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Montag, Juli 25, 2011

Trauer, Norwegen, Bloggen, persönliches

Bei mir gab es dramatische Änderungen am Wochenende, die ich eigentlich gleich hier vorstellen wollte. Trotzdem fällt es schwer, so einfach zu bloggen, als sei nichts geschehen, angesichts des Massenmords an Jugendlichen auf der norwegischen Ferieninsel. Am 01. Juli bin ich Vater geworden, das waren die mysteriösen "medizinischen Gründe", die die Anwesenheit von mir und meiner Frau die nächsten Jahre in Taipei erforderlich machen - auch weil unser Sohn bei seiner Großmutter leben wird in Taipei während wir ihn täglich nach der Arbeit besuchen.
Während für meine Frau und mich diese Wochen sehr schön sind, werden nun viele Eltern in Norwegen ins absolute Grauen gestürzt. Würde man mir an diesem Montagmorgen überlassen, für den Täter eine Strafe zu finden, ich würde mich für eine russische entscheiden, die mir einst ein russischer Freund schilderte. Aufs Bett binden, Bügeleisen auf die Brust binden, für gute Stromversorgung sorgen und weggehen. Stattdessen kann der Schweinehund nun bis ans Ende seines Lebens Schach spielen und Fernsehen auf Staatskosten.

Merkwürdig wie jetzt die politische Philosophie des Täters diskutiert wird, weil man natürlich Erklärungen finden will. Islamkritik sei schuld, schreibt der SPIEGEL in seiner Onlineausgabe, weil der Täter diese in sein Pamphlet eingebaut hat. Meiner Ansicht nach saugt ein solch irrsinniger Täter immer etwas auf in sein hasserfülltes Weltbild. Gäbe es keine Islamkritik - die mit seiner Tat nicht das geringste zu tun hat - oder eben Hasstriaden gegen Moslems, die er wohl eher meint, würde er Antisemitismus einbauen oder Schwulenhass oder was auch immer. Irgendetwas aufsaugen, was zu seinem Menschenhass passt. Vernünftige Erklärungen wird man bei ihm nicht finden. Und das Bügeleisen bleibt auch im Schrank.

Kommentare:

Snickers hat gesagt…

Vlt. dachte er, dass er, wenn er den sozialdemokratischen Nachwuchs umbringt, er langfristig auch die Sozialdemokratie in Norwegen schädigt und die Rechte stärkt. Dieser Mann ist so krank, dass er sich auch noch als Held empfindet. Im Gefängnis werden sie ihn vermutl. isolieren müssen. Erfahrungsgemäß werden solche "Menschen" im Knast sonst gelyncht und auch die inhaftierten Rechten werden ihn nicht schützen können, wenn sie es denn wollen. Aber vlt. landet er ja auch in der Psychiatrie, sabbernd dauerruhiggestelt bis zum Ende seiner Tage. Wenn sie es schaffen, ihn zu therapieren, und er begreift, was er getan hat, wird er vermutl. nicht mehr leben wollen. Es gibt längst div. Erklärungsansätze für die Taten solcher Menschen, die meisten haben eins gemein: Die Gesellschaft trägt idR eine Mitschuld. Ich fand es eigtl. auch immer sehr schade, dass uns in D in der Schule nie erzählt wurde, was vermutl. passiert wäre, wenn D und die Welt nicht vor den Nazis gerettet worden wären. Und wer da noch alles umgebracht worden wäre... Sie wollten z.B. alles "jüdische" ausrotten und "jüdisch" war für sie erheblich mehr als das, was normalerweise als "jüdisch" bezeichnet wird.

Miri hat gesagt…

Ein bindungsgestörter, narzisstischer, offensichtlich zutiefst psychisch gestörter Täter, ein sozialdemokratischer Wunsch !!!)-strafverteidiger, einige Wochen Isolationshaft und ein sozialdemokratischer Vater, der die sozialdemokratische Mutter des Täters verließ, als der Täter 1 Jahr alt war, ums Sorgerecht kämpfte und in Südfrankreich lebt und angebl. den Täter seit dessen 15. LJ. (Pubertäre Phase, er sei div. Male das Opfer krimineller Ausländer geworden, habe aber irgendwann den Kontakt zu kriminellen Ausländern abgebrochen und sich auf die Schule konzentriert, der Vater habe aber den Kontakt abgelehnt), nicht mehr gesprochen hat, lt. dem Täter sei die zweite (inzw. Ex-)Frau des Vaters eine "moderate Kulturmarxistin und Feministin", der Stiefvater ein Rechter, der die meiste Zeit mit Prostituierten in Thailand verbringe usw. http://www.tagesspiegel.de/politik/psychogramm-eines-massenmoerders/4431098.html Man habe angebl. bereits vor einigen Monaten bemerkt, dass er verdächtige Chemikalien in Polen eingekauft hat und ihn auf eine Liste gesetzt. Es ist alles so unfassbar traurig... Diese armen Opfer. Und dann dieser typische anfängliche Kommentar, der Mann sei komplett unauffällig gewesen. Er war nicht unauffällig. Man hat nur, wie so oft, weggeschaut und getötet hat er Kinder/Erwachsene, die hinschauen wollten, die Menschen wie ihm helfen wollten. Er hat ihre Arglosigkeit ausgenutzt und sie als Polizist verkleidet kaltblütig erschossen.

"Ludigel" hat gesagt…

Von Philip K. Dick glaube ich habe ich einen Roman, wo die Deutschen gewonnen haben. Da ist ganz Afrika entvölkert und die Menschen dort sind als Ersatzteillager ausgeschlachtet worden oder zu sonstwas verarbeitet worden etc. Ich konnte es nicht lesen, aber solche Gedanken sind sicherlich interessant. Lebensborn, Genehmigungskarte für rassisch reinen Nachwuchs (sonst Kinderverbot), da gab es Pläne. Am Ende kann sich so ein System irgendwann ausrotten, mit lauter erbkranken Menschen. Gott und den Aliierten sei Dank ist uns das erspart geblieben.