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Donnerstag, November 04, 2010

Bildungsparadies Taiwan


Grand Hotel Taipei: Angeblich das einzige Hotel der Welt, das komplett im altchinesischen Tempelstil erbaut ist.

Taiwan gibt 17% seines Etats für Bildung aus. Meines Wissens nach hat Deutschland dafür nur einen Bruchteil über, habe ich nicht neulich etwas von 5% gelesen? Die Quelle ist hier: http://gestern.nordbayern.de/artikel.asp?art=1255356&kat=3&man=3, ein sehr guter Artikel, von Klaus' Taiwanblog*** verlinkt.

Der Artikel erwähnt auch nur 3% Arbeitslosigkeit in Taiwan. In der Tat ist das kleine Inselreich, das etwa die Größe von Schleswig-Holstein hat (grob geschätzt) ein einziges Computerindustrie-Ingenieurbüro, fast jeder hat ihr einen Sohn oder eine Tochter in der Branche. Damit setzte für fast alle Taiwanesen seit dem Transistorwunder Mitte der siebziger Jahre, das in Taiwan die industrielle Entwicklung beflügelte, der Aufstieg in die Mittelklasse ein. Laut CIA-Factbook haben nur 1% der Taiwanesen ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, Deutschland hat im Vergleich 11%. Später ging dann die Transistorindustrie in die Computerindustrie über, als die "IBM-kompatiblen" PCs in den 80ern die Welt zu erobern begannen. Zunächst waren sie "made in Taiwan", heute sind sie "entwickelt in Taiwan" und meist "gebaut in China", wobei die chinesischen Computerfabriken oft Taiwanesen gehören.


Wohlstand und etwas Luxus für fast alle: Inselrepublik Taiwan.

***(http://taipeh.wordpress.com/)

Kommentare:

Reiner Wadel hat gesagt…

Du schreibst:
" Laut CIA-Factbook haben nur 1% der Taiwanesen ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, Deutschland hat im Vergleich 11%."

Im Factbook heißt es:
"Population below poverty line"
National estimates of the percentage of the population falling below the poverty line are based on surveys of sub-groups, with the results weighted by the number of people in each group. Definitions of poverty vary considerably among nations. For example, rich nations generally employ more generous standards of poverty than poor nations."

Kann es sein, dass da unvergleichbares verglichen wird?
Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass die Armut in Taiwan nur ein Zehntel der Armut in Deutschland betragen soll.

Stefan hat gesagt…

17% des Etats - ist die Staatsquote im Tugendland aber nicht deutlich höher als auf der schönen Insel?

"Ludigel" hat gesagt…

Wie genau das definiert wird ist mir auch nicht bekannt. Man muesste Warenkoerbe vergleichen am besten.

Jedenfalls gibt es in Taiwan praktisch keine Bettler, allerdings ein paar Leute, die Altpapier etc. einsammeln und muehevoll zu den Verwertungsstellen schieben, wohl um sich ihr Familiengeld von 4000 NT pro Monat aufzubessern, was praktisch Sozialhilfe hier ist.

Fast jeder verkauft hier irgendein Zeug auf der Strasse, manchmal habe ich den Eindruck, wer eigentlich arm sein muesste, kommt hier mit gebrannten Mandeln oder Nudelsuppe als Strassenhaendler ueber die Runden...

Stefan hat gesagt…

Dazu kommen auch noch die ganzen Leute die mit Werbeschild am Strassenrand stehen (im stroemenden Regen manchmal) und auch sonst wird ueberall viel Personal eingesetzt - zum Teil für eher unsinnige Aufgaben. (Die Liftmaedels bei Mitsukoshi z.B.)

Ich denke die Firmen in Taiwan fühlen eine gewisse soziale Verantwortung den Leuten Arbeit zu geben, und das erzeugt dann eben diese "Jobs". Ist vielleicht auch eine gute Lösung, denn der Mensch braucht ja nicht nur Geld zum Überleben, sondern auch das Gefühl zur Gesellschaft zu gehören.