Deutsche werden immer merkwürdiger. Späte Sendezeiten für "jugendgefährdende" Webseiten? Alterskennzeichnung? Das wird immer eigenartiger. Insbesondere weil keine Zeitzone angegeben wurde. Wenn dieses Blog also ab 22:00 Uhr Taiwanzeit "sendet", dann ist doch alles wunderbar in Deutschland, oder?
Und klar, dass jeder dann seine Blogs erst ab 18 freigibt, sonst könnte ja eine linksökologische Jugendschützerin mit Emazipationshingergrund etwa einen Latexrock aus Taiwan als jugendgefährdend einstufen. Wird es bald also ein FSK:18-Tag geben? Wie genau das gehen soll, weiß auch niemand.
Und wie will die Bundesregierung das Ausland zwingen sich daran zu beteiligen? Auch wenn in Deutschland tagsüber nur noch Teletubbies gesendet werden dürfen, gibt es jedwede Gewalt und zwielichtige Inhalte inklusive "wie man nackt eine Bombe bastelt und dabei Drogen nimmt" natürlich rund um die Uhr aus der ganzen Welt.
Solange man eine .de-Domain wie ich betreibt, gelten die merkwürdigen deutschen Regelungen inklusive Impressum vermutlich auch für Seiten von Auslandsdeutschen. Man kann allerdings dann auf den Gedanken kommen, die .de-Domain gegen eine .com oder anderes einzutauschen.
Na ja gut, "sende"ich halt nur noch zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens, irgendwo auf der Welt ist es ja immer zwischen zehn und fünf; die Zeitzone haben unsere Internetexperten-Politiker ja vergessen anzugeben.
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,699833,00.html
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Freitag, Juni 11, 2010
Donnerstag, Juni 10, 2010
Spannender Job, spannene Informatik, Juchhei
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Diese junge Dame machte auf der Computex 2010 für Hitzeabführkörper Werbung. Die sind wichtig, glauben Sie es mir.
Wie dem auch sei, mein Techblog http://friedandonastick.blogspot.com/ hat ein spannendes Thema, ein Cluster aus festplattenlosen Linux-Clients mit Thermaltestsoftware drauf (http://friedandonastick.blogspot.com/2010/06/diskless-linux-cluster-with-linpack.html), ich finde sowas spannend. Oder mein neues Projekt, eine eigene kleine Embedded-Linuxdistribution für einen Mini-Netzwerkcomputer zu machen, der dann auf meinem Schreibtisch sein Betriebssystem über Netz vom Server lädt oder auch von Flashkarte wenn gewollt.
Bei so viel spannenden Themen fällt der Abschied von momentan reiseunwilliger Frau, Reihenhaus und Auto schwer.
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Mittwoch, Juni 09, 2010
Ausversehen auf Chinesisch unterhalten

Hmmm... mein Neffe bräuchte eine Freundin, die sich "Sony" auf den Bauch schreibt. Dann bestünde Verwechslungsgefahr.
Auch meine Taiwanfamilie verblüffte mich am Wochenende, nachdem wir sie ins "Cha For Tea" in NeiHu eingeladen haben (köstliches Essen mit Grüntee-Zitaten), stießen am Ende alle mit uns an, das haben sie noch nie gemacht. Nur mit den weißen Teebechern versteht sich. Gerade noch konnte ich dem Becher meines Lieblingsneffen ausweichen, woooooa, das war knapp. Der Trinkrand war voll mit Rindfleischsoße und sogar veritable Fleischbrocken klebten an der Tasse dran (obwohl drinnen natürlich Tee war).
Na ja, die Pubertät wird auch irgendwann vorbei gehen, dann funktioniert alles wieder besser, Feinmotorik und so. Andererseits hat er sogar beim Essen immer wieder an dem Sony Playstation-Dings herum gespielt und so ist die ganze Schmiererei kein Wunder. Er hat praktisch eine Symbiose mit dem Ding. Unheimlich. Na ja wird schon werden, wird schon werden.
Dienstag, Juni 08, 2010
Lesetip: Taipei 1970
Und an mit der Zeitmaschine. Die Xiaojies waren so hübsch wie heute, die Röcke kein Stück länger und die Architektur die selbe. Nur die Straßen waren ziemlich leer. Allerdings sind oft Neubaugebiete auf dem Link zu sehen. US-Militärangehörige in Taiwan 1970.
http://shulinkou.tripod.com/dawg_apts.html
Ups.... hier ist viel mehr: http://shulinkou.tripod.com/Dawg1.html
http://shulinkou.tripod.com/dawg_apts.html
Ups.... hier ist viel mehr: http://shulinkou.tripod.com/Dawg1.html
Karge Expatkost
Vor mehreren Wochen hatte ich eine Erkältung durch eine kichernde Ärztin der Chinesisch-Traditionellen Medizin mit einem scharfen Würzpulver behandeln lassen und leider hatte die Dame auch die Idee meine Allergie gegen Sellerie und ggf. auch scharfes Essen (Ausschlag, Juckreiz) gleich mit zu kurieren (s.a. hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/another-pink-shot.html). Das hat zwar die Erkältung kuriert, aber mir die schlimmsten allergischen Beschwerden seit Jahren verschafft. Nun versetzt mich die Juckerei in Panik, weil sich manchmal im feuchtheißen Klima hier Mikroorganismen rein setzen und ich dann die nächsten 6 Monate grauenhaften Dauerjuckreiz habe. Nur mit hohen Dosen an Allergietabletten bin ich überhaupt irgendwie klar gekommen. Das hat mich jetzt zu einer Extremreaktion verleitet. Seit etwa einer Woche lebe ich nur von westlichem Essen hier, das heißt im Wesentlichen Sandwiches. Jetzt juckt in der Tat nichts mehr und ich fühle mich "sehr viel bessel", wie es mir die kichernde Ärztin vorhergesagt hatte. Nur ist der Speiseplan etwas karg. Würstchen, Weißbrot und Kartoffelsalat, Scheiblettenkäse, gekochter Schinken. Wieder und wieder. Sowie ich ein meist scharfes Rindfleischsüppchen oder saure Gemüse esse, geht die Juckerei wieder los. Xie xie Flau Doktol Glinsegesicht. Xie xie.
Gestern hatte ich zu Abend ein nachgemachtes "olginal deutsches Wülstchen" mit viel zu viel Knoblauch nebst einem leidlich guten Brötchenersatz von Seven-Eleven und einem Pott Kartoffelsalat. Und mein Mittagessen war auch nicht viel anders. Nur Käsescheibletten statt Kartoffelsalat. *** seufz ***
Das nächste deutsche Restaurant ist weit weg, da kann man nicht immer hin und meine Frau würde dann auch die Finanzministerwut kriegen....
Trotzdem bin ich glücklich, nichts juckt mehr. Hatte Flau Doktol also doch Recht, grins.
EDIT: Jetzt juckt's sogar schon vom Kartoffelsalat. Ich bin verhext! Verhext!
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A.M.B! A.M.B! (Computex 1)
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Während in Deutschland ein infantil kichernder Außenminister und eine konfuse Regierungschefin die Reste von D-Land in Grund und Boden regieren und das letzte Staatsvermögen an den sonnigen Süden verschenken, kann man sich eigentlich nur noch auf das selbe Niveau begeben und Ententanz in Südostasien genießen. Die junge Frau oben im Bild auf dem Stand jedenfalls sprach von Visionen. Nun denke ich da an Helmut Schmidt, der gesagt hat, wer Visionen hat, soll zum Augenarzt gehen.
Was für Visionen das sein sollten, weiß ich bis heute nicht, denn plötzlich kam eine andere Kollegin und fing an, in der Gegend herum zu springen.
Was das nun für Visionen sein sollten und was "view, create, share, connect" mit ihrem Mückenstich am rechten Oberschenkel (oder dem hervor lukenden Unterrock) zu tun hatten, blieb dann irgendwie auch auf der Strecke.
Bisweilen konnte man sich in der ersten Reihe ja schon fürchten...
"Hallo, könnte bitte die andere Kollegin kommen, die hier macht mir Angst."
Vorsicht mit den Haxen.....
Ah gut, da unten rechts ist die Vision. Was auch immer das sein sollte.
Dann kamen wir zum intellektuellen Teil. Mit Zeigestock fragte diese junge Frau irgendwas an der Tafel ab, wieder über share und connect und dergleichen...
Wenn sie dann eine ihrer zahlreichen Fragen ins Publikum richtete, konnte man etwas gewinnen, wenn man die richte Antwort gab (meine Frau hat mir vorgesagt). Wenigstens konnte man bei ihr Aufatmen, weil sie nicht mit dem Todesgriff auf der Bühne herum schwang. Bei ihr wirkte das ehr grazil (Rippenstoß von Ehefrau... räusper)
AMD! AMD! grölte das Publikum und meine Frau rief mir ins Ohr "AMV! AMV!". Ich antwortete beherzt "AMV!" und bekam einen Kugelschreiber geschenkt. Das V steht wohl für die Vision, denke ich. Oder so. Never mind.Lasst lieber die kleinen Latexdrachen in Ruhe und schaut euch richtige an (http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/drachenalarm.html).
P.S.: Dieser junge Einheimische durfte zu der Moderatorin sogar auf die Bühne, weil er einen vollständigen Satz "Ei love A.M.D." zustande bekommen hatte. Wer mag schon Streber. Pah.
Montag, Juni 07, 2010
Drachenalarm!
Bevor wir zu einem Bericht von meinem Computexbesuch kommen, erst zum zweiten Teil der Tempelpirsch (hier erster Teil: http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/tempelpirsch-in-der-nachbarschaft.html). Bücken wir uns also tief, um in die ethnische Multikultikiste zu greifen...
Tschuldigung, ich konnte die dumme Überleitung nicht lassen.
Schon als der Tempel (bei SinWu im Landkreis Taoyuan) oben auf dem Foto im Bau war, hatte ich einmal fast das Steuer verrissen beim Vorbeifahren, denn ganz unvermutet erspähte ich aus dem Augenwinkel unter einem Baugerüst eine lauernde Riesenechse. Man hat halt so seine Urreflexe, Sagengestalt hin oder her. Clicko mit Mauso und die Bilder müssten größer werden, je nach Browser anders.
Drachen stehen ja in China (und damit auch in Taiwan, das sich bis heute nicht entscheiden kann, ob es nun China ist oder nicht) für positives und göttliches und nicht wie im Christentum für den Teufel, Böses und Schwiegermütter. Zwei ganz kapitale Exemplare bewachen hier den Tempeleingang...
Der rote Mitsubishi passt da natürlich prima ins Bild. Drinnen kann man dann unter einem Wellblechdach wie üblich beten, Weihrauch, Opergaben und Geistergeld gibt es immer gegen Gebühr, viele Tempel haben auch Weissagungen mit teuren Orakelzetteln wo dann drauf steht, dass man reich wird oder dergleichen. Im Prinzip sind das alles einfach private Unternehmen, die gut Geld verdienen.
Wieso fällt mir gerade die letzte Auseinandersetzung zwischen Schwiegermutter und meiner Frau ein, hmmm... na lassen wir das. Ganz in der Nähe stand noch die alte Version des Tempels mit nur pferdegroßen Drachen. Scheinbar hat sich das Betgeschäft gelohnt und so wurde in größere Heiligviecher investiert. Wir wollen hier aber nicht abfällig von Drachen reden, schließlich sollen die chinesischen Götter auf Wunsch die Fähigkeit haben, sich in feuerspeiende Drachen zu verwandeln und wie nervös ich beim Autofahren auf die Tierchen reagiere habe ich ja gemerkt.
Einen Tempel hier aufmachen, das wäre auch mal eine Idee. Meine Frau war aber strikt dagegen, obwohl ich sie auf das dicke Geldbündel in der Hosentasche des Priesters hinwies. Sie nimmt den Glauben viel zu Ernst und kann das Geschäft dabei nicht sehen. Wenn sich die Biester noch bewegen würden und Rauch aus den Mündern käme.....
OK, Schluss mit dem Unsinn, hier hat eben schon wieder die Erde gewackelt im erdbebenreichen Taiwan. Im Christentum geht es schließlich auch im Wesentlichen um Geld, erinnere mich da dunkel an die Kirchensteuer. Woran ihr auch glauben mögt, hier von Taiwan aus wünsche ich einen gesegneten Feierabend. Ommmmmmm
Vorschau auf den kommenden Bericht von der Computex 2010. Natürlich geht es da nur um die neusten Gadgets und Computer...
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(Nein Novell-SUSE zeigte nicht das openSUSE Betriebssystem sondern irgendein browserähnliches sinnfreies neues OS für Kleingeräte namens MeeGo).
Wieso fällt mir gerade die letzte Auseinandersetzung zwischen Schwiegermutter und meiner Frau ein, hmmm... na lassen wir das. Ganz in der Nähe stand noch die alte Version des Tempels mit nur pferdegroßen Drachen. Scheinbar hat sich das Betgeschäft gelohnt und so wurde in größere Heiligviecher investiert. Wir wollen hier aber nicht abfällig von Drachen reden, schließlich sollen die chinesischen Götter auf Wunsch die Fähigkeit haben, sich in feuerspeiende Drachen zu verwandeln und wie nervös ich beim Autofahren auf die Tierchen reagiere habe ich ja gemerkt.Einen Tempel hier aufmachen, das wäre auch mal eine Idee. Meine Frau war aber strikt dagegen, obwohl ich sie auf das dicke Geldbündel in der Hosentasche des Priesters hinwies. Sie nimmt den Glauben viel zu Ernst und kann das Geschäft dabei nicht sehen. Wenn sich die Biester noch bewegen würden und Rauch aus den Mündern käme.....
OK, Schluss mit dem Unsinn, hier hat eben schon wieder die Erde gewackelt im erdbebenreichen Taiwan. Im Christentum geht es schließlich auch im Wesentlichen um Geld, erinnere mich da dunkel an die Kirchensteuer. Woran ihr auch glauben mögt, hier von Taiwan aus wünsche ich einen gesegneten Feierabend. Ommmmmmm
Vorschau auf den kommenden Bericht von der Computex 2010. Natürlich geht es da nur um die neusten Gadgets und Computer...
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(Nein Novell-SUSE zeigte nicht das openSUSE Betriebssystem sondern irgendein browserähnliches sinnfreies neues OS für Kleingeräte namens MeeGo).
Me, my younger inner brother

My company has those cool all-in-one flat panel PCs with touch screen, which were shown on the Computex fair here in Taipei. You can also use a real paint brush and then draw like an artist. We had a real Taiwanese artist there, a nice lady forcing me to stand still a long time (I am used to being commanded by my wife, so that was easy) and drawing this beautiful picture of me. Actually it is not really me, or as a passerby was saying "that's ten years younger". Hey, come on mate, I only looked so old because of those shoddy company uniforms! Okay, okay, I will one day finish this drawing, add a 5-o-clock shadow and some wrinkles and then that's really me.
Remind me to ask wife for her moisture cream tonight... have to look like my image.
EDIT: wait a minute, I look like that on my signature picture on top of the blog. That is only from 2004. That's only 6 years ago. Not 10! What has Taiwan done to me? (snicker)
EDIT2: OK, the nose and eye colour needs to be changed, the chin is a bit wrong and if we change hair and lips we may be just there. The eyebrows are quite good actually. Besides the shape that is.
Tempelpirsch in der Nachbarschaft

Die Bilder lassen sich Vergrößern, einfach mal, je nach Browser, drauf herum klicken. Nicht auf dieses, das ist zu hässlich.
In der Nähe unseres Heims in Nordtaiwan im Landkreis Taoyuan ist eine Stadt namens SinWu. Da ich mal etwas Spanisch gelernt habe, heißt die Stadt für mich daher intern "OhneWu" oder "Wulos", denn "sin" heißt "ohne" auf Spanisch, wenn ich mich recht erinnere. Wo genau die Wu-Losigkeit anfängt weiß ich auch nicht, die Taiwanesen haben ja keine Ortsschilder. Eine Zeitland dachten meine Frau und ich sogar, wir seien selbst Wu-Nichthaber, denn man weiß einfach nicht, wo die Ortschaften aufhören und anfangen.
Nach meinem Besuch auf der LATEX 2010, von manchen auch Computex genannt, weil die Leute irrigerweise glauben, es ginge da um Computer, suchte ich am Sonntag etwas Entspannung. Ich wollte die zahllosen goldbraunen oder weißen Oberschenkel und die prall in Latex verpackten Gesäße endlich aus dem Kopf bekommen und schnappte mir daher meine neue Digitalkamera und das Auto und fuhr los, die ganzen Sehenswürdigkeiten zu suchen, die ich schon vor Jahren in der Nachbarschaft erspäht hatte, so im Umkreis von 20 Fahrminuten, um sie endlich mal abzulichten.
Nicht das Hässliche suchen, was in Taiwan überreichlich vorhanden ist, sondern wie ein Tourist die Rosinen raus picken. Warum auch nicht.

Ein alter Friedhof in der Nähe der Küste. Wen es hier wann und wo und warum wohl erwischt hat? Gräber fotografieren ist bei meiner Frau streng verboten, schließlich könnte einen der Geist des Insassen bis nach Hause verfolgen. Hoffentlich sieht sie das Foto nicht im Blog...
Hier ruht hoffentlich auch nach dem Foto noch jemand...
Die Toten haben es im überfüllten Taiwan meist schöner als die Lebenden.
Kurz ärgerte ich mich noch über die Kratzer an meinem Ludigelmobil. Wenn der Wagen so frisch gewaschen ist, sieht man die alle. Endlich habe ich nach kriminalistischer Analyse der Schabespuren wenigstens verstanden, dass meine Aktentasche die Ursache ist und nicht ein böswilliger Kollege. Äh.... wo waren wir?
Ein Tempel aus Standardbauteilen, so spektakulär sehen hier fast alle aus. Mit Superweitwinkel wird es etwas dramatischer. Zwei haben mir schon Leute vom Gürtel oder aus der Wohnung gestohlen (in Deutschland), das Dritte haben sie mir dankenswerter Weise gelassen. Habe auch die Marke gewechselt, Soligor war scheinbar zu populär, Tokina will keiner. Dabei ist die Qualität genau gegenläufig.
Drachendach. Drachen in Latex hatte ich ja am Samstag schon genug gesehen, da waren diese ganz erfrischend.
Und wer lugt da hinter dem Baume? Shing und Shang, letzterer geblendet von der Sonne.
Beide bewachen ihre hohe Mutter. Oder wen auch immer.
Kurz ärgerte ich mich noch über die Kratzer an meinem Ludigelmobil. Wenn der Wagen so frisch gewaschen ist, sieht man die alle. Endlich habe ich nach kriminalistischer Analyse der Schabespuren wenigstens verstanden, dass meine Aktentasche die Ursache ist und nicht ein böswilliger Kollege. Äh.... wo waren wir?
Ein Tempel aus Standardbauteilen, so spektakulär sehen hier fast alle aus. Mit Superweitwinkel wird es etwas dramatischer. Zwei haben mir schon Leute vom Gürtel oder aus der Wohnung gestohlen (in Deutschland), das Dritte haben sie mir dankenswerter Weise gelassen. Habe auch die Marke gewechselt, Soligor war scheinbar zu populär, Tokina will keiner. Dabei ist die Qualität genau gegenläufig.
Drachendach. Drachen in Latex hatte ich ja am Samstag schon genug gesehen, da waren diese ganz erfrischend.
Und wer lugt da hinter dem Baume? Shing und Shang, letzterer geblendet von der Sonne.
Beide bewachen ihre hohe Mutter. Oder wen auch immer.Dann vertrieb mich ein blauer Lieferwagen (Blue Truck) mit quäkenden Lautsprechern, der mit der Intonation eines Geisteskranken Gemüse ANBOT. GEEEEEMMMMMMÜÜÜÜÜÜÜSSSSEEEEEE! KAAAAAUUUUUFT GEEEEMMÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜSE! Schnell bin ich zum nächsten Tempel mit viel größeren Drachen weitergefahren. Mehr dazu nächstes Mal. Wieder zu Hause angekommen, erzählte mir meine Frau, sie sei knapp mit dem Leben davon gekommen, weil sie die Terrasse hinten mit Käfergift einen Zentimeter hoch eingesprüht habe und dann ausgerutscht sei und fast einen Schluck genommen habe. Ein Tropfen reicht zum Tode, sagte sie mir, so habe sich die Großmutter eines Bekannten das Leben genommen. Schluck. Oder besser nicht. Doch keine Sorge, meinem kleinen Drachen geht es gut. Mehr zu den großen demnächst.
Weiter zu Teil 2: Drachenalarm!!!!: http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/drachenalarm.html
Weiter zu Teil 2: Drachenalarm!!!!: http://bobhonest.blogspot.com/2010/06/drachenalarm.html
Freitag, Juni 04, 2010
Ludigel auf der Latex ... äh Computex
So, morgen habe ich Standdienst am letzten Tag auf Taiwans Computermesse Computex. Es gibt sensationelle neue Gerätschaften, die das Ende des PCs und der Computerei as we know it einläuten. Sensationelle Smartphones, iTablets und Gadgets mit der Intelligenz eines 48jährigen Sozialpädagogen, 3D-Displays mit integriertem Rechner und all den ganzen Kladderatasch. Ich bin dafür zuständig auf Wunsch einen Server an zuschalten. Diesmal ist auch meine Frau dabei, aber die Gute hat mich schon daran erinnert die Digitalkamera zu leeren. Anbei zwei der bezaubernden Messehostessen meiner Firma, ich weiß, dass das auf deutsche politische korrekte Augen als unangemessen wirkt, so viele in Latex gehüllte hübsche Damen da zu haben, aber das ist mir ehrlich gesagt völlig wurscht.
Also bis dann!
Korrupte Polizisten, Gangsterstadt Taichung (Update)
Die mitteltaiwanesische Stadt Taichung ("Chung", standardisiert eigentlich "Zhong" zu schreiben, heißt auch "Mitte") hat sich im sonst friedlichen Taiwan einen Ruf als Gangsterstadt erworben, in der schon mal am helligten Tage von Gangsterbanden herumgeballert wird. So hatte ein Gangster, der von einem Polizisten auf der Autobahn angehalten wurde, dem Polizisten vor ca. zwei Jahren die Waffe abgenommen und dann versucht, vorbeifahrende Autos anzuhalten. Ein Fahrer, der nicht anhielt, wurde von ihm erschossen, er konnte dann fliehen.
Jetzt (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/06/02/2003474462, http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=88821) fand ein Mordanschlag auf einen Gangster statt, der in seinem Büro erschossen wurde. Zufälligerweise hielten sich gerade 4 hohe Polizeibeamten in dem Büro auf, als der gastgebende Gangster erschossen wurde. Sie gelten als mit dem Gangster "verbunden". Die vier Polizisten versteckten sich unter dem Kaffeetisch, während herumgeballert wurde und haben sich anschließend schnell vom Tatort entfernt. Als sie schließlich doch ermittelt wurden sagten sie, sie hätten nichts gesehen, wären ja unter dem Kaffeetisch gewesen. Auch wieder wahr. Manch einer scheint in Taiwan dieser Tage zu vermuten: sie mussten vermutlich ihre Geldscheine zählen - wenn man in die Presse schaut.

Heiße Bräute, Schießeisen und rote Kuverts mit Schmiergeld. Die Einheimischen haben es gut, die dürfen Polizist*** werden.
Das Leben in Taiwan ist friedlich, von Taichung vielleicht mal abgesehen, aber seit korrupte Polizisten (vermutlich) in das Ausnehmen meiner Schwiegermutter verstrickt waren (letzte Meldung dazu hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/polizei-fangt-schwiegermutter-gangster.html), gebe ich zu, dass das irgendwie mein Lieblingsthema geworden ist. Es ist allerdings auch ein beunruhigender Gedanke, wenn die Ordnungshüter selbst oft kriminell sind, schließlich dürfen sie von Gesetzes wegen mit Schießeisen in der Gegend herumfuchteln.
*** Anmerkung für Interessierte:
Schon von Gesetzes wegen werden taiwanesische Polizisten praktisch dazu gedrängt, mit den Gangstern zusammenzuarbeiten. Nach taiwanesischem Gesetz unterstehen Ortspolizisten zwar disziplinarisch der Staatsanwaltschaft, bekommen ihr Budget allerdings vom Bürgermeister. Und "Moribud the Burgermaster", um ein Lied zu zitieren, ist natürlich mit der örtlichen Mafia verbandelt. Das liegt wiederum zumindest im Norden in der Geschichte, als die Festlandchinesen 1949 Taiwan übernommen haben und sich zu einem Schutzbund (Soldaten nach Feierabend) zusammengeschlossen haben, um sich mit den Einheimischen um das beste Land zu streiten. Klar, dass dieser Schutzbund zur heutigen nordtaiwanesischen Mafia (Bambusgang genannt) geworden ist. Außerdem ist die Truppe mit der Partei KMT verbunden, das war ja die KMT-Regierung unter Chiang Kai Shek, die aus China nach Taiwan geflohen ist. Und auch der Bürgermeister von Taichung ist von der KMT. Ich sehe ihn richtig vor mir, als großen Kriminalitätsbekämpfer.
Update:
Das Magazin des Todesschützen war zwischenzeitlich leer, er ging dann zurück zu seinem Auto, um nachzuladen. Unterdessen suchte der Angeschossene (Herr Weng) in seinem eigenen Büro Zuflucht, in dem sich aber die 4 Polizisten verbarrikadiert hatten. Herr Weng wurde dann mit der zweiten Salve erschossen. Wieder mal sind auch sämtliche Sicherheitskameras, die den Vorfall gefilmt haben gelöscht wurden. Das ist in Taiwan Standardprozedur, die Polizei löscht grundsätzlich erst mal sämtliche Aufnahmen von dem Verbrechen - und das wo es hier überall Kameras gibt. Habe das jedenfalls schon mehrfach gehört.
http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taichung/2010/06/04/259316/p1/Hu-Mu-yuan.htm
Jetzt (http://www.taipeitimes.com/News/front/archives/2010/06/02/2003474462, http://forumosa.com/taiwan/viewtopic.php?f=8&t=88821) fand ein Mordanschlag auf einen Gangster statt, der in seinem Büro erschossen wurde. Zufälligerweise hielten sich gerade 4 hohe Polizeibeamten in dem Büro auf, als der gastgebende Gangster erschossen wurde. Sie gelten als mit dem Gangster "verbunden". Die vier Polizisten versteckten sich unter dem Kaffeetisch, während herumgeballert wurde und haben sich anschließend schnell vom Tatort entfernt. Als sie schließlich doch ermittelt wurden sagten sie, sie hätten nichts gesehen, wären ja unter dem Kaffeetisch gewesen. Auch wieder wahr. Manch einer scheint in Taiwan dieser Tage zu vermuten: sie mussten vermutlich ihre Geldscheine zählen - wenn man in die Presse schaut.

Heiße Bräute, Schießeisen und rote Kuverts mit Schmiergeld. Die Einheimischen haben es gut, die dürfen Polizist*** werden.
Das Leben in Taiwan ist friedlich, von Taichung vielleicht mal abgesehen, aber seit korrupte Polizisten (vermutlich) in das Ausnehmen meiner Schwiegermutter verstrickt waren (letzte Meldung dazu hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/polizei-fangt-schwiegermutter-gangster.html), gebe ich zu, dass das irgendwie mein Lieblingsthema geworden ist. Es ist allerdings auch ein beunruhigender Gedanke, wenn die Ordnungshüter selbst oft kriminell sind, schließlich dürfen sie von Gesetzes wegen mit Schießeisen in der Gegend herumfuchteln.
*** Anmerkung für Interessierte:
Schon von Gesetzes wegen werden taiwanesische Polizisten praktisch dazu gedrängt, mit den Gangstern zusammenzuarbeiten. Nach taiwanesischem Gesetz unterstehen Ortspolizisten zwar disziplinarisch der Staatsanwaltschaft, bekommen ihr Budget allerdings vom Bürgermeister. Und "Moribud the Burgermaster", um ein Lied zu zitieren, ist natürlich mit der örtlichen Mafia verbandelt. Das liegt wiederum zumindest im Norden in der Geschichte, als die Festlandchinesen 1949 Taiwan übernommen haben und sich zu einem Schutzbund (Soldaten nach Feierabend) zusammengeschlossen haben, um sich mit den Einheimischen um das beste Land zu streiten. Klar, dass dieser Schutzbund zur heutigen nordtaiwanesischen Mafia (Bambusgang genannt) geworden ist. Außerdem ist die Truppe mit der Partei KMT verbunden, das war ja die KMT-Regierung unter Chiang Kai Shek, die aus China nach Taiwan geflohen ist. Und auch der Bürgermeister von Taichung ist von der KMT. Ich sehe ihn richtig vor mir, als großen Kriminalitätsbekämpfer.
Update:
Das Magazin des Todesschützen war zwischenzeitlich leer, er ging dann zurück zu seinem Auto, um nachzuladen. Unterdessen suchte der Angeschossene (Herr Weng) in seinem eigenen Büro Zuflucht, in dem sich aber die 4 Polizisten verbarrikadiert hatten. Herr Weng wurde dann mit der zweiten Salve erschossen. Wieder mal sind auch sämtliche Sicherheitskameras, die den Vorfall gefilmt haben gelöscht wurden. Das ist in Taiwan Standardprozedur, die Polizei löscht grundsätzlich erst mal sämtliche Aufnahmen von dem Verbrechen - und das wo es hier überall Kameras gibt. Habe das jedenfalls schon mehrfach gehört.
http://www.chinapost.com.tw/taiwan/local/taichung/2010/06/04/259316/p1/Hu-Mu-yuan.htm
Donnerstag, Juni 03, 2010
Gnadenlos niedliche Neffenfotos (jetzt auch in Ludigels Taiwanblog)
Andere Blogs haben sie schon lange, jetzt zieht Ludigels Taiwanblog vom östlichen Tellerrand der Welt gnadenlos nach. Ihr habt es nicht anders gewollt.
Beim Essen mit der Familie setzen sich Shang und Keine-Ahnung-wie-der-andere-heißt plötzlich Sonnenbrillen auf und machen eine Rap-Nummer. Das war oberniedlich, muss auch ihr zynischer Ausländeronkel zugeben. Besonders als der Linke auf den Rechten gezeigt hat und der dann anfing, wie unter Strom stehend zu zappeln. Doch wirklich, bei Kindern ist das niedlich. Vor Lachen hätte ich mich fast an den faulig schmeckenden Fischbällchen verschluckt.
Die beiden werden immer nur "GeGe" und "Didi" genannt, kurz auf der zweiten Silbe beim Didi, was älterer Bruder und jüngerer Bruder heißt. Der dickere ist der jüngere. Weswegen seine Großeltern immer den dünneren mehr knuddeln und ihm manchmal was schenken, ohne seinen Bruder zu beschenken. Weil der Erstgeborene eben der künftige Stammhalter des Geschlechts ist. Sagt meine Frau, glaube ihr aber kein Wort.
Noch niedlicher werden sie, wenn sie älter werden. Der Rechte ist mein heimlicher Lieblingsneffe, was nur bedingt damit zu tun hat, das er auf die Philippinen ausgewandert ist. Er spricht fließend Englisch, Spanisch, Mandarinchinesisch und neuerdings auch Phillipinowupptichnesisch und kann das RRRRR wunderbarrr rrrrollen wenn er "Reproductive Organ" sagt. Herrlich!
Der linke ist mein Lieblingsneffe, meine Frau hat ihn großgezogen und momentan gärt bei ihm gerade die Pubertät. Dadurch ähnelt er irgendwie "Jake" aus Two And a Half Men. Aber seine Ausdünstungen sind so schlimm nicht, außerdem ist sein Vater reich, da kommt es eh nicht so drauf an. Er hat auch immer diese elektronischen Dinger in der Hand, wirklich immer und hat mitlerweile Nervenzuckungen. Aber keine Sorge, sage ich ihm, das wird schon alles werden. Nicht einfach mit der Pubertät, ich weiß es selbst, bin ja als Spätfolge davon durch das damit verbundene Phänomen Frau in Taiwan gelandet. Und er ist eh schon da, also hat er das Schlimmste schon hinter sich.
Euer Onkel Ludigel
Beim Essen mit der Familie setzen sich Shang und Keine-Ahnung-wie-der-andere-heißt plötzlich Sonnenbrillen auf und machen eine Rap-Nummer. Das war oberniedlich, muss auch ihr zynischer Ausländeronkel zugeben. Besonders als der Linke auf den Rechten gezeigt hat und der dann anfing, wie unter Strom stehend zu zappeln. Doch wirklich, bei Kindern ist das niedlich. Vor Lachen hätte ich mich fast an den faulig schmeckenden Fischbällchen verschluckt.Die beiden werden immer nur "GeGe" und "Didi" genannt, kurz auf der zweiten Silbe beim Didi, was älterer Bruder und jüngerer Bruder heißt. Der dickere ist der jüngere. Weswegen seine Großeltern immer den dünneren mehr knuddeln und ihm manchmal was schenken, ohne seinen Bruder zu beschenken. Weil der Erstgeborene eben der künftige Stammhalter des Geschlechts ist. Sagt meine Frau, glaube ihr aber kein Wort.
Noch niedlicher werden sie, wenn sie älter werden. Der Rechte ist mein heimlicher Lieblingsneffe, was nur bedingt damit zu tun hat, das er auf die Philippinen ausgewandert ist. Er spricht fließend Englisch, Spanisch, Mandarinchinesisch und neuerdings auch Phillipinowupptichnesisch und kann das RRRRR wunderbarrr rrrrollen wenn er "Reproductive Organ" sagt. Herrlich!Der linke ist mein Lieblingsneffe, meine Frau hat ihn großgezogen und momentan gärt bei ihm gerade die Pubertät. Dadurch ähnelt er irgendwie "Jake" aus Two And a Half Men. Aber seine Ausdünstungen sind so schlimm nicht, außerdem ist sein Vater reich, da kommt es eh nicht so drauf an. Er hat auch immer diese elektronischen Dinger in der Hand, wirklich immer und hat mitlerweile Nervenzuckungen. Aber keine Sorge, sage ich ihm, das wird schon alles werden. Nicht einfach mit der Pubertät, ich weiß es selbst, bin ja als Spätfolge davon durch das damit verbundene Phänomen Frau in Taiwan gelandet. Und er ist eh schon da, also hat er das Schlimmste schon hinter sich.
Euer Onkel Ludigel
W-Tuning

Sollte ich doch noch länger in Taiwan bleiben***, müssen wir ein neues Auto kaufen, sagt meine Frau, denn unser Nissan ist ja nun schon 145.000 km gelaufen. Neulich wies mich meine Frau drauf hin, dass der Drehzahlmesser von dem Ding bei 7.500 Touren hing, Overkill wäre bei 8.000, als ich gerade so schön am Rechtsüberholen (darf man hier ja) war. Der Drehzahlmesser ist bei dem X-Trail in der Mittelkonsole, da sieht man ihn einfach nicht. Und außerdem sollte so ein Automatik ja wohl selber hochschalten. Na ja, ließe sich bestimmt reparieren. Wenn es klingelt muss ich mich jetzt halt zurückhalten mit dem Gasfuß. Wahrscheinlich haben die Nulpen in den No-Name-Garagen nie das Automatiköl gewechselt, ist das nicht bei 100.000km dran oder so?
Ein Neuwagen aus Deutschland käme nicht in Frage, sagt Frau, damit die Kollegen nicht neidisch werden. Man muss ja trotz 0% Finanzierung den Schlitten passend zum Status fahren. Da käme mir ein Skoda in den Sinn, die halten die Nesen für einen billigen Osteuropäer.
Der BMW unten ist allerdings von einem Besucher. Muss ein ganz exklusiver Tuner sein für BMW, Insidern auch nur mit einem Buchstaben geläufig. Bitte genau hinsehen. Ggf. das Bild drehen****...
***Ja, ja, Okay, der Plan ist ja eigentlich bald nach D-Land zurück zu kommen. Aber jetzt wo der Bundesmerkel die Krankenversicherung und Steuern erhöht und ganz Grrrrr...iechenland vom deutschen Angestelltengehaltszettel leben soll, ich hier eine hochinteressante Arbeit habe und man sich dank 0% Zinsen alles mögliche eine Nummer größer leisten kann, komme ich wieder ins grübeln.
**** "M" heißt die Motorsportfraktion von BMW und hat dieses Logo, das hier verkehrt herum angebracht ist ;-)
Dienstag, Juni 01, 2010
orangehaariger Gangster
Die Ereignisse auf der Insel Formosa überschlagen sich wieder. Meine Frau hat ihre Nussbrei-Ei-Diät nicht mal einen einzigen Tag durchgehalten. Da fehlt den sinoiden Völkern halt unsere eiserne teutonische Disziplin und Leidensfähigkeit. Von bundespräsidialen Ausnahmen abgesehen.
Der orangehaarige Jugendliche, der meine Schwiegermutter um Sage und Schreibe 1.000.000 Taiwandollar, also etwa 25.000 Euronen gebracht hat (letzter Bericht hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/polizei-fangt-schwiegermutter-gangster.html) ist scheinbar tatsächlich gefasst worden. In die Sache waren ja scheinbar*** korrupte Polizisten verwickelt, sozusagen fangen in Taiwan die Polizisten also tagsüber ihre eigenen nächtlichen Helfershelfer, denn der orangehaarige Teenager war ja nur der Geldbote.
Der Pflichtverteidiger des Jungen hat uns jedenfalls angeboten, 2% der ergaunerten Summe, also knapp 500 Euro (habe den Unsinn jetzt im einzelnen nicht nachgerechnet) zu erstatten. Meine Frau hat das abgelehnt und gesagt, sie wolle dann lieber den Bengel bis in sein Greisenalter juristisch verfolgen und ihm das Leben zur Hölle machen. Das sollte den Kerl erschrecken, denn wenn meine Frau jemanden das Leben zur Hölle machen will, ist das wirklich eindrucksvoll - ich halte kurz zum Sinnieren inne.
Nein im Ernst, in dem Preis sollten noch ein paar Extras mit drin sein, wenigstens hätte der Pflichtverteidiger anbieten sollen, dass wir seinen Mandanten mit alten Pantoffeln schlagen dürfen, so wie das immer im Fernsehen zu sehen ist, wenn Geschädigte den Schädiger in die Finger kriegen. Taiwanesen sind eben relativ zivilisiert, anderso würde man Macheten nehmen.
Gucken wir mal, ob wir dem Bengel die nächsten Jahrzehnte etwas lustiger gestalten, immerhin war ja auch mein sauer verdientes Geld dabei, von wegen Schwiegermutterunterstützung, das dieser verdammte orange Nichtsnutz an seine betelnusskauenden Kumpanen weitergereicht hat. So leicht kommt er uns nicht davon.
Tja, Taiwan ist eben ein bisweilen gefährliches Pflaster. Allerdings nur wenn man auf einen der zahlreichen Betrugsanrufe eingeht, die hier ständig auf dem Handy eintreffen. Oder Polizisten in die Wohnung lässt; tue ich nie, mal ehrlich, die haben hier doch tatsächlich Schießeisen. Ein bewaffneter Einheimischer zu Hause, das hat mir gerade noch gefehlt. Meine Frau mit dem Wasserkocher in der Hand, das ist schon schlimm genug.
Mich hat Taiwan auch wieder erwischt, mit ihrer verdammten 0-Prozent-Kreditregelung. Die hat mir schon Reihenhaus und Auto beschert und jetzt als ich einfach eine kleine Digitalkamera kaufen wollte, sagte meine Frau, "wir sind hier in Taiwan, nimm ne teure, wir kriegen 0 Prozent für 2 Jahre". Jetzt habe ich gerade ein Ding ins Büro geliefert bekommen, die ist so schwer, dass ich einen krummen Rücken kriege. Sogar der Blitz ist so groß wie meine alte Kamera, mein Lieber Herr Konfuzius. Ungeahnten Gefahren ist man hier in Asien ausgesetzt, halten Sie noch eine Weile durch, liebe Leser, ich muss es ja auch.
***Weil die ursprünglichen falschen Polizisten Schwiegermutter "Haft" angedroht hatten, wenn sie nicht bezahlt und dann tatsächlich später eine Haftantrittsaufforderung vom Gericht zugestellt wurde. Die war zwar für jemand anderen, diente aber wohl der weiteren Einschüchterung. Oder war alles nur ein Zufall? Ganz klar ist das bis heute nicht. Vielleicht hat sich in der Sache was getan, weil meine Frau das Polizeipräsidium eingeschaltet und den Obersherriffs die Merkwürdigkeiten geschildert hat.
Der orangehaarige Jugendliche, der meine Schwiegermutter um Sage und Schreibe 1.000.000 Taiwandollar, also etwa 25.000 Euronen gebracht hat (letzter Bericht hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/polizei-fangt-schwiegermutter-gangster.html) ist scheinbar tatsächlich gefasst worden. In die Sache waren ja scheinbar*** korrupte Polizisten verwickelt, sozusagen fangen in Taiwan die Polizisten also tagsüber ihre eigenen nächtlichen Helfershelfer, denn der orangehaarige Teenager war ja nur der Geldbote.
Der Pflichtverteidiger des Jungen hat uns jedenfalls angeboten, 2% der ergaunerten Summe, also knapp 500 Euro (habe den Unsinn jetzt im einzelnen nicht nachgerechnet) zu erstatten. Meine Frau hat das abgelehnt und gesagt, sie wolle dann lieber den Bengel bis in sein Greisenalter juristisch verfolgen und ihm das Leben zur Hölle machen. Das sollte den Kerl erschrecken, denn wenn meine Frau jemanden das Leben zur Hölle machen will, ist das wirklich eindrucksvoll - ich halte kurz zum Sinnieren inne.
Nein im Ernst, in dem Preis sollten noch ein paar Extras mit drin sein, wenigstens hätte der Pflichtverteidiger anbieten sollen, dass wir seinen Mandanten mit alten Pantoffeln schlagen dürfen, so wie das immer im Fernsehen zu sehen ist, wenn Geschädigte den Schädiger in die Finger kriegen. Taiwanesen sind eben relativ zivilisiert, anderso würde man Macheten nehmen.
Gucken wir mal, ob wir dem Bengel die nächsten Jahrzehnte etwas lustiger gestalten, immerhin war ja auch mein sauer verdientes Geld dabei, von wegen Schwiegermutterunterstützung, das dieser verdammte orange Nichtsnutz an seine betelnusskauenden Kumpanen weitergereicht hat. So leicht kommt er uns nicht davon.
Tja, Taiwan ist eben ein bisweilen gefährliches Pflaster. Allerdings nur wenn man auf einen der zahlreichen Betrugsanrufe eingeht, die hier ständig auf dem Handy eintreffen. Oder Polizisten in die Wohnung lässt; tue ich nie, mal ehrlich, die haben hier doch tatsächlich Schießeisen. Ein bewaffneter Einheimischer zu Hause, das hat mir gerade noch gefehlt. Meine Frau mit dem Wasserkocher in der Hand, das ist schon schlimm genug.
Mich hat Taiwan auch wieder erwischt, mit ihrer verdammten 0-Prozent-Kreditregelung. Die hat mir schon Reihenhaus und Auto beschert und jetzt als ich einfach eine kleine Digitalkamera kaufen wollte, sagte meine Frau, "wir sind hier in Taiwan, nimm ne teure, wir kriegen 0 Prozent für 2 Jahre". Jetzt habe ich gerade ein Ding ins Büro geliefert bekommen, die ist so schwer, dass ich einen krummen Rücken kriege. Sogar der Blitz ist so groß wie meine alte Kamera, mein Lieber Herr Konfuzius. Ungeahnten Gefahren ist man hier in Asien ausgesetzt, halten Sie noch eine Weile durch, liebe Leser, ich muss es ja auch.
***Weil die ursprünglichen falschen Polizisten Schwiegermutter "Haft" angedroht hatten, wenn sie nicht bezahlt und dann tatsächlich später eine Haftantrittsaufforderung vom Gericht zugestellt wurde. Die war zwar für jemand anderen, diente aber wohl der weiteren Einschüchterung. Oder war alles nur ein Zufall? Ganz klar ist das bis heute nicht. Vielleicht hat sich in der Sache was getan, weil meine Frau das Polizeipräsidium eingeschaltet und den Obersherriffs die Merkwürdigkeiten geschildert hat.
Lisa Fitz*** for President!
Also mal ehrlich, so geht das nicht. Roland Koch wirft in Hessen hin - gut, manch einer ist froh, ihn nicht mehr zu sehen. Dann Horscht Köhler als Bundespräsident und auch Frau Merkel wirkt so, als ob sie langsam genug vom Bundeskanzlern hat. Der Budesguido wirkt sowieso so, wie man sich Guido Außenminister vorgestellt hat. Da müssen neue Leute ran, keine Frage.
Wie, die SPD? Ja, gut, das auch. Aber erst mal bin ich für LISA FITZ als Bundespräsidentin. Ne, echt, die mochte ich schon immer. Sie oder ihr kubanischer Mann. Irgendwer muss es doch machen.
***Schreibweise korrigiert, danke für den Hinweis (räusper)
Wie, die SPD? Ja, gut, das auch. Aber erst mal bin ich für LISA FITZ als Bundespräsidentin. Ne, echt, die mochte ich schon immer. Sie oder ihr kubanischer Mann. Irgendwer muss es doch machen.
***Schreibweise korrigiert, danke für den Hinweis (räusper)
eye opener
Montag, Mai 31, 2010
Todesprämie in Computerfabrik
Ein Update zu der Situation bei FOXCONN, einer in taiwanesischen Besitz befindlichen Fabrik, die u.a. für Apple, Sony und DELL in China produziert und die bislang 11 Selbstmorde durch Sprung vom Dach aufzuweisen hatte (mein letzter Artikel hier: http://bobhonest.blogspot.com/2010/05/vernichtung-durch-arbeit.html, Heise.de heute hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Foxconn-Arbeiter-sollen-mehr-Lohn-erhalten-1010687.html).
Das taiwanesische Fernsehen meldete am Wochenende, die hohe Selbstmordrate käme u.a. durch eine großzügige Versorgungsregelung für Hinterbliebene zustande, die im Falle des Selbstmordes mit einer guten Rente rechnen könnten. Nun haben Chinesen einen sehr ausgeprägten Familiensinn. Wer Stress auf der Arbeit hat, eventuell selbst bald gefeuert wird hat dann vielleicht eine "gute" Möglichkeit gefunden, die Familie doch noch zu versorgen und sogar besser als vorher.
Das Taiwanfernsehen ist aber oft unzuverlässig und natürlich in der Hand von Politik und Großindustrie. Vielleicht soll durch eine solche Meldung auch nur gegen Sozialleistungen getönt werden, die in Taiwan sowieso unpopulär sind, Gewerkschaften sollen vielleicht einen Dämpfer bekommen oder es soll eben betont werden, wie "großzügig" taiwanesische Unternehmen ihre Angestellten eben trotzdem auf dem chinesischen Festland behandeln. Immer fragen, WARUM eine Meldung in die Welt gesetzt wird, anstatt sie einfach zu glauben.
Heise.de meldet, die Arbeiter würden 20% mehr Lohn kriegen. Hoffentlich ist das nicht nur PR.
Das taiwanesische Fernsehen meldete am Wochenende, die hohe Selbstmordrate käme u.a. durch eine großzügige Versorgungsregelung für Hinterbliebene zustande, die im Falle des Selbstmordes mit einer guten Rente rechnen könnten. Nun haben Chinesen einen sehr ausgeprägten Familiensinn. Wer Stress auf der Arbeit hat, eventuell selbst bald gefeuert wird hat dann vielleicht eine "gute" Möglichkeit gefunden, die Familie doch noch zu versorgen und sogar besser als vorher.
Das Taiwanfernsehen ist aber oft unzuverlässig und natürlich in der Hand von Politik und Großindustrie. Vielleicht soll durch eine solche Meldung auch nur gegen Sozialleistungen getönt werden, die in Taiwan sowieso unpopulär sind, Gewerkschaften sollen vielleicht einen Dämpfer bekommen oder es soll eben betont werden, wie "großzügig" taiwanesische Unternehmen ihre Angestellten eben trotzdem auf dem chinesischen Festland behandeln. Immer fragen, WARUM eine Meldung in die Welt gesetzt wird, anstatt sie einfach zu glauben.
Heise.de meldet, die Arbeiter würden 20% mehr Lohn kriegen. Hoffentlich ist das nicht nur PR.
Dong Fongs großes Abenteuer
Am Samstag bei uns auf dem Lande. Handwerker Dong wirft seine Werkzeugkiste hinten auf die Ladefläche des kleinen blauen Pritschenwagens und steigt in die Fahrerkabine, während sein Sohn hinten auf die Ladefläche klettert. Dong lässt den Motor aufheulen, eine blaue Abgasfahne weht in die Monteuersgarage, die der Familie gleichzeitig als Allzweckaufenthaltsraum dient. Frau Fong hört, wie ihr Mann krachend den Rückwärtsgang einlegt und sieht wie sich der alte Lieferwagen mit aufjaulendem Motor langsam Richtung Tor rückwärts in Bewegung setzt, während sich Sohn Aaron vorsorglich an der Ladefläche fest krallt.

Etwa gleichzeitig Fährt Chang Lee mit seinem Mitsubishi Kleinbus die selbe Landstraße in Jhongli herunter, an der Dongs Haus und Werkstatt liegt. Hinten drin sitzen drei Arbeiter, die noch heute Nachmittag ein paar Dörfer weiter etwas montieren müssen. Chang drückt aufs Gas, es ist schon spät und hier ist immerhin 60. Die Tachonadel schnellt auf 90, während der Transporter auf der linken Spur der vierspurigen Landstraße durch das Dorf hetzt.
LKW-Fahrer Sherretin Chen dreht die Mucke auf. Der neuste Mandopop einer Girlieband dröhnt aus den Lautsprechern des neuen Volvo-Lastwagens und Cheng stellt seinen braunen, in blauen Strandlatschen steckenden Fuß tiefer aufs Gas, geniest die Vibrationen des kräftigen V8-Motors und wippt im Takt. Rhythmisch kaut er auf der Betelnuss, die in seinem Mund ihren schwer-süßlichen betäubenden Geschmack entfacht. Alles easy, alles cool, den Termin schafft er schon. Da, wieder einer dieser nervigen PKWs, die hinter einem aufblinken. Cheng zieht mit seinem Lastzug auf die rechte Spur, ist guter Laune heute. Soll der kleine silberne Nissan ruhig vorbei rasen. Mit Tacho 70 zieht der Lastzug auf die Rechte, der große mit EVERGREEN beschriftete große Anhänger, der die neusten Produktionsmaschinen aus Deutschland für eine nahe gelegene Getränkemaschinenfabrik enthält, folgt der Zugmaschine souverän und sicher im Spurwechsel. Sherretin hat sein Fahrhandwerk gelernt. Die goldenen Götterfiguren an Sherretins Innenspiegel klappern hell aneinander.

Chang gibt mit seinem Kleinbus noch etwas Gas, die Strecke ist frei. Der große Lastzug und der silberne PKW, die ihm entgegen kommen sind kein Thema, Chang hat zwei Spuren für sich. Hübsch reflektiert sich das grelle Sonnenlicht in der Götterfigur und den goldfarbenen Kordeln und Glasperlen an Changs Innenspiegel. "Habt ihr auch alles Werkzeug mit?", fragt Chang nach hinten in den Wagen rein. Schließlich müssen die Monteuere die neuen Getränkemaschinen hinten drin noch heute installieren. "Alles klar, Laoban (Chef)", grölt es von hinten.
Dong tritt etwas mehr aufs Gas. Der alte blaue Ford-Kleintransporter hat wieder seinen Totpunkt beim Gasannehmen. "Vielleicht hat mein Sohn doch recht und ich sollte die Kiste wenigstens jedes Jahr mal zur Inspektion bringen", denkt sich Dong. Da endlich, jetzt zieht der Motor. Rasselnd bringt der alte Ford die Kraft auf die Straße und mit pfeifenden Reifen setzt sich der Wagen in Bewegung, rückwärts auf die rechte Spur aus der Hauseinfahrt hinaus, die Rechte ist ja eh immer frei, denkt Dong noch...
Gerade als Dong den ersten Gang einlegen will, hört er seinen Sohn von hinten schreien. Dann ein durchdringendes Heulen. "Seit wann gibt es denn hier Nebelhörner?", denkt Fong. Dann der Aufprall, Dongs kleiner blauer Truck fliegt nach vorne links beschleunigt Richtung Gegenverkehr. Dongs Sohn verliert die Balance und fällt nach hinten über, schlägt auf dem Kühler des großen Lastwagens auf. Dong klammert sich wie ein Pilot, der über seine Maschine die Kontrolle verloren hat an das Steuer, den Blick stier geradeaus. Er sieht noch einen schwarzen Lieferwagen, der ausweichen will, dem Dong aber hinten in die Seite fliegt.
Chang glaubt es nicht. Da kommt ein kleiner blauer Lieferwagen wie in Zeitlupe angeflogen. Fast will er lachen, doch dann reißt er doch lieber das Steuer nach rechts, nichts wie weg auf die freie rechte Spur. Dann ein Aufprall, alles dreht sich, hinten schreien die Arbeiter zwischen den fliegenden Getränkemaschinen und Werkzeugkisten, als die Flanke des Mitsubishi zermalmt wird. Der Lieferwagen trudelt durch den Verkehr, kollidiert mit dem grünen Anhänger des jetzt quer stehenden Lastzuges. Das letzte was Chang sieht, sind die Buchstaben E-V-E-R auf der grünen Fläche, die wie eine Mauer vor dem Lieferwagen steht.
Der blaue Lieferwagen kommt an einem Laternenpfeiler zum stehen, der sich in die Fahrerkabine bohrt.
Irgendwie so muss es gewesen sein am Samstag, auf der Strecke, auf der ich sonst oft am Wochenende Essen holen fahre aus einem kleinen Restaurant im nahe gelegenen SinWu. Ich habe nur die Bilder im Fernsehen gesehen. Mehrere Todesopfer, ein zermalmter blauer Lieferwagen am Laternenpfahl, ein dunkler Kleinbus hinten mit zermalmtem Lieferabteil, ein quer stehender EVERGREEN Lastzug. Irgendwie so oder anders. Der tägliche Wahnsinn auf den Dorfstraßen.

Etwa gleichzeitig Fährt Chang Lee mit seinem Mitsubishi Kleinbus die selbe Landstraße in Jhongli herunter, an der Dongs Haus und Werkstatt liegt. Hinten drin sitzen drei Arbeiter, die noch heute Nachmittag ein paar Dörfer weiter etwas montieren müssen. Chang drückt aufs Gas, es ist schon spät und hier ist immerhin 60. Die Tachonadel schnellt auf 90, während der Transporter auf der linken Spur der vierspurigen Landstraße durch das Dorf hetzt.
LKW-Fahrer Sherretin Chen dreht die Mucke auf. Der neuste Mandopop einer Girlieband dröhnt aus den Lautsprechern des neuen Volvo-Lastwagens und Cheng stellt seinen braunen, in blauen Strandlatschen steckenden Fuß tiefer aufs Gas, geniest die Vibrationen des kräftigen V8-Motors und wippt im Takt. Rhythmisch kaut er auf der Betelnuss, die in seinem Mund ihren schwer-süßlichen betäubenden Geschmack entfacht. Alles easy, alles cool, den Termin schafft er schon. Da, wieder einer dieser nervigen PKWs, die hinter einem aufblinken. Cheng zieht mit seinem Lastzug auf die rechte Spur, ist guter Laune heute. Soll der kleine silberne Nissan ruhig vorbei rasen. Mit Tacho 70 zieht der Lastzug auf die Rechte, der große mit EVERGREEN beschriftete große Anhänger, der die neusten Produktionsmaschinen aus Deutschland für eine nahe gelegene Getränkemaschinenfabrik enthält, folgt der Zugmaschine souverän und sicher im Spurwechsel. Sherretin hat sein Fahrhandwerk gelernt. Die goldenen Götterfiguren an Sherretins Innenspiegel klappern hell aneinander.

Chang gibt mit seinem Kleinbus noch etwas Gas, die Strecke ist frei. Der große Lastzug und der silberne PKW, die ihm entgegen kommen sind kein Thema, Chang hat zwei Spuren für sich. Hübsch reflektiert sich das grelle Sonnenlicht in der Götterfigur und den goldfarbenen Kordeln und Glasperlen an Changs Innenspiegel. "Habt ihr auch alles Werkzeug mit?", fragt Chang nach hinten in den Wagen rein. Schließlich müssen die Monteuere die neuen Getränkemaschinen hinten drin noch heute installieren. "Alles klar, Laoban (Chef)", grölt es von hinten.
Dong tritt etwas mehr aufs Gas. Der alte blaue Ford-Kleintransporter hat wieder seinen Totpunkt beim Gasannehmen. "Vielleicht hat mein Sohn doch recht und ich sollte die Kiste wenigstens jedes Jahr mal zur Inspektion bringen", denkt sich Dong. Da endlich, jetzt zieht der Motor. Rasselnd bringt der alte Ford die Kraft auf die Straße und mit pfeifenden Reifen setzt sich der Wagen in Bewegung, rückwärts auf die rechte Spur aus der Hauseinfahrt hinaus, die Rechte ist ja eh immer frei, denkt Dong noch...
Gerade als Dong den ersten Gang einlegen will, hört er seinen Sohn von hinten schreien. Dann ein durchdringendes Heulen. "Seit wann gibt es denn hier Nebelhörner?", denkt Fong. Dann der Aufprall, Dongs kleiner blauer Truck fliegt nach vorne links beschleunigt Richtung Gegenverkehr. Dongs Sohn verliert die Balance und fällt nach hinten über, schlägt auf dem Kühler des großen Lastwagens auf. Dong klammert sich wie ein Pilot, der über seine Maschine die Kontrolle verloren hat an das Steuer, den Blick stier geradeaus. Er sieht noch einen schwarzen Lieferwagen, der ausweichen will, dem Dong aber hinten in die Seite fliegt.
Chang glaubt es nicht. Da kommt ein kleiner blauer Lieferwagen wie in Zeitlupe angeflogen. Fast will er lachen, doch dann reißt er doch lieber das Steuer nach rechts, nichts wie weg auf die freie rechte Spur. Dann ein Aufprall, alles dreht sich, hinten schreien die Arbeiter zwischen den fliegenden Getränkemaschinen und Werkzeugkisten, als die Flanke des Mitsubishi zermalmt wird. Der Lieferwagen trudelt durch den Verkehr, kollidiert mit dem grünen Anhänger des jetzt quer stehenden Lastzuges. Das letzte was Chang sieht, sind die Buchstaben E-V-E-R auf der grünen Fläche, die wie eine Mauer vor dem Lieferwagen steht.
Der blaue Lieferwagen kommt an einem Laternenpfeiler zum stehen, der sich in die Fahrerkabine bohrt.
Irgendwie so muss es gewesen sein am Samstag, auf der Strecke, auf der ich sonst oft am Wochenende Essen holen fahre aus einem kleinen Restaurant im nahe gelegenen SinWu. Ich habe nur die Bilder im Fernsehen gesehen. Mehrere Todesopfer, ein zermalmter blauer Lieferwagen am Laternenpfahl, ein dunkler Kleinbus hinten mit zermalmtem Lieferabteil, ein quer stehender EVERGREEN Lastzug. Irgendwie so oder anders. Der tägliche Wahnsinn auf den Dorfstraßen.
Nussei-Diät
Ein paar Taiwanesen sind auf eine neue Superdiät gekommen. Morgens und Abends einen Nussbrei***-Drink, dazu 1-2 Eier mit "braunem Toast" (kriegt man hier allerdings so gut wie nicht) und Mittags wenig Leis mit normalen Beilagen. Das bis zu 4 Eier viel zu viel für den Körper sind, haben sich die Spezialdiätiker dabei offenkundig nicht überlegt. Den Nussbrei wird man nach spätestens ein paar Tagen nicht mehr sehen können und die Diät wird im Wesentlichen durch Flüssigkeitsentzug beim hier sonst reichhaltigen (warmen) Abendessen funktionieren. Dann verliert der Körper viel Wasser und man hat einen vorgetäuschten Diäteffekt von ein paar Kilo Verlust nach ein paar Tagen. Darüber freut sich der Diätmachende, später hält er vor lauter Eiern nicht mehr durch, gibt sich aber selber die Schuld und preist seinen Freunden die neue Superdiät an, die viele Kilo in ein paar Tagen verlieren lassen würde und die er nur leider, leider nicht durchgehalten habe.
Klar, dass der Körper sich gegen Wasserentzug und Eierplage zur Wehr setzt.
Aber ich kann mich ein paar Tage amüsieren. Habe mir schon längst abgewöhnt gegen irgendetwas anzureden, dass irgendein einheimisches Genie in einem Internetforum hier postet. Die müssen Recht haben!
*** zähflüssig, soll statt Kaffee oder Tee genommen werden. Wieder Flüssigkeitsentzug, ein typisches Merkmal für Unsinns-Scheindiäten
Klar, dass der Körper sich gegen Wasserentzug und Eierplage zur Wehr setzt.
Aber ich kann mich ein paar Tage amüsieren. Habe mir schon längst abgewöhnt gegen irgendetwas anzureden, dass irgendein einheimisches Genie in einem Internetforum hier postet. Die müssen Recht haben!
*** zähflüssig, soll statt Kaffee oder Tee genommen werden. Wieder Flüssigkeitsentzug, ein typisches Merkmal für Unsinns-Scheindiäten
Freitag, Mai 28, 2010
Du Onkel Langnase, warum mögen Ausländer Taiwan nicht?
Neulich war ich mit Frau und zwei Neffen wieder im amerikanischen Diner Roadies, einer Oase der Ruhe, in dem ein amerikanischer Marineveteran Burger, Lasagne, Tex-Mex-Essen und anderes mit herrlich mürrischer Miene serviert. Das Roadies ist mir lieb und teuer geworden, hier hat man Ruhe und Frieden und der mürrische, wortkarg wirkende Inhaber mit seinen kapitalen Ausmaßen ist ein erfrischendes Gegenstück zu den dürren, nervösen und ewig plappernden Einheimisches mit ihren vielen Fragen und ihrem Dauerlächeln im Gesicht. Der Inhaber und ich, wir verstehen uns ohne Worte, er kocht und mixt und ich esse und trinke. Was sollen wir da noch reden, servieren tut seine Frau meist und meine bestellt, bei solchen Proxies braucht man selber nichts mehr tun.

Wäre viel besser in Stangen und mit Docht: taiwanesische Schokolade (auch gut als Scherzartikel um Kinder zu erschrecken)***
Nun ging auch meinen Neffen auf, dass der Inhaber entsprechend griesgrämig aus der Wäsche schaut. Das veranlasste sie zum Lächeln (alles andere hätte sie aber ohnehin zum Lächeln veranlasst) und sie stellten also die Frage, warum Ausländer Taiwan nicht mögen würden. Eine gewagte Verallgemeinerung, aber nicht völlig unfundiert, schließlich guckte auch ihr Onkel Ludigel gerade mal wieder genervt aus der Wäsche, weil er sich mit Fragen über Fragen beschäftigen musste (grins).
Das ist ein Thema, da könnte ich Stunden reden, wozu ich aber in Anbetracht der soeben gelieferten Lasagne und der Stapeltortilla keine Lust hatte. Also beließ ich es dabei, Hektik, volle Straßen, hässliche Städte, idiotische Fahrweise und strengen Geruch zu erwähnen. Meine Neffen nahmen es gelassen (gut, sie grinsten wieder mal wie immer) und ich konnte mich ums Essen kümmern.
Frau und Neffen nervten dann auf der Heimfahrt mit einem Katalog, "warum wir Taiwanesen Ausländer nicht mögen", der im Wesentlichen um das Thema "Besserwisserei" kreiste, aber ich habe es im Einzelnen nicht mitbekommen, weil ich dank dem schweren Essen sanft entschlummert war im Auto. Irgendwas sagte meine Frau noch, in Deutschland seien wir so unsauber, weil wir unsere Schuhe nicht vor der Haustür lassen würden. Ich brabbelte im Schlaf irgendetwas von "bei uns ist es ja auch nicht so versifft wie bei euch", was meine Frau mit "ihr habt doch Hundekot auf der Straße" konterte. Da übermannte mich endgültig der Schlaf und ich brachte es nur noch kurz fertig ein "Na ja, nicht so schlimm, der ist wie taiwanesische Schokolade" auszustoßen, dann wurde es schwarz um mich, nur das Gekichere meiner Neffen blieb im Hintergrund zurück. Verdammt, man kann sagen was man will, diese asiatisch-gelassene Bande kriegt man nie zum Heulen...
*** Meiner unmaßgeblichen Meinung nach.
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