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Montag, April 01, 2013

Kinderwagen, Bürgersteig zugeparkt, Fuß verstaucht

Taipei kann einfach nerven. Sogar in dem neuen Teil unseres Viertels, wo einigermaßen adrette Neubauten mit bisweilen allerdings sehr schmalen und teilweise mit Stahlbügeln abgeschirmten Bürgersteigen sind. Waren auf dem Rückweg von einem neu entdeckten thailändischen Lokal bei uns in der Gegend (der Taipei-Thai in NeiHu, dessen Essen aber nicht weiter kommentierenswert ist, vielleicht auch nur weil die liebe Familie ihr Chinazeug bestellt hat), da ist da vor dem Happy-Family-Kioskmarkt ein abgesenkter und sehr schmaler Bürgersteig in der Kurve. Der Rest vom Trottoir ist mit Stufen und Stahlbügeln mit Kinderwagen praktisch unpassierbar. Der passierbare Teil des Bürgersteigs ist schon schmal genug und noch mit einem Laternenmast fast blockiert. Gestern parkte auch noch ein Mitsubishi drauf. Schließlich ist so ein abgesenkter Bürgersteig in der Kurve Taipei-typisch ein idialer Parkplatz oder auch eine tolle Rennfahrer-Abkürzung übrigens, wenn man besonders schnell durch die Kurve will. Frau kann nicht richtig durch, verstaucht sich den Fuß. Der Fahrer, der sich seine Zigaretten geholt hat, guckt erschreckt rüber und verschwindet dann schnell. Frau sieht, das ich ihm am liebsten was auf seine Knubbelnase geben würde und beschwichtigt mich: "Er kann doch nichts dazu". Kann er in der Tat nicht, weil er sich nur landestypisch verhalten hat. Die 23 Millionen Taiwaner haben es halt so definiert, dass man überall wild parken kann (ein paar Meter weiter parkt jemand im Kreuzungsbereich im 90-Grad-Winkel auf dem Zebrastreifen), jedenfalls wenn man die Hauptstraßen meidet. Und auch sonst wie Sau fahren kann. Wenn ich ihn angemeckert hätte, hätten wir uns wahrscheinlich geprügelt und ich wäre als wilder Ausländer in die Zeitung gekommen. Denn im Straßenverkehr drehen die sonst so freundlichen taiwanischen Herren genauso leicht durch wie unter Alkoholeinfluss. Und schließlich kann ich nicht alle 23-Millionen Leute hier durch leichte Schläge zur Vernunft im Straßenverkehr erziehen.

Frau humpelt, der Affe mit dem Mitsubishi fährt weiter wie sein Ehrentitel, den ich ihm soeben verpasst habe und Taipei ist und bleibt ein nerviger smogstinkender Kfz-Hof. Aber halt! Wir haben eine enorm hohe Lebensqualität hier, sagt meine Frau. Weil überall diese Kisokläden mit 24-Stunden Öffnungszeit sind. Na dann.  

EDIT:
Okay, Vorteile hat Taipei auch. Eine saubere U-Bahn/Hochbahn, in der sich keine Schläger herumtreiben und abgesehen von den Autofahrern sichere Straßen, auch spätabends. 

Und die Vorkommnisse sind kein Aprilscherz. Auch wenn es für deutsche Leser vielleicht so wirkt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
Was gerne als Freibrief für verkehrswiedriges Halten/Parken benutzt wird: Die Warnblinkanlage.
Frau sagt, dass es halt so gemacht wird und man dann keinen Strafzettel bekommt. Und siehe da: Die Damen und Herren vom Ordnungsamt Kaohsiung auf ihren Rollern verschonten uns, während sie den ordnungsgemäß Parkenden ein Ticket ausstellten.

An Deine Frau: Unsere Lebensqualität passt sich langsam durch die 'Convenience shops' mit angehängter Tankstelle derer in TW an. Manche 24/7 die meisten von 6:00 bis Mitternacht.
Wenn's nach mir ginge, würde der lange Donnerstag wieder eingeführt. Shoppen bis 20:00. Sonst bis 18:30 und Mittwoch mittags zu. Aber zum Glück geht's nicht nach mir, oder?

"Ludigel" hat gesagt…

Die Ordnungsamtleute verteilen doch die Parkuhr-Tickets, gell? In der Tat, wenn man nicht auf den Parkflächen parkt sondern wild in der Einfahrt kriegt man kein solches Ticket. Natürlich mit Warnblinker ;-)

Tankstellen? Da würde sie nie Essen kaufen, sagt min Fru.

Anonym hat gesagt…

außer in "guten" Gegenden sieht man doch nie Leute mit Kinderwagen!? Die tragen ihre Babies doch alle. Kinderwagen kommen doch nur beim Ausflug in "perfekte" Parks zum Einsatz oder in Xinyi...