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Freitag, August 27, 2010

Sarrazins Thesen

Der alte Juso in mir möchte jetzt einen herzblut-überquellenden Verriss von Thilo Sarrazins Thesen aus "Deutschland schafft sich ab" (teilweise im aktuellen Spiegel 34/2010 abgedruckt) schreiben, ihn als Rechtsradikalen darstellen und seine Ablehnung des gegenwärtigen moslemischen Immigrantentums als spießbürgerlich, chauvinistisch und unrealistisch brandmarken. Nur leider ist es eine Realität, dass sich Deutschland, bei anhaltener Geburtenrate türkischer und anderer Migranten und konstant niedriger deutscher Geburtenrate in ein neues und anderes Land verwandeln wird. Mit gewisser Wahrscheinlichkeit wird das dann ein Land irgendwo zwischen heutiger Türkei (wenn wir Glück haben) und dem Iran (wenn wir Pech haben) sein. Traurigerweise wäre aber auch der günstige Fall einer "Bundesrepublik Deutschtürkei" ein Rückschritt gegenüber dem, was wir jetzt haben. Sarrazin schreibt richtig, die soziologischen und sonstigen Wertvorstellungen der islamischen Migranten stellen einen Rückschritt dar. Zurückgehen fiel mir immer schwer, es ist ein Alptraum, wenn Rückschritt in diesem Falle heißt, sich religiöser Intoleranz und gar Gewaltmaßnahmen gegen Menschen mit anderem Lebensstil auszuliefern.


 Die Einheimischen sehen so viel anders aus, da fängt man mit der Assimilation gar nicht erst an...


Akzeptanz von Homosexuellen? Vergiss es, der Iman stimmt da nicht zu, die ganze Gay Rights - Sache muss noch mal von Vorne beginnen. Und diesmal ist der Ausgangspunkt das Mittelalter.

Gleichstellung von Frauen? Ditto.

Ich hasse den Gedanken, alle gesellschaftlichen Errungenschaften Menschen zu opfern, die ihre Überzeugungen zu Zuhause mitbringen und nicht willens sind, diese zu opfern.

Andererseits gibt es auch andere Migranten. Es gibt Deutsche türkischer Herkunft, die als Computerexperten arbeiten und bei Urlaub in der Türkei für Deutsche gehalten werden. Sind sie ja auch, aber das Lob vom Taxifahrer in Ankara, wie gut ihr Türkisch ist, tut ihnen dann manchmal weh (Quelle: ehemaliger Arbeitskollege in Deutschland).

Bei meiner letzten Deutschlandreise nach Frankfurt am Main sah ich in den Straßenbahnen zahllose dunkle und fremdländisch aussehende Kinder und Erwachsene. Ich fühlte mich unwohl, denn das fühlte sich nicht mehr wie Deutschland an. Doch dann begannen zwei kleine Mädchen, beide dunkler Hautfarbe, ein deutsches Kinderlied völlig akzentfrei zu singen und sich dabei gegenseitig in die Hände zu klatschen. Da schien sich das Leben über meine rückständigen Gefühle lustig zu machen und sicher mit Recht.

Wenn die Migration so fortschreitet weiß ich nicht was dabei herauskommen wird. Ehr integrierte Leute, die größtenteils Deutsch sind und nur ein bisschen ihre alte Kultur bewahrt haben. Oder klammern sie an ihrer Heimatidentität so fest, wie auch ich hier in Taiwan an meiner eigenen Identität festklammere und mich weigere, zum Asiaten zu werden?

Das Problem ist, wenn wir so weiter machen wie bisher, verlieren wir die Kontrolle über diesen Prozess und überlassen es Menschen einer fremden Kultur zu entscheiden, wie Deutschland in ein paar Jahrzehnten aussehen wird. Ob Sarrazins Antworten die richtigen sind weiß ich nicht. Aber es ist auf jeden Fall richtig, diese Diskussion einmal prominent anzustoßen. Denn bislang wird jeder, der solche Fragen stellt, als Neonazi gebrandmarkt. Ich bin keiner.

Kommentare:

Miriam hat gesagt…

Ach, was bedeutet eigentl. gleich der Name Sarrazin nochmal? War neulich in einer hannoverschen Hinterhofmoschee im mittlerweile ziemlich versüfften Hannover-Linden bei einer Diskussion zwischen Prof. Pfeiffer, div. anderen Wissenschaftlern und Muslimen. Sie enttarnten Pfeiffers Studienergebnisse ziemlich fix ohne jeden Anflug von Überheblichkeit als wissenschaftlich nicht vertretbar. Ich wurde übrigens als Christin und Deutsche sehr herzlich und mit sehr viel Respekt und Dankbarkeit dort als Besucherin aufgenommen und fand es sehr schön barfuß über die supergepflegten sauberen weichen und hangeknüpfte Teppiche zu gehen. Ich genoss den Respekt, den Männer und Frauen sich bei der wissenschaftlichen Diskussion entgegenbrachten. Sie sahen sich als Menschen und nicht als irgendwelche pot. Sexualpartner. Frauen glänzten nicht durch sexy Beine in Miniröcken, sondern durch einen bestechenden Intellekt, der nicht nur einen T. Sarrazin in den Schatten stellt. Statt populistischen Käse zu diskutieren, überlegte man religionsübergreifend verzweifelt wie man Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Milieus (mit oder ohne muslimischer Glaubenszugehörigkeit!!!!!!) helfen kann. Ich finde wir können einiges von gebildeten Muslimen lernen. Sie können der dt. Gesellschaft viel geben und sind tw. auch dt. Herkunft und keine Migranten. Das was T.S. da beschreibt, ist ein Milieuproblem und kein Migrations- oder gar Glaubensproblem. Wusstest Du z.B., dass ein gläubiger Muslim keine Produkte aus der Massentierhaltung verzehrt?
Wie integrierst Du Dich eigtl. in Taiwan? Versuchst Du die dortigen Werte und Normen als Deine eigenen zu leben und bist Teil der Gesellschaft? Immerhin bist Du mit einer Taiwanesin verheiratet. Was empfindet sie, wenn sie die sexualisierten Bilder junger Frauen in Deinem Blog sieht? Was empfinden diese Frauen, wenn sie solche Bilder von sich sehen. Ist das typisch für die taiw. Frau? Die Taiwanesinnen, die ich hier in D kennengelernt habe sind meist ungeschminkt, schlank und superhübsch, schlau und kleiden sich geschmackvoll, aber nicht sexualisiert, es sei denn sie arbeiten gerade als Messehostess.

Drakonischer Zyniker hat gesagt…

Bin vorhin auch barfuß über nen Perserteppich gelaufen, ging auch ohne Übertritt zum Islam.

Miriam hat gesagt…

Ich musste auch nicht übertreten, um als weibliche Christin barfuß über die Teppiche in der Moschee zu laufen. ;-P

"Ludigel" hat gesagt…

Und es ist schon allen aufgefallen, das Gott Humor hat, oder?

Ich meine, Thilo wirft den islamischen Immigranten vor, das machen zu wollen, was früher die Sarazenen wollten (das Land einnehmen), heißt aber selber Sarrazin. Gacker, kicher. Deshalb amüsiere ich mich seit Anfang der Debatte.

Anonym hat gesagt…

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