnungen der weisen Taiwaner an, die das mitbekommen. "Salz? Du nimmst so viel Salz? Da wirst du krank!"

P.S.: In Deutschland angekommen verschwinden die Symptome meist schon am ersten Tag ;-)

Montag, Juni 05, 2017

Shao Ren Guo, Taoyuan County

"Window on China" heißt der Shao-Ren-Guo - Park im Landkreis Taoyuan. "Kleine Menschen Land" auf Deutsch.

Idyllischer Eingang. Einfach mal hinsetzen für eine Stunde und die hektische Welt vergessen. Aber nein, ich bin durchgehastet mit der Kamera, meiner Frau hinterher...


Palästina ganz friedlich. Edit: Das Bauwerk daneben geht im Stil auf frühe mesopotanische Zeit, 2./3. Jahrhundert zurück, stellt aber wohl das Minarett einer Moschee in Samarra, Irak dar.

In Indien hatten Frau und ich nur Stress, etwa wegen den einen am Arm berührenden Leprakranken auf der Fußgängerbrücke. Im Halbdunkel doch nicht das Angenehmste, auch wenn es kaum ansteckend ist. Trotzdem viel stressfreier in Taiwan.


Das ist... na sie wissen schon.

Eine tolle Modelleisenbahn gibt es da auch, über das ganze Gelände...

Nur den Zug...

... habe ich trotz längerem Auf-die-Lauer-legen hier nie erwischt. Weil Frau mit Scheidung drohte zur Essenszeit.

Und wie klein alles ist, sieht man vielleicht erst auf den zweiten Blick.



Einige wiedergefundene Fotos

... irgendwo in Taipei City



June 2010.


Nicht wörtlich nehmen.

My favourite garbage tree.

Weiß noch dass es ein Geschäftsessen war vom Team, wo wir alle an einem langen Tisch saßen und alle unser Essen auf die Teller der Teamgenossen werfen mussten. Reihum und ich habe keine Ahnung was ich gegessen habe oder warum ich mir Würstchen bestelle und dann den verdammten Fisch von den ewig Fisch futternden Leuten auf dem Teller habe und vom Würstchen nur noch einen Endzipfel. Heute stehe ich bei sowas schon mal auf und setze mich in den nächsten Seven Eleven und esse in Ruhe ein Sandwich.

Nachtrag: Nach 7 Jahren ärgert es mich immer noch ;-)

Donnerstag, Mai 25, 2017

Gleichgeschlechtliche Ehe im modernen Taiwan: Pressemeldung

Kurz erwähnt: 

Die Taiwan-Berichterstattung deutscher Medien begeistert den Taiwan-Expat oft eher weniger. Selbst wenn man selber über Straßenverkehr, Smog und hektisch essende Taiwaner bloggt, nimmt man es übel, wenn Taiwan in Deutschland nur mit bizarren Geschichten in der Presse ist. Einmal etwa stand auf Spiegel.de die Story eines pfiffigen Priesters, der einem Gläubigen aus Gründen der magischen Kraftlinien zum Abholzen seines Wäldchens geraten hatte. Der Priester hatte schlichtweg Brennholz benötigt. Was immer zu kurz kommt in der Berichterstattung ist, dass Taiwan natürlich ein modernes demokratisches Land mit entwickelter Zivilgesellschaft ist. Positiv daher der heutige Spiegel.de-Artikel über die Same-Sex-Heirat, die Taiwan bald erlauben will. Auch sonst schneidet Taiwan gut in dem Bericht ab. Durchaus berechtigterweise, allem Exapt-Gemaule über Verkehr und Smog und Chemie im Essen zum Trotz. Gemaule, wovon dieses Blog hier sicher überreichlich hat. Ich gebe es ja zu.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/taiwan-oberstes-gericht-spricht-sich-fuer-homo-ehe-aus-a-1149200.html


Ob Sie lieber Damen oder Herren wählen, bleibt natürlich Ihre Sache

Montag, Mai 22, 2017

Irgendwo gibt es einen Spielplatz für Dich (Verkehrstod eines Kindes)

Der Nachbarschaftstratsch meldet den Verkehrstod eines kleinen Kindes, etwa 50 Meter max von meiner Haustür in NeiHu, Taipei, Taiwan.

Wir wohnen seit meiner Rückkehr nach Taipei im März in einer Mietwohnungsanlage, die zu den besseren der oft slumartigen Wohnblöcke bei uns in der Gegend gehört. Ein sehr breiter Bürgersteig ist bei uns vorm Haus, richtig eine Oase an der lokalen Hauptstraße. Und Grün gibt es bei uns im Innenhof.
Gehe ich aber 30 Meter nach links, fängt eine Budenzeile aus zeltartigen Verkaufsstellen an. Die schlimmsten sind schon weg. Seit sich die Verkehrspolizei bei uns seit zwei Jahren oder so für Falschparker interessiert und man immer wieder Polizisten auf Mopeds sieht, verschwand auch die Horrorbude unter den Verkaufsstellen. Das war ein düsteres stinkendes Zelt, in dem braungrün-verklebte Hühner in Käfigen vor sich hin schimmelten und einen entsetzlichen Gestank verbreiteten und ihre blau angelaufenen Leichenteile ungekühlt in der Sonne auf einem Tisch schmorten. Alte Frauen sahen sich interessiert die abgehackten Beine samt Krallen an und nickten dazu einfrig, während sie die Münzen aus ihren Geldbörsen holten. Lange Jahre war der Bürgersteig eklig schmal und so hielt ich meist die Luft an, wenn ich dort vorbei ging.



anderer Fall, selbe Ladenzeile: reglose Frau, Unfallfahrer beim Fotografieren

Heute ist der Bürgersteig verbreitert und der Horrorstand weg. Aber es gibt immer noch die Fischverwesung gleich neben an, wo in der prallen Sonne und Abgasluft direkt auf Auspuffhöhe Fische mit etwas Eis vor sich hin stinken. Dort an dem Fischstand war immer eine ganze Familie versammelt, die den etwa 2 Meter breiten Bürgersteig (gleichzeitig illegal Parkstreifen für Autos, Mopeds und quer gestellte Fahrräder) zu ihrem Spielhof erklärt hat. Wohl drei Kinder im Alter von 2-5 oder dergleichen spielten dort mit Wasserbecken aus Styropor, sowie die Fische raus waren, fuhren Dreirad uns spielten Ball. Direkt an der Fahrbahn, wo an der viel befahrenen Straße Autos mit eher 50 und 60 als den auf die Fahrbahn gemalten 30 durchfahren. Oft ging ich dort lang und dachte: "Wie gefährlich!" Wenn so ein Kleinkind mit dem Dreirad nah an den Fahrbahnrand fährt und die ganze Familie vor sich hin grinst und die Fische wäscht. Oder Radio hört. Handies hatten sie in der Familie wohl mal nicht, an denen man sonst in Taiwan die dreiviertel Lebenszeit seit 2010 verbringt. Aber irgendwie geht es immer gut. Denkt man. Die Kinder drehen brav am Bordstein um, die kleinen Kinderfüße hören auf Richtung Fahrbahn zu watscheln. Entweder von selbst oder die Großmutter kommt doch mal angerannt, um den falschen Richtungsvektor von Tod hin zu Überleben zu verstellen. Sprich das Kleinkind neu auszurichten, dass es auf die Bude zuläuft statt auf die Fahrbahn. Dann wieder Radio. Fische waschen. Vor sich hin lächeln. Ein einziges Mal habe ich vorbei gehend ein Kind blockiert, das Richtung Fahrbahn unterwegs war. Aber ich gehe nur im Sekundentakt da vorbei. Achte mehr wo ich hin trete als auf anderer Leute Kinder. Schließlich legen sie an der vorderen Fressbude ihre glatten Kochbleche aus den Öfen in die Gosse, stellen den Bürgersteig zu und bei Regen habe ich das spiegelglatte Blech einmal nicht gesehen und hätte mir fast den Hinterkopf aufgeschlagen, so sehr bin ich hingesegelt.

Man darf parken. Überall.

Taiwan wie es leibt und lebt. Und den Ausländer Ludigel auskichert, wenn er dort essen kaufen muss. Etwa, in dem man ihm einen falschen Preis nennt - absichtlich - und dann noch einen und noch einen und sich freut, dass alle Gäste mitlachen. Dann bin ich ein Jahr nicht mehr hin. Heute hat die Garküchenentertainerin selber kleine Kinder, die jetzt auch begroßmuttert auf dem kleinen Bürgersteig herum rennen.

An der Ecke ist vor ein paar Jahren eine alte Frau überfahren worden an der Fußgängerampel. Ich fotografierte den Fahrer, der die reglos daliegende Frau fotografierte und er sah mich böse an.

Nun ist eines der Kinder tot, vom Auto überfahren. Ich weiß nicht von welcher Bude. Aber dies Wochenende spielten dort mal keine Kinder. Doch als ich in unsere Straße einbog, brachte ich meinen Wagen komplett zum Stehen. Denn zwei kleine Kinder spielten direkt an der Fahrbahn in der Kurve, gerade noch auf dem abgesenkten Bürgersteig. Während die Eltern auf Einlass ins italienische Restaurant warteten und angestrengt aufs Handy guckten.

Dienstag, Mai 16, 2017

Kein Heulen in Taiwan (WanneCry / WanneCrypt)

Taiwan ist eines der Hauptziele vom WanneCry-Ransomware-Angriff, so liest man. Wie haben da meine Rechner den Angriff überstanden?

Es geht um die Ransomware WanneCry aka WanneCrypt, die also alle möglichen Daten auf Festplatte verschlüsselt und nur gegen Lösegeldzahlung wieder freigibt. Der Schädling dringt auf nicht aktualisierten Windows-Computern über die Datei- und Druckerfreigabe SMB ins System ein, ohne dass der Nutzer irgendetwas machen muss. Beispielsweise von einem anderen im lokalen Netzwerk infizierten Rechner oder wohl sogar einfach aus dem Internet.

Der Fall erinnerte mich an den Angriff vom Schädling Sasser vor vielen Jahren, der damals meine XP-Rechner so lahmlegte, dass ich sie neu installieren musste. Grund war gewesen, dass ich damals eine schlecht konfigurierbare lokale Firewall auf den Rechnern abgeschaltet hatte, um Dateien im Netzwerk kopieren zu können. Wie war es diesmal, bei der Wiederholung?

Bürorechner:  Ein Server, aus diversen Bauteilen hier zusammengesteckt ohne Gehäuse, mit Linux drauf (älteres Fedora 20 x64). Wie immer bei Linux ohne jede Sicherheitssoftware, aber eben mit allen Sicherheitsfeatures, die standardmäßig dabei sind. Wie einem nichtprivilligierten Nutzer ohne Adminrechte, die nur in Sonderfällen mal freigeschaltet werden. Die Linuxrechner ist völlig immun gegen den Angriff, weil WanneCry einfach nicht mit Linux- oder UNIX-Rechnern klar kommt. Ebenso würde das für Apple gelten.

Privat-Hauptrechner: Windows 10, aktuell. War sowieso immun, weil das Schlupfloch hier wohl nie existiert hat.

Altes Notebook Nr. 1: Immer noch Windows XP SP3, allerdings mit dem inoffiziellen "POS-Patch", über das er immer noch Updates von Microsoft bekommt. Weil er also Microsoft vortäuscht ein Embedded-XP - System (Geldautomat oder Kassenrechner) zu sein, die von Microsoft im Gegensatz zu anderen XP-Systemen immer noch mit Updates versorgt werden. War also längst immunisiert und evtl. hätte auch die (allerdings uralte und für Datei- und Printersharing freigeschaltete) Firewall den Angriff abgewehrt. Das Zweit-OS Fedora Linux (s.o.) - auch auf dem Rechner installiert -  wäre sowieso immun gewesen.

Alte Notebooks Nr. 2/3: Hier ist höchste Gefahr. Seit Wochen unbenutzt im Schrank und mit XP SP3 versehen. Würde man sie ans Netz hängen, würde alles an der alten Sunbelt/Keiro-Firewall hängen, ob sie trotz Datei/Printer-Sharing-Freigabe den Angriff abwehrt oder nicht. Ich werde die Rechner also ohne Netz einschalten, die Datei-/Printer-Freigabe abschalten in der aktivierten Firewall und auch das oben erwähnte POS-Patch aufspielen - plus einem manuellen Patch gegen WanneCry, bevor die Kisten ans Netz gehen.

Fazit: Gut gegangen diesmal, aber die wegen langer Ruhezeit nicht aktualisierten alten Notebooks (einer hatte aus Bequemlichkeit nicht mal das POS-Patch) hätte es erwischen können.

Also weiterhin: XP forever! Habe ja eh Sicherheitskopien von allem ;-)


Montag, Mai 15, 2017

Gelungener Abend

Wieder einmal ein Familiendinner. Ludigel amüsiert sich köstlich. Andere nicht so sehr.

Um Beckenbauer zu zitieren: "Ja gut äääääh.....". Es war halt nicht für alle ein guter Abend. Die heilige Familie meiner Frau, in ihrem 5000jährigen Chinesentum sowieso die Krone der Schöpfung, hatte sich mal wieder zum Festessen versammelt und ich musste wie immer mit. Mache ich ja gerne. Nur quälten mich wieder mal meine Nasennebenhölen. Offenbar führt in meinem halb unfreiwilligen 14. Jahr in Taiwan die Abgasluft Taipeis zu einer Dauerreizung verbunden mit Kopfschmerzen, wie ich sie zu letzt in den 70er Jahren hatte, als ich als Kind in Deutschland an einer Hauptstraße wohnte und es katalysatorfrei stark nach Abgasen roch. Ich war nicht unbedingt bester Laune und auch das leicht gegarte Huhn mit toter nackter Stoppelhaut drum herum trug nicht zur Anhebung meiner Stimmung bei. Ich verabschiedete mich auf einen "kleinen Spaziergang" und verbrachte die nächsten 90 Minuten mit dem Einnehmen einer Kopfschmerztablette, einem dicken Chickenburger bei Burger King nebst einer großen Kola und Pommes. Anschließend fand ich in dem schicken  neuen Einkaufszentrum in moderner Schiefarchitektur (Bilder folgen vielleicht noch) einen Seven-Eleven und gönnte mir wie die alten Taiwaner einfach auf der Brüstung sitzend ein Vanilleeis und zwei von diesen "Tizulu"-Schokoriegeln. "Tizulu" steht für Tirol, ist doch wohl klar. Ein anderer Laowai mit seiner einheimischen Frau ging vorbei und seine Tochter (5 oder so) umrundete mich ständig mit dem Dreidrad, einen gierigen Blick auf meine gefälschten Tiroler Riegel werfend. Man muss den Kindern das wirklich beibringen, mit den Süßigkeiten und fremden Männern. Deshalb konnte ich ihr natürlich auch nichts gegeben sondern musste es selber essen.
Nach 90 Minuten kam ich zu dem Schluss, dass gibbriger Seafood und Ekel-Riesenwürmer Schwarz jetzt alle verschlugen worden sind, sicher zu zahlreichen "hao chi"-Rufen und der reiche Schwager sicher den Dank aller Anwesenden zum Spendieren des leckeren Muttertagsessens angenommen hatte. Ich kehrte also pünktlich zum Obstnachtisch in den gemieteten Speisesaal zurück und erklärte laut, die Waschräume seinen so voll gewesen, dass ich bis eben hätte warten müssen. Ein ganz raffinierter Trick, den ich mir da ausgedacht hatte. Nur Junior (5) brauchte alles durcheinander, roch mir am Mund sagte seiner Mutter, ich hätte Schokolade gegessen. "Wieviel hast du ausgegeben?" fragte sie mich und ich fragte laut zurück "mit oder ohne Burger King?".

Da geschah das große Wunder. Die ihr Leben in teuren Boutiquen verbringende "Erste Tochter" der Familie, die mit dem reichen Schwager verheiratet ist, würdigte mich das erste Mal in den 14 Jahren meiner Anwesenheit in Taiwan eines Blickes! Hatte sie es doch bisher immer fertig gebracht, durch mich hindurch die Wand hinter mir zu fixieren - jedes Mal. Ein Schicksal, das angeblich der andere "Ausländermann" (der Filippino) in der Familie auch mit mir teilt. Erster Blickkontakt nach 14 Jahren! Das ist schon eine Leistung finde ich. Gut, es war die Art von Blick wo man oben anfängt und dann nach unten guckt. "Verachtung" soll das wohl sein. Aber lieber politisch korrekte Leser, sagen Sie es mir. Ist das nicht wenigstens ein Anfang einer intrakulturellen Kontaktaufnahme, aus der noch Großes werden kann?

Beim Rausgehen verabschiedete mich ihr Gatte etwas hilflos mit "Wir sehen uns dann zum .... äh ... zum ... äh...." und ich vervollständigte freundlich lächelnd "das nächste Mal McDonalds, nicht wieder Burgerking" und ging fröhlich meines Weges.

Also, mir hat der Abend Spaß gemacht. Wenn sich jetzt im Laufe der Woche auch der Haussegen wieder einrenkt, ist alles wunderbar.

Keine Sorge, dass mit McDonalds habe ich natürlich nicht ernst gemeint. Das Essen dort hat ja mit menschlicher Nahrung nicht wirklich viel zu tun. Kentucky Fried Chicken vielleicht. Oder Subway. Es sei denn ich werde aus der weiteren Anwesenheitspflicht beim sich selbst feiern dieser von sich selbst so überzeugten Menschen entbunden. Was eigentlich die Absicht des ganzen Manövers war.


Mittwoch, Mai 10, 2017

Die TV-Hackerbox

Ein Freund benutzt sie. Der Schlumpi. "Betrügt" er doch vielleicht mehrere Fernsehkonzerne um ihre Tantiemen.

"Ubox" von Unblock Technologies

Ein Freund hat dann also diese kleine weiße Kunstoffbox mit HDMI- und USB-Anschluss. Drauf läuft Android (das Linuxderivat). Ein HDMI-Kabel verbindet die Box mit unserem Fernseher für einen kleinen Probelauf. Die Fernbedienung der Box kann schnell auch den Fernseher steuern und sonst kann man sich mühsam entweder mit diversen kleinen Tasten oder mit einer veritabel angeschlossenen USB-Maus durch die diversen Android-Interfaces tasten. Die Hackerbox, wie ich sie nenne, geht über Ethernet oder Wireless ins Internet und findet dort alle möglichen TV-Kanäle von fast überall auf der Welt, darunter auch offensichtliche Pay-TV-Kanäle. Alles ohne zu bezahlen. Herkunftsort der kleinen Box ist China.

Läuft das Ding schon?

Schnell ist mein altes 3G-Smartphone auf Connection-Sharing geschaltet, es funktioniert also als Wireless Access Point wie ein Heim-DSL-Wireless-Router. Die Qualität ist mäßig, die Hackerbox scheint die Bildqualität stark zu reduzieren und wir haben häufige unfreiwillige Standbilder.

Ein neueres 4G-Telefon liefert jedoch bessere Qualität und mit schnellen DSL-Zugängen Marke Taipei geht es sowieso. Wir haben natürlich nur einen kurzen Test gemacht, um uns nicht strafbar zu machen mit dem Leihobjekt.

Es gibt fast alle großen TV-Kanäle von fast überall, nicht jedoch Deutschland. BBC und ITV aus GB und US-Filmkanäle in zumindest Überseeversionen, auch Disneychannel und Cartoon-Network, alles Englischsprachig, teils aus den Philippinen, aber da spricht man ja außer in den Werbespots auch Englisch. "Buy healthy orange juice for your kids na panga sasa dada" oder so hört man in den Werbepausen. Gegen die geheime PIN 1818 gibt es jede Menge Hardcore-Kanäle. Unverpixelt machen sich Japaner über Japanerinnen und kräftige Russen über zierliche Russinnen her. Alles Mainstream-Porn.

Manchmal spinnt die Box oder eher die App, die sich updaten will aber manchmal nicht kann. Bei Hitze und Dauerbetrieb bleibt die Kiste auch schon mal schwarz und geht dann manchmal einfach wieder und redet davon, das HDMI-Kabel sei angeblich wieder eingesteckt worden. Praktisch: Das Android-OS ist um zahlreiche Videoplayer erweitert und ein eingesteckter USB-Stift lässt (über Dateimanager, den man etwas umständlich über die Fernbedienung aufruft) die Wiedergabe von so ziemlich allen Videoformaten inklusive .mkv - Dateien zu. Es gibt auch eine deutsche Exportversion der vermutlich irgendwie illegalen Hackerbox.

Gesamturteil: Weltfernsehen in der taiwanischen Version ohne deutsche Kanäle, nervt aber öfter mal durch Hardware- und Softwareprobleme. Nichtsdestotrotz praktisch für die Videodateiwiedergabe auf dem Fernseher und den neugierigen Peek in das aktuelle englische oder norwegische Fernsehprogramm.

Vergessen: Auch Youtube ist als App vorinstalliert. Die chinesischen Shopping-Apps und irgendwelche weiteren Pay-Angebote ("pay and get screwed from Shenzen") ignoriert man wohl besser. Aber Youtube funktioniert gut.

Wenn wir die pöse, pöse Hackerbox benutzen würden, würde sie uns tagsüber die normalen Taiwan-TV-Sender für Frau oder Cartoon-Network und Disney-Channel für Junior liefern, zuzüglich Youtube, wo Junior bislang auf "seinem" IPad immer nach Transformer-Videos sucht. Und gelegentlich würde das Ding einen Film vom USB-Stick spielen. Mit Russen/Russinnen und Japanerinnen/Japanern und den Dingen, die die miteinander für Geld tun hätten wir dabei nichts am Hut ;-)  Und da Junior und Frau ohnehin das TV fest in ihren Händen haben, hätte norwegisches Fernsehen und selbst ITV aus England eher wenig Chancen.

Donnerstag, Mai 04, 2017

Autofahren...

Der Artikel "Autofahren in Taipei", der auch das Umland mit einschließt ist vielleicht nicht ganz perfekt bebildert. Unten ein Bild allerdings aus Changhua, das die öfter vorkommenden nervigen Situationen in Taiwan ganz treffend beschreibt.

In engen Gassen oft Millimeterarbeit im Dauerstau leisten und dabei auf mit hoher Geschwindigkeit regelfrei heranpreschende Motorroller achten ist eben oft der Alltag in Taiwan. In Changhua, das mir noch viel voller und enger als Taipei vorkam, ist das wohl Dauerzustand. Hier bin ich allerdings nur Passagier gewesen.

Mit unserem neuen kleinen Nissan March aka Micra fahre ich in Taipei allerdings die Tage recht unbeschwert durch die Gegend. Das etwas über 1,60m breite Autochen passt halt viel besser durch enge Gassen als unser alter Volvo XC60, der es immerhin auf etwa 1,90m brachte. Sparsam ist der Nissan-Kleinwagen mit etwa 10 Litern Verbrauch auf 100km Stadtverkehr allerdings nicht gerade. Mit seinem 1,5-Liter 99 PS-Motor ist er aber auch kein Sparauto. Das Automatikgetriebe ist Drehzahlhungrig und schaltet beim kleinsten Pedaldruck sofort runter und der Motor ermuntert mit aggressivem Jaulen zum Beschleunigen, was er auch recht eindrucksvoll tut, wenn man dem nachgibt. Immerhin ist der Nissan deutlich sparsamer als der Volvo, der bei gleichem Verkehr 15 Liter geschluckt hat. Auch die Käufer des Volvo (Schwester Nr. 4 von Frau) klagen jetzt über hohen Verbrauch. So ein 245 PS-SUV ist eben doch kein Sparmobil.

Wieviel Spaß das Autofahren in Taipei macht muss jeder selber wissen. Am meisten vielleicht beim Kauf eines Lederüberzugs für das etwas harte Lenkrad. Junior wollte mich noch am Foto hindern und erwähnte die gerade den Volantüberzug aussuchende Mutter. Ich muss ihm noch mal erklären, dass das Recht der Blogleser auf wirklichkeitsgetreue Abbildung von Taiwan natürlich vorgeht.

Hier sollten hilfsbereite Bignoses sofort als mobiles Rollkommando zur Tat und Hilfe schreiten!


Ich vermisse im 14. Jahr Taiwan den Mitsubishi SUV meines Vaters, der jetzt einsam in einer niedersächsischen Kleinstadt in der Garage steht und auf den dortigen Straßen weniger als 9 Liter verbraucht hat. Auf den fast ausgestorbenen Straßen Niedersachsens.
Wie lange ich das hier alles noch angucken muss oder will? Wir werden sehen.