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Dienstag, Oktober 17, 2017

Finanzielles Aufräumen

Ludigel kehrt mit eisernem Besen

Für das Jahr 2018 und ab sofort habe ich eine grundlegende Sanierung sämtlicher Finanzen auf den Stundenplan geschrieben. Sowohl bei meinem eigenen Geld wie bei dem meiner Eltern, das ich nach dem Tode meines Vaters nun verwalte. Es ist verblüffend wie viel Unsinn die Leute mit dem Geld anstellen.

Die Commerzbank hatte das Geld meiner Eltern in einer Vermögensverwaltung, allerdings hatte der Crash 2008 etwa 1/3 aller Werte vernichtet. Ich war nun davon ausgegangen, dass die diversen Erholungen in den letzten Jahren da wieder etwas zurück gebracht hätten. Doch Fehlanzeige. Die Commerzbank hatte das Geld so "geschickt" verwaltet, dass gute Fonds entweder nur mit Minisummen vorkamen - oder aber schlechte Fonds wie ein Horror-Rohstoffpapier immer wieder jedwede Gewinne kompensierten. Durch sonstigen Nullzins hatten meine Eltern daher bereits die Hälfte ihres Kapitals aufgebraucht. Toll auch eine Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds, der zum Ziel hatte, der Telekom eine neue Zentrale in Darmstadt zu bauen. Das Vorhaben gelang auch, allerdings hat sich der Fonds zwischenzeitlich in eine AG gewandelt, die dann wiederum komplett pleite ging, so dass gerade um die 2% der Kapitals nach Insolvenz zurück flossen. Es ist eines der Mysterien des Kapitalismus, dass die Telekom trotzdem die Zentrale bewohnt und die Geldgeber aber ihr Geld los sind. Das hat schon etwas magisches.

Gute Beratung also von der Commerzbank. Dort hat man offenbar die Lebenserwartung meiner Eltern prognostiziert und dann das Kapital so unmöglich angelegt, dass es sich bis zum max. Lebensalter auf Null reduziert hätte. Die aktuelle Beraterin konnte es auf den mittlerweile nicht mehr vorhandenen Vorgänger schieben. Sicher nicht ihre Schuld. Aber mit der Subventionierung der Commerzbank versuche ich nun Schluss zu machen. Den Horror-Rohstofffonds habe ich mit 30% Verlust im Depot verkauft und derzeit trenne ich mich von all den stagnierenden Fonds. Bei der unsicheren Lage mit Koreakriegsgefahr (vgl. Nachrichten) ist einfach Geld auf dem Konto das sicherste. Evtl. gehe ich später wieder in die besseren Fonds. Also genau die, die im Depot nur mit Minisummen vorhanden waren.

Als ehemals selbständiger Handwerksmeister hatte mein Vater ja kaum Rente und meine Eltern mussten vom Angesparten leben. Offensichtlich hat die Commerzbank da ein Potential für sich gesehen.

Die zweite Baustelle sind meine eigenen Finanzen. Hier muss man wissen, dass meine Frau eine sehr gute Managerin in Sachen ihres computerbezogenen Berufes ist und weil sie den starken Drang hatte, unsere Finanzen zu verwalten, habe ich dem Stück für Stück in der Vergangenheit nachgegeben. Ergebnis war die schon mehrfach im Blog erwähnte Kooperation mit dem Manila-Familienzweig, die praktisch alle privaten Aktiva aufgesogen hat, u.a. durch den Kauf von Immobilien und sonstigem. Hier weht nun auch ein komplett anderer Wind. Ich liquidiere dort was noch zu liquidieren ist. Auf das Stichwort Manila reagiere ich wie einst Steve Martin in diesem Film, wo er einen Irren spielt, der bei Erwähnung des Wortes "Putzfrau" immer Leute würgen will. "Tote tragen keine Karos" heißt der Film glaube ich. Ich würge nicht, ich fluche eher. Ziemlich ausdauernd und laut. Den Toast "Philippine Sunshine" bestelle ich nicht mehr im Firmencafé, ich würde ihn sonst an die Wand werfen.

Freitag, Oktober 06, 2017

Kurzinfo: Invasion Taiwans 2020?

Zur Diskussion gestellt

http://www.dailymail.co.uk/news/article-4944902/China-drawn-secret-plans-invade-Taiwan-2020.html

Ein Blogkommentator hat es einmal treffend beschrieben. Meist sind es die Englisch"lehrer" in Taiwan mit ihrer Oft-Nichtausbildung aus dem angelsächsischen Sprachraum, die solche Gedanken hegen. Wenn die Haare grau werden, die Gehälter runter und man nicht mehr dem jugendlichen Image der English Teacher für die Kleinen in Happy-Peppy-Spaßsprachschulen in Taiwan entspricht, dann wird die persönliche Sorge vielleicht auf die nationale Lage projiziert und man sieht die chinesischen Truppen schon fast in Taiwan. Hat eh alles keinen Zweck, also noch ein Taiwan Beer.

Oder ist doch was dran an dem Artikel? Tatsächlich verlieren die Chinesen mehr und mehr die Herzen der Taiwaner. Denn die jungen Taiwaner haben meiner Ansicht nach weit weniger mit China am Hut als die Älteren, die mit den Erzählungen von der tollen Heimat der Eltern oder Großeltern groß geworden sind. Also schnell noch eine Invasion, bevor die Taiwaner endgültig zum Ausland werden?


Dienstag, Oktober 03, 2017

Ruhigere Zeiten

Nach großen Trubulenzen in der letzten Zeit ist es wieder ruhiger.

Ende 2016 war eine chaotische Zeit für mich hier in Taiwan angebrochen, die man hier im Blog mitverfolgen konnte. Viele Artikel sind einstweilen wieder gelöscht, das gebe ich gerne zu. In Deutschland erkrankte mein Vater und ich begann böses zu ahnen. Gleichzeitig hatte meine Frau den starken Drang, ihren Wohnsitz nach Manila auf den Philippinen zu verlegen, wo ihre Schwester mit einem lokalen Mann dort ein Geschäft betrieb. Ziel war durch eine soziale und finanzielle Interaktion gemeinsam erfolgreiche Geschäfte zu machen. Ich gebe zu, eine Zeitlang war ich da auch optimistisch. In den Stories über vergangene Geschäfte dort in Manila taucht immer wieder ein Kontrollverlust in der ein oder anderen Form auf. Und welcher Teutone schmeichelt sich nicht selbst der Organisiertheit und Planungsfreudigkeit? Schnell merkte ich aber, dass ich dort gar nichts kontrollieren konnte. Wenn die sehr intelligenten und geschäftstüchtigen Taiwaner und Sino-Philippinos mit ihrer intimen Kenntnis der lokalen Businesswelt aufeinander treffen braucht man keinen Deutschen, auf dessen Ideen man hört. So strebten wir eine Weile auseinander, Junior und Frau lebten in Manila und ich wieder in Niedersachsen; auch eben als Nachlassverwalter. Das war für uns eine sehr aufreibende Zeit.

Nun hat sich das Kapitel Manila wohl mittlerweile erledigt und meine Frau und ich fanden den Kompromiss, einstweilen wieder in Taipei zu leben. Auto viel kleiner (245 auf 99 PS), Wohnung kleiner aber schicker (möbliert, weil aller Hausrat weggeschmissen oder verschenkt) und fast alles ist wieder beim alten. Ich versuche, in Manila getätigtes Investment zurück zu rollen. Ich nenne Manila gerne die "Geißel meiner mittleren Lebensjahre" und ein Ende ist nicht abzusehen.

Nun genieße ich einstweilen die Normalität. Die Todesschwadronen in Manila und ihr Echo in der Weltpresse lösen bei mir nur noch den wohligen Schauer aus, mich damit nicht mehr beschäftigen zu müssen. Obwohl das dort immer noch gebundene Kapital sicher mit jedem Quentchen Chaos etwas weniger wird. Aber gedanklich habe ich das alles schon längst abgeschrieben. "Zwang zur Jugendlichkeit" könnte man es nennen. Passives Alter mit Aufbrauchen des Angesparten kann ich mir schlichtweg nicht leisten.

Witzige Randnotiz: Als ich nach dem Tode meines Vaters und dem zeitweisen geographischen Verlust von Frau und Kind in Deutschland saß und einem - sehr entfernten - Verwandten mein Leid bei dem ein oder anderen Bier* zu viel klagte, wie sehr die Philippinos den ludigelschen Wohlstand strapaziert hatten - da nutzte der entfernte Verwandte die Gelegenheit und verschwand mit der ein oder anderen Armbanduhr aus meiner Sammlung. Eine witzige Randnotiz die auch eine Lebenslektion beinhaltet, nämlich in Sachen Verwandtschaft nicht auf Nationalität oder Geographie zu achten. Der junge Mann eines liebgewonnen Familienflügels hat viel durchgemacht im Leben, so wurde mir gesagt. Na ja, vielleicht helfen da vier Armbanduhren. Eine an jedem Fuß- und Handgelenk liefert vielleicht die nötige Zerstreuung. Und immerhin beschert er mir ein neues Hobby. Ich schicke ihm alle paar Wochen eine Zahlungserinnerung in sarkastischer Form (er hat sie mit meinem Einverständnis mitgenommen und wollte das Geld überweisen) und er antwortet dann immer mit gar schrecklich dramatischen Geschichten, warum er wieder nicht zur Überweisung gekommen ist. Oder reagiert putzig beleidigt. Beides amüsiert mich so, dass es schon das reinste Hobby geworden ist. Ich hoffe, nicht alle der Geschichten sind wahr. Aber ich ertappe mich dabei, immer wieder auf seine neuste Erzählung zu warten. Ich werde ihm gleich noch mal eine Zahlungserinnerung mit Seitenhieb auf seine beteuerte Ehrenhaftigkeit schicken. Wenigstens ein bisschen Spaß will ich für mein Geld haben.

Wenn ich einst im hohen Alter mit Geld von meinem Verwandten und dem manilesischen Invest überhäuft werde - dann muss ich diesen Artikel schnell wieder löschen.

So, jetzt wird es aber Zeit für die neueste Geschichte aus dem fernen Deutschland ;-)


* und alles was sich noch im Keller finden ließ. Inklusive massenhaft Überbleibsel von 80er-Jahres-Feten