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Mittwoch, März 27, 2013

Zu alte Kindersitze: Gefährlich

In Taiwan kam eine schlimme Geschichte groß im TV zur Mittagszeit: Bei einem Unfall mit einem Kleinkind hat es den Kindersitz zerlegt, der eigentlich das Kind schützen sollte, so dass bei der Krafteinwirkung auf die Halswirbel des Kindes eine Querschnittlähmung eingetreten ist. Es ist also leider genau das passiert, was der Kindersitz verhindern soll. Als Erklärung wurde gegeben, dass der Kindersitz schon sehr alt war, weil man so ein Ding eben oft von anderen Eltern gratis oder billig bekommt und dass diese mit der Zeit durch die Einwirkung von Licht, Hitze und Kälte im Wechselbad (Klimaanlage!) brüchig werden. So soll im gezeigten tragischen Fall der Kindersitz eben zerbrochen sein, statt die Kräfte aufzunehmen. Auch unserer ist neun Jahre alt, von der Schwester meiner Frau bekommen. So soll jetzt ein neuer Kindersitz angeschafft werden. Schnell ergoogelte meine Frau, dass die ISOFIX Normbefestigung für Kindersitze die beste sei (weil sie Befestigungsfehler vermeidet) und so examinierten wir unseren Nissan X-Trail von 2006 (Taiwanmodell) auf eben diese Befestigung. Fehlanzeige! Prompt ging es gestern zum Subaru-Vertragshändler, weil der Forester (SUV) so gut im Crashtest abgeschnitten hatte. Na gucken wir mal. Ich glaube, jetzt komme ich um einen Neukauf nicht mehr drum herum. Sorgenvoll nahm ich zur Kenntnis, dass Frau und Verkäuferin gestern immer um die 200+ PS - Version des Forester herum standen, während ich verzweifelt versuchte, die Aufmerksamkeit auf de 150 PS - Basisversion zu lenken. "Guck mal hier, wie schön blau der ist". Eine Million Taiwandollar soll er kosten mit 150 Pferden (die Taiwaner schreiben sogar PS statt HP - horse power- auf der Webseite), hat aber keine 0%-Finanzierung (sondern 2.5%) und laut Foren muss man 4 Wochen auf Ersatzteile warten. Na, dann behalten wir am besten den alten Nissan, damit wir in den 4 Wochen weiterfahren können....

P.S.: Sinnvoll wäre es einen Toyota RAV4 zu kaufen, weil er in Taiwan einen viel höheren Wiederverkaufswert hat, aber seit dem US-Drama ("hilfe, mein Toyota fährt von selbst") ist er bei meiner Gattin unten durch.
Den neuen X-Trail gibt es in Taiwan nicht, dafür ein amerik. Nissan-Modell namens Rogue, der allerdings recht teuer ist und eine steuerlich teure 2.7-Liter-Maschine hat. Besonders gut haben neuer und alter X-Trail im Crashtest eh nicht abgeschnitten.

FÜR ÖKOBEWEGTE DEUTSCHE: Warum einen SUV? Nun, als ich neulich wieder auf dem Lande hier herum fuhr, war eine hohe Bodenfreiheit bei den vielen Kuhlen und Schlaglöchern nett. Auch ist der Frisör meiner Gattin umgezogen und hat so eine hohe gebogene Auffahrt, wo die PKWs immer 3 Minuten am ultralangsamen Hochrangieren sind, während mein SUV-Ding da einfach hochböllert mit Karacho....
 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der RAV4 ist prima in Taiwan. Als Landei habe ich zwar schon zweimal (beim Rückfahren) andere Autos angedötscht, aber dafür gibts ja Versicherung. Und mit Handbremse, Fußbremse, Gangschaltungsschloss usw. kann das Ding gar nicht "von alleine" fahren. Wichtig ist nur, dass man das Modell mit den vielen Airbags bekommt. (Die Verkäufer versuchen natürlich die weniger sicheren Varianten zu "pushen".)

Wir kaufen uns übrigens auch so ne ISOFIX-Anlage für Kind Nr.2. Die Holländer produzieren eine Kombi aus ISOFIXierter Kinderliege und Buggy.

Grüße aus Kaohsiung!

"Ludigel" hat gesagt…

Ja, das war wohl ein klassischer Fall von Massenhysterie in den USA. Sowas wie die Entführungen von Außerirdischen. Mal gucken, bei welchem Auto wir jetzt landen...

Anonym hat gesagt…

Und gut, dass Sprit in Taiwan nur ein Bruchteil von dem deutschen Preis kostet. Der Tankbedarf des vom Schwager in den letzten Wochen geliehenen X-Trail hat uns doch etwas überrascht. Wer sonst nur Mittelklasse in Deutschland fährt, wundert sich doch sehr. Aber gut ist er schon für Taiwans Landschaften und Nebenstraßen. Gruß ebenfalls aus Kaohsiung von Luo You

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
Höhere Bodenfreiheit, Böschungswinkel usw. erhält man nur durch größeren Reifendurchmesser. Und da die meisten SUV logischerweise ein Achsgetriebe brauchen nimmt das einiges von der die Bodenfreiheit. So kann es ein dass ein Off-Roader eher aufsitzt als ein konvenzioneller PKW. Ich war noch nie in der Verlegenheit dass ich mir einen geländetauglichen Wagen gewünscht hätte. Seit Jahren fahre ich auf meine Ländereien mit 'normalen' Autos ohne irgendwie steckengeblieben zu sein. Hinzu kommt noch, dass in D die Tiefgaragen-/Parkhäuserparkplätze kleiner gebaut scheinen als die Parkhäuser in TW. Vor dem Parken erst mal den Rest der Mitfahrer aussteigen lassen und dann trotzdem den Bauch einziehen damit man aus der Tür kommt. Aber wie schon früher erwähnt: Ich bin über jeden froh, der sich eine Mercedes M-Klasse kauft.

"Ludigel" hat gesagt…

Mein X-Trail hat auf dem Land immer 10 Liter genommen. Die allmorgentlichen Fahrten nach Taipei und etwas Stau dabei mitgezählt. Dann in Taipei wohnend hatte ich 12 Liter. Jetzt fahren wir morgens vor dem Stau los und ich habe wieder 10. Hat aber auch die Basismotorisierung drin, 2000ccm und 150 PS (deutsche Version hatte 140 PS mit Kat).

Bei der Auffahrt geht es um die Frontschürzen, die leicht aufsetzen. Aber gut, so oft fahre ich da nicht hin.

Nachteil des SUV ist es, dass man vorne nicht so sieht, was direkt vor dem Auto ist. Hinten habe ich ja den Monitor.

Wieviel nehmen denn moderne Autos in der Praxis? Ich denke immer, die schreiben 6.5-Liter und den Prospekt und dann fährt man doch mit 10 Litern. Oder? Wer weiß genaueres?

Anonym hat gesagt…

Lu Er Fu:
Die angegebenen Verbäuche werden im Labor gefahren. Keineswegs auf der Landstrasse/Stadt/Autobahn. Temperaturen auf's 1/10 genau, Kraftstoff vorgewärmt, Katalysator neu, Luftdruck kalibriert, usw. Also das was kein normaler Mensch schaffen kann. Ab 2017 gibt es dann die RDE (gibt's jetzt schon, wird aber zurückgehalten) = Real Drive Emissions. Daraus kann man den Verbrauch zurückrechnen. Natürlich auch unter Laborbedingungen. Es kommt auch auf den Fahrstil an. Meine Holde brennt einiges mehr durch die Brennkammern als ich. Ich brauche ca. 10..20% mehr als Prospektangabe. Und wenn man dem Bordcomputer glauben darf, dann verbraucht die Mercedes-M-Klasse ...haaaalt...das sage ich lieber nicht.
Es gab mal einen Prozeß hier, den hat jemand gewonnen, da sein Auto deutlich mehr verbrauchte als im Prospekt angegeben. War Renault, soweit ich mich erinnern kann.
Sicher ist; Es wird immens viel Geld ausgegeben um jedes Gramm CO2 zu vermeiden.
Mit 10 Litern Durchschnitt SUV würde ich mich nicht beklagen.
Für vorne gibt's doch die Sensoren in der Stoßstange.

"Ludigel" hat gesagt…

Ach so, sind vorne auch welche drin? Ich wundere mich manchmal, wenn es piept obwohl hinten gar nichts ist :-)
Danke für die interessante Info