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Montag, August 23, 2010

Modernste Fototechnik, Fotograf überflüssig: Minolta XG-2

English below!

German, Deutsch: 

Ein Blog ist etwas schönes, man kann wildfremde Menschen mit seinen Urlaubsdias langweilen oder eben auch mit dem Zeug, dass man ganz hinten im Schrank versteckt hat. In diesem Fall geht es um eine Kamera, daheim in Deutschland lauert sie in meinem unheimlich über die Zeit konservierten Kinderzimmer bei meinen Eltern; eine Minolta XG-2, 1982 ein Geschenk vom Großvater gewesen und 1989 schon wieder dank zigmaligem motorisch-abberierenden pubertätsbedingtem Stolpern kaputt. Mal ehrlich, sind Sie nicht auch in der Pubertät immer hingefallen? Nein, na gut, lassen wir das.

Meine XG-2 sieht genauso aus wie diese XG-1, hat aber ein paar LEDs mehr im Sucher. Foto aus der Originalanleitung, Konica-Minolta.

Nun war 1982 eine Zeit, als es noch keine Computer frei verkäuflich gab. Was also machten die blassen, pickeligen Leute, die heute Computernerds sind? Sie waren Kamera-Nerds! Ergo definierte es einen damals, ob man eine Canon (igitt, die angepassten Spießer) oder eine Minolta hatte. Nikon hatte noch keiner, die hatten nur Profikameras gemacht. Canon oder Minolta, das war so wie Microsoft-PC versus Linux-Kiste heute bei den Rechnern. Und die sozusagen-Apple-Heinis hatten früher eine Pentax, das war offensichtlich. Immer was besseres sein wollen, typisch.

Die große Fraktion der Puristen hatte damals Schimpf und Schande über die neumodischen Kameras bringen wollen. Ich erinnere mich noch gut an irgend so einen blassen Kerl, der zu meiner XG-2 und mir sagte: "Da geht ja alles automatisch, da fehlt ja nur noch die Motivklingel!" Meine Retourkutsche hat nun die ganze Zeit seit 1982 gebraucht, aber jetzt zahle ich es ihm gnadenlos heim, jetzt und hier in diesem Blog!

Ich meine, Burschi, hörst du dich eigentlich selber reden? Heute hat man Mehrstrahlautofokus und AI bei der Belichtungsmessung, 256-Pixel-Matrixmessung mit automatischem Schattenabgleich und Bildstabilisator! Und du hast damals die XG-2 als übertechnisiert bezeichnet, so als würde sie Bilder automatisch machen. Dabei musste man immernoch 1. von Hand scharfstellen, im dunklen Sucher mit Schnittbildindikator, bis Tante Fridas Gesicht nicht mehr aus zwei verrutschten Hälften bestand, dann 2. den Filmtransporthebel betätigen, dann 3. den Auslöser andrücken, um die Belichtung zu prüfen, und dann 4. ach ja verdammt, nicht eingeschaltet die Kamera, also Hauptschalter einschalten und also endlich noch mal den Auslöser andrücken und gucken, ob die eingestellte Blende eine vernünftige Verschlusszeit ergibt (sog. Zeitautomatik) und 5. wenn nicht oder bei Bedarf musste man noch die Blende korrigieren und dann 6., wieder die Zeit prüfen. In der Zwischenzeit war das hübsche Fräulein, das sich an der Cote d'Azur mit Minirock gebückt hatte längst weg, Tante Berta war eingeschlafen und schnarchte und die Welpen, die man fotografieren wollte, waren längst erwachsen.

Die Puristen aber hatten noch "Nachführkameras", wo man also Blende und Zeit einstellte und einem eine Anzeige sagte, ob die Kombination klar ginge bei der Belichtung. Toll! Das ist ja auch so viel anders.

Bestimmt aber gab es damals, sagen wir in den 70ern, wieder Ur-Puristen, die den ersten Besitzern eine Nachführkamera an den Kopf warfen, "Motivklingel.... bla bla bla .... kann ja jeder mit fotografieren", denn die Vorgeneration hatte ja noch die Belichtungsmesser separat.

So jetzt habe ich es ihm gegeben. Bestimmt hat er mit seiner blöden PRAKTIKA bis heute noch keine Freundin. Ich hingegen war da klar im Vorteil.

 
Aus der Anleitung der XG-2. ;-)
Kein Wunder, dass ich hier gelandet bin in Fernasistan.



Auch zur Fototechnik: Sony Alpha 850 (und die Minolta Dynax 600 si classic): http://bobhonest.blogspot.com/2010/08/digitalerits-halt-einzug-neue-kamera.html

Unverschämt! Hier kritisiert einer die XG-2, weil sie zu wenig statt zu viel Ausstattung hat: http://www.minolta-forum.de/forum/lofiversion/index.php/t7234.html. Hauptsache rummeckern. Pah!


ENGLISH:

The photo above shows my old Minolta XG 2 camera (actually I have now learned there is no dash in the name), I got it 1982 and since 1989 it resides in my closet back home in Germany in a rather broken state. However when thinking about the brand new Sony Alpha digital camera I just got, which can illuminate shadow by itself, has anti shake stabilization, multi ray autofocus and multi-cell metering it is quite funny to remember what people said back in 1982 when I got the old XG 2. I mean this was a camera where you need to do practically everything by yourself, the camera will only select the shutter speed fitting to your selected aperture, and you still need to check if that makes sense. It seems like a 1950 Volkswagen compared to a 2010 modern hybrid car to me. But back in the days there were those guys who had manual cameras where an indicator was showing if their shutter speed and aperture combination is right or not, whereas my XG 2 was a semi-automatic. And then those guys really said something like "that camera does everything by itself, you hardly need a photographer for it", saying "all that's missing is a bell to tell you when to take the photo". Gosh, what would he say about the computerized cameras of 2010? Well, I bet he got himself at least a semi-automatic by now...     

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Tbegan brefo ome Canon ante Minolta, calleo orbe Nikon cham.

Darkt nigbt!

Chemk

"Ludigel" hat gesagt…

Dr. Z., lass diesen Unsinn!

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website bobhonest.blogspot.com Links tauschen