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Montag, Februar 22, 2010

Unter Tränen...

... trenne ich mich von den vielen Kilos Gummibärchen und scharfer Lindt-Zartbitterschokolade, die ich für die Kollegen in Taiwan mitbringen musste. Die hatten soviel "bestellt", das mein eigener Süßwarenanteil richtig knapp ausgefallen ist. 33kg hatte der Koffer, schwer zu tragen.

Deutschland zu verlassen war sehr schwer, meine Ohrenentzündung, die ich im heizungslosen Taiwan bei Temperaturen von 7-10 Grad Plus hatte, hat mich im winterkalten und zugeschneiten Deutschland sofort verlassen, sicherlich weil es bei meinen Eltern eine Heizung im Haus gibt - oh Wunder der abendländischen Technik. Passende Stellenanzeigen, klare saubere Luft, gemütlich dahin fließender Straßenverkehr und das Wiedersehen mit alten Freunden machten den Abschied sehr schwer. Ich fühlte mich in Deutschland 10 Jahre jünger, als die im derzeit feuchtkalten Taiwan chronisch gewordene Ohrenentzündung entschwand und ich statt 12-13 Stunden Bürokunstlicht die saubere Winterluft in Deutschland einatmen konnte.

Mit einem rassigen Leih-Peugeot 407, das ist eine ehr kompakte Limusine im Sportwagendesign, düste ich schweren Herzens dem Flughafen entgegen, teilweise Schneepflüge und langsame Allradautos auf der zugeschneiten linken Spur überholend, denn der Flieger ließ langsames Fahren kaum zu. Wie auf Schienen fuhr der schicke Peugeot, ließ nur manchmal protestierend die ESP-Warnanzeige aufleuchten. Immerhin gab es noch ein paar Autos die noch schneller waren, komischerweise auch alles normale Autos und keine Allradler. Wahrscheinlich haben SUV-Käufer Angst vor Schnee (war das ein Kaufgrund für die dicken Kisten?) und trauen sich deshalb gar nicht so sehr bei Schnee zu fahren. Gut, mit mehr Zeit hätte ich wohl auch die Schneepflüge nicht überholt, grins.

Wieso die ökologisch bewegte deutsche Studentenjugend, die neuerdings SUVs anzündet und beschädigt, gegen diese Fahrzeuge ist, kam mir jedenfalls in Anbetracht der teilweise extremen Schlaglöcher auf deutschen Straßen weltfremd vor. Die dicken Reifen und die hohe Bodenfreiheit, die mein frontgetriebener Nissan X-Trail hier in Taiwan für Schlaglöcher auf Nebenstraßen (die immer nach Taifunen auftreten) braucht, hätten auch im niedersächsischen Stadtverkehr vorteile gehabt. In Taiwan werden die Löcher immer wieder gestopft, in Deutschland scheinbar nicht. "Weil wir alles Geld nach Griechenland schicken", wertete der aktuelle STERN in einem Kommentar. Nun, vielleicht sollten die doch beim Tagebücherschreiben bleiben.... [Ja OK, ein Körnchen Wahrheit ist auch da dabei].

Grüße an Kostas Wahnsinnigvielweilnixsteuerzahlvermeidides,

L.

Kommentare:

Ekneos hat gesagt…

SUV-Fahrer sind anscheinend intelligenter als Du (denkst). Es heißt ja Allrad-ANTRIEB. Was ist mit dem Bremsen??? Ein SUV ist normalerweise etwas schwerer als normale Autos. Größeres Gewicht bedeutet aber auch längerer Bremsweg. Autofahrer, die sonst nur in Beknacktistan oder Scherziland wie die letzten Henker herumheizen, können das natürlich nicht wissen. Sorry, vielleicht solltest Du das nächste Mal (wenn Du dann noch lebst) einfach früher zum Flughafen fahren oder es besser gleich sein lassen. Weiterhin scheinst Du Dich nicht nur von S. einlullen zu lassen, sondern auch durch die vielen elektronischen Gimmicks wie z.B. ESP. Aber selbst ESP kann die physikalischen Gesetze nicht aushebeln. Wahrscheinlich haben die SUV-Fahrer einfach nur ein Sicherheits-Fahrtraining absolviert.

"Ludigel" hat gesagt…

Wieso bremsen? Ich hatte es eilig, sagte ich. Keine Ahnung wie das Ding bremst...
Außerdem bin ich immer vom Gas gegangen, wenn das ESP aufgeleuchtet ist, weil das Auto dann so rumgewackelt hat. Moderne Erfindungen, tsk (augenzwinker).

Miriam hat gesagt…

Ekneos, du schreibst ja doch was im Blog... ;-P

@Rüdiger: http://www.youtube.com/watch?v=3p31YK03J-E&feature=related

(Auch wenns ne Wiederholung ist, der Spot ist einfach genial).

Ekneos hat gesagt…

Die Frau im Auto sieht - zugegebenermaßen - gut aus. Frauen, die sich als Drachen offenbart haben, können nie wieder gut aussehen. Ich hänge an dem Drachen. Ich fühle mich sicher bei ihm. Wozu brauche ich meine Freiheit? Mir reicht das trocken Brot und Glas Wasser, dass er mir großzügigerweise täglich gibt. Manchmal gibt es sogar Hiebe dazu? Ich muss keine Entscheidungen mehr fällen, muss mich um nix kümmern, muss ab und zu gehorchen, kann mich bemitleiden lassen, kann nix mehr bereuen... Ach ist das Leben eines 5-jährigen schön!!!