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Montag, Dezember 20, 2010

Mikro-Kredite and die Dritte Welt: Update

Danke an den Kommentator, hier ein Artikel dazu, Indiens Mikrofinanzinstitute vor dem Kollaps:
http://www.boerse-online.de/banken/:Mikrokreditvergabe--Indiens-Mikrofinanzbranche-kurz-vor-Kollaps/618891.html 

Das Bild, welches sich der weiße Mann von Hilfstätigkeiten in Asien macht, ist meist ein verklärtes. Das keine Missverständnisse aufkommen, hier im reichen Taiwan gibt es so etwas eh nicht. Aber anderswo eben. In einem deutschsprachigen Blog wird -und nicht zum ersten Mal- auf das königliche Leben hingewiesen, das sog. NGOs, also "Non Governement Organizations", will sagen westliche Hilfsorganisationen" ihren westlichen Angestellten in Kambodscha bieten (http://kambodscha-pnh.blogspot.com/2010/12/alle-ngos-mussen-neu-evaluiert-werden.html). Zu lesen gibt es so etwas nur in Blogs. Teure Kolonialwillen, Dienstboten und nagelneuer V8-Toyota oder Lexus, unter dem macht es ein richtiger Helfer scheinbar nicht.

Selbst bin ich neulich auf einen Widerspruch bezüglich der sogenannten "Mikrokredite" gestoßen, die zur Zeit im Westen propagiert werden.Die Idee ist dabei, dass man einem asiatischen Kleinbauern (mit Afrika gibt es das wahrscheinlich auch) einen Kleinkredit von ein paar Hundert Euro oder so gibt, er damit Saatgut etc. kauft und das Geld irgendwann zurück zahlt. Klingt gut und ist momentan super-sexy in der Szene, neulich ging ein Herr aus Österreich durch die Presse, der sogar seinen Bungalow, Jacht und Sportwagen verkauft hatte, um das Geld als Mikrokredite zu vergeben.

Beim Lesen von indischen Zeitungen (in der Printausgabe, nicht im Internet gefunden), Times of India, stand allerdings eine ganz andere Version der Geschichte. Hier waren zwei Kleinbauernfamilien von Geldeintreibern unter Druck gesetzt und körperlich bedroht worden, weil sie die Kredite von jeweils umgerechnet mehreren Hundert Euro nicht zurück zahlen konnten. Schnell hatten die Bauern vor der Dorfgemeinschaft das Gesicht verloren, in Asien immer ein besonderes Drama. In einem Fall forderten die Schläger sogar die Herausgabe der Tochter der Familie (im Kindesalter), sozusagen statt Geld. Hätte die Familie dem nachgegeben, hätte hier einem Kind ein Leben als Prostituierte gedroht, als Ergebnis des von "edlen Weißen" gegeben Mikrokredits. Beide Mütter wählten einen anderen Weg, eine vergiftete sich mit Pflanzenschutzmittel, welches qualvoll zum Tode führte, die andere übergoss sich mit Benzin und verbrannte sich selbst.

Eigentlich ist der Fall recht klar. Kleinbauern in Asien, die sich mehr schlecht als recht von der Ackerkrume ernähren können, könnten zwar Saatgut und Hacken für ein paar Hundert Euro sehr gut gebrauchen, sie können nur das Geld nie zurück zahlen, denn das würde ja bedeuten, dass der Acker plötzlich reichlich Profit abwerfen würde, ein völlig illusorisches Anliegen. Alles was der Acker mit dem Mikrofinanzgeld kann ist die Leute dann etwas besser zu ernähren als vorher und vielleicht noch die Anschaffung eines Transistorradios oder alten Mopeds etc. zur ermöglichen. Ich denke das Kozept der Mikrokredite ist Unsinn, weil die NGOs nur über lokale Schläger, gesteuert durch ihre lokalen Mitarbeiter, die selber sicherlich ihren Schnitt dabei machen wollen, die Leute bedrohen, so dass es ihnen mit Kredit schlechter als vorher ging.

Und die zwei Fälle sollen keine einzelnen Vorkommnisse sein, schrieb die Zeitung.

P.S.: Es ist Weihnachten, spendet alle schön für die Hilfsorganisationen, die V8-Toyotas brauchen Ölwechsel und die Schläger neues Haargel.

1 Kommentar:

keinanderesbier hat gesagt…

Seriöse Hintergründe (Links) zu diesem Thema gibt es unter http://friesenblog.wordpress.com/2010/12/19/die-aktuelle-diskussion-um-mikrokredite/